1.4.5. Kapitel 5: Die Beschreibung der Handlung des Entfernens
1.4.5. Chapter 5 The Description of the Act of Removal
Die Rechtsgelehrten waren sich einig über die Art und Weise, wie Verunreinigungen beseitigt werden. Sie sind dreierlei: Waschen, Abwischen und Besprengen, weil diese im Gesetz erwähnt und durch die Überlieferungen festgestellt sind. Sie waren sich einig, dass das Waschen für alle Arten von Verunreinigungen und für alle Stellen der Unreinheit gilt, und dass das Abwischen mit Steinen bei den Ausscheidungsöffnungen sowie mit trockenem Pflanzenwuchs bei Stiefeln und Sandalen erlaubt ist. Ebenso waren sie sich einig, dass der lange, nachschleifende Teil des Frauengewandes durch trockenen Pflanzenwuchs gereinigt wird, entsprechend dem offensichtlichen Wortsinn der Überlieferung von Umm Salama.
The jurists agreed about the manner with which impurities are removed, and it is of three types, washing, wiping, and sprinkling, because these have been mentioned in the law and established through the traditions. They agreed that washing applies to all kinds.of impurities and for all locations of uncleanliness, and that wiping is permitted with stones for the outlets and with dry herbage for boots and sandals. They agreed, likewise, that the long trailing part of the female dress is purified by the dry herbage in accordance with the apparent meaning of the tradition of Umm Salama.
Sie waren sich in drei Punkten uneinig, die mit diesen Dingen zusammenhängen und die Grundlagen dieses Kapitels bilden. Der erste betrifft das Besprengen, und zwar welche Art von Unreinheit damit gereinigt werden kann. Der zweite betrifft das Abwischen, nämlich was sein Gegenstand ist und welche Art von Unreinheit es entfernen kann, nachdem man sich über das, was wir erwähnt haben, geeinigt hat. Der dritte Punkt betrifft die Vorschrift einer Anzahl (von Wiederholungen) für das Waschen und Abwischen.
They disagreed on three points related to these things and which form the principles of this chapter. The first is about sprinkling, as to what kind of impurity that can be purified with it. The second, is about wiping, as to what is lts object and the kind of impurity it can remove, after agreeing about what we have mentioned. The third point is about the stipulation of number (of repetitions) for washing and wiping.
Eine Gruppe von Rechtsgelehrten sagte, das Besprengen sei speziell für den Urin eines Kindes, das noch nicht entwöhnt ist. Eine andere Gruppe von Rechtsgelehrten unterschied dabei zwischen dem Urin eines Knaben und dem eines Mädchens: Der Urin des Knaben solle besprengt, der des Mädchens gewaschen werden. Eine dritte Gruppe sagte, Waschen sei die vorgeschriebene Reinigung für eine Sache, deren Unreinheit feststeht, während Besprengen für das gelte, dessen Unreinheit zweifelhaft ist. Dies ist die Meinung von Malik ibn Anas, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch der offensichtlichen Bedeutungen der Überlieferungen zu diesem Thema, also in ihrer Uneinigkeit über die Bedeutungen. Es gibt nämlich zwei gesicherte Überlieferungen über das Besprengen. Die erste ist die Überlieferung von ʿĀ'ischa, dass Kinder zum Propheten (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) gebracht wurden; er betete für sie, rieb ihnen den Gaumen mit Datteln, die er in seinem eigenen Mund befeuchtet hatte, und streichelte sie. Einmal wurde ihm ein Kind gebracht, und es urinierte auf ihn. Er ließ Wasser holen und goss es über die betroffene Stelle, wusch sie aber nicht. In einigen Fassungen heißt es: „Er besprengte sie, wusch sie aber nicht.“ Dies hat al-Bukhārī überliefert. Die andere ist die weithin bekannte Überlieferung von Anas, in der er das Gebet des Gesandten Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) in seinem Haus beschreibt: „Ich nahm die Matte, die vom Alter dunkel geworden war, und besprengte sie mit Wasser.“ Einige Rechtsgelehrte handelten gemäß dem Sinngehalt der Überlieferung von ʿĀ'ischa und sagten, dies gelte speziell für den Urin des Kindes, und nahmen es von den übrigen Arten des Urins aus. Andere bevorzugten die Überlieferungen über das Waschen gegenüber dieser Überlieferung. Dies ist die Ansicht Mālik's, der den Gebrauch des Besprengens auf das beschränkte, was in der Überlieferung von Anas steht, nämlich auf ein Kleidungsstück, dessen Unreinheit zweifelhaft ist, gemäß der offensichtlichen Bedeutung.
