J-2. DAS BUCH DER WASCHUNG (GHUSL) (DIE GROSSE WASCHUNG)
J-2. THE BOOK OF BATHING (GHUSL) (THE MAJOR ABLUTION
Die Grundlage für diese Art der Reinigung sind die Worte des Erhabenen: „Und wenn ihr in einem großen Hadath seid, so reinigt euch.“58 Die Erörterung ihrer Regeln – nachdem ihre Verpflichtung, die Personen, für die sie verpflichtend ist, und die Bestimmung des zu verwendenden Stoffes, nämlich reinen, unvermischten Wassers, behandelt wurden – erfolgt in drei Kapiteln. Das erste Kapitel betrifft die Bestimmung der Handlungen, die zu dieser Reinigung gehören. Das zweite betrifft die Faktoren, die sie gültig machen. Das dritte Kapitel behandelt die Ahkam der Ungültigkeit dieser Reinigung. Was die Person betrifft, für die sie verpflichtend ist: Sie ist jedem Menschen auferlegt, der zum Gebet verpflichtet ist, und darüber besteht kein Streit. Ebenso besteht kein Streit über ihre Verpflichtung, und ihre Belege sind dieselben wie die für die Waschung, die wir bereits erwähnt haben. Ebenso gilt dies für die Ahkam bezüglich der Arten des Wassers, deren Erörterung bereits vorausgegangen ist.
The basis for this kind of purification are the words of the Exalted, “And if ye are involved in a major hadath, purify yourself’.58 The discussion covering its rules—after having learned its obligation, on whom it is obligatory, and the ^entification of the thing to be used, which is unadulterated water—is undertaken in three chapters. The first chapter relates to the identification of acts involved in this purification. The second relates to the factors ^validating it. The third chapter covers the ahkdm of the invalidation of this Purification. 4’ About the person on whom it is obligatory, it is incumbent upon each Person who is under an obligation to pray, and there is no dispute about this. Similarly, there is no dispute about its obligation, and its evidences are the same as those for ablution, which we have mentioned. Likewise, the ahkam relating to the categories of water, whose discussion has preceded.
1.2.1. Identifizierung der Handlungen dieser Kategorie der Reinigung
1.2.1. Identification of the Acts of this Category of Purification
1.2.1.1. Problem 1: Das Streichen der Hand über den gesamten Körper
1.2.1.1. Issue 1: Running the hand over the entire body
Die Rechtsgelehrten waren uneins darüber, ob das Führen der Hand über den gesamten Körper (d. h. das Massieren der Haut, während Wasser darüber fließt) eine Bedingung für diese Reinigung ist, wie es bei der Reinigung der Glieder während der Waschung (Wudu') der Fall ist, oder ob es genügt, Wasser über den gesamten Körper fließen zu lassen, ohne die Hand über den Körper zu führen. Die Mehrheit der Rechtsgelehrten vertrat die Auffassung, dass das Fließenlassen des Wassers über den Körper ausreicht. Malik, die meisten seiner Schüler und al-Muzanī unter den Schülern al-Shāfiʿīs vertraten die Ansicht, dass die Reinigung unvollständig bleibt, wenn die Person, die sich reinigt, auch nur eine einzige Stelle ihres Körpers auslässt, über die sie ihre Hand nicht geführt hat.
The jurists disagreed over whether running the hand over the entire body (i.e. massaging the skin while water is running over it) is a condition for this purification, as is the case in the purification of limbs while performing ablution, or whether it is sufficient to let water flow over the entire body without running the hand over the body. The majority of the jurists maintained that letting water flow over the body is enough. Malik, most of his disciples, and al-MuzanT from among the disciples of al-ShafiT held that if the person undertaking purification misses a single spot of his body over which he does not pass his hand, his purification remains incomplete.
