3.4 Kapitel Vier: Zakāt auf Handelswaren
3.4 Chapter Four Zakah On Business Inventory
Gott hat es Muslimen erlaubt, Handel zu treiben und Gewinn zu erzielen, vorausgesetzt, sie handeln nicht mit Waren, die im Islam verboten sind, und sie achten bei ihren Geschäften auf ethische Werte wie Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Freundlichkeit.
God makes it lawful for Muslims to engage in business and to make profit, provided they do not indulge in trading commodities that are prohibited in Islam, and that they observe ethical values is their transaction, such as honesty, truthfulness, and kindness.
Außerdem dürfen geschäftliche Verpflichtungen kein Hindernis für das Gedenken an Gott sein, ebenso wenig für die Erfüllung der geistlichen und materiellen Pflichten, die Er vorgeschrieben hat.1
Also, business engagements must not be a hindrance to the remembrance of God, or the fulfillment of spiritual and material obligations prescribed by Him.1
Da das Betreiben von Handel erlaubt ist, verordnen mehrere Überlieferungen den Vormündern von Waisen, das Vermögen der Waisen im Handel anzulegen, damit es nicht durch die wiederkehrende Zahlung der Zakah aufgezehrt wird. Es ist üblich, dass ein Teil des Vermögens jeder Gemeinschaft im Handel und im Geschäftsaustausch eingesetzt wird, und es ist nicht verwunderlich, dass der Islam die Zakah sowohl auf im Geschäfts- und Handelswesen angelegte Vermögenswerte als auch auf die daraus erzielten Erträge vorschreibt. Wie die Zakah auf Geld ist auch die Zakah auf Geschäftsvermögen ein Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott für Seine Gaben, indem man sich um jene Seiner Diener kümmert, die in Not sind.
Since practicing trade is lawful, several sayings ordain the guardians of orphans to invest orphans, wealth in trade so that it is not exhausted by the repetitive payment of zakah. It is normal that a part of the wealth of any nation is used in trade and business exchange, and it is no wonder that Islam prescribes zakah on assets invested in business and commerce as well as on the income derived therefrom. Like zakah on money, zakah on business is an expression of thankfulness to God for His bounties by caring about those of His servants who are in need.
Die islamische Rechtswissenschaft befasst sich eingehend mit den Einzelheiten dieser Art von Zakat. Das Warenlager eines Unternehmens wird von den Rechtsgelehrten als 'Urud al-Tijarah bezeichnet,2 was alle Waren bezeichnet, die zum Zweck des Weiterverkaufs mit Gewinn erworben wurden, mit Ausnahme liquider Geldmittel. Diese Definition umfasst Maschinen, Möbel, Kleidung, Lebensmittel, Schmuck, Vieh, Pflanzen, Land, Gebäude usw. Einige Rechtsgelehrte definieren 'Urud al-Tijarah als alles, was man kauft, um es mit Gewinn weiterzuverkaufen.3 Ein Muslim, der am Ende eines Zakat-Jahres Warenlager im Wert von einem Nisab an Geld oder mehr besitzt, muss die fällige Zakat in Höhe von zweieinhalb Prozent entrichten. Diese Zakat wird auf das Kapital sowie auf die über das Kapital hinausgehenden Zuwächse erhoben.
Islamic jurisprudence addresses itself to the details of this kind of zakah. Business inventory is called by jurists 'urud al tijarah,2 which means any commodities obtained for the purpose of resale for profit, except liquid monetary assets. This definition includes machinery, furniture, clothing, foodstuffs, ornaments, jewelry, livestock, plants, land, buildings, etc. Some jurists define 'urud al tijarah as anything that one buys in order to sell for profit.3 A Muslim who owns business inventory equal to nisab of money or more at the end of a zakah year must pay its due zakah at the rate of two-anda- half percent. This zakah is levied on the principal and increments accruing above the principal.
Dieses Kapitel hat vier Abschnitte. Der erste behandelt die Pflicht zur Zakah auf Handelswaren, der zweite widerlegt die Argumente derjenigen, die die Zakah auf Handel nicht für verpflichtend halten, der dritte Abschnitt beschreibt die Bedingungen für diese Art der Zakah, und der vierte Abschnitt behandelt die Methoden zur Entrichtung der Zakah auf Handelswaren.
This chapter has four sections, The first deals with the obligation of zakah on business inventory, the second disproves the arguments of those who do not obligate zakah on business, the third section describes the conditions for this kind of zakah, and section four deals with the methods of paying zakah on business inventories.
ABSCHNITT EINS: DIE PFLICHT DER ZAKAT AUF HANDELSGÜTER
SECTION ONE THE OBLIGATION OF ZAKAH ON TRADE
Belege für diese Pflicht werden aus den vier Quellen der Scharia im Islam entnommen:
Evidence of this obligation is taken from the four sources of Shari'ah in Islam:
Koran, Sunnah, Idschmā' und Analogie.
Qur'an, Sunnah, ijma and analogy.
