Hoffnung
Hope
Es sollte bekannt sein, dass derjenige, der auf etwas hofft, verpflichtet ist, drei Schritte zu unternehmen: Erstens, das zu lieben, worauf er hofft. Zweitens, zu wissen, dass seine Hoffnung entgleiten könnte. Drittens, sich nach seinen Möglichkeiten darum zu bemühen, dies zu erlangen. Abu Hurayrah ~ berichtete: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer fürchtet, bricht bei Einbruch der Nacht auf, und wer bei Einbruch der Nacht aufbricht, erreicht das Ziel. Die Ware Allahs ist kostbar. Die Ware Allahs ist das Paradies."3 Allah ~ hat die Eigenschaften der Hoffnung und der Furcht vor Ihm in den Rechtschaffenen angelegt; deshalb hat Er ~ die heilsame Hoffnung und Furcht mit dem Handeln verbunden und gesagt: {Gewiss, diejenigen, die aus Furcht vor ihrem Herrn leben; und diejenigen, die an die Zeichen ihres Herrn glauben; und diejenigen, die ihrem Herrn niemanden beigesellen; und diejenigen, die geben, was sie geben, während ihre Herzen voller Furcht sind, weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden (zur Abrechnung) – diese eilen zu den guten Taten, und sie sind die Ersten darin.}4 Aischa ~ sagte: „Ich fragte den Gesandten Allahs ﷺ nach diesem Vers und sagte: ‚Sind damit diejenigen gemeint, die Wein trinken, Unzucht begehen und stehlen?' Er ﷺ antwortete: ‚Nein, o Tochter des As-Siddiq (Abu Bakr); es sind diejenigen, die fasten, beten und Almosen geben, und dennoch fürchten, ob ihre Almosen und Spenden angenommen werden oder nicht; es sind diejenigen, die sich beeilen, gute Taten zu vollbringen.'"1 Allah ~ beschrieb die Glückseligen als Menschen, die vollkommen handeln, Allah fürchten, und beschrieb die Unglückseligen als solche, die Übles tun und die Strafe Allahs außer Acht lassen. Wenn wir über das Leben der Gefährten ~ nachdenken, entdecken wir, wie sie sich darum bemühten, aus Furcht und Liebe zu Allah ~ rechtschaffen zu handeln. Abu Bakr as-Siddiq ~ wird mit den Worten überliefert: „Ich wünschte, ich wäre ein Haar an der Seite eines gläubigen Dieners."2 Damit brachte er das Ausmaß seiner Furcht vor Allah zum Ausdruck und wie er alles tun würde, um seinen Herrn zufriedenzustellen. Er ~ weinte oft und sagte: „Weint, und wenn ihr nicht weinen könnt, bemüht euch sehr darum." Als er zum Gebet stand, stand er wie ein Stück Holz da, aus Furcht vor Allah ~. Als er auf seinem Bett im Sterben lag, sagte er zu Aischa :$,, : „Ich habe diese Decke, dieses Milchkamel und diesen Sklaven aus dem muslimischen Schatz erhalten; bringe sie daher schnell zu Umar bin Al-Khattab.“ Er ~ sagte auch: „Ich wünschte, ich wäre dieser Baum, der gegessen und gebissen wird.“ Abu Qatadah sagte: „Mir wurde berichtet, dass Abu Bakr ~ sagte: ‚Ich wünschte, ich wären Kräuter, die von Tieren gefressen werden.‘“ Was Umar bin Al-Khattab 4 betrifft, so wird berichtet, dass er die Sure At-Tur rezitierte und, als er den Vers erreichte: ({Wahrlich, die Strafe deines Herrn wird gewiss eintreffen}), so heftig weinte, dass er erkrankte und seine Gefährten ihn besuchten. Er ~ sagte zu seinem Sohn, als er im Sterben lag: „Wehe dir! Lege meine Wange auf die Erde, in der Hoffnung, dass Allah ~ sich meiner erbarmen möge.“ Er 4 pflegte einen Vers des Qur'an zu rezitieren und tagelang im Haus zu bleiben, während er Menschen empfing, die ihn besuchen kamen, wegen seiner übermäßigen Furcht vor Allah; er war äußerst bedacht auf die Strafe Allahs ~; auf seinem Gesicht befanden sich sogar zwei schwarze Linien, die die Spuren seiner Tränen markierten. Ibn 'Abbas 4 sagte zu ihm: „Allah ~ hat durch deine Hände neue Länder erobert (um den Islam zu verbreiten) ...