3.7. Gebet um Regen
3.7. Prayer for Rain
Die Rechtsgelehrten sind sich einig, dass das Hinausgehen zum Regengebet, das Entfernen aus dem bewohnten Gebiet, das Bittgebet zu Allah und das inständige Flehen, Er möge Regen herabsenden, eine Sunna ist, die vom Gesandten Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) eingeführt wurde. Uneinig waren sie sich über das Gebet (Salāt) für den Regen. Die Mehrheit vertritt die Ansicht, dass es zu den Sunnen beim Hinausgehen zum Regengebet gehört, außer dass Abū Ḥanīfa sagte, das (förmliche) Gebet selbst gehöre nicht zu seinen Sunnen. Der Grund für die Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch der Überlieferungen. Es wird in einigen Überlieferungen berichtet, dass der Prophet (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) Bittgebete um Regen sprach und auch betete, in anderen Überlieferungen wird das (förmliche) Gebet jedoch nicht erwähnt. Eine der bekanntesten Überlieferungen dafür, dass er tatsächlich betete, und auf die sich die Mehrheit stützt, ist die Überlieferung von ʿAbbād ibn Tamīm von seinem (väterlichen) Onkel, dass „der Gesandte Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) die Menschen hinausführte, um um Regen zu bitten, und dort führte er sie in einem Gebet von zwei Rakʿa, in dem er laut rezitierte, seine Hände bis zu den Schultern erhob, seinen Umhang umkehrte, sich der Qibla zuwandte und um Regen bat“. Sie wurde von al-Buchārī und Muslim überliefert. Zu den Überlieferungen, in denen das Bittgebet erwähnt wird, nicht aber das Gebet, gehört die Überlieferung von Anas ibn Mālik, die Muslim überliefert, dass er sagte: „Ein Mann kam zum Gesandten Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und sagte: ‚O Gesandter Allahs, die Tiere sterben (vor Durst), die Wege sind versperrt, so bitte Allah um Regen.‘ Der Gesandte Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) sprach ein Bittgebet, und da strömte der Regen von einem Freitag bis zum nächsten.“ Unter ihnen ist auch die Überlieferung von ʿAbd Allah ibn Zayd al-Mazinī, in der er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ ging hinaus und bat um Regen. Er wendete seinen Umhang, als er sich der Qibla zuwandte.“ Das Gebet wurde in dieser Überlieferung nicht erwähnt. Diejenigen, die die offensichtliche Bedeutung dieser Überlieferung übernahmen, meinten, dies werde auch von ʿUmar ibn al-Khattāb überliefert, nämlich dass er zum Gebetsplatz hinausging und um Regen bat, jedoch nicht betete. Die Argumentation der Mehrheit lautet, dass man aus dem Umstand, dass eine Überlieferung etwas nicht erwähnt, keinen Beweis gegen das ableiten kann, was eine andere Überlieferung erwähnt. Die Folge des Widerspruchs der Überlieferungen ist, dass das Gebet keine Bedingung für die Gültigkeit des Regengebets ist, denn es ist feststehend, dass der Prophet ﷺ „von der Kanzel aus um Regen bat“, nicht aber, dass das Gebet nicht zu den Sunnen für den Regen gehört, wie es Abū Ḥanīfa vertreten hat. Diejenigen, die vertraten, dass das Gebet zu den Sunnen für den Regen gehört, waren sich darin einig, dass auch die Predigt zu seinen Sunnen gehört, aufgrund ihres Vorkommens in einer Überlieferung. Ibn al-Mundhir sagte, es sei feststehend, dass der Gesandte Allahs ﷺ das Regengebet verrichtete* und eine Predigt hielt. Sie waren dann uneins darüber, ob sie vor oder nach dem Gebet gehalten werden solle, aufgrund des Widerspruchs der Überlieferungen in diesem Punkt. Eine Gruppe vertrat, dass sie nach dem Gebet zu halten sei, in Analogie zu den beiden ʿĪd-Gebeten. Dies wurde von Mālik und al-Shāfiʿī vertreten. Al-Layth ibn Saʿd sagte, die Predigt sei vor dem Gebet zu halten. Ibn al-Mundhir hat gesagt: „Vom Propheten (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) ist überliefert, dass er um Regen bat und die Predigt vor dem Gebet hielt ﷺ", und dasselbe ist von ʿUmar ibn al-Khattāb überliefert, und das ist es, was wir annehmen. Der