5.6 Kapitel Sechs: Fragen zur Erfüllung der Zakāh
5.6 Chapter Six Questions About Zakah Fulfillment
Betrug und Täuschung bei der Zakāt
Cheating and fraud in zakah
Betrug und der Einsatz von Kniffen, um die Zakāt zu umgehen oder sie nach der Zahlung zurückzuerhalten, sind offensichtlich nicht erlaubt. Die Malikiten merken an, dass dies sowohl aus religiöser als auch aus rechtlicher Sicht gilt. Sie fügen hinzu: „Jede Handlung, die beabsichtigt, der Zakāt-Zahlung zu entgehen, bevor sie fällig wird, etwa durch Veränderung der Art des zakatpflichtigen Vermögens, durch Aufteilung des Eigentums auf verschiedene Personen, sodass jede von ihnen weniger als den Nisab besitzt, oder durch Schlachten eines Teils der Herde, um deren Anzahl unter den Nisab zu senken, bewirkt keinen Verzicht auf die Zakāt, solange nachgewiesen werden kann, dass solche Handlungen unternommen wurden, um das Entstehen der Zakāt-Pflicht zu vermeiden. In Fällen dieser Art entsteht die Zakāt und muss eingezogen werden.“1
Fraud and use of tricks in order to avoid zakah or to get it back after payment are obviously not permissible. Malikites note that it is so from the point of view of religion, as well as from the legal point of view. They add, "Any action intended to escape zakah payment before it becomes due, like changing the nature of zakatable assets, distributing ownership among different persons so that each of them owns less than nisab, or slaughtering some of the herd to reduce its number to below nisab, all do not effect in waiving zakah, as long as it can be proven that such actions were taken in order to avoid the accrual of zakah. In cases like those, zakah accrues and must be collected."1
Die Hanbaliten stimmen mit der malikitischen Auffassung hinsichtlich Handlungen überein, die darauf abzielen, der Zakāt zu entgehen. Ibn Qudāma sagt:
Hanbalites agree with the Malikite view on actions meant to escape zakah. Ibn Qudamah says:
Der Tausch eines Vermögensgegenstandes gegen einen anderen unterbricht die Jahresfrist, und für den neuen Gegenstand muss ein neues Jahr beginnen. Wird dies jedoch getan, um der Fälligkeit der Zakat zu entgehen, so wird die Zakat genauso erhoben, als ob nichts geschehen wäre. Ebenso gilt: Verschenkt oder vernichtet der Besitzer einen Teil seines Vermögens, um den verbleibenden Rest unter das Nisab zu bringen, so entfällt die Zakat nicht, sondern wird am Ende des Jahres dennoch fällig. Diese Meinung teilen auch Malik, al-Awza'i, Ibn al-Majashun, Ishaq und Abu 'Ubaid..... Dies gründet sich auf die Verse Gottes: „Wahrlich, Wir haben sie geprüft, wie Wir die Leute des Gartens geprüft haben, als sie schworen, am Morgen die Früchte des Gartens zu ernten. Und sie machten keine Einschränkung ('so Gott will'). Da kam über den Garten eine Heimsuchung von deinem Herrn, während sie schliefen, und sie vernichtete alles ringsum, so dass der Garten am Morgen wie eine schwarze, öde Stätte dalag.“ Die Strafe von Gott wird verhängt, weil solche Menschen eine Handlung unternehmen, die darauf abzielt, die Entrichtung der Sadaqah zu umgehen. Es ist bekannt, dass im Scharia-Recht keine Handlung Erfolg haben kann, die darauf gerichtet ist, das Recht eines anderen Menschen aufzugeben oder zu umgehen. Ein Mann etwa, der sich in seiner Todeskrankheit von seiner Frau scheidet, um ihren Anteil an seinem Nachlass zu umgehen, kann nicht erreichen, dass ihr Recht auf den Anteil der Ehefrau vorenthalten wird.3
