1.1 Fiqh
1.1 Fiqh
Linguistisch bedeutet Fiqh Verständnis (Fahm), wie in dem Wort Allahs (SWT):
Linguistically, Fiqh means understanding (Fahm), as in the saying of Allah (swt):
„Wir verstehen vieles von dem, was du sagst, nicht.“ (TMQ Hud: 91), d. h. wir begreifen es nicht.
“We do not comprehend (ma nafqahu) much of what you say.” (TMQ Hud: 91) i.e. we do not understand.
Als juristischer Begriff hat Fiqh zwei Bedeutungen:
As a juristic term, Fiqh has two meanings:
A. Die usulitischen Gelehrten wie Amidi, al-Zarkashi, al-Baydawi und Shawkani haben Fiqh definiert als „die Kenntnis der praktischen Scharia-Angelegenheiten, die aus ihren ausführlichen Belegen (al-adilla al-tafsiliyya) abgeleitet werden“.1
A. The Usuli scholars such as Amidi, al-Zarkashi, al-Baydawi and Shawkani have defined fiqh as, „the knowledge of the practical Shar‟ai matters that are derived from their elaborated evidences (al-ad‟Illah al-tafsiliyyah)‟.1
Ein Faqih würde beispielsweise das Urteil in der Frage der Abtreibung kennen; darüber hinaus würde er wissen, wie und woraus dieses Urteil abgeleitet wurde.
As an example, a Faqih would know the ruling for the issue of abortion; in addition, he would know how and from where this ruling was extracted from.
B. Alle islamischen Gesetze. Diese Definition ist gleichbedeutend mit dem Begriff Scharia.
B. All the Islamic laws. This definition is synonymous to the term Shari‟ah.
Die Kenntnis der Vorschriften der Scharia, zu denen ein Muslim im Leben verpflichtet ist, ist für jeden Muslim eine individuelle Pflicht, da ihm geboten ist, alle seine Handlungen gemäß den Gesetzen auszuführen, die sein Schöpfer, Allah (SWT), offenbart hat. Dies liegt darin begründet, dass die Anrede der Verantwortlichkeit (At-Taklīf), mit der der Gesetzgeber (Asch-Schāri') die Menschheit und die Gläubigen angesprochen hat, eine bindende Anrede an jeden ist, sei es in Bezug auf den Glauben (Īmān) oder auf menschliche Handlungen. Allah (SWT) sagt:
Knowing the Shari‟ah rules with which a Muslim is obliged with in life is an individual duty upon every Muslim, as he is commanded to undertake all his actions according to the laws revealed by his creator, Allah (swt). This is because the address of accountability (Takleef) with which the Legislator (Ash-Shar‟i) addressed mankind, and addressed believers, is a decisive address to anyone whether it was about the creed (Iman) or human actions. Allah‟s (swt) says:
„Es steht keinem gläubigen Mann und keiner gläubigen Frau zu, bei einer Angelegenheit, über die Allah und Sein Gesandter entschieden haben, eine Wahl zu haben.“ (TMQ Al-Ahzab: 36)
“It is not for any believer, male or female, to have any option in any matter upon which Allah and His Messenger have judged.” (TMQ Al-Ahzab: 36)
„Wer auch nur das Gewicht eines Stäubchens an Gutem tut, wird es sehen, und wer auch nur das Gewicht eines Stäubchens an Bösem tut, wird es sehen.“ (TMQ Al-Zalzalah: 7-8)
) “Whoever performs a particle‟s weight of good will see it, and whoever performs a particle‟s weight of evil will see it.” (TMQ Al-Zalzalah: 7-8)
Am Tag, an dem jede Seele all das Gute, das sie getan hat, und all das Böse, das sie getan hat, vorgehalten bekommt, wird sie sich wünschen, dass zwischen ihr und ihrem Bösen eine große Entfernung läge. Und Allah warnt euch vor Sich selbst.
“The Day that every soul will be confronted with all the good it has done and all the evil it has done, it will wish that there was a great distance between it and (its evil). But Allah cautions you about Himself.” (TMQ Al-Imran: 30)
„Und jede Seele wird für all ihre Taten vergolten werden.“ (TMQ An-Nahl:111)
“And each soul will be recompensed for all its actions.” (TMQ An-Nahl:111)
Die Verantwortlichkeit (Takleef) ist in den Texten in eindeutiger Weise festgelegt worden, daher ist ein Muslim verpflichtet, sich bei jeder Handlung, die er unternimmt, an die Regeln der Scharia zu halten. Folglich wird es für jeden Muslim zur Pflicht, die Regeln der Scharia zu kennen, an die er in diesem Leben gebunden ist. Das Streben nach weiterem Wissen in anderen Bereichen der Scharia hingegen ist eine kollektive Pflicht (Fard al-Kifaya) und keine individuelle Pflicht (Fard al-Ayn), d. h. wenn einige Menschen dies erfüllen, ist die Verpflichtung für die übrigen aufgehoben.
Accountability (Takleef) has come in a decisive manner in the texts, so a Muslim is accountable to restrict himself to the Shar‟a rules when he undertakes any action. Consequentially it becomes obligatory upon every Muslim to know the Shari‟ah rules with which he is bound by in this life. As for gaining further knowledge in other areas of the Shari‟ah this is a collective obligation (Fard ul Kifaya) not an individual duty (Fard ul Ayn) i.e. if some people fulfil this, then the obligation is lifted from the rