Reformer
Reformers
Trotz des allgemeinen Verfalls, der oben beschrieben wurde, gab es in dieser Zeitspanne immer wieder einige herausragende Gelehrte, die sich dem Taqlid widersetzten und es wagten, das Banner des Idschtihad zu erheben. Sie riefen zur Rückkehr zu den Wurzeln der Religion, zu den wahren Quellen des islamischen Rechts und zur Orientierung an diesen Grundlagen über alles andere auf.
In spite of the general decay described above, there existed from time to time throughout this period a few outstanding scholars who opposed Taqleed and dared to raise the banner of Ijtihaad. They called for a return to the roots of the religion, to the true sources of Islamic law and to reliance on these foundations above all else.
Einige dieser Reformer und ihre Beiträge werden im Folgenden beschrieben.
Some of these reformers and their contributions are described hereafter.
Ahmad ibn Taymeeyah (1263–1328 n. Chr.) gehörte nicht zu den bedeutendsten Reformern dieser Epoche. Wegen seines Widerspruchs gegen den Status quo erklärten ihn viele seiner Zeitgenossen für einen Abtrünnigen, und die Obrigkeit ließ ihn wiederholt ins Gefängnis werfen. Ibn Taymeeyah war jedoch einer der größten Gelehrten seiner Zeit. Zunächst hatte er die Fiqh gemäß der hanbalitischen Madh-hab studiert, beschränkte sich darauf aber nicht. Er erforschte die Quellen des islamischen Rechts gründlich und beherrschte alle islamischen Wissenschaften, die zu jener Zeit bekannt waren.
Ahmad ibn Taymeeyah (1263-1328 CE) was not foremost among the reformers of this period. Because of his challenge of the status quo, many of his contemporaries declared him an apostate and had the authorities jail him repeatedly. Ibn Taymeeyah was, however, one of the greatest scholars of his time. Initially, he had studied Fiqh according to the Hambalee Madh-hab, but did not restrict himself to it. He studied the sources of Islamic law in depth and mastered all the Islamic sciences which were known at that time.
Darüber hinaus prüfte er die Schriften verschiedener Sekten, die sich vom Islam abgespalten hatten, studierte die religiösen Bücher der Christen, der Juden und ihrer verschiedenen Sekten und verfasste umfangreiche Kritiken zu all diesen. Ibn Taymiyyah nahm auch am Dschihad gegen die Mongolen teil, die die östlichen und nördlichen Provinzen des ehemaligen Abbasidenstaates besetzt hielten und zu jener Zeit ... Ibn Taymiyyah gehörte zu den größten islamischen Gelehrten seiner Zeit und trug an die nächste Generation das Banner des Idschtihad und der Rückkehr zu den reinen Quellen des Islam weiter, das er erhoben hatte. Unter ihnen war Ibn Qayyim, ein großer Gelehrter auf den Gebieten der Fiqh und der Hadith-Kritik, sowie Ibn Kathir, ein Meister in Tafsir, Geschichte und Hadith.
Furthermore, he examined the writings of various sects which had broken off from islaam, studied the religious books of the Christians, the Jews and their various sects and wrote extensive critiques on all of them. Ibn Taymeeyah also took part in the Jihaad against the Mongols who had occupied the eastern and northern provinces of the former ‘Abbaasid state and were at that were among the greatest Islamic scholars of their time and carried on to the next generation the banner of Ijtihaad and a return to the pure sources of Islaam which he had raised. Among them was Ibn Qayyim, a great scholar in the fields of Fiqh and Hadeeth criticism and Ibn Katheer, a master in Tafseer, History and Hadeeth.
Muhammad ibn ‘Alee ash-Shawkaanee (1757–1835 n. Chr.)
Muhammad ibn ‘Alee ash-Shawkaanee (1757-1835 CE)
geboren nahe der Stadt Shawkaan im Jemen, gehörte ebenfalls zu den Reformern dieser Epoche. Asch-Schawkaanee studierte die Fiqh nach dem zaydītischen Madhhab192 und wurde zu einem seiner herausragenden Gelehrten.
born near the town of Shawkaan in Yemen, was also among the reformers to this Period. Ash-Shawkaanee studied Fiqh according to the Zaydee Madh-hab192 and became one of its outstanding scholars.
