2.2.7 Die Bedingungen für die Gültigkeit des Gebets
2.2.7 Conditions Stipulated for the Validity of Prayer
Die Rechtsgelehrten stimmten darin überein, dass das, dessen Unterlassung im Gebet vorgeschrieben ist, sowohl Worte als auch Handlungen umfasst. Zu den Handlungen zählen alle Handlungen, die außerhalb des Gebets erlaubt sind und nicht zum Gebet gehören, mit Ausnahme der Tötung eines Skorpions oder einer Schlange während des Gebets; darüber waren sie uneins, aufgrund des Widerspruchs zwischen einer Überlieferung zu diesem Thema und der Analogie. Sie waren sich, glaube ich, über die Zulässigkeit geringfügiger Bewegungen einig.
The jurists agreed that things stipulated to be relinquished in prayer include words as well as acts. The acts include all acts permissible outside prayer that are not part of prayer, except the killing of a scorpion or a snake during prayer, about which they disagreed due to the existence of a conflict between a tradition on the issue and analogy. They agreed, I think, about the permissibility of minor movements.
Zu den Worten gehört alles, was nicht zum Gebet gehört. Auch hierin waren sie sich einig, dass sie das Gebet ungültig machen, wenn sie absichtlich ausgesprochen werden, wegen der Worte des Erhabenen: „Und steht in Demut vor Allah“109, und ebenso wegen des Berichts vom Propheten ﷺ: „Allah legt jede Anordnung fest, die Er möchte, und Er hat festgelegt, dass ihr während des Gebets nicht sprechen sollt.“
The words include all those that are not part of prayer. In this too, they agreed that they invalidate prayer, if uttered intentionally, because of the j words of the Exalted, “And stand up with devotion to Allah”,109 and also because of the report from the Prophet, “Allah stipulates any command of His that He likes, and He stipulates that you should not speak during prayers”.
Die Überlieferung des Ibn Mas'ud. Die Überlieferung des Zayd ibn Arqam lautet: „Wir pflegten während des Gebets miteinander zu sprechen, bis die Worte „Und steht demütig vor Allah“ offenbart wurden, und wir wurden angewiesen, Schweigen zu bewahren, und es wurde uns verboten zu sprechen“. Ferner gibt es die Überlieferung des Mu'awiya ibn al-Hakam as-Sulami, der sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs ﷺ sagen: ‚Die Rede der Menschen ist für unser Gebet nicht geeignet, denn das Gebet ist Lobpreis (Allahs), die Wiederholung des Wortes des Tauhid, Dank und die Rezitation des Qur'an‘“. Sie waren sich jedoch in zwei Punkten uneinig. Erstens, wenn jemand aus Vergesslichkeit laut spricht, und zweitens, wenn er absichtlich spricht, um einen Fehler im Gebet zu korrigieren. Al-Awza'i wich hiervon ab und sagte, dass eine Person, die im Gebet laut spricht, um ein Leben zu retten oder aus einem anderen ernsten Anlass, ihr Gebet danach fortsetzen darf. Die allgemein bekannte Ansicht Malik ist, dass absichtliches Sprechen zum Zweck der Berichtigung das Gebet nicht ungültig macht. Asch-Schafi'i sagte, dass Sprechen das Gebet ungültig mache, gleich welcher Art, außer im Fall der Vergesslichkeit. Abu Hanifa sagte, dass das Gebet ohne Ausnahme durch Sprechen ungültig werde.
