5.3 Kapitel Drei: Zahlung im Wert
5.3 Chapter Three Payment In Value
Juristische Meinungen zur Zahlung im Wert
Jurists opinions on payment in value
Da die Zakat stets aus denselben zakatpflichtigen Gütern entrichtet wird (Kamele aus Kamelen, Früchte aus Früchten und Geld aus Geld), stellt sich die Frage, ob es erlaubt ist, anstelle der Abgabe in natura den Wert des Geschuldeten als Zakat zu geben. Auf der einen Seite stehen Rechtsgelehrte, die die Zahlung in Wertform ohne jeden Vorbehalt erlauben. Sie werden von den Hanafiten angeführt. Die Gelehrten unter Führung der Schafiiten und der Zahiriten lassen die Zahlung in Wertform nicht zu. Dazwischen stehen die Malikiten und Hanbaliten, die die Zahlung in Wertform in bestimmten Fällen zulassen und in anderen Fällen nicht billigen.
Since zakah is calculated in the same zakated items (camels are taken out of camels, fruits from fruits, and money from money) the question arises whether it is permissible to give the value of what is due as zakah instead of payment in kind. On one side, we find jurists who allow payment in value without any reservations. These are led by the Hanafites. Scholars led by the Shafi'ites and Zahirites do not accept payment in value. In between, Malikites and Hanbalites accept payment in value in certain cases, and do not approve of it in other cases.
In Mukhtasar Khalil wird vertreten, dass die Zahlung in Form des Wertes nicht genügt. Ibn al-Hajib und Ibn Bashir teilen diese Ansicht. Der Verfasser von al-Tawdih erklärt, dass dies nicht mit al-Mudawwanah übereinstimmt, in der lediglich gesagt wird, dass die Zahlung in Form des Wertes unerwünscht sei.1 Ibn Naji zitiert in Sharh al-Risalah Ashhab und Ibn al-Qasim, die sagen, dass die Zahlung in Form des Wertes zulässig sei.2 Der Verfasser von al-Mudawwanah bemerkt: „Ich würde meinen, dass die Zahlung in Form des Wertes von Gott angenommen wird, wenn der Zahlende von der Obrigkeit dazu verpflichtet wird, da in strittigen Fragen die von der Obrigkeit gewählte Praxis für alle bindend wird."3
It is maintained in Mukhtasar Khalil that payment in value does not suffice. Ibn al Hajib and Ibn Bashir go along with this view. The author of al Tawdih states that this is not consistent with al Mudawwanah, in which it is stated that payment in value is undesired only.1 Ibn Naji in Sharh al Risalah quotes Ashhab and Ibn al Qasim saying that payment in value is permissible.2 The author of al Mudawwanah notes, "I would think payment in value would be accepted by God if the payer is obligated to do so by the government, since in disputed matters, the government's selected practice becomes binding on all."3
Was die Hanbaliten betrifft, so sagt der Verfasser von al-Mughni, es scheine, dass Ahmad die Entrichtung in Form des Geldwerts für unzulässig hält, weil dies einen Verstoß gegen die Sunnah darstellt. Es gibt jedoch einen Bericht, wonach Ahmad dies billigt, mit Ausnahme der Zakat al-Fitr.
As for Hanbalites, the author of al Mughni says it appears that Ahmad believes payment in value unsatisfactory because it is a violation of Sunnah. However, there is a report that Ahmad approves of it, except with zakah of al fitr.
All diese Unterschiede lassen sich auf die verschiedenen Blickwinkel zurückführen, aus denen die Rechtsgelehrten die Zakat betrachten: entweder als Gottesdienst oder als Steuer auf den Besitz. Diejenigen, die die Entrichtung in Naturalien verlangen, argumentieren, dass die Zakat, da sie ein Gottesdienst ist, nur genauso geleistet werden kann, wie es in den Überlieferungen beschrieben ist; daher muss die Zahlung in dem gleichen zakatpflichtigen Gut erfolgen. Abu Hanifah, seine Schüler und andere hingegen erlauben die Zahlung in Form des Geldwertes mit der Begründung, dass dies hinsichtlich der Linderung der Not der Armen keinen Unterschied mache.5
All these differences can be attributed to the different angles from which jurists perceive zakah as either a worship or a tax on wealth. Those who require payment in kind argue that since zakah is a worship, it can only be done the very same way detailed in the sayings, therefore payment must be made in the same zakated item. On the other hand, Abu Hanifah, his disciples, and others allow payment in value on the grounds that it makes no difference as far as relieving the poor is concerned.5
Die Beweise der beiden Parteien
The evidence of the two parties
Diejenigen, die die Zahlung im Wert nicht billigen, führen folgende Argumente an:
Those who do not approve payment in value bring forth the following arguments:
1. Al-Juwaini, ein Schafiit, argumentiert, dass die Zakah, da sie zu den Gottesdiensten gehört, genau so vollzogen werden muss, wie es uns befohlen wurde, denn nur Gott weiß am besten, auf welche Weise Er verehrt werden möchte. Die Zakah ist die Schwester des Gebets. Niemand darf an der Form oder der Reihenfolge des Gebets irgendeine Änderung vornehmen, und ebenso darf niemand Geld zahlen, wenn die Überlieferungen angeben, dass eine weibliche Kamelin oder ein Schaf zu entrichten ist.6
1. Al Juwaini, a Shafi'ite, argues that since zakah is one of the rites of worship it must be done exactly the way we are ordered, because only God knows best the way He wants to be worshiped. Zakah is the sister of prayers. No one can make any change in the format or sequence of prayers, and by the same token, no one may pay money when sayings state pay a female camel or a sheep.6
2. Dies wird durch den Richter Abu Bakr bin al-'Arabi, einen Malikiten, noch betont, der sagt: „Die Prüfung der Zahlung der Zakah wird nicht allein durch eine Verringerung (durch das Weggeben eines Teils) verwirklicht.