Qāḍī (Ibn Rushd) sagte, dies sei von Abū Dāwūd über verschiedene Überlieferungswege aufgezeichnet worden, und diejenigen, die die Predigt erwähnen, berichten, soweit mir bekannt ist, dass sie vor dem Gebet gehalten wird. Sie stimmten darin überein, dass die Rezitation in ihr hörbar sein soll, doch sie waren uneins darüber, ob die in ihr zu sprechenden Takbīre dieselben sein sollen wie in den beiden ʿĪd-Gebeten. Mālik vertrat die Ansicht, dass die Takbīre in ihr so gesprochen werden wie in den gewöhnlichen Gebeten, während al-Shāfiʿī die Auffassung vertrat, dass die Takbīre in ihr so gesprochen werden wie in den ʿĪd-Gebeten. Der Grund ihrer Meinungsverschiedenheit liegt in ihrem Streit um die Analogie zu den beiden Gebeten. Al-Shāfiʿī begründete seine Meinung, indem er sich auf die Überlieferung von Ibn ʿAbbās stützte, dass „der Gesandte Allahs (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) in ihr zwei Rakʿa verrichtete, so wie sie in den ʿĪd-Gebeten verrichtet werden“ ﷺ. Sie stimmten darin überein, dass eine ihrer Sunnen ist, dass der Imam sich im Stehen zur Qibla wenden, ein Bittgebet sprechen, seinen Umhang umdrehen und seine Hände erheben soll, wie es in den Überlieferungen berichtet wird. Uneins waren sie jedoch über die Art und Weise, wie dies geschieht, und über den Zeitpunkt, zu dem er es tun soll. Hinsichtlich der Frage, wie es getan wird, vertritt die Mehrheit die Ansicht, dass er seinen Umhang von der rechten Seite auf die linke (Schulter) und von der linken Seite auf die rechte (Schulter) wenden soll. Al-Shāfiʿī sagte, er solle den unteren Teil nach oben wenden, also das, was sich auf seiner rechten Seite befindet, zur linken Seite, und das, was sich auf der linken Seite befindet, zur rechten Seite. Die Ursache ihrer Meinungsverschiedenheit liegt im Widerspruch der Überlieferungen zu diesem Thema. Es wird in der Überlieferung von ʿAbdullāh ibn Zayd berichtet, dass der Prophet ﷺ hinaus zum Gebetsplatz ging, um für Regen zu bitten. Er wandte sich der Qibla zu, drehte seinen Umhang und betete zwei Rakʿa. In einigen Fassungen dieser Überlieferung heißt es: „Ich sagte: ‚Hat er die linke Seite nach rechts und die rechte nach links gelegt, oder hat er den unteren Teil nach oben gewendet?‘ Er sagte: ‚Tatsächlich hat er die linke Seite nach rechts und die rechte nach links gewendet.‘“ Ferner wird in der Überlieferung desselben Mannes, ʿAbdullāh, berichtet, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ bat um Regen, und er trug damals ein schwarzes Hemd, das er besaß. Er versuchte, dessen unteren Teil zu fassen, um ihn nach oben zu wenden, doch als ihm dies schwerfiel, legte er es sich über die Schultern.“ Was den Zeitpunkt betrifft, zu dem der Imam dies tun soll, so sagten sowohl Mālik als auch al-Shāfiʿī, dass er es nach der Predigt tue. Abū Yūsuf vertrat die Ansicht, dass er seinen Umhang wende, wenn der erste Teil der Predigt beendet ist. Dies wird auch von Mālik überliefert. Alle vertreten die Auffassung, dass die Gemeinde, wenn der Imam seinen Umhang im Stehen wendet, ihren eigenen im Sitzen wenden soll, aufgrund der Worte des Propheten ﷺ: „Der Imam wurde eingesetzt, damit ihm gefolgt wird.“ Ausgenommen sind Muḥammad ibn al-Ḥasan, al-Layth ibn Saʿd und einige Schüler Māliks. Die Nachfolger (hinter dem Imam) sind nach ihrer Auffassung nicht verpflichtet, ihre Gewänder zu wenden, weil der Imam das seine wendet, da dies in den Überlieferungen über das Gebet des Propheten ﷺ, als er sie anführte, nicht berichtet wurde. Eine Gruppe von Rechtsgelehrten vertrat die Ansicht, dass die Zeit für den Auszug zu diesem Gebet dieselbe sei wie die des Gebets zu Ids, mit Ausnahme von Abu Bakr ibn Muhammad ibn 'Amr ibn Hazm, der sagte, die Zeit für den Auszug dazu sei der Zeitpunkt, an dem die Sonne sich neigt. Abu Dawud überliefert von 'A'ischa, dass der Gesandte Allahs ﷺ zum Bittgebet um Regen auszog, als der Rand der Sonne erschienen war.