Der Grund für die Meinungsverschiedenheit ist die Mehrdeutigkeit des Begriffs *ghuslu* und der Widerspruch zwischen den offensichtlichen Bedeutungen der Überlieferungen, die die Beschreibung der Waschung mit der Analogie der Waschung nach Art der rituellen Gebetswaschung (wudu') betreffen. In den anerkannten Überlieferungen zum Thema der Körperwaschung des Propheten ﷺ, die über ʿĀʾischa und Maimuna überliefert sind, wird das Massieren des Körpers nicht erwähnt; sie erwähnen nur das Fließenlassen des Wassers darüber. In der Überlieferung von ʿĀʾischa sagt sie: „Wenn der Gesandte Allahs ﷺ nach dem Geschlechtsverkehr ein Bad nahm, wusch er zuerst seine Hände. Dann goss er mit seiner rechten Hand Wasser auf die linke Hand, mit der er seine Scham wusch. Danach verrichtete er eine kleine Waschung, so wie er sie für sein tägliches Pflichtgebet verrichtete. Hierauf nahm er Wasser, führte seine Finger bis zu den Haarwurzeln und goss dreimal Hände voll Wasser über seinen Kopf. Schließlich ließ er das Wasser über seinen ganzen Körper fließen.“
The reason for disagreement is the equivocality of the term *ghu$T\ and the conflict of the apparent meanings of the traditions related about the description of bathing with the analogy of bathing based upon ablution. In the established traditions relevant to the subject of the Prophet’s bath, and which are related through ‘A’isha and Maymuna, there is no mention of massaging the body; they only mention the flowing of water over it. In the tradition of ^isha, she says, “When the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) took a bath after sexual engagement, he would first wash his hands. He then poured water from his right hand over to the left hand with which he washed his genitals. Then he performed a minor ablution, like he did for his regular daily prayers. Thereafter, taking up water he would insert his fingers down to the roots of his hair and pour three handfuls of water over his head. Finally, he would let water flow over his entire body”.
1-2.1.2. Frage 2: Die Absicht als Voraussetzung
1-2.1.2. Issue 2: Intention as a prerequisite
Sie waren uneinig darüber, ob die Absicht zu den Bedingungen dieser Reinigung (ghusl) gehört, ebenso wie ihre Meinungsverschiedenheit im Fall der kleinen Waschung. Malik, asch-Schafi'i, Ahmad, Abu Thaur, Dawud und deren Schüler vertraten die Ansicht, dass die Absicht eine ihrer Bedingungen ist. Abu Hanifa, seine Schüler und ath-Thauri vertraten die Ansicht, dass die Absicht nicht erforderlich ist, wie im Fall der kleinen Waschung.
They disagreed on whether intention is included in the conditions of this purification (gAus/), just like their disagreement in the case of the minor ablution. Malik, al-Shafi T, Ahmad, Abu Thawr, Dawud, and his c disciples held that intention is one of its conditions. Abu HanTfa, his disciples, and al- Thawri held that intention is not required, as in the case of minor ablution.
Der Grund für die Meinungsverschiedenheit in der Frage der Absicht ist derselbe wie beim kleinen Ritualwaschen, das bereits behandelt wurde.
The reason for disagreement on the question of intention is the same as that ln the case of the minor ablution, which has preceded.
1-2.1.3. Frage 3: Das Ausspülen des Mundes und das Einziehen von Wasser in die Nase
1-2.1.3. Issue 3: Rinsing of the mouth and snuffing up water into the nostrils
Sie waren uneinig über madmada (das Spülen des Mundes) und istinshaq (das Einziehen von Wasser in die Nase) in dieser Kategorie der Reinigung, ebenso wie bei ihrer Uneinigkeit im Fall der kleinen Waschung, nämlich ob sie verpflichtend sind. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten vertrat die Ansicht, dass diese beim Baden nicht verpflichtend seien, während eine andere Gruppe sie für verpflichtend hielt. Zu denjenigen, die die Verneinung der Verpflichtung vertraten, gehören Malik und al-Shafi'i, während diejenigen, die sie für verpflichtend erklärten, Abu Hanifa und seine Schüler sind.
They disagreed about madmada and istinshaq in this category of purification like their disagreement in the case of the minor ablution, that is whether they are obligatory. A group of jurists held that these are not obligatory in bathing, while another group considered them obligatory. Those who maintained a negation of obligation include Malik and al-ShaficT, while those who made it obligatory include Abu HanTfa and his disciples.
