13.8 Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Kundgabe einer Meinung ohne Hindernis
13.8 The right of expression and voicing an opinion without impediment
Jedes Mitglied des Rates der Umma hat das Recht, seine Meinung zu äußern und sie frei von jedem Druck zu vertreten, solange dies innerhalb der durch die Scharia erlaubten Grenzen geschieht. Das Mitglied ist in Bezug auf die Meinungsäußerung und die Rechenschaftspflicht ein Vertreter der Muslime. Seine Aufgabe besteht darin, die Tätigkeiten des Khalifen oder jedes Herrschers im Staat sowie jedes Beamten in den Behörden und Ämtern des Staates genau zu prüfen und sie alle zur Rechenschaft zu ziehen. Er gibt ihnen Rat, äußert Meinungen, unterbreitet Vorschläge, tritt mit ihnen in Debatten ein und widerspricht allen falschen Handlungen, die der Staat begeht. All dies tut er im Auftrag der Muslime, die verpflichtet sind, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten und die Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen.
Every member of the Council of the Ummah has the right to speak and voice an opinion as he wishes without any pressure as long as it is within the limits allowed by Shara. The member would be a representative of the Muslims in terms of voicing opinions and in accounting. His job would be to study closely the activities of the Khalifah or any ruler in the State or any civil servant in any of the State’s departments and offices and hold all them accountable, giving them advice, voicing opinions, presenting suggestions, entering with them into debates, and with objecting to all of the wrong actions performed by the State. He would do all this on behalf of the Muslims who are obliged to enjoin what is good and forbid what is evil, and to hold the rulers accountable, .
...und ihnen Rat und Vorschläge zu geben, denn dies ist ihre Pflicht gegenüber den Muslimen. Allah (SWT) sagt: .
giving them advice and suggestions, because this is their duty upon the Muslims. Allah (S.W.T) says: .
„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht wurde: Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche." [3:110].
"You are the best of peoples, evolved for mankind, enjoining what is right and forbidding what is wrong". .. [3:110].
Und Er (S.W.T) sagt: .
And He (S.W.T) says: .
„Das sind diejenigen, die, wenn Wir ihnen auf Erden Macht verleihen, das Gebet verrichten, die Zakāt entrichten, das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten." ... [22:41].
"They are those who, if we establish them in the land, establish regular prayers and give zakat, enjoin the right and forbid the wrong". .. [22:41].
Allah (S.W.T.) sagt außerdem: .
Allah (S.W.T) also says: .
„Und es soll unter euch eine Gemeinschaft entstehen, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet." ... [3:104].
"And let there arise from amongst you a band of people inviting to all that is good, enjoins what is right and forbidding what is wrong". .. [3:104].
Viele Ahadith wurden überliefert, die die Pflicht zum Gebieten des Guten (Ma'ruf) und zum Verbieten des Schlechten (Munkar) belegen, so etwa die Aussage des Propheten Muhammad ﷺ:
Many Ahadith have been reported that indicate the obligation of enjoining the Maaroof and forbidding the Munkar, such as Prophet Muhammad’s (PBUH) saying: .
„Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele liegt, ihr müsst das Ma'ruf gebieten und das Munkar verbieten, sonst könnte Allah euch eine Strafe von Seiner Seite senden; dann würdet ihr zu Ihm flehen, doch euer Bittgebet bliebe unerhört.“ Überliefert von Ahmad auf die Autorität von Hudhayfah. [Abu Dawud, Sunan, Nr. 4336] Er ﷺ sagte außerdem:
"By He Who owns my soul, you must enjoin the Ma’roof and forbid the Munkar, or Allah may inflict upon you a punishment from Him, you would then supplicate Him and your supplication would go unanswered", as narrated by Ahmad on the authority of Hudhayfah. [Abu Dawud, Sunan, #4336] He (PBUH) also said: .
