7.2 Wissen über die unzugängliche Vergangenheit
7.2 Knowledge of the Inaccessible Past
Der Koran ist auch bemerkenswert genau in Bezug auf historische Ereignisse, die der Prophet ﷺ unmöglich hätte kennen können. Im Folgenden sind einige Beispiele für die historische Präzision angeführt, die sich im Koran hinsichtlich des alten Ägypten finden:
The Qur’an is also remarkably accurate about historical events that would have been impossible for the Prophet صلى الله عليه وسلم to have known about. The following are some examples of the historical precision regarding ancient Egypt found in the Qur’an:
i. Der Leib des Pharaos wird erhalten bleiben
i. Pharaoh’s Body Will Survive
Während auch die Bibel berichtet, dass der Pharao des Mose ertrank, behauptet der Koran, Gott werde an ihm ein Exempel für spätere Unterdrücker statuieren, indem er seinen Leichnam noch am selben Tag davor bewahrt, im Meer verloren zu gehen. Allah spricht: {Und Wir ließen die Kinder Israels das Meer überqueren, und Pharao und seine Heerscharen verfolgten sie in Unterdrückung und Feindseligkeit, bis ihn, als der Tod durch Ertrinken ihn ereilte, sprach: „Ich glaube, dass es keine Gottheit gibt außer dem, an den die Kinder Israels glauben, und ich bin einer der Muslime.“ Jetzt? Und du warst zuvor ungehorsam gewesen und hast zu den Unheilstiftern gehört. Heute aber werden Wir dich an deinem Leib retten, damit du für jene nach dir ein Zeichen seist. Und wahrlich, viele unter den Menschen achten nicht auf Unsere Zeichen.}428
While the Bible also states that the Pharaoh of Moses drowned, the Qur’an asserts that God will make an example of him for later oppressors by saving his corpse—on that same day—from being lost at sea. Allah says, And We took the Israelites across the sea, and Pharaoh and his soldiers pursued them in tyranny and enmity until, when drowning overtook him, he said, ‘I believe that there is no deity except that in whom the Israelites believe, and I am of the Muslims.’ Now? And you had disobeyed [Him] before and were of the corrupters? So today, We will save you in [terms of] your body that you may be to those after you a sign. And indeed, many among humanity are heedless of Our signs.428
Da die Konservierung von Mumien recht ungewöhnlich ist, und da Muhammad angesichts des Wissensstandes seiner Zeit nichts von diesem besonderen Pharao wissen konnte, der in mumifizierter Form überdauert hat, ist diese Aussage des Qur'an über den Pharao des Moses verblüffend. Während der Qur'an außerdem viele untergegangene Völker erwähnt, die von Gott für ihre Auflehnung bestraft wurden, und deren Berichte eine Lehre für spätere Generationen sind, hat Allah nie erklärt, dass Er ihre Leiber als Zeichen für jene künftigen Generationen bewahren werde. Die einzige Ausnahme im Qur'an ist, dass der Leichnam jenes Pharaos, der bis heute im Ägyptischen Museum in Kairo erhalten geblieben ist, verfügbar bleibt.
Since the preservation of mummies is quite uncommon, and the fact that Muhammad could not have known about this particular Pharaoh surviving in mummified form given the knowledge of his day, this Qur’anic assertion about the Pharoah of Moses is mindboggling. Furthermore, while the Qur’an mentions many perished nations punished by God for their rebellion, and that their accounts are a lesson for later people, Allah never stated that He would save their bodies as signs for those future generations. The sole exception in the Qur’an is that Pharaoh’s corpse which happens to remain available until today in the Egyptian Museum of Cairo.
