2.3.3 Das freitägliche Gemeinschaftsgebet (Juntura)
2.3.3 The Friday Congregational Prayer (Juntura)
Die umfassende Behandlung der Grundsätze dieses Kapitels gliedert sich in vier Abschnitte. Der erste Abschnitt behandelt die Pflicht zum Freitagsgebet (jumu'a) und die Person, für die es verpflichtend ist. Der zweite behandelt die Bedingungen für das Freitagsgebet. Der dritte behandelt die Bestandteile (arkan) des Freitagsgebets. Der vierte behandelt die Bestimmungen (ahkam) des Freitagsgebets.
The comprehensive discussion of the principles of this chapter is covered in four sections. The first section is about the obligation of jumtfia prayer and about the person on whom it is obligatory. The second is about the conditions for jumtfia. the third is about the elements (arban) of jumu'a. The fourth is about the ahkam of jumu^a.
2.3.3.1. Abschnitt /: Die Pflicht des Freitagsgebets (al-Jumu'a) und die Person, für die sie verpflichtend ist
2.3.3.1. Section /: The obligation a/jumu^ and the person on whom it is obligatory
Die Mehrheit der Rechtsgelehrten vertritt die allgemeine Pflicht des Freitagsgebets (jumu'a) als Ersatz für eine andere Pflicht, nämlich das Mittagsgebet (zuhr). Ferner gilt dies aufgrund des offenkundigen Wortlauts des Erhabenen: „O ihr, die ihr glaubt! Wenn zum Gebet am Tag der Versammlung gerufen wird, so eilt zum Gedenken Allahs und laßt den Handel ruhen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet.“129 Der Befehl hier begründet eine Pflicht. Außerdem aufgrund der Worte des Propheten ﷺ: „Die Menschen sollen davon ablassen, die Freitagsgebete zu vernachlässigen, sonst wird Allah ihre Herzen versiegeln.“ Eine Gruppe von Rechtsgelehrten vertrat die Auffassung, es handle sich um eine Gemeinschaftspflicht (fard kifaya), und von Malik ist eine vereinzelte Meinung überliefert, wonach es eine Sunna sei.
The majority of the jurists uphold the universal obligation of the jumifyi (Friday) prayer, as a substitute for another obligation, which is the zuhr prayer and also because of the apparent meaning of the words of the Exalted, “0 ye who believe! When the call is heard for the prayer of the day of the congregation, haste unto remembrance of Allah and leave your trading. That is better for you if ye did but know”.129 The command here necessitates an obligation. Further, because of the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “Let people desist from neglecting the Friday prayers, or Allah will stamp their hearts”. A group of jurists maintained that it is a communal obligation (fard kifayd), and from Malik there is an isolated opinion that it is a sunna.
Die Ursache dieser Meinungsverschiedenheit liegt in ihrer Ähnlichkeit mit dem Freitagsgebet (<Jd), aufgrund der Worte des Propheten ﷺ: „Dieser Tag wurde von Allah als Festtag bestimmt.“
The reason for this disagreement stems from its similarity to the <Jd prayer, because of the words of the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “This day has been determined to be an by Allah”.
Verpflichtet ist das Freitagsgebet für denjenigen, der die Bedingungen für die Pflicht zum Gebet erfüllt, deren Erörterung bereits vorausgegangen ist, und der darüber hinaus vier weitere Bedingungen erfüllt: zwei davon sind allgemein anerkannt, zwei sind umstritten. Die beiden allgemein anerkannten Bedingungen sind, dass er männlich ist und dass er bei guter Gesundheit ist. Daher ist es für eine Frau nicht verpflichtend, ebenso wenig für einen Kranken; wenn sie aber teilnehmen, ist ihr Freitagsgebet gültig. Die umstrittenen Bedingungen sind, dass er kein Reisender ist und kein Sklave ist. Die Mehrheit vertritt die Auffassung, dass das Freitagsgebet für diese nicht verpflichtend ist, während Dawud und seine Schüler vertraten, dass es für sie verpflichtend ist.
The person on whom it is obligatory is one who fulfils the conditions for the obligation of prayer, the discussion of which has preceded, and who meets four additional conditions, two of them are agreed upon and two are disputed. The two that are agreed upon are being a male, and being in sound health. Thus, it is not binding upon a woman, nor upon a sick person, but if they attend, their jumu'a prayer would be valid. The disputed conditions are (not) being a traveller and (not) being a slave. The majority maintain that jumufa is not obligatory on them, while Dawud and his disciples maintained that it is obligatory.
2 3 3 2. Abschnitt 2: Die Bedingungen für das Freitagsgebet (Jumu'a)
| 2 3 3 2. Section 2: The conditions for jumu<a
Sie waren sich einig, dass die Bedingungen des Freitagsgebets genau dieselben Bedingungen sind, die für die Pflichtgebete festgelegt wurden, also die acht vorausgehenden Bedingungen, mit Ausnahme der Zeit und des Gebetsrufs, denn über diese waren sie uneins. Ebenso waren sie uneins über die Bedingungen, die speziell für das Freitagsgebet gelten.
They agreed that the conditions of the Friday prayer are the very conditions | jetennined for obligatory prayers, that is, the eight preceding conditions, except for the time and the call for prayer, for they disagreed about these, t Similarly* they disagreed about the conditions specific to the Friday prayer.
Hinsichtlich der Zeit (des Freitagsgebets) vertrat die Mehrheit der Rechtsgelehrten die Auffassung, dass es an die Zeit des Mittagsgebets (Zuhr) selbst gebunden ist, also an die Zeit des Sonnenhöchststands, und dass es vor dem Sonnenhöchststand nicht erlaubt ist. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten, darunter Ahmad ibn Hanbal, vertrat die Auffassung, dass es erlaubt ist, es vor dem Sonnenhöchststand zu verrichten.
With respect to the time (of the jumufa prayer), the majority of the jurists I maintained that it is the time for zuhr itself, that is, the time of the declining of 1 the sun, and that it is not permitted before the declining of the sun. A group of jurists, including Ahmad ibn Hanbal, maintained that it is permitted to observe it before the declining of the sun.
Der Grund für diese Meinungsverschiedenheit liegt im Streit um die Auslegung der Überlieferungen, die zum frühen Verrichten des Freitagsgebets anhalten, wie jene, die al-Bukhari von Sahl ibn Saʿd überliefert, der sagte: „Wir aßen weder zu Mittag noch hielten wir einen Mittagsschlaf zur Zeit des Propheten ﷺ, bevor wir das Freitagsgebet verrichtet hatten.“ Ebenso sagt ein anderer Bericht, „dass sie beteten und zurückkehrten, bevor die Mauern ihren Schatten geworfen hatten“. Diejenigen, die aus diesen Überlieferungen verstanden, dass das Gebet vor dem Nachlassen der Sonne verrichtet wird, erlaubten dies, während diejenigen, die sie nur so deuteten, dass damit (lediglich der Beginn mit dem) Takbir gemeint sei, es nicht erlaubten, damit die Quellen in dieser Frage nicht einander widersprechen. Der Grund für die Aufrechterhaltung dieser Auslegung ist, dass durch die Überlieferung von Anas ibn Malik feststeht, „dass der Prophet ﷺ zu beten pflegte, wenn die Sonne sich geneigt hatte“. Ferner gilt: Da das Freitagsgebet an die Stelle des (regulären) Mittagsgebets (Zuhr) tritt, muss seine Zeit die Zeit des Zuhr sein. Es wird daher zur Vereinbarung notwendig, jene Überlieferungen so auszulegen, dass sie sich auf den Takbir beziehen, denn sie zeigen nicht ausdrücklich, dass die Zeit (für das Freitagsgebet) vor dem Nachlassen der Sonne beginnt, und dies ist die Ansicht der Mehrheit.
The reason for this disagreement stems from the dispute over the meaning of the traditions urging the early observance of the Friday prayer, like the one recorded by al-Bukhari from Sahl ibn SaM, who said, “We did not take lunch or a midday nap, during the time of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), until after the Friday prayer”; likewise another report says, “that they used to pray and return before the walls had cast their shade”. Those who understood from these traditions that the prayer was observed before the declining of the sun permitted it, while those who only interpreted them to mean (just starting with the) takbir did not permit it, so that the sources may not conflict with each other on this topic. The reason (for upholding this interpretation) is that it is established through the tradition of Anas ibn Malik “that the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) used to pray when the sun had declined”. Further, as the Friday prayer is a substitute for the (regular) zuhr prayer, it is necessary that its time be the time for zuhr. It therefore becomes necessary by way of reconciliation to construe those traditions so that they apply to takbir, for they do not indicate explicitly that the time (for the Friday prayer) starts before the declining of the sun, and that is what the majority uphold.
2.3.3.3. Abschnitt 3: Die Elemente (Arkan) der Tafsir/Jumu'
2.3.3.3. Section 3: The elements (arkan) tf/jumu^
Die muslimischen Rechtsgelehrten waren sich einig, dass die Bestandteile (die wesentlichen Teile) des Freitagsgebets die Khutba (Predigt) und die beiden Rak'a nach der Khutba sind. Innerhalb dessen waren sie sich in fünf Fragen einig, die die Grundlagen dieses Themas bilden.
The Muslim jurists agreed that the elements (major parts of the Friday prayer) are the khutba (sermon) and the two rak^as after the khutba. Within this they agreed about five issues that are the principles of this topic.
2.3.3.3.1. Ausgabe 1
2.3.3.3.1. Issue 1
Ob die Khutba eine Bedingung für die Gültigkeit dieses Gebets ist und ob sie zu dessen Pfeilern (arkan) gehört. Die Mehrheit vertrat die Auffassung, dass sie sowohl eine Bedingung als auch ein Pfeiler ist. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten sagte, dass sie nicht verpflichtend sei, während die Mehrheit der Schüler MalIks die Auffassung vertrat, dass sie verpflichtend sei, mit Ausnahme von Ibn al-Majishun.
Whether the khutba is a condition for the validity of this prayer and whether it is one of its elements (arkan). The majority maintained that it is a condition as well as an element. A group of jurists said that it is not obligatory, while the majority of the disciples of Malik maintained that it is obligatory, except for Ibn al-Majishun.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit geht auf den bereits behandelten Grundsatz zurück, ob alle Dinge und Umstände, die zur Zeit bestanden, als der Prophet ﷺ das Freitagsgebet zu verrichten pflegte, notwendigerweise die Bedingungen für dessen Gültigkeit darstellen müssen. Diejenigen, die vertraten, dass die Chutba zu den diesem Gebet eigenen Umständen gehört, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass sie an die Stelle der zwei Rak'as tritt, die vom Zuhr-Gebet abgezogen wurden, sagten, dass sie ein Bestandteil dieses Gebets und eine der Bedingungen seiner Gültigkeit sei. Diejenigen, die vertraten, dass ihr Zweck die übliche Ermahnung sei, die das Ziel aller Predigten ist, hielten sie nicht für eine Bedingung dieses Gebets. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten argumentierte auf der Grundlage der Worte des Erhabenen: „Eilt zum Gedenken Allahs“, und sagte, damit sei die Predigt gemeint.
The reason for their disagreement stems from the principle that has already been discussed, whether all things and circumstances existing at the time the Prophet used to hold the Friday prayer should necessarily constitute the conditions for its validity. Those who maintained that the khutba is one of the | circumstances specific to this prayer, especially when it is taken into account ■’ that it is * substitute for the two rak'as that have been reduced from the {zuhr) E- prayer, said that it is an element of this prayer and one of the conditions of its I validity. Those who maintained that its purpose is the usual exhortation that is i the aim of all sermons, held that it is not a condition for this prayer. One | group of jurists argued on the basis of the words of the Exalted, “haste unto i reniembrance of Allah”,132 saying that this means the sermon.
Ausgabe 2
23.3.3.2. Issue 2
Diejenigen, die vertraten, dass die Predigt verpflichtend sei, waren uneins über das Mindestmaß der Predigt. Ibn al-Qasim sagte, es sei das Mindestmaß, das im Sprachgebrauch der Araber als Predigt bezeichnet werden kann, wozu am Anfang ein Lobpreis Allahs (al-Hamd) gehöre. Al-Shafi'i sagte, das erlaubte Mindestmaß einer Predigt bestehe darin, dass sie aus zwei Teilen besteht, während derer der Redner (imam) stehen soll, und dass diese durch eine kurze Pause zum Sitzen voneinander getrennt sind. Zu Beginn eines jeden Teils solle er Worte des Lobpreises Allahs (al-Hamd) sprechen, für den Propheten ﷺ bitten und zur Gottesfurcht mahnen. Außerdem solle er im ersten Teil der Predigt eine Passage aus dem Qur'an rezitieren und im zweiten Teil für die Gläubigen bitten.
Those who upheld that the sermon is an obligation differed about the minimum length of the sermon. Ibn al-Qasim said that it is the minimum length that can be called a sermon in the usage of the Arabs, including a word of praise for Allah {al-Hamd) at the beginning. Al-Shafi(T said that the permitted minimum requirement of a sermon is that it should be in two parts during which the speaker {imam) should >be standing and that they should be separated by a short interval for sitting, and that at the beginning of each part he should pronounce words praising Allah {al-Hamd), pray for the Prophet and preach piety. He should also recite a passage from the Qur’an in the first part of the sermon and pray for the believers in the second part.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit in dieser Frage ist ihr Streit über die Bedeutung der mindestzulässigen Länge: Ist damit die wörtliche oder die fachliche Bedeutung gemeint? Diejenigen, die vertraten, die zulässige Länge sei das wörtliche Minimum, verlangten darin nichts von den Worten, die vom Propheten (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) in seinen Predigten überliefert wurden. Diejenigen, die vertraten, die zulässige Länge sei das Minimum, auf das die fachliche Bedeutung zutrifft, verlangten, dass sie Worte enthalten solle, die in den Predigten des Propheten ﷺ regelmäßig vorkamen, also nicht nur gelegentlich vorkommende Worte.
The reason for their disagreement over this issue is their dispute over the meaning of the minimum permissible length whether it is the literal or the technical meaning? Those who maintained that the permitted length is the literal minimum did not stipulate in it anything of the words that have been traced to the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) in his sermons. Those who maintained that the permitted length is the minimum to which the technical meaning applies stipulated that it should include words that were regularly included in the sermons of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), that is, not just occasional words.
Der Grund für diese Meinungsverschiedenheit liegt darin, dass die Predigten, die von ihm überliefert sind, sowohl regelmäßig verwendete Worte als auch gelegentliche Bemerkungen enthielten. Diejenigen, die die gelegentlichen Bemerkungen berücksichtigten und das Urteil (hukm), das aus ihnen hervorgeht, bevorzugten, sagten, dass eine ausreichende Länge das Mindestmaß sei, auf das der wörtliche Begriff zutrifft, nämlich die Bedeutung des Begriffs khutba im Sprachgebrauch der Araber. Diejenigen, die die regelmäßig gehaltenen Ansprachen berücksichtigten und deren Urteil den Vorrang gaben, sagten, dass die erlaubte Länge das Mindestmaß sei, auf das der Begriff khutba im rechtlichen Sprachgebrauch und in der Praxis angewandt wird. Das Sitzen (zwischen den beiden Teilen der Predigt) ist keine Bedingung nach Maliks Ansicht, bei der khutba; und es ist eine Bedingung, wie wir gesagt haben, nach al-Schafi'is Ansicht. Der Grund ist, dass diejenigen, die ihm die gewöhnliche Bedeutung einer Ruhepause für den khatib (Redner) zuschrieben, es nicht als Bedingung betrachteten, während diejenigen, die es als rituelle Handlung ansahen, es als Bedingung erachteten.
2.3.3.3.3. Ausgabe 3
2.3.3.3.3. Issue 3
Es gibt drei verschiedene Meinungen darüber, ob man während der Predigt des Imams schweigen muss. Einige Rechtsgelehrte vertraten die Auffassung, dass Schweigen unter allen Umständen Pflicht sei und damit eine verbindliche Vorschrift der Predigt darstelle. Zu diesen gehörten die Mehrheit: Malik, al-Schafi'i, Abu Hanifa, Ahmad ibn Hanbal und alle Rechtsgelehrten der Provinzen. Sie sind jedoch in drei Gruppen gespalten. Einige erlaubten, für einen Niesenden einen Segensspruch auszusprechen, und erlaubten ebenso, auf Grüße zu antworten. Andere unterschieden zwischen dem Ausruf eines Segensspruchs und dem Gruß und sagten, man dürfe auf Grüße antworten, aber nicht segnen. Die zweite Ansicht ist das Gegenteil der ersten, das heißt, Reden ist in jeder Phase der Predigt erlaubt, außer wenn während ihr der Qur'an rezitiert wird. Dies wird von al-Scha'bi, Sa'id ibn Dschubair und Ibrahim an-Nakha'i überliefert. Die dritte Meinung unterscheidet zwischen den Gläubigen, die die Predigt hören können, und jenen, die sie nicht hören können. Die Gläubigen, die die Predigt hören können, sollen schweigen, jene aber, die sie nicht hören können, dürfen sich mit dem Gedenken Allahs beschäftigen oder religiöse Fragen besprechen. Dies war die Meinung von Ahmad, 'Ata' und einer Gruppe von Rechtsgelehrten.
There are three different opinions about maintaining silence while the imam is delivering the sermon. Some of the jurists held that silence is obligatory under all circumstances and then it is a binding hukm of the sermon. These were the majority: Malik, al-ShafiT, Abu Hamfa, Ahmad ibn Hanbal, and all the jurists of the provinces. They are, however, divided into three groups. Some permitted the utterance of a blessing for a person who has sneezed, and also permitted responding to salutations; others distinguished between exclamation of a blessing and salutations, saying that one may respond to salutations, but not bless. The second view is the opposite of the first, that is, speech during any stage of the sermon is permitted, except when the Qur’an is being recited during it. This is related from al-Sha^T, Sacid ibn Jubayr, and Ibrahim ak Nakha T. The c third opinion makes a distinction between the worshippers who can hear the sermon and those who cannot. The worshippers who can hear the sermon should maintain silence, but those who cannot hear it are permitted to occupy themselves in the remembrance of Allah or to discuss religious issues. This was the opinion of Ahmad, Ata’, and a group of jurists.
c Die Mehrheit vertritt die Ansicht, dass das Gebet einer Person nicht ungültig wird, wenn sie (während der Predigt) spricht. Von Ibn Wahb wird jedoch überliefert, dass eine Person, die sich in nutzlosem Gerede ergeht, verpflichtet ist, die vier Rak'as des Zuhr-Gebets zu verrichten (d. h. ihr Freitagsgebet wird ungültig).
c The majority maintain that if a person talks (during the sermon) his prayer is not invalidated, but it is related from Ibn Wahb that if a person indulges in idle talk he is obliged to pray the four rak'as of zuhr (i.e. his Friday prayer is invalidated).
2.3.3.3.4. Ausgabe 4
2.3.3.3.4. Issue 4
Sie waren uneinig darüber, ob eine Person, die zum Freitagsgebet in die Moschee kommt, während der Imam bereits auf der Kanzel steht, mit dem Verrichten der (zwei vorgeschriebenen) Rak'a beginnen soll. Einige der Rechtsgelehrten vertreten die Ansicht, dass er nicht beten soll, und dies ist die Meinung Maliks, während andere vertraten, dass er die Rak'a verrichten soll.
They disagreed about whether a person who arrives in the mosque for Friday prayers when the imam is already at the pulpit, is to begin offering the (two required) rakfas. Some of the jurists maintain that he is not to pray, and this is Malik’s opinion, while others maintained that he is to offer the rak'as.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit ergibt sich aus dem Widerspruch zwischen Analogie und der allgemeinen Aussage des Überlieferungstextes. Die allgemeine Aussage der Worte des Propheten ﷺ: „Wenn einer von euch zur Moschee kommt, soll er zwei Rak'a beten“, bedeutet, dass jeder, der am Freitag eine Moschee betritt, zwei Rak'a beten soll, selbst wenn der Imam die Freitagspredigt hält. Der Beleg für das Gebot, dem Redner in Schweigen zuzuhören, verlangt, dass der Eintretende sich nicht mit etwas beschäftigt, das ihn vom stillen Zuhören ablenkt, selbst wenn es sich dabei um einen Gottesdienst handelt. Die allgemeine Bedeutung dieser Überlieferung wird durch die authentische Überlieferung des Propheten ﷺ gestützt: „Wenn einer von euch die Moschee betritt, während der Imam die Predigt hält, soll er zwei kurze Rak'a beten.“ Sie wird von Muslim in einigen seiner Versionen überliefert. Die meisten Fassungen dieser Überlieferung besagen jedoch: „Der Prophet ﷺ befahl einem Mann, der die Moschee betreten hatte, dass er beten solle.“ Er sagte nicht: „Wenn einer von euch die Moschee betritt ..." Dies führt zu der Frage, ob ein Zusatz eines einzelnen Überlieferers angenommen werden kann, wenn er von den anderen Überlieferern, die über einen gemeinsamen Lehrer berichten, widersprochen wird. Wird der Zusatz als authentisch erwiesen, ist es notwendig, danach zu handeln, denn er ist eindeutig. Es scheint, dass Malik bei dieser Frage die ‘amal (Praxis der Rechtsgelehrten von Medina) berücksichtigt hat.
The reason for their disagreement arises from the conflict of analogy with the general implication of the tradition. The general implication of the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “When one of you arrives in a mosque, he is to offer two conveys that anyone entering a mosque on a Friday is to offer two rakfa even if the imam is delivering the sermon. The evidence of the command of paying attention to the speaker in silence requires that the entrant is not to occupy himself with anything that distracts him from silent attention, even if such an activity is worship. The general meaning of this tradition is supported by the authentic tradition of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “When one of you enters the mosque when the imam is delivering the sermon, he should offer two short nwhw”. It is recorded by Muslim in some of its versions. Most versions of this tradition say, “The Prophet (God’s peace and blessings be upon him) ordered a man who had entered the mosque that he should pray”. He did not say, “When one of you enters the mosque .. This leads to a disagreement on whether an addition by a single narrator, when he is opposed by the other narrators narrating through a common shaykh, is to be accepted. If the addition is proved authentic, it is necessary to act according to it, for it is explicit on a appears that what Malik has taken into account on this issue is ‘amal (practice of the jurists of Medina).
2,3.3.3.5. Ausgabe 5
2,3.3.3.5. Issue 5
Die Mehrheit der Rechtsgelehrten vertritt die Auffassung, dass das Rezitieren der Sure [...] in der ersten Rak'a des Freitagsgebets eine feststehende Sunna ist, denn ihre Wiederholung wird in den Handlungen des Propheten ﷺ beobachtet. Muslim hat von Abu Hurayra überliefert, dass „der Gesandte Allahs ﷺ sie in der ersten Rak'a des Freitagsgebets zu rezitieren pflegte, und in der zweiten (Rak'a) pflegte er zu ..."
The majority of the jurists maintain that the recitation of the sura of i n the first raffia of the Friday prayer is an established practice (sunna)> for its repetition is observed in the acts of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him). Muslim has recorded from Abu Hurayra “that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) used to recite it in the first raffia during Friday prayers, and in the second (raffia) he used to 1
Du sollst die Sure al-Munafiqiin rezitieren. Malik überliefert, dass ad-Dahhak ibn Qays al-Nu'man ibn Baschir fragte, was der Gesandte Allahs ﷺ am Freitag nach der Sure al-Dschumu'a gewöhnlich rezitierte. Er sagte: „Er pflegte (die Sure, die mit den Worten beginnt): ‚Ist dir die Kunde von der Überwältigenden gekommen?' zu rezitieren.“135 136 137 Malik zog vor, die Praxis dieser Überlieferung entsprechend zu gestalten, wenngleich es seiner Ansicht nach gut wäre, auch (die Sure, die mit den Worten beginnt): „Preise den Namen deines Herrn, des Allerhöchsten“138 zu rezitieren, denn dies wird von 'Umar ibn 'Abd al-'Aziz überliefert. Abu Hanifa dagegen legte diesbezüglich nichts fest.
recite surat al-Munafiqiin. Malik has related that aLDahhak 11A • — • ibn Qays asked al-NuSman ibn Bashir what the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) usually recited on a Friday after the surat al~Jumu‘a. He said, “He used to recite (the sura beginning with the words), ‘Hath there come unto thee the tidings of the Overwhelming?’”135 136 137 Malik preferred that the practice conform with this tradition, though it would be good, in his view, if (the sura beginning with the words), “Praise the name of thy Lord the Most High”138 was recited, for it is related from TJmar ibn cAbd al-cAziz. Abu HanTfa, on the other hand, did not specify anything in this respect.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch zwischen der überlieferten Praxis und dem Analogieschluss (Qiyas). Der Analogieschluss verlangt, dass für diesen Zweck keine bestimmte Sure festgelegt werden sollte, wie es bei den übrigen Gebeten der Fall ist, während der Hinweis aus der Praxis verlangt, dass bestimmte Suren festgelegt werden.
The reason for their disagreement arises from the conflict between the reported practice and analogy. Analogy dictates that there should not be any sura appointed for this purpose as is the case with the rest of the prayers, while the indication of practice requires that there an appointed suras.
2.3.3.4. Abschnitt 4 – Die Ahkam des Freitagsgebets (Jumu'ah)
2.3.3.4. Section 4\ The ahkam fl/jumu^
Dieses Thema behandelt vier Fragen. Erstens die Rechtsbestimmung (Hukm) der rituellen Reinigung für das Freitagsgebet. Zweitens, für wen von denen, die außerhalb der Stadt leben, es verpflichtend ist. Drittens die bevorzugte Zeit für den Aufbruch zur freitäglichen Gemeinschaft. Viertens die Zulässigkeit des Handels am Freitag, nachdem der Ruf (Adhan) erfolgt ist.
This topic covers four issues. First, the hukm of purification for Friday prayers. Second, on whom it is obligatory from among those living outside the town. Third, the desired time for moving toward the Friday congregation Fourth, the permissibility of trading on Friday after the call has been made
2.3.3.4.1. Ausgabe 1
2.3.3.4.1. Issue 1
Sie waren uneins über die Reinigung (das Baden) für das Freitagsgebet. Die Mehrheit vertrat die Auffassung, dass es eine Sunna sei, während die Zahiriten die Ansicht vertraten, dass es eine Pflicht sei. Meines Wissens gibt es keine Meinungsverschiedenheit darüber, dass es keine Bedingung für die Gültigkeit dieses Gebets ist.
