6.2. Abschnitt 2: Die Person, für die es verpflichtend ist, und die Personen, für die es zu entrichten ist
6.2. Section 2: The person on whom it is obligatory and the persons on whose behalf it is to be paid
Sie waren sich einmütig einig, dass die Muslime die Adressaten des Gebots sind, ob männlich oder weiblich, minderjährig oder volljährig, Sklave oder Freier, aufgrund der vorangegangenen Überlieferung von Ibn Umar, mit Ausnahme der abweichenden Meinung von al-Layth, der die Einwohner der Hauptstadt von der Pflicht zur Zahlung der Zakat al-Fitr ausnahm und sie auf die Einwohner der Dörfer beschränkte; doch hat er dafür keinen Beleg. Eine weitere abweichende Meinung findet sich bei denjenigen, die sie zugunsten der Waisen nicht für verpflichtend halten. Was die Personen betrifft, für die sie verpflichtend ist, so waren sie sich einig, dass sie für jede Person verpflichtend ist, die in der Lage ist, sie für sich selbst zu entrichten, denn es handelt sich um eine Zakat auf die Person und nicht auf den Besitz. Ebenso ist es für die Person verpflichtend, sie für ihre minderjährigen Kinder zu entrichten, wenn diese keinen eigenen Besitz haben, und ebenso für Sklaven, wenn sie keinen Besitz haben. Über das, was darüber hinausgeht, waren sie sich uneinig.
They agreed unanimously that the Muslims are the addressees in the command, whether male or female, minor or major, slave or freeman, because of the preceding tradition of Ibn TJmar, except the deviation by al-Layth, who exempted the residents of the capital from the obligation to pay zakat al-fitr, and restricted it to the residents of the villages, but he has no evidence for this. Another deviation is found in the opinion of those who do not make it obligatory on behalf of the orphans. As to the persons on whose behalf it is obligatory, they agreed that it is obligatory on each person who is able to pay it on his own behalf, for it is a zakat on the person and not on wealth. It is also obligatory on the person to pay it on behalf of his minor children if they do not own independent wealth, and also for slaves if they do not own any wealth. They differed over what is besides this.
Die Zusammenfassung der Auffassung Malik ist, dass ein Mensch verpflichtet ist, die Zakat al-Fitr für alle Personen zu entrichten, für deren Unterhalt er verpflichtet ist. Al-Schafi'i stimmte ihm hierin zu, doch sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Streits darüber, für wen ein Mann zum Unterhalt verpflichtet ist, wenn er in finanziellen Nöten steckt. Abu Hanifa widersprach ihm in Bezug auf die Ehefrau und sagte, dass sie selbst für sich zahlen müsse. Abu Thawr widersprach ihnen im Fall eines Sklaven, der Vermögen besitzt. Er sagte, dass er, wenn er Vermögen habe, für sich selbst zahlen müsse und sein Herr nicht für ihn zahlen solle. Dies wurde auch von den Zahiriten vertreten. Die Mehrheit vertritt die Ansicht, dass ein Mann nicht verpflichtet ist, für seine minderjährigen Kinder zu zahlen, wenn diese über eigenes Vermögen verfügen, das für die Zakat al-Fitr ausreicht. Dies war die Meinung von al-Schafi'i, Abu Hanifa und Malik. Al-Hasan sagte, die Verpflichtung liege beim Vater, und wenn er sie aus dem Vermögen seines Sohnes (Kindes) bezahle, müsse er es ersetzen.
The summary of Malik’s opinion is that a person is obliged to pay zakat al- fitr on behalf of all persons whose maintenance is obligatory on him. Al-ShafiT agreed with him on this, but they differ with reference to their dispute over whom a man is obliged to maintain if he is in difficult straits. Abu HanTfa opposed him with respect to a wife and said that she is to pay for herself. Abu Thawr opposed them in the case of a slave who owns wealth. He said that if he has wealth he is to pay for himself, and his master is not to pay on his behalf. This was also upheld by the Zahirites. The majority maintain that a man is not obliged to pay on behalf of his minor children if they have their own wealth sufficient for zakat al-fitr. This was the opinion of al-Shafi*!, Abu HanTfa, and Malik. Al-Hasan said that the liability is upon the father, and if he pays it out of the wealth of his son (child) he is to compensate it.
Nach Auffassung der meisten Rechtsgelehrten ist für diese Art der Zakāt kein Wohlstand Voraussetzung, und es gibt kein Nisāb; sie haben lediglich festgelegt, dass diese Zakāt nur von dem Überschuss über den eigenen Bedarf an Nahrung für sich selbst und für seine Familie zu entrichten ist. Abū Ḥanīfa und seine Schüler sagten, dass sie einem Menschen, der berechtigt ist, Ṣadaqa zu empfangen, nicht obliegt, denn es ist nicht möglich, dass ein Mensch zugleich zur Entrichtung verpflichtet und zum Empfang berechtigt ist. Das ist offensichtlich, und Allah weiß es am besten.
