3.8 Kapitel Acht: Zakāt auf ausgebeutete Vermögenswerte
3.8 Chapter Eight Zakah On Exploited Assets
Abschnitt 1: Zakatpflicht bei ausgebeuteten Vermögenswerten.
Section 1: Zakatability of exploited assets.
Abschnitt 2: Berechnung dieser Zakah.
Section 2: Computation of this zakah.
Abschnitt 3: Die Berücksichtigung des Nisab.
Section 3: The consideration of nisab.
ABSCHNITT EINS: ZAKATPFLICHT AUF ANGEEIGNETE VERMÖGENSWERTE
SECTION ONE ZAKATABILITY OF EXPLOITED ASSETS
Ausgebeutete Vermögenswerte sind Formen von Vermögen, die dazu verwendet werden, verkäufliche Dienstleistungen oder Güter herzustellen, die gewinnbringend verkauft werden, ohne dass die ausgebeuteten Vermögenswerte selbst verbraucht werden. Dazu gehören Vermögenswerte, die gewinnbringend vermietet werden, wie Wohngebäude, Beförderungsmittel, Schmuck und andere Gegenstände, die für Mietzwecke verwendet werden. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Nutztiere, die zur Gewinnung von Milch, Wolle oder Fleisch gehalten werden, sowie Fabriken, Anlagen oder Ausrüstungen, die zur Herstellung von Waren verwendet werden. Im sechsten Kapitel habe ich Viehprodukte behandelt und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie wie Honig behandelt werden müssen, wobei ein Zehntel vom Nettoertrag abgegeben wird, die produzierenden Tiere jedoch davon befreit sind. Daher werde ich in diesem Kapitel die Viehhaltung nicht erneut erörtern.
Exploited assets are defined as forms of wealth used to produce exchangeable services or goods that are sold for profit without exhausting the exploited assets themselves. They include assets rented for profit, such as residential buildings, means of transportation, jewelry, and other material used for rental purposes. Also in this category are livestock raised for milk, wool, or meat, and factories, plants, or equipment used for producing goods. In chapter six, I discussed livestock products and concluded that they must be treated like honey, whereby one-tenth is charged on the net output, but the producing animals are exempted. Therefore, I will not include a discussion of livestock in this chapter.
Der Unterschied zwischen Vermögenswerten, die zur Nutzung (Exploitation) eingesetzt werden, und solchen, die für den Handel bestimmt sind, besteht darin, dass erstere als dauerhaftes Kapital bestehen bleiben, während letztere den Besitzer wechseln. Zur Nutzung eingesetzte Vermögenswerte in der Industrie, im Transportwesen und im Dienstleistungssektor machen einen großen Teil der heutigen Wirtschaft aus.
The difference between assets used for exploitation and those used for trading is that the former remain as permanent capital, while the latter change hands. Exploited assets used in the industrial, transportation, and service sectors represent a large portion of the contemporary economy.
Diejenigen, die die Zakatpflicht einschränken
Those who restrict zakatability
Zwei extreme Meinungen bestehen unter den Rechtsgelehrten. Die einen weiten den Begriff der Zakāh aus, sodass er alle oder die meisten Vermögenswerte umfasst, die anderen beschränken die Zakāh auf nur wenige Arten von Besitz. Diejenigen, die zur Beschränkung der Zakāhpflicht neigen, argumentieren, dass:
Two extreme opinions exist among jurists. There are those who expand the concept of zakah to include all or most assets, and those who limit zakah to only a few kinds of wealth. Those who tend to limit the zakatability argue that:
1. Der Gesandte Gottes ﷺ hat die zakatpflichtigen Vermögenswerte festgelegt und unter ihnen diese ausgenutzten Güter wie Gebäude, vermietete Tiere und produktive Maschinen nicht erwähnt. Der Grundsatz lautet, dass Menschen ohne einen eindeutigen Text nicht verpflichtet werden dürfen, irgendeine Abgabe zu zahlen. Einen solchen Text gibt es nicht.
1. The Messenger of God (p) defined the zakatable assets, and did not mention among them these exploited ones such as buildings, rented animals, and productive machinery. The principle is that people must not be obligated to pay any charge without a clear text. There is no such text.
2. Die Rechtsgelehrten (Fuqahāʾ) in der gesamten Geschichte des Islam und in all seinen verschiedenen Ländern haben die Zakāt auf diese Vermögenswerte nicht zur Pflicht gemacht.
2. Jurists throughout the history of Islam and in all its various countries did not obligate zakah on those assets.
3. Wir haben gelehrte Meinungen vorliegen, die die Zakatpflicht für ausgebeutete Vermögenswerte verneinen. Rechtsgelehrte haben festgestellt, dass Wohnhäuser, Handwerkerwerkzeuge, Lasttiere, Hausrat usw. allesamt von der Zakat befreit sind. Das bedeutet, dass Fabriken, Gebäude, Autos, Flugzeuge und Schiffe nicht zakatpflichtig sind, unabhängig von ihrer Größe, ihrem Wert oder ihrem Ertrag.
3. We have on hand scholarly opinions that negate the zakatability of exploited assets. Jurists have stated that residential homes, craftsman's tools, transportation animals, home furnishings, etc., are all exempt from zakah. This means factories, buildings, cars, planes, and ships are not zakatable, regardless of their size, value, or income.
Wenn die Erträge dieser Vermögenswerte eingehen, ein Jahr lang einbehalten werden und den Nisab übersteigen, sind sie dann zakatpflichtig, wie Geld.
When the earnings of these assets are received, retained for one year, and exceed nisab, they are then zakatable, like money.