They disagreed about purification (bathing)-for Friday prayers. The majority maintained that it is a sunna, while the Zahirites held that it is an obligation There is no dispute, as far as I know, that it is not a condition for the validity of this prayer.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch der Überlieferungen. Zu diesem Thema gibt es die Überlieferung von Abu Sa'id al-Khudri, der die Worte des Propheten ﷺ wiedergibt: „Das Baden für das Freitagsgebet ist für jeden erwachsenen Muslim verpflichtend, so wie das Baden nach dem Geschlechtsverkehr.“ Ferner gibt es die Überlieferung von ʿĀ'scha, die sagte: „Die Leute, die meist Arbeiter waren, kamen zum Freitagsgebet in dem Zustand, in dem sie sich befanden, und man sagte zu ihnen: ‚Wenn ihr euch doch nur gewaschen hättet!‘“ Die erste Überlieferung ist einhellig als authentisch anerkannt, während die zweite von Abu Dawud und Muslim überliefert wurde. Der offensichtliche Sinn der Überlieferung von Abu Sa'id legt die Pflicht zum Baden nahe, während der offensichtliche Sinn der Überlieferung von ʿĀ'scha vermittelt, dass es nur der Sauberkeit dient und kein verpflichtendes Ritual ist. Es wird überliefert: „Es genügt, am Freitag die Waschung (wudu) zu vollziehen, doch wer badet, dem ist es besser.“ Dies beseitigt die Pflicht ausdrücklich. Es handelt sich jedoch um eine schwache Überlieferung.
The reason for their disagreement stems from the conflict of traditions. On this.subject, there is the tradition of Abu SacTd al-KhudrT, being the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “Bathing for the jumuta is obligatory on each adult, like bathing after sexual defilement”. There is also the tradition from cA*isha, who said, “The people, who were mostly workers, used to come for Friday prayers in the condition that they were, and it was said to them, ‘If only you had washed yourselves’”. The first tradition is authentic by agreement, while the second has been recorded by Abu Dawud and Muslim. The apparent meaning of the tradition of Abu Sa Td c implies the obligation of bathing, while the apparent meaning of € A*isha’s tradition conveys that it is only for purposes of cleanliness and is not a required ritual. It has been reported that “It is sufficient to perform ablution on a Friday, but if one takes a bath it is better”. This is explicit in eliminating the obligation. It is, however, a weak tradition.
2.3.3.4.2. Ausgabe 2
2.3.3.4.2. Issue 2
Über die Pflicht des Freitagsgebets für jemanden, der außerhalb einer ständigen Siedlung lebt, haben einige Rechtsgelehrte gesagt, dass es für eine solche Person nicht verpflichtend sei, während eine andere Gruppe gesagt hat, dass es verpflichtend sei. Diese Rechtsgelehrten gingen in ihren Meinungen weit auseinander. Einige sagten, wenn die Entfernung zwischen seinem Ort und dem Ort der Gemeinschaft eine Reise von einem Tag umfasse, sei es für ihn verpflichtend, dorthin zu kommen. Dies ist eine abweichende Meinung. Einige sagten, es sei für ihn verpflichtend zu kommen, wenn die Entfernung innerhalb von drei Meilen liege. Andere vertraten die Ansicht, es sei für ihn verpflichtend, aus einer Entfernung zu kommen, bis zu der der Ruf üblicherweise gehört werden kann, und diese wird auf drei Meilen vom Ort des Rufs bestimmt. Die beiden letztgenannten Meinungen werden von Malik überliefert. Diese Frage betrifft die Bedingungen der Pflicht.
About the obligation of Friday prayers on one living outside a permanent settlement, a group of jurists have said that it is not obligatory on such a person, while another group has said that it is obligatory. These Jurists differed extensively. Some said that if the distance between his place and the place of the congregation involves a journey of one day, it is obligatory on him to come to it. This is a deviant opinion. Some said that it is obligatory on him to come if the distance is within three miles. Others were of the view that it is obligatory on him to come to it from a distance up to which the call can normally be heard, and this is determined to be three miles from the place of ' the issuance of the call. The latter two opinions are related from Malik. This issue is related to the conditions of obligation.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit in dieser Frage liegt im Widerspruch der Überlieferungen. Es wird berichtet, dass die Menschen zur Zeit des Propheten ﷺ aus den Vororten zum Freitagsgebet kamen, die bis zu drei Meilen von Medina entfernt lagen. Abu Dawud hat überliefert, dass der Prophet ﷺ sagte: „Das Freitagsgebet ist für denjenigen verpflichtend, der den Ruf hört.“ Es wird außerdem berichtet: „Das Freitagsgebet ist für denjenigen verpflichtend, der zu seiner Familie bei Einbruch der Nacht zurückkehren kann“, doch diese Überlieferung ist schwach.
