2.2 Seine Schlichtheit und Demut
2.2 His Simplicity and Humility
Die einfache, bescheidene Lebensweise des Propheten ﷺ ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass seine Sendung nicht eigennützig sein konnte, besonders im Vergleich mit den dekadenten, verschwenderischen Lebensweisen so vieler falscher Propheten in der Weltgeschichte. Schließlich war dies ein Mann, der am Ende seines Lebens ganz Arabien beherrschte. Schon davor hatte er Tausende von Anhängern in Madinah, Anhänger, die ihm verfallen waren und für ihn alles auf der Welt getan hätten. Dennoch finden wir in keinem Bereich seines Lebens Anzeichen von Luxus.
The simple, austere lifestyle of the Prophet صلى الله عليه وسلم is a major indication that his mission could not have been self-serving, especially when contrasted with the decadent, extravagant lifestyles of so many false prophets in world history. After all, this was a man who controlled all of Arabia by the end of his life. Even before that, he had thousands of followers in Madinah, followers who obsessed over him and would have done anything in the world for him. Yet, we see no signs of luxury in any sphere of his life.

Seine Wohnräume waren so eng, dass er, wenn er beten wollte, ʿĀ’ischa antippte, damit sie ihre Beine anzog und ihm Platz zum Niederwerfen machte. Zum Trinken oder Waschen griff er nach dem kleinen Lederwasserschlauch, der in seinem Zimmer hing. Monatelang wurde in seinem Haus kein Feuer zum Kochen entzündet, und seine Familie war mit Datteln und Wasser zufrieden, sofern nicht jemand ihnen Milch schenkte.58 ʿUmar ibn al-Chattāb berichtet, dass er einmal in das Zimmer des Gesandten Allahs ﷺ trat und ihn liegend antraf. Dabei bemerkte er, dass die raue Strohmatte unter ihm Spuren an seiner Seite hinterlassen hatte. Als er dies sah, dazu die kargen Rationen aus Gerste und Blättern und den Lederbeutel, der in der Ecke hing, traten ihm Tränen in die Augen. Der Prophet ﷺ sagte: „Was lässt dich weinen, Sohn des al-Chaṭṭāb?“ Er sagte: „O Prophet Allahs, wie könnte ich nicht weinen, wenn ich sehe, wie die Matte diese Spuren an deiner Seite hinterlassen hat und wie wenig du in deinem Vorratsschrank hast? Cäsar und Chosroes leben inmitten von Früchten und Wasserquellen, während du der Gesandte Gottes und Sein Erwählter bist und dennoch in diesem Zustand lebst.“ Der Prophet ﷺ sagte: „Sohn des al-Chaṭṭāb, freut es dich nicht, dass diese [Annehmlichkeiten] für uns im Jenseits und für sie in dieser Welt bestimmt sind?“ Ich sagte: „Gewiss.“59 In einer anderen Überlieferung begann er seine Antwort mit: „Zweifelst du, Sohn des al-Chaṭṭāb? Das sind Menschen, deren Genüsse im Leben dieser Welt vorweggenommen wurden.“60
His living quarters were so tight that when he صلى الله عليه وسلم wished to pray, he would tap ‘Āishah to bend her legs to make room for him to prostrate. To drink or bathe, he would reach for the small leather water skin that hung in his room. For months on end, no fire would be kindled for cooking in his home, and his family was content with dates and water unless someone gifted them some milk.58 ‘Umar ibn al-Khattāb reports that he once entered the room of the Messenger of Allah صلى الله عليه وسلم to find him lying down and noticed that the coarseness of the straw mat under him had left marks on his side. Upon noticing that, and the meager rations of barley and leaves, and the leather bag hanging in the corner, his eyes welled with tears. The Prophet صلى الله عليه وسلم said, “What makes you weep, O son of al-Khaṭṭāb?” He said, “O Prophet of Allah, how can I not cry after seeing how the mat has left these marks on your side, and how little you have in your food cupboard? Caesar and Chosroes live surrounded by fruits and springs of water, while you are the Messenger of God and His chosen one, and yet this is your condition.” The Prophet صلى الله عليه وسلم said, “O son of al-Khaṭṭāb, does it not please you that these [luxuries] are for us in the Hereafter and for them in this world?” I said, “Of course.”59 In another narration, he began his response with, “Are you in doubt, O son of al-Khaṭṭāb? These are a people whose pleasures have been expedited in the life of this world.”60
Edward Gibbon (gest. 1794), ein Historiker und Mitglied des englischen Parlaments, schrieb: Der gesunde Verstand Muhammads verachtete den Prunk des Königtums. Der Gesandte Gottes ﷺ unterzog sich den niederen Verrichtungen im Haushalt; er entzündete das Feuer, fegte den Boden, melkte die Schafe und flickte mit eigenen Händen seine Schuhe und Kleider. Die Buße und das Verdienst eines Einsiedlers verschmähend, hielt er ohne Mühe und ohne Eitelkeit die enthaltsame Kost eines Arabers ein.61
