2.3 Fard Kifaya (die Pflicht der Genüge oder kollektive Pflicht)
2.3 Fard Kifaa’i (the Obligation Of Sufficiency Or Collective Obligation)
Es gibt kollektive Pflichten, und das Erfordernis besteht darin, dass diese Pflichten erfüllt werden müssen, unabhängig davon, wer von den Muslimen sie übernommen hat. Sie sind nicht von jedem Einzelnen für sich selbst verlangt.
There are collective obligations, and what is required is that these obligations must be performed, irrespective of who has undertaken them from the Muslims.They are not required from every individual by himself.
Vielmehr ist erforderlich, dass sie verwirklicht werden. Sie können von wenigen oder von vielen verwirklicht werden. Werden sie nicht verwirklicht, so sind alle Muslime sündig, bis sie verwirklicht werden. Andernfalls wird die Sünde nur von jenen genommen, die sich bemüht und darum gerungen haben, sie zu errichten, und die sich ernsthaft an diesem Bemühen beteiligt haben. Niemand soll meinen, dass er, weil die Muslime die Sünde mit ihm teilen, dadurch erleichtert werde, und so die kollektiven Pflichten vernachlässige. Das ist nicht wahr, denn er wird am Tag des Gerichts allein kommen und die Sünde allein tragen. Er (SWT) sagte:
Rather what is required is that they are enacted. They may be enacted via a few or via many. If they are not enacted, then all the Muslims will be sinful until they are enacted. Otherwise, the sin will be removed only from those who struggled and endeavoured to establish them, and who were involved in this struggle seriously. Let no one assume that because the Muslims share the sin with him, that this will lighten the sin for him, and so he is negligent of the collective obligations. This is not true, because he will come alone on the Day of Judgement, carrying the sin on his own. He said:
„Und jeder von ihnen wird am Tag der Auferstehung allein zu Ihm kommen (ohne jeden Helfer oder Beschützer).“ [TMQ 19:95]. Dass die Umma mit ihm in die Sünde verfällt, mag ihm in dieser Welt Trost geben, doch wird es ihm im Jenseits nichts erleichtern. Daher soll jeder, der bei den kollektiven Pflichten, die noch nicht verwirklicht sind, nachlässig gewesen ist, sich ernsthaft in die Arbeit stürzen, sie zu verwirklichen, damit er sein Gewissen vor Allah reinige, bevor jener Tag kommt, an dem sich Herzen und Blicke wenden. So wird der Muslim, der an Allah glaubt, Seine Warnung fürchtet und Sein Versprechen erlangen will, darum bemüht sein, Allah zu gefallen, das Paradies zu gewinnen und sich vor dem Feuer zu retten. Ein solcher Muslim betrachtet die kollektive Pflicht als eine Aufgabe, die unbedingt übernommen werden muss. Solange sie nicht übernommen wurde, erreicht ihn die Sünde, wenn er nicht daran gearbeitet hat, sie zu verwirklichen. Wurde die Pflicht jedoch erfüllt, so trifft ihn kein Vorwurf, solange einige Menschen sie verwirklicht haben. Damit der Muslim sein Gewissen vor Allah entlasten kann, muss er sich ebenso um die kollektiven Pflichten kümmern wie um die individuellen Pflichten. Zum Beispiel: die Herrschaft nach dem, was Allah offenbart hat, der Dschihad auf dem Weg Allahs , der Idschtihad, das Gebieten des Guten und das Verbieten des Verwerflichen. All dies sind kollektive Pflichten, für deren Verwirklichung die Muslime arbeiten müssen, andernfalls machen sie sich sündig. Fehlt beispielsweise der Idschtihad in der Umma, so ist jeder sündig außer demjenigen, der darauf hinarbeitet, den Idschtihad hervorzubringen. Das Vorhandensein von Menschen, die darauf hinarbeiten, den Idschtihad hervorzubringen, nimmt den anderen die Sünde nicht ab, solange der Idschtihad noch nicht besteht. Wenn der Idschtihad entsteht, dann wird die Sünde von allen genommen. Dasselbe gilt auch für die Errichtung des Islamischen Staates. Jeder Einzelne, der sich davon fernhält, sich an der Arbeit zur Errichtung (des Staates) zu beteiligen, wird vor Allah sündig sein, und das Wirken von Menschen für seine Errichtung nimmt denjenigen, die sich davon fernhalten, die Sünde nicht ab, solange der Staat noch nicht errichtet ist. Folgendes wurde im Buch mit dem Titel „Al-Fikrul Islami“ (Das islamische Denken) unter der Überschrift „Die Pflicht der hinreichenden Erfüllung ist eine Pflicht für jeden Muslim“ erwähnt. Der Text lautet wie folgt: „Die Pflicht wird in keinem Fall aufgehoben, es sei denn, die geforderte Arbeit wurde ausgeführt. Wer die Pflicht vernachlässigt, verdient eine Strafe für ihre Unterlassung. Er bleibt sündig, bis er sie ausführt. Hierin besteht kein Unterschied zwischen der individuellen Pflicht und der Pflicht der hinreichenden Erfüllung (d. h. der Kollektivpflicht). Alle sind eine Pflicht für sämtliche Muslime. So auch Sein Wort:
“And everyone of them will come to Him alone on the Day of Resurrection (without any helper or protector.” [TMQ 19:95]. The fact the Ummah falls into sin with him may give him comfort in this world, but this will not lighten it for him in the Hereafter. Therefore, let everyone who has been negligent in the collective duties that have not been established, rush into serious involvement in the work to establish them, so as to clear his conscience before Allah , before that Day comes when the hearts and sights will be turned about. Thus, the Muslim who believes in Allah and fears His warning and wants His Promise, he will be concerned to please Allah , to win Paradise and save himself from the Fire. Such a Muslim looks upon the collective obligation as a duty that must be undertaken. As long as it has not been undertaken, then the sin will reach him if he did not work to establish it. However if the obligation was performed, then there will not be any blame on him as long as some people established it. So in order for the Muslim to relieve his conscience before Allah , he must be concerned with the collective obligations just like his concern with the individual obligations. For example: ruling by what Allah has revealed, Jihaad in the path of Allah , Ijtihaad, enjoining the ma’roof and forbidding the munkar. All of these are collective obligations, which the Muslims must work to establish, otherwise they will be sinful. If Ijtihaad is absent in the Ummah, for example, then everyone is sinful except the one who works to bring about Ijtihaad. The presence of people working to bring about Ijtihaad will not remove the sin from others, as long as Ijtihaad still does not exist. When Ijtihaad comes to exist, then the sin is removed from everyone. This is also the case with regards to establishing the Islamic State. Every individual who abstains from undertaking the work to establish it will be sinful before Allah , and the presence of people working for its establishment will not remove the sin from those abstaining from it, as long as the state has not been established yet. The following was mentioned in the book entitled, “Al-Fikrul Islami” (The Islamic Thought) under the heading, “The obligation of sufficiency is an obligation on every Muslim.” The text states the following; “The obligation is not removed in any case whatsoever, unless the work which was obligated has been undertaken. The one who neglects the obligation will deserve punishment for abandoning it. He will remain sinful until he undertakes it. There is no difference in this regard between the individual obligation and the obligation of sufficiency (ie collective obligation). All of them are an obligation on all of the Muslims. Thus, His saying:
„Brecht auf, ob leicht oder schwer bewaffnet ...“ [TMQ 9:41] ist eine Pflicht der Hinlänglichkeit (fard al-kifaya). Bei all diesen (Pflichten) wurde die Handlung entschieden gefordert (talban jaaziman). Daher ist der Versuch, zwischen der individuellen Pflicht (fard ain) und der Pflicht der Hinlänglichkeit als Pflichten zu unterscheiden, eine Sünde vor Allah ; es gilt als Abkehr vom Weg Allahs und als Täuschung, die Selbstzufriedenheit bei der Erfüllung der Pflichten Allahs hervorruft. Was das Entfallen der Pflicht von demjenigen betrifft, dem sie oblag, so gibt es auch hier keinen Unterschied zwischen der individuellen Pflicht und der Pflicht der Hinlänglichkeit. Die Pflicht entfällt nicht, bis die vom Gesetzgeber (Ash-Shaari’) geforderte Handlung verwirklicht ist, sei es, dass die Forderung an jeden Muslim gerichtet war, wie die fünf täglichen Gebete, oder dass sie an alle Muslime gemeinsam gerichtet war, wie die Bai’ah (Treueeid) an den Khalifen. Keine dieser Pflichten entfällt, bis die Handlung verwirklicht ist, d. h. bis das Gebet verrichtet wird und der Khalif eingesetzt und ihm die Bai’ah geleistet wurde.