Viele Jahrhunderte vor dem Propheten Muhammad ﷺ und fast 1.200 Jahre nach ihm, bis zu den Feldzügen Napoleon Bonapartes, war das Wissen über das alte Ägypten allenfalls spärlich. Erst nach der Entdeckung einer Tafel namens Stein von Rosette im Jahr 1799 entstand die Wissenschaft der Ägyptologie, die Hieroglyphen wurden entziffert, und verlässliches Quellenmaterial über diese untergegangene Zivilisation wurde verfügbar. Zu dem Forscherteam, das aus Frankreich zur Erkundung dieser neu entdeckten Gräber entsandt wurde, gehörte Dr. Maurice Bucaille, der über dieses Projekt sein großes Werk veröffentlichte: „Die Mumien der Pharaonen: Moderne medizinische Untersuchungen“.
For several centuries before, and nearly 1,200 years after the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم, until the invasions of Napoleon Bonaparte, knowledge of ancient Egypt was scarce at best. It was only after the discovery of a tablet called the Rosetta Stone, in 1799, that the discipline of Egyptology was born, the hieroglyphics were deciphered, and reliable source material about this perished civilization became available. Among the team of researchers sent from France to explore these newfound tombs was Dr. Maurice Bucaille, who published on this project his great work, Mummies of the Pharaoh: Modern Medical Investigations.
Bucaille stellte seine Ergebnisse 1976 dem Französischen Institut für Gerichtsmedizin vor und erhielt für diese bahnbrechende Arbeit mehrere nationale Auszeichnungen in Frankreich.
Bucaille presented his findings in 1976 to the French Institute for Forensic Medicine and received multiple national awards in France for this groundbreaking work.
ii. Die Himmel trauerten nicht um den Pharao
ii. The Heavens Did Not Grieve for Pharaoh
Nachdem der Koran ihr Ende beschrieben hat, sagt er über den Pharao und seine Heerscharen: „Und der Himmel und die Erde weinten nicht um sie, noch wurden sie aufgeschoben.“429 Ein kürzlich ausgegrabener Pyramidentext hat dem Sinn dieses Verses neue Tiefe verliehen. Darin wird der Pharao beschrieben, wie er im Tod zum Himmel aufsteigt, um die Herrschaft über die Himmel zu beanspruchen. Die altägyptischen Hieroglyphen lauten: „Der Himmel weint um dich; die Erde zittert um dich … wenn du als Stern zum Himmel aufsteigst, als Morgenstern.“430 Mit anderen Worten: Der Koran gab eine direkte Antwort auf genau diese mythologischen Lobpreisungen, mehr als 1.000 Jahre bevor die Grabkammern, die sie verbargen, geöffnet wurden.
After describing their demise, the Qur’an then says about Pharaoh and his troops, “And the heaven and earth wept not for them, nor were they reprieved.”429 A recently unearthed pyramid text has granted new depths to the meaning of this verse. In it, Pharaoh is described as ascending at death to claim supremacy of the heavens. The ancient hieroglyphics read, “The sky weeps for thee; the earth trembles for thee… when thou ascendest to heaven as a star, as the morning star.”430 In other words, the Qur’an was issuing a direct response to these specific mythological adulations, over 1,000 years before the vaults hiding them were unlocked.