Danach vertiefte er sich eingehend in das Studium der Hadithe seiner Zeit. Zu diesem Zeitpunkt löste er sich von der Madhhab-Bindung und begann, eigenständig Ijtihad zu betreiben. Er verfasste eine Reihe von Werken zur Fiqh und deren Grundlagen, in denen Fragen, die aus der Sicht aller Madhhabs untersucht wurden, mit Lösungen abgeschlossen wurden, die ausschließlich auf den genauesten Belegen und den überzeugendsten Argumenten beruhten. Imam asch-Schawkani vertrat die Position, dass Taqlid haram sei, und schrieb eine Reihe von Büchern zu diesem Thema, zum Beispiel Al-Qawl al-Mufid fi Hukm at-Taqlid. Infolgedessen geriet er auch unter Angriff von den meisten Gelehrten seiner Zeit.193
He then went into an in-depth study of the Hadeeth of his time. At this point he freed him self of the Madh-hab and began making independent Ijtihaad. He wrote a number of works in Fiqh and its fundamentals in which issues studied from the points of view of all the Madh-habs were concluded with solutions based solely on the most accurate proofs and the most convincing arguments. Imaam ash-Shawkaanee took the position that Taqleed was Haraam and wrote a number of books on the topic, for example, Al-Qawl alMufeed fee Hukm at-Taqleed. Consequently, he also came under attack from most of the scholars of his time.193
Ein weiterer bemerkenswerter Reformer war der große Gelehrte Ahmad ibn ‘Abdur-Raheem, besser bekannt als Shah Walee Allaah Dihlawee (1703–1762 n. Chr.). Er wurde auf dem indischen Subkontinent geboren, wo die Taqleed vielleicht am weitesten verbreitet war. Nachdem er die verschiedenen islamischen Wissenschaften gemeistert hatte, forderte er, die Tür des Ijtihaad wieder zu öffnen und die Rechtsschulen des Fiqh wieder zu vereinen. In seinem Bemühen, die islamischen Grundsätze erneut zu untersuchen und herauszufinden, auf welcher Autorität die Rechtsschulen ihre Bestimmungen gründeten, belebte Shah Walee Allaah das Studium des Hadeeth neu. Obwohl er nicht so weit ging, die bestehenden Fiqh-Schulen zu verwerfen, lehrte er dennoch, dass jeder frei sei, eine bestimmte Entscheidung zu wählen, die von der Entscheidung der eigenen Schule abweicht, wenn er davon überzeugt sei, dass der Fall durch das Hadeeth besser belegt sei.194
Another noteworthy reformer was the great schoar Ahmad ibn ‘Abdur-Raheem better known as Shah Walee Allaah Dihlawee (1703-1762 CE). He was born in the Indian sub-continent where Taqleed was, perhaps, most rampant. After he had mastered the various Islamic sciences, he called for the re-opening of the door of Ijtihaad and the re-unification of the schools of Fiqh. In this efforts to re-examine Islamic principles and to find out on what authority the legal schools based their regulations, Shah Walee Allaah rejuvenated the study of Hadeeth. Although he did not go so far as to reject the existing Fiqh schools, nevertheless he tought that everyone was free to choose a particular decision different from that taken by the school to which he belonged himself, if he was convinced that the case was better confirmed by Hadeeth.194
Der allgemeine Zustand des Verfalls und der Stagnation hat jedoch bis heute angehalten, trotz der Bemühungen moderner Denker wie Jamaal ad-Deen al-Afghaanee (1839–1897 n. Chr.), der durch die gesamte muslimische Welt reiste und zur Reform aufrief. Jamaal ad-Deen reiste nach Indien, Makkah und Konstantinopel und ließ sich schließlich in Ägypten nieder. Er forderte freies politisches, religiöses und wissenschaftliches Denken und verurteilte Taqleed sowie staatliche Korruption. Jamaal ad-Deen verbreitete diese Ideen an der Universität ... Jamaal ad-Deens Ideen waren extremistisch. Zum Beispiel erhob er den menschlichen Verstand und seine logischen Schlussfolgerungen auf eine Stufe mit der göttlichen Offenbarung. Seine Absichten gerieten auch unter Verdacht aufgrund seiner Verbindung mit der Freimaurerbewegung, die damals in dieser Zeit neue Zweige im Nahen Osten gründete.195