Die Beschränkung der zakatpflichtigen Vermögensarten ist eine in der Rechtswissenschaft wohletablierte Position. Sie wird von Ibn Hazm und später von al-Shawkani und Siddiq Hasan Khan vertreten, sodass manche Rechtsgelehrte Handelsvermögen sowie Obst und Gemüse von der Zakat ausnehmen. Der Verfasser von al-Rawdah al-Nadiyah vertritt diese Auffassung und argumentiert: „Die Auferlegung der Zakat auf Vermögenswerte, über die man sich einig ist, dass sie nicht zakatpflichtig sind, wie Wohngebäude, Immobilien und Tiere, allein weil sie zur Gewinnerzielung vermietet werden, ohne im Handel getauscht zu werden, war in den ersten Generationen des Islam unbekannt, ganz abgesehen davon, dass sie keine Stütze im Qur'an oder in der Sunnah findet.“1
Diejenigen, die den Begriff der Zakatpflichtigkeit ausweiten
Those who expand the concept of zakatability
Auf der anderen Seite stehen Rechtsgelehrte, die die Kategorie der zakatpflichtigen Vermögenswerte erweitern und die Zakatpflicht für genutzte Vermögenswerte wie Fabriken und Gebäude festlegen. Dies ist die Auffassung einiger Malikiten, Hanbaliten sowie der Anhänger al-Hadis unter den Zaiditen. Auch einige zeitgenössische Gelehrte vertreten diese Ansicht, darunter Abu Zahra, 'Abd al-Wahhab Khallaf und 'Abd al-Rahman Hasan, wie wir in diesem Abschnitt sehen werden. Meiner Meinung nach ist dieser Ansatz aus folgenden Gründen gültiger:
On the other side there are jurists who expend the category of zakatable assets and establish the zakatability of exploited assets like factories and buildings. This is the position of some Malikites, Hanbalites, and the followers or al Hadi among Zaidis. It is also the view of some contemporary scholars, including Abu Zahra, 'Abd al Wahhab Khallaf, and 'Abd al Rahman Hasan, as we shall see in this section. In my opinion, this approach is more valid, for the following reasons:
1. Gott verpflichtet auf jeden Besitz eine festgelegte Abgabe: „Und in ihrem Vermögen gibt es einen festgelegten Anteil", „Nimm von ihrem Besitz eine Sadaqah." Der Prophet ﷺ ermahnt uns außerdem: „Entrichtet die Zakah auf euren Besitz." Diese Texte unterscheiden nicht zwischen den verschiedenen Arten von Besitz.
1. God obligates a defined due on each asset: "and in their wealth there is a defined due," "Out of their assets take a sadaqah." The Prophet (p) also exhorts us to "Pay the zakah on your assets." These texts do not distinguish between the different kinds of assets.
Ibn al-ʿArabi widerlegt die Meinung der Zahiriten, die die Zakatpflicht auf Handelsvermögen mangels eines eindeutigen Textes verneinen. „Der Vers ‚Nimm von ihrem Vermögen eine Sadaqa‘ ist allgemein“, sagt er. „Er umfasst alle Arten von Vermögen, unabhängig von Einteilung, Bezeichnung und Zweck. Wer diese Allgemeinheit einschränken will, wird aufgefordert, einen Beweis zu bringen.“2
Ibn al 'Arabi disproves the opinion of the Zahiris, who negate the zakatability of trade assets for lack of a correct text. "The verse 'Out of their wealth take a sadaqah' is general," he says. "It includes all kinds of wealth, regardless of classification, name, and purpose. Whoever wishes to impose any restriction on this generality is asked to bring proof."2
2. Der Grund, aus dem die Zakah auf Vermögenswerte auferlegt wird, ist das Wachstum, wie es die Rechtsgelehrten festgestellt haben, die die Gründe hinter den Rechtsbestimmungen der Scharia suchen, um sie für Analogieschlüsse zu verwenden. (Dazu gehören praktisch alle Rechtsgelehrten der islamischen Gemeinschaft mit Ausnahme einiger Zahiriten, Mu'taziliten und Schiiten.) Folglich ist die Zakah auf Wohnhäuser, die von ihren Eigentümern bewohnt werden, auf Kleidung, Schmuck, Werkzeuge von Handwerkern und Pferde, die im Kampf eingesetzt werden, nach einhelliger Übereinstimmung nicht fällig. Aus demselben Grund entfällt die Zakah auch auf Kamele und Rinder, die als persönliches Transportmittel dienen, und auf jeden Vermögenswert, der weder von selbst noch durch menschliches Zutun wächst.
Widerlegung der Argumente derer, die einschränken
Disproving the evidence of the restricters
1. Dass der Prophet ﷺ ein bestimmtes Vermögen nicht als zakatpflichtig erwähnt, ist kein Hinweis auf dessen Zakatfreiheit, denn der Prophet ﷺ nannte nur die wachsenden Vermögenswerte, die zu seiner Zeit in der arabischen Gesellschaft verbreitet waren, wie Kamele, Rinder, Schafe, Weizen, Gerste, Datteln, Rosinen und Silbergeld. Muslime haben über die Generationen hinweg die Zakatpflicht auf viele Vermögenswerte ausgedehnt, indem sie diese den vom Propheten ﷺ genannten durch Analogie gleichstellten, aufgrund der allgemeinen Ausdrucksweise der Texte und unter Berücksichtigung der Ziele der Zakat. Einige Beispiele sind:
1. The fact that the Prophet (p) does not mention a certain asset as zakatable is not in indication of non-zakatability, because the Prophets only mentions growing assets common in Arab society at his time, such as camels, cows, lambs, wheat, barley, dates, raisin, and silver money. Muslims throughout generations obligated zakah on many assets by analogy to these mentioned by the Prophet, because of the general terms used in the texts, and in consideration of the objectives of zakah. Some examples are:
A. Al Shafi'i sagt in al Risalah über die Zakatpflicht auf Gold: „Der Gesandte Gottes (ﷺ) hat die Zakat auf Silber festgesetzt. Danach haben die Muslime die Zakat auf Gold erhoben, entweder aufgrund eines Hadith des Propheten, der uns nicht erreicht hat, oder durch Analogie, da Gold von den Menschen als Maßstab für den Wert bei ihrem Tausch verwendet wird, vor und nach dem Islam."3 Die Möglichkeit, dass es einen Ausspruch gibt, der al Shafi'i nicht erreicht hat, ist sehr gering. Der einzige Grund ist daher die Analogie, wie Abu Bakr bin al 'Arabi in Sharh al Tirmidhi feststellt: „Der Handel der Araber zur Zeit des Propheten (ﷺ) verwendete Silberwährung, deshalb erwähnt der Prophet (ﷺ) sie, um alles Geld zu meinen, das verwendet wurde. Seine Erwähnung des Silbers wurde so verstanden, dass sie alle Arten von Geld einschließt. Doch als die Menschen späterer Generationen anfingen, für alles einen eigenen Text zu verlangen, verschloss Gott ihnen die Tür der Rechtleitung, und sie wichen vom Weg ihrer Vorgänger ab."4
A. Al Shafi'i says in al Risalah about the zakatability of gold, "The Messenger of God (p) imposed zakah on silver. Afterward, Muslims collected zakah on gold, either by virtue of a text from the Prophet that did not reach us, or by analogy, since gold is used by people as a determinant of value for their exchange, before and after Islam."3 The possibility that there is a saying that did not reach al Shafi'i is very remote. The only reason, then, is analogy, as stated by Abu Bakr bin al 'Arabi in Sharh al Tirmidhi: "The Arabs' trade at the time of the Prophet used silver currency, so the Prophet mentions it to mean all money used. His mentioning of silver was understood as inclusive of all kinds of money, but when people in later generations started asking for a specific text on everything, God shut in their faces the door of guidance and they deviated from the track of their predecessors."4
ABSCHNITT ZWEI: DIE BERECHNUNG DER ZAKAH AUF GEBÄUDE, FABRIKEN UND ÄHNLICHE GÜTER
SECTION TWO THE CALCULATION OF ZAKAH ON BUILDINGS, FACTORIES, AND SIMILAR ITEMS
Die zakatpflichtigen wachsenden Vermögenswerte, die in den vorangegangenen Kapiteln besprochen wurden, sind von zweierlei Art:
Zakatable growing assets discussed in previous chapters are of two kinds:
Erstens sind dies Vermögenswerte, bei denen die Zakat jedes Jahr auf das Grundkapital und seine Zuwächse zusammen berechnet wird, etwa die Zakat auf Vieh und Handelsgüter. In diesem Fall sind der Vermögenswert und sein Zuwachs sehr eng miteinander verflochten, und der Zakat-Satz beträgt zweieinhalb Prozent.
First are assets whose zakah is calculated on the principal and its increments together one every year, such as zakah on livestock and trade assets. In this case, the asset and its increment are integrated very closely, and the rate of zakah is two-and-a-half percent.
Zweitens sind es Vermögenswerte, bei denen die Zakat nur auf den Zuwachs bzw. den Ertrag berechnet wird, sobald die Ernte eingeholt wird. Der Vermögenswert kann materiell fest sein, etwa Land, oder nicht fest, etwa Bienen. Der Zakat-Satz für diese Art von Vermögenswert beträgt zehn Prozent oder fünf Prozent, wie wir zuvor in diesem Buch gesehen haben.
Second are assets whose zakah is calculated only on the growth or increase once the harvest is obtained. The asset may be materially fixed, such as land, or non-fixed, such as bees. The rate of zakah on this kind of asset is ten percent or five percent as we have seen earlier in this book.
Wenn Gebäude und Fabriken zakatpflichtig sind, nach welcher Grundlage muss die Zakat berechnet werden, und wie sind diese Vermögenswerte in Bezug auf die Zakat zu behandeln?
If buildings and factories are zakatable, on what basis must zakah be calculated and how are these assets to be treated with regard to zakah?
Zwei etablierte Trends
Two established trends
Viele Menschen mögen denken, dass frühere Rechtsgelehrte die Zakatpflicht vermieteter Häuser nicht erörterten, weil diese Praxis in der Vergangenheit nicht verbreitet war. Diese Begründung ist im Allgemeinen zutreffend, doch findet man einige Rechtsgelehrte, die die Ansicht vertraten, solche Häuser seien zakatpflichtig, wenngleich sie unterschiedliche Methoden zur Berechnung der Zakat haben. Manche schlagen vor, vermietete Häuser wie Handelswaren zu behandeln, jährlich zu schätzen und vom Schätzwert mit einem Satz von zweieinhalb Prozent Zakat zu entrichten, während andere die Zakat auf die Einkünfte berechnen, die diese Vermögenswerte einbringen, um zu prüfen, ob sie das Nisab erreichen und die übrigen Bedingungen der Zakatpflicht erfüllen.
Many people may think that preceding jurists did not discuss the zakatability of rented houses because the practice was not common in the past. This justification is generally valid, but one may find a few jurists who expressed the view that such houses are zakatable, although they have different ways of calculating zakah. Some suggest that rented houses be treated like trade inventory, appraised every year and zakated on the appraisal value at a rate of two-and-a-half percent, while others calculate zakah on the income these assets bring in, to see if it reaches nisab and fulfills other conditions for zakatability.
Die erste Tendenz: Behandlung ähnlich der von Handelsgütern
The first trend: treatment similar to that of trade assets
Diese Ansicht verlangt, dass jedes Jahr der Wert des zur Einkommenserzielung genutzten Vermögens geschätzt wird, etwa vermietete Gebäude, Flugzeuge, Schiffe usw. Auf Grundlage dieser Schätzung sowie der nach Jahresende verbleibenden Nettoerträge wird dann Zakah in Höhe von zwei- einhalb Prozent erhoben. Diese Auffassung teilen Rechtsgelehrte sunnitischer und schiitischer Rechtsschulen.
This view requires an appraisal of the asset used for income such as rented buildings, airplanes, ships, etc., every year. Zakah is then charged on the basis of this appraisal plus whatever net earnings remain at the end of the year, at a rate of two-and-a-half percent. This view is shared by jurists from Sunni and Shi'i schools of thought.
