3.5 Die Gestaltung einer Modell-Generation
3.5 Molding a Model Generation
Innerhalb von nur dreiundzwanzig Jahren erzog der Prophet ﷺ erfolgreich eine vorbildliche Generation, deren Gleichen die Menschheit nie zuvor gesehen hat und nie wieder sehen wird. Es war ein Zusammenschluss von Stämmen in einer abgelegenen Region der Welt, umgeben von gefährlichen Wüsten, weitgehend abgeschnitten von den Ideen und Ereignissen der großen Zivilisationen ihrer Zeit und zusätzlich geschwächt durch ihre Zerstrittenheit und die vorherrschende Analphabetismus. Innerhalb von zwei Jahrzehnten veränderten sie auf irgendeine Weise die Welt für immer. Wie konnte das möglich sein? Sie waren nach den Propheten die reinsten Diener Gottes in der Geschichte der Menschheit geworden, die pflichtbewusstesten Bekenner des Monotheismus auf dem Planeten. Das machte sie nicht nur zu den frömmsten Gottesdienern, sondern auch zu den Vorreitern im Beitrag für die Menschheit. Nachts standen sie im Gebet und sehnten sich nach dem Göttlichen, Tränen liefen ihnen über die Wangen als Antwort auf Sein offenbartes Wort. Tagsüber lebten sie für Ziele, die größer waren als sie selbst, und erschöpften sich in Wohltätigkeit, Bildung oder als Ritter, die ausritten, um die Menschheit von tyrannischen Regimen zu befreien. Sie errichteten Gerechtigkeit, wie Jesaja vorausgesagt hatte (siehe Kapitel 1), und entfalteten über Jahrhunderte die Tugend Hunderttausender Asketen, Reformer und großer Denker.
Over the span of just twenty-three years, the Prophet صلى الله عليه وسلم successfully nurtured an exemplary generation whose likes humanity had never seen and will never again see. This was a conglomerate of tribes in a remote region of the world surrounded by perilous deserts, largely isolated from the ideas and events of the major civilizations of their era, and further weakened by their disunity and prevailing illiteracy. Within two decades, they somehow transformed the world forever. How could this be possible? They had become the purest servants of God in human history after the prophets, the most dutiful observers of monotheism on the planet. This not only made them the most devout worshippers but also at the forefront of contributing to humanity. At night, they would stand in prayer longing for the Divine, tears streaming down their cheeks in response to His revealed Word. By day, they would live for purposes greater than themselves, exhausting themselves in philanthropy, education, or as knights who rode to liberate humanity from tyrannical regimes. They established justice, as Isaiah had foretold (see Chapter 1), and unlocked the virtue of hundreds of thousands of ascetics, reformers, and great thinkers for centuries.
Die Kennzeichen der islamischen Zivilisation waren Gerechtigkeit und Gleichheit, Ausgewogenheit und Maßhaltung, Vielfalt, Fortschritt und das Streben nach Schönheit. Menschen reisten über die Meere, um diese Tugenden in ihre Heimatländer zu tragen, und zahlreiche Fachleute bezeugen, dass sich die Welt seitdem nie mehr dieselbe war. Adam Smith (gest. 1790), der englische Ökonom des 18. Jahrhunderts, der das marktwirtschaftliche System des Westens begründete, räumt ein: „…das Reich der Kalifen scheint der erste Staat gewesen zu sein, unter dem die Welt jenes Maß an Ruhe genoss, das die Pflege der Wissenschaften erfordert.“
The hallmarks of Islamic civilization were justice and equality, balance and moderation, diversity, progress, and the pursuit of beauty. People traveled across the seas seeking to export these virtues to their homelands, and multitudes of experts testify that the world has never been the same since. Adam Smith (d. 1790), the eighteenth-century English economist who pioneered the West’s free market system, admits, …the empire of the Caliphs seems to have been the first state under which the world enjoyed that degree of tranquility which the cultivation of the sciences requires.