Der Koran
The Qur'an
Gott sagt: „O ihr, die ihr glaubt, gebt von den guten Dingen, die ihr ehrlich erworben habt, und von den Früchten der Erde, die Wir für euch hervorgebracht haben."4 Imam Bukhari weist in seinem Kapitel über die Zakah in seiner authentischen Sammlung5 unter dem Abschnitt über die Sadaqah auf Handwerk und Handel darauf hin, dass diese Sadaqah gemäß dem Vers „O ihr, die ihr glaubt, spendet von den guten Dingen, die ihr erworben habt" entrichtet wird. Imam al-Tabari kommentiert: „Entrichtet die Zakah von den guten Dingen, die ihr durch eure wirtschaftliche Tätigkeit erwerbt, wie Handel, Gewerbe oder Gold und Silber." Er berichtet außerdem über mehrere Überlieferungsketten von Mujahid, dass die Worte „die guten Dinge, die ihr erworben habt" bedeuten, durch Handel Gewinn zu erzielen.6 Imam al-Jassas sagt in seinem Ahkam al-Qur'an: „Es wird überliefert, dass eine Gruppe unserer Vorgänger Gottes Worte ‚die guten Dinge, die ihr erworben habt' als durch Handel erworben auslegte. Dazu gehören al-Hasan und Mujahid. Die allgemeine Bedeutung der Worte umfasst jedoch auch alle Vermögenswerte, die durch andere wirtschaftliche Tätigkeiten erworben wurden."7 Imam Abu Bakr bin al-'Arabi sagt: „Unsere Gelehrten deuten die Worte Gottes ‚die ihr erworben habt' als Dinge, die durch Handel erworben wurden, und die Worte ‚die Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben' als Dinge, die durch Landwirtschaft erworben wurden." Zu beachten ist, dass Einkünfte entweder aus der Erde oder aus menschlicher Arbeit im Handel, im Gewerbe, bei der Jagd und durch Beute im Krieg stammen können. Da Gott den Reichen gebietet, von all diesen Einkünften den Armen zu geben, ist der Handel keine Ausnahme, und seine Gewinne sind ebenfalls zakatpflichtig.8 Imam al-Razi weist darauf hin, dass die offensichtliche Bedeutung des Verses lautet, dass die Zakah auf jeden Vermögenswert zu entrichten ist, den Menschen erwerben, einschließlich Handelsvermögen, Gold und Silber sowie Vieh, da all dies erworben ist.9 Dies wird durch den Vers gestützt: „Ihm nützt sein gesamtes Vermögen und was er erworben hat nichts."10 „Was er erworben hat" bezieht sich auf seine im Handel angehäuften Güter.
God says, "O ye who believe, give of the good things which ye have honorably earned, and of the fruits of the earth which we have produced for you."4 Imam Bukhari indicates in his chapter on zakah in his correct collection5 under the section on sadaqah on crafts and business that this sadaqah is taken in accordance with the verse, "O ye who believe, spend out of the good things which ye have earned," Imam al Tabari comments, "Pay zakah out of the good things you earn in your economic activity, such as business, industry, or gold and silver," He also reports through several chains, from Mujahid, that the words "good things you have earned" means by making trade.6 Imam al Jassas, in his Ahkam al Qur'an, says "It is reported that a group of our predecessors explain God's words 'good things you have earned' as through trade. These include al Hasan and Mujahid. However, the general implication of the words covers also all assets earned by other economic activities,"7 Imam Abu Bakr bin al 'Arabi says that "Our scholars interpret the words of God 'that you have earned' as things earned by means of trade, and the words 'that we have produced from the earth for you' as things earned by means of agriculture." It should be noted that earnings may come either from the earth or from human effort in trade, industry, hunting and booty obtained in war. As God ordains the rich to give the poor out of all these earnings, trade is no exception and its earnings are also zakatable.8 Imam al Razi points out that the obvious meaning of the verse is that zakah is obligated on every asset human beings earn, including trade assets, gold and silver, and livestock, since all these are earned.9 This is supported by the verse that reads "No profit to him from all his wealth and earnings."10 "His earnings" are his accumulations from trade.