Ibn 'Aqil, ein großer, scharfsinniger hanbalitischer Rechtsgelehrter, vertritt diese Ansicht, die Ibn al-Qayyim in seinem Buch Bada'i al-Fawa'id zustimmend zitiert: „Ibn 'Aqil wendet Ahmads Überzeugung von der Zakat-Pflicht auf Schmuck, der zur Vermietung dient, an und sagt, dass die Zakat auch auf Gebäude, die zur Vermietung bestimmt sind, und auf jedes Vermögen oder jede Ware, die zu Mietzwecken verwendet wird, erhoben werden muss." Ibn al-Qayyim fährt fort: „Ibn 'Aqil weist darauf hin, dass diese Ansicht die logische Fortführung unserer Behandlung von Schmuck ist. Schmuck unterliegt nach unserer Schule nicht der Zakat, aber wenn Schmuck als Mietgegenstand verwendet wird, wird die Zakat verpflichtend. Wenn die Bestimmung zur Vermietung einen ursprünglich nicht zakatpflichtigen Gegenstand zakatpflichtig macht, muss dies für alle nicht zakatpflichtigen Gegenstände gelten, d. h. die Zakatpflicht eines Gegenstandes hängt von seinem Zustand ab. Gold und Silber sind zakatpflichtig, doch wenn sie zu Frauenschmuck verarbeitet werden, der für den persönlichen Gebrauch bestimmt ist, entfällt die Zakat darauf. Wechselt dasselbe Schmuckstück wiederum seinen Zustand und wird zum Mietgegenstand, wird die Zakat erneut auf es erhoben. Dies zeigt notwendigerweise, dass Gebäude, Reittiere, Gerätschaften und Möbel zakatpflichtig werden, wenn sie vermietet werden."7
Ibn 'Aqil, a great, sharp-minded Hanbali jurist, exposses this view, as quoted approvingly by Ibn al Qayim in his book Bada'i al Fawa'id: "Ibn 'Aqil, in application of Ahmad's belief in the zakatability of jewelry used for rent, says that zakah must also be applied to buildings designated fro rent and every assets or commodity that is used for rental purposes." Ibn al Qayim continues, "Ibn 'Aqil points out that this view is the logical extension of our treatment of jewelry. Jewelry, according to our school, is not subject to zakah, but if jewelry is used as a rental item, zakah becomes obligated. If the designation for rent obligates zakah on an item that was originally not zakatable, this must apply to all non-zakatable items, i.e., the zakatability of an item depends on its state. Gold and silver are zakatable, but when they are made into women's ornaments designated for personal use, zakah is abolished on them. If again that same piece of jewelry changes its state into a rental item, zakah is imposed on it again. This necessarily indicates that buildings, animals used for riding, utensils, and furniture become zakatable when they are rented out."7
Die Hadawi-Schule
The school of Hadawi
Der Verfasser von al-Bahr az-Zakhkhar schreibt, dass die Hadawiten, die zaiditischen Schiiten sind, die Zakat auf alle Güter erheben, die zum Erwirtschaften von Gewinn genutzt werden, und zwar mit der Begründung, dass der Vers „Nimm von ihrem Vermögen Almosen“ allgemein gehalten ist und auf diese Güter zutrifft. Diese Güter sind zur Einkommenserzielung bestimmt und müssen ähnlich wie Handelsgüter behandelt und verzakatet werden, wenn sie das Nisab erreichen.9 Der Verfasser von Matn al-Azhar und seine Kommentatoren, ebenfalls Zaiditen, vertreten dieselbe Meinung hinsichtlich aller Güter, deren Nutzen sich erneuert, ohne das Gut selbst zu verbrauchen. Demnach ist nach ihrer Auffassung die Zakat nicht fällig auf Pferde, Maultiere, Esel, Häuser usw., außer wenn diese für den Handel oder zur produktiven Nutzung eingesetzt werden.
The author of al Bahr al Zakhkhar writes that the Hadawis, who are Zaidi Shi'ites, obligate zakah on all items used for making profit, on the basis that the verse "Out of their wealth take sadaqah" is general and applies to these assets. These assets are intended for income generation, and must be treated similarly to trade assets and zakated if they reach nisab.9 The author of Matn al Azhar and its commentators, also Zaidi, adopt the same opinion regarding all assets whose benefits renew without exhausting the asset itself. Thus zakah, according to them is not obligated on horses, mules, donkeys, houses, etc., except when they are used for trade or productive exploitation.
Al-Hadi soll gesagt haben, dass Pferd und Nachwuchs beide zakatpflichtig sind, wenn jemand ein Pferd kauft, um dessen Nachzucht zu verkaufen. Al-Mu'ayyad Abu al-'Abbas und Abu Talib sagen, dies gelte "weil alles wie Handelsgüter wird". Al-Mu'ayyad fährt fort: "Dasselbe gilt für den Seidenwurm." Al-Huqaini sagt, dasselbe gelte auch für jemanden, der einen Baum gekauft hat, um dessen Früchte zu verkaufen. Es wird außerdem gesagt, dies sei auch auf Kühe und Schafe anzuwenden, die zur Nachzucht, zur Milch- und Molkereiproduktion sowie zur Wollgewinnung gehalten werden.10
Al Hadi is reported to have said that if a person purchases a horse for the purpose of selling its reproduction, the horse and its offspring are all zakatable. Al Mu'ayyad Abu al 'Abbas and Abu Talib say this is "because all become like trade assets." Al Mu'ayyad continues, "The same applies to the silkworm." Al Huqaini says the same also applies to the person who has purchased a tree in order to sell its fruits. It is also said to be applied to cows and sheep bred for their reproduction, milk, and dairy products and wool.10
Der Verfasser von al-Bahr az-Zakhkhar führt als Beleg für diese Ansicht an:
Einwände der Gegner
Objections of the opponents
Gelehrte, die dazu neigen, die Zakat-Pflicht einzuschränken, etwa asch-Schawkani und Siddiq Hasan Khan, lehnen diese Ansicht ab. Das überrascht nicht, denn sie lehnen auch die Zakat-Pflichtigkeit von Handelsvermögen und Gemüse ab. Ihre Argumentation konzentriert sich auf zwei Punkte:
Scholars who tend to restrict the obligation of zakah, such as al Shawkani and Siddiq Hasan Khan, object to this opinion. This is no surprise, because they also object to the zakatability of trade assets and vegetables. Their argument concentrates on two points:
A. Der Wortlaut des Hadiths „Für den Sklaven und das Pferd eines Muslims ist keine Zakat fällig" ist in seiner Befreiung der Pferde von der Zakat allgemein gehalten. Diese Befreiung umfasst auch Fälle, in denen Pferde zur Vermietung oder zum Handel eingesetzt werden.
A. The text of the saying "No zakah is obligated on a Muslim's slaves and mares" is general in its exemption of horses from zakah. This exemption includes cases in which horses are used for renting or for trade.