Edward Gibbon (d. 1794), a historian and member of England’s Parliament, wrote, The good sense of Muhammad despised the pomp of royalty. The Apostle of God submitted to the menial offices of the family; he kindled the fire; swept the floor; milked the ewes; and mended with his own hands his shoes and garments. Disdaining the penance and merit of a hermit, he observed without effort or vanity the abstemious diet of an Arab.61
Mit anderen Worten: Er ﷺ ertrug nicht nur die Härte eines entbehrungsreichen Lebens, sondern sie entsprach auch seiner Natur. Er strebte weder nach Mönchtum oder Stoizismus, noch heuchelte er diese Genügsamkeit, um Lob zu ernten. Gibbon fährt fort: Zu feierlichen Anlässen bewirtete er seine Gefährten mit ländlicher und gastfreundlicher Fülle. Doch in seinem häuslichen Leben vergingen viele Wochen, ohne dass auf dem Herd des Propheten ﷺ ein Feuer entfacht wurde.62
In other words, he صلى الله عليه وسلم not only endured the coarseness of an austere life, but it came naturally to him. He was not trying to encourage monkship or stoicism, nor was he faking this minimalism to earn praise. Gibbon continues, On solemn occasions, he feasted his companions with rustic and hospitable plenty. But, in his domestic life, many weeks would pass without a fire being kindled on the hearth of the Prophet.62
Laut Washington Irving (gest. 1859), einem amerikanischen Biografen und Diplomaten, war er nüchtern und mäßig in seiner Ernährung und ein strenger Einhalter der Fastenzeiten. Er gab sich keiner Prachtentfaltung in der Kleidung hin, dem Prahlen eines kleinlichen Geistes; auch war seine Schlichtheit in der Kleidung nicht gekünstelt, sondern Ergebnis einer echten Geringschätzung von Auszeichnung aus einer so belanglosen Quelle…63
According to Washington Irving (d. 1859), an American biographer and diplomat, He was sober and abstemious in his diet and a rigorous observer of fasts. He indulged in no magnificence of apparel, the ostentation of a petty mind; neither was his simplicity in dress affected but a result of real disregard for distinction from so trivial a source…63
Auch seine militärischen Erfolge weckten weder Stolz noch Eitelkeit, wie sie es getan hätten, wäre er zu selbstsüchtigen Zwecken erzielt worden. Auf dem Höhepunkt seiner Macht bewahrte er dieselbe Schlichtheit in Lebensweise und Erscheinung wie in den Tagen seiner Not. Weit davon entfernt, königliche Haltung zur Schau zu stellen, missfiel es ihm, wenn ihm beim Betreten eines Raumes ungewöhnliche Ehrenbezeugungen entgegengebracht wurden.64
And, His military triumphs awakened no pride nor vainglory, as they would have done had they been effected for selfish purposes. In the time of his greatest power, he maintained the same simplicity of manners and appearance as in the days of his adversity. So far from affecting a regal state, he was displeased if, on entering a room, any unusual testimonials of respect were shown to him.64
Bezüglich dieser „ungewöhnlichen Ehrbezeugungen“ sagte Anas ibn Mālik: „Niemand war ihnen (den Gefährten) lieber
Regarding these “unusual testimonials of respect,” Anas ibn Mālik said, “Nobody was more beloved to them (the Companions)
als den Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم. Dennoch standen sie nicht für ihn auf, wenn sie ihn sahen, da sie wussten, wie sehr er das missbilligte.“65 Bosworth Smith (gest. 1908), ein Geistlicher und Autor, schreibt: Haupt des Staates ebenso wie der Kirche; er war Caesar und Papst in einer Person; doch er war Papst ohne den Anspruch des Papstes und Caesar ohne die Legionen des Caesar, ohne ein stehendes Heer, ohne Leibwache, ohne Polizei, ohne feste Einkünfte. Wenn je ein Mensch durch ein göttliches Recht regiert hat, dann Muhammad ﷺ, denn er besaß alle Machtbefugnisse ohne deren Stützen. Ihm lag nichts an den Insignien der Macht. Die Schlichtheit seines Privatlebens entsprach seinem öffentlichen Leben.66
than the Messenger of Allah صلى الله عليه وسلم. Despite that, when they would see him, they would not stand for him, knowing how much he disliked that.”65 Bosworth Smith (d. 1908), a reverend and author, writes, Head of the State as well as the Church; he was Caesar and Pope in one; but he was Pope without the Pope’s pretensions, and Caesar without the legions of Caesar, without a standing army, without a bodyguard, without a police force, without a fixed revenue. If ever a man ruled by a right divine, it was Muhammad, for he had all the powers without their supports. He cared not for the dressings of power. The simplicity of his private life was in keeping with his public life.66