iii. Josephs König war kein Pharao
iii. Joseph’s King Wasn’t a Pharaoh
Der Koran bezeichnet den Herrscher Ägyptens fünfundsechzigmal als „Pharao“, jedoch nur in der Geschichte von Moses. Nicht ein einziges Mal wird der frühere König Ägyptens zur Zeit Josephs im Koran als „Pharao“ bezeichnet. Dies unterscheidet sich vom Alten Testament, das den Titel sowohl für diesen Herrscher als auch für den Herrscher Ägyptens zur früheren Zeit des Propheten Abraham verwendet.431 Inzwischen ist jedoch festgestellt worden, dass der Begriff „Pharao“ erstmals während der Regierungszeit Thutmosis' III. (gest. 1436 v. Chr.), der 18. Dynastie des alten Ägypten, geprägt wurde.432 Historiker haben ferner herausgefunden, dass die 15. bis 17. Dynastie Ägyptens zur Zeit Josephs eine eindringende Macht aus Palästina war, weshalb sie Hyksos (wörtlich: fremde Könige) genannt wurden. Da „Pharao“ „großes Haus“ oder „elitäre Abstammungslinie“ bedeutete und die Hyksos Besatzer und keine einheimischen Herrscher waren, waren sie naturgemäß nicht berechtigt, den Ehrentitel zu tragen – sofern dieser überhaupt existiert hätte.433
The Qur’an identifies the ruler of Egypt as “Pharaoh” sixty-five times, but only in the story of Moses . Not a single time is Egypt’s earlier king during the time of Joseph called a “Pharaoh” in the Qur’an. This differs from the Old Testament which uses the title for both rulers, and even for the ruler of Egypt during the earlier time of Prophet Abraham .431 However, it has since been established that the term “Pharaoh” was first coined during the reign of Thutmose III (d. 1436 BC), the 18th dynasty of ancient Egypt.432 Historians have further discovered that during the era of Joseph, the 15th to 17th dynasties of Egypt were an invading force from Palestine, and hence they were called the Hyksos (literally: foreign kings). Since “Pharaoh” meant “great house” or “elite bloodline,” and since the Hyksos were occupiers and not indigenous rulers, they were naturally ineligible for the honorific title—had it even existed.433
Dr. Bucaille schreibt: Ich muss gestehen, dass zu der Zeit, als der Koran den Menschen überbracht wurde, die altägyptische Sprache seit über zwei Jahrhunderten aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschheit verschwunden war und dies bis ins neunzehnte Jahrhundert so blieb. Daher war es für uns unmöglich zu wissen, dass der König von Ägypten anders genannt werden sollte als mit dem Titel, der in der Heiligen Bibel erwähnt wird.
Dr. Bucaille writes, I must confess that when the Qur’an was first being conveyed to people, the ancient Egyptian language had vanished from the collective memory of humanity for over two centuries and remained that way until the nineteenth century. Therefore, it was impossible for us to know that the king of Egypt should be called anything other than the title mentioned in the Holy Bible.
IV. Wurde Muhammad mit biblischer Geschichte gefüttert?
iv. Was Muhammad Spoon-Fed Biblical History?
Einige Kritiker des Islam argumentieren, dass diese ganze Geschichte nicht bemerkenswert, geschweige denn wundersam sei. Sie behaupten, Muhammad ﷺ habe diese Berichte entweder direkt aus den Mündern seiner Zeitgenossen gelernt oder sie aus Handschriften der Bibel abgeschrieben, die inzwischen verloren gegangen sind. Der Vorwurf, von anderen eingeflüstert bekommen zu haben, bestand zwar zu Lebzeiten des Propheten ﷺ, verschwand aber bald wieder, und bis heute vermeiden die meisten ernstzunehmenden Koran-Kritiker, eine so abwegige Behauptung anzuführen, weil sie verzweifelt wirkt. Erstens wäre dies im Widerspruch zur historisch unbestreitbaren Integrität des Charakters von Muhammad ﷺ.
Some detractors of Islam argue that none of this history is remarkable, let alone miraculous. They claim Muhammad صلى الله عليه وسلم either learned these accounts directly from the mouths of his contemporaries or that he plagiarized them from manuscripts of the Bible that have since been lost. The accusation of being spoon-fed by others existed during the Prophet’s صلى الله عليه وسلم life, but it quickly disappeared, and until today most serious Qur’an critics avoid citing such a ludicrous proposition because it appears desperate. First, this would be contrary to the historically indisputable integrity of Muhammad’s character.
Zweitens sind die Vermutungen, dass das Wissen des Propheten Muhammad ﷺ über frühere Propheten und Völker von einem römischen Schmied in Mekka (einem Laien) stammte, oder von einer nicht überprüfbaren, flüchtigen Begegnung am Mittag mit dem Mönch Baḥīrah, oder von einem einzigen Gespräch mit dem sterbenden Waraqah ibn Nawfal, schlicht unglaubwürdig.