B. Die Pflicht zur Zakat auf Vermögenswerte, die bekanntermaßen ausgenommen sind, wie Häuser, Gebäude und Reittiere, allein deshalb, weil sie vermietet werden, war unter den Gefährten und den nachfolgenden Generationen unbekannt, ganz zu schweigen davon, dass sie im Qur'an und in der Sunnah keine Stütze findet. Obwohl sie ihre Häuser, Obstgärten und Tiere vermieteten und verpachteten, kam keinem dieser Menschen in den Sinn, am Jahresende eine Steuer von 2,5 % auf ihre Immobilien oder Tiere zu entrichten. Sie verstarben, ohne dass ihre Seelenruhe durch solch harte Verpflichtungen gestört worden wäre, bis zum Ende des dritten Jahrhunderts der Hidschra. Erst damals wurde diese Form der Zakat geltend gemacht, und zwar allein auf der Grundlage einer bloßen Analogie zu Handelsgütern, die selbst zweifelhaft ist. Überdies ist diese Analogie selbst unzutreffend, denn bei der Vermietung tauscht man den Nutzen des Vermögenswertes ein, während man im Handel den Vermögenswert selbst austauscht.11
B. The obligation of zakah on assets known to be exempted such as houses, buildings, and riding animals, simply because they are being rented, was unheard of among the Companions and the generations that followed them, not to mention its lack of support from Qur'an and Sunnah. In spite of the fact that they used to hire and rent their houses, orchards and animals, it never occurred to any of these people to pay, at the end of the year, a 2,5% tax on their real estate or animals, They passed away with their peace of mind unbroken by such harsh obligations, until the end of the third century of Hijrah when this form of zakah was claimed on the basis of mere analogy to trade assets, which itself is dubious. Moreover, this analogy is itself incorrect because in renting one exchanges the benefit of the asset, while in trade one exchanges the asset itself.11
Wägen und Erörterung
Weighing and discussion
Man kann argumentieren, dass der Ausspruch „Auf die Sklaven und Stuten eines Muslims ist keine Zakāt fällig“ die Befreiung auf der Grundlage begründet, dass diese Güter dem persönlichen Gebrauch dienen und lebensnotwendige Bedürfnisse nach Diensten und Transportmitteln decken. Die große Mehrheit der Gelehrten, bereits seit der dritten Generation, verpflichtet jedoch zur Zakāt auf sie, sofern sie für den Handel bestimmt sind.
One can argue that the saying "No zakah is obligated on a Muslim's slaves and mares" founds the exemption on the basis that these items are for personal use that satisfies essential needs for services and transportation. The great majority of scholars, as early as the third generation, obligate zakah on them if they are designated for trade.
Ibn al-Mundhir sogar erwähnt, dass hierüber Ijma' besteht. Der Wortlaut des Ausspruchs hat ein solches Verständnis niemals verhindert. Dass von den Gefährten keine Überlieferungen über die Zakatpflicht für vermietete und produktiv genutzte Vermögensgegenstände vorliegen, kann darauf zurückgeführt werden, dass solche Fälle zu ihrer Zeit selten waren. Die produktive oder vermietete Nutzung von Anlagevermögen war nicht so verbreitet, dass es den Menschen wichtig genug erschien, sich dazu zu äußern. Der Verfasser von al-Bahr az-Zakhkhar bemerkt, dass die Behauptung, die Hadawiten widersprächen dem Ijma' in dieser Frage, haltlos sei, denn es gibt weder von unseren Vorgängern in dieser Frage Überlieferungen in der einen noch in der anderen Richtung. Der Verfasser von Sharh al-Azhar kommentiert: "Ich glaube, dass die Ansicht al-Hadis nicht dem Ijma' widerspricht, denn die Gefährten und die Nachfolger haben diese Frage entweder erörtert und sich darin uneinig gezeigt, oder sie haben sich auf eine Meinung geeinigt [darüber wird nichts überliefert] oder sie haben diese Frage überhaupt nicht erörtert. Es schadet nicht, sie heute neu zu erörtern und Meinungen dazu zu äußern."13
Ibn al Mundhir even mentions that there is ijma' on this. The wording of the saying never prevented such understanding, The lack of reports from the Companions concerning the zakatability of rented and productive assets may be attributed to the rarity of such incidents at their time. The use of fixed assets for productive purposes or rent was not so common as to make it important enough for people to give their opinions about it. The author of al Bahr al Zakhkhar notes that the claim that Hadawis contradict ijma' on this issues is baseless, because there are no reports from our predecessces on this issues either way.12 The author of Sharh al Azhar comments, "I believe that the view of al Hadi does not contradict ijma', because the Companions and the Followers either discussed this issue and differed on it or agreed on an opinion [nothing is reported] or did not discuss this issue at all. No harm is done by discussing it a new and expressing opinions on it."13
Die zweite Tendenz: Die Zakat auf das Einkommen aus Vermögenswerten
The second trend: Zakah taken on an assets' income
Ahmad überliefert, dass die Zakat auf die Miete vermieteter Häuser fällig ist, sobald die Miete eingegangen ist. Dies wird von Ibn Qudamah angeführt.14 In den Schriften der Malikiten erklärt Zarruq in Sharh al Risalah: „Es gibt zwei Meinungen zur Zakatpflicht von Vermögen, das der Erzielung von Einkommen dient, wie etwa vermietete Wohnhäuser. Erstens: Die Zakat ist auf deren Wert fällig, wenn sie verkauft werden. Zweitens: Die Zakat ist auf deren Ertrag fällig, sobald dieser erworben wird."15
Ahmad is reported to have said that zakah is obligated on the rent of rented houses whenever the rent is received. This is quoted by Ibn Qudamah.14 In the writings of the Malikites, Zarruq states in Sharh al Risalah that "There are two opinions on the zakatability of assets used for income, such as rental housing. One, zakah is due on their value received when sold, and two, zakah is due on their income when it is acquired."15
Diese zweite Meinung ist wichtig und hat ihre Wurzeln in älteren Ansichten einiger Gefährten und Nachfolger.
This second opinion is important and has its roots in older views from some Companions and Followers.