This is the tradition of Ibn Mas'ud. The tradition of Zayd ibn Arqam reads, “We used to speak during prayer, till the words, “And stand up with devotion to Allah”, were revealed and we were commanded to maintain silence and prohibited from speaking”. Further, there is the tradition of Mu<awiya ibn al- Hakam al-SulamT, who said, “I heard the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) saying, ‘The speech of people is not suitable for our prayer, for prayer is praise (of Allah), the repetition of the word of taw hid, thanksgiving, and the recitation of the Qur’an’”. They disagreed, however, about this on two points. First, when a person speaks out due to forgetfulness, and second when he speaks out intentionally for correcting an error in prayer. AFAwzaT deviated from this saying that a person who speaks out in prayer for saving a life or for another serious matter may continue his prayer after that. Malik’s widely known opinion is that intentional speech with a view to rectification does not invalidate prayer. Al-ShafiT said that speech invalidates it, whatever its nature, except in the case of forgetfulness. Abu HanTfa said that prayer is invalidated by speech without exception.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch zwischen der offensichtlichen Bedeutung der Überlieferungen. Die vorangehenden Überlieferungen deuten auf das allgemeine Verbot des Sprechens hin und scheinen im Widerspruch zu der Überlieferung von Abu Hurayra zu stehen, die lautet: „Der Gesandte Allahs (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) beendete einmal sein Gebet nach zwei Rak'a. Dhu al-Yadayn [ein Mann dieses Beinamens] fragte ihn: ‚Wurde das Gebet verkürzt, oder hast du dich vergessen, o Gesandter Allahs?‘ Der Gesandte Allahs (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) sagte: ‚Hat Dhu al-Yadayn die Wahrheit gesprochen?‘ Sie sagten: ‚Ja.‘ Der Gesandte Allahs (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) stand auf, betete die restlichen zwei Rak'a und beendete dann mit dem Gruß.“ Die offensichtliche Bedeutung hier ist, dass der Gesandte Allahs (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) sprach und ebenso die Menschen mit ihm, und sie setzten das Gebet nach dieser Rede fort, die ihr Gebet nicht unterbrach. Diejenigen, die dieser offensichtlichen Bedeutung folgten und vertraten, dass diese Rede auf die Berichtigung des Gebets beschränkt sei, nahmen sie von der allgemeinen Implikation (des Verbots) aus; dies ist die Ansicht von Malik ibn Anas. Einige vertraten die Auffassung, dass die Überlieferung keinen Beweis dafür enthalte, dass sie während des Gebets absichtlich sprachen, und sagten, es scheine, sie hätten gesprochen, weil sie meinten, das Gebet sei verkürzt worden, während der Prophet (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) gesprochen habe, weil er meinte, das Gebet sei vollendet. Ferner fügten sie hinzu, dass der Bericht, wonach die Menschen nach der Aussage des Propheten (Friede und Segen Gottes seien auf ihm): „Das Gebet wurde nicht verkürzt, und ich habe mich nicht vergessen“ gesprochen hätten, nach ihrer Auffassung nicht als authentisch erwiesen sei; daher deute die Überlieferung auf die Zulässigkeit des Sprechens für eine Person hin, die nicht absichtlich spricht. Daher liegt der Grund für die Meinungsverschiedenheit zwischen Malik und asch-Schafi'i über die Ausnahme von der allgemeinen Geltung in ihrem Streit über die Bedeutung dieser Überlieferung, obwohl asch-Schafi'i sich hierfür auch auf einen allgemeinen Grundsatz stützte, nämlich auf die Aussage des Propheten ﷺ: „Die Haftung für Irrtum und Vergesslichkeit ist von meiner Umma genommen worden.“ Abu Hanifa dagegen legte die verbietenden Überlieferungen in ihrer allgemeinen Bedeutung aus und hielt sie für abrogierend gegenüber der Überlieferung von Dhu al-Yadayn, und er gab ihnen den Vorzug vor dieser.
The reason for their disagreement stems from the conflict of the apparent meaning of the traditions. The preceding traditions imply the general prohibition of speech, and appear to conflict with Abu Hurayra’s tradition, which says, “The Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) once concluded his prayer after two ra&as, Dhu al-Yadayn [a man so called] asked him, ‘Has the prayer been shortened, or did you forget, O Messenger of Allah?’ The Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) said, ‘Did Dhu al-Yadayn speak the truth?’ They said, ‘Yes’. The Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) stood up and prayed the remaining two rak'as and then concluded with the salutation’”. The apparent meaning here is that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) spoke'and so did the people with him, and they continued the prayer after this speech, which did not cut off their prayer. Those who followed this apparent meaning, and maintained that this speech was specific to the rectification of prayer, exempted it from the general implication (of prohibition); This is Malik ibn Anas’s opinion. Some maintained that there is no evidence in the tradition to indicate that they spoke intentionally during prayer, and said that it appears they spoke thinking that the prayer had been shortened, while the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) spoke thinking that the prayer had been completed. Further, they added that the report that the people spoke after the statement of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “The prayer has not been shortened nor did I forget”, was not proved authentic in their view; therefore the tradition implies the permissibility of speech for a person who is not speaking intentionally. Thus, the reason for the disagreement between Malik and al-ShaficT about the exemption from the general implication is their dispute over the meaning of this tradition, though al-ShaficT also relied for this upon a general principle, which is the saying of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “Liability for mistake and forgetfulness has been removed from my umma”. Abu HanTfa, on the other hand, interpreted the proscribing traditions in their general meaning and held them to have abrogated the tradition of Dhu al- Yadayn, and as being preferred over it.