Die Sunnah
The Sunnah
Abu Daud berichtet von Samurah bin Jundub, dass „der Prophet (p) uns anzuweisen pflegte, al-Sadaqah aus dem zu zahlen, was wir zum Verkauf haben."16 Das Wort „anweisen" impliziert „verpflichten", und es ist klar, dass Sadaqah Zakah bedeutet, besonders wenn ihm der bestimmte Artikel „al" vorangeht. Al Daraqutini berichtet von Abu Dharr: „Ich hörte den Gesandten Gottes (p) sagen: ‚Kamele sind zakatpflichtig, Lämmer sind zakatpflichtig, und Kleidung und Haushaltswaren sind zakatpflichtig.'"17 Es besteht kein Zweifel darüber, dass Kleidung und andere Haushaltswaren für den persönlichen oder häuslichen Gebrauch befreit sind, was bedeutet, dass die in diesem Ausspruch erwähnten Kleidungsstücke und Haushaltswaren sich auf Handelswaren zum Weiterverkauf beziehen. Hinzu kommen die allgemeinen Aussagen, die Zakah auf alle Arten von Vermögen ohne Unterscheidung vorschreiben, wie etwa „Gib Zakah auf deinen Besitz."18 Es wird festgehalten, dass Handelswaren die erste Art von Vermögen sind, die unter das in den Überlieferungen verwendete Wort „Mal" fällt, da Handelswaren allgemein sind und alles umfassen können, was zum Verkauf erworben wurde.19
Abu Daud reports from Samurah bin Jundub that " the Prophet (p) used to order us to pay al sadaqah out of what we have for sale."16 To "order" implies to "obligate" and it is clear that sadaqah means zakah, especially when it is preceeded by the definite article "al". Al Daraqutini reports Abu Dharr "I heard the Messenger of God (p) saying 'Camels are zakated, lambs are zakated, and clothes and housewares are zakated.'"17 There is no disagreement that clothes and other housewares for personal or household use are exempt, which means that housewares and clothes mentioned in this saying refer to business inventory for resale. This is in addition to the general sayings that obligate zakah on all kinds of wealth without discrimination, such as "give zakah on your wealth."18 It is noted that trade inventory is the first kind of wealth that comes under the word "mal" used in sayings, because trade inventory is general and may include anything purchased for sale.19
Der Ijma' der Gefährten, der Nachfolger und unserer Vorgänger
The ijma' of Companions, Followers, and our Predecessors
Abu 'Ubaid berichtet von 'Abd al-Qari: „Ich wurde zur Zeit von 'Umar bin al-Khattab als Schatzmeister eingesetzt. Wenn die Zeit der Einziehung kam, pflegte er das Vermögen der Kaufleute zu berechnen, sowohl das vorhandene als auch das abwesende Vermögen, und dann die Zakah von all dem zu nehmen, und zwar aus dem Vermögen, das vorhanden war."20 Auch Ibn Hazm berichtet es in al-Muhalla, wo er hinzufügt, dass seine Überlieferungskette korrekt sei. Es gibt einen Bericht von Abu 'Amr bin Hammas, von seinem Vater, der sagte: „'Umar ging an mir vorbei und sagte: ‚O Hammas, entrichte die Zakah, die auf dein Vermögen fällig ist.' Ich antwortete: ‚Ich besitze kein Vermögen außer Häuten und Säcken.' 'Umar erwiderte: ‚Schätze sie ab und entrichte die Zakah, die auf sie fällig ist.'"22 Der Verfasser von al-Mughni kommentiert: „Derartige Berichte sind häufig, und keiner der Gefährten hat diese Regelung verneint, was eine Art Ijma' in dieser Angelegenheit nahelegt."23
Abu 'Ubaid reports from 'Abd al Qari, "I was appointed as treasurer at the time of 'Umar bin al Khattab. When the time of collection came, he used to calculate the assets of merchants, both present and absent assets, and then take zakah on them all, out of the assets that were present."20 Reported also by Ibn Hazm in al Muhalla, where he adds that its chain is correct. There is a report from Abi 'Amr bin Hammas, from his father, who said "'Umar passed by me and said, 'Oh Hammas, pay the zakah due on your wealth.' I answered, I have no wealth except hides and bags.' 'Umar replied, 'Evaluate them and pay the zakah due on them.'"22 The author of al Mughni comments that "the likes of such a story are common, and none of the Companions negate this ruling, which implies a sort of ijma' on this matter."23
Abu 'Ubaid überliefert von Ibn 'Umar, dass „Sklaven und Kleidung, die zum Handel bestimmt sind, zakatpflichtig sind."24 Al-Baihaqi und Ibn Hazm überliefern von Ibn 'Umar, dass „auf Haushaltsgegenstände und Stoffe keine Zakat zu entrichten ist, außer wenn sie zum Handel verwendet werden." Ibn Hazm fügt hinzu, dass diese Überlieferung korrekt ist.25 Darüber hinaus überliefert Abu 'Ubaid von Ibn 'Abbas die Pflicht zur Zakat auf Handelsgüter.26
Abu 'Ubaid reports from Ibn 'Umar that "Slaves and clothe intended for trade are zakatable."24 Al Baihaqi and Ibn Hazm report from Ibn 'Umar that "There is no zakah on housewares and cloths, except when they are used for trade." Ibn Hazm adds that this is a correct narration.25 Moreover, Abu 'Ubaid also reports the obligation of zakah on trade from Ibn 'Abbas.26
Analogie und Schlussfolgerung
Analogy and Reasoning
Ibn Rushd erwähnt, dass Handelsgüter Vermögen sind, das zum Wachstum bestimmt ist, wie die anderen drei Arten von Vermögen, die einhellig als zakatpflichtig gelten: landwirtschaftliche Erzeugnisse, Vieh sowie Gold und Silber. Somit ist die Analogie klar und passend.31 Was die Begründung dieser Prämisse betrifft, so gleichen Handelsgüter den Geldwerten. Sie sind austauschbar, besitzen einen Wert und sind für Investition und Wachstum bereit. Würde die Zakat auf Handelsgüter nicht erhoben, so würden reiche Menschen ihr Vermögen stets in Form von Waren und Warenbeständen halten und die Haltung von Bargeld vermeiden, um der Zahlung der Zakat zu entgehen.32 Es ist naheliegend, dass Geschäftsleute wenig Bargeld halten, da der größte Teil der Geschäftsvorgänge über Kredit oder durch Banküberweisungen, Schecks und Wechsel abgewickelt wird.
Ibn Rushd mentions that trade assets are wealth intended for growth, like the other three forms of wealth that are unanimously considered zakatable: agricultural products, livestock, and gold and silver. Thus the analogy is clear and fitting.31 As for the reasoning that supports this premise, trade assets are like monetary assets. They are exchangeable, valued, and readied for investment and growth. if zakah were not to be imposed on trade assets, rich people would always keep their wealth in the form of merchandise and inventory and avoid keeping cash, to escape the payment of zakah.32 It is natural that businessmen keep little cash, since most business transaction take place through credit or through bank transfers, checks, and drafts.