Exchanging an asset with a different one interrupts the year period and a new year must start for the new asset. But if this is done in order to escape the accrual of zakah, zakah is levied just as if nothing happened. By the same token, if the owner gives away or destroys some assets in order to make the remainder below nisab, zakah is not waived and still accrues at the end of the year. This opinion is also shared by Malik, al Awza'i, Ibn al Majashown, Ishaq , and Abu 'Ubaid..... This is founded on God's verses, 'Verily We have tried them as We tried the people of the garden, when they resolved to gather the fruits (of the garden) in the morning. But made no reservation ('If it be God's will). Then there came on the garden a visitation from thy Lord which swept away all around while they were asleep, so the garden became by the morning like a dark and desolate spot.'2 The penalty from God is given because such persons embark on an action of intended escape payment of sadaqah. It is known that any action meant to forsake or evade the right of another person cannot be allowed to succeed in Shari'ah. For example, a man who divorces his wife during his death-sickness in order to evade her sharing in his estate cannot be successful in withholding her right to the wife's share.3
Andererseits sagt Ibn Taimiyah in al-Qawa'id al-Nuraniyah, Abu Hanifah erlaube Kunstgriffe, die darauf abzielen, der Zakah zu entgehen, und die Schüler Abu Hanifas seien uneins darüber, ob solche Kunstgriffe verwerflich seien oder nicht. Er sagt, Muhammad halte sie für verwerflich, Abu Yusuf jedoch nicht.4 Beim Nachlesen in Abu Yusufs al-Kharaj finde ich jedoch, dass Abu Yusuf sagt: „Es ist keinem erlaubt, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, sich der Zakah zu entziehen, indem er das Eigentum an einem Nisab, das er besitzt, auf mehrere Personen verteilt, um den Anfall der Sadaqah zu vermeiden, oder um auf irgendeine Weise und mit irgendwelchen Mitteln dem ordnungsgemäßen Anfall der Sadaqah zu entgehen.“5 Es ist wahrscheinlich, dass Ibn Taimiyah sich auf das bezieht, was sich häufig in den Schriften der Hanafiten findet: dass der Gebrauch von Rechtskniffen beim Verzicht auf die Zakah rechtlich gültig sei, obwohl die Zakah religiös unerfüllt bleibe, und dass der Gebrauch solcher Rechtskniffe mal verwerflich und mal nicht verwerflich sei. Die Hanafiten lehren zum Beispiel, es sei verwerflich, einem Armen Zakah unter der Bedingung zu geben, dass dieser sie seinen bedürftigen Eltern des Gebers schenkt. Ebenso ist jede Bedingung, die dem Armen bei der Übergabe der Zakah auferlegt wird, ungültig, selbst wenn der Empfänger bereit ist, sie zu erfüllen.6 Es ist zu beachten, dass solche Kunstgriffe, ob verwerflich oder nicht, nur die Verwendung der Zakah betreffen. Die hanafitischen Bücher behandeln nicht den Betrug, um sich dem Anfall der Zakah überhaupt zu entziehen.
On the other hand, Ibn Taimiyah, in al Qawa'id al Nuraniyah, says Abu Hanifah permits tricks aimed at escaping zakah, and that Abu Hanifah's disciples differ on whether such tricks are disliked or not. He says Muhammad dislikes them, while Abu Yusuf does not.4 However, upon looking into Abu Yusuf's al Kharaj, I find Abu Yusuf saying, "It is not lawful for anyone who believes in God and the last Day to elude zakah, to distribute the ownership of a nisab, that one owns, to several people in order to avoid the accrual of the sadaqah, or to escape proper accrual of sadaqah by any way or any means."5 It is likely that Ibn Taimiyah is referring to what is commonly found in Hanafites' writing that use of loopholes is legally valid in waiving zakah, although zakah remains unfulfilled religiously, and that use of legal loopholes is sometimes disliked and sometimes not. Hanafites state for example, that it is disliked to give zakah to a poor person on the condition that the latter give it as a gift to the payer's needy parents. By the same token, any condition made on the poor person when zakah is given him is invalid, even though the recipient may be willing to fulfill it.6 It must be noted that tricks like these, whether disliked or not, apply only to expending zakah. Hanafites books do not discuss cheating to escape zakah accrual in the first place.
Außerdem sagt Ibn Taimiyya, dass asch-Schafi'i die Anwendung von Schlupflöchern nur deshalb missbilligt, um der Entstehung der Zakāt zu entgehen.
Additionally, Ibn Taimiyah says that al Shifi'i only dislikes use of loopholes in order to escape the accrual of zakah.