“March forth, whether you are light or heavy...” [TMQ 9:41], is an obligation of sufficiency. In all of these (obligations), the action has been requested decisively (talban jaaziman). Hence, trying to differentiate between the individual obligation and the obligation of sufficiency in their capacity as obligations is a sin before Allah ; it counts as turning away from the path of Allah and deception to cause complacency in undertaking the obligations of Allah . As for removing the duty from the one on whom it was obligatory, here as well there is no difference between the individual obligation and the obligation of sufficiency. The duty is not removed until the action requested by Ash-Shaari’ (the Legislator) has been established, whether the request was to every Muslim such as the five daily prayers or the request was for all the Muslims such as the bai’ah (pledge) to the Khaleefah. None of these obligations will be removed until the action has been established, ie until the prayer has been established and the Khaleefah has been appointed and given the bai’ah.
So bleibt die Pflicht der Hinlänglichkeit (fard al-kifaya) von keinem der Muslime aufgehoben, wenn einige von ihnen die Handlung übernehmen, durch die sie erfüllt wird, bis sie tatsächlich erfüllt ist. Somit bleibt jeder Muslim sündig, solange die Handlung nicht vollendet ist. Daher ist es falsch zu sagen, die Pflicht der Hinlänglichkeit sei diejenige Pflicht, bei deren Übernahme durch einige die übrigen von der Sünde befreit sind. Vielmehr ist die Pflicht der Hinlänglichkeit diejenige Pflicht, bei deren Erfüllung durch einige die übrigen von der Sünde befreit sind. Die Aufhebung der Sünde ist etwas Reales, denn die angeordnete Handlung ist bereits ausgeführt und besteht, so dass für das Verbleiben der Sünde kein Raum ist.
Thus, the obligation of sufficiency will not be removed from anyone of the Muslims, when some of them undertake the action that will establish it, until it has been established. Thus, every Muslim will remain sinful as long as the action has not been completed. Therefore, it is incorrect to say that the obligation of sufficiency is the obligation which, if some undertook it, then the rest are absolved from the sin. Rather, the obligation of sufficiency is the obligation which if some have established it, then the rest are absolved of the sin. The removal of the sin will be something real, because the action which has been ordered has already been undertaken and it exists, so there is no place for the sin to remain.
Dies ist die Pflicht der Hinlänglichkeit (Fard al-Kifaya), die der individuellen Pflicht (Fard al-Ayn) ähnlich ist.
This is the obligation of sufficiency, which is like the individual obligation.
Daher ist die Errichtung des Islamischen Staates eine Pflicht für alle Muslime, d. h. sie ist für jeden einzelnen Muslim Fard. Diese Pflicht entfällt für keinen einzelnen Muslim, bis der Islamische Staat errichtet ist. Wenn einige die Handlungen unternommen haben, die den Islamischen Staat errichten, entfällt die Pflicht für keinen einzelnen Muslim, solange der Islamische Staat nicht errichtet ist. Die Pflicht bleibt für jeden Muslim bestehen, und die Sünde bleibt auf jedem Muslim lasten, bis der Staat errichtet ist. Die Sünde wird von keinem einzelnen Muslim genommen, bis er die Handlung verfolgt, die den Staat errichtet, und auf dieser Handlung beharrt, bis der Staat errichtet ist. So bleibt jede Pflicht der Hinlänglichkeit eine Pflicht für jeden Muslim und entfällt nicht, bis die geforderte Handlung unternommen wurde. Nachdem uns die individuellen Pflichten und die Pflichten der Hinlänglichkeit klar geworden sind, wird uns deutlich, dass es für den Muslim, um sein Gewissen vor seinem Schöpfer und seinem Herrn zu entlasten, geboten ist, die individuellen Pflichten zu erfüllen und sich mit anderen an der Errichtung der Pflichten der Hinlänglichkeit zu beteiligen.
Hence, the establishment of the Islamic State is an obligation on all Muslims; ie it is fard on every single Muslim. This obligation is not removed from any single Muslim until the Islamic State is established. If some undertook the actions that will establish the Islamic State, the obligation is not removed from any single Muslim as long as the Islamic state has not been established. The obligation will remain on every Muslim, and the sin will remain on every Muslim until the establishment of the State. The sin will not be removed from any single Muslim until he pursues the action that will establish the State, and continues on this action until the State is established. Thus, every obligation of sufficiency will remain an obligation on every Muslim, and will not be removed until the requested action has been undertaken.” Once the individual obligations and the obligations of sufficiency became clear to us, it becomes clear to us that for the Muslim to relieve his conscience before his Creator and his Lord, it is incumbent on him to undertake the individual obligations and participate with others in establishing the obligations of sufficiency.