9.1 Die Zulässigkeit der Pluralität von Gruppen
9.1 The Permissibility For Plurality Of Groups
Es wurde geklärt, dass die Belege, mit denen die Einheit der islamischen Arbeit zur Pflicht gemacht wird, nicht als Beweis gelten können. Doch bedeutet dies nicht, dass die andere Ansicht, die die Vielfalt der Gruppen erlaubt, dadurch rechtmäßig geworden ist. Denn die Verneinung einer Sache beweist nicht ihr Gegenteil. Es müssen Belege vorhanden sein, die die Richtigkeit der istidlaal (Schlussfolgerung aus Belegen) und die Genauigkeit der istinbaat (Ableitung) aufzeigen. Welche Belege sind das also?
It has been clarified that the evidences used to oblige unity of the Islamic work cannot be considered as evidence. However, this does not mean that the other opinion, which permits the plurality of groups, has become legitimate. This is because the negation of a matter does not prove its opposite. There must be evidences that demonstrate the correctness of the istidlaal (deduction), and precision of the istinbaat (inference). So what are these evidences?
Die Belege dafür, dass Meinungsverschiedenheiten in den Furu' (praktischen Rechtsbestimmungen) erlaubt sind, nicht aber in den Usul (Glaubensgrundsätzen), sind zahllos. Die Sunnah hat die Zulässigkeit der Meinungsverschiedenheit in den Furu' angezeigt. Daher finden wir, dass die Sahabah untereinander verschiedener Meinung waren, ebenso die Tabi'in und die Gelehrten der Salaf (der frommen Vorfahren). Das Verbot von Meinungsverschiedenheiten bezog sich dagegen auf die Meinungsverschiedenheiten der Kuffar, und zwar über die Grundlagen der Religion und nicht über die Furu'. Beispielsweise hatten sie Meinungsverschiedenheiten über die Propheten, den Tag der Auferstehung, Leben, Tod und ihre Bücher, bis sie zu Sekten, Parteien und Milal und Nihal wurden. Sie entfernten sich von der Wahrheit, die Allah ihren Propheten offenbart hatte, und brachten die Anhänger ihrer Propheten vom Weg ab. Er sagte: „Dann spalteten sich die Parteien, so wehe den Ungläubigen vor der Begegnung mit einem großen Tag.“ [TMQ 19:37] So warnte uns Allah vor Meinungsverschiedenheiten wie denen der Kuffar.
Indeed, the evidences that permit disagreement in the furu’ (rules) and not the Usul (beliefs) are innumerable. The Sunnah has indicated the permissibility of disagreement in furu’. Hence we find the Sahabah disagreeing amongst themselves, as well as the Tabi’in and the scholars of the Salaf (pious predecessors). As for the prohibition of disagreements, it came regarding the disagreements of the Kuffar, which was about the fundamentals of the deen and not in the furu’. For example the disagreements they had over the Prophets, the Day of Resurrection, life, death and their books, until they became sects, parties, and milal and nihal. They went away from the truth revealed by Allah to their Prophets, and deviated their Prophets’ followers. He said; “Then the sects differed, so woe unto the disbelievers from the meeting of a great Day.” [TMQ 19:37] Thus, Allah warned us about the disagreements like those of the Kuffar.
Der Gesandte ﷺ billigte am Tag des Grabenkrieges die unterschiedlichen Verständnisse der Sahaba bezüglich seiner Worte: „Wer hört und gehorcht, soll das ʿAsr-Gebet nicht verrichten …“
The Messenger accepted, at the day of the trench, the different understandings of the Sahabah for his words; “Whosoever hears and obeys, let him not pray ‘Asr (prayer)
„außer bei den Banu Qurayza.“ [Sirah Ibn Hisham] Aus diesem Hadith werden folgende Dinge abgeleitet:
except in Bani Qurayza.” [Sirah Ibn Hisham] The following things are deduced from this hadith:
1. Der Mudschtahid wird Fehler machen und auch richtig liegen. Dass er ein Mudschtahid ist, bedeutet nicht, dass er keine Fehler macht.
1- The Mujtahid will make mistakes and get things right. The fact that he is a mujtahid does not mean he does not make mistakes.