Schließlich billigen die Zaiditen den Gebrauch von Kniffen nicht, weder um die Entstehung der Zakāt zu umgehen, um die tatsächliche Zahlung an die Berechtigten zu vermeiden, noch um sie nach der Zahlung zurückzuerhalten.7
Lastly, Zaidis do not approve of the use of tricks, whether they are used to avoid zakah accrual, to escape actual payment to deservants, or to get it back after payment.7
Der Verfasser der Hawashi Sharh al Azhar zitiert al-Shawkani: „Es besteht kein Zweifel daran, dass jede List, die am Ende das Verbotene erlaubt oder das Erlaubte verbietet, vollständig untersagt werden muss. Solche Kunstgriffe zu gestatten, steht in keiner Weise im Einklang mit der Scharia."8
The author of Hawashi Sharh al Azhar quotes al Shawkani, "There is no doubt that any fraud that ends up making lawful what is forbidden or vice versa must be completely prohibited. Permitting such tricks is not consistent with Shari'ah by any means."8
Austausch von Bittgebeten zwischen dem Einsammler, dem Zahlenden und dem Empfänger
Exchange of prayers between collector, payer and recipient
Der spirituelle Aspekt der Zakāt zeigt sich unter anderem in den Gebeten, die zwischen dem Einsammler und dem Zahlenden ausgetauscht werden. Der Einsammler der Zakāt wird gebeten, für den Zahlenden zu beten. Gott sagt: „Nimm von ihrem Vermögen eine Sadaqa, damit du sie läuterst und reinigst; und bete für sie. Wahrlich, dein Gebet ist ihnen eine Quelle der Sicherheit und des Trostes.“ {Sure at-Tauba 9:103} ʿAbdullāh ibn Abī Awfā berichtet: „Wenn jemand dem Gesandten Gottes ﷺ Zakāt brachte, pflegte er zu sagen: ‚O Herr, erbarme dich ihrer!‘ Als mein Vater Abū Awfā ihm seine Sadaqa brachte, sagte der Prophet ﷺ: ‚O Herr, erbarme dich der Familie des Abū Awfā!‘“ {9} Dieses Gebet ist an keine bestimmte Form gebunden. Al-Schāfiʿī sagt: „Ich wünsche, dass der Einsammler sagt: ‚Möge Gott dir belohnen, was du gibst, es zu einer Ursache der Läuterung für dich machen und dir Segen geben für das, was du für dich selbst zurückbehalten hast.‘“ {10} An-Nasāʾī überliefert, dass der Prophet ﷺ für einen Mann betete, der eine gute Kamelstute schickte: „O Herr, segne ihn und seine Kamele.“11
The spiritual aspect of zakah is expressed - among other manifestations- in the prayers exchanged between the collector and the payer. The collector of zakah is asked to pray on behalf of the payer. God says, "out of their wealth take a sadaqah so thou might purify and sanctify them; and pray on their behalf. Verily your prayers are a source of security and comfort to them." 'Abd Allah bin Abu Awfa narrates, "The Messenger of God, when any person brought him zakah, used to say, 'O Lord, give them mercy!' When my father, Abu Awfa, brought him his sadaqah, the Prophet said, 'O Lord, give mercy to the family of Abu Awfa'."9 This prayer is not restricted to any specific form. Al Shafi'i says, "I like the collector to say 'May God reward you for that which you give, make it a cause for purification for you, and give you blessings on what you have left for yourself.'"10 Al Nasa'i reports that the Prophet (p) prayed on behalf of a man who sent a good she-camel, "O Lord, bless him and his camels."11
Die Zahiriten und einige Schafiiten halten solche Gebete für den Einsammelnden für verpflichtend, wie man es wörtlich aus dem oben genannten Vers ableiten kann. Die Mehrheit ist jedoch der Ansicht, dass diese Gebete empfohlen und nicht verpflichtend sind, denn der Prophet ﷺ hat sie in keiner seiner Anweisungen an die Einsammelnden aufgenommen,12 und auch staatliche Einsammelnde sind nicht verpflichtet, solche Gebete zu sprechen, wenn sie andere Abgaben von den Zahlenden entgegennehmen.13
Zahiris and some Shafi'ites consider such prayers obligatory on the part of the collector, as one can derive literally from the above verse. However, the majority believe these prayers are recommended and not obligated, because the Prophet (p) did not include it in any of his instructions to collectors,12 nor are government collectors required to make such prayers when they receive other dues from the payers.13
Zakat durch einen Stellvertreter entrichten
Paying zakah by proxy
Der Zakat-Zahlende kann wählen, die Zahlung selbst vorzunehmen oder durch Bevollmächtigte, Anwälte oder Vertreter, sofern diese vertrauenswürdig und zuverlässig sind. Einige Rechtsgelehrte verlangen, dass solche Bevollmächtigten Muslime sind, da die Zakat eine Form der Anbetung ist.17 Außerdem halten einige Malikiten die Zahlung über Vertreter für weniger anfällig für Prahlerei und Heuchelei als die direkte Zahlung durch den Eigentümer.18