The jurists agreed that going out for seeking rain, moving away from the dwelling area, supplicating Allah and entreating Him to sending down rain is a sunna established by the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him). They disagreed about prayer (saldh) for rain. The majority maintain that this is one of the sunan when going out for seeking rain, except that Abu HanTfa said that (formal) prayer itself is not one of its sunan. The reason for disagreement stems from the conflict of traditions. It is related in some traditions that the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) made supplications for rain and also prayed, but in other traditions (formal) prayer is not mentioned. One of the best known traditions on the point that he did pray, and which was relied upon by the majority, is the tradition of ‘Abbad ibn TamTm from his (paternal) uncle “that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) led the people out to make a supplication for rain and there he led them in a prayer of two rakfas in which he recited audibly, raised his hands up to his shoulders, turned his cloak inside out, faced the qibla, and made a supplication for rain”. It has been recorded by a l-BukharT and Muslim. The traditions in which, supplication is.mentioned but prayer is not include the tradition of Anas ibn Malik, which is recorded by Muslim, that he said, “A man came up to the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) and said, ‘O Messenger of Allah, the animals are dying (of thirst), the paths have been blocked, so make a supplication to Allah’. The Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) made a supplication, and then the rain poured from one Friday to the next”. There is also, among them, the tradition of cAbd Allah ibn Zayd al-Mazinl, in which he said, “The Messenger of Allah went out and made a supplication for rain. He turned his cloak inside out when he faced the qibla”. Prayer was not mentioned in this tradition. Those who adopted the apparent meaning of this tradition thought that this is related from TJmar ibn al-Khattab, that is, he went out to the place of prayer and made a supplication, but did not pray. The argument of the majority is that because a tradition does not mention something, it cannot be used as evidence against that which does. The implications of the conflict of the traditions is that prayer is not a condition for the validity of the supplication for rain, for it has been established that the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) “made a supplication for rain from the pulpit”, but not that it (prayer) is not one of the sunan for rain, as has been held by Abu HanTfa. Those who maintained that prayer is one of the sunan for rain agreed that the sermon is also one of its sunan, because of its occurrence in a tradition. Ibn al-Mundhir said that it is established that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) observed the prayer for rain* and delivered a sermon. They disagreed then on whether it should be delivered before the prayer or after it, because of the conflict of traditions on this point. One group maintained that it is after the prayer on the analogy of the two 'id prayers. This was upheld by Malik and al-ShafiT. Al-Layth ibn SaM said that the sermon is to be delivered prior to prayer. Ibn al-Mundhir has said that “it is related from the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) that he made a supplication for rain and delivered the sermon before prayer,” and the same has been related from TJmar ibn al-Khattab and that is what we accept. The QadT (Ibn Rushd) said that this has been recorded by Abu Dawud through different channels, and those who mention the sermon state, to my knowledge, that it is delivered before the prayer. They agreed that the recitation in it is to be audible, but they differed on whether the (the number of) takbirs to be pronounced in it should be the same as that in the two 'id prayers. Malik held that the takbirs are to be pronounced in it as they are in the ordinary prayers, while al-Shafici maintained that the takbirs are to be pronounced in it as they are in the 'id prayers. The reason for their disagreement arises from their dispute about its analogy over the two prayers. Al-Shafi T argued for c his opinion by relying on what has been related from Ibn €Abbas “that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) observed two rak'-as in it as they are observed in the *id prayers”. They agreed that one of its practices (sunan) is that the imam should face the qibla while standing, and he should make a supplication, turn his cloak inside out, and raise his hands, as has been related in the traditions. They disagreed, however, about the manner of doing this, and about the time when he should do it. With respect to the question as to how it is done, the majority’ maintain that he should turn his cloak from the right side on to his left (shoulder) and that on his left side to his right (shoulder). Al-ShaficT said that he should turn the lower part upward, what is on his right to his left, and what is on the left to his right. The reason for their disagreement derives from the conflict of traditions on the issue. It is reported in the tradition of €Abd Allah ibn Zayd “that the Prophet (God’s peace and blessings be upon him) went out to the place of prayer to make a supplication for rain. He faced the qibla, turned his cloak, and prayed two rak'as”. In some of its versions the tradition says, “I said: ‘Did he place the left side toward the right and the right toward the left, or did he turn the lower part toward the top?’ He said, ‘In fact, he turned the left over to the right and the right over to the left’”. Further, it is recorded in the tradition of this (person) cAbd Allah that he said, “The Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) made a supplication for rain and (at that time) he was wearing a black shirt that he had. He tried to take hold of its lower part to turn it toward the top, but when this became difficult he placed it over his shoulders”. As to when the imam is required to do this, both Malik and al-Shafi T said c that he does this after delivering the sermon. Abu Yusuf held that he turns his cloak when the early part of the sermon is over. This has also been related from Malik. All of them maintain that if the imam turns his cloak while standing the people are to turn theirs while sitting, because of the words of the Prophet (God’s peace and blessings be upon him), “The imam has been appointed so that he be followed”. The exception are Muhammad ibn al- Hasan, al-Layth ibn SaM, and some of the disciples of Malik. The followers (behind the imam) in their view are not to turn their cloaks because of the imam's turning his, as this has not been reported in the traditions about the Prophet’s prayer when he led them. A group of jurists held that the time of departure for this prayer is the same as that of the Hd prayers, except for Abu Bakr ibn Muhammad ibn cAmr ibn Hazm, who said that the time for departure for it is at the declining of the sun. It is reported by Abu Dawud from cA*isha “that the Messenger of Allah (God’s peace and blessings be upon him) departed for the supplication for rain when the rim of the sun had appeared”.