However the over all state of degeneration and stagnation has continued until today, despite the efforts of modern thinkers like Jamaal ad-Deen al-Afghaanee (1839-1897 CE) who traveled throughout the Muslim world calling for reform. Jamaal ad-Deen traveled to India, Makkah, and Constantinople, settling finally in Egypt. He called for free political, religious and scientific thought and denounced Taqleed and state corruption. Jamaal ad-Deen thought these ideas at the University of Jamaal ad-Deen’s ideas were extremist. For example, he elevated the human mind and its logical deductions to a level equal to that of Divine Revelation. His intentions also became suspect due to his involvement with the Masonic movement which was at that time establishing new branches in the Middle-East.195
Muhammad ‘Abduh (1849–1905 n. Chr.) gehörte zu den berühmtesten Schülern al-Afghaanis. Unter dem Einfluss von al-Afghaanee und Ibn Muhammad ‘Abduh wurden Taqleed und seine Anhänger systematisch angegriffen. Doch da Muhammad ‘Abduh zu einem extremen Modernismus neigte, wich er schließlich in einigen seiner Auslegungen und gesetzlichen Urteile ab. Zum Beispiel erklärte er in seinem Tafseer des Qur’aan die Propheten: Die Dinge, die direkt von Gott durch die Kräfte der Natur bewirkt wurden. Ihm zufolge waren die Vogelschwärme, die während des Angriffs auf die Ka‘bah Lehmkiesel auf das Heer des Abrahah und seinen Elefanten fallen ließen, schlicht luftgetragene Mikroben, die unter ihnen Krankheiten verbreiteten. Ebenso erließ er eine Fatwaa, die Muslimen erlaubte, sich an Geschäften mit Zinsen zu beteiligen. Er stützte dieses Urteil auf den fiqhlichen Grundsatz, dass die dringende Notlage das Verbotene erlaubt macht. Der Fehler seines Urteils lag darin, dass das Fiqh die dringende Notlage ausdrücklich als Angelegenheiten von Leben und Tod oder den Verlust eines Körperglieds definiert, was auf Geschäftstransaktionen schlicht nicht zutrifft. Muhammad ‘Abduhs wichtigster Schüler, Muhammad Rashed Ridaa (gest. 1935), führte den Angriff seines Lehrers auf Taqleed fort, lehnte jedoch die meisten Übertreibungen seines Lehrers ab. Andere Schüler Muhammad ‘Abduhs wurden jedoch zum Kern der extremen modernistischen Bewegung und wichen in vielen Bereichen noch stärker ab als ihr Lehrer. Zum Beispiel war sein Schüler Qaasim Ameen (gest. 1908) der Erste, der heftig gegen die Vielehe, die Einfachheit der islamischen Scheidung und das Tragen des Schleiers polemisierte.
Muhammad ‘Abduh (1849-1905 CE) was among Afghaanee’s most famous students. Under the influence of Afghaanee and Ibn Muhammad ‘Abduh, and Taqleed and its supporters were systematically attacked. But, due to Muhammad ‘Abduh’s leaning toward extreme modernism, he eventually deviated in some of his interpretations and legal rulings. For example, in his Tafseer of the Qur’aan he Prophets of directly performed by God through the forces of nature. To him the flocks of birds which dropped clay pebbles on the army of Abrahah and his elephant during their attack on the Ka’bah were simply airborne microbes which spread disease among them. Likewise, he made a Fatwaa allowing Muslims to be involved in business transactions involving interest. He based this ruling on the Fiqh principle that dire necessity makes the forbidden allowable. The fallacy of his ruling lay in the fact that Fiqh specifically defines dire necessity as involving matters of life and death or loss of limb, and this was simply not the case where business transactions are concerned. Muhammad ‘Abduh’s main student, Muhammad Rashed Ridaa (d. 1935), carried on his mentor’s attack on Taqleed, but rejected most of his teacher’s excesses. However, other students of Muhammad ‘Abduh became the nucleus of the extreme modernist movement and deviated in many areas even more than their teacher. For example, his student Qaasim Ameen (died 1908) was the first to make a vehement attack on polygamy, the simplicity of Islamic divorce and the use of the veil.
