4.2 Kapitel Zwei: Die Zakat-Verwaltung: Verwaltungs- und Finanzapparat
4.2 Chapter Two Zakah Workers: Managerial And Financial Apparatus
Die Mitarbeiter bei der Einsammlung und Verteilung der Zakat bilden die dritte Kategorie der Zakat-Empfänger. Sie werden als Empfänger bestimmt, um jeden etwaigen Versuch ihrerseits zu verhindern, den Zakat-Zahlern zu ihrem eigenen Vorteil zusätzliche Pflichten aufzuerlegen. Dies unterstreicht die Autonomie der Zakat-Institution. Allein schon die Erwähnung dieser Kategorie im Qur'an unmittelbar nach den Armen und Bedürftigen, die die Hauptempfänger der Zakat sind, ist ein klarer Hinweis darauf, dass Einsammlung und Verteilung der Zakat Aufgaben einer Organisation bezahlter Angestellter sind. Sie ist Teil der sozialen Struktur des islamischen Staates und keine individuelle Praxis oder Tätigkeit einer bestimmten religiösen Körperschaft.
Workers in the collection and distribution of zakah are the third category of zakah recipients. They are made recipients in order to avoid any possible attempt on their part to impose additional duties on zakah payers for their own benefit. This emphasizes the autonomy of the zakah institution. The very mention of this category in the Qur'an immediately after the poor and the needy, who are the major targets of zakah, is itself a claer indication that zakah collection and distribution are functions of an organization of paid employees. It is part of the social structure of the Islamic state and not an individual practice or an activity of a certain religious body.l
Der Staat ist verpflichtet, die Zakah einzuziehen und zu verteilen.
The state is required to collect and distribute zakah
Juristen sagen, dass der islamische Staat verpflichtet ist, Einnehmer und Verteiler der Zakah einzusetzen. Der Prophet ﷺ und seine Nachfolger pflegten Beamte für diese Aufgaben zu bestimmen. Zum Beispiel wird von Abu Hurairah überliefert, dass er bei al-Bukhari und Muslim berichtet, der Gesandte Gottes ﷺ habe 'Umar bin al-Khattab mit der Sadaqah beauftragt. Ebenso wird bei al-Bukhari und Muslim von Sahl bin Sa'd überliefert, dass der Prophet ﷺ Ibn al-Lutbyyah mit der Sadaqah betraute. Es gibt viele weitere Aussagen, die auf solche Ernennungen verweisen. Es ist zu erwarten, dass es stets Menschen geben wird, die Vermögen besitzen, aber nicht wissen, wie viel sie zu entrichten verpflichtet sind, und Menschen, die wissen, was sie zu zahlen haben, aber zum Geiz neigen; daher werden Beamte sowohl zur Information als auch zur Einziehung benötigt. Der Staat muss zur Erntezeit Beamte zu den Landwirten entsenden und Monate für die Entrichtung der Zakah festlegen, damit die übrigen Zahlungspflichtigen wissen, wann die Einnehmer zu erwarten sind.3
Jurists say that the Islamic state is required to appoint collectors and distributors of zakah. The Prophet (p) and his successors used to assign officers to these duties. For example, Abu Hurairah is reported by al Bukhari and Muslim to say that the Messenger of God (p) assigned 'Umar bin al Khattab to sadaqah. It is also reported by al Bukhari and Muslim from Sahl bin Sa'd that the Prophet (p) appointed Ibn al Lutbyyah to the sadaqah. There are many other sayings that refer to such appointments. It is to be expected that there will always be people who have wealth but do not know how much they are required to pay, and people who know what to pay, but have a tendency to be miserly; officers are thus needed for both information and collection.2 The state must send officers at the time of harvest to farmers, and must establish zakah payment months so that other payers know when collection officers are expected.3
Pflichten der Mitarbeiter in der Zakat-Organisation
Duties of workers in the zakah organization
1. Sammlungsabteilung 2. Verteilungsabteilung Tätigkeiten in der Zakat-Organisation umfassen das Einsammeln, die Buchführung, das Sammeln von Informationen und die Verteilung. Diese lassen sich in zwei Hauptfunktionen einteilen, die unmittelbar mit der Zakat zusammenhängen: die Sammelfunktion und die Verteilungsfunktion.
1. Collection Department 2. Distribution Department Jobs in the zakah organization include collecting, keeping records, gathering information, and distribution. This can be classified into two major functions directly related to zakah: the collection function and the distribution function.
Die Einzugsfunktion ähnelt der von Steuerbeamten. Sie umfasst gewiss das Erheben von Statistiken über die Zakat-Zahler und ihre zakatpflichtigen Güter, den eigentlichen Einzug der Zakat, in Geld oder in Naturalien, sowie die Aufbewahrung der Abgaben in geeigneten Lagerstätten. Diese Funktion lässt sich in mehrere Abschnitte unterteilen:
The collection function is similar to that of taxation officers. It certainly includes gathering statistics of zakah payers and their zakatable items, the actual collection of zakah, in money or in kind, and keeping payments in suitable storage facilities. One can divide this function into several sections:
A. Rikaz und Bodenschätze.
A. Rikaz and minerals.
B. Getreide und Früchte.
B. Grains and fruits.
C. Vieh
C. Livestock.
D. Geld und Geschäftsvermögen.
D. Money and business assets.
Was die Verteilung der Zakāt betrifft, so ähneln viele ihrer Tätigkeiten den Aufgaben der Sozialversicherung oder der Sozialämter in einem modernen Staat. Die Mitarbeiter in diesem Bereich müssen so geschult werden, dass sie ihr Bestes geben, um die Berechtigten ausfindig zu machen, den Grad ihrer Bedürftigkeit zu ermitteln und sicherzustellen, dass die verteilte Zakāt sie schnell erreicht. An-Nawawī sagt: „Der Staat und seine Beamten für die Verteilung der Zakāt sollten Aufzeichnungen über die Berechtigten führen, über ihre Anzahl und ihre jeweiligen Bedürfnisse, damit ihnen die ihnen zustehende Zakāt schnell zukommt, zumal einige der eingesammelten Güter verderblich sein können."4
As for the distribution of zakah, many of its activities are similar to the activities of social insurance or welfare departments in modern state. Workers in this section must be trained to exert their best efforts to seek out deservants, discover the degree of their need, and assure that the distributed zakah reaches them quickly. Al Nawawi says "The state and its zakah distribution officers should keep records of deservants, their number, and their individual needs, so that their due zakah can reach them quickly, especially since some collected items may be perishable."4
Zusätzliche Anmerkungen zur Berechtigung zum Empfang von Zakāt
Additional notes on the deservability of zakah
Die Stellen, die mit der Verteilung der Zakāt betraut sind, müssen sich nach besten Kräften darum bemühen, sicherzustellen, dass die Empfänger die Zakāt tatsächlich verdienen und dass alle Berechtigten gerecht bedacht werden. Einige Hinweise und Regeln, die die Rechtsgelehrten aus den vorhandenen Überlieferungen abgeleitet haben, sind dabei hilfreich:
Departments charged with the distribution of zakah must do their utmost to be sure that recipients truly deserve zakah, and that all deservants are given fairly. A few notes and regulations deduced by jurists from the available sayings are of help in this regard:
A. Arme und bedürftige Empfänger dürfen weder Vermögen noch Einkommen besitzen, das zu ihrem vollständigen Lebensunterhalt ausreicht. Unvermögen (Arbeitsunfähigkeit) ist keine Bedingung, da ein Verdiener möglicherweise keine Arbeit findet, und wer weniger verdient, als er zum Leben benötigt, verdient Unterstützung, um seine Bedürfnisse zu decken.
A. Poor and needy deservants must not have wealth or income sufficient for their complete sustenance. Incapability is not a condition, since an earner may not find a job, and a person who earns less than what he or she needs deserves help to satisfy his or her needs.
B. Die Arbeit muss dem Menschen angemessen und seinen Fähigkeiten entsprechend sein. Zum Beispiel ist ein Gelehrter oder Professor nicht verpflichtet, als Handarbeiter zu arbeiten. Zakāt ist für solche Personen erlaubt, bis sie eine passende Arbeit finden.
B. Work is to be sufficient and suitable for the person. For example, a scholar or professor is not obligated to work as a manual laborer. Zakah is lawful for such persons until they find a suitable job.
C. Eine Person, die verdienen könnte, aber Vollzeitstudent ist (d. h. wenn er oder sie eine erwerbstätige Arbeit annehmen würde, müsste sie die Suche nach Bildung aufgeben), ist für Zakah berechtigt. Diese Person kann Muslimen mit ihrem Wissen nützen. Eine Person, von der nicht erwartet wird, dass sie es in einem Wissenszweig zu etwas bringt, und die arbeiten und Geld verdienen kann, ist nicht für Zakah berechtigt, selbst wenn sie in der Schule wohnt.
C. A person who can earn but is a full-time student (i.e. if he or she were to take an earning job, they must quit seeking education) is eligible for zakah. This person can benefit Muslims by his or her knowledge. A person who is not expected to achieve in a branch of knowledge and can work and earn is not eligible for zakah, even if he or she resides at school.
D. Eine Person, die Immobilien besitzt, deren Einkommen jedoch unter dem liegt, was sie benötigt, gilt als arm. Ihr soll aus der Zakat der Betrag gegeben werden, der nötig ist, um ihr Einkommen aufzustocken. Ein Student oder Lehrer ist nicht verpflichtet, seine Bücher zu verkaufen, solange sie für seine Tätigkeit benötigt werden.
Voraussetzungen für die Zugehörigkeit zu den Zakat-Einziehern
Eligibility conditions for zakah workers
1. Muslim zu sein ist erforderlich, da die Arbeit bei der Zakat eine Form der öffentlichen Gewalt [Wilayah] über Muslime darstellt. Bei allen Ämtern öffentlicher Gewalt ist das Muslimsein eine Voraussetzung.
1. Being Muslim is required, since working in zakah is a form of public control [wilayah] of Muslims. In all positions of public control, being Muslim is a requirement.
Bestimmte Tätigkeiten, die nicht unmittelbar mit der Einziehung und Verteilung der Zakāh zusammenhängen, sind von dieser Bedingung ausgenommen, etwa Wächter und Fahrer. Von Aḥmad wird überliefert, dass er Nichtmuslimen die Beschäftigung in Zakāh-Tätigkeiten erlaubt, da der Begriff „Einsammler der Zakāh“ allgemein gehalten ist und nicht auf Muslime beschränkt ist; außerdem ist das, was den Beschäftigten gezahlt wird, lediglich eine Vergütung für ihre Arbeit.7
Certain jobs not directly related to the collection and distribution of zakah are exempt from this condition, such as guards and drivers. Ahmad is reported to permit non- Muslims in zakah jobs because the term "workers of zakah" is general and not limited to Muslims; additionally, what is paid to workers is only compensation for their work.7
Jedoch ist es, obwohl dies eine großzügige Haltung Ahmads ist, dennoch vorzuziehen, dass diejenigen, die diese entscheidende Pflicht des Islam umsetzen, Muslime sind. Ibn Qudamah sagt: „Da diese Aufgaben Ehrlichkeit erfordern und eine gewisse Kontrolle über Muslime mit sich bringen, muss die Bedingung, Muslim zu sein, erfüllt sein, zumal es unvernünftig wäre, Menschen, die an die Zakah nicht glauben, mit deren Umsetzung zu betrauen. Außerdem werden die Ungläubigen im Qur'an als nicht vertrauenswürdig beschrieben, und 'Umar sagte: ‚Nehmt sie nicht zu Vertrauten, denn Gott bezeichnet sie als Verräter.‘" 'Umar verurteilte die Ernennung eines Christen zum Schreiber durch Abu Musa. Die Zakah als eine Säule des Islam ist wichtiger als die Registrierung.8
However, although this is a gracious position of Ahmad, it is still preferred that 'those who implement this critical obligation of Islam be Muslims. Ibn Qudamah says, "because these jobs require honesty and entail some control over Muslims, the condition of being Muslim must be fulfilled, especially since it is unreasonable that people who do not believe in zakah be entrusted to implement it. Moreover, disbelievers are described in the Qur'an as not trustworthy and 'Umar said, 'Do not take them as confidantes, since God labels them traitors." 'Umar condemned the appointment of a Christian as registrar by Abu Musa. Zakah as a pillar of Islam, is more important than registration."8
Höhe der Arbeiterentschädigung
Amount of worker compensation
Die Angestellten der Zakat-Behörde erhalten Gehälter, die dem Marktwert ihrer Arbeit entsprechen. Es wird berichtet, dass Al-Schafi'i vorgeschlagen habe, die Gesamtvergütung der Angestellten dürfe ein Achtel der gesamten Zakat-Einnahmen nicht übersteigen, da er der Ansicht war, dass die Gesamteinnahmen gleichmäßig auf die acht Empfängergruppen verteilt werden müssten. Die Mehrheit akzeptiert eine solche Begrenzung nicht. Man könnte jedoch anregen, dass die schafiitische Auffassung den Vorzug hat, die Kosten der Erhebung zu begrenzen.
Workers of the zakah agency are paid salaries equal to the market value of their labor. Al Shafi'i is reported to have suggested that total compensation for workers must not exceed one-eighth of the total proceeds of zakah, based on his opinion that total proceeds must be divided equally among the eight recipient categories. The majority does not accept such limitation. One may suggest that the Shafi'ite opinion has the merit of restricting the cost of collection.
Ein Mitarbeiter in der Zakat-Organisation muss nicht arm sein, um für seine Arbeit entlohnt zu werden. Abu Daud berichtet, dass der Prophet ﷺ sagte: „Almosen ist keiner reichen Person erlaubt, außer diesen fünf: einem Kämpfer auf dem Weg Gottes, einem Mitarbeiter bei der Zakat, einer Person, die unter der Last von Schulden steht, einer Person, die von einem Empfänger einen Zakat-Gegenstand kauft, und einer Person, der ein Bedürftiger ein Geschenk macht, das er als Zakat erhalten hat."18
A worker in the zakah organization need not be poor in order to receive compensation for his or her labor. Abu Daud reports that the Prophet (p) says "The sadaqah is not lawful to any rich person, except these five: A fighter for the sake of God, a worker on zakah, a person under the burden of liabilities, a person who buys a zakah item from a recipient, and a person given a gift by a needy person who received this gift as zakah."18
Der Prophet war sehr streng darin, die öffentlichen Gelder der Zakat zu schützen, und ließ nicht zu, dass irgendein Nichtberechtigter unter irgendeinem Vorwand auch nur einen Teil davon nahm. ʿAdi bin ʿUmairah berichtet: „Ich hörte den Gesandten Gottes ﷺ sagen: ‚Wer mit irgendeiner Sammelaufgabe betraut ist und uns auch nur eine Nadel oder mehr verheimlicht, der hat veruntreut, und er wird am Tag des Gerichts das tragen, was er veruntreut hat.‘“ Ein schwarzer Mann aus den Ansar – ich sehe ihn fast noch vor mir – stand auf und sagte: „O Gesandter Gottes ﷺ, nimm meine Kündigung der Aufgabe [die du mir übertragen hast] an.“ Der Prophet ﷺ fragte: „Warum?“, und der Mann antwortete: „Ich hörte dich sagen (soundso).“ Der Prophet ﷺ fuhr fort: „Und ich sage jetzt: Wen wir für eine Aufgabe einsetzen, der muss alles, was er einsammelt, vorlegen, das Wenige wie das Viele. Was wir ihm danach geben, soll er nehmen, und was wir ihm nicht geben, soll er unangetastet lassen.“ Überliefert von Abu Dawud und anderen. In einer anderen Überlieferung sagt Abu Rafiʿ, er sei mit dem Propheten ﷺ am al-Baqiʿ [dem Friedhof] vorbeigegangen. Der Prophet ﷺ sagte: „Wehe euch, wehe euch!“ Abu Rafiʿ sagt: „Ich war bestürzt und zog mich nach hinten zurück, aus Furcht, er meine mich.“ Der Prophet ﷺ sagte: „Was ist los? Komm her.“ Ich fragte: „Habe ich etwas Falsches getan?“, und er sagte: „Warum fragst du das?“ Ich antwortete: „Du hast gesagt: Wehe euch.“ Der Prophet ﷺ sagte: „Nein, [nicht dir gilt es], sondern der Person [im Grab]. Ich habe sie geschickt, um Zakat aus dem Land des (soundso) einzusammeln, und sie hat einen Namirah [ein besonderes Gewand aus Wolle] veruntreut. Sie ist nun in einem solchen aus dem Feuer gekleidet.“ Überliefert von an-Nasaʾi und Ibn Khuzaimah in seiner authentischen Sammlung. Von ʿUbadah bin as-Samit wird überliefert, dass der Gesandte Gottes ﷺ ihn mit der Sadaqah beauftragte und ihm sagte: „O Abu al-Walid, fürchte Gott. Du darfst am Tag des Gerichts nicht mit einem Kamel erscheinen, das schreit, oder einer Kuh, die muht, oder einem Schaf, das blökt [aus Veruntreuung].“ ʿUbadah sagte: „O Gesandter Gottes ﷺ, kann das geschehen?“ Er antwortete: „Ja, bei dem Namen dessen, in dessen Hand meine Seele liegt.“ „Ubadah sagte: „Bei Dem, der dich in Wahrheit gesandt hat, ich nehme es nicht an, von dir für irgendeine Aufgabe eingesetzt zu werden."" Überliefert von at-Tabarani in seinem al-Mu'jam al-Kabir über eine korrekte Überlieferungskette. ‚Ubadah, ein großer und hochangesehener Gefährte, antwortete so, weil er auf der sicheren Seite sein wollte.
Geschenke an Amtsträger sind unrechtmäßig.
Gifts to officers are unlawful
Da Beamte verpflichtet sind, alles, was sie einziehen und in den Zakat-Fonds einzahlen, offenzulegen, ist es ihnen untersagt, Geschenke von Zakat-Zahlern anzunehmen. Jedes solche Geschenk gilt als Bestechung, da es die Festsetzung der fälligen Zakat beeinflussen kann, zum Nachteil der Berechtigten.
In as much as officers are required to declare everything they collect and put in the zakah fund, they are forbidden to accept gifts from zakah payers. Any such gift is considered a bribe, because it may influence the estimation of zakah due, at the expense of deservants.
Abu Hamid al-Sa'idi berichtet, dass der Prophet ﷺ einen Mann vom Stamm der Azd namens Ibn al-Lutbiyyah mit der Einsammlung der Sadaqah beauftragte. Als er zurückkam, sagte er: „Das gehört euch, und das wurde mir als Geschenk gegeben.“ Da stand der Gesandte Gottes ﷺ auf, pries und dankte Gott und sprach dann: „Ich habe einen Mann von euch mit einer Aufgabe betraut, über die Gott mir Verfügungsgewalt gegeben hat. Nun kommt er und sagt: ‚Das gehört euch, und dies ist ein Geschenk, das mir gegeben wurde.‘ Warum bleibt er nicht im Haus seines Vaters und seiner Mutter sitzen und wartet, bis ihm sein Geschenk gebracht wird, wenn er aufrichtig glaubt, dass es sich um eine unschuldige Gabe von ihrer Seite handelt?! Bei Gott, keiner von euch nimmt etwas, ohne dass es ihm wirklich zusteht; und wer es dennoch tut, wird es am Tag des Gerichts auf seinem Rücken tragen, wenn er Gott begegnet. Ich möchte keinen von euch vor Gott kommen sehen, der ein brüllendes Kamel, eine muhende Kuh oder ein blökendes Schaf trägt.“ Dann hob er seine beiden Hände so hoch, dass das Weiße seiner Achseln zu sehen war, und sagte: „O mein Herr, habe ich es ihnen nicht ausgerichtet?“ Überliefert von al-Bukhari, Muslim und Abu Dawud.20
Abu Hamid al Sa'idi says the Prophet (p) appointed a man from the tribe of al Azd named Ibn al Lutbyyah on sadaqah collection. When he came back, the collector said, "This is yours, and this was given to me as a gift." The Messenger of God (p) stood [addressing the gathering] and praised and thanked God, then said, "I employed a man from you at a job that God gives me control over. Then he comes and says 'This is yours and this is a gift that was given to me.' Why does he not sit in his father and mother's house and wait for his gift to be brought to him, if he sincerely thinks [that it is an innocent gift on their part]?! By God, nothing any of you takes without true right, but when you face God an the Day of Judgement will be carried by you. Let me not recognize any of you coming before God carrying a camel that is shouting or a cow that is mooing or a sheep that is bleating." Then he raised his two hands so high that the whiteness of his underarms was seen, and said, "O my Lord, did I inform them?" Reported by al Bukhari, Muslim, and Abu Daud.20
Freundlichkeit gegenüber den Reichen
Kindness to the rich
Der Prophet (ﷺ) riet seinen Zakat-Einsammlern, freundlich, zuvorkommend und maßvoll zu sein, und wählte sie unter den besten seiner Gefährten aus. Es wird berichtet, dass der Gesandte Gottes (ﷺ) den Schätzern riet: „Seid nachsichtig bei der Schätzung, denn in den Obstgärten gibt es Bäume, die den Armen, Bedürftigen, der Familie und Reisenden zustehen.“ Es ist empfehlenswert, dass die Einsammler für die Zakat-Zahler beten, denn Gott sagt zu Seinem Gesandten: „Nimm von ihrem Vermögen ein Almosen, damit du sie dadurch reinigst und läuterst, und bete für sie. Wahrlich, deine Gebete sind für sie eine Quelle der Sicherheit.“ ('Abd Allah bin Abu Awfa berichtet, dass sein Vater zum Gesandten Gottes (ﷺ) kam und ihm die auf sein Vermögen fällige Zakat brachte. Der Prophet (ﷺ) sprach: „O mein Herr, erbarme dich der Familie des Abu Awfa.“)21
The Prophet (p) advised his zakah collectors to be kind, courteous, and moderate, and selected them from the best of his Companions. It was mentioned that the Messenger of God advised estimators, "Be easy in estimation, since orchards may have trees assigned to the poor, needy, family, and passers-by." It is advisable that collectors pray for zakah payers, since God tells His Messenger, "Out of their wealth take a sadaqah so thou might purify and sanctify them by it, and pray on their behalf. Verily thy prayers are a source of security for them." 'Abd Allah bin Abu Awfa narrates that his father came to the Messenger of God (p) and gave him the zakah due on his wealth. The Prophet said, "My Lord, have mercy on the family of Abu Awfa."21
Können auch andere Amtsträger aus der Zakāt bezahlt werden?
Can other public officers be paid from zakah?
Ibn Rushd erwähnt, dass einige Rechtsgelehrte dies billigen, mit der Begründung, dass der Nutzen der Arbeit dieser öffentlichen Amtsträger allen Muslimen zugutekommt.22 In al-Nil und dessen Kommentar in Abadi Fiqh heißt es, dass Zakat an Angestellte der Zakat-Verwaltung sowie an andere öffentliche Amtsträger, etwa Richter und Gouverneure, gegeben werden darf. Diesen Personen darf so viel gegeben werden, wie ihre Arbeit wert ist, selbst wenn sie reich sind, da sie durch den öffentlichen Dienst daran gehindert werden, ihren eigenen Interessen nachzugehen.23 Die Mehrheit der Gelehrten vertritt die Ansicht, dass solche Amtsträger aus anderen Mitteln des Staates bezahlt werden müssen.
Ibn Rushd mentions that some jurists approve of this on the grounds that the benefit of these public officers' work extends to all Muslims.22 In al Nil and its commentary in Abadi fiqh, it is stated that zakah may be given to workers in the zakah organization as well as other public officers, such as judges and governors. These people may be given as much as their labor is worth, even if they are rich, because they are occupied by public service from pursuing their own interests.23 The majority of scholars argue that such officers must be paid from other resources of the stats.
1. Siehe das Kapitel über das Verhältnis des Staates zur Zakah im nächsten Teil.
1. See the chapter on the relation of the state to zakah, in the next part.
2. Al-Majmu', Bd. 6, S. 167.
2. Al Majmu', Vol. 6, p. 167.
3. Ebd., S. 170.
3. Ibid, p. 170.
4. Al Rawdah, Bd. 2, S. 337.
4. Al Rawdah, Vol. 2, p. 337.
5. Al Majmu', Bd. 6, S. 189 plus.
5. Al Majmu', Vol. 6, p. 189 plus.
6. Ma'alim al-Sunan, Bd. 2, S. 238.
6. Ma'alim al Sunan, Vol. 2, p. 238.
7. Al-Mughni, Bd. 2, S. 654.
7. Al Mughni, Vol. 2, p. 654.
8. Ebd., Bd. 6, S. 460.
8. Ibid, Vol. 6, p. 460.
9. Al Majmu', Bd. 6, S. 167, und Sharh Ghayat al Muntaha, Bd. 2, S. 137.
9. Al Majmu', Vol. 6, p. 167, and Sharh Ghayat al Muntaha, Vol. 2, p. 137.
10. Sure Al-Qasas, 28:26.
10. Sura al Qasas, 28:26.
11. Sure Yusuf, 12:55.
11. Sura Yusuf, 12:55.
12. Nail al-Awtar, Bd. 4, S. 175.
12. Nail al Awtar, Vol. 4, p. 175.
13. Al Ahkam al Sultanyyah, von Abu Ya'la, S. 99, und al Majmu', Bd. 6, S. 168.
13. Al Ahkam al Sultanyyah, by Abu Ya'la, p. 99, and al Majmu', Vol. 6, p. 168.