2. This is further emphasized by the judge Abu Bakr bin al 'Arabi, a Malikite, who says, "The test of paying zakah is not realized in mere reduction (by giving away some)
...des Gesamtvermögens – wie Abu Hanifa meint – sondern verlangt, die Menge jedes einzelnen zakatpflichtigen Vermögensgegenstands zu verringern, um die gefühlsmäßige Bindung des Zahlenden an jeden einzelnen Gegenstand, den er besitzt, zu brechen. Die Entrichtung in Form von Sachwerten ist aus sich heraus verpflichtend.7
of total wealth - - as Abu Hanifah thinks - - but requires reducing the quantity of each and every item of zakatable wealth, in order to break the payer's sentimental attachment to each and every item he or she owns. Payment in kind is obligated on its merit."7
3. Da die Zakāt dazu bestimmt ist, die vielfältigen Bedürfnisse der Armen zu lindern, ist die Vielfalt der gezahlten Vermögenswerte eine wichtige Erleichterung für die Armen. Zudem ist es ein Zeichen der Dankbarkeit und Erkenntlichkeit gegenüber Gott, anderen von eben jenen Vermögenswerten zu geben, die Er dem Zahlenden geschenkt hat.8
1. In al-Mudawwanah sagt Malik: „Man darf keine Nahrungsmittel oder Waren geben, wenn es sich um die Zakat auf Geld handelt, das man entrichtet, und es ist verpönt, dass eine Person zurückkauft, was sie als Sadaqah gegeben hat." Es scheint, dass die unter den Malikiten am meisten gebilligte Ansicht lautet, dass die Entrichtung im Wert lediglich verpönt, nicht aber verboten ist, wie es Ibn Rushd darlegt. Siehe Hashiat al-Dusuqi, Bd. 1, S. 502.
1. In al Mudawwanah, Malik says "One must not give food or goods if it is zakah of money that one is paying, and it is disliked that a person should buy back what he gives as sadaqah." It seems that the most approved view among the Malikites is that payment in value is only disliked, and not forbidden as stated by Ibn Rushd. See Hashiat al Dusuqi, Vol. 1, p. 502.
2. Sharh al Risalah, von Naji, Bd. 1, S. 340.
2. Sharh al Risalah, by Naji, Vol. 1, p. 340.
3. Sharh al-Risalah von Zarruq, Bd. 1, S. 340.
3. Sharh al Risalah by Zarruq, Vol. 1, p. 340.
4. Al Mughni, Bd. 3, S. 65.
4. Al Mughni, Vol. 3, p. 65.
5. Al Bahr, Bd. 2, S. 144, 170-1, und Fiqh al Imam Ja'far, Bd. 2, S. 70-71.
5. Al Bahr, Vol. 2, pp. 144, 170-1, and Fiqh al Imam Ja'far, Vol. 2, pp. 70-71.
6. Al Majmu', Bd. 5, S. 430.
6. Al Majmu', Vol. 5, p. 430.
7. Ahkam al-Qur'an, 2. Teil, S. 945.
7. Ahkam al Qur'an, 2nd part, p. 945.
8. Al Mughni, Bd. 3, S. 66.
8. Al Mughni, Vol. 3, p. 66.
9. Al-Shawkani erwähnt in al-Muntaqa: „Al-Hakim stuft es als sahih nach den Kriterien von al-Bukhari und Muslim ein. In seiner Überlieferungskette berichtet ʿAtaʾ von Muʿadh, doch ʿAtaʾ hat von Muʿadh nicht gehört." Nail al-Awtar, Bd. 4, S. 152.