7.2 Kapitel Zwei: Wer ist dazu verpflichtet?
7.2 Chapter Two On Whom Is It Obligated?
Der Ausspruch, der von der Gruppe über Ibn 'Umar überliefert wird, lautet: „Der Gesandte Gottes ﷺ"
The saying reported by the group from Ibn 'Umar reads "The Messenger of God (p)
„[...] die Zakat des Fastenbrechens im Ramadan [...] auf jeden Muslim auferlegt, ob Freier oder Sklave, männlich oder weiblich ﷺ", und in einer Überlieferung von al-Bukhari sagt Ibn 'Umar: „Der Gesandte Gottes ﷺ hat [...] auf jeden Muslim auferlegt, Sklave oder Freier, männlich oder weiblich, jung oder alt ﷺ." Abu Hurairah sagt, die Zakat al-Fitr sei fällig „für jeden Freien oder Sklaven, männlich oder weiblich, jung oder alt, arm oder reich [...]"1 Obwohl dies die Worte Abu Hurairahs sind, ist eine solche Ansicht keine Frage persönlicher Meinung, weshalb sie vom Propheten ﷺ überliefert sein muss.
imposed zakah of breaking the fast of Ramadan . . . on every Muslim, free or slave, male or female" and in a version given by al Bukhari, Ibn 'Umar says "The Messenger of God (p) imposed . . . on every Muslim, slave or free, male or female, young or old." Abu Hurairah says zakah of al fitr is due "on every free or slave, male or female, young or old, poor or rich . . ."1 Although these are Abu Hurairah's words, such a view is not a matter of personal opinion, so it must be taken from the Prophet (p).
Diese Aussagen zeigen, dass die Zakat al-Fitr eine allgemeine Pflicht für alle muslimischen Einzelpersonen ist, unabhängig davon, ob sie frei oder unfrei sind, ob männlich oder weiblich, ob jung oder alt, ob reich oder arm und ob sie in einer Stadt oder als Beduinen leben.
These sayings indicate that zakah of breaking the fast is a general obligation on all Muslim individuals, regardless of freedom, sex, age, wealth, or urban or bedouin status.
Al-Zuhri, Rabi'ah und al-Laith vertreten die Ansicht, dass sie nur für die Stadtbevölkerung verpflichtend ist, d. h.
Al Zuhri, Rabi'ah, and al Laith believe it is obligated only on the urban population, i.e.
Nomaden sind ausgenommen, doch der Wortlaut der Überlieferungen widerlegt ihre Ansicht.2 Ibn Hazm berichtet eine ähnliche Auffassung von 'Ata und fügt hinzu, dass der Gesandte Gottes ﷺ keine Ausnahme machte.
nomads are exempt, but the wording of the sayings disproves their view.2 Ibn Hazm reports a similar view from 'Ata and adds that the Messenger of God (p) did not make any exception.
Frauen
Women
Die Formulierung im Hadith „männlich oder weiblich" legt nahe, dass die Zakat al-Fitr für alle Frauen verpflichtend ist, ob verheiratet oder nicht. Dies ist die Ansicht von Abu Hanifa und den Zahiriten. Sie sagen, die Frauen müssten sie aus ihrem eigenen Vermögen entrichten. Die übrigen drei führenden Imame sowie al-Laith und Ishaq vertreten die Auffassung, dass die Ehemänner verpflichtet sind, sie stellvertretend für ihre Ehefrauen zu entrichten, weil die Zakat al-Fitr mit der Versorgung des Lebensunterhalts zusammenhängt. Al-Hafiz argumentiert, dass diese Ansicht umstritten sei, da ihre Vertreter sich im Fall einer sklavischen Ehefrau widersprechen, wenn der Ehemann finanziell nicht in der Lage ist: Sie behaupten, die Zakat al-Fitr der Ehefrau müsse von ihrem Herrn entrichtet werden, während er nicht verpflichtet sei, für ihren Unterhalt aufzukommen. Ebenso gilt: Ist die Ehefrau nicht muslimisch, ist der Ehemann einhellig verpflichtet, für ihren Unterhalt aufzukommen, nicht aber für die Zakat al-Fitr in ihrem Namen. Al-Schafi'i führt einen mursal-Hadith über Muhammad ibn 'Ali al-Baqir an: „Entrichtet die Sadaqa al-Fitr für diejenigen, für die ihr sorgt." Dieser Hadith ist jedoch sehr schwach und hält einer Beweisführung nicht stand. Die imamitische Rechtsschule stimmt mit den Schafiiten überein. Al-Laith fügt hinzu, dass sie auch für einen Arbeiter entrichtet werden müsse, dessen Lohn nicht festgelegt ist, während die Zaiditen sagen, der Zahlende sei nur dann verpflichtet, die Zakat al-Fitr für diejenigen zu entrichten, deren Lebensunterhalt er bestreitet, wenn sie durch Verwandtschaft, Ehe oder Besitz [eines Sklaven] mit ihm verbunden sind.9
The phrase in the saying "male or female" implies that zakah of al fitr is obligated on all women, married or not. This is the view of Abu Hanifah and the Zahirites. They say that women must pay it from their own wealth.4 The other three leading imams as well as al Laith and Ishaq believe that husbands are required to pay it on behalf of their wives, because zakah of al fitr is related to provision of sustenance. Al Hafiz argues that this view is disputed, since its proponents contradict themselves in the case of a slave wife when the husband is financially unable, claiming that the wife's zakah of al fitr must be paid by her master, while he is not obligated to spend on her sustenance. Also, when the wife is not Muslim, the husband is unanimously required to spend for her sustenance but not for zakah of al fitr on her behalf. Al Shafi'i presents a mursal saying via Muhammad bin 'Ali al Baqir, "Pay sadaqah of al fitr on behalf of those you provide for."5 However, this saying is very weak and does not stand in argument.6 The Imami school agrees with the Shafi'ites.7 Al Laith adds that it must also be paid on behalf of a laborer whose wage is not defined,8 while the Zaidis say the payer is only required to give zakah of al fitr on behalf of those whose sustenance he provides if they are related by kin, marriage, or ownership [of a slave].9
Kinder
Children
Der Ausdruck „jung oder alt" in dem Hadith zeigt, dass die Zakat al-Fitr auch für Kinder verpflichtend ist, und zwar aus deren eigenem Vermögen, falls sie welches besitzen. Der Vormund ist verpflichtet, sie aus dem Vermögen der Kinder zu entrichten. Hat das Kind kein Vermögen, muss der Vormund sie wie einen Unterhalt bezahlen. Dies ist die Meinung der Mehrheit. Muhammad ibn Hasan sagt, nur der Vater sei zur Entrichtung verpflichtet, und hat das Kind keinen Vater, so ist keine Zakat al-Fitr fällig. Sa'id ibn al-Musayyab und al-Hasan al-Basri sagen, sie sei nicht für denjenigen verpflichtend, der nicht gefastet hat, da sie als Reinigung verpflichtet sei und das Kind dieser nicht bedürfe. Ibn 'Abbas sagt: „Der Gesandte Gottes ﷺ hat die Zakat al-Fitr als Reinigung auferlegt, für denjenigen, der fastet, von leerem Geschwätz und Unreinheiten." Diese Meinung wird mit der Begründung angefochten, dass die Verpflichteten meist fasten, und dass die Zakat al-Fitr auch dazu verpflichtet, die Armen zu speisen, ein Zweck, der besser erreicht wird, wenn sie für Junge und Alte verpflichtend ist.
The phrase "young or old" in the saying indicates that zakah of al fitr is obligatory on children, out of their own funds if they have any. The guardian is required to pay it out of the children's wealth. If the child has no funds, the guardian must pay it like provision for sustenance. This is the opinion of the majority. Muhammad bin Hasan says only the father is obliged to pay it, and if the child has no father, no zakah of al fitr is due.10 Sa'id bin al Musayyib and al Hasan al Basri say it is not obligated on whoever did not fast, because it is obligated as a purification and the child does not need it. Ibn 'Abbas says, "The Messenger of God (p) imposed zakah of al fitr as a purification, for whoever fasts, from vain talk and impurities." This opinion is disputed on the ground that most of those obligated usually fast,11 and that zakah of al fitr is also obligated to feed the poor, a purpose better achieved if it is obligated on young and old.
Der Fötus
The fetus
Nach der Mehrheit der Rechtsgelehrten ist für den Fötus keine Zakat fällig. Ibn Hazm widerspricht dem und sagt, wenn der Fötus vor dem Morgengrauen des letzten Tages des Ramadan hundertzwanzig Tage alt geworden ist, müsse für ihn die Zakat al-Fitr entrichtet werden. Die hundertzwanzig Tage entnimmt er dem Ausspruch, der besagt, dass die Seele in diesem Alter in den Fötus eingehaucht wird. Ibn Hazm führt an, dass der Fötus durch das Wort des Propheten ﷺ „Jung“ mit eingeschlossen ist, und berichtet, dass 'Uthman bin 'Affan die Zakat al-Fitr für die Jungen, die Alten und die ungeborenen Kinder zu entrichten pflegte. Abu Qulabah sagt: „Sie pflegten es zu mögen, die Zakat al-Fitr für die Jungen, die Alten und den Fötus im Mutterleib zu entrichten.“ Ibn Hazm stellt klar, dass Abu Qulabah viele Gefährten getroffen hat und von ihnen überliefert.
No zakah is obligated on the fetus, according to the majority of jurists. Ibn Hazm disagrees, saying that if the fetus completes one hundred and twenty days before the dawn of the last day of Ramadan, zakah of al fitr must be paid on its behalf. The hundred and twenty days is taken from the saying which indicates it is at this age that the soul is blown into the fetus. Ibn Hazm argues that the fetus is included by the word of the Prophet "young" and reports that 'Uthman bin 'Affan used to pay zakah of al fitr on behalf of the young, old, and unborn babies. Abu Qulabah says, "They used to like paying zakah of al fitr on behalf of the young, the old, and the fetus in the womb." Ibn Hazm clarifies that Abu Qulabah met many Companions and narrates from them.
Sulaiman bin Yasar antwortete auf die Frage nach der Zakat al-Fitr zugunsten des Fötus mit „ja“ und fügte hinzu: „Es ist kein Gefährte bekannt, der in dieser Frage von ʿUthmān abgewichen wäre.“12
Sulaiman bin Yasar answered "yes" to a question about zakah of al fitr on behalf of the fetus and adds, "no Companion is known to have differed with 'Uthman on this issue."12
Tatsächlich gibt es keinen Beleg dafür, dass die Zakat al-Fitr für ungeborene Kinder verpflichtend ist, in dem, was Ibn Hazm anführt, und es ist eine grobe Willkür, den Fötus in die Bedeutung des Wortes „Kleine“ einzubeziehen. Die Handlung des ʿUthman ist kein Hinweis auf die Verpflichtung, auch wenn sie eine Ermutigung zu dieser Handlung bedeuten mag. Asch-Schawkani führt an, dass Ibn al-Mundhir einen Konsens (Idschmāʿ) überliefert, dass sie für ungeborene Kinder nicht verpflichtend ist, und Ahmad hält diese Abgabe für empfehlenswert, nicht für verpflichtend.13
The truth is that there is no evidence on the obligation of zakah of al fitr on unborn babies in what Ibn Hazm quotes, and it is gross arbitration to include the fetus in the meaning of the word "young". 'Uthman's action is not indicative of the obligation, although it may mean encouragement of this action. Al Shawkani quotes Ibn al Mundhir as reporting ijma' that it is not obligatory on unborn babies, and Ahmad considers this payment desirable and not obligatory.13
Voraussetzungen der Zakatpflicht
Conditions of zakatability
Die Formulierung „ein Freier oder Sklave" im Hadith schließt die Armen ein; Abu Hurairah erwähnt die Armen ausdrücklich in seiner Aussage. Dementsprechend vertreten die drei führenden Rechtsgelehrten zusammen mit der Mehrheit die Ansicht, dass es nur zwei Bedingungen für die Zakatpflicht gibt, nämlich den Islam und den Besitz eines Betrags, der über das hinausgeht, was man selbst und die eigene Familie für den Tag des 'Id als Lebensunterhalt benötigt, von der Zakat al-Fitr. Al-Shawkani merkt an, dass dies richtig ist, weil die Texte allgemein gehalten sind und Reiche wie Arme einschließen. Die Voraussetzungen der Zakatpflicht unterliegen in diesem Fall nicht menschlicher Meinung, da der Zweck dieser Zakat – die Reinigung von leerem Gerede usw. – sowohl die Armen als auch die Reichen umfasst. Die Bedingung, Nahrung für den Tag des 'Id zu besitzen, ist dagegen unverzichtbar, denn ohne diese Bedingung verdient die Person, die Zakat al-Fitr zu empfangen, und soll an diesem Tag zufriedengestellt werden.14
The phrase "a freeman or slave" in the saying is inclusive of the poor; Abu Hurairah explicitly mentions the poor in his statement. Accordingly, the three leading jurists, along with the majority, believe that there are only two conditions of zakatability, namely, Islam and owning the amount of zakah of al fitr above what is needed as provision for the day of 'Id for the person and his family. Al Shawkani notes that this is correct because the texts are general and inclusive of the rich and poor. The terms of zakatability are not subject to human opinion in this case, since the purpose of this zakah--cleansing of vain talk, etc., includes the poor and the rich. On the other hand, the condition of owning food for the day of 'Id is indispensable, because without this condition, the person deserves to receive zakah of al fitr and to be satisfied on that day.14
Abu Hanifa und seine Schüler sind anderer Meinung. Sie fordern die Bedingung des Nisab aufgrund der allgemeinen Aussage in al-Bukhari und an-Nasa'i: „Keine Sadaqa ist verpflichtend außer aus Reichtum“, und Reichtum wird dadurch definiert, dass man den Nisab besitzt. Sie leiten dies auch durch Analogie zu anderen Formen der Zakah ab, die alle den Nisab voraussetzen. Dem wird entgegengehalten, dass diese Aussage nicht auf die Verpflichtung dieser Bedingung hinweise, besonders nicht in der von Abu Dawud überlieferten Fassung: „Die beste Sadaqa ist die, die aus Reichtum gegeben wird.“16
Abu Hanifah and his disciples disagree. They require the condition of nisab on the basis of the generality of the saying in al Bukhari and al Nasa'i, "No sadaqah is obligated except our of richness,"15 and richness is defined by owning nisab. They also draw this by analogy to other forms of zakah that all require nisab. This is challenged on the grounds that this saying does not indicate an obligation of this condition, especially the version reported by Abu Daud: "The best sadaqah is that done out of richness."16
Aufgeschobene Schulden stehen der Zakatpflicht nicht entgegen.