A group of jurists said that sprinkling is specific to the urine of a child, who has not weaned. Another group of jurists made a distinction in this about the Urine of a male and that of a female, saying that the urine of the male is to be s Pnnkled over, while that of the female is to be washed. A third group said that washing is the prescribed purification for a thing the uncleanliness of w hich is confirmed, while sprinkling is for that which is doubted. This is the °Pinion of Malik ibn Anas, may Allah be pleased with him.The reason for their disagreement stems from the conflict of the apparent meanings of the traditions related to the issue, that is, their disagreement over the meanings. This is so as there are two established traditions about sprinkling. First is the tradition of ^isha “that children used to be brought to the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) and he used to pray for them and rub the top of their mouths with dates moistened in his own mouth as well as pet them. A child was brought to him and he urinated on him. He called for water and poured it over the affected spot but did not wash it.” In some versions it says, “he sprinkled over it but did not wash it”. This has been recorded by al-Bukhari. The other is the widely known tradition of Anas in which he described the prayer of the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) in his house saying, “I took hold of the mat that had become dark because of old age and sprinkled water over it”. Some of the jurists acted in accordance with the implication of Aisha’s tradition saying that this is specific to the urine of the child, and they exempted it from other categories of urine. Others preferred the traditions about washing to this tradition. This is Malik’s opinion, who confined the use of sprinkling to what is in the tradition by Anas and which relates to a garment the impurity of which is doubted, according to the apparent meaning.
Diejenigen, die zwischen dem Urin eines männlichen Kindes und dem eines weiblichen Kindes unterschieden, stützten sich auf das, was Abu Dawud von Abu as-Samh über den Ausspruch des Propheten ﷺ überliefert hat: „Der Urin des weiblichen (Kindes) ist abzuwaschen, und der des männlichen wird darüber gesprengt.“ Diejenigen, die diese Unterscheidung nicht machten, stützten sich auf den Analogieschluss vom weiblichen auf das männliche Kind, bei dem eine feststehende Überlieferung vorliegt.
Those who distinguished between the urine of a male child from that of a female relied on what has been related by Abu Dawud from Abu al-Samh about the saying of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “The urine of the female (child) is to be washed, and .that of the male is to be sprinkled over”. Those who did not make this distinction relied upon the analogy of the female child over the male in whose case an established tradition is laid down.
Eine Gruppe von Rechtsgelehrten erlaubte das Abwischen jedes verschmutzten Gegenstands gemäß der Ansicht Abu Hanifas, sofern die Substanz der Verunreinigung dadurch entfernt wurde. Ebenso verhielt es sich bei der Anwendung des Abreibens auf der Grundlage einer Analogie, die aus den Ansichten derjenigen abgeleitet wurde, die vertreten, dass jede Sache, die die Verunreinigung entfernt, reinigen kann. Eine andere Gruppe von Rechtsgelehrten erlaubte dies nicht, außer in den einvernehmlich anerkannten Fällen, nämlich bei der Ausscheidungsöffnung, dem nachschleifenden Kleid einer Frau und Stiefeln, die mit trockenem Pflanzenmaterial und nicht mit einem unreinen oder nicht getrockneten Gegenstand abgewischt werden sollen. Dies ist die Ansicht Malik b. Anas'. Diese Rechtsgelehrten dehnten das Abwischen nicht auf andere Gegenstände aus als die im Gesetz genannten, während eine andere Gruppe es auf andere Gegenstände ausdehnte.
A group of jurists permitted wiping of any smeared object, in accordance with Abu HanTfa’s opinion, if the substance of the impurity was so removed; similarly, in the use of rubbing on the basis of analogy drawn from the views of those who maintain that each thing that removes the impurity can purify- Another group of jurists did not permit this, except in the cases agreed upon, that is, the outlet, the trailing dress of a woman, and boots, which are to be wiped with dry herbage and not with an unclean or undried object. This is Malik’s opinion. These jurists did not extend wiping to objects other than those mentioned in the law, while another group extended it to other objects.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit darüber ist, ob das Abwischen in diesen Fällen als Ausnahme (rukhsa) oder als eigenständige Grundregel (hukm asli) festgelegt wurde. Diejenigen, die sagten, es sei eine Ausnahme, übertrugen sie nicht auf andere Dinge, das heißt, sie bildeten darauf keinen Analogieschluss (qiyas). Diejenigen hingegen, die sagten, es sei eine eigenständige Grundregel unter den Bestimmungen über die Unreinheiten (ahkam al-najasa), wie die Regel des Waschens, übertrugen es auf andere Fälle.
The reason for their disagreement over this is whether wiping has been laid down in those as an exemption or as a primary hukm. Those who said that it is an exemption did not extend it to other things, that this, they did not construct an analogy upon it, while those who said that it is a primary huhm among the ahkdm of impurities, like the hukm of washing, did extend it.