Zakah payer may choose to actuate payment by himself or by agents, attorneys, or representatives, as long as the latter are trustworthy and dependable. Some jurists require that such agents be Muslims, since zakah is a form of worship.17 Additionally, some Malikites consider payment via representatives less open to pride and hypocrisy than direct payment by the owner.18
Zahlung in der Öffentlichkeit
Payment in public
Al-Nawawi sagt, dass es besser ist, die Zakat öffentlich zu entrichten, wo sie von anderen gesehen wird, damit sie den übrigen Zahlenden als Erinnerung dient, ebenso wie das Pflichtgebet gemeinschaftlich und öffentlich empfohlen wird.19 Dies beruht auf der Begründung, dass die Zakat einer der großen Gottesdienste im Islam ist, der in der muslimischen Gesellschaft sehr sichtbar sein muss. Da sie von jeder zakatpflichtigen Person verlangt wird, ist sie kein Gegenstand von Stolz oder Herablassung, im Gegensatz zur freiwilligen Wohltätigkeit, die besser im Verborgenen geschieht. Das Bestreben, die Symbole des Islam zu zeigen und sie vorherrschend zu machen, ist ein Zeichen des Glaubens und ein Hinweis auf Rechtschaffenheit. Gott sagt: „Wer die Symbole Gottes ehrt, der tut dies wahrlich aus der Gottesfurcht des Herzens.“20 Dies mag das sein, was der Prophet ﷺ meinte, als er sagte: „Und das Zurschaustellen, das Gott liebt, ist das, was ein Mann im Kampf tut, oder wenn er die Sadaqah gibt.“21 Dies beruht tatsächlich auf dem Vers: „Wenn ihr Almosen offen gebt, so ist es gut.“22
Al Nawawi says it is better for zakah to be paid in public where it is seen by others, so it serves as a reminder to other payers, the same way obligatory prayer is recommended collectively in public.19 This is on the ground that zakah is one of the major rites of worship in Islam that must be very visible in the Muslim society. Since it is required from every zakatable person, it is not an object of pride or condescension, in contrast to voluntary charity, which is better done in privacy. Keenness to present the symbols of Islam and make them dominant is a sign of faith and an indication of righteousness. God says "Such, and who ever hold in honor the symbols of God, such should come truly from piety of heart."20 This may be what the Prophet meant when he said, "And showing off which is loved by God is that done by a man in battle, or when giving the sadaqah."21 This, in fact, is based on the verse, "If ye disclose acts of charity, it is well."22
Sollten die Empfänger darüber informiert werden, dass es sich um Zakat handelt?
Should recipients be told it is zakah?
Wenn Zakat von Einzelpersonen verteilt wird, ist es vorzuziehen, den Empfängern nicht zu sagen, dass es sich um Zakat handelt, zumal viele Bedürftige zögern könnten, Zakat anzunehmen, sobald sie auch nur den geringsten Zweifel haben, ob sie wirklich berechtigt sind. Der Verfasser von al-Mughni sagt: „Wenn Zakat an diejenigen gezahlt wird, von denen der Zahlende glaubt, dass sie arm sind, besteht keine Notwendigkeit, den Empfängern mitzuteilen, dass es sich um Zakat handelt." Al-Hasan sagt: „Willst du ihn demütigen? Sag es ihm nicht." Und Ahmad bin al-Hasan sagt: „Ich fragte Ahmad, ob eine Person, die ihre Zakat an eine andere zahlt, ihr sagen solle, dass es Zakat ist, oder ob sie schweigen solle. Ahmad antwortete: ‚Warum sollte er den Empfänger damit demütigen, indem er es sagt? Lass ihn die Zahlung ohne Kommentar leisten. Muss er ihn mit dieser Zahlung über den Kopf schlagen?'" Einige Malikiten missbilligen es, zu erwähnen, dass es sich um Zakat handelt, da dies die Armen entmutigt.24
When zakah is distributed by individuals, it is preferred that recipients not be told that it is zakah, especially since many deservants may hesitate to take zakah at the slightest doubt that they my not be truly deserving. The author of al Mughni says "When zakah is paid to those whom the payer thinks are poor, there is no need to inform recipients that it is zakah." Al Hasan says, ''Do you want to humiliate him? Do not tell him." And Ahmad bin al Hasan says, "I asked Ahmad if a person who pays his zakah to another should tell him it is zakah or remain silent. Ahmad answered, 'Why should he humiliate the recipient by saying that? have him pay it without comment. Does he need to beat him over the head with that payment?'"23 Some Malikites dislike mentioning that it is zakah since this disheartens the poor.24
Die Dschaʿfariten vertreten außerdem die Ansicht, dass es nicht nötig sei, dem Empfänger mitzuteilen, dass das Gezahlte Zakat ist.