Der Grund für die Meinungsverschiedenheit liegt im scheinbaren Widerspruch zwischen dem Wortlaut der Überlieferung von Umm Salama und den Überlieferungen, die die Beschreibung der Waschung des Propheten ﷺ vor seiner Reinigung (Ganzkörperwaschung) betreffen. Denn die Überlieferungen über die Beschreibung seiner kleinen Waschung vor seiner Reinigung erwähnen madmada und istinshaq, während die Überlieferung von Umm Salama weder madmada noch istinshaq erwähnt. Diejenigen, die die Überlieferungen von ʿĀ'isha und Maymuna als Ausführungen der nicht erläuterten Teile der Überlieferung von Umm Salama und zugleich als Erklärung der Worte des Erhabenen betrachteten: „Und wenn ihr euch in einem großen Hadath befindet, so reinigt euch“, machten das Ausspülen des Mundes und das Einziehen von Wasser in die Nasenlöcher zur Pflicht. Diejenigen hingegen, die sie als widersprüchlich betrachteten, brachten sie in Einklang, indem sie die Aussage der Überlieferungen von ʿĀ'isha und Maymuna als Empfehlung und die Aussage der Überlieferung von Umm Salama als Pflicht deuteten.
The reason for disagreement is the conflict of the apparent meaning of the tradition of Umm Salama with the traditions that were transmitted about the description of the Prophet’s performance of minor ablution prior to his purification (bathing), because the traditions transmitted about the description of his minor ablution prior to his purification mention madmada and istinshaq, while the tradition of Umm Salama mentions neither madmada nor istinshdq. Those who considered the traditions of cA*isha and Maymuna as elaborations of the unexplained parts of the tradition of Umm Salama, and also as an explanation of the words of the Exalted, “And if ye are involved in a major hadath, purify yourselves”,59 made rinsing of the mouth, and snuffing of water into the nostrils obligatory, while those who considered ‘ them as conflicting reconciled them so as to construe the implication of the traditions of cA*isha and Maymuna for a recommendation, and the implication of the tradition of Umm Salama as an obligation.
1.2.1.4. Ausgabe 4: Fortlaufende und aufeinanderfolgende Ausführung
1.2.1.4. Issue 4: Continuous and sequential performance
Sie waren sich uneins darüber, ob es eine Bedingung für diese Art der Reinigung ist, dass sie fortlaufend und in aufeinanderfolgender Reihenfolge vollzogen wird, so wie sie sich auch im Fall der kleinen Waschung uneins waren. Der Grund für die Meinungsverschiedenheit ist die Frage, ob die Handlungen des Propheten ﷺ als verpflichtend oder als empfohlen aufzufassen sind. Es ist vom Propheten ﷺ nicht überliefert, dass er jemals eine Waschung anders als in geordneter und aufeinanderfolgender Weise vollzogen hätte. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten vertrat die Ansicht, dass die Reihenfolge bei dieser Art der Reinigung (dem Ghusl) stärker zu beachten ist als bei der kleinen Waschung, was Kopf und übrigen Körper betrifft, aufgrund der Worte des Propheten ﷺ in der Überlieferung von Umm Salama: „Es genügt dir, dreimal drei Hände voll Wasser über deinen Kopf zu gießen, und dann lass das Wasser über deinen Körper fließen." Die Konjunktion „thumma" (dann) impliziert nach Ansicht der Sprachwissenschaftler ohne Widerspruch eine Reihenfolge.
They disagreed on whether a condition for this category of purification is continuous and sequential performance, as was their disagreement in the case of the minor ablution. The reason for disagreement is whether the acts of the Prophet are to be construed as obligatory or recommended. It has not been transmitted from the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) that he ever performed ablution, except in an ordered and sequential manner. A group of jurists held that sequence in this category of purification (ghusl) is more pertinent than it is in the minor ablution with respect to the head and the rest of the body, because of the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) in the tradition of Umm Salama, “It is enough for you to splash over your head three handfuls of water, and then let water flow over your body”. The conjunction particle “thumma” (then) implies sequence, without dispute, according to lexicologists.