Affluence is not a condition for this kind of zakat, according to most of the jurists, and there is no nisdb, but they only stipulated that this zakat be a surplus over his need for food for himself and for his family. Abu HanTfa and his disciples said that it is not obligatory on a person entitled to claim sadaqa, as it is not possible that a person should be liable for it as well as entitled to it. This is evident, Allah knows best.
Die Mehrheit der Gelehrten vertritt die Ansicht, dass diese Zakat nicht an die Voraussetzung gebunden ist, ein Mukallaf zu sein (also eine Person, die für die Verrichtung des Gottesdienstes verantwortlich ist), wie dies bei den anderen Formen der Anbetung der Fall ist. Die Verpflichtung gilt daher auch für Minderjährige und Sklaven (sowie für den Geisteskranken). (Sie ist von ihrem Vormund oder Unterhaltspflichtigen in ihrem Namen zu entrichten.) Diejenigen, die daraus verstanden haben, dass die zugrunde liegende Ursache der Bestimmung die Vormundschaft (wilaya) ist, sagten, dass der Vormund verpflichtet sei, die Sadaqa (Zakat al-Fitr) für alle zu entrichten, die unter seiner Vormundschaft stehen. Diejenigen, die die Ursache in der Unterhaltspflicht sahen, sagten, dass es der Unterhaltspflichtige ist, der die Zakat al-Fitr für alle zu entrichten hat, für die er gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet ist. Diese Meinungsverschiedenheit entstand, weil man sich über den Minderjährigen und den Sklaven einig war, und gerade diese beiden Fälle zeigen, dass diese Zakat nicht allein an die Person des Mukallaf gebunden ist, sondern stellvertretend für andere geschuldet wird, sofern Vormundschaft und Unterhaltspflicht bestehen. Malik vertrat demnach die Ansicht, dass die zugrunde liegende Ursache die Unterhaltspflicht sei, während Abu Hanifa meinte, die Ursache sei hier die Vormundschaft; deshalb waren sie sich hinsichtlich der Ehefrau uneins. Es wird als marfu'-Überlieferung berichtet: „Entrichtet die Zakat al-Fitr für alle, deren Unterhaltslast auf euch gelegt wurde.“ Sie ist jedoch nicht allgemein bekannt.
The majority maintain that this zakat is not dependent on the prerequisite of being a mukallaf (that is, a person responsible for the performance of worship), as is the case with other forms of worship. The obligation, therefore, applies to minors arid slaves (and to the insane person). (It is to be paid on their behalf by their guardian or maintainer.) Those who understood from this that the underlying cause of the hukm is wilaya said that the w/f is under an obligation to pay the sadaqa (zakat al-fitr) for all those who are under his guardianship. Those who understood the cause to be maintenance said that it is the maintainer who is to pay the zakat al-fitr for all those whom he is obliged to maintain under the law. This disagreement arose because they agreed over the minor and the slave, and it is these two cases that point out that this zakat is not linked to the person of the mukallaf alone, but is owed on behalf of others if guardianship and the obligation to maintain exist. Malik, then, maintained that the underlying cause is the obligation to maintain, while Abu HanTfa held that the cause here is wilaya, and for that reason they differed over the wife. It is related as a marfuS tradition that: “Pay the zakat al-fitr on behalf of all those whose burden of maintenance has been placed upon you”. It is, however, not well-known.