In ihrem Streit über die Anzahl (der Wiederholungen) forderten einige Rechtsgelehrte nur die Beseitigung der Unreinheit beim Waschen und Abwischen, während eine andere Gruppe die Anzahl sowohl beim Abwischen mit Steinen als auch beim Waschen vorschrieb. Von denjenigen, die die Anzahl beim Waschen vorschrieben, beschränkten sie einige auf jene Gegenstände, bei denen die Anzahl in den überlieferten Texten ausdrücklich genannt wird, während andere dies auch auf die übrigen Unreinheiten ausdehnten. Rechtsgelehrte, die weder beim Waschen noch beim Abwischen eine Anzahl vorschrieben, sind Malik und Abu Hanifa. Diejenigen, die die Anzahl beim Abwischen mit Steinen vorschrieben, nämlich drei Steine und nicht weniger, gehören al-Schafi'i und die Zahiriten an. Unter denjenigen, die die Anzahl beim Waschen vorschrieben, gibt es einige, die dies auf den Gegenstand beschränkten, der in den Texten genannt wird, nämlich das siebenmalige Waschen eines Gefäßes, nachdem ein Hund daraus geleckt hat; dazu gehören al-Schafi'i und jene, die seiner Meinung folgten. Zu denjenigen, die diese siebenmalige Waschung auf die übrigen Unreinheiten ausdehnten, gehört nach meinem besten Wissen Ahmad ibn Hanbal. Abu Hanifa schreibt bei Unreinheiten, die nicht wahrnehmbar sind, also bei den rechtlichen Unreinheiten, dreimaliges Waschen vor.
In their dispute about number (of repetitions), a group of jurists stipulated only the removal of impurity in washing and wiping, while another group stipulated number (of repetitions) in wiping with stones as well as in washing. Some of those who stipulated number in washing restricted it to those objects about which number has been specifically mentioned in the transmitted texts, while others extended this to the remaining impurities also. Jurists who did not stipulate number, neither for washing nor for wiping, are Malik and Abu Ham fa. Those who stipulated number in wiping with stones, that is, three stones and nothing less, include al-ShafiT and the Zahirites. Among those who stipulated number in washing, are some who restricted it to the object that has been mentioned in the texts, that is, washing a utensil seven times after it has been licked by a dog, are al-ShaficT and those who adopted his opinion. Those who extended this stipulating washing of impurities seven times include, to the best of my knowledge, Ahmad ibn Hanbal. Abu Hanifa stipulates washing thrice in the case of impurities that cannot be perceived, that is, which are legal impurities.
Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit hierüber ist der Konflikt zwischen der interpretierten Bedeutung dieser Form der Anbetung und der offensichtlichen Aussage des Überlieferungsberichts, in dem die Anzahl festgelegt wurde. Diejenigen, für die die Bedeutung des Gebots die Beseitigung der Substanz der Unreinheit selbst vermittelte, legten überhaupt keine Anzahl fest. Sie betrachteten die im überlieferten Bericht Salmans festgelegte Anzahl beim Abwischen mit Steinen, der das Gebot enthält, die Istinja? nicht mit weniger als drei Steinen durchzuführen, als eine Empfehlung, um so die interpretierte Bedeutung des Gesetzes mit der Aussage dieses Überlieferungsberichts in Einklang zu bringen. Ebenso betrachteten sie die festgelegte Anzahl beim Waschen des Gefäßes nach dem Lecken durch einen Hund als einen Akt der Anbetung, der nicht auf Unreinheit beruht, wie zuvor in Bezug auf die Meinung Maliks dargelegt wurde. Diejenigen, die nach der wörtlichen Bedeutung dieser Überlieferungsberichte entschieden und sie von dem interpretierten Rechtsprinzip ausnahmen, beschränkten die vorgeschriebene Anzahl auf die genannten Gegenstände. Diejenigen, die die wörtliche Bedeutung gegenüber dem interpretierten Prinzip bevorzugten, erweiterten die Bedingung der Anzahl auf alle übrigen Unreinheiten.
The reason for their disagreement about this is the conflict of the interpreted meaning of this form of worship with the apparent implication of the tradition in which number has been laid down. Those for whom the meaning of the command conveyed the removal of the substance of the impurity itself, did not stipulate number at all. They deemed the stipulation of number in wiping with stones, laid down in the established tradition of Salman that contains the command about not performing istinja? with less than three stones, as a recommendation, so as to reconcile the interpreted meaning of the law with the implication of this tradition. They also deemed the number stipulated about washing of the utensil following licking by a dog as an act of worship not based upon impurity, as has preceded concerning Malik’s opinion. Those who decided according to the literal meaning of these traditions, exempting them from the interpreted principle of the law, restricted the prescribed number to stated objects. Those who preferred the literal meaning Over the interpreted principle extended the condition of number to all the remaining impurities.
Der Beweis von Abu Hanifa für das dreimalige Waschen ist die Aussage des Propheten ﷺ: „Wenn einer von euch aus dem Schlaf erwacht, soll er seine Hand dreimal waschen, bevor er sie in sein Gefäß steckt.“
The evidence of Abu Hanifa about washing thrice is the saying of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “When any of you wakes up from sleep let him wash his hand thrice before putting it into his utensil”.