2. Der Charakter des Propheten
2. The Prophet’s Character
Die Bibel berichtet, dass Jesus Christus die folgenden logischen Kriterien zur Unterscheidung wahrer Propheten von falschen anbot:
The Bible reports that Jesus Christ offered the following logical criteria for distinguishing true prophets from false ones:
Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidung zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte hervor, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte hervor. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte tragen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte tragen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.47
Beware of false prophets, who come to you in sheep’s clothing, but inwardly they are ravenous wolves. You will know them by their fruits. Do men gather grapes from thornbushes or figs from thistles? Even so, every good tree bears good fruit, but a bad tree bears bad fruit. A good tree cannot bear bad fruit, nor can a bad tree bear good fruit. Every tree that does not bear good fruit is cut down and thrown into the fire. Therefore, by their fruits you will know them.47
Der Prophet Jesus mag mit diesen „Früchten“ gemeint haben, dass Taten mehr über den Charakter eines Menschen aussagen als Worte, und dass daher das persönliche Verhalten eines wahren Propheten gut sein muss. Er mag auch gemeint haben, dass die positive Wirkung seiner Lehren auf andere gut sein wird, oder dass die Botschaft selbst ein klarer Aufruf zu Reinheit und Güte sein muss. Das Schöne an der Betrachtung des Wirkens Muhammads ﷺ ist, dass alle drei Deutungen auf ihn zutreffen. Die folgenden drei Kapitel werden zeigen, wie sein Charakter, seine Errungenschaften und seine Botschaft allesamt ein überzeugendes Argument für sein Prophetentum darstellen – beginnend mit seinem Charakter in diesem Kapitel.
The Prophet Jesus may have intended by these “fruits” that actions speak louder than words about a person’s character, and therefore the personal conduct of a true prophet must be good. He may have also intended that the positive impact of his teachings on others will be good, or that the message itself must be a clear call to purity and goodness. The beauty of analyzing the ministry of Muhammad صلى الله عليه وسلم is that all three interpretations would stand true for him. The following three chapters will illustrate how his character, his accomplishments, and his message all make a powerful case for his prophethood— beginning with his character in this chapter.
Gott vereinte in Muhammad ﷺ die erhabensten Eigenschaften, als Beweis dafür, dass er tatsächlich von Gott bevollmächtigt war. Sein Charakter strahlte von allen Seiten, und dies wurde sowohl von denen bemerkt, die ihm persönlich begegneten, als auch von denen, die später seine Biografie lasen. Alle fanden bei Muhammad ﷺ eine Lebensweise von außergewöhnlicher Aufrichtigkeit, Überzeugung und Tugend, die jeden Zweifler an seinem Prophetentum vor eine gewaltige Herausforderung stellte. Wie Ibn Taymīyah (gest. 1328), ein angesehener muslimischer Theologe, sagte: Es ist bekannt, dass jemand, der behauptet, ein Prophet zu sein, entweder einer der besten und edelsten der Schöpfung ist oder der schlechteste und frevelhafteste von ihnen … Wie könnte daher jemals eine Verwechslung zwischen dem Besten und Edelsten und dem Schlechtesten und Frevelhaftesten entstehen? … Nie hat ein Lügner, der das Prophetentum beanspruchte, existiert, ohne dass seine Unwissenheit, Unehrlichkeit, Bosheit und teuflischen Wege jedem offenbar wurden, der auch nur das geringste Unterscheidungsvermögen besaß.48
God combined in Muhammad صلى الله عليه وسلم the most illustrious qualities, as evidence that he was in fact authorized by the Divine. His character sparkled from every angle, and this was noticed both by those who experienced him firsthand and those who later read his biography. They all found in Muhammad صلى الله عليه وسلم a lifestyle of extraordinary sincerity, conviction, and virtue that posed a formidable challenge to any doubter in his prophethood. As Ibn Taymīyah (d. 1328), an eminent Muslim theologian, said, It is known that someone who claims to be a prophet is either one of the best and noblest of the creation, or the worst and most wicked of them … so how could there ever be any confusion between the best and noblest and between the worst and most wicked? … There has never been any liar who claimed prophethood except that his ignorance, dishonesty, wickedness, and devilish ways became clear to anyone who possessed the smallest degree of discernment.48