Die Ansicht einer Gruppe von Gefährten und Nachfolgern
The view of a group of Companions and Followers
Alle, die sagen, dass erworbene Einkünfte bei ihrem Erwerb zakatpflichtig sind (ohne dass ein Jahr vergangen sein muss), wenden dieselbe Regel auch auf die Zakat an, die auf Einkünfte aus der Produktion von Fabriken sowie auf Mieteinnahmen aus Autos, Gebäuden, Flugzeugen, Geräten, Möbeln und dergleichen erhoben wird. Wir werden im Textkapitel sehen, dass dies die Ansicht von Ibn 'Abbas, Ibn Mas'ud, Mu'awiyah, al-Nasir, al-Baqir und Dawud ist. Sie wird auch 'Umar bin 'Abd al-'Aziz, al-Hasan al-Basri, al-Zuhri, Makhul und al-Awza'i zugeschrieben.16
All those who say that earned funds are zakatable when acquired (without the passage of one year) apply the same rule with regard to zakah on income earned from the output of factories and rental income of cars, buildings, planes, equipment, furniture, and the like. We shall see in the text chapter that this is the opinion of Ibn 'Abbas, Ibn Mas'ud, Mu'awiyah, al Nasir, al Baqir, and Daud. It is also attributed to 'Umar bin.'Abd al 'Aziz, al Hasan al Basri, al Zuhri, Makhul, and al Awza'i.16
Der Beleg für diese Meinung ist die allgemeine Fassung des Ausspruchs: „Ein Viertelzehntel ist auf geprägtes Silber fällig." Einige Rechtsgelehrte führen zusätzlich das gleiche Argument an, das al-Hadi vorbringt, nämlich den Analogieschluss zwischen Vermögenswerten, die zur Vermietung oder Produktion bestimmt sind, und Vermögenswerten, die zum Verkauf bestimmt sind, mit der Begründung, dass der Verkauf des Nutzens eines Gegenstandes dem Verkauf einer Ware gleichkomme.
The evidence for this opinion is the generality of the saying ''One-quarter of onetenth is obligated on minted silver." Some jurists add the same argument given by al Hadi, the analogy of assets designated for renting or production and assets designated for sale, on the grounds that selling the benefit of the item is like selling a commodity.
Doch diese Analogie impliziert, dass das Nisab für vermietete Vermögenswerte dasselbe Nisab wie für Geld sein sollte, also zweihundert Dirham, und dass der Satz 2,5 % betragen sollte, wie es der Verfasser von al-Hasir fi Madhhab al-Nasir angibt.17 Bemerkenswerterweise gilt nach dieser Ansicht die Bedingung des Ablaufs eines Jahres nicht.
But this analogy implies that rented assets' nisab should be the same nisab of money, two hundred dirhams, and the rate should be 2.5%, as stated by the author of al Hasir Fi Madhhab al Nasir.17 Notably, according to this view, the condition of the passage of one year does not apply.
Eine zeitgenössische Sichtweise: Erwerbseinkommen unterliegt der Zakat wie Feldfrüchte und Obst
A contemporary view: Earned income is zakatable like crops and fruits
Diese Meinung stimmt mit der zweiten Richtung unter den maßgeblichen Rechtsgelehrten überein, wonach die Zakāt auf die Einkünfte aus ausgebeuteten, vermieteten und produktiven Vermögenswerten fällig ist. Sie schlägt jedoch vor, dass der anzuwendende Satz derjenige der Landwirtschaft ist, also ein Zehntel oder ein Zwanzigstel, im Wege der Analogie zum landwirtschaftlichen Boden. Zwischen dem Grundbesitzer, der dessen Früchte und Erzeugnisse einnimmt, und dem Eigentümer eines Gebäudes oder einer Fabrik, der deren Miete oder Ertrag einnimmt, besteht eine Ähnlichkeit.
This opinion agrees with the second trend among the precedent-setting jurists in that zakah is due on earned income from exploited, rented, and productive assets, but it suggests that the applicable rate is that of agriculture, one-tenth or one-twentieths by analogy to agricultural land. There is similarity between owner of land who collects its fruits and produce, and the owner of a building or factory who collects its rent or output.
Dies ist die Ansicht der verstorbenen Gelehrten Abu Zahrah, 'Abd al-Wahhab Khallaf und 'Abd al-Rahman Hasan, die sie in einem Vortrag über die Zakah in Damaskus im Jahr 1952 äußerten.18 Sie teilen das Vermögen in drei Kategorien ein:
This is the opinion of the late scholars Abu Zahrah, 'Abd al Wahhab Khallaf and 'Abd al Rahman Hasan, which they expressed in a lecture on zakah in Damascus, 1952.18 They classify assets into three categories:
1. Vermögensgegenstände, die zur Befriedigung persönlicher und familiärer Bedürfnisse erworben wurden, wie etwa vom Eigentümer bewohnte Häuser, zu Hause für den täglichen Gebrauch gelagerte Lebensmittel usw. Diese sind nicht zakatpflichtig.
1. Assets acquired for the satisfaction of personal and family needs, such as houses inhabited by the owner, foodstuffs stored at home for daily use, etc. These ar not zakatable.
2. Vermögenswerte, die zum Zweck erworben werden, mit ihnen oder durch sie Gewinn zu erzielen. Diese Vermögenswerte werden üblicherweise in Tresoren oder Lagerräumen aufbewahrt. Sie sind einstimmig zakatpflichtig.
2. Assets acquired for the purpose of making profit with them or with their help. These assets are usually stored in vaults or storage places. They are unanimously zakatable.
Sie umfassen die Dinge, die der Prophet ﷺ als zakatpflichtig genannt hat. Weitere Dinge werden auf der Grundlage der Ähnlichkeit dieser Kategorie hinzugefügt.
They include the items mentioned by the Prophet (p) as zakatable. Other items are added to this category on the basis of similarity.