2. Die vom Mujtahid abgeleitete Regel gilt als eine schar'ī'sche Regel, selbst wenn sie ein Irrtum war.
2- The rule deduced by the Mujtahid is considered a Shar’ee rule, even if it was a mistake.
3- Der Mujtahid, der einen Irrtum begangen hat, weiß nicht, dass er sich geirrt hat. Hätte er es gewusst, so wäre es ihm nicht erlaubt, in seinem Irrtum zu verharren. Vielmehr wiegt sein Verständnis in seinen Augen schwerer als das Verständnis anderer.
3- The Mujtahid who has made a mistake does not know that he has made a mistake. If he had known then he would not be allowed to remain in his error. Rather his understanding is more weighty, in his view, than the understanding of others.
4. Der Mujtahid wird von Allah belohnt, unabhängig davon, ob er richtig oder falsch lag, wenngleich die Belohnung unterschiedlich ist.
4- The mujtahid is rewarded by Allah , whether he was right or wrong, though the reward is different.
Die Imame (die Gelehrten) waren sich einig, dass die Sünde für die Mujtahidun in Bezug auf die schariatischen Regeln, die sich auf spekulative Fragen der Rechtswissenschaft beziehen, entfällt.
The Imams (the scholars) agreed that the sin is removed from the Mujtahideen regarding the Shar’ee rules that pertain to speculative issues in jurisprudence.
Al-Qurtubi (möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in seinem Tafsir: „Die Sahaba waren weiterhin uneins über die Regeln der Ereignisse, obwohl sie in Eintracht blieben." Al-Baghdadi überliefert in seinem Buch „Al-Faqeeh wal Mutafaqqih" folgende Aussage von ‘Umar b. ‘Abdul-’Azeez : „Es hätte mich nicht erfreut, wenn die Ashab (Gefährten)
Al-Qurtubi (may Allah have mercy on him) says in his tafseer; “The Sahabah still continued to differ regarding the rules of the incidents, though they remained in harmony.” Al-Baghdadi reported the following saying of ‘Umar b. ‘Abdul-’Azeez in his book ‘Al-Faqeeh wal Mutafaqqih’; “I would have not been pleased if the Ashab (Companions)
...von Mohammed unterschieden sich nicht, denn wenn sie sich nicht unterschieden hätten, gäbe es keine Erlaubnis (für uns, abzuweichen).“ Viele Bücher wurden von großen muslimischen Gelehrten verfasst, die die Gründe für die Meinungsverschiedenheit erläutern.
of Mohammed did not differ, because if they did not differ, there would not have been a permission (for us to differ).” Many books have been written by great Muslim scholar that clarify the reasons for disagreement.
Einer dieser Gründe ist, dass das Verständnis des Menschen seiner Natur nach von einer Person zur anderen verschieden ist. Ihre Fähigkeiten sind unterschiedlich, und so auch ihr Verständnis. Daher gab es verschiedene Ijtihadāt und Istinbāṭāt seit der Zeit der Sahābah bis in unsere heutige Zeit, und dies wird bis zum Tag des Gerichts bestehen bleiben. Ein weiterer dieser Gründe ist die Tatsache, dass die Natur der Scharīʿa die Muslime zur Verschiedenheit zwingt, und darin liegt eine Barmherzigkeit.
One of these reasons is that man’s understanding, by his very nature, will differ from one person to another. Their abilities differ and so does their understanding. Hence, different ijtihadaat and istinbaat existed since the age of the Sahabah until our age today, and this will remain until the Day of Judgement. One of these reasons is the fact that the nature of the Shar’a forces the Muslims to differ, and there is a mercy in that.
Der Unterschied in den Qira'at (Lesarten) führt zu Unterschieden im Verständnis. Jeder Mudschtahid wird ein Verständnis entsprechend seiner Lesart haben. Dies ist vergleichbar mit der Meinungsverschiedenheit über den Vers zur Wudu (rituellen Waschung) hinsichtlich der Frage, ob die Füße gewaschen oder gewischt werden sollen?
- The difference in the qira’aat (readings) leads to differences in understanding. Every mujtahid will have an understanding in accordance to his reading. This is like the disagreement regarding the ayah of Wudu (ablution) in regards to whether the feet should be washed or be wiped?