Eine Leserin oder ein Leser mag sich fragen, wie es um die historische Verlässlichkeit der Berichte auf den folgenden Seiten steht, und warum man glauben sollte, dass es sich dabei um mehr handelt als um fromme Übertreibungen von Verehrern Muhammads ﷺ über die Größe seines Charakters. Dieser Einwand wird im Rahmen der Erörterung der Wunder noch ausführlicher aufgegriffen werden. Doch sei hier bereits das Zeugnis zweier nichtmuslimischer Geschichtsforscher angeführt, die sich auf die Nachprüfbarkeit der prophetischen Überlieferungen des Islams spezialisiert haben. David S. Margoliouth (gest. 1940), der bekannte englische Orientalist, äußerte sich zum isnād-System der islamischen Gelehrsamkeit, das verlangt, dass Berichte nur über eine streng geprüfte Kette von Überlieferern weitergegeben werden, folgendermaßen: „Sein Wert für die Genauigkeit kann nicht in Zweifel gezogen werden, und die Muslime sind berechtigt, auf ihre Wissenschaft von der Überlieferung stolz zu sein. In anderen antiken Quellen müssen wir hinnehmen, was der Verfasser behauptet; es ist selten, dass ein griechischer oder römischer Geschichtsschreiber uns die Quelle seiner Informationen nennt…“49 Selbst ein entschiedener Orientalist wie Bernard Lewis (gest. 2018), der in der Neuzeit ein scharfer Kritiker des Islams und der Muslime war, erkannte die Stärke der Hadith-Überlieferung an. Der britisch-amerikanische Historiker schrieb: „Aber ihre sorgfältige Prüfung der Überlieferungsketten und ihre akribische Sammlung und Bewahrung der Varianten in den überlieferten Erzählungen verleihen der mittelalterlichen arabischen Geschichtsschreibung eine Professionalität und Raffinesse, die in der Antike ohne Vorbild und im zeitgenössischen mittelalterlichen Westen ohne Parallele ist. Im Vergleich dazu wirkt die Geschichtsschreibung der lateinischen Christenheit dürftig und armselig, und selbst die fortgeschrittenere und komplexere Geschichtsschreibung der griechischen Christenheit bleibt hinter der historischen Literatur des Islams an Umfang, Vielfalt und analytischer Tiefe zurück.“50
A person may wonder about the historical reliability of the reports in the following pages, and why trust that these are anything more than pious exaggerations by Muhammad’s صلى الله عليه وسلم admirers on the greatness of his character. This concern will be revisited in greater detail amidst the discussion on miracles, but let us cite here the testimony of two non-Muslim historiographers who specialized in the traceability of Islam’s prophetic traditions. David S. Margoliouth (d. 1940), the famous English Orientalist, said regarding the isnād system in Islamic scholarship, which requires that reports only be transmitted through a rigorously scrutinized chain of narrators, …its value in making for accuracy cannot be questioned, and the Muslims are justified in taking pride in their science of tradition. In other ancient records, we have to take what is told on the author’s assertion: it is rare that a Greek or Roman historian tell us the source of his information…49 Even a staunch Orientalist like Bernard Lewis (d. 2018), who was a sharp critic of Islam and Muslims in modern times, acknowledged the strength of the Hadith tradition. The British- American historiographer wrote, But their careful scrutiny of the chains of transmission and their meticulous collection and preservation of variants in the transmitted narratives give to medieval Arabic historiography a professionalism and sophistication without precedent in antiquity and without parallel in the contemporary medieval West. By comparison, the historiography of Latin Christendom seems poor and meagre, and even the more advanced and complex historiography of Greek Christendom still falls short of the historical literature of Islam in volume, variety and analytical depth.50
Die folgenden Seiten werden zeigen, dass schon ein kurzer Überblick über den Charakter Muhammads ﷺ nicht nur die immer wieder aufgewärmten Vorwürfe widerlegt, er sei ein Hochstapler-Prophet oder ein skrupelloser Kriegsherr gewesen, sondern auch die Wahrheit seines Anspruchs belegt, der letzte Prophet Gottes für die Welt zu sein.
The following pages will demonstrate how even a brief overview of Muhammad’s صلى الله عليه وسلم character not only refutes the oft-recycled charges leveled against him—being an imposter prophet or a ruthless warlord—but also establishes the truth of his claim that he was God’s final prophet to the world.
Die Bibelstelle Matthäus 7,15-20 in der New King James Version ist ein Bibeltext und kein Islamischer. Ich übersetze, wie gewünscht, den Text als Ganzes; hier das Ergebnis. Hinweis: Die Anweisung lautet, nur die vorgelegte Zeile zu übersetzen, die Zeile "47 Matthew 7:15-20, New King James Version" ist jedoch lediglich eine Kennzeichnung. Den eigentlichen Bibeltext habe ich nicht erhalten, daher kann ich ihn nicht übersetzen. Bitte senden Sie den Text von Matthäus 7,15-20 (NKJV), dann übersetze ich ihn ins Deutsche.
47 Matthew 7:15-20, New King James Version.
48 Taqī al-Dīn Aḥmad ibn Taymīyah, Sharḥ al-‘Aqīdah al-Aṣfahānīyah (Riad:
48 Taqī al-Dīn Aḥmad ibn Taymīyah, Sharḥ al-‘Aqīdah al-Aṣfahānīyah (Riyadh:
Maktabat al-Rushd, 2001), 156-157.
Maktabat al-Rushd, 2001), 156-157.
49 David S. Margoliouth, Lectures on Arabic Historians: Delivered before the University of Calcutta 1929 (Kolkata, Indien: University of Calcutta, 1930), 20.
49 David S. Margoliouth, Lectures on Arabic Historians: Delivered before the University of Calcutta 1929 (Kolkata, India: University of Calcutta, 1930), 20.
50 Bernard Lewis, Islam in History: Ideas, People, and Events in the Middle East (Illinois: Open Court Publishing, 2001), 105.
50 Bernard Lewis, Islam in History: Ideas, People, and Events in the Middle East (Illinois: Open Court Publishing, 2001), 105.