Unter dem Schutz dieser großzügigen und prächtigen Fürsten wurden die alte Philosophie und Astronomie der Griechen im Osten wiederbelebt und gefestigt; jene Ruhe, die ihre milde, gerechte und gottesfürchtige Herrschaft über ihr weites Reich verbreitete, weckte die Wissbegierde der Menschen, die verbindenden Grundprinzipien der Natur zu erforschen.153
It was under the protection of those generous and magnificent princes, that the ancient philosophy and astronomy of the Greeks were restored and established in the East; that tranquility, which their mild, just and religious government diffused over their vast empire, revived the curiosity of mankind, to inquire into the connecting principles of nature.153
Muslime blicken Jahrhunderte später auf die Gefährten des Propheten als den Goldstandard von Toleranz und Großmut zurück und berufen sich auf ihr Vorbild sogar bei den Regeln der Kriegführung. Einen Eindruck davon vermittelt die Überlieferung von Abū ʿAzīz ibn ʿUmayr, der in der Schlacht von Badr als kämpfender Götzendiener gefangen genommen wurde. Er berichtet, dass der Gesandte Allahs ﷺ seinen Gefährten klare Anweisungen gab, indem er sagte: „Behandelt die Gefangenen gut.“ Wenn seine Gefangennehmer zu Mittag- oder Abendessen saßen, gaben sie ihm das Brot und aßen selbst nur Datteln, in Befolgung der Anordnung des Propheten ﷺ.154 Lange vor den globalen Friedensgipfeln und in deutlichem Gegensatz zu den Gesellschaften ihrer Umgebung gab es in der islamischen Geschichte also leuchtende Beispiele für die menschliche Behandlung von Kriegsgefangenen, und Amnestie und Begnadigung wurden als wiederherstellendes Ideal für die menschliche Gemeinschaft anerkannt. John Esposito, Professor für Religion an der Georgetown University, schreibt dazu: Das muslimische Heer war im Sieg ebenso großmütig, wie es im Kampf hartnäckig war. Zivilisten wurden verschont; Kirchen und Schreine blieben im Allgemeinen unberührt. Die auffallenden Unterschiede im militärischen Verhalten wurden von den beiden prägenden Gestalten der Kreuzzüge verkörpert: Saladin und Richard Löwenherz. Der ritterliche Saladin hielt sein Wort und zeigte Mitgefühl gegenüber Nichtkombattanten.
Muslims, centuries later, look back at the Prophet’s Companions as the gold standard for tolerance and magnanimity, invoking their precedent even for the rules of engagement during military conflicts. A glimpse of this precedent is narrated by Abū ‘Azīz ibn ‘Umayr , who was taken captive at the Battle of Badr as a warring idolator. He reports that the Messenger of Allah صلى الله عليه وسلم gave clear instructions to his Companions, stating, “Treat the captives kindly,” and so whenever his captors had lunch or dinner, they would only eat dates while giving him the bread, in compliance with the Prophet’s صلى الله عليه وسلم orders.154 As a result, well before global peace summits and in stark contrast to societies around them, Islamic history had shining examples of treating prisoners of war humanely, as well as amnesty and pardon being recognized as the restorative ideal for the human collective. John Esposito, a senior professor of religion at Georgetown University, writes on this, The Muslim army was as magnanimous in victory as it was tenacious in battle. Civilians were spared; churches and shrines were generally left untouched. The striking differences in military conduct were epitomized by the two dominant figures of the Crusades: Saladin and Richard the Lion-Hearted. The chivalrous Saladin was faithful to his word and compassionate towards noncombatants.
Richard nahm die Kapitulation von Akkon an und ließ danach alle seine Einwohner massakrieren, darunter Frauen und Kinder, obwohl er das Gegenteil versprochen hatte.155
Richard accepted the surrender of Acre then continued to massacre all its inhabitants, including women and children, despite promises to the contrary.155
Aus diesem Vorbild entstand eine Zivilisation, in der Tugend und Keuschheit die Norm waren und in der Alkohol nie weit verbreitet war. Bis zum heutigen Tag, während die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass Alkohol jährlich weltweit 2,5 Millionen Todesfälle verursacht, ist der Einfluss des Islam auf die Verhinderung von Alkoholmissbrauch in mehrheitlich muslimischen Ländern (wie denen Nordafrikas und Südostasiens) deutlich erkennbar.156
From that model generation emerged a civilization in which virtue and chastity were the norm, and in which alcohol was never widespread. Until this very day, while the World Health Organization estimates that alcohol results in 2.5 million global deaths a year, the impact of Islam on preventing alcohol abuse in Muslim-majority nations (such as those of North Africa and Southeast Asia) is clear.156

Hat die Geschichte jemals jemanden gekannt, der die Bestie des Alkoholismus zähmen konnte, nachdem sie einmal über eine Nation losgelassen worden war?
Has history ever known anyone else with the ability to tame the beast of alcoholism once it has been unleased upon a nation?