Ja'farites also believe there is no need to tell the recipient that what is paid is zakah.
Abu Basir sagt: „Ich fragte al-Baqir nach einer Person, die sich davor scheuen mag, Zakāt zu entrichten.
Abu Basir says, "I asked al Baqir about a person who may shy away from taking zakah.
„Soll ich es ihm geben, ohne es Zakāh zu nennen?“ Al-Bāqir antwortete: „Gib es ihm, ohne es zu benennen; demütige die Gläubigen nicht.“25
Should I give him without calling it zakah? Al Baqir answered, 'Give him without naming it; do not humiliate believers.'"25
Erlass von Schulden als Zahlung der Zakah
Waiving debts as payment of zakah
Al Nawawi sagt: „Den Schuldenerlass für eine Person, die ihre Schuld nicht zurückzahlen kann, als Zahlung der Zakah des Gläubigers anzurechnen, ist nach der überwiegenden Meinung unter den Schafiiten keine gültige Erfüllung der Zakah. Diese Meinung teilen Abu Hanifa und Ahmad, weil die Zahlung der Zakah erfordert, dass sie tatsächlich den Berechtigten gegeben wird. Eine andere Ansicht unter den Schafiiten lässt einen solchen Erlass als Erfüllung der Zakah-Zahlung gelten, eine Ansicht, die al-Hasan und ʿAta' teilen, mit der Begründung, dass der Gläubiger, wenn er dem Schuldner die Zakah in bar gibt, der Schuldner sie dem Gläubiger als Schuldzahlung zurückgeben würde. Es ist nicht gebilligt, dass der Gläubiger dem Schuldner seine Zakah unter der Bedingung gibt, dass dieser sie zur Erfüllung der Schuld zurückzahlt."26 Abu ʿUbaid überliefert, dass al-Hasan keinen Einwand dagegen hat, die Schuld eines Menschen, der nicht zahlen kann, zur Erfüllung der Zakah zu erlassen. Abu ʿUbaid selbst lehnt ein solches Vorgehen dagegen entschieden ab, mit der Begründung, dass eine Zakah-Zahlung auf diese Weise die Absicht verbergen könne, uneinbringliche Schulden einzutreiben. Abu ʿUbaid fügt hinzu: „Es steht ohnehin im Widerspruch zur Sunnah."27 Ibn Hazm billigt einen solchen Erlass als Zakah-Zahlung. Er führt einen Bericht an, den Muslim von Abu Saʿid überliefert: „Ein Mann geriet zur Zeit des Gesandten Gottes ﷺ in finanzielle Not, infolge von Früchten, die er zum Weiterverkauf erworben hatte. Er war von Schulden überhäuft. Der Gesandte Gottes ﷺ sagte: ‚Gebt ihm Sadaqah.'"28 Dies ist auch die Meinung von ʿAta'. Auch die Dschaʿfariten vertreten diese Ansicht. Ein Mann fragte Dschaʿfar nach Darlehen, die er einigen Leuten gegeben hatte, die nicht zurückzahlen konnten. Die Schuldner wären sogar zakahberechtigt gewesen, daher lautete seine Frage, ob er die Schulden zur Erfüllung der Zakah-Zahlung erlassen dürfe. Dschaʿfar antwortete: „Ja."29
Al Nawawi says "Waiving the debt of a person who is unable to pay the debt back as payment of the creditor's zakah is not acceptable fulfillment of zakah, according to the most predominant opinion among Shafi'ites. This opinion is shared by Abu Hanifah and Ahmad, because zakah payment requires actually giving the deservants. Another view among Shafi'ites is to accept such waiving as fulfillment of zakah payment, a view shared by al Hasan and 'Ata', on the grounds that if the creditor gives the debtor zakah in cash, the debtor would pay it back to the creditor as payment of the debt. It is not approved that the creditor give his zakah to the debtor under the condition that the latter pay it back in fulfillment of the debt."26 Abu 'Ubaid quotes that al Hasan does not have any objection to waiving the debt of one who is unable to pay it back, in fulfillment of zakah. On the other hand, Abu 'Ubaid himself strongly opposes such action, on the grounds that payment of zakah in this manner may hide an intention of collecting bad debts. Abu 'Ubaid