- Die Gelehrten (ʿUlamāʾ) und Rechtsgelehrten (Fuqahāʾ) waren sich über bestimmte Ahadith uneins. Ein Hadith kann für den einen Gelehrten Sahih (authentisch) sein, für einen anderen jedoch nicht, je nach der Methode, die der Gelehrte bei der Annahme oder Ablehnung von Ahadith anwendet. Nehmen wir zum Beispiel den Fall des Mursal-Hadith. Die Muhaddithun (Hadith-Experten), die Usuliyyun (Gelehrte der Grundlagen der Rechtswissenschaft)
- The ulamaa’ and fuqahaa’ differed on certin ahadith. A hadith may be Sahih (authentic) for one scholar but not for another, depending upon the method employed by the scholar in accepting or rejecting ahadith. For instance let’s take the example of the Mursal hadith. The Muhaddithun (hadith experts), Usuliyyoon (scholars of the foundations of jurisprudence)
und die Fuqahā' (Rechtsgelehrten) unter den Imamen dieser Umma sind uneins darüber gewesen, ob das Mursal-Hadith als Beweis herangezogen werden kann. Einige nutzten es als Beweis, während andere es nicht taten und es als Munqaṭi'-Hadith betrachteten (d. h. ein Hadith, bei dem die Überlieferungskette unterbrochen ist).
and Fuqahaa’ (jurists) from the a’immah of this Ummah, have differed on the use of Mursal hadith as proof. Some used it as proof whilst others did not, considering it a Munqati’ hadith (ie an hadith that had a break in the chain of transmission.)
Ein weiterer Grund für Meinungsverschiedenheiten ist der Widerspruch zwischen den Belegen. So haben manche Texte die Verwendung von etwas Najis (Unreinem) oder von etwas Haram zu medizinischen Zwecken untersagt, wie in dem Hadith: „Wahrlich, Allah hat die Krankheit und die Heilung herabgesandt, und für jede Krankheit hat Er eine Heilung gegeben. So heilt nicht mit dem Haram.“ [Überliefert von Abu Dawud], während andere Texte die Verwendung der Najis-Substanz (Unreinen) oder der Haram-Substanz erlaubten, wie in dem Hadith:
- The conflict of evidences is another reason for difference. For example, some texts prohibited the use of something that is najas (impurity) or something that is haraam for medical purposes, as in the hadith, “Verily, Allah revealed the disease and the cure, and for every disease he has given a cure. So do not cure with the Haraam.” [Reported by Abu Dawud], whilst other texts permitted the use of the najas (impurity) or haraam substance, as in the hadith:
„Dass der Prophet ‘Abd ar-Rahman b. ‘Awf und az-Zubayr das Tragen von Seide erlaubte, weil sie an Juckreiz litten“, und wie das Hadith: „Die Muslime pflegten Kamelurin als Medizin zu verwenden, und sie sahen darin nichts Verwerfliches.“ [Überliefert von Bukhari] – Wenn es zu einer Frage keinen klaren Text gibt, dann erfolgt das Auffinden der Regel Allahs durch Ijtihad, und Ijtihad ist eine mutmaßliche Regel, die zu Meinungsverschiedenheiten neigt.
“That the Prophet permitted ‘Abd ar-Rahman b. ‘Awf and ah- Zubayr to wear silk because they suffered from itching” and like the hadith, “The Muslims used to use the urine of camels as medicine and they did not see anything wrong in that.” [Reported by Bukhari] - When there is no clear text regarding an issue, then the method of finding the rule of Allah will be by Ijtihaad, and Ijtihaad is a speculative rule prone to disagreement.
Die weitreichende Bedeutungsvielfalt der arabischen Sprache ist ebenfalls eine Ursache für Meinungsverschiedenheiten. Dies zeigt sich an dem Vorhandensein von Ishtiraak (Homonymie), Haqeeqah (wörtliche Bedeutung), Majaz (die übertragene Bedeutung), Mutlaq (das unbedingte) und Muqayyad (das bedingte bzw. eingeschränkte), ‘aamm (das allgemeine) und Khaas (das spezifische).