Laut dem verstorbenen Raschid Rida liegt der Grund für diese Angelegenheit darin, dass Gott die Zakat auf den Reichtum der Wohlhabenden auferlegt hat, um die Armen und Bedürftigen zu unterstützen und einige öffentliche Interessen der Muslime und des Islam zu finanzieren. Die Zakat zielt außerdem darauf ab, die Konzentration des Kapitals in den Händen weniger Einzelpersonen zu verringern, entsprechend dem Grundsatz, den der Vers festlegt: „damit es nicht nur unter den Reichen unter euch die Runde macht.“ Darüber hinaus verschafft sie den Reichen den Vorteil der Reinigung und Heiligung und erzieht sie dazu, hilfsbereit und barmherzig zu sein. In Anbetracht all dessen: Ist es vernünftig, dass Kaufleute und Geschäftsleute, denen womöglich der Großteil des Reichtums einer Nation gehört, davon befreit werden?33
According to the late Rashid Rida, the rationale for this matter is that God imposed zakah on the wealth of the rich in order to relieve the poor and needy and to pay for some public interests of Muslims and Islam. Zakah also aims at reducing capital concentration in the hands of a few individuals, in accordance with the principle laid down by the verse, "in order that it may not merely make a circuit between the wealthy among you." Moreover, it gives the rich the benefit of purification and sanctification and trains them to be helpful and merciful. With all that in mind, is it reasonable that merchants and businessmen, who may own the bulk of the wealth of a nation, be exempted?33
ABSCHNITT ZWEI: DIE ARGUMENTE DER GEGNER DER ZAKAT AUF HANDELSGÜTER
SECTION TWO ARGUMENTS OF THE OPPONENTS OF ZAKAH ON TRADE ASSETS
Die zahiritische Schule
A. The Zahiri school
Laut al-Khattabi vertreten die Sunniten im Allgemeinen die Auffassung, dass auf Handelsvermögen Zakah zu entrichten ist, mit Ausnahme einiger späterer Rechtsgelehrter der Zahiriten-Schule. Ibn Hazm übernimmt in seinem al-Muhalla diese Auffassung.37 Auch einige Gelehrte, die dafür bekannt sind, die Zakah einzuschränken, wie al-Shawkani und Siddiq Hasan Khan, unterstützen diese Ansicht. Ihre Argumente lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:
According to al Khattabi, Sunnites are generally of the opinion that zakah is obligatory on trade assets,36 except for a few late jurists of the Zahiri school. Ibn Hazm in his al Muhalla adopts this view.37 Some scholars known for their inclination to restrict zakah, such as al Shawkani and Siddiq Hasan Khan support this view too. Their arguments can be summarized in the following points:
Erstens berufen sie sich auf die Ḥadīthe: „Den Muslimen ist keine Zakāt auf ihre Sklaven und Pferde auferlegt“ und „Ich habe euch von der Sadaqa auf Pferde und Sklaven befreit“.38 Der wörtliche Sinn dieser Aussprüche ist, dass die Zakāt für diese beiden Güterarten entfällt, unabhängig davon, ob sie Handelsgut sind oder nicht. Die Antwort der Gelehrten der Mehrheitsmeinung lautet, dass das Studium dieser beiden Aussprüche zeigt, dass sie die Zakāt auf Sklaven im häuslichen Dienst und auf Pferde, die zur persönlichen Beförderung dienen, aufheben. Beide dienen Bedürfnissen, die einmütig von der Zakāt befreit sind.
Firstly, they draw on the hadiths, "No zakah is obligated on Muslims on their slaves and horses," and I have exempted you from sadaqah on horses and slaves."38 The literal meaning of these sayings is that zakah is waived for these two items, whether or not they are trade inventory. The reply of scholars in the majority camp is that studying these two sayings indicates that they waive zakah on slaves in household service and horses used for personal transportation. Both serve needs that are unanimously exempt from zakah.
Zweitens argumentieren sie, dass es grundsätzlich verboten ist, einen Teil des Vermögens eines Muslims zu nehmen, ohne einen klaren Beweis von Gott durch den Koran oder die Sunnah. Der Handel wurde zur Zeit des Propheten ﷺ betrieben, und es gibt keinen korrekten Bericht, der die Zakat auf den Handel verpflichtend macht. Was die Aussage von Samura und Abu Dharr betrifft, so lautet das Argument, dass sie schwach sind und nicht als Beweis für die Verpflichtung der Zakat herangezogen werden dürfen.39
Secondly, they argue that in principle it is forbidden to take any part of a Muslim's wealth without clear evidence from God through Qur'an or Sunnah. Trade was practiced in the time the Prophet (p) and there is no correct report obligating zakah on trade. As for the saying from Samurah and Abu Dharr, the argument is that they are weak and must not be used as evidence for obligating zakah.39
Die imamitische Rechtsschule
The Imami school
Die Imamitischen Rechtsgelehrten sind der Ansicht, dass die Zakat auf Handelsvermögen eher empfohlen als verpflichtend ist.42 Für Handelsgewinne (ohne das Kapital) haben sie jedoch eine andere Vorschrift: Auf diese Gewinne ist ein Fünftel fällig. Sie argumentieren, dass der Vers „Und wisset, dass von allem Beutegut, das ihr erlangt, ein Fünftel Gott gehört und dem Gesandten sowie den nahen Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen und dem Wanderer“ alle Einkünfte aus Geschäften, vergrabene Schätze und andere Gewinne umfasst. Diese Pflicht zum Fünftel auf Geschäftsgewinne entsteht, nachdem die persönlichen und häuslichen Ausgaben des Händlers abgezogen wurden. Der Verfasser des Jawahir al-Kalam schreibt, dass „ein Fünftel auf den verbleibenden Überschuss aus Handel, Gewerbe und Landwirtschaft erhoben wird, nachdem die Lebenshaltungskosten für das ganze Jahr abgezogen wurden“. Er fügt hinzu: „Hierüber besteht kein Streit.“43 In heutigen Begriffen bedeutet dies eine Abgabe von zwanzig Prozent auf das Nettoeinkommen.
