3.2 Die größte Erfolgsgeschichte der Geschichte
3.2 History’s Greatest Success Story
Ein flüchtiger Blick allein auf das Leben des Propheten ﷺ und seinen weltlichen Erfolg hat die Aufmerksamkeit von Gelehrten weltweit auf sich gezogen, selbst bei denen, die die große Substanz und Wahrheit in seiner Lehre vielleicht nicht erkennen. Wie Karen Armstrong, eine renommierte Autorin auf dem Gebiet der vergleichenden Religionswissenschaft, es formuliert: Der Islam ist eine Religion des Erfolges. Anders als das Christentum, dessen Hauptbild, zumindest im Westen, ein Mann in einem verheerenden, schmählichen und hilflosen Tod ist, war Mohammed ﷺ kein offensichtlicher Versager. Er war ein glänzender Erfolg, politisch wie auch spirituell, und der Islam ging von Stärke zu Stärke zu Stärke.136
A momentary glance at just the Prophet’s صلى الله عليه وسلم life and his worldly success has commanded attention from scholars worldwide, even among those who may not recognize the great substance and truth in his teachings. As Karen Armstrong, an acclaimed author on comparative religion, puts it, Islam is a religion of success. Unlike Christianity, which has as its main image, in the west at least, a man dying in a devastating, disgraceful, helpless death… Mohammed was not an apparent failure. He was a dazzling success, politically as well as in spirituality, and Islam went from strength to strength to strength.136
Michael Hart, der zeitgenössische amerikanische Historiker und Autor von „The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History“, fasst diese verblüffende Erfolgsgeschichte prägnant wie folgt zusammen:
Michael Hart, the contemporary American historian who authored The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History, succinctly illustrates this mind-boggling success story as follows:
Dass ich Muhammad an die Spitze der Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt stelle, mag manche Leser überraschen und von anderen in Frage gestellt werden, doch er war der einzige Mensch der Geschichte, der sowohl auf religiöser als auch auf weltlicher Ebene in höchstem Maße erfolgreich war. Von bescheidener Herkunft gründete Muhammad ﷺ eine der großen Religionen der Welt, verbreitete sie und wurde zu einem überaus wirksamen politischen Führer. Heute, dreizehn Jahrhunderte nach seinem Tod, ist sein Einfluss noch immer mächtig und durchdringt alles. Die meisten Persönlichkeiten in diesem Buch hatten den Vorteil, in Zentren der Zivilisation oder in hochkultivierten oder politisch zentralen Nationen geboren und aufgewachsen zu sein. Muhammad ﷺ hingegen wurde im Jahr 570 in der Stadt Mekka im Süden Arabiens geboren, einer damals rückständigen Gegend der Welt, fern von den Zentren des Handels, der Kunst und des Lernens. Mit sechs Jahren verwaist, wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Die islamische Überlieferung berichtet, dass er des Lesens und Schreibens unkundig war. Seine wirtschaftliche Lage verbesserte sich, als er im Alter von fünfundzwanzig Jahren eine wohlhabende Witwe heiratete. Dennoch gab es, als er sich den Vierzig näherte, kaum äußere Anzeichen dafür, dass er eine bemerkenswerte Persönlichkeit war.
My choice of Muhammad to lead the list of the world’s most influential persons may surprise some readers and may be questioned by others, but he was the only man in history who was supremely successful on both the religious and secular levels. Of humble origins, Muhammad founded and promulgated one of the world’s great religions and became an immensely effective political leader. Today, thirteen centuries after his death, his influence is still powerful and pervasive. The majority of the persons in this book had the advantage of being born and raised in centers of civilization, highly cultured or politically pivotal nations. Muhammad, however, was born in the year 570, in the city of Mecca, in southern Arabia, at that time a backward area of the world, far from the centers of trade, art, and learning. Orphaned at age six, he was reared in modest surroundings. Islamic tradition tells us that he was illiterate. His economic position improved when, at age twenty-five, he married a wealthy widow. Nevertheless, as he approached forty, there was little outward indication that he was a remarkable person.
Die meisten Araber jener Zeit waren Heiden, die an viele Götter glaubten. In Mekka gab es jedoch eine kleine Zahl von Juden und Christen; von ihnen erfuhr Muhammad ﷺ zweifellos zuerst von einem einzigen, allmächtigen Gott, der das gesamte Universum beherrscht. Als er vierzig Jahre alt war, wurde Muhammad ﷺ überzeugt, dass dieser eine wahre Gott (Allah) zu ihm sprach und ihn auserwählt hatte, den wahren Glauben zu verbreiten. Drei Jahre lang predigte Muhammad ﷺ nur engen Freunden und Vertrauten.
Most Arabs at that time were pagans, who believed in many gods. There were, however, in Mecca, a small number of Jews and Christians; it was from them no doubt that Muhammad first learned of a single, omnipotent God who ruled the entire universe. When he was forty years old, Muhammad became convinced that this one true God (Allah) was speaking to him and had chosen him to spread the true faith. For three years, Muhammad preached only to close friends and associates.
Danach, etwa im Jahr 613, begann er, öffentlich zu predigen. Als er allmählich Anhänger gewann, sahen die Behörden von Mekka in ihm eine gefährliche Plage. Im Jahr 622, aus Sorge um seine Sicherheit, floh Muhammad ﷺ nach Medina (eine Stadt etwa 200 Meilen nördlich von Mekka), wo ihm eine Stellung von beträchtlicher politischer Macht angeboten worden war… Als Muhammad ﷺ im Jahr 632 starb, war er der faktische Herrscher über ganz Südarabien. Die Beduinenstämme Arabiens hatten den Ruf, wilde Krieger zu sein. Doch ihre Zahl war gering; und von Zwietracht und internen Fehden geplagt, waren sie den größeren Heeren der Königreiche in den besiedelten Agrargebieten im Norden nicht gewachsen. Doch nun, von Muhammad ﷺ erstmals in der Geschichte geeint und getragen von ihrem glühenden Glauben an den einen wahren Gott, begannen diese kleinen arabischen Heere eine der erstaunlichsten Reihen von Eroberungen der Menschheitsgeschichte.137
Then, about 613, he began preaching in public. As he slowly gained converts, the Meccan authorities came to consider him a dangerous nuisance. In 622, fearing for his safety, Muhammad fled to Medina (a city some 200 miles north of Mecca), where he had been offered a position of considerable political power… When Muhammad died, in 632, he was the effective ruler of all of southern Arabia. The Bedouin tribesmen of Arabia had a reputation as fierce warriors. But their number was small; and plagued by disunity and internecine warfare, they had been no match for the larger armies of the kingdoms in the settled agricultural areas to the north. However, unified by Muhammad for the first time in history, and inspired by their fervent belief in the one true God, these small Arab armies now embarked upon one of the most astonishing series of conquests in human history.137
Daher war es auch die Schnelligkeit der Ausbreitung des Islams, die die Verwunderung vieler westlicher Historiker erregte und Muslime dazu veranlasste, sie als wundersamen Beweis für die Wahrheit der Ansprüche des Islams anzuführen. Und wie Lamartine bereits zuvor sagte, war es nicht nur die erstaunliche Reihe von Eroberungen und deren auffallende Schnelligkeit, die Muhammad ﷺ einzigartig machte, sondern auch die bescheidenen Mittel, mit denen er dies erreichte, der selbstlose Verzicht auf jeglichen materiellen Gewinn und das Festhalten an seinem erhabenen Ziel trotz all dieser Erfolge, was seine Größe kennzeichnete. Bosworth Smith (gest. 1908), ein ehrwürdiger Schulmeister und Autor, schreibt: Er war das Haupt des Staates ebenso wie der Kirche; er war Caesar und Papst in einer Person; doch er war Papst ohne die Anmaßungen des Papstes und Caesar ohne die Legionen des Caesars.
Therefore, it was also the swiftness of Islam’s expansion which beckoned the wonderment of many Western historians, and Muslims who cite it as a miraculous proof for the truth of Islam’s claims. And as Lamartine said earlier, it was not just the astonishing series of conquests and their striking rapidity that made Muhammad unique, but also the meager means through which he صلى الله عليه وسلم accomplished this, the selfless relinquishing of any material gains and the retention of his transcendent purpose despite all these accomplishments, that marked his greatness. Bosworth Smith (d. 1908), a reverend schoolmaster and author, writes, Head of the State as well as the Church; he was Caesar and Pope in one; but he was Pope without the Pope’s pretensions, and Caesar without the legions of Caesar.
Ohne ein stehendes Heer, ohne Leibwache, ohne Palast und ohne feste Einkünfte: Wenn jemals ein Mensch das Recht hatte zu sagen, er herrsche aus göttlichem Recht, dann war es Mohammed ﷺ; denn er besaß alle Macht ohne deren Werkzeuge und ohne deren Stützen...138 Durch ein Geschick, das in der Geschichte völlig einzigartig ist, ist Mohammed ﷺ der dreifache Gründer einer Nation, eines Reiches und einer Religion.139
Without a standing army, without a bodyguard, without a palace, without a fixed revenue, if ever any man had the right to say he ruled by a right Divine, it was Mohammed; for he had all the power without its instruments and without its supports...138 By a fortune absolutely unique in history, Mohammed is a threefold founder of a nation, of an empire, and of a religion.139
Viele haben Smiths Faszination über Muhammads ﷺ einzigartigen Aufstieg zur Macht und seinen anhaltenden Einfluss überall dort, wohin seine Botschaft gelangte, geteilt, unabhängig davon, ob sie dort politische Unterstützung fand. Edward Gibbon, dessen Schriften keineswegs frei von Feindseligkeit gegenüber Muhammad ﷺ sind, konnte nicht umhin, seine Bewunderung für die Beständigkeit des Islam auf der Weltbühne festzuhalten. Er schreibt: „Es ist nicht die Ausbreitung, sondern die Dauerhaftigkeit seiner Religion, die unser Staunen verdient; denselben reinen und vollkommenen Eindruck, den er in Mekka und Medina eingeprägt hat, bewahren nach den Umwälzungen von zwölf Jahrhunderten die indischen, afrikanischen und türkischen Proselyten des Koran…“140
Many have echoed Smith’s fascination with Muhammad’s صلى الله عليه وسلم unique rise to power, and his enduring influence wherever his message went, irrespective of whether it had political support there. Edward Gibbon, whose writings are not void of hostility towards Muhammad صلى الله عليه وسلم, could not help but document his admiration of Islam’s resilience on the world stage. He writes, It is not the propagation but the permanency of his religion that deserves our wonder, the same pure and perfect impression which he engraved at Mecca and Medina is preserved after the revolutions of twelve centuries by the Indian, the African and the Turkish proselytes of the Koran…140
Nachdem der berühmte Mahatma Gandhi (gest. 1948) im Gefängnis die Biografie des Propheten las, konnte er das Geheimnis erkennen, durch das der Prophet ﷺ unüberwindlich scheinende Hindernisse überwand und eine solche Stufe weltweiten Erfolgs erreichte. Es war die Verbindung von politischer Macht und der Weigerung, sich von dieser politischen Macht beherrschen zu lassen. Muslime glauben, dass nur Gott diese beiden Erscheinungen in einem einzigen Menschen vereinen konnte und dass Er seinen Anspruch auf das Prophetentum durch diese materiellen und moralischen Triumphe bekräftigt hat. Mit Gandhis Worten: „Ich wollte das Beste aus dem Leben desjenigen kennenlernen, der heute unbestritten die Herzen von Millionen Menschen beherrscht … Ich wurde mehr denn je davon überzeugt, dass nicht das Schwert in jenen Tagen Islam einen Platz im Gefüge des Lebens verschaffte. Es war die strenge Einfachheit, die völlige Selbstverleugnung des Propheten ﷺ, seine gewissenhafte Achtung von Versprechen, seine innige Hingabe an seine Gefährten und Anhänger, seine Unerschrockenheit, seine Furchtlosigkeit, sein unbedingtes Gottvertrauen und sein Vertrauen in seine eigene Sendung. Diese und nicht das Schwert waren es, die alles mit sich rissen und jedes Hindernis überwanden.“141
After the renowned Mahatma Gandhi (d. 1948) found himself in prison with the Prophet’s biography, he was able to identify the secret behind the Prophet صلى الله عليه وسلم overcoming insurmountable odds and reaching such stations of global success. It was the combination of political control and not allowing that political power to control him. Muslims believe that only God could have fused these two phenomena inside one man, and that He reinforced his claim to prophethood with these material and moral triumphs. In Gandhi’s words, I wanted to know the best of the life of one who holds today an undisputed sway over the hearts of millions of mankind… I became more than ever convinced that it was not the sword that won a place for Islam in those days in the scheme of life. It was the rigid simplicity, the utter self-effacement of the Prophet, the scrupulous regard for pledges, his intense devotion to his friends and followers, his intrepidity, his fearlessness, his absolute trust in God and in his own mission. These and not the sword carried everything before them and surmounted every obstacle.141
136 Karen Armstrong, „Transcript – Bill Moyers Interviews Karen Armstrong“, Public Broadcasting Service (PBS), 1. März 2002.
136 Karen Armstrong, “Transcript - Bill Moyers Interviews Karen Armstrong,” Public Broadcasting Service (PBS), March 1st, 2002.
137 Michael H. Hart, The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History (New York: Citadel Press/Kensington Pub, 2001), 3-10.
137 Michael H. Hart, The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History (New York: Citadel Press/Kensington Pub, 2001), 3-10.
138 Bosworth Smith, Mohammed and Mohammedanism: Lectures, 235.
138 Bosworth Smith, Mohammed and Mohammedanism: Lectures, 235.
139 Ebd., 237.
139 Ibid., 237.
140 Edward Gibbon, The Rise and Fall of the Saracen Empire (London, 1870), 54.
140 Edward Gibbon, The Rise and Fall of the Saracen Empire (London, 1870), 54.
141 Mahatma Gandhi, The Collected Works of Mahatma Gandhi (New Delhi, India:
141 Mahatma Gandhi, The Collected Works of Mahatma Gandhi (New Delhi, India:
Publikationsabteilung, Ministerium für Information und Rundfunk, Regierung von Indien, 1960–1994), 29:133.
Publications Division, Ministry of Information and Broadcasting, Government of India, 1960-1994), 29:133.