Bis zum heutigen Tag sind die Standardwerke zur islamischen Ethik und die wöchentlichen Predigten muslimischer Prediger voll von Beispielen, in denen der Prophet ﷺ als Vorbild der Demut erscheint. Er war der Lehrer, der sich nie scheute, zu sagen: „Ich weiß es nicht.“ 67
Until this very day, the canons of literature on Islamic ethics, and the weekly sermons of Muslim preachers, are replete with examples of the Prophet صلى الله عليه وسلم as the paragon of humility. He was the educator who was never ashamed to say “I don’t know,” 67
der General, der anderen erlaubte, sein Reittier mit ihm zu teilen,68
the general who would allow others to share his riding animal,68
der beschäftigteste Staatsmann, der es den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft erlaubte, ihn bei ihren Bedürfnissen an der Hand zu nehmen,69 der Älteste, der mit der Jugend wetteiferte, um die Ziegelsteine der ersten Moschee zu tragen,70 und der aufmerksame Ehemann, der die subtilen Zeichen bemerkte, dass seine Frau mit ihm verärgert war.71 Schließlich war er ﷺ der größte Gesandte Gottes, der während seines ganzen Lebens wiederholte: „Mein Gleichnis im Vergleich zu den Propheten vor mir ist das eines Menschen, der ein schönes, strahlendes Bauwerk errichtete und dessen Bau vollendete, mit Ausnahme eines einzigen Ziegelsteins in einer seiner Ecken.
the busiest statesman who would allow the weakest members of society to take him by the hand for their needs,69 the elder who would compete with the youth to carry the bricks of the first mosque,70 and the considerate husband who noticed subtle signs of his wife being upset with him.71 Finally, he صلى الله عليه وسلم was the greatest messenger of God who would reiterate throughout his life, “My similitude compared to the prophets before me is that of a person who built a beautiful, brilliant structure—completing its construction save for a single brick in one of its corners.
Die Menschen begannen, um es herumzugehen und seine Bauweise zu bewundern, und sagten dabei: „Wenn nur dieser letzte Ziegelstein an seinen Platz gesetzt wäre, wäre es vollkommen.“ Ich bin dieser Ziegelstein, und ich bin das Siegel der Propheten.“72 In einem anderen Hadith warnte er demütig: „Erhebt mich nicht übermäßig, so wie die Christen übertrieben, als sie den Sohn Marias lobten. Ich bin nur ein Diener, also nennt mich den Diener Gottes und Seinen Gesandten.“73
People began to walk around it, admiring its construction, but saying, ‘If only that final brick were set in place, it would have been perfect.’ I am that brick, and I am the seal of the prophets.”72 In another hadith, he humbly cautioned, “Do not aggrandize me as the Christians exaggerated in praising the son of Mary. I am but a slave, so call me the slave of God and His messenger.”73
58 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 8:97 #6459.
58 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 8:97 #6459.
59 Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 2:1105 #1479.
59 Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 2:1105 #1479.
60 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 3:133 #2468.
60 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 3:133 #2468.
61 Edward Gibbon, Decline and Fall of the Roman Empire: Volume the Fifth (London:
61 Edward Gibbon, Decline and Fall of the Roman Empire: Volume the Fifth (London:
Electric Book Co, 2001), Kapitel L, 252.
Electric Book Co, 2001), chapter L, 252.
62 Ebd., 251-252.
62 Ibid., 251-252.
63 Washington Irving und Bertram R. Davis, The Life of Mahomet (London: G.
63 Washington Irving and Bertram R. Davis, The Life of Mahomet (London: G.
Routledge & Co, 1850), 186-187.
Routledge & Co, 1850), 186-187.
64 Ebd., 203.
64 Ibid., 203.
65 al-Tirmidhī, Sunan al-Tirmidhī, 5:90 #2754; von al-Tirmidhī in den Anmerkungen als authentisch (ṣaḥīḥ) bewertet.
65 al-Tirmidhī, Sunan al-Tirmidhī, 5:90 #2754; authenticated by al-Tirmidhī in the comments.
66 Bosworth Smith, Mohammed and Mohammedanism (London: Smith, Elder, and Co., 1874), 235.
66 Bosworth Smith, Mohammed and Mohammedanism (London: Smith, Elder, and Co., 1874), 235.
Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 1:1 #8.
67 Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 1:1 #8.