Imami jurists are of the opinion that zakah is recommended rather than obligated on trade assets.42 They have, however, another prescription for trade earnings (excluding capital), saying that one-fifth is due on those profits. They argue that the verse "and know that out of all the booty that ye may acquire, a fifth share is assigned to God, and to the Apostle, and to near relatives, orphans, the needy, and the wayfarer," covers all earnings from business, buried treasures, and other gains. This obligation of one-fifth on business profits comes after deducting the personal and household expenses of the trader. The author of Jawahir al Kalam writes that "one-fifth is levied on the residual of profits from trade, industry, and agriculture after the deduction of living expenses for the whole year." He adds, "This is not disputed."43 Using contemporary terms, this means a levy of twenty percent on net income.
Sunnitische Gelehrte vertreten die Auffassung, dass sich dieser Vers ausschließlich auf die im Krieg erbeutete Beute bezieht, wie es der Gesandte Gottes (ﷺ) erklärt hat. Diese Auslegung wird durch den Kontext des Verses in der Sure al-Anfal selbst gestützt. Würde die erbeutete Beute [ghanimah] nicht auf den Kriegsfall beschränkt, sondern allgemein verstanden, dann wären auch auf Erbschaften zwanzig Prozent fällig. Dies widerspricht offensichtlich dem Konsens (ijma'). Erbeutete Beute kann daher nicht alle erwirtschafteten Gewinne bezeichnen.44
Sunnites argue that this verse refers only to booty acquired in war, as explained by the Messenger of God (p). This interpretation is supported by the context of the verse in sura al Anfal itself. If acquired booty [ghanimah] is left general and not restricted to the case of war, then twenty percent on bequests would be due. This obviously contradicts the ijma'. Acquired booty cannot consequently mean all earned profits.44
ABSCHNITT DREI: VORAUSSETZUNGEN DER ZAKAT AUF HANDELSVERMÖGEN
SECTION THREE CONDITIONS OF ZAKAH ON BUSINESS ASSETS
Handel ist Austausch in der Absicht, Gewinn zu erzielen.45 Handelsgüter sind Waren, die zum Zweck des Verkaufs mit Gewinn erworben werden.46 Somit sind zwei Elemente beim Handel beteiligt: die Handlung des Kaufens oder Verkaufens und die Absicht, Gewinn zu erzielen.47
Trade is exchange with the intention of making profit.45 Trade assets are commodities obtained for the purpose of selling for profit.46 Thus two elements are involved in trade---the action of buying or selling, and the intention of making profit.47
Der Kauf zum Zweck der Nutzung des Vermögensgegenstandes ist kein Handel. Gegenstände, die für den persönlichen Gebrauch und den Haushalt gekauft werden, sind keine Handelsgüter. Diese beiden Elemente müssen im Handel stets zusammen vorliegen.48
Buying for the intention of using the asset is not trade. items bought for personal and household use are not trade assets. These two elements must always co-exist in trade.48
Die Änderung der Absicht vom Verkauf zum Zweck des Gewinns hin zur persönlichen Nutzung eines Gegenstands hebt dessen Zakatpflicht auf.49
Changing the intention from selling for profit to personal use of an item must remove its zakatability.49
Dies sind die beiden Hauptbedingungen für die Definition von Handelsvermögen. Einige Gelehrte fügen eine weitere Bedingung hinzu,50 nämlich dass bei einem Gegenstand innerhalb eines einzigen Zakat-Jahres keine Doppelbelastung mit Zakat entstehen darf,51 da der Prophet ﷺ sagte: „Bei der Sadaqah darf es keine Doppelbelastung geben.“52 Eine Doppelbelastung kann etwa dann eintreten, wenn ein Wirtschaftsgut, z. B. landwirtschaftlich nutzbares Land, zum Weiterverkauf mit Gewinn erworben wird, während es jedoch beim Kaufmann bewirtschaftet und geerntet wird. Viele Gelehrte vertreten die Auffassung, dass auf den Ertrag die Zakat für Landwirtschaft (zehn Prozent) anzuwenden ist, während andere meinen, allein die Zakat auf das Handelsvermögen sei anzuwenden. Obwohl einige wenige vorschlagen, in diesem Fall beide Zakat-Arten anzuwenden,53
ABSCHNITT VIER: WIE DIE ZAKAT AUF HANDELSGÜTER ENTRICHTET WIRD
SECTION FOUR HOW ZAKAH ON TRADES IS PAID
Handelsgüter können eine der folgenden drei Formen annehmen:
Trade assets may take one of the following three forms:
1. Es könnte sich um Waren und Lagerbestand handeln, die zum Verkauf bestimmt sind, 2. um Bargeld in der Kasse oder auf der Bank 3. oder um Schulden und Forderungen gegenüber Agenten und anderen.