„Wenn jemand von euch ein Munkar sieht, so soll er es mit seiner Hand ändern; kann er das nicht, dann mit seiner Zunge; und kann er das nicht, dann mit seinem Herzen. Und das ist das Mindeste des Iman.“ Überliefert von Muslim auf die Autorität von Abu Sa'id [Sahih, Nr. 175]. Diese Verse und Ahadith gebieten den Muslimen, das Maaroof zu gebieten und das Munkar zu verbieten. Die Rechenschaftspflicht der Herrscher gehört zum Gebieten des Maaroof und zum Verbieten des Munkar. Einige Ahadith ordnen sogar ausdrücklich an, die Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen, was die Bedeutung dieser Pflicht unterstreicht. Umm Atyya berichtete auf die Autorität von Abu Sa'id, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Der beste Jihad ist ein Wort der Wahrheit vor einem ungerechten Herrscher.“ [Abu Dawud, Sunan, Nr. 4344] Dies ist ein Text über die Tadelung des Herrschers und die Pflicht, das Wort der Wahrheit ihm ins Gesicht zu sagen, und es gilt als die beste Form des Jihad. Der Gesandte Allahs ﷺ ermutigte zu dieser Art des Jihad und machte sie sehr erstrebenswert, selbst wenn sie zum Verlust des Lebens führte, wie im authentischen (Sahih) Hadith erwähnt, in dem er ﷺ sagte: .
"If anyone among you sees a Munkar, let him change it with his hand; if he could not, let him then change it with his tongue; and if he could not, then with his heart., And that is the least of Iman", narrated by Muslim on the authority of Abu Sa’id [Sahih, #175]. These verses and Ahadith command the Muslims to enjoin the Maaroof and forbid the Munkar. Holding the rulers accountable is part of enjoining the Maaroof and forbidding the Munkar. Some Ahadith in fact specifically order the holding of the rulers accountable, this highlights the importance of such a duty. Umm Atyya reported on the authority of Abu Sa’id that the Messenger of Allah (PBUH) said: "The best of Jihad is a word of truth before a tyrant ruler." [Abu Dawud, Sunan, #4344] This is a text regarding the censure of the ruler and the obligation of uttering the word of truth in his face, considering it as the best form of Jihad. Allah's Messenger (PBUH) exhorted this type of Jihad and made it very desirable even if it led to the loss of life, as mentioned in the sound (Sahih) hadith, He (PBUH) said: .
„Der Herr der Märtyrer ist Hamza, und ein Mann, der sich einem tyrannischen Herrscher entgegenstellte, um ihm zu raten, und dabei getötet wurde.“ [Al-Mundhiri, al-Targhib wa’l-Tarhib, Bd. 3, S. 229].
"The master of martyrs is Hamza, and a man who stood up to a tyrant ruler to advise him, and was killed." [Al-Mundhiry, al-Targhib wa’l-Tarhib, vol.3, p.229]. .
Als die Sahabah, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dem Gesandten Allahs (Friede sei mit ihm) bezüglich des Friedensvertrags von Hudaybiyah heftig widersprachen, tadelte er sie nicht für ihren Widerspruch ﷺ; vielmehr wies er ihre Ansicht zurück und schloss den Friedensvertrag. Dies lag daran, dass sein Handeln Offenbarung von Allah (S.W.T) war; in einem solchen Fall hat die Meinung der Menschen kein Gewicht. Sein Tadel an ihnen galt dem Umstand, dass sie ihm nicht gehorchten, als er ihnen befahl, die geweihten Kamele zu schlachten, sich die Köpfe zu scheren und ihren Weihezustand zu beenden. Ebenso tadelte der Gesandte Allahs ﷺ al-Habbab b. Mundhir in der Schlacht von Badr nicht, als dieser mit dem Ort, an dem er lagerte, nicht einverstanden war; vielmehr folgte er dessen Meinung ﷺ.
