1. Teil Eins: Die Pflicht zur Zakah und ihr Stellenwert im Islam
1. Part One : The Obligatory Nature Of Zakah And Its Place In Islam
EINLEITUNG
INTRODUCTION
Bevor ich die verpflichtende Natur der Zakāt und ihre Stellung in dieser Religion des Islam darlege, ist es nützlich, die Stellung der Armen in den Klassenstrukturen der vorislamischen Gesellschaften zu untersuchen, das Ausmaß der Antwort auf ihre Bedürfnisse und die Sorge um ihre Probleme in den alten Gesetzen und Religionen. Auf diese Weise lässt sich zeigen, wie weit der Islam andere Religionen in seiner Fürsorge für die Armen und in der Errichtung sozialer Gerechtigkeit, sozialer Sicherung und sozialer Solidarität übertraf, auf der festen Grundlage, die im Buch Gottes und in der Sunna Seines Gesandten ﷺ dargelegt ist.
Before I delineate the obligatory nature of zakah and its position in this religions of Islam, it is useful to examine the position of the poor in the class structures of the societies before Islam, the extent of response to their needs, and the care about their Problems in ancient laws and religions. By so doing, one can show how much Islam superseded other religions in its care of the poor and in the establishment of social justice, social insurance, and social solidarity on the strong basis stated in the Book of God and in the Sunnah of His Messenger, (p).
Arm in den alten Zivilisationen
Poor in Ancient Civilizations
Armut und Bedürftigkeit sind so alt wie die Geschichte. Man kann mit Recht sagen, dass alle menschlichen Gemeinschaften Menschen hervorgebracht haben, die zur Fürsorge für die Armen aufriefen. Das Mitgefühl für die Leiden anderer hat in der gesamten Menschheitsgeschichte nie aufgehört, und die Bemühungen, Linderung zu verschaffen und Probleme zu lösen, halten in allen Zivilisationen an. Trotz all dessen war die Lage der Armen äußerst schlecht. Sie war stets ein dunkler Fleck in der Geschichte der Menschheit. Alle Gesellschaften kannten solches Unrecht und folgten nicht den humanitären Ratschlägen ihrer Philosophen und Propheten. Ein Historiker spricht über die Beziehungen zwischen den Reichen und den benachteiligten Armen in den antiken Zivilisationen auf folgende Weise: „In jeder Nation, die jemals auf der Erde bestand, konnte man leicht zwei Klassen von Menschen erkennen, die Reichen und die Armen."
Poverty and destitution are as old as history. It is fair to say that all human communities have some people who call for the care of the poor. Feeling for others' sufferings never ceased throughout the history of humanity and attempts to provide relief and to solve Problems continue in all civilizations. In spite of all that, the situation of the poor has been extremely bad. It has always been a dark spot in human history. All societies had such injustice and did not follow the humanitarian advice of their philosophers and prophets. One historian talks about the relations between the rich and the deprived poor in ancient civilizations in the following way: "In every nation that existed on earth one could easily recognize two classes of people, the rich and the poor.
Die reiche Klasse übte Macht aus und wurde immer reicher und aufgeblähter, während die benachteiligte Klasse schwach war und zu Boden gedrückt wurde. Aus diesem Widerspruch würde die Sozialstruktur jener Zivilisation schließlich zerfallen, während die Reichen sich wunderten, warum alles zugrunde ging."1 Ägypten war in seiner frühen Geschichte wie ein gottgegebenes Paradies auf Erden, das alle Arten von Gütern in mehr als reichlicher Fülle für seine Menschen hervorbrachte, und zugleich konnten seine armen Schichten nicht einmal das bloße Lebensnotwendige an Nahrung finden, weil die reiche Klasse ihnen nichts Nennenswertes übrigließ. Als die große Hungersnot während der Zeit der XII. Dynastie über Ägypten hereinbrach, verkauften sich arme Menschen als Sklaven an die Reichen, die sie noch mehr leiden ließen. Im alten Babylon war die Lage dieselbe. Die Armen hatten trotz der enormen Produktion keinerlei Recht auf die Früchte ihres Landes. Das alte Persien, Griechenland und andere Königreiche waren ebenfalls ähnlich. Die Armen wurden mit Peitschen und Stöcken zu den niedrigsten Arbeiten getrieben und für die geringsten Fehler streng bestraft, manchmal sogar grausam niedergemetzelt. In Sparta überließen die Reichen den Armen felsige, unfruchtbare Ländereien, sodass sie im Elend lebten. In Athen verkauften die Reichen die Armen als Sklaven, wenn sie die ihnen auferlegten Abgaben nicht bezahlen konnten. In Rom, der Quelle des westlichen Rechts, herrschten die Reichen über die ganze Nation, hoch angesehen und von den anderen abgehoben, und machten die übrigen im Vergleich zu ihnen zu Unberührbaren. Die Armen waren gezwungen, ihnen zu gehorchen, und dies trieb sie oft zur Flucht und dazu, sich einen Weg aus Rom zu suchen. Wie Mitchle über das Römische Reich beschrieb:
Die Fürsorge der Religionen für die Armen
The Concern of Religions for the Poor
Alle Religionen, einschließlich der von Menschen erdachten Religionen, haben diesem humanitären sozialen Anliegen nicht die Aufmerksamkeit versagt, ohne die weder Brüderlichkeit noch Lebensqualität verwirklicht werden könnten. Vor mehr als viertausend Jahren in Babylon erklärte Hammurabi bei der Einführung des ersten bekannten schriftlich festgehaltenen Gesetzes der Erde: „Gott hat mich gesandt, um zu verhindern, dass die Mächtigen die machtlosen Untertanen unterdrücken, und um die Menschen zu leiten und Wohlstand für die Geschöpfe zu sichern." Vor Tausenden von Jahren brachten die Menschen im alten Ägypten die Überzeugung zum Ausdruck, es sei ihre religiöse Pflicht, den Hungrigen Brot, den Nackten Kleidung und den Hilflosen auf ihren Booten die Überfahrt zu geben, oder Vater der Waisen, Ehemann der Witwe und Beschützer des Ausgestoßenen im kalten Winter zu sein.3
All religions, including man-made religions, did not neglect this humanitarian social issue, without which brotherhood and quality of life would not be realized. More than four thousand years ago in Babylon, Hamurabi, in introducing the first known recorded law on earth, stated "God's had sent me to prevent the omnpotents from suppressing the powerless subjects and to guide people and secure prosperity for creatures." Thousands of years ago, people, in ancient Egypt, expressed the sentiment that it was their religious duty to give bread to the hungry, cloth to the naked, and passage on their boats to the incapable, or to be father of the fatherless, husband of the widow, and a protector to the outcast in cold winter.3