Diskussion und Überlegung
Discussion and consideration
Die Ansicht dieser drei verehrten Gelehrten stimmt mit der zweiten Richtung überein, die unsere Vorgänger begründet haben, nämlich die Zakat auf die Einkünfte aus Gebäuden und Fabriken zu erheben. Der einzige Unterschied liegt im angewandten Satz. Diese Meinung ist am überzeugendsten, da sie auf der stichhaltigen Analogie zwischen den Einkünften aus Anlagevermögen und denen aus landwirtschaftlichem Boden beruht. Dies ist meine gewählte Ansicht mit folgenden Anmerkungen:
The view of these three respected scholars is consistent with the second trend established by our predecessors in charging zakah on the income of buildings and factories. The only difference is in the rate applied. This opinion is most persuasive, since it is based on the sound analogy between the income of fixed assets and that of agricultural land. This is my selected view with the following remarks:
Diese Ansicht bezieht Fabriken und Gebäude in das zakatpflichtige Vermögen ein, ohne allgemeine Kriterien anzugeben, die auf alle vergleichbaren produktiven Kapitalien anwendbar wären. Unsere Zeit bringt andere Formen gewinnbringender Investition hervor, etwa Viehzucht- und Geflügelfarmen sowie Transportvermietungsfirmen. All diese Formen investierten Kapitals ähneln Fabriken und Gebäuden und sollten wie diese behandelt werden, ohne Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen, die investiertes Kapital annehmen kann. Wir haben festgestellt, dass der Prophet ﷺ Zakat von Honig erhob, dem Erzeugnis der Bienen, einem beweglichen Vermögensgut, im Unterschied zu Gebäuden.
This opinion includes factories and buildings among zakatable assets, without providing general criteria that can be applied to all similar productive capital. This era of ours witnesses other forms of profitable investment, such as cattle and poultry farms and transportation rental firms. All these forms of invested capital are similar to factories and buildings and should be treated like them, without distinction between the different forms invested capital may take. we have noted that the Prophet (p) collected zakah from honey, which is the output of bees, a mobile asset, unlike buildings.
Auch die Ähnlichkeit zwischen vermieteten Häusern und landwirtschaftlichem Land ist nicht frei von Widerspruch. Die Behauptung, dass zwischen einem Eigentümer, der Einkünfte aus seinem landwirtschaftlichen Land bezieht, und einem Eigentümer, der Einkünfte aus Gebäuden einzieht, kein Unterschied bestehe, wird mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Zakah auf Landwirtschaft nicht auf dem Eigentum am Land beruht, sondern auf dem Eigentum an den Früchten selbst, was auch dann vorkommen kann, wenn das Land vermietet ist. Der zutreffende Analogieschluss muss zwischen dem Eigentümer von vermietetem Land, der nur dessen Pacht erhält, und dem Eigentümer eines vermieteten Gebäudes bestehen, der ebenfalls Miete bezieht. Einer solchen Analogie muss gewiss eine Erörterung der Zakatpflicht auf die Pacht von landwirtschaftlichem Land vorausgehen, die in den vorangegangenen Kapiteln erfolgte und zu dem Ergebnis kam, dass sie zakatpflichtig ist.
ABSCHNITT DREI: NISAB VON GEBÄUDEN UND ÄHNLICHEN VERMÖGENSWERTEN
SECTION THREE NISAB OF BUILDINGS AND SIMILAR ASSETS
Die drei angesehenen Professoren erörtern die Frage des Nisab auf die Einkünfte aus Gebäuden und Fabriken nicht. Wie hoch soll dieser Nisab sein? Ist er wie der von Feldfrüchten und Früchten, also fünf Wasq, oder wie der Nisab von Geld? Es scheint, dass der Nisab ähnlich dem des Geldes festgelegt werden sollte, solange die Eigentümer von Gebäuden und Fabriken ihre Einkünfte aus Miete in Form von Geld erhalten.
The three renowned professors do not discuss the issue of nisab on the income of buildings and factories. How much should this nisab be? Is it like that of crop and fruits, i.e. five wasq, or is it like the nisab of money? It seems that nisab should be set as similar to that of money, as long as owners of buildings and factories receive their income from rent in monetary form.
Der Zeitraum, in dem die Bedingungen des Nisab erfüllt sind
The period in which the nisab conditions is fulfilled
Da der Zufluss von Einkommen stets zeitlich gebunden ist, stellt sich die Frage nach dem Zeitraum für die Ansammlung des Einkommens. Sollen wir das Nisab auf das monatliche, wöchentliche oder jährliche Einkommen anwenden? Es scheint, dass das jährliche Intervall der geeignetste Zeitraum für die Berücksichtigung des Nisab ist, zumal die Einkünfte von Einzelpersonen und Staaten sowie die Mieterträge üblicherweise auf Jahresbasis geschätzt und betrachtet werden. Es wird erwähnt, dass einige Gelehrte, die der Ansicht sind, dass Arbeitseinkommen bei seinem Erwerb zakatpflichtig ist, außerdem die Auffassung vertreten, dass dann, wenn die jährliche Miete das Nisab erreicht, sie bei Erhalt der Miete zakatpflichtig ist.
Since the flow of income is always time related, the question of the time for the accumulation of income arises. Should we apply nisab on the monthly, weekly, or yearly income? It seems that the yearly interval is the most suitable period of time for the consideration of nisab, especially since incomes of individuals and states, as well as rental proceeds, are usually estimated and considered on a yearly basis. It is mentioned that some of the scholars who believe that earned income is zakatable when acquired believe also that if the yearly rent reaches nisab, it must be zakated when rent is obtained.