Andere Gelehrte des zwanzigsten Jahrhunderts, wie Hassan al-Bannaa (gest. 1949), der Gründer der Bewegung der Ichwaan Muslimoon, Sayyid Abul-A'laa Mawdudi (1903–1979), der Gründer der Bewegung der Jama'at Islami, und in jüngerer Zeit der große Hadith-Gelehrte unserer Epoche, Naasir ad-Deen al-Albaanee, haben das Banner der islamischen Erneuerung aufgenommen und zur Vereinigung der Madhhabs aufgerufen.196 Doch bis heute bleibt die Mehrheit der Gelehrten fest an den sektiererischen Islam in Form eines der vier Madhhabs gebunden.
Other scholars of the twentieth century, such as Hassan alBannaa (d.1949), founder of the Ikhwaan Muslimoon movement Sayyid, Abul-A’laa Mawdudi (1903-1979), founder of the Jama’at Islami movement, and more recently the great Hadeeth scholar of our era, Naasir ad-Deen al-Albaanee have picked up the banner of Islamic Revival and have called for the unfication of the Madhhabs.196 But, to this day, the majority of scholars remain firmly bound to sectarian Islaam in the form of one of the four Madh-habs.
Auf diese Weise tragen sie, ohne es zu wissen, zur Spaltung innerhalb der muslimischen Gemeinschaft bei. Auch scheint wenig Hoffnung zu bestehen, dass dieser Prozess in naher Zukunft ein Ende findet; denn islamische Bildungseinrichtungen in der gesamten muslimischen Welt verbreiten – mit sehr wenigen Ausnahmen – aktiv eine sektiererische Sicht des Islam.
In doing so, they unknowingly perpetuate division among the ranks of the Muslim nation. Nor does there appear to be much hope for an end to this process in the near future; for, with very few exceptions, present day Islamic institutions of learning throughout the Muslim world actively propagate a sectarian view of Islaam.
Es stimmt, dass der Vergleichende Fiqh heute in den Lehrplänen dieser Einrichtungen einen herausragenden Platz einnimmt, und dass das Studium des Hadith weitaus beliebter geworden ist, als es noch vor einem Jahrhundert war.
It is true that comparative Fiqh is now being given a prominent place in the syllabuses of these institutions, and the study of Hadeeth has become more popular than it was only a century ago.
Doch die Wirklichkeit ist, dass diese beiden potenziell dynamischen und erneuernden Themen durch das konfessionelle System der islamischen Bildung entschärft worden sind. Jede Universität hält sich an die offizielle Madhhab des Landes, in dem sie sich befindet, und somit werden alle zentralen Fiqh-Kurse des islamischen Rechtslehrplans (genannt Sharee'ah oder Usool al-Deen) gemäß der staatlichen Madhhab gelehrt197. Dies geschieht, um den Bedarf der örtlichen Regierung an Richtern zu decken, die sich an die Madhhab halten, die im Zivilrechtssystem des Staates verwendet wird. Die Al-Azhar-Universität in Ägypten etwa, die verehrteste Einrichtung der muslimischen Welt, ist die einzige Universität, an der alle großen Madhhabs gelehrt werden. Allerdings müssen Studierende, die die Universität betreten, angeben, welcher Madhhab sie angehören, und werden in dieselbe Klasse eingeteilt. Vom Beginn ihres Studiums bis zu ihrem Abschluss werden alle ihre Professoren aus ihrer eigenen Madhhab stammen. Dementsprechend werden die Positionen der anderen Madhhabs lediglich als Kuriositäten studiert, und die großen Hadith-Werke werden eher um des Segens willen gelesen als zur Offenbarung der Wahrheit. Wenn im Verlauf dieser Studien eine abweichende Meinung begegnet, prüft der Lehrer in der konfessionellen Einrichtung sie oberflächlich und verwirft sie im Lichte der zwingenden Argumente, die er zur Stützung der Position seiner jeweiligen Madhhab entwickelt. So wird anderen Positionen, obwohl sie durch sehr starke Belege gestützt sein können, durch die Behandlung des konfessionellen Lehrers nicht die Berücksichtigung zuteil, die sie verdienen. Ebenso gilt: Wenn beim Lesen der Hadith-Bücher ein starker Hadith begegnet, der der Position der Madhhab zu widersprechen scheint, deutet der Lehrer ihn entweder um, um seine Madhhab zu stützen, oder er erklärt ihn geschickt weg. Und wenn beides nicht möglich ist, werden eine Reihe schwacher Hadithe zur Stützung der Position der Madhhab angeführt, ohne auch nur im Geringsten zu erwähnen, dass sie schwach sind. Auf diese Weise erscheint es, dass es eine größere Anzahl von Hadithen gibt, die die Position des Madhhab unterstützen, und die Schüler sind von der Richtigkeit ihres Madhhab überzeugt.