Sie waren sich in Bezug auf die Sklaven in einer Reihe von Fragen uneins. Die erste, wie wir bereits erwähnt haben, ist die Pflicht zur Zahlung seiner Zakat durch seinen Herrn, falls er (der Sklave) Vermögen besitzt. Dies hängt davon ab, ob er etwas besitzen kann oder nicht. Der zweite Fall betrifft den Sklaven, der ein Ungläubiger ist, und ob der Herr für ihn Zakat zahlen sollte. Malik, al-Schafiʿi und Ahmad sagten, dass der Herr für seinen ungläubigen Sklaven nicht zur Zakat verpflichtet sei. Die Kufier sagten, dass er für ihn zakatpflichtig sei. Der Grund für ihre Meinungsverschiedenheit rührt von ihrem Streit über den Zusatz zu der Überlieferung von Ibn ʿUmar her. Dieser bezieht sich auf seine Worte „die Muslime“, gegen die Nafiʿ Einwände erhoben hat, da Ibn ʿUmar, der Überlieferer des Hadith, ebenfalls die Ansicht vertrat, dass für ungläubige Sklaven Zakat zu entrichten sei. Es gibt einen weiteren Grund für die Meinungsverschiedenheit, nämlich ob die Pflicht des Herrn zur Zakat für seinen Sklaven darauf beruht, dass der Sklave ein Mukallaf ist, oder ob er als Besitz gilt. Diejenigen, die vertraten, dass sie auf seiner Stellung als Mukallaf beruht, machten den Glauben zur Bedingung, während diejenigen, die sagten, dass sie auf seiner Stellung als Besitz beruht, dies nicht zur Bedingung machten. Diese letzteren Rechtsgelehrten sagten, dass dies durch den Konsens der Rechtsgelehrten angezeigt wird, dass, wenn der Sklave freigelassen wird und der Herr für ihn keine Zakat al-Fitr gezahlt hat, er nicht verpflichtet ist, sie nachträglich zu zahlen, wie es bei der Sühne der Fall ist. Der dritte Fall betrifft den Mukatab. Malik und Abu Thawr sagten, dass der Herr für ihn Zakat al-Fitr zu zahlen habe. Al-Schafiʿi, Abu Hanifa und Ahmad sagten, dass er nicht verpflichtet sei, für ihn zu zahlen. Der Grund für die Meinungsverschiedenheit ergibt sich aus der Unentschiedenheit des Status des Mukatab zwischen einem Freien und einem Sklaven. Der vierte ist der Fall von Sklaven, die zum Handel erworben wurden. Malik, al-Shāfiʿī und Aḥmad vertraten die Ansicht, dass der Herr verpflichtet ist, die Zakat al-Fitr für sie zu entrichten, während Abū Ḥanīfa und andere neben ihm sagten, dass für Sklaven, die zu Handelszwecken gehalten werden, keine Ṣadaqa zu zahlen sei. Der Grund für die Meinungsverschiedenheit ergibt sich aus dem Widerspruch zwischen Analogie und allgemeiner Aussage (im Überlieferungstext). Denn die allgemeine Aussage des Wortes „Sklave“ (im vorangehenden Überlieferungstext) impliziert die Pflicht zur Zakat auch für Sklaven, die zu Handelszwecken gehalten werden, ebenso wie für die übrigen. Nach Abū Ḥanīfas Auffassung wird diese allgemeine Aussage durch Analogie eingeschränkt, und zwar aufgrund des Zusammentreffens zweier Arten von Zakat bei einer einzigen Vermögensart. Ebenso waren sie uneins im Falle von Sklaven, die im Besitz von Sklaven sind, und die Fälle zu diesem Thema sind zahlreich.
They disagreed over the case of slaves on a number of issues. The first, as we have mentioned, is the obligation of his zakat on his master if he (the slave) has wealth. This is based on the point of whether he can or cannot own something. The second case is about the slave who is a disbeliever, whether he (the master) should pay zakat on his behalf. Malik, al-ShafiT, and Ahmad said that there is no obligation of zakat on the master for his disbelieving slave. The KufTs said that he is liable for zakat on his behalf. The reason for their disagreement stems from their dispute over the addition on the issue laid down in the tradition of Ibn TJmar. This relates to his words “the Muslims”, over which Nafic has been opposed, as Ibn TJmar being the narrator of the tradition also held the opinion that zakat is to be paid on behalf, of disbelieving slaves. There is another reason for the disagreement and that is whether the obligation of zakat on the master for his slave is due to the fact that the slave is a mukallaf or whether he is property. Those who maintained that it is due to his being a mukallaf stipulated that being a believer is a condition, while those who said that it is due to his being property did not stipulate it. These latter jurists said that this is indicated by the consensus of the jurists that if the slave is freed and the master has not paid zakat al-fitr on his behalf, it is not obligatory for him to pay as in the case in expiation. The third issue is about the mukdtab. Malik and Abu Thawr said that-the master is to pay zakat al-fitr on his behalf. Al-Shafi T, Abu HanTfa, and Ahmad said that c he is not obliged to pay on his behalf. The reason for the disagreement emanates from the vacillation of the case of the mukdtab between a freeman and slave. The fourth is the case of slaves acquired for trade. Malik, al-ShaficT, and Ahmad held that the master is obliged to pay zakat al-fitr on their behalf, while Abu HanTfa and others besides him said that there is no sadaqa payable for slaves owned for purposes of trade. The reason for the disagreement arises from the conflict of analogy with the general implication (in the tradition). This is so as the general implication of the word slave (used in the preceding tradition) implies the obligation of zakat for slaves owned for trade as well as others. In Abu HanTfa’s view this general implication is restricted by analogy, and that is due to the convergence of tw'o kinds of zakat in a single type of wealth. They disagreed, likewise, in the case of slaves owned by slaves and the cases under this topic are many.