3.4 Im Islam gibt es eine Fikrah (Gedanke) und eine Tariqah (Methode)
3.4 In Islam There Is A Fikrah (thought) And Tareeqah (method)
Wenn wir der Methode folgen wollen, durch die das Urteil nach dem bestimmt wird, was Allah offenbart hat, müssen wir nach den schar'i-Regeln suchen, die sich auf das Befolgen dieser Methode beziehen, damit der Muslim mit Bewusstsein, Rechtleitung und Licht von Allah voranschreitet. Er sagte: „Dies ist mein Weg: Ich rufe mit Einsicht zu Allah auf, ich und diejenigen, die mir folgen." [TMQ 12:108] Man sollte nicht sagen: „Es liegt in der Natur der Shari'a, dem Muslim die Regel für eine Sache zu verdeutlichen, und dann seinem Verstand, seiner Lage und dem, was der Nutzen (maslahah) erfordert, zu überlassen, die Methode zu wählen, die er für angemessen hält." Dies würde bedeuten, dass Allah die Errichtung des Islamischen Staates angeordnet und ihn zur Pflicht (fard) gemacht hat, sodass die Bemühungen der Ummah zwar auf die Errichtung der Pflicht ausgerichtet sein müssen, die Methode ihrer Errichtung jedoch den Muslimen überlassen bleibt. Das darf nicht behauptet werden, denn die Shari'a hat die Angelegenheit (der Methode) nicht offengelassen und den Menschen diesbezüglich keine Wahl gegeben.
When we wish to follow the method which will establish the ruling by what Allah has revealed, we must search for the Shar’ee rules related to following this method, so that the Muslim proceeds with awareness, guidance and light from Allah . He said; “This is my way: I invite unto Allah with awareness, I and whosoever follows me.” [TMQ 12:108] One should not say; “It is the nature of the Shar’a to clarify to the Muslim the rule of a thing and then leave to his mind, his condition and whatever is required by the benefit (maslahah) to follow the method which he sees appropriate.” This would mean that Allah has ordered the establishment of the Islamic State and made it fard. So the efforts of the Ummah must be focused on establishing the fard, however the method of its establishment is left to the Muslims. That should not be claimed since the Shar’a did not leave the matter (of the method) and did not give people a choice regarding it.
Das ist falsch, denn es widerspricht der Natur der schar'i schen Regeln.
This is incorrect because it contradicts the nature of the Shar’ee rules.
Es gibt keine schar'i-sche Regel, die die Lösung eines Problems behandelt, ohne dass die Scharia die praktische schar'i-sche Regel dazu erläutert und vervollständigt, indem sie die Art und Weise darlegt, wie diese Regel umzusetzen und im wirklichen Leben anzuwenden ist.
There is not a Shar’ee rule that deals with the solution of a problem without the Shar’a clarifying the practical Shar’ee rule relating to it and completing it, by explaining the manner of implementing this rule and applying it in the reality of life.
So bleiben die Gedanken des Islam und seine Regeln, wenn ihnen eine praktische Methode fehlt, Ideale, die in Büchern, Köpfen und Vorstellungen der Menschen existieren, und jeder spricht über sie zum intellektuellen Vergnügen, doch sie tragen keine Früchte.
Thus, the thoughts of Islam and its rules, if they lack a practical method, turn into ideals found in books, minds and imaginations of people, where everyone talks about them for intellectual enjoyment, but which bear no fruit.
So zeigte Allah in Seiner Shari'a die Lösungen für die Probleme der Menschen auf. Daher hat Er für sie Systeme offenbart, die alle ihre Lebensangelegenheiten berühren. Er hat alle Instinkte und organischen Bedürfnisse des Menschen mit dem islamischen 'Aqida und dem, was daraus an Systemen hervorgeht, befriedigt. Somit ist der Islam eine Klarstellung und eine deutliche Botschaft. Darüber hinaus begnügte Er sich damit nicht, sondern offenbarte weitere schar'ische Regeln, deren Zweck es war, diese Lösungen in der Wirklichkeit des Lebens zur Anwendung und Ausführung zu bringen, damit der Islam nicht als eine wirklichkeitsfremde Philosophie oder bloße Mahnung und Ermahnung bestehen bleibt. Deshalb war der Gesandte ﷺ nicht nur derjenige, der die Botschaft von seinem Herrn überbrachte, sondern er war zusätzlich ein Herrscher und Ausführender, der diese Botschaft umsetzte. Der Gesandte ﷺ begnügte sich nicht damit, lediglich klarzustellen, dass Allah der einzige Gott ist, der angebetet werden darf, sondern er arbeitete darauf hin, dies in der Wirklichkeit zu verwirklichen. So lud er die Menschen zu Allah ein, und die kutla (Gruppe) der Sahabah arbeitete mit ihm in Makkah zusammen, um den islamischen Staat zu errichten.