But, the reality is that these two potentially dynamic and regenerative subjects have been defused by the sectarian system of Islamic education. Each university adheres to the official Madh-hab of the country in which it is situated and thus all the core Fiqh courses of the Islamic law Syllabus (called Sharee’ah or Usool al-Deen) are taught according to the state Madh-hab197. This is done to fulfill the local government’s need for judges who conform to the Madh-hab used in the civil law system of the state. For example, the University of al-Azhar in Egypt, the most venerated institution in the Muslim world, is the only university in which all of the major Madh-habs are taught. However, students entering the university are required to indicate their Madh-hab are placed in the same class. From the beginning of their studies until they graduate, all of their professors will be from their own Madh-hab. Accordingly, the positions of the other Madh-habs are studied merely as oddities, and the great books of Hadeeth are read more for the blessing than for the revelation of truth. Whenever a conflicting opinion is encountered in the course of these studies, the teacher in the sectarian institution examines it superficially and rejects it in the light of the compelling arguments, which he develops to support the position of his particular Madhhab. Thus, although other positions may be supported by very strong proofs, the sectarian teacher’s treatment denies them the consideration they deserve. Similarly, if a strong Hadeeth which appears contrary to the position taken by the Madh-hab is met while reading the books of Hadeeth, the teacher either re-interprets it to support his Madh-hab or he deftly explains it away. And if neither of the two is possible, a series of weak Hadeeths are quoted in support of the Madh-hab’s position without the slightest mention that they are weak. In that way, it appears that there is a greater number of Hadeeths supporting the Madh-hab’s position, and the students are convinced of the correctness of their Madh-hab.
Abschnittszusammenfassung
Section Summary
1. Der Idschtihad in all seinen Formen wurde beiseitegelegt, und die blinde Nachahmung (Taqlid) eines der vier Madhhabs wurde allen Muslimen zur Pflicht gemacht.
1. Ijtihaad in all its forms was put aside, and the blind following (Taqleed) of one of the four Madh-habs was made compulsory on all Muslims.
2. Die vier Madhhabs wurden völlig unvereinbar, und die muslimische Ummah wurde praktisch in vier religiöse Richtungen gespalten.
2. The four Madh-habs became totally incompatible and the Muslim Ummah was virtually split into four religeous sects.
3. Die gelehrte Tätigkeit beschränkte sich auf das Verfassen von Kommentaren zu früheren Werken und auf die Förderung der Position der jeweiligen Madhhab des Verfassers, wie in der Periode der Konsolidierung.
3. Scholarly activity was restricted to writing commentaries on previous works and promoting the position of the author’s particular Madh-hab as in the period of consolidation.
4. Es gab lobenswerte Versuche einiger Reformer, die ursprüngliche und dynamische Natur der Fiqh wiederzubeleben, doch ihre Bemühungen erwiesen sich als unzureichend, um den Madhhab-Fanatismus auszurotten, der sich bereits so tief eingewurzelt hatte.
4. There were commendable attepts by certain reformers to revive the original and dynamic nature of Fiqh, but their efforts proved unequal to the task of eradicating Madh-hab fanaticism which had became so deeply ingrained.
5. Es wurden Versuche unternommen, das islamische Recht zu kodifizieren, doch die Ergebnisse litten unter sektiererischen Ansichten, und mit dem Aufkommen des europäischen Kolonialismus wurden sie durch europäische Gesetzbücher verdrängt.
5. Attempts at the codification of Islamic law were made, but the results suffered from sectarian views, and with the advent of European colonialism they were supplanted by European law codes.
6. In den letzten Jahren hat der Madhhab-Fanatismus durch die reformerischen Bewegungen und die weit verbreitete Lehre der vergleichenden Fiqh an modernen Bildungseinrichtungen etwas nachgelassen.
6. There has been some lessening of Madh-hab fanaticism in recent years as a result of the reformist movements and the wide-spread teaching of comparative Fiqh in modern institutions of learning.
7. Der Zustand des Stillstands und des Niedergangs der Fiqh und das Bestehen der Madhhab-Parteiungen haben bis zum heutigen Tag angedauert.