adds, "It is inconsistent with Sunnah anyway."27 Ibn Hazm approves of such waiving as zakah payment. He quotes a saying reported by Muslim from Abu Sa'id: "A man was financially strained at the time of the Messenger of God (p) as a result of fruits he purchased to sell. He became overburdened by debts. The Messenger of God (p) said, 'Give him sadaqah."28 This is also the opinion of 'Ata', Ja'farites also subscribe to this view. A man asked Ja'far about loans he had given to some people who were not able to pay back. The debtors even deserved zakah, so his question was whether he may waive the debts in fulfillment of zakah payment. Ja'far answered "Yes".29
Dinge den Armen als Zakah zur Verfügung stellen
Making things available to the poor as zakah
Einige Rechtsgelehrte erörtern, ob es als Erfüllung der Zakat angenommen werden kann, Arme in das Haus des Zakat-Zahlenden zum Essen einzuladen. Die Hanafiten und andere argumentieren, dass die Übereignung des gegebenen Betrags an die Armen eine unverzichtbare Bedingung für die Erfüllung der Zakat ist. Daher kann es, wenn man ihnen Speise zum Essen im Haus des Zahlenden bereitstellt, nicht als Zakat-Zahlung gelten, während die Gabe von Speise, selbst gekochter, die Pflicht der Zakat erfüllt.31
Some jurists discuss whether inviting poor persons to eat in the house of the zakah payer can be accepted in fulfillment of zakah. Hanafites and others argue that since making the poor own the amount given is an indispensable condition for fulfillment of zakah, providing them food to eat in the payer's house cannot be considered zakah payment, while giving them food, even cooked, fulfills the requirement of zakah.31
Die Zaiditen erlauben es, Nahrungsmittel den Armen zur Zahlung der Zakah zur Verfügung zu stellen, unter folgenden Bedingungen:
Zaidis approve of making food available to the poor as zakah payment under the following conditions:
1. Die Absicht bei der Zahlung der Zakah.
1. The intention of zakah payment.
2. Lebensmittel dürfen nicht schnell verderblich sein. Sie sollten wie Datteln oder Rosinen sein.
2. Food must not be quickly perishable. It should be like dates or raisin.
3. Der gegebene Betrag sollte beträchtlich sein, d. h. über das hinausgehen, was von den Leuten gewöhnlich nicht als ins Gewicht fallend gerechnet wird.
3. The amount given should be substantial, i.e. beyond what is usually not counted by people.
4. Die Speise soll den Armen zur Verfügung gestellt werden, und 5. die Armen müssen wissen, dass dies als Bezahlung der Zakah erfolgt.32
4. The food should become at the disposal of the poor, and 5. The poor persons must know that this is in payment of zakah.32
Fußnoten
Footnotes.
1. Bulhgat al Salik, Bd. I, S. 210.
1. Bulhgat al Salik, Vol. l, p. 210.
2. Sure Al-Qalam, 68:17-20.
2. Sura al Qalam, 68:17-20.
3. Al Mughni, Bd. 2, S. 534-535.
3. Al Mughni, Vol. 2, pp. 534-535.
4. Al Qawa'id al Nuraniyah, S. 89.
4. Al Qawa'id al Nuraniyah, p. 89.
5. Al-Kharaj, von Abu Yusuf, S. 80.
5. Al kharaj, by Abu Yusuf, p. 80.
6. Radd al-Muhtar, Bd. 2, S. 69.
6. Radd al Muhtar, Vol. 2, p.69.
7. Sharh al-Azhar, Bd. I, S. 539–540.
7. Sharh al Azhar, Vol. l, pp. 539-540.
8. Ebenda.
8. Ibid.
9. Al-Schawkani zitiert aus al-Muntaqa: „Es herrscht Übereinstimmung darüber." Siehe Nail al-Awtar, Bd. 4, S. 153.
9. Al Shawkani quotes from al Muntaqa, "it is agreed upon." See Nail al Awtar, Vol. 4, p. 153.
10. Al-Rawdah, von al-Nawawi, Bd. 2, S. 211.
10. Al Rawdah, by al Nawawi, Vol. 2, p. 211.
11. Sunan al-Nasa'i, Bd. 5, S. 30.
11. Sunan al Nasa'i, Vol. 5, p. 30.
12. Nail al-Awtar, Bd. a. a. O.
12. Nail al Awtar, Vol. op cit.
13. Ebd.