- The expansive nature of the Arabic language in its meanings is also a cause for difference. The presence of Ishtiraak (homonyms), Haqeeqah (literal meaning), Majaz (the metaphorical), Mutlaq (absolute) and Muqayyad (restricted), ‘aamm (general) and Khaas (specific) illustrates this.
So ist die Beschaffenheit der arabischen Sprache, in der die Offenbarung herabgesandt wurde, dergestalt, dass ihre Ausdrücke und ihr Satzbau verschiedene Bedeutungen und vielfältige Hinweise zulassen.
Thus, the nature of the Arabic language in which the revelation was sent down, is that its expressions and syntax are open to different meanings and diverse indications.
So lautet der Ausspruch Allahs über die geschiedenen Frauen: „Und geschiedene Frauen sollen (in Bezug auf ihre Wiederverheiratung) drei Quru’ abwarten.“ [TMQ 2:228]. Das arabische Wort „Quru’“ kann entweder „Reinheit“ oder die Zeit der Menstruation bedeuten. Welche Bedeutung ist jedoch gemeint? Dies war einer der Gründe für die Meinungsverschiedenheit der Fuqahaa’ (Rechtsgelehrten) in dieser Angelegenheit.
Thus, the saying of Allah regarding the divorced women; “And divorced women shall wait (as regards their marriage) for three Quru.” [TMQ 2:228]. The word (quru’) in Arabic can mean either pure or the time of menstruation. But which meaning is intended? This was one of the reasons for the disagreement of the Fuqahaa’ (jurists) regarding this subject.
Dies bezieht sich auf die Scharia im Allgemeinen. Trifft davon etwas auf den vorliegenden Gegenstand zu? Anders gefragt: Erlaubt die Zulässigkeit der Meinungsverschiedenheit in den schariatischen Regeln, die von der Scharia anerkannt ist, die Vielfalt an Bewegungen, Gruppen oder Parteien, die für Veränderung arbeiten? Oder hat dieser Gegenstand eigene spezifische Belege, die ihn von der ursprünglichen Regel ausschließen?
This is regarding the Sharee’ah in general. But does any of what has been mentioned apply to the subject under discussion? In other words, does the permissibility of disagreement in the Shar’ee rules, which is accepted by the Shar’a, allow the plurality of movements, groups or parties working for change? Or does this subject have its own specific evidences which exclude it from the original rule?
Die Gruppe bzw. Partei gründet sich auf einem Verständnis von schari'itischen Texten, die verschiedene Auslegungen zulassen, so wie jedes andere schari'itische Verständnis auch, mit Ausnahme dessen, was die feststehenden Regeln betrifft. Die von der Gruppe übernommenen schari'itischen Regeln sind aus Texten abgeleitete schari'itische Regeln und können richtig oder falsch sein. Es ist einem Muslim nicht erlaubt, in einer Gruppe mitzuarbeiten, wenn er in ihr viele Fehler sieht. Vielmehr soll er sie beraten und nach der Gruppe suchen, die ihn von der Sünde vor Allah (SWT) befreit, indem er durch die Mitarbeit mit ihr entlastet wird. Wie bereits erwähnt, weisen die Natur der Menschen, ihre Gelehrten, die Schari'a und die arabische Sprache alle darauf hin, dass es erlaubt ist, mehrere Verständnisse zu haben. Dies rechtfertigt das Bestehen von mehr als einer Gruppe. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange es nicht über eine bloße Meinungsverschiedenheit im Verständnis hinausgeht. In diesem Fall wird die Mitarbeit in der Gruppe oder Partei, die der Wahrheit am nächsten kommt, zur Pflicht.
The group or party is established on a Shar’ee understanding of texts that have the propensity to be understood in different ways, just like any other Shar’ee understanding is, except for that concerning the definite rules. The Shar’ee rules adopted by the group are Shar’ee rules that have been deduced, and are liable to be correct or mistaken. It is not allowed for a Muslim who sees many errors in a group to work with it. Rather he should advise it and search for the group that will relieve him of the sin in front of Allah through him working with it. As we have mentioned, the nature of people, their scholars, the Shar’a and Arabic language all indicate that it is permissible to have multiple understandings. This is what justifies the presence of more than one group. There is no harm in this, as long as it is not more than disagreement in understanding. In that case the work with the group or party that is closest to the truth becomes an obligation.