Das Anliegen der himmlischen Religionen
The Concern of the Heavenly Religions
Die Stimme der himmlischen Religionen war lauter im Aufruf zur Fürsorge für die Armen und Machtlosen als andere weltliche Systeme, denn erstere hatten tiefere Wirkungen als jede menschliche Philosophie oder von Menschen gemachte Gesetze. Ich kann nicht glauben, dass irgendein Gesandter Gottes die Welt durchschritten hat, ohne zur Fürsorge für die Armen aufzurufen, was im Qur'an Zakah genannt wird. Im Heiligen Qur'an, der die authentischste himmlische Schrift ist, die heute auf Erden existiert, finden wir die Erwähnung der Botschaften von Ibrahim, Ishaq und Ya'qub. Gott spricht:
The voice of heavenly religions was Iouder in calling for care of the poor and powerless than other secular systems, for the former had deeper effects than any human philosophy or man-made law. I cannot believe any Messenger of God to have passed through the world without calling for the care of the poor, which is called in the Qur'an zakah. In the Holy Qur'an, which is the most authentic heavenly document existing on earth today, we find mention of the messages of Ibrahim, Ishaq, and Ya'qub. God says:
Und Wir machten sie zu Führern, die die Menschen auf Unser Geheiß leiten, und Wir offenbarten ihnen, Gutes zu tun, das Gebet zu verrichten und die Zakāt zu entrichten; und sie dienten Uns beständig.4 Über die Botschaft Isma'ils heißt es: „Und gedenke im Buch auch Isma'ils, der seinem Versprechen treu war; er war ein Gesandter und ein Prophet. Und er gebot seinem Volk das Gebet und die Zakāt, und er war seinem Herrn wohlgefällig.“5 Wir sehen auch den Bund der Kinder Isra'ils: „Und Wir nahmen den Kindern Isra'ils das Versprechen ab: Ihr sollt niemanden außer Gott verehren, zu Eltern, Verwandten, Waisen und Bedürftigen gütig sein, zu den Menschen freundlich sprechen, am Gebet festhalten und die Zakāt entrichten. Doch dann wandtet ihr euch ab, bis auf wenige unter euch, und ihr kehrtet den Rücken.“6 In einem anderen Vers wird dieser Bund beschrieben: „Gott nahm bereits zuvor von den Kindern Isra'ils ein Versprechen ab, und Wir setzten unter ihnen zwölf Anführer ein. Und Gott sprach: Ich bin mit euch, wenn ihr das Gebet verrichtet, die Zakāt entrichtet, an die Gesandten glaubt, sie ehrt und unterstützt und Gott ein schönes Darlehen gewährt. Gewiss werde Ich eure Übel von euch tilgen und euch in Gärten eintreten lassen, unter denen Flüsse fließen. Wer aber von euch danach den Glauben verleugnet, der ist gewiss vom rechten Weg abgeirrt.“7 Die Botschaft Jesu Christi wird mit seinen eigenen Worten als Säugling in der Wiege beschrieben: „Und Er hat mir das Gebet und die Zakāt geboten, solange ich lebe.“ Über die Leute der Schrift im Allgemeinen sprach Gott: „Und euch wurde nicht mehr geboten als dies: Gott zu verehren, indem ihr Ihm aufrichtig ergeben seid“ [...]
"And We made them leaders, who guide men by our command, and We sent inspiration to do good deeds, to establish regular prayers, and to practice zakah, and they constantly served Us."4 Isma'il's message is described following: "And also mention in the story of Isma'il who was strictly true to what he promised. He was an apostle and a Prophet and he enjoined on his people prayer and Zakah, and he was most acceptable in the sight of his Lord."5 We also see the pledge of bani Isra'il: "And we took a covenant. from the children of Isra'il: worship none but God, treat with kindness your parents and kindred and orphans and all those in need, speak fair to the people, be steadfast in prayer, and practice zakah. Then did ye turn back except a few among you, and ye backslide".6 In another verse this pledge is described "God did afore time take a covenant from the children of Isra'il, and We appointed twelve captains among them and God said I am with you if you establish regular prayer, practice zakah, believe in apostles, honor and assist them and loan to God a magnificent loan. Verily I will wipe out from you your evils, and admit you to gardens with rivers flowing beneath, but if any of you after this resisted faith he has surely wandered from the path of rectitude.7 The message of Jesus Christ is described by his own words as a baby in the cradle "And He hath enjoined on me prayer and zakah as long as I live. About the People of the Book in general, God said, "And you have been commanded no more than this: To worship God, offering Him The Obligatory Nature of Zakah and its Place in Islam 5
Anmerkungen zur Haltung der Religionen gegenüber der Armut
Notes on the Stand of Religions Towards Poverty
Dies sind hervorragende Beispiele für die Fürsorge früherer Religionen gegenüber den Armen und Bedürftigen, und dies war der Kern der Botschaft der himmlischen Schriften vor dem Qur'an. Dennoch müssen einige Beobachtungen festgehalten werden.
These are supreb examples of the care of previous religions toward the poor and the needy and this was the essence of the message of heavenly scripts before the Qur'an. Some observations, however, must be recorded.
1. Diese Texte gehen nicht über Empfehlungen und Ermutigungen hinaus, barmherzig gegenüber den Armen zu sein und sich vor Selbstsucht und Geiz zu hüten. Sie sind ein eindringlicher Aufruf zur freiwilligen und individuellen Wohltätigkeit.
1. These texts do not go beyond recommendations and encouragement to be merciful toward the poor and wary of selfishness and miserlihood. It is a loud call to voluntary and individual charity.
2. Diese Aussagen über die Wohltätigkeit machen sie nicht zur Pflicht, damit diejenigen, die sich von der Wohltätigkeit fernhalten, nicht das Gefühl haben, einen wesentlichen Teil ihrer Religion versäumt zu haben, und dass sie von Gott im diesseitigen Leben und im Jenseits bestraft würden.
2. These statements on charity do not make it compulsory so that those who abstain from charity do not feel that they have left an essential part of their religion and that they would be punished by God in this life and in the afterlife.
3. Es wird dem menschlichen Gewissen überlassen, Almosen zu geben; dem Staat wird keinerlei Befugnis bei deren Einziehung und Verteilung eingeräumt.
3. It is left to the human conscience to give charity: the state is not given any authority in its collection and distribution.