1. It could be merchandise and inventory for sale, 2. Cash on hand or in the bank, 3. Or debts and credits extended to agents and others.
Auch Kaufleute können Verbindlichkeiten in Form von Schulden haben, die sie anderen Personen schulden.
Also traders may have liabilities in the form of debts due to other people.
Abu Ubaid berichtet von den Weisen, wie einige der großen Nachfolger (Tabi'un) die Berechnung der Zakat verstanden.57 Er zitiert Maimun bin Mahran mit den Worten: „Wenn die Zakat fällig wird, berechne den Betrag des Geldes, addiere den Wert des Warenbestands und den Betrag der Schulden von Kunden, von denen du erwartest, dass sie bezahlt werden, bilde die Summe, ziehe davon ab, was du anderen schuldest, und zahle Zakat auf den verbleibenden Betrag.“ Al-Hasan al-Basri sagt: „Wenn die Zakat fällig wird, muss man den Betrag des Geldes addieren, zuzüglich des Wertes des Warenbestands, zuzüglich des Betrags der Schulden, mit Ausnahme der Schulden, die als uneinbringlich gelten, und die Zakat auf die Gesamtsumme zahlen.“ Ibrahim al-Nakha'i gibt an, dass man das Handelsvermögen bewerten und die Zakat darauf zusammen mit der Zakat auf die übrigen Besitztümer zahlen muss.58
Abu Ubaid reports the ways of calculating zakah as perceived by some of the great Followers.57 He quotes Maimun bin Mahran as saying, "When zakah is due, calculate the amount of money, add to it the value of inventory and the amount of debts on customers that you expect to be paid, sum the total, deduct whatever debts you owe to others and pay zakah on the net." Al Hasan al Basri says, "When zakah is due, one must add the amount of money, plus the value of inventory, plus the amount of debts, except the amount of hopeless debts, and pay zakah on the total." Ibrahim al Nakha'i indicates that one must evaluate one's trade assets and pay their zakah along with zakah due on one's other holdings."58
Aus diesen Zitaten geht klar hervor, dass ein muslimischer Kaufmann bei der Berechnung des zakatpflichtigen Vermögens alles zusammenrechnen muss, was er besitzt, sei es Kapital, Gewinn, Ersparnisse und erhoffte Forderungen. Er ist verpflichtet, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und sein Warenlager zusätzlich zu Geld und Forderungen zu bewerten, und dann 2,5 % der Gesamtsumme zu entrichten. Uneinbringliche Forderungen sind dagegen nicht zakatpflichtig, es sei denn, sie werden tatsächlich zurückgezahlt. Dann muss die Zakat einmalig darauf entrichtet werden,
Malik unterscheidet zwischen monopolistischen und nicht-monopolistischen Kaufleuten
Malik distinguishes between monopolistic and non-monopolistic merchants
Nach Malik ist ein monopolistischer Kaufmann derjenige, der Waren kauft und wartet, bis die Preise steigen, um zu verkaufen, während ein nicht-monopolistischer Kaufmann derjenige ist, der regelmäßig kauft, um zu verkaufen, ohne der Lagerung oder dem Abwarten einer Preisänderung große Aufmerksamkeit zu schenken.60 Ibn Rushd schreibt: "Malik sagt, ein monopolistischer Kaufmann müsse die Zakah auf seinen Warenbestand bei dessen Verkauf entrichten, und zwar einmalig, auch wenn sein Vorrat mehrere Jahre gelagert wurde, während der andere Kaufmann verpflichtet ist, die Zakah auf den Warenbestand jedes Jahr zu entrichten.
According to Malik, a monopolistic merchant is one who buys commodities and waits until prices go up to sell, while a non-monopolistic merchant is one who buys to sell on regular basis without giving much attention to storage or to waiting for a price change.60 Ibn Rushd writes "Malik says a monopolistic merchant must pay zakah on his inventory when he sells them, once only, even if his stock was kept for several years, while the other merchant is required to pay zakah on the inventory each year.