Warum waren die Muslime imstande, es einfach aufzugeben? Der Prophet صلى الله عليه وسلم hat dies zu seinen Lebzeiten bei einem Volk erreicht, dessen Ansehen und Einkommen mit Wein verflochten waren. Indem er einem gottgegebenen Stufenplan folgte, konnte er erleben, wie sein systematisches Programm (siehe Kapitel 4) darin gipfelte, dass in den Straßen Madinas Wein floss, während die Muslime die Reste ihrer eigenen Weinfässer leerten.157 Hat jemals jemand anderes die uralten Bräuche der uneingeschränkten Polygynie, der nur für Männer geltenden Erbgesetze und der Tötung weiblicher Säuglinge verbieten können – und dies noch dazu in so kurzer Zeit? Alle Gesetze im heutigen Indien zur Bekämpfung der Tötung weiblicher Säuglinge haben die Praxis trotz mehr als eines Jahrhunderts strikter Durchsetzung nicht ausgerottet.158 Gab es vor oder nach der Zeit des Propheten صلى الله عليه وسلم jemals ein historisches Gegenstück, in dem der ethnische Chauvinismus sowohl in der Theorie als auch in der Praxis so dramatisch zurückging? Viele seiner Zeitgenossen, die leidenschaftliche arabische Suprematisten gewesen waren, wurden zu Menschen, die sich der Führung von Nicht-Arabern und ehemaligen Sklaven unterordneten.
Why were Muslims able to just give it up? The Prophet صلى الله عليه وسلم achieved that within his lifetime in a people whose glory and income was interlocked with wine. Following a divinely charted roadmap of gradualism, he صلى الله عليه وسلم was able to witness his methodical program (see Chapter 4) culminate in wine flowing in Madinah’s streets as its Muslims emptied what remained of their own wine barrels.157 Has anyone else ever been able to ban the age-old customs of unrestricted polygyny, male-only inheritance laws, and female infanticide—let alone in such a short span of time? All the laws in today’s India, for instance, designed to combat female infanticide have not eradicated the practice after more than a century of strict enforcement.158 Has there ever been another historical parallel before or after the Prophet’s صلى الله عليه وسلم era where ethnic chauvinism declined so dramatically in both theory and practice? Many of his contemporaries who were vehement Arab supremacists became people who conceded to the leadership of non-Arabs and former slaves.
Sālim, der freigelassene Sklave des Abū Ḥudhayfah, leitete aufgrund seiner Fertigkeit im Rezitieren des Qur’ān das Gebet der angesehensten Gefährten des Propheten ﷺ.
153 Adam Smith, Essays: Philosophical and Literary (London: Ward, Lock & Co, 1880), 353.
153 Adam Smith, Essays: Philosophical and Literary (London: Ward, Lock & Co, 1880), 353.
154 Sulaymān ibn Aḥmad al-Ṭabarānī, Al-Mu‘jam al-Kabīr (Kairo, Riad: Maktabat Ibn Taymīyah, Dār al-Ṣumayʻī, 1983), 22:393 #977.
154 Sulaymān ibn Aḥmad al-Ṭabarānī, Al-Mu‘jam al-Kabīr (Cairo, Riyadh: Maktabat Ibn Taymīyah, Dār al-Ṣumayʻī, 1983), 22:393 #977.
155 John L. Esposito, Islam: The Straight Path (New York: Oxford University Press, 1988), 64.
155 John L. Esposito, Islam: The Straight Path (New York: Oxford University Press, 1988), 64.
156 „Global Status Report on Alcohol and Health 2018“, World Health Organization, 21. September 2018.
156 “Global Status Report on Alcohol and Health 2018,” World Health Organization, September 21st, 2018.
157 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 6:54 #4620; Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 3:1205 #1578.
157 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 6:54 #4620; Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 3:1205 #1578.
„Because I am a Girl: The State of the Girl Child in India 2009“, Plan India, (2009): 6.
158 “Because I am a Girl: The State of the Girl Child in India 2009,” Plan India, (2009): 6.
159 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 1:140 #692.
159 al-Bukhārī, Ṣaḥīḥ al-Bukhārī, 1:140 #692.
160 Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 1:559 #817.
160 Muslim, Ṣaḥīḥ Muslim, 1:559 #817.
161 ‘Alī ibn Muḥammad Qārī al-Harawī, Mirqāt al-Mafātīḥ: Sharḥ Mishkāt al- Maṣābīḥ (Beirut: Dār al-Fikr, 2002), 1:288.
161 ‘Alī ibn Muḥammad Qārī al-Harawī, Mirqāt al-Mafātīḥ: Sharḥ Mishkāt al- Maṣābīḥ (Beirut: Dār al-Fikr, 2002), 1:288.