4. Die Höhe des zu gebenden Betrags, die Arten des Vermögens, aus dem zu geben ist, sowie die Umstände und Bedingungen für die Erfüllung dieser Abgabe sind nicht festgelegt. Dadurch ist es dem Staat unmöglich, sie aus religiösen Gründen zu institutionalisieren.
4. The amount that should be given, the kinds of wealth that are subject to give from and circumstances and conditions of the fulfillment of this charity are not specified. This makes it impossible for state to institutionalize it on any religious grounds.
5. Die Fürsorge für die Armen reicht nicht an das entschlossene Bemühen heran, das Problem der Armut anzugehen, sie zu beseitigen, ihre Quellen auszutrocknen oder die Armen in Eigentümer und Grundbesitzer zu verwandeln. Diese Aufrufe liefen darauf hinaus, das Elend und Leid der Armen nur zu lindern.
Die Wohltätigkeit des Islam im Umgang mit dem Problem der Armut
The Benevolence of Islam in Dealing with Problem of Poverty
Der Islam ist beispiellos in dem Maße seiner Fürsorge für die Armen und in seinem Eifer, das Problem der Armut zu lösen, sei es durch Weisungen und Empfehlungen, die die Muslime ermahnen, sich der Armen zu erbarmen, durch Gesetzgebung und Rechtsvorschriften oder durch Umsetzung und Anwendung.
Islam is unprecedented in the extent of its care for the poor and its zest to solve the problem of poverty whether through directives and recommendations that exhort Muslims to have mercy on the poor, by means of legislation and laws, or through implementation and application.
Die Fürsorge für die Armen im Qur'an während der mekkanischen Periode
The Care Provided in the Qur'an for the Poor in the Makkan Period
Es ist offensichtlich, dass schon in den ersten Monaten der mekkanischen Zeit, als die Muslime noch eine Handvoll Männer und Frauen waren, die am Praktizieren und Verkünden dieser neuen Religion gehindert wurden und noch keine politische Einheit bildeten, der menschlich-soziale Aspekt des Islam, die Sorge um die Armen und Bedürftigen, deutlich ausgeprägt war. Dieses Konzept wird im Qur'an als „Speisen der Armen“, „Spenden von dem, was Gott als Lebensunterhalt gewährt hat“, „ein Recht für den, der bittet, und für den Benachteiligten, der nicht bittet“, oder „ein Recht für den Notleidenden und den Reisenden“ ausgedrückt, und manchmal wird der Begriff „das Entrichten der Zakāt“ verwendet.
It is apparent that as early as the first few months of the Makkan period when Muslims were still a handful of men and women prevented from practicing and calling for this new religion and not constituting a political entity, that the humane social aspect of Islam -- caring about the poor and the destitute, was highly evident. This concept is expressed in the Qur'an as "feeding the poor", "spending of the sustenance that God has provided", "a right to he who asks and to the deprived who does not ask", or "a right to the destitute and the wayfarer", and sometimes, the term "establishing zakah", is used.
Es genügt, in den mekkanischen Suren die folgenden großartigen Verse zu lesen:
It suffices to read in the Makkan suras the following great verses:
Die Speisung der Armen ist eine Pflicht des Glaubens
Feeding the Poor is a Requirement of Faith
In der Sure al-Muddaththir, einer der sehr frühen Offenbarungen des Qur'an, sehen wir eine Szene aus dem Tag des Gerichts. Die Rechtschaffenen in ihren himmlischen Gärten erkundigen sich bei den Ungläubigen und Lügnern, die vom Feuer der Hölle umschlossen sind, nach den Gründen ihrer Bestrafung. Zu diesen Gründen gehört, dass sie die Rechte der Armen vernachlässigten, ihn vom Hunger, von Blöße und Leiden geschlagen werden ließen und ihr Gesicht von ihm abwandten.
In sura al Muddathir, one of the very early revelations of the Qur'an, we see a scene from the day of judgment. The righteous people in their heavenly gardens inquire of the dis-believers and liars whom the fires of Hell encompasses, what were the reasons for their punishment. Among those reasons are neglecting the rights of the poor, letting him be beaten by hunger, nakedness, and suffering, and turning their faces away from him.
Gott sagt: „Jede Seele wird für ihre Taten als Pfand festgehalten, außer den Gefährten der Rechten; sie werden in Gärten der Wonne sein. Sie werden einander befragen und die Sünder fragen: ‚Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?' Sie werden sagen: ‚Wir gehörten nicht zu denen, die beteten, noch gehörten wir zu denen, die den Bedürftigen speisten, sondern wir plauderten Eitles mit eitlen Schwätzern und wir leugneten den Tag des Gerichts.'"10 Ähnlich wie das Speisen der Armen ist das Bekleiden, das Beherbergen und das Bereitstellen des Lebensnotwendigen für sie. Im Sura al-Qalam erzählt Gott die Geschichte derer, die einen Garten besaßen und seine Früchte nachts einsammelten, um zu verhindern, dass die Armen und Bedürftigen, die am Erntetag kommen, etwas von der Wohltätigkeit erhielten. Deshalb sandte Gott ihnen eine rasche Strafe. Die Verse lauten: „Da kam über den Garten eine Heimsuchung von deinem Herrn, die alles hinwegfegte, während sie schliefen, so dass der Garten am Morgen wie ein dunkler und öder Ort war, dessen Früchte eingesammelt waren. Als der Morgen anbrach, riefen sie einander zu: ‚Geht frühzeitig am Morgen zu eurem Acker, wenn ihr die Früchte einsammeln wollt', und so zogen sie fort, indem sie im Geheimen, mit leiser Stimme miteinander redeten: ‚Soll heute nicht ein einziger Bedürftiger zu euch in den Garten eindringen?' Und sie machten sich am Morgen mit entschlossener Ungerechtigkeit auf den Weg. Als sie aber den Garten sahen, sagten sie: ‚Wir haben sicherlich den Weg verloren. Ja, wir sind von den Früchten unserer Mühe ausgeschlossen.' Da sagte einer von ihnen, der gerechter war als die übrigen: ‚Habe ich euch nicht gesagt: Warum preist ihr nicht Gott?' Sie sagten: ‚Preis sei unserem Herrn, wahrlich, wir haben Unrecht getan.' Dann wandten sie sich gegeneinander und machten sich gegenseitig Vorwürfe. Sie sagten: ‚Wehe uns, wir sind wahrlich übertreten. Vielleicht wird uns unser Herr einen besseren Garten als diesen dafür geben, denn wir wenden uns reumütig zu Ihm.' So ist die Strafe in diesem Leben; die Strafe im Jenseits aber ist größer, wenn sie es nur wüssten."11