Deferred debt does not obstruct zakatability
Schulden, die bis zum Tag des 'Id nicht fällig sind, werden bei der Bestimmung der Zakatpflicht hinsichtlich der Zakat al-Fitr nicht berücksichtigt; das heißt, eine Person, die einen Überschuss über die Nahrung für den Tag des 'Id hat, dieser Überschuss aber zur Begleichung einer Schuld benötigt wird, die bis zu diesem Tag fällig ist, ist von der Zakat befreit.
Debts that are not due by the day of 'Id are disregarded in determining zakatability with respect to zakah of al fitr; i.e. a person who has excess above the 'Id day's food, but this excess is required to pay a debt that is due by that day is exempt from zakah.
Aufgeschobene Schulden stehen der Zakatpflicht nicht entgegen, denn die Zakat al-Fitr ist für jeden Muslim, auch für den Armen, betont und gewiss vorgeschrieben, anders als die Zakat auf Vermögen, die nur den Reichen obliegt.
Deferred debts do not obstruct zakatability, because zakah of al fitr is emphasized and ascertained on every Muslim including the poor, unlike zakah on wealth, which is obligated on the rich only.
Fußnoten
Footnotes.
1. Überliefert von al-Bukhari, Muslim, Ahmad und an-Nasa'i. Siehe al-Fath al-Rabbani, Bd.
1. Reported by al Bukhari, Muslim, Ahmad, and al Nasa'i. See al Fath al Rabbani, Vol.
9, S. 139, Aussage Nr. 186.
9, p. 139, saying no. 186.
2. Nail al Awtar, Bd. 4, S. 181.
2. Nail al Awtar, Vol. 4, p. 181.
3. Al Muhalla, Bd. 6, S. 132.
3. Al Muhalla, Vol. 6, p. 132.
4. Al Fath al Rabbani, Bd. 9, S. 140, Aussage Nr. 187.
4. Al Fath al Rabbani, Vol. 9, p. 140, saying no. 187.
5. Ebenfalls überliefert von al-Baihaqi, Bd. 4, S. 161, über dieselbe Überlieferungskette, und er unterstützt 'Ali. Sie ist unterbrochen. Ibn Hazm sagt, dies sei sehr überraschend, da al-Schafi'i, der mursal-Überlieferungen nicht annimmt, die schwächste mursal-Überlieferung anführt, nämlich die über Ibn Abi Yahya. Siehe al-Muhalla, Bd. 6, S. 137. Al-Baihaqi überliefert dasselbe auch von Ibn 'Umar über eine nicht starke Überlieferungskette, Bd. 4, S. 161. Auch ad-Daraqutni überliefert es; siehe Nail al-Awtar, Bd. 4, S.
5. Also reported by al Baihaqi, Vol. 4, p. 161, via the same chain and he aids 'Ali. It is interrupted. Ibn Hazm says this is very surprising, since al Shafi'i, who does not accept mursal sayings, presents the worst mursal, which is via Ibn Abi Yahya. See al Muhalla, Vol. 6, p. 137. Al Baihaqi also reports the same from Ibn 'Umar via a notstrong chain, Vol. 4, p. 161. Al Daraqutni also reports it; see Nail al Awtar, Vol. 4, p.
181. Al-Baihaqi überliefert von ʿAlī: „Für denjenigen, für dessen Unterhalt ihr aufkommen müsst, sollt ihr [Zakāt al-Fitr] in seinem Namen entrichten." In dieser Überlieferungskette befindet sich ʿAbd al-ʿAlā, der nach al-Baihaqi nicht zuverlässig ist; dennoch wird dieser Ausspruch durch den vorangehenden gestützt. Siehe al-Baḥr, Bd. 2, S. 199, und Naṣb ar-Rāya, Bd. 2, S. 413.
181. Al Baihaqi reports from 'Ali "He or she on whom you are obliged to spend, you must give [zakah of al fitr] on their behalf." In this chain is Abd al a'la, who is not strong according to al Baihaqi, but this saying is supported by the previous one. See al Bahr, Vol. 2, p. 199, and Nasb al Rayah, Vol. 2, p. 413.