Die Mehrheit, darunter asch-Schafi'i, Abu Hanifa, Ahmad, ath-Thauri, al-Auza'i und andere, unterscheidet nicht zwischen diesen beiden Kaufleuten.61 Ibn Raschd kommentiert die Ansicht Malik', indem er sagt: „Dies scheint ein Eingriff in die Scharia zu sein und keine Ableitung aus ihren Prinzipien. Derartiges wird gewöhnlich als lose Analogie (al-qiyas al-mursal) bezeichnet, die sich nicht auf ein in der Scharia genanntes Prinzip stützt, sondern allein auf eine reine Rationalisierung der Interessen der Scharia. Malik akzeptiert eine solche Herangehensweise." Darüber hinaus haben die Malikiten unterschiedliche Meinungen über den Fall, in dem die Ware eines nicht monopolistischen Kaufmanns über mehrere Jahre auf Lager bleibt. Ist er verpflichtet, jedes Jahr Zakat zu zahlen, oder sollte er wie der monopolistische Kaufmann behandelt werden, der zum Zeitpunkt des Kaufs eine lange Wartezeit einplant? Sahnun sagt, dass ein unverkäufliches Lager wie die Ware eines monopolistischen Kaufmanns behandelt werden kann, während Ibn al-Qasim dem nicht zustimmt.62
The majority, including al Shafi'i, Abu Hanifah, Ahmad, al Thawri, al Awza'i, and others, do not make any distinction between these two merchants."61 Ibn Rushd comments on Malik's view, "This seems to be an intrusion into Shari'ah, rather than a deduction from its principles. Things like this are usually called loose analogy (al qiyas al mursal), which do not rely on a principle mentioned in Shari'ah but only on pure rationalization of Shari'ah's interests. Malik accepts such an approach." Furthermore, Malikites have different opinions about the case in which the merchandise of a non-monopolistic merchant remains in stock for several years. Is he required to pay zakah every year, or should he be treated like the monopolistic merchant who at the time of purchase anticipates a long waiting period ? Sahnun says that stagnant inventory may be treated like the merchandise of monopolistic merchant, while Ibn al Qasim does not agree.62
Anlagevermögen unterliegt nicht der Zakat.
Fixed assets are not subject to zakah
Geschäftsvermögen, das im Hinblick auf die Zakatpflicht genannt wird, umfasst nur jene Vermögenswerte, die liquide oder im Umlauf sind, also das sogenannte Umlaufkapital. Gebäude, Möbel und Einrichtungen von Geschäften, die nicht zum Verkauf erworben wurden, gehören nicht zu den zakatpflichtigen Vermögenswerten.
Business assets referred to with respect to zakatability are only those assets that are liquid or circulating, or what is usually called the circulating capital. Buildings, furniture and fixtures of stores that are not acquired for sale are not included in zakatable assets.
Juristen definieren die zakatpflichtigen Vermögenswerte von Handelsgütern als jene Waren, die zum Weiterverkauf mit Gewinn erworben werden.63 Der von Samurah überlieferte Ausspruch besagt: „Der Prophet ﷺ pflegte uns anzuweisen, die Sadaqah auf das zu entrichten, was wir zum Verkauf bestimmen.“ Folglich heißt es, dass Behälter, Käfige, Waagen, Maschinen und Werkzeuge nicht unter die Zakatpflicht fallen.64 Einige Juristen unterscheiden darüber hinaus zwischen Behältern und Verpackungen, die zusammen mit der Ware verkauft werden, und solchen, die nicht mitverkauft werden: Erstere sind zakatpflichtig, letztere nicht.65
Jurists define zakatable assets of trades as those materials that are purchased for resale with profit.63 The saying narrated by Samurah states that "the Prophet (p) used to ordain us to pay the sadaqah on what we designate for sale." Consequently, it is said that containers, cages, scales, machinery and tools are not included in zakatability.64 Some jurists go on to distinguish between containers and packages sold with the merchandise and those that are not sold, the former being zakatable while the latter are not.65
Bewertung des Warenbestands für Zwecke der Zakah
Pricing of inventory for zakah purposes
Die Mehrheitsmeinung besagt, dass man zur Fälligkeit der Zakāt die aktuellen Preise zugrunde legen soll. Überliefert ist dies auch vom Nachfolger (Tābiʿī) Jābir ibn Zaid: Die Bewertung erfolgt zu den Preisen des Tages, an dem die Zakāt fällig wird. Von Ibn ʿAbbās ist überliefert, er habe gesagt: „Es ist erlaubt, abzuwarten, bis die Ware verkauft ist, und dann die fällige Zakāt entsprechend dem tatsächlich erzielten Erlös zu entrichten.“ Eine dritte Ansicht wird von Ibn Rushd überliefert, ohne dass sie einem bestimmten Rechtsgelehrten zugeschrieben wird: Das Warenlager nach dem Einkaufspreis zu bewerten. Da die Preise steigen oder fallen können, ist es weder für den Zahlenden noch für den Empfänger der Zakāt gerecht, etwas anderes als die Preise am Tag der Zahlung zu berücksichtigen, zumal die Zakāt tatsächlich auf das Kapital und den aufgelaufenen Gewinn fällig wird. Die Ansicht der Mehrheit ist hier offensichtlich am vernünftigsten. Es ist jedoch zu beachten, dass Großhandelspreise und nicht Einzelhandelspreise zugrunde gelegt werden müssen, denn falls ein Warenlager aufgelöst werden soll, geschieht dies zu den aktuellen Großhandelspreisen.
The majority's view is to use current prices on the due dates of zakah. This is also reported from the Follower Jabir bin Zaid: Evaluation is done at the prices of the day zakah becomes due. Ibn Abbas is reported to have said that "It is allright to wait untill the merchandise is sold, and then the due zakah is paid according to the actual proceeds."66 Yet a third view is reported by Ibn Rushd without attribution to any specific jurist, which is to appraise the inventory at its purchase price.67 Since prices may go up or down, it is not fair for the payer or the recipient of zakah to consider anything but prices that are current on the day of payment, especially since zakah is, in fact, due on principal and accrued profit. The majority's view is obviously most reasonable here. But it should be noted that wholesale prices, and not retail prices must be used if any liquidation of inventory is to be done it will be at current wholesale prices.