Second, the suggestions that Muhammad’s صلى الله عليه وسلم knowledge of previous prophets and nations came from a Roman blacksmith in Mecca (a layman), or from an unverifiable, passing midday encounter with Baḥīrah the Monk, or to a single conversation with a dying Waraqah ibn Nawfal , are simply implausible.
Vernünftige Menschen erkennen, dass der Umfang und die Wahrhaftigkeit dessen, was der Prophet ﷺ brachte, nur durch jahrzehntelange Lehrzeit hätten erreicht werden können, die er unmöglich hätte verbergen können. Allah sagt im Qur'an: „Sprich: ‚Hätte Allah es gewollt, so hätte ich es euch nicht vorgetragen, und Er hätte es euch auch nicht kundgetan. Ich habe ja schon ein Leben lang unter euch geweilt, bevor dies (kam). Wollt ihr denn nicht begreifen?‘"440 Was den zweiten Vorwurf betrifft, den des Plagiats aus den Texten jüdischer und christlicher Gelehrter, so könnte nur jemand mit einer starken Bestätigungsverzerrung diese Möglichkeit in Betracht ziehen, und zwar aus zwei wesentlichen Gründen:
Sensible people realize that the bulk and veracity of what the Prophet صلى الله عليه وسلم brought could only be attained with decades of apprenticeship that would be impossible for him to hide. Allah says in the Qur’an, “Say, ‘If Allah had willed, I would not have recited it to you, nor would He have made it known to you, for I had remained among you a lifetime before it. Then will you not reason?’”440 As for the second accusation, that of plagiarism from the texts of Judeo-Christian scholars, only someone with a strong confirmation bias would consider this possibility, for two major reasons:
428 Der Koran 10:90-92, Übersetzung des Autors.
428 The Qur’an 10:90-92, author’s translation.
429 Der Koran 44:29, Saheeh-International-Übersetzung.
429 The Qur’an 44:29, Saheeh International Translation.
430 Samuel Alfred Browne Mercer (Übers.), The Pyramid Texts, 1. Aufl. (New York:
430 Samuel Alfred Browne Mercer (trans.), The Pyramid Texts, 1st ed. (New York:
Longmans, Green, 1952), 222.
Longmans, Green, 1952), 222.
431 Siehe: Genesis 40:7, 41:15, 41:31, 41:46, 50:7 für die Zeit Josephs, und 12:10-20
431 See: Genesis 40:7, 41:15, 41:31, 41:46, 50:7 for the era of Joseph, and 12:10-20
für die Zeit Abrahams.
for the era of Abraham.
„Pharao“, Encyclopedia Britannica Online. Abgerufen am 5. Februar 2020.
432 “Pharaoh,” Encyclopedia Britannica Online. Accessed February 5th, 2020.
433 Muḥammad Bayyūmī Mahrān, Dirāsāt Tārīkhīyah fil-Qur'ān al-Karīm (Beirut:
433 Muḥammad Bayyūmī Mahrān, Dirāsāt Tārīkhīyah fil-Qur’ān al-Karīm (Beirut:
Dār al-Nahḍah, 1988), 2:121–22.
Dār al-Nahḍah, 1988), 2:121–22.
434 Maurice Bucaille, Moïse et Pharaon: Les Hébreux en Egypte: quelles concordances des livres saints avec l'histoire (Paris: Pocket, 2003), 210–11. Zitiert in Ameri, Barāhīn al-Nubuwwah, 505.
434 Maurice Bucaille, Moïse et Pharaon: Les Hébreux en Egypte: quelles concordances des livres saints avec l’histoire (Paris: Pocket, 2003), 210–11. Cited in Ameri, Barāhīn al-Nubuwwah, 505.
435 Der Koran 74:30-31, Übersetzung des Verfassers.
435 The Qur’an 74:30-31, author’s translation.