“ Doch er ~ antwortete: „Ich wünschte, ich wäre in Sicherheit, ohne Lohn und ohne Sünde in meinem Konto.“ Uthman bin 'Affan ~ pflegte zu weinen, wenn er vor einem Grab stand, bis sein Bart völlig nass wurde. Er 4 sagte: „Stünde ich zwischen dem Paradies und der Hölle, ohne zu wissen, wohin man mich bringen würde, so würde ich lieber zu Asche werden, bevor ich mein endgültiges Ziel erfahre.“ Ali bin Abi Talib 4 weinte, weil er sich vor zwei Dingen fürchtete: vor unvergänglicher Hoffnung und davor, den eigenen Begierden zu folgen. Er 4 sagte: „Unvergängliche Hoffnung lässt einen das Jenseits vergessen, während das Folgen den eigenen Begierden von der Wahrheit abbringt.“ Diese Welt zieht sich zurück und das Jenseits naht, also sei unter den Söhnen des Jenseits und nicht unter den Anhängern dieser Welt; denn heute gibt es Handeln ohne Abrechnung, während es morgen Abrechnung ohne (weiteres) Handeln gibt." Abu Darda' sagte: "Das Größte, wovor ich mich fürchte, ist, dass am Tag der Auferstehung zu mir gesagt werden könnte: 'O Abu Darda', du hast (wahres islamisches) Wissen erhalten, was hast du also getan in Bezug auf das, was du gewusst hast?'" Er pflegte zu sagen: "Wenn ihr wüsstet, was euch nach dem Tod erwartet, würdet ihr nicht mit Appetit euer Essen essen noch trinken ... Ich wünschte, ich wäre ein Baum, der angeknabbert und dann gegessen wird." Abu Dharr pflegte ebenfalls zu sagen: "Ich wünschte, ich wäre ein Baum, der angeknabbert wird, und ich wünschte, ich wäre nie geboren worden." Ihm wurden Almosengaben angeboten, woraufhin er sagte: "Wir haben Ziegen zum Melken, Kamele zur Fortbewegung, einen Diener, der uns dient, und eine Decke, die uns zudeckt. Deshalb bin ich besorgt, am Tag der Abrechnung über all diese Segnungen befragt zu werden." Tamim ad-Dari rezitierte eines Nachts die Sure Al-Dschathiya, und als er den Vers las: (Oder meinen jene, die böse Taten begehen, Wir würden sie denen gleichstellen, die glauben und gute Werke tun), wiederholte er ihn und weinte die ganze Nacht bis zum Morgen. Abu 'Ubaida 'Amir bin Al-Dscharrah sagte: "Ich wünschte, ich wäre ein Kapitel, dem man folgt." Dies ist ein großes Schaf, das von meiner Familie geschlachtet und gegessen wird. Al-Bukhari benannte ein Kapitel in seinem Sahih: "Kapitel über: die Furcht eines Gläubigen, dass seine Tat zunichtegemacht werden könnte, während er es nicht bemerkt." Ibrahim at-Tamimi sagte: "Immer wenn ich meine Worte mit meinen Taten vergleiche, fürchte ich, dass ich Unrecht begehe." Ich habe zu einer Zeit gelebt, als es dreißig Gefährten des Propheten ﷺ gab; sie alle waren besorgt wegen Heuchelei, und keiner von ihnen erwähnte jemals, dass sein Glaubensniveau dem von Dschibril oder Michael gleiche – über sie beide sei Friede. Al-Hasan sagte: "Nur ein Gläubiger hat Furcht vor Allah, und nur ein Heuchler fühlt sich sicher vor Allahs Strafe." Umar bin Al-Khattab ~ ging zu Hudhayfah ~, dem der Prophet ~ die Namen der Heuchler in Al-Madinah anvertraut hatte, und sagte zu ihm: „Ich beschwöre dich bei Allah. Hat der Prophet ﷺ mich genannt?" (d. h. unter den Heuchlern). Hudhayfah ~ antwortete: „Nein, aber ich werde nach dir niemanden mehr entlasten." Ich habe gehört, dass unser Scheich (Ibn Taymiyah) sagte: „Hudhayfah ~ meinte nicht, dass er niemanden sonst vor der Heuchelei verteidigen würde, sondern dass er nicht wollte, dass andere die Gelegenheit bekämen, zu ihm zu kommen und ihn zu fragen, ob sie vom Propheten ﷺ in der Liste der Heuchler genannt worden seien."
It should be known that whoever hopes for something to happen, is required to take three steps: First, to love the thing he/she hopes for. Second, to know that his/her hope could slip away. Third, to endeavour to obtain this according to his/her ability. Abu Hurayrah ~ said: "The Messenger of Allah ~ said: "He who fears sets out at nightfall, and he who sets out at nightfall reaches the destination. Allah's commodity is dear. Allah's commodity is Paradise."3 Allah ~ has placed the characteristics of hope and fear of Him within good doers; therefore, He~ has made beneficial hope and fear related to action, saying: (Verily, those who live in awe of their Lord; and those who believe in the Signs of their Lord; and those who join not anyone as partners with their Lord; and those who give that (their charity) which they give (and also do other good deeds) with their hearts full of fear, because they are sure to return to their Lord (for reckoning); it is these who hasten in good deeds, and they are foremost in them.)4 Aishah .~ said: "I asked the Messenger of Allah ~ about this Verse, and said: 'Are they the ones who drink wine, fornicate and steal?' He ~ replied: 'No, 0 daughter of As- Siddiq (Abu Bakr); they are those who fast, pray and give charity; yet they fear whether their alms and charities have been accepted or not; those who hasten in ( doing) good deeds." 1 Allah ~ described blessed people as people who act perfectly, fearing Allah, and described wretched people as those who do misdeeds, disregarding the Punishment of Allah. When we reflect on the lives of the Companions ~ . we discover how they endeavour to act righteously, out of fear and love for Allah ~. Abu Bakr as-Siddiq ~ was quoted as saying: "I wish I were a hair in the side of believing servant"2 He ~ expressed the extent of his fear of Allah, and how he would anything to please his Lord. He ~ used to weep a lot and say: "Cry and if you can't, try hard to." When he ~ stood for prayers, he would stand like a piece of wood, out of fear of Allah ~. When he was dying on his bed, he said to Aishah :$,, : "I have obtained this cover, this milker and this slave from the Muslim treasury; so please take them quickly to Umar bin Al-Khattab. He~ also said: "I wish I were this tree, to be eaten and bitten." Abu Qatadah said: "I was told that Abu Bakr ~ said: 'I wish I were herbs to be eaten by animals."' As for Umar bin Al-Khattab 4,, it was said that he was reciting Surat At-Tur, and when he reached the Verse: ( Verily, the Torment of your Lord will surely come to pass), he cried so intensely that he fell ill, and was visited by his Companions. He ~ said to his son as he was dying: "Woe unto you! Place my cheek on the ground, in the hope that Allah ~ might be merciful to me." He 4, would recite a Verse of the Qur' an and stay indoors for days, receiving people who would come to visit him, because of his excessive fear of Allah; he was extremely mindful of the Punishment of Allah ~; he even had two black lines on his face which marked the lines of his tears. lbn 'Abbas 4, said to him: "Allah ~ has conquered new lands with your hands (to spread Islam) ... " But he ~ replied: "I wish I would be safe, having no reward and no sin in my account." Uthman bin 'Affan ~ would cry as he stood before a grave, until his beard would become totally wet. He 4, said: "If I were to stand between Paradise and Hell, not knowing where I would be taken, I would rather choose to be ashes before I should know my final destination." Ali bin Abi Talib 4, used to cry because he feared two things: unfading hope, and following one's desires. He 4, said: "Having unfading hope makes one forget the Hereafter, while following one's desires deviates from the truth. This world is retreating and the Hereafter is coming, so be among the sons of the Hereafter, but do not be among the followers of this world; because today there is action without reckoning, whereas tomorrow, there 1s reckoning without (any more) action." Abu Darda' ~ said: "The biggest thing I worry about is that it may be said on the Day of Resurrection: 'O Abu Darda', you have received (true Islamic) knowledge, so what have you done in respect to what you have known?"' He ~ used to say: "If you knew what you are facing after death, you would not eat your meal nor drink with any appetite ... I wish I were a tree to be bitten and then eaten." Abu Dharr ~ also used to say: "I wish I were a tree being bitten, and I wish that I were never born." Charitable gifts were presented to him, to which he~ said: "We have goats to milk, camels to transport ourselves, a servant to serve us, a duvet to cover ourselves. So, I am worried about being questioned about all these blessings on the Day of Reckoning." Tamim ad-Dari~ was reciting Surat Al-Jathiyah one night, and when he read the Verse: ( Or do those who earn evil deeds think that We shall hold them equal with those who believe and do righteous deeds), and he kept reciting it and crying all night, until dawn. Abu 'Ubaydah 'Amir bin Al-Jarrah ~ said: "I wish I were a chapter to follow." This is a long sheep, slaughtered and eaten by my family. Al-Bukhari named a chapter in his Sahih: "Chapter on: the Fear of a Believer that his Deed may come to Nothing while he is Unaware" Ibrahim Tamimi said: "Whenever I compare my word to my deed, I fear that I may be wronged." I have lived at a time where there thirty Companions of the Prophet~; they were all worried about hypocrisy, and none of them ever mentioned that the level of his belief was like that Jibreel or Michael ~I. Al-Hasan ~ said: "Only a believer has fear of Allah, and only a hypocrite feels safe from Allah's Punishment." Umar bin Al-Khattab ~ went to Hudhayfah ~' to whom the Prophet ~ confided the names of the hypocrites in Al- Madinah, and said to him: "I adjure you, by Allah. Has the Prophet ~ named me?" (i.e. among the hypocrites). Hudhayfah ~ replied: "No, but I will not vindicate anyone else after you." I heard that our Shaikh (Ibn Taymiyah) said: "Hudhayfah ~ did not mean that he would not defend anyone else from hypocrisy, but that he did not want to give others the chance to come and ask him whether they were named by the Prophet ~' in the list of the hypocrites.
3 Überliefert von At-Tirmidhi im Buch „Die Auferstehung“ (Kapitel 18). 4 Surat Al-Mu'minun, Verse 57-61. I Überliefert von At-Tirmidhi; dieser Hadith wurde auch auf die Autorität von Abu Hurayrah überliefert ~- 2 Überliefert von Imam Ahmad.
3 Recorded by At-Tirmidhi in the book, "The Resurrection", (chapter 18). 4 Surat Al-Mu'minun, Verses 57-61. I Recorded by At-Tirmidhi, and this Hadith was also reported on the authority of Abu Hurayrah ~- 2 Recorded by Imam Ahmad.