Folglich werden monatlich erzielte Mieteinnahmen und Einkünfte wie Früchte behandelt, die periodisch geerntet werden, und alle Ernten werden anschließend zusammengerechnet. Dies ist die Ansicht der Hanbaliten-Schule. Der Verfasser des al-Mughni sagt: „Früchte, die in mehreren Ernten eingebracht werden, werden zusammengerechnet, solange sie aus der Ernte desselben Jahres stammen, unabhängig davon, ob sie alle gleichzeitig reifen oder nicht. Kommt die erste Ernte, so muss der zweite Wuchs derselben Pflanzen im Laufe des Jahres zur ersten hinzugerechnet werden, wie etwa bei Palmen, die zweimal im Jahr Früchte tragen. Beide Ernten werden zusammengerechnet."21
Consequently, monthly earned rent and income will be treated like fruits that are collected periodically and then all the collections are added together, which is the opinion of the school of Ahmad. The author of al Mughni says, "Fruits collected on several pickings are added together as long as they are of the same year's harvest, whether they all ripen together or not, and when the first harvest comes, the second growing of the same plants during the year must be added to the first, like in the case of palm trees that carry fruit twice a year. Both harvests are added together."21
Abzug von Ausgaben und Schulden vom Einkommen
Deduction of expenses and debts from income
Meine Ansicht ist, dass die Zakāt auf der Grundlage des Nettoeinkommens berechnet werden muss, nachdem Ausgaben und Kosten wie Löhne, Unterhalt, Steuern usw. abgezogen wurden. Darüber hinaus sind nach der Meinung von ʿAṭāʾ und anderen auch fällige Schulden gegenüber Dritten sowie persönliche und familiäre Ausgaben abzugsfähig. ʿAṭāʾ sagt: „Ziehe deine Ausgaben ab und zahle Zakāt auf den Rest.“ Dies wird auch von Ibn al-ʿArabī in seinem Sharḥ at-Tirmiḏī unterstützt.
My opinion is that zakah must be calculated on the basis of net income, after deducting expenses and costs such as wages, maintenance, taxes, etc. Additionally, debts that are due to others and personal and family expenses are deductible, according to the opinion of 'Ata and others. 'Ata says to "Deduct your expenses and pay zakah on the rest." This is also supported by Ibn al 'Arabi in his Sharh al Tirmidhi.
Ableitung eines Mindestlebensunterhalts
Deduction of a minimum cost of living
Zweifellos gibt es Menschen, deren einzige Einkommensquelle die Miete aus einem Haus, die Einnahmen aus einem kleinen Handwerksladen oder etwas Ähnliches ist. Solche Einkünfte können einem alten Rentner, einer Witwe oder verwaisten Kindern gehören. Dürfen diese und ähnliche Eigentümer, deren einzige Einkommensquelle die Miete oder der Ertrag aus Anlagevermögen ist, einen bestimmten Betrag als Abzug für ihre Lebenshaltungskosten geltend machen, oder muss die Zakat auf das Bruttoeinkommen berechnet werden?
Undoubtedly, there exist people whose only source of income is the rent from a house, the earnings from a small craftshop, or something similar. Such incomes may belong to an old retired person, a widow, or orphaned children. Are these and similar owners whose only source of income is rent of output derived from fixed assets allowed a certain amount as a deduction for their cost of living. Or must zakah be calculated on the gross income?
Es ist offensichtlich, dass eine Befreiung in Höhe eines Existenzminimums mit der Gerechtigkeit des Islam vereinbar ist, sofern dieses Minimum von rechtschaffenen Fachleuten festgelegt wird.
It is obvious that an exemption of a minimum cost of living is consistent with the justice of Islam, so long as such a minimum is determined by experts who are righteous.
Die Zakat muss nur dann auf den Restbetrag berechnet werden, wenn dieser das Nisab erreicht. Diese Ansicht wird durch zwei Punkte gestützt:
Zakah must be calculated on the residual only if it equals nisab. This opinion is substantiated by two points:
1. Rechtsgelehrte betrachten Vermögenswerte, die Eigentümer zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse benötigen, als aufgebraucht und, was die Zakat betrifft, als nicht vorhanden. Sie nennen als Beispiel das Wasser für einen Durstigen. Ein Durstiger kann trotz vorhandenen Wassers die Waschung mit Erde [Tayammum] vollziehen, denn solange das Wasser durch den Durst der Person aufgebraucht ist, kann es nicht mitgezählt werden.
1. Jurists consider assets which are needed by owners to satisfy basic needs as exhausted and, with respect to zakah, non-existing. They give the example of water for thirsty person. A thirsty person can make ablution with soil [tayammum] in spite of the presence of water, because as long as the water is exhausted by the thirst of the person, it cannot be counted.
2. Die zuvor erwähnten Überlieferungen ordnen an, dass Schätzer für Datteln und Trauben eingesetzt werden, um es den Besitzern zu erleichtern. Der Prophet ﷺ sagte ihnen, sie sollten „ein Drittel abziehen, und wenn ihr kein Drittel abzieht, dann ein Viertel abziehen“. Dieser Abzug von der gesamten zakatpflichtigen Menge berücksichtigt das, was sie essen, um ihren Bedarf zu decken. Es mag sogar einfacher und unkomplizierter in der Berechnung sein, ein Drittel oder ein Viertel abzuziehen, im Einklang mit dem Geist dieser Überlieferungen.
1. Al Rawdah al Nadiyah, Bd. 1, S. 194.
1. Al Rawdah al Nadiyah, Vol. 1, p. 194.
2. Sharh al Tirmidhi, Bd. 3, S. 104.
2. Sharh al Tirmidhi, Vol. 3, p. 104.
3. Al Risalah, hrsg. von Ahmad Shakir, S. 193-194.
3. Al Risalah, ed. Ahmad Shakir, pp. 193-194.
4. Sharh al-Tirmidhi, Bd. 3, S. 104.
4. Sharh al Tirmidhi, Vol. 3, p. 104.
5. Al-Hidayah mit Fath al-Qadir, Bd. 1, S. 487.
5. Al Hidayah with Fath al Qadir, Vol. 1, p. 487.
6. Al-'Inayah, S. 487.
6. Al 'Inayah, p. 487.
7. Badai' al-Fawa'id, Bd. 3, S. 143.
7. Badai' al Fawa'id, Vol. 3, p. 143.
8. Bidayat al Mujtahid, Bd. 1, S. 237.
8. Bidayat al Mujtahid, Vol. 1, p. 237.
9. Al Bahr al Zakhkhar, Bd. 2, S. 147.
9. Al Bahr al Zakhkhar, Vol. 2, p. 147.
10. Sharh al-Azhar, von Ibn Miftah und seine Kommentare, S. 450-451 und 475.
10. Sharh al Azhar, by Ibn Miftah and its commentaries, pp. 450-451, and 475.
11. Al Rawdah, a. a. O.
11. Al Rawdah, op. cit.
12. Al Bahr al Zakhkhar, Bd. 2, S. 148.
12. Al Bahr al Zakhkhar, Vol. 2, p. 148.