The reason for their disagreement on this topic arises from the conflict of traditions. It is reported that the people used to come for Friday prayers from suburbs during the time of the Prophet (God’s peace and blessings be r on him), which were up to three miles from Medina. Abu Dawud has Reported that the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) said, “The | Friday prayer is obligatory on one who hears the call”. It is also reported that b‘Friday prayer is obligatory on one who can return to his family by nightfall”, |but this is a weak tradition.
[>2 3.3.4.3. Ausgabe 3
[>2 3.3.4.3. Issue 3
Ihre Meinungsverschiedenheit über die bevorzugten Zeiten für den Aufbruch zum Freitagsgebet beruht auf den Worten des Propheten ﷺ: „Wer in der ersten Stunde aufbricht, dem ist es, als habe er ein Opfer dargebracht.“
Their disagreement about the preferred timings for setting off for the Friday ’prayer is based on the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “If one sets off in the first hour, it is as if he has made an offering :
o f a camel. Wenn jemand in der zweiten Stunde aufbricht, ist es, als habe er eine Kuh geopfert. Wenn jemand in der dritten Stunde aufbricht, ist es, als habe er einen gehörnten Widder geopfert. Wenn jemand in der vierten Stunde aufbricht, ist es, als habe er ein Huhn geopfert. Wenn jemand in der fünften Stunde aufbricht, ist es, als habe er ein Ei geopfert“. Al-Shafi'i und eine Gruppe von Rechtsgelehrten vertraten die Ansicht, dass diese Stunden die Stunden des Tages sind, und sie empfahlen, in der ersten Stunde des Tages aufzubrechen. Malik vertrat die Auffassung, dass dies die Teile der einen Stunde vor dem Sich-Neigen der Sonne und danach seien. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten sagte, dass dies die Teile der Stunde vor dem Sich-Neigen der Sonne seien. Dies scheint die vorherrschende Meinung zu sein, denn es gibt eine Verpflichtung zur Eile nach dem Sich-Neigen der Sonne, außer für jene, die die Ansicht vertreten, dass auch verpflichtenden Handlungen ein größerer Verdienst zukommen kann.
o f a camel. If one sets off in the second hour, it is as if he has made an offering o f a cow. If one sets off in the third hour, it is as if he has made an offering of a horned ram. If one sets off in the fourth hour, it is as if he has made an offering of a chicken. If one sets off in the fifth hour, it is as if he has made an offering of an egg”. Al-Shafi T and a group of jurists believed that c these hours are the hours of the day, and they recommended moving in the first hour of the day. Malik maintained that these are the parts of the single hour prior to the declining of the sun and after it. A group of jurists said that these are the parts of the hour before the declining of the sun. This appears to be the prominent opinion, because there is an obligation of making haste after the declining of the sun, except for those who maintain that greater merit can also be attached to obligatory acts.
Ausgabe 4
23.3.4.4. Issue 4
Bei ihrer Meinungsverschiedenheit über Kauf und Verkauf zur Zeit des Gebetsrufs (und danach bis zum Gebet) haben einige Rechtsgelehrte gesagt, dass der Verkauf aufgehoben wird, wenn der Gebetsruf erfolgt ist, während eine andere Gruppe sagte, dass er nicht aufgehoben wird. Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit liegt in ihrem Streit darüber, ob das Verbot einer Sache, die an sich erlaubt ist, wenn es mit einem anderen Merkmal verbunden ist, die verbotene Sache ungültig macht?
In their disagreement over buying and selling at the time of the call (and thereafter before the prayer), a group of jurists have said that the sale is rescinded if the call has been made, while another group said that it is not rescinded. The reason for their disagreement stems from their dispute on whether the proscription of a thing, which is essentially permissible, when associated with another attribute, renders void the thing proscribed?
Die Etikette des Freitagsgebets umfasst drei Dinge: Parfüm, das Zähneputzen (das mit einem Zahnstocher aus Holz geschah) und angemessene Kleidung. Hierüber besteht kein Streit, aufgrund der Überlieferungen zu diesem Thema.
The etiquette of Friday prayer covers three things: perfume, brushing the teeth (was done with a tooth-stick), and decent attire. There is no dispute about this because of the traditions related to the topic.