Ermutigung, sich um die Bedürftigen zu kümmern
Encouragement to Take Care of the Indigent
Die mekkanischen Verse schlossen nicht damit, zum Erbarmen mit den Bedürftigen aufzurufen, sie zu ermutigen und für ihre Bedürfnisse zu sorgen, und damit, es zu fürchten, sie zu vernachlässigen oder hart zu ihnen zu sein. Die mekkanischen Verse gingen weiter, indem sie es als Pflicht jedes Gläubigen gegenüber dem Bedürftigen ansahen, d. h., die Gläubigen sollten andere dazu anhalten, den Armen zu helfen. Der Qur'an betrachtete das Unterlassen, andere zur Unterstützung der Notleidenden zu ermutigen, als ein Merkmal, das mit dem Unglauben an Gott zusammenhängt und seinen Zorn und seine Strafe im Jenseits nach sich zieht. Gott (SWT)
The Makkan verses did not concluded by calling for mercy on the indigents, encouraging and providing for their needs, and making it fearful to neglect or be harsh to them. The Makkan verses went farther, in considering that on each believer there is a duty to the indigent, i.e., believers should urge others to help the poor. The Qur'an considered abstention from encouraging others to aid the needy a feature related to disbelief in God, that implicates His resentmen and punishment in the Hereafter. God (s)
und diejenigen, denen ihr Buch in die linke Hand gegeben wird, werden sagen: „O wäre mir doch mein Buch nicht gegeben worden und hätte ich doch nie gewusst, wie meine Abrechnung steht! O wäre doch der Tod das Ende gewesen! Mein Besitz hat mir nichts genützt; meine Macht ist von mir gegangen."12 Dann gibt Gott, der Herr der Welten, sein gerechtes Urteil zur Bestrafung derer, die sie verdienen: „Packt ihn und fesselt ihn! Dann werft ihn ins brennende Feuer! Danach schlingt eine Kette, deren Länge siebzig Ellen beträgt, um ihn!"12 Der Grund für seine Bestrafung und Erniedrigung vor den Augen der Zeugen lautet: „Dieser glaubte nicht an Gott, den Erhabenen, und er forderte nicht zur Speisung der Bedürftigen auf."12 Diese Verse, die so nachdrücklich die Bestrafung derer verheißen, die nicht zur Speisung der Bedürftigen aufrufen, bewegten den Gefährten Abu al-Darda' so sehr, dass er zu seiner Frau sagte: „O Umm al-Darda', Gott hat eine Kette, die seit der Erschaffung der Hölle im brennenden Feuer kocht, und sie wird dort bleiben, bis sie um die Hälse der Menschen gelegt wird. Gott hat uns die Hälfte ihrer Pein erspart, indem Er uns zum Glauben an Ihn, den Größten, geführt hat. Darum ruf zur Speisung der Armen auf, o Umm al-Darda'" (um so die andere in dem obigen Vers genannte Bedingung zu erfüllen).13 Vor dem Qur'an hat die Welt niemals eine Schrift gesehen, die das Unterlassen des Aufrufs zur Fürsorge für die Bedürftigen als eine Sünde betrachtet, die den Unterlassenden in die Hölle bringen kann. In der Sure al-Fadschr ruft Gott die Menschen der vorislamischen Zeitalter an, die behaupten, eine Religion zu haben, die sie Gott nahebringt, und an Überresten der Religion Ibrahims festhalten: „Nein, vielmehr ehrt ihr nicht die Waisen, und ihr ruft einander nicht zur Speisung der Armen auf."14 Das einander Aufrufen ist ein Aufruf an die gesamte Menschheit, zusammenzuarbeiten und einander darin zu unterstützen, sich der Armen anzunehmen.
Das Recht dessen, der bittet, dessen, der nicht bittet, des Bedürftigen und des Reisenden
The Right of He Who Asks, He Who Does Not, The Destitute and the Wayfarer
Im Surah al-Dhariyat erwähnt Gott die aufrichtigen Gläubigen, die die Gärten des Paradieses verdienen. Eines ihrer offensichtlichsten Merkmale ist: „Und in ihrem Besitz war ein Anteil für den, der bittet, und den, der (davon) ausgeschlossen ist.“20 Wer keinen eigenen Besitz, keine Mittel zum Erwerb und keinen Beruf hat, von dem er leben könnte, hat ebenfalls ein Recht. Diese aufrichtigen Gläubigen haben erkannt, dass ihr Besitz nicht allein für ihren eigenen Gebrauch bestimmt ist. Sie haben erkannt, dass ein Teil davon tatsächlich den Bedürftigen gehört, nicht als eine Gabe der Wohltätigkeit, die mit Herablassung gegeben wird, sondern als ein eindeutiges Recht, ohne Demut auf Seiten des Empfängers und ohne Hochmut auf Seiten des Gebers. In der Surah al-Ma'arij wird dieselbe Charakterisierung mit einem leichten Unterschied in der dargestellten Szene wiederholt. Sie wird im Zusammenhang mit den Eigenschaften der Gläubigen erwähnt, die durch die Stärke ihres Glaubens und ihres sittlichen Empfindens die Schwäche des Menschen überwunden haben: „Wahrlich, der Mensch wurde ungeduldig erschaffen, verzagt, wenn ihn das Übel berührt, und geizig, wenn ihm das Gute zuteilwird. Nicht so jene, die dem Gebet ergeben sind, die in ihrem Gebet beständig bleiben und in deren Besitz ein anerkanntes Recht ist für den, der bittet, und den, der (davon) ausgeschlossen ist.“21 Hier wird das Recht auf ihren Besitz als anerkannt und klar bestimmt beschrieben. Dies veranlasste einige Gelehrte zu der Aussage, dieser Vers beziehe sich auf die Zakat, weil sie das anerkannte, klar bestimmte Recht auf den Besitz der Reichen ist. Es ist jedoch bekannt, dass diese Surah mekkanisch ist, während die Zakat, wie sie im Scharia-Recht definiert ist, in Medina vorgeschrieben wurde, wie wir später sehen werden. Dieses anerkannte und klar bestimmte Recht konnte nichts anderes sein als ein Teil, den die Gläubigen aus ihrem Besitz beiseitelegten, um ihn dem zu geben, der bittet, und den Ausgeschlossenen.22 Der Unterschied zwischen diesem Recht und der Zakat besteht daher darin, dass dies ein Anteil ist, der von den Gläubigen selbst bestimmt und durch ihre eigene Handlung beiseitegelegt wird, während die Zakat durch die Scharia definiert und festgelegt ist. In Sūrat al-Isrā' sagt Gott: „Und gib den Verwandten, was ihnen zusteht, ebenso den Armen und dem Wanderer, doch verschwende nicht in verschwenderischer Weise." Und in Sūrat ar-Rūm: „So gib dem Verwandten, dem Armen und dem Wanderer, was ihm zusteht. Das ist besser für jene, die das Angesicht Gottes suchen." Durch diese Aussagen hat der Qur'an schon in der mekkanischen Zeit im Wesen der Muslime verankert, dass Verwandte und Bedürftige wohldefinierte Rechte an den Mitteln des Gläubigen haben. Es handelt sich nicht um bloße freiwillige Wohltätigkeit, die er nach Belieben leisten oder unterlassen kann.