Außerdem gibt es den Vers:
In addition there is the ayah:
„Und es soll aus euch eine Gemeinschaft hervorgehen, die zum Khayr (Islam) aufruft, das Ma’roof (Gute) gebietet und das Munkar (Böse) verbietet. Und sie sind es, die erfolgreich sind.“ [TMQ 3:104] Die Ausrichtung dieses Ayah liegt auf der Pflicht, mindestens eine Gruppe zu etablieren, deren Wirken Folgendes sein wird: den Aufruf zum Khayr (Islam), das Gebieten des Ma’roof (Guten) und das Verbieten des Munkar (Bösen). Der Ayah bedeutet nicht das Vorhandensein einer einzigen Gruppe. Andernfalls hätte Er ﷻ gesagt: „Ummah waahidah (eine Ummah).“ Vielmehr ist die Art von Gruppe angeordnet, deren Wirken Da’wah, das Gebieten des Ma’roof und das Verbieten des Munkar sein wird. Diese Fard ist eine Fard der Hinlänglichkeit (Fard al-Kifaya), und ihre Verpflichtung wird durch das Vorhandensein einer Gruppe erfüllt. Dass mehr als eine Gruppe existiert, ist aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen über die zu leistende Arbeit nicht zu beanstanden. Diese Ausdrucksweise wiederholt sich in Hunderten von Ayaat und Ahadith. Zum Beispiel das Hadith: „Wer unter euch ein Munkar sieht, soll es mit seiner Hand ändern ...“ Es meint nicht ein einzelnes Munkar, sondern die Art des Munkar.
“And let there arise out of you a group inviting to all that is khayr (Islam), enjoining the ma’roof (good) and forbidding the munkar (evil). And it is they who are successful.” [TMQ 3:104] The order in this ayah is focussed on the obligation of establishing at least one group whose work will be the following; calling to the Khayr (Islam), enjoinng the ma’roof (good) and forbidding the munkar (evil). The ayah does not mean the presence of one group. Otherwise He would have said: ‘Ummah waahidah (one Ummah).’ Rather what has been ordered is the type of group whose work will be da’wah, enjoining the ma’roof and forbidding the munkar. This fard is a fard of sufficiency and its obligation is realised by the presence of one group. As for when more than one group exists, because of the different understandings of the work to be done, there is nothing wrong with that. This type of expression has been repeated in hundreds of ayaat and ahadith. For example the hadith; “Whosover amongst you sees a munkar, let him change it with his hand...” It does not mean one munkar, but the type of munkar.
Abu al-A'la al-Mawdudi (möge Allah sich seiner erbarmen) erwähnt in seinem Buch „Islamische Grundbegriffe über Religion und Staat“ im Kapitel über die Pflicht, zum Guten aufzurufen und das Verwerfliche zu verbieten, Folgendes: „Aus der Partikel in dem Vers: ‚Und es soll aus euch eine Gruppe entstehen, die zu allem Chair (dem Islam) aufruft‘ geht offensichtlich nicht hervor, dass den Muslimen befohlen wird, eine Gruppe zu bilden, die die Pflicht der Da'wah zum Islam, des Gebietens des Ma'ruf und des Verbietens des Munkar übernimmt, während es für die übrigen Muslime ursprünglich keine Pflicht ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Vielmehr bedeutet er die Pflicht, dass die Umma zu keiner Zeit ohne wenigstens eine Gruppe sein soll, die das Licht bewahrt, das von der Lampe der Wahrheit und Güte ausgeht, und die gegen die Finsternis des Bösen und die Gefahren der Falschheit ankämpft. Wenn es unter den Muslimen keine solche Gruppe gibt, dann ist es unmöglich, dass die Umma vom Fluch und der schweren Strafe Allahs bewahrt bleibt, ganz zu schweigen davon, dass sie die beste Umma ist, die für die Menschheit hervorgebracht wurde.“ Basierend auf dem, was wir zuvor erwähnt haben:
Abu al-A’la al-Mawdudi (may Allah have mercy on him) mentioned the following in his book ‘Islamic concepts regarding religion and state’ under the chapter on: The obligation of enjoning the ma’roof and forbidding the munkar; “What is apparant from the partative in the ayah; ‘And let there arise out of you a group inviting to all that is khair (Islam).’ It does not mean that the Muslims are ordered to have a group that will undertake the obligation of da’wah to Islam, enjoining the ma’roof and forbidding the munkar, whilst it is not an obligation on the rest of the Muslims to undertake this task in origin. Rather its meaning is the obligation that the Ummah should not be at any time without -at leastone group that will guard the light coming from the lamp of truth and goodness, and struggle against the darkness of evil and dangers of falsehood. When no such group exists amongst the Muslims, then it is impossible for the Ummah to be saved from the curse and severe punishment of Allah , let alone be the best Ummah brought forth for mankind.” Based on what we have mentioned previously:
Wir müssen sehr gut wissen, dass alles, was die Scharia billigt, eine Barmherzigkeit ist.