When the Sahabah, May Allah be pleased with them, strongly opposed the Messenger of Allah (PBUH) regarding the Hudaybiyah peace treaty, he did not censure them over their opposition; he rather rejected their view and concluded the peace treaty. This is because his action was revelation from Allah (S.W.T); where there is no weight to the view of the people in such case. His rebuke to them was because they did not obey him when he ordered them to slaughter the consecrated camels, and to shave their heads, and break off their consecration. Also the Messenger of Allah (PBUH) did not rebuke al-Habab b. Mundhir in the battle of Badr when he disagreed with the location he camped in, rather he followed his opinion. .
Der Gesandte (PBUH) stimmte ebenfalls der Meinung der Mehrheit zu, die vorschlug, den Quraisch außerhalb von Medina entgegenzutreten, obwohl er (ﷺ) anders dachte. Bei all solchen Ereignissen pflegte der Gesandte (ﷺ) auf ihren Einwand zu hören und ihnen zu antworten.
The Messenger (PBUH) also went along with the opinion of the majority who suggested that they should confront Quraish outside Medina, despite the fact that He (PBUH) saw otherwise. In all such events, the Messenger (PBUH) used to listen to their objection and answer them back. .
Die Gefährten (ra) haben auch die rechtgeleiteten Khalifen (ra) nach dem Gesandten (PBUH) zur Rede gestellt, und sie haben sie nicht getadelt. Sie haben ‘Umar zur Verantwortung gezogen, während er auf der Kanzel stand, wegen der Art, wie er die jemenitischen Umhänge verteilte. Eine Frau widersprach ihm, weil er die Erhöhung der Brautgaben verboten hatte; und die Gefährten erhoben auch Einwände gegen seine Weigerung, die Ländereien des Irak nach dessen Eroberung zu verteilen, und stellten ihn zur Rede. Bilal und Al-Zubayr waren in ihrem Einwand ihm gegenüber scharf. Er pflegte mit ihnen zu debattieren und die übrigen Gefährten zu befragen, bis er sie von seiner Ansicht überzeugt hatte.
The Sahabah (ra) had also taken their Khulafaa' Rashidun (ra) after the Messenger (PBUH) to task; and they did not rebuke them. They had held ‘‘Umar accountable while he was standing on the pulpit because of the way he divided the Yemeni cloaks. A woman challenged him because he forbade the increase of the dowries; and the Sahabah also objected to his refusal to divide the lands of ‘Iraq after its conquest and took him to task. Bilal and Al-Zubayr were harsh in their objection to him. He used to debate with them and consult other Sahabah until he convinced them of his opinion..
Daher hat jedes Mitglied des Rates der Ummah als Vertreter der Muslime insgesamt das Recht, im Rat nach seinem Ermessen zu sprechen und seine Meinung nach seinem Wunsch zu äußern, ohne jegliches Hindernis oder Druck. Er hat das Recht, den Khalifah zur Rechenschaft zu ziehen, ebenso den Mu'awin, den Wali und jeden Staatsbediensteten. Sie sind verpflichtet, ihm zu antworten, solange er sich bei der Rechenschaftsforderung und der Äußerung seiner Meinung an die Regeln der Shari'ah hält.
Therefore, any member of the Council of the Ummah, as a representative of the Muslims at large, has the right to speak in the Council as he pleases, and to voice his opinion as he wishes, without any hindrance or pressure. He has the right to hold the Khalifah accountable, as well as the Mu’awin, the Wali and any civil servant. They are obliged to answer him as long as he is abiding by the rules of shara in the process of accounting and voicing his opinion. .
Die nicht-muslimischen Mitglieder des Rates der Ummah haben ebenfalls das Recht, ihre Meinung zu jeder Unterdrückung zu äußern, der sie von seiten der Herrscher ausgesetzt sein könnten, ohne daran gehindert zu werden oder sich eingeschränkt zu fühlen, solange sie sich beim Äußern ihrer Meinungen innerhalb der Grenzen der Scharia bewegen.
The non-Muslim members of the council of the Ummah also have the right in voicing their opinion regarding any oppression that might fall upon them from the rulers, without being prevented or feeling impeded as long as they remained within the bounds of shara in voicing their opinions.