In sura al Dhariyat, God mentions sincere believers that deserve the gardens of heaven. One of their most obvious characteristics is "in their wealth there is a right for he who asks and he who is deprived."20 He who has no wealth of his own, nor means of earning, nor a profession to live on, has also a right. Those sincere believers have realized that their wealth is not only for their own use. They have realized that part of it belongs, in fact to the needy, not as a charitable gift given with condescendence but as a clear-cut right, without humbleness on the part of the receiver or pride on the part of the payer. In sura al Ma'arij, this same characterization is repeated with a slight difference in the scene pictured. It came with reference to the characters of the believers who have overcome by the strength of their faith and sense of ethics, the weakness of the human being, "Truly, man was created very impatient, fretful when evil touches him and niggardly when good reaches him. Not so those devoted to prayer, those who remain steadfast in their prayer, and in whose wealth is a recognized right for the needy who asks and he who is prevented."21 Here the right on their wealth is described as recognized and well-defined. This led some scholars to state that this verse refers to zakah because it is the recognized, well-defined right on the wealth of the rich. It is known however that this sura is Makkan while zakah as defined in Shari'ah was prescribed in Madinah, as we shall see later. This recognized and well-defined right could not be anything except a part put aside by the believers out of their wealth to be given to he who asks and to the deprived.22 The difference therefore, between this right and zakah is that this is a portion determined by the believers themselves and put aside by their own action, while zakah is defined and determined by Shari'ah. In Suras al 'Isra God says "And render to the kindred their due rights and also to those in want and to the wayfarer but squander not your wealth in the manner of a spendthrift."23 And in al Rum "so give what is due to kindred, the needy and the wayfarer. that is best for those who seek the continence of God."24 By these statements Qur'an instilled in the being of Muslims as early as the Makkan period that kindred and those who are in need have well-defined rights on the believer's funds. It is not a mere voluntary charity which he can pay or refrain from paying according to whim.
Das gebührende Recht an den Feldfrüchten zur Zeit der Ernte
The Due Right On Crops at the Time of Harvest
In Sure al-An'am sagt Gott: „Er ist es, Der Gärten hervorbringt, mit Spalieren und ohne Spaliere, und Palmen und Saatfelder mit Früchten verschiedenster Art, und Oliven und Granatäpfel, einander ähnlich und doch verschieden. Esst von ihren Früchten, wenn sie Frucht tragen, und entrichtet das Gebührende am Tag der Ernte, doch verschwendet nicht, denn Gott liebt die Verschwender nicht."25 Gott macht Seine Diener darauf aufmerksam, dass es auf die Früchte der Erde ein festgesetztes Recht gibt. Dieses Recht sollte am Tag der Ernte entrichtet werden.
In sura al An'am God said, "It is He who produceth gardens with trellises and without, and palm-trees and tilth with produce of all kinds, and olives and pomegranates similar in kind and different in variety, eat of their fruit in their season but render the dues that are proper on the day the harvest is gathered but waste not by excess for God loves not the waster."25 God brings to the attention of His servants that there is a prescribed right on the fruits of earth. This right should be paid on the day of harvest.
Sa'id bin Jubair bemerkte, dass „bevor die Zakah offenbart wurde, war eine Person verpflichtet, von den Ernteerträgen an Waisen und Bedürftige zu geben." Dieses Recht ist nicht auf ein Zehntel oder die Hälfte eines Zehntels festgelegt. Es wird dem Aufrichtigkeitsgefühl des Landwirts und dem Bedarf der Bedürftigen überlassen. Später, in Madinah, legte der Gesandte Gottes ﷺ den Satz dieses Rechts fest, indem er ihn auf ein Zehntel oder die Hälfte eines Zehntels bei Ernteerträgen, die fünf Wasq übersteigen, bestimmte. Einige Kommentatoren sahen in dieser Handlung des Propheten ﷺ eine Erläuterung der Abgaben auf Ernteerträge und Früchte, wie wir später in diesem Buch erörtern werden.
Sa'id bin Jubair noted that "before zakah was revealed, a person was required to give out of the crops to orphans and indigents." This is a right that is not determined to be one-tenth or one half of a tenth. It is left to the sincerity of the farmer, and according to the need of the indigents. Later in Madinah the Messenger of God, (p), determined the rate of this right by making it one-tenth or one half of a tenth on crops that are in excess of five wasq. Some commentators found in this action of the Prophet an explanation of the dues on crops and fruit as we shall discuss later in this book.
Zahlung der Zakat in Mekka
Payment of Zakah in Makkah
Es gibt zahlreiche Beispiele in den mekkanischen Versen, in denen den Armen und Bedürftigen ein anerkanntes Recht auf das Vermögen zugesprochen wird, damit es in der muslimischen Gemeinschaft nicht verlorengeht. Dies wurde durch Verse gekrönt, die diejenigen loben, die es entrichten, und diejenigen tadeln, die es vernachlässigen. In der Sure ar-Rum stellt Gott einen Vergleich an zwischen der Wirkung des Ribā, der den Reichtum zu mehren scheint, ihn in Wahrheit aber schrumpfen lässt, und der Wirkung der Zakāt, die den Reichtum zu verringern scheint, ihn in Wahrheit aber am besten wachsen lässt.
There are many examples of the provision of the Makkan verses for the poor and destitute in assigning them a recognized right on funds so they may not be lost in the Muslim community. This was crowned by verses offering praise for those who pay it, and vituperation for those who neglect it. In sura al Rum, God holds a comparison between the effect of riba, which seems to increase wealth while it in fact shrinks it, and the effect of zakah which seems to reduce wealth while it in fact, makes It grow best.