- We must know very well that whatever the Shar’a approves is a mercy.
Wenn es zu einer Prüfung wurde, dann liegt das allein am Missverständnis der Muslime und an nichts anderem. Betrachten Sie die erhabene Fiqh-Lehre zweier großer Imame dieser Umma. In „Shuzuur az-Zahab“ (Splitter aus Gold) wird überliefert, dass die Schüler von Shafi'i eines Tages zu ihm kamen und sich beklagten, dass er Imam Ahmad b. Hanbal besuche, während sie mit seinen Schülern wegen ihrer unterschiedlichen Meinungen streiten. Shafi'i sagte: „Sie sagen: ‚Ahmad besucht dich, und du besuchst ihn.‘ Ich sage: ‚Die Tugenden trennen sich nicht von seinem Haus.‘“
If it turned into an affliction then that is because of the misunderstanding of the Muslims and nothing else. Look at the exalted Fiqh of two great Imaams of this Ummah; it has been mentioned in ‘Shuzuur az-Zahab’ (Fragments of gold) that the students of Shafi’i came to him one day complaining how he visits Imaam Ahmad b. Hanbal, while they dispute with his students because of their differences in opinions. Shafi’i said; “They say; ‘Ahmad visits you and you visit him’, I say; ‘The virtues do not separate from his home.
Wenn er mich besucht, dann durch ihn, und wenn ich ihn besuche, so ist dies aufgrund seiner Gnade.
If he visits me, then thanks to him, and if I visit him, this is because of his grace.
„In beiden Situationen gilt die Gnade ihm.“ Ähnliches geschah mit den Schülern des Imam Ahmad und mit ihm selbst. Imam Ahmad sagte ihnen: „Wenn wir in der Abstammung verschieden sind, so vereint uns ein Wissen, das wir an die Stelle eines Vaters gesetzt haben. Wenn das Wasser der Meere verschieden ist, so sind wir alle süßes (Wasser), das aus einem einzigen Gefäß strömt.“ – Wer auch immer alle Muslime auf eine einzige Handlung vereinen will, und dabei die Wirklichkeit der Schari'a und die Wirklichkeit der Menschen außer Acht lässt, dem sagen wir, was Imam Malik zu Harun ar-Raschid sagte, als Harun ar-Raschid das Verständnis und die madhhab (Rechtsschule) Maliks übernehmen und den Menschen verbindlich machen wollte und ihnen untersagte, dem Verständnis anderer zu folgen: „Mache den Muslimen nicht eng, was Allah ﷻ ihnen weit gemacht hat.“ – Wenn die Kuffar und die Regime unter ihrer Kontrolle eine Gruppe oder Gruppen sehen, die ernsthaft daran arbeiten, die Herrschaft Allahs ﷻ zu errichten, versuchen sie, zusätzlich zu harten Maßnahmen gegen sie und der Verbreitung von Gerüchten, diese Gruppen vom Weg abzubringen oder zum Scheitern zu bringen, indem sie Gruppen gründen, die unter ihrer Kontrolle stehen. Würden wir annehmen, dass mehr als eine Gruppe nicht erlaubt ist, hieße das, dass die Gruppe sich mit allen anderen Gruppen vereinen muss und somit das Gute wie das Schlechte einschließt. Gefordert ist aber das Gegenteil: Wir müssen das Schlechte verwerfen und das Gute bewahren, das den Menschen nützt.