Thus, Allah clarified in His Shar’a the solutions to the problems of people. Hence He has revealed systems for them, which touch upon all their affairs of life. He satisfied all the instincts and organic needs of man with the Islamic ‘Aqeedah, and whatever emanated from it in terms of systems. Thus, Islam is a clarification and a clear message. Thereafter, He was not content with that, rather he revealed other Shar’ee rules whose purpose was to make these solutions implemented in the reality of life and executed, so that Islam does not remain as a fanciful philosophy or mere admonition and exhortation. That is why the Messenger was not only someone who conveyed (the Message) from his Lord, but in addition to that he was a ruler and executer who implemented this message. The Messenger was not content just to make clear that Allah is the only God to be worshipped, rather he worked to establish this in the reality. Thus, he invited people to Allah and the kutla (group) of the Sahabah worked with him in Makkah to establish the Islamic State.
Schließlich errichtete er diese Institution, die, auf dem Imaan gegründet, daran arbeitete, den Islam umzusetzen und jeden zu bestrafen, der gegen die ʿAqīda und das System verstieß. Er bemühte sich außerdem, den Islam durch die Methode der Daʿwa und des Dschihad zu verbreiten. Aus diesem Grund gibt es die Regeln des islamischen Staates, die Regeln für das Wirken zu seiner Errichtung, die Regeln der ʿUqūbāt (Strafen), des Dschihad sowie die Regeln des Gebietens des Guten und des Verbietens des Bösen. All dies gehört zu den praktischen schariatischen Regeln, welche die Scharīʿa festgelegt hat, um die ʿAqīda und das System zu schützen, sie zu bewahren und daran zu arbeiten, sie zu verbreiten und zu ihnen aufzurufen, um sie universal zu machen.
Finally he established this entity which, founded upon Imaan, worked to implement Islam and punish anyone who went against the ‘Aqeedah and system. He also worked to spread Islam via the method of da’wah and Jihaad. It is for this reason that we have the rules of the Islamic state, rules regarding the work to establish it, the rules of ‘uqubaat (punishments), Jihaad, rules of enjoining the good and forbidding the evil; all of them are from the practical Shar’ee rules which the Shar’a has laid down to protect the ‘Aqeedah and the system, to maintain them, and to work to spread them and call for them in order to make them universal.
Wären diese scharia-rechtlichen Bestimmungen nicht vorhanden gewesen, die die Art und Weise des Schutzes, der Umsetzung und der Verbreitung der Regeln von ʿAqīda und System verdeutlichten, so wäre der Islam statisch geblieben, ohne Bewegung, und hätte uns nicht erreichen und sich dann ausbreiten können. Er wäre bloße Ermahnung und Belehrung geblieben, wie die christliche Religion, die sich damit begnügt zu sagen: „Du sollst nicht die Ehe brechen und nicht die Frau deines Nachbarn begehren“, ohne zugleich das zu enthalten, was diese Aussage in der Wirklichkeit anwendbar macht. Der Islam wäre dann von anderen praktischen Ideologien zerstört und entwurzelt worden, die umsetzen würden, was er nicht umsetzen konnte, selbst wenn dies auf falsche Weise geschähe. Er wäre in Büchern verblieben wie andere phantastische Gedankengebäude zum Zweck der historischen Darstellung, wie „Der Staat“ von Platon.
If it was not for the presence of these Shar’ee rules which clarified the manner of protection, implementation, and spreading the rules of the ‘Aqeedah and system, Islam would have remained static without motion and would not have reached us and then spread. It would have remained as mere admonition and instruction like the Christian religion, which is content just to say; “Thou shall not commit adultery or covet the wife of your neighbour”, without containing at the same time that which makes this speech applicable in the reality. Islam would then have been destroyed and uprooted by other practical thoughts, which would execute what it could not execute, even if it was done in an incorrect manner. It would have remained in books like other fanciful thoughts for the purpose of historical presentation; like “The Republic”, of Plato.
Da Zina (unerlaubter Geschlechtsverkehr) haram ist, verhindert eine andere schar'ī-Regel bezüglich ihr das Vorkommen dieser verbotenen Beziehung in der Wirklichkeit, nämlich die Strafe für denjenigen, der Zina begeht, die vom Islamischen Staat vollzogen wird. So hat die Scharia den Hukm der Zina verdeutlicht, als Er sprach:
Since zina (unlawful sexual intercourse) is haraam, what prevents the presence of this prohibited relationship in reality is another Shar’ee rule relating to it, which is the punishment of the one who commits zina, applied by the Islamic State. Thus, the Shar’a clarified the hukm of zina when He said:
„Und nähert euch nicht der Unzucht. Sie ist wahrlich eine Schandtat und ein übler Weg.“ [TMQ 17:32]. Er (SWT) hat auch die Strafe für denjenigen erläutert, der Unzucht begeht, als Er (SWT) sagte: „Die unzüchtige Frau und der unzüchtige Mann – geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben.“ [TMQ 24:2]. Die Scharia hat die Autorität bestimmt, die die Verantwortung für die Umsetzung übernimmt und deren Anwendung aufrechterhält, als der Gesandte ﷺ sagte:
“And come not near to the zina. Verly, it is a faahisha (a great sin), and an evil way.” [TMQ 17:32]. He also clarified the rule of the one who commits zina, when He said; “The women and the man guilty of illegal sexual intercourse, flog each of them with a hundred stripes.” [TMQ 24:2]. The Shar’a assigned the authority that assumes the responsibility of implementing it and maintaining its application, when the Messenger said:
„Vermeide es, die Hudud-Strafen gegen Muslime anzuwenden, so weit du kannst. Wenn du einen Ausweg für den Muslim findest, so lass ihn gehen, denn es ist besser für den Imam, sich beim Gewähren von Straferlass zu irren, als sich bei der Strafe zu irren.“ [Überliefert von at-Tirmidhi und al-Hakim]. Somit hat die Scharia die Verantwortung für deren Durchführung dem Imam übertragen.