Zahlung der Zakāt in Naturalien oder im Geldwert
Payment of zakah in kind or in value
Naturgemäß gibt es mehrere Meinungen. Abu Hanifa und ein Bericht von al-Schafi'i überlassen es dem Kaufmann, die Wahl zu treffen, besonders wenn der Warenbestand die Form von Konsumgütern hat.68 Ein anderer Bericht von al-Schafi'i macht die Zahlung in Form von Naturalien verpflichtend und nicht in Form des Wertes zulässig.69 Al-Muzani sagt: „Die Zakat auf Handelsware wird in Naturalien entrichtet und nicht in Form des Wertes.“70 Eine weitere Ansicht ist die von Ahmad und ein dritter Bericht von al-Schafi'i, wonach die Zakat nur in Form des Wertes entrichtet werden darf, da das Nisab bei den Vermögenswerten des Handels allein eine Frage der Bewertung ist.71 Der Verfasser von al-Mughni schreibt: „Wir sind nicht der Ansicht, dass die Zakat auf die Art des Vermögenswertes erhoben wird, sondern allein auf seinen Wert.“72 Diese letzte Ansicht scheint mir die vernünftigste zu sein, denn sie ist den Armen am dienlichsten, da sie ihnen die Wahl der Waren überlässt, die sie am dringendsten benötigen. Diese Methode ist außerdem für den Staat leichter einzuziehen. Die Entrichtung der Zakat in Naturalien kann auch dann praktiziert werden, wenn der Zahlende weiß, dass die Armen diese Ware benötigen, und der Kaufmann sie direkt an die Armen übergibt. Ibn Taimiyya wurde gefragt, ob ein Kaufmann die Zakat in Naturalien entrichten dürfe oder nicht, und er antwortete: „Das hängt davon ab.
Naturally, there are several opinions. Abu Hanifah and report from al Shafai'i leave it to the merchant to make the choice especially when inventory takes the form of consumer goods.68 Another report from al Shafai'i makes payment obligatory in kind and not permissible in value.69 Al Muzani says that "Merchandise zakah is paid in kind and not in value."70 Yet another view is that of Ahmad and a third report from Al Shafi'i that zakah must only be paid in value because nisab in trade's assets is only a matter of valuation.71 The author of al Mughni writes "we do not think that zakah is levied on the kind of the asset but only on its value."72 This last opinion seems to me the most rational, because it is most beneficial to the poor, leaving him with the choice of commodities he needs most. This method is also easier for the state to collect. Paying zakah in kind may also be practiced when the payer knows that the poor need that commodity and the merchant pays it directly to the poor. Ibn Taimiyah was asked whether a merchant could pay zakah in kind or not, and he answered, "That depends.
Manche Menschen sagen, sie werde immer in Form von Sachgütern entrichtet, andere sagen, sie solle immer im Wert entrichtet werden, und die dritte Ansicht besagt, dass es davon abhängt, welche Zahlungsweise in jedem einzelnen Fall für den Zahlenden, den Empfänger und den Einsammler am vorteilhaftesten und bequemsten ist. „Die letztgenannte Ansicht", so fährt er fort, „scheint die gerechteste zu sein, d. h., dass die Zakāt in Form von Sachgütern entrichtet werden soll, wenn dies den Armen am meisten nützt, oder im Wert, wenn dies für ihn besser ist."
1. Siehe al-Qaradawi, al-Halal wa al-Haram, Kapitel über Berufe und Einkünfte.
1. See al Qardawi, al Halal Wa al Haram, chapter on crafts and earnings.
2. Die Rechtsgelehrten verwenden für „Handelsvermögen“ den arabischen Begriff „ʿUrūḍ al-Tijāra“. „Tijāra“ bedeutet „Handel“, und „ʿUrūḍ“ ist der Plural von „ʿArḍ“, was laut dem Wörterbuch al-Tāj Waren und Güter bezeichnet, außer Gold und Silber. Al-Nawawī sagt, dass Vermögen des Handels alles ist, was, wenn es erworben wird, zum Handel bestimmt ist.
2. Jurists use for "Trade wealth" the Arabic word "Urud al Tijarah" "Tijarah" means "trade" and "Urud" is the plural of "'ard" which means commodities and wares other than gold and silver according to the dictionary al Taj. Al Nawawi says that the mal of trade is anything that, when obtained, is intended for trade.
3. Matalib Uli al Nuha, Bd. 2, S. 96.
3. Matalib Uli al Nuha, Vol. 2, p. 96.
4. Band 11, S. 143, Al-Sha'b-Ausgabe.
4. Volume 11, p. 143, Al Sha'b print.
6. Der Kommentar Al-Tabari, Bd. 3, S. 555–556, herausgegeben von Ahmad und Mahmud Shakir.
6. The commentary Al Tabari, Vol. 3 pp. 555-556, edited by Ahmad and Mahmud Shakir.
7. Al Jasaas, Ahkam Al Qur'an, Bd. 1, S. 543.
7. Al Jasaas, Ahkam Al Qur'an, Vol. 1, p. 543.
8. Ebd., Bd. 1, S. 235.
8. Ibid, Vol. 1, p.235.
9. Al Razi, Al Tafsir Al Kabir, Bd. 2, S. 65.
9. Al Razi, Al Tafsir Al Kabir, Vol. 2 , p.65.
10. Sure al-Masad, 111:2.