In both situations the grace is for him.’” A similar thing happened with the students of Imaam Ahmad and him. So Imaam Ahmad told them; “If we differ in lineage, then a knowledge which we have put in the position of a father unites us; If the water of the seas differ, we are all fresh (water) that streams out from one vessel.” - Whosoever wishes to unite all the Muslims on one action, besides his negligence of the reality of Shar’a and the reality of people, we say to him what Imaam Malik said to Harun ar-Rasheed when Harun ar- Rasheed wanted to adopt Malik’s understanding and mazhab (school of thought) and make it binding on the people and forbid them from (following) the understanding of others; “Do not make narrow for the Muslims that which Allah has made wide for them.” - When the Kaafir states and the regimes under their control see a group or groups working seriously to establish the rule of Allah , in addition to using harsh measures against them and spreading rumours, they try to derail these groups or cause them to fail by establishing groups which are under their control. If we assume that having more than one group is not allowed, this means the group must unite with all the other groups, and thus include the good and the bad. But what is required is the opposite, where we have to throw away the bad, and keep the good that benefits the people.
Da dieser Vorschlag (die Pflicht, die islamische Arbeit zu vereinen und die Vielfalt der Gruppen zu untersagen) der Wirklichkeit der Scharia, dem menschlichen Wesen und der Sprache, in der die Offenbarung herabgesandt wurde, widerspricht.
- Since this suggestion, (the obligation of uniting the Islamic work and prohibiting the plurality of groups) contradicts the reality of the Shar’a, human beings and the language in which the revelation was sent down.
Dies ist eine unmögliche Anregung, die sich nicht verwirklichen lässt. Sie darüber zu diskutieren, bleibt eine Ablenkung von dem, was wichtiger ist, nämlich der Arbeit zur Errichtung des Khilafah. Die Aussage, dass Allah den Muslimen nicht hilft, solange sie sich nicht vereinen, ist ein unbegründetes Urteil, das nicht akzeptabel ist. Vielmehr hilft Allah den Muslimen nicht, solange sie nicht die Scharia befolgen, sich an das Seil Allahs klammern und Seinen Befehl erfüllen. Allah wird ihnen helfen, auch wenn sie wenige sind. Denn ein einziger Mensch, der sich der Wahrheit verpflichtet, zählt wie viele, während die große Menge derer, die auf dem Falschen beharren, wie der Schaum (des Meeres) ist.
Then this is an impossible suggestion to realise. Discussing it will remain a distraction from what is more important, which is the work to establish the Khilafah. The statement that Allah does not help the Muslims, unless they unite, is an baseless judgement that is unacceptable. Rather, Allah does not help the Muslims unless they adhere to the Shar’a and hold fast to the rope of Allah and fulfill His command. Allah will help them even if they are few. For the one person committed to the truth counts as many, while the many people who are on the falsehood are like the scum (of the sea).
Es bleibt noch ein Wort zu diesem Thema zu sagen: Die Existenz des Kalifen und des Islamischen Staates ist der wichtigste Aspekt, der die Muslime vereint; ohne ihn gibt es keine Einheit. Die Auffassungen werden verschieden bleiben, doch uns ist befohlen, dem Kalifen zu gehorchen. Der Imam trifft eine Entscheidung, und durch seine Entscheidung beendet er den Streit, verhindert ihn jedoch nicht und beseitigt ihn auch nicht. Sein Befehl muss von den Muslimen offen wie auch im Verborgenen befolgt werden. Was den Emir einer Gruppe betrifft, so wird sein Befehl innerhalb der Gruppe befolgt, und er entscheidet den Streit zwischen den Mitgliedern der Gruppe, nicht aber unter den Muslimen insgesamt.
It remains to mention a word on this subject, that the presence of the Khaleefah and the Islamic State is the most important aspect that unites the Muslims; there is no unification without it. The understandings will remain different, but we are ordered to obey the Khaleefah. The Imaam adopts, and by his adoption he settles the dispute, but he does not prevent the dispute or remove it. His order must be obeyed openly and secretly by the Muslims. As for the Ameer of a party, his order is obeyed within the party and he settles the dispute between the members of the party and not the Muslims at large.