“Avoid applying the Hudood on Muslims as much as you can. If you find a way off for the Muslim then let him go, for it is better for the Imaam to make a mistake in giving pardon than a mistake in the punishment.” [Reported by Tirmizi and al-Haakim]. Thus, the Shar’a made the Imaam responsible for undertaking it.
Dasselbe gilt für das Salah (Gebet). Die Shar'a hat geklärt, dass es Fard ist, und sie hat die Regel bezüglich der Strafe für denjenigen festgelegt, der das Gebet unterlässt. Sie hat außerdem denjenigen bestimmt, der die Vollstreckung dieser Strafe übernehmen soll, nämlich den Islamischen Staat. Auf diese Weise ist für jede vom Islam verdeutlichte Vorschrift auch ihre Methode der Umsetzung geklärt worden - durch eine andere Shar'i-Regel -, und dem Imam wurde in den meisten Angelegenheiten die Befugnis zur Umsetzung übertragen.
The same goes for the Salah (prayer). The Shar’a has clarified that it is fard and it clarified the rule regarding the punishment of the one who abandons prayer. It also assigned the one who would undertake the implementation of this punishment, which is the Islamic State. In this manner, for every order clarified by Islam, its method of implementation has also been clarified - by another Shar’ee rule - and the Imaam has been granted the authority of implementation in most of the matters.
Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass der Islam ein grundlegendes Glaubensbekenntnis besitzt, von dem sich andere Teilglaubenssätze verzweigen und auf das sich Gedanken beziehen.
Upon examination, we find that Islam has a fundamental creed from which other partial beliefs branch out and to which thoughts are related.
Es enthält außerdem Gedanken, die das Khayr (Gute) und Sharr (Schlechte), das Husn (Schöne und Würdige) und Qubh (Hässliche und Verwerfliche), das Ma'roof und Munkar, das Halaal (Erlaubte) und das Haraam (Verbotene) verdeutlichen. Ebenso enthält es Shar'ee-Regeln, die die 'Ibadaat (Gottesdienste), Mu'amalaat (Geschäfte), Mat'umaat (Lebensmittel), Malboosaat (Kleidung) und Akhlaaq (Moral) ordnen. All diese Dinge müssen in der islamischen Gesellschaft sowie in jeder menschlichen Gesellschaft vorhanden sein. Dies vermittelt ein hervorragendes Bild der Gesellschaft, zu der der Islam aufruft. Diese Glaubensinhalte, Gedanken und Regeln lassen sich am besten als al-Fikrah al-Islamiyyah (das islamische Denken) bezeichnen.
It also has thoughts that clarify the khayr (good) and sharr (bad), husn (beautiful and worthy) and qubh (ugly and reprehensible), the ma’roof and munkar, the Halaal (permitted) and the Haraam (prohibited). It also has Shar’ee rules which organise the ‘ibadaat (worships), mu’amalaat (transactions), mat’umaat (foodstuffs), malboosaat (clothing) and akhlaaq (morals). All of these are required to exist in the Islamic society, and in every human society. This gives a distinguished picture of the society that Islam calls to. These beliefs, thoughts and rules can be better called al-fikrah al-islamiyyah (the Islamic thought)
Die scharia-rechtlichen Vorschriften, die das islamische Denken vervollständigen und deren Ziel es ist, es zu verwirklichen, zu schützen und zu verbreiten, wie die Vorschriften über die Strafen, die Vorschriften über den Dschihad, die Vorschriften über das Kalifat, die Vorschriften über die Art und Weise, in der die Da'wa getragen wird, um den Islamischen Staat zu errichten, sowie die Vorschriften über das Gebieten des Guten und das Verbieten des Bösen. Diese ergänzenden scharia-rechtlichen Vorschriften lassen sich besser als die Vorschriften der at-tariqah al-islamiyyah (der islamischen Methode) bezeichnen.
The Shar’ee rules which complete the Islamic thought, and whose aim is to establish it, protect it and propagate it, such as the rules of punishments, rules of Jihaad, rules of the Khilafah, rules of the manner in which the da’wah is carried to establish the Islamic State and the rules of enjoining the ma’roof and forbidding the munkar. These complementary Shar’ee rules can be better called the rules of at-tariqah al-islamiyyah (the Islamic method).