Gott sagt: „So gib dem Verwandten, dem Bedürftigen und dem Reisenden, was ihm zusteht. Das ist das Beste für diejenigen, die das Wohlgefallen Gottes suchen, und sie sind es, die Erfolg haben werden. Was ihr an Riba ausleiht, damit es sich auf Kosten des Vermögens anderer Menschen vermehrt, wird bei Gott keine Mehrung erfahren; was ihr aber als Zakat gebt und dabei das Wohlgefallen Gottes sucht, das wird sich vermehren – sie sind es, die den vielfachen Lohn erhalten.“26
God says, "So give what is due to kindred, the needy, and the wayfarer. That is best for those who seek the countenance of God and it is they who will prosper. That which you lend in riba for increase throughout the poverty of other people will have no increase with God but that which you lay out for zakah, seeking the countenance of God, will increase, it is they who will get the recompense multiplied."26
Zu Beginn der Sure an-Naml beschreibt Gott die Gläubigen, für die er sein Buch zu einer Rechtleitung und einer frohen Botschaft gemacht hat, als jene, "die das Gebet verrichten, die Zakat geben und die im Jenseits fest überzeugt sind."27 Dass hier mit der Zakat die vorgeschriebene Zakat auf den Besitz gemeint ist, zeigt sich deutlich darin, dass sie mit dem Verrichten des Gebets verbunden wird.28 Zu Beginn der Sure Luqman sagt Gott: "Das Buch ist eine Rechtleitung und eine Barmherzigkeit für die Gutes Tuenden, jene, die das Gebet verrichten und die Zakat geben und die im Herzen die Gewissheit des Jenseits haben."28 In der Sure al-Mu'minun beschreibt er die Gläubigen als jene, "die die Zakat entrichten".29 In der Sure al-A'raf erzählt Gott die Geschichte von Musa und seinem Volk und sagt: "Doch Meine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge. Diese Barmherzigkeit werde Ich denen bestimmen, die Recht tun, die Zakat entrichten und die an Unsere Zeichen glauben, jenen, die dem Gesandten folgen, dem unlesenden Propheten ﷺ"30, und bei der Beschreibung der Ungläubigen erwähnt Gott jene, "die die Zakat nicht entrichten und das Jenseits sogar leugnen".31
Zakat in der mekkanischen Periode nimmt eine unbestimmte Form an
Zakah In The Makkan Period Takes an Undefined Form
Die Zakah, die in den mekkanischen Versen erwähnt wird, hatte die allgemeine Form freiwilliger Spenden. Sie hatte noch nicht die bestimmten Festlegungen, wie wir sie heute kennen, bis sie in Medina vorgeschrieben wurde, als die Sätze, der steuerfreie Mindestbetrag und die zakatpflichtigen Vermögenswerte festgelegt wurden. Damals wurden Zakat-Einnehmer und -Verteiler entsandt, um alle Muslime zu erfassen, die Zakah einzusammeln und zu verteilen, und damit wurde der Staat als Institution für die Zakah verantwortlich. In Mekka war die Zakah dem Glauben und dem brüderlichen Empfinden des Einzelnen überlassen, und die zu zahlende Summe war nicht festgelegt.
The zakah which is mentioned in Makkan verses was in the general form of voluntary payments. It did not take the specific definitions as we know it now until it was prescribed in Medina when the rates, minimum exempt, and funds subject to zakah were determined. That is when zakah collectors and distributors were sent to survey all Muslims and to collect zakah and distribute it, and when the state became responsible for zakah as an institution. In Makkah zakah was left to the faith and the brotherly feelings of individuals, and the amount that was to be paid was not determined.
Einige Gelehrte leiten aus den koranischen Begriffen der mekkanischen Verse ab, etwa „das Recht des Bedürftigen“, „das Recht dessen, der bittet, und dessen, der darbt“ und „ein bekanntes Recht“, dass es in Mekka dem Propheten ﷺ überlassen war, die Höhe der Zakat auf das Vermögen der Muslime zu bestimmen.36 Doch für eine solche Schlussfolgerung gibt es keine Überlieferungen, die belegen, dass der Prophet ﷺ dies tat, während es sogar Überlieferungen gibt, die dem widersprechen.
Some scholars infer from the Qura'nic terms of the Makkan verses like: "destitute's rights", "right for he who asks and he who is deprived", "a recognized right", that in Makkah it was left to the Prophet, (p) to determine the amounts of zakah on the funds of Muslims.36 But such inference is not supported by any reports that the Prophet did so, while there are reports to the contrary.
Es scheint, dass in Makkah keine besondere Festlegung nötig war, weil die verfolgten Muslime damals alles opferten, was sie besaßen, einschließlich ihres eigenen Lebens.
It seems that in Makkah there was no need for any specific determination because persecuted Muslims were then sacrificing all they had including their own lives.
Die Höhe der Beträge kann jedoch von den Zahlern der Zakāh bestimmt werden, wie einige Kommentatoren ausführen. Al-Hāfiz Ibn Kathīr sagt in seinem Kommentar zur Sure al-Mu'minūn über diejenigen, die Zakāh entrichten: „Die Meinung der Mehrheit lautet, dass damit die Zakāh auf Vermögen gemeint ist, obwohl der Vers in Mekka offenbart wurde, während die Zakāh im zweiten Jahr der Hidschra in Medina vorgeschrieben wurde.“ Offenbar wurde die Zakāh im zweiten Jahr der Hidschra in ihrer konkreten Form vorgeschrieben, mit Prozentsätzen und einem Freibetrag, während das Prinzip der Zakāh in Mekka gegeben wurde, wie im Vers der Sure al-An'ām: „und gebt ihren Anteil am Tag der Ernte.“37 Was Ibn Kathīr als den offensichtlichen Sinn erkennt, wird durch die vielen zuvor genannten Verse gestützt.
Zakat in der medinensischen Zeit
Zakah in the Madinan Period
In Medina hatte die muslimische Gemeinschaft ihre eigene Gesellschaft, politische Macht und einen eigenen Staat aufgebaut. In Mekka war dies nicht der Fall. Folglich nahmen die islamischen Pflichten eine neue Gestalt an, die dieser Stufe angemessen war. Diese Pflichten wurden nun zu bestimmten und klar umrissenen Gesetzen und Vorschriften, während sie in Mekka allgemeine Weisungen und Ratschläge gewesen waren. Bei der Ausführung dieser Pflichten konnte man nun neben der Motivation des Glaubens auch auf die Autorität des Staates zählen. Die Merkmale dieser neuen medinischen Epoche werden deutlich in der Behandlung der Zakah. Das Gesetz bestimmt die Arten von Vermögen, auf die Zakah zu entrichten ist, die Bedingungen für ihre Pflicht, ihre Prozentsätze und Verhältnisse sowie die Bereiche, in denen ihre Einnahmen verteilt werden, ebenso die Institution, die die Zakah organisiert und verwaltet.
In Madina , Muslims community had constructed their own society, political power and a state. This was not so in Makkah. Consequently, Islamic requirements took a new form that was suitable to this stage. These requirements now became specific and well-defined laws and regulations, while they were, in Makkah, general directions and advices. The authority of the state could now be counted on in the execution of these requirements, in addition to the motivation of faithfulness. The characteristics of this new Madinan era are clear in the treatment of zakah. The law determines the kinds of wealth on which zakah is required, the conditions for its obligation, its percentages and ratios, and the areas of dispersement of its receipts, as well as the institution that organizes and administers zakah.
Die medinensischen Verse legen die Pflicht zur Zakāt auf und umreißen ihre Regeln
Madinan Verses Impose The Obligation of Zakah and Delineate Its Rules
In den medinensischen Suren gibt es eine sehr klare Anweisung zur Entrichtung der Zakah, die in verschiedenen Stilen betont wird, etwa in Sure al-Baqarah: „und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah.“38 Die medinensischen Verse über die Zakah sind zu zahlreich, um sie hier alle aufzuzählen. Daher habe ich als Beispiel Sure at-Tawbah ausgewählt, eine Sure, die zu den spätesten Offenbarungen gehört.
In Madinan suras, there is a very clear directive for the payment of zakah which is emphasized in different styles as in sura al Baqarah, "and establish prayers and practice zakah."38 Madinan verses on zakah are too numerous to list here, therefore I have selected sura al Tawbah as an example, a sura which is among the latest revelations.
Sura at-Tawba: ein Beispiel medinensischer Suren über die Zakah
Sura al Tawbah an Example of Madinan Suras About Zakah
A. Zu Beginn dieser Sure sprechen die Verse vom Kampf gegen Ungläubige, die ihre Verträge mit dem Propheten ﷺ gebrochen hatten, und sagen: „Wenn sie aber umkehren, das Gebet verrichten und die Zakāh entrichten, dann lasst ihnen den Weg frei; denn Gott ist allvergebend, barmherzig.“39
A. At the outset of this sura, the verses speak of fighting unbelievers who broke their covenants with the Prophet, stating "but if they repent and establish prayers and practice zakah, then open the way for them, for God is oft forgiving, most merciful."39
So werden drei Bedingungen festgelegt, unter denen die Kämpfe mit den Heiden beendet werden: Erstens die Abkehr vom Heidentum. Dies bedeutet, zu bezeugen, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Muhammad ﷺ der Gesandte Gottes ist. Zweitens die Verrichtung des Gebets, das das Kennzeichen des Glaubens und die größte Säule des Islam ist, das Kriterium, das Muslime von Nicht-Muslimen unterscheidet, und das geistige Band unter allen Muslimen. Drittens die Entrichtung der Zakāt, die den Vermögen der Reichen für diejenigen vorgeschrieben ist, die in Not sind, zum gemeinsamen Nutzen der gesamten Gemeinschaft. Sie ist das politische, soziale und finanzielle Band unter allen Muslimen.
Thus three conditions are set to bring an end to fighting with pagans: Firstly, repentance from paganism. This is, bearing witness that there is no deity but God and Muhammad is the messenger of God. Secondly, the establishment of prayer, which is the characteristic of faith and the greatest pillar of Islam, the criteria on that distinguishes Muslims from non-Muslims, the spiritual bond among all Muslims. Thirdly, the practice of zakah, prescribed on the funds of the rich for those who are in need, for the common benefit of the whole community. It is the political, social, and financial bond among all Muslims.
B. Nach weiteren sechs Versen spricht Gott über eine weitere Gruppe von Ungläubigen:
B. After another six verses, God speaks about yet another group of nonbelievers:
„Doch selbst dann, wenn sie Reue zeigen, das Gebet verrichten und die Zakāt entrichten, sind sie eure Brüder im Glauben. So legen wir die Zeichen für Menschen, die verstehen, im Einzelnen dar."40 Die Umkehr vom Unglauben zur Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinschaft kann nicht ohne die Abkehr vom Beigesellen von Teilhabern an Gott, ohne die Verrichtung des Gebets, in dem alle Muslime die Unterwerfung unter Gott teilen, und ohne die Entrichtung der Zakāt vollzogen werden, durch die Muslime einander helfen und sozioökonomische Solidarität herstellen. Gelehrte bereits aus der Zeit der Gefährten weisen auf eine wichtige Besonderheit des Qur'ān-Stils hin, nämlich die ständige Verbindung von Zakāt und Gebet. Das eine wird kaum erwähnt, ohne dass das andere genannt wird.
Die Sunnah bestätigt die Einzelheiten der allgemeinen Anweisungen des Qur'an
Sunnah Affirms Details to the General Directives of the Qur'an
Der Koran als die wichtigste Grundcharta des Islam und seine grundlegende Quelle gibt in der Regel nur die Hauptprinzipien an, ohne ins Einzelne zu gehen, außer in einigen Bereichen, in denen die Gefahr eines Missverständnisses besteht. Die Sunnah ist die praktische Verwirklichung des Koran. Sie erläutert, gibt Einzelheiten an, legt den Umfang und die Festlegungen der allgemeinen Verse des Koran dar, entsprechend dem Verständnis, das Gott Seinem Gesandten verliehen hat. Gott sagt: „Und Wir haben dir die Ermahnung herabgesandt, damit du den Menschen klar erklärst, was ihnen herabgesandt wurde."59
The Qur'an, as the main charter of Islam, and its basic reference, gives usually only the main principles without minute details except in a few areas where there is fear of misconception. Sunnah is the practical manifestation of the Qur'an. It explains, gives details, provides the scope and the specifications of the general verses of the Qur'an, in accordance with the understanding given by God to His Messenger. God says, "And we have sent unto thee the message, that thou mayest explain clearly to mankind what is sent for them."59
Was die Zakāt betrifft, so hat die Sunnah ihre Pflicht bereits in der mekkanischen Zeit unzweifelhaft bekräftigt. Ǧaʿfar ibn Abī Ṭālib sagte, als er dem König von Abessinien im Namen der muslimischen Auswanderer vom Propheten ﷺ berichtete: „Und er befiehlt uns, zu beten, Zakāt zu entrichten und zu fasten.“60 Dies ist ein Hinweis auf die allgemeinen Begriffe sowie auf die konkret vorgeschriebene Zakāt.
As far as zakah is concerned, Sunnah undeniably asserted its obligation as early as the Makkan period. Ja'far bin Abi Talib, informing the king of Ethiopia about the Prophet on behalf of the Muslim migrants, said, "And he ordains us to pray, pay zakah, and fast."60 This is a reference to the general concepts, and the specific obligated zakah.
In Medina bot sich die Gelegenheit, die Sunnah zu entfalten: die Einzelheiten der Zakah darzulegen, ihren Mindestfreibetrag, ihre Sätze und Bedingungen, ihre Rolle und ihre Bedeutung im Leben der Muslime, sowie praktische Beispiele für die Umsetzung dieser grundlegenden Säule des Islam.
In Madinah, the opportunity was open for Sunnah to give details of zakah, its minimum exempt, its ratios, its conditions and its role and importance in the life of Muslims, as well as practical examples of the execution of this major tenet of Islam.
Sunnah bestimmt die Einzelheiten der Zakah
Sunnah Determines Specifications of Zakah
...Mindestfreibetrag für jede von ihnen sowie die jeweils anwendbaren Sätze. Die Sunnah hat außerdem die Einzelheiten zu den Kategorien dargelegt, die Zakah erhalten.„Dieser Abschnitt widmet sich der Erforschung der Geschichte der Verpflichtung zur Zakah als festgelegte Abgabe."
minimum exempt of each of them, and the applicable rates. Sunnah also gave the details of the categories that receive zakah."This section is devoted to finding out the history of the obligation of zakah as a defined due.
Wir wissen, dass das allgemeine Prinzip der Zakah bereits in Makkah vorgeschrieben wurde, ohne dass ihre Einzelheiten festgelegt waren. Dies halte ich für das vernünftigste und annehmbarste, und es entspricht der Auffassung vieler Gelehrter, da es durch zahlreiche Verse des Qur'an und viele Aussprüche des Gesandten Allahs ﷺ belegt wird. Darüber hinaus wurde zuvor gezeigt, dass die medinensischen Suren diese Pflicht betonten und einige der Bestimmungen und Einzelheiten der Zakah darlegten.
We know that the general principle of zakah was prescribed in Makkah without determination of its details. This is what I believe most reasonable and acceptable, in accordance with many scholars, since it is indicated by many verses of the Qur'an and many sayings of the Messenger. Moreover it was shown earlier that Madinan suras emphasized this obligation and gave some of the definitions and details of zakah.
Die Sunnah übernahm die Aufgabe, die genauen Bestimmungen festzulegen, nach denen Vermögensarten zakatpflichtig sind, die Sätze der Zakat sowie die Methoden ihrer Einziehung. Die Frage, in welchem genauen Jahr die Zakat in diesem spezifischen Sinne vorgeschrieben wurde, findet ihre Antwort in der Zeit in Medina.
Sunnah took the task of delineating the minute specifications determining zakatable kinds of wealth, percentages of zakah, and methods of collection. The question of determining the exact year in which zakah in this specific sense was prescribed finds an answer during the Madinan period.
Es wird ganz überwiegend anerkannt, dass die Zakāt im zweiten Jahr nach der Hidschra zur Pflicht gemacht wurde. Es heißt, die Zakāt sei vorgeschrieben worden, bevor das Fasten im Ramadan vorgeschrieben wurde. An-Nawawī wies darauf im Kapitel über die Siyar (Lebensbeschreibung) in seinem Buch al-Rawdah hin.
It is overwhelmingly recognized that zakah was made compulsory in the second year after migration. It is said that zakah was prescribed before the fasting of Ramadan was prescribed. Nawawi pointed this out in the chapter on siyar (autobiography) of his book al Rawdah.
Andererseits wird von Ahmad ibn Khuzaymah, an-Nasa'i, Ibn Majah und al-Hakim überliefert, und zwar authentisch, von Qays ibn Sa'id ibn Ubadah, dass er sagte: „Der Gesandte Gottes ﷺ befahl uns, die Sadaqat al-Fitr (das Fastenbrechen-Zakat) zu entrichten, bevor die Zakat herabgesandt wurde. Später wurde dann die Pflicht zur Zakat herabgesandt." Al-Hafiz bemerkte, dass die Überlieferungskette dieses Ausspruchs korrekt ist. Dieser Ausspruch zeigt, dass die Pflicht zum Fastenbrechen-Zakat vor der der regulären Zakat bestand. Folglich wäre die Zakat nach dem Fasten im Ramadan zur Pflicht geworden.
1. Der verstorbene Gelehrte Muhammad Farid Wajdi, Autor der Enzyklopädie des zwanzigsten Jahrhunderts und über viele Jahre Herausgeber der al-Azhar-Review. Sein Buch „Islam, eine universelle und ewige Religion“ wird oben zitiert, S. 179–181, Erstauflage.
1. The late scholar Muhammad Farid Wajdi, author of the Encyclopedia of the Twentieth Century and for many years editor of the al Azhar Review. His book Islam a Universal and Eternal Religion, is quoted above, pp 179-181, first print.
2. Ebd.
2. Ibid.
3. aus einem Vortrag von Dr. Karl Schobens im Seminar über Sozialwissenschaften, dritte Sitzung, S. 546.
3. from a lecture by Dr. Karl Schobens in the Seminar on Social Studies, third session, p 546.
4. Sura al-Anbiya', 21:73.
4. Sura al Anbiya', 21:73.
5. Sure Maryam, 19:54.
5. Sura Maryam, 19:54.
6. Sura al-Baqara, 2:83.
6. Sura al Baqara, 2:83.
7. Sure al-Ma'idah, 5:12.
7. Sura al Ma'idah, 5:12.
8. Sure Maryam, 19:31.
8. Sura Maryam, 19:31.
9. Sure Al-Bayyina, 98:5.
9. Sura al Bayinah, 98:5.
10. Sure al-Muddaththir, 74:38-46.
10. Sura al Muddaththir, 74:38-46.
11. Sure Al-Qalam, 68:19-33.
11. Sura al Qalam, 68:19-33.
12. Sure Al-Haqqah, 69:25-29 und 30-34.
12. Sura al Haqqah, 69:25-29 and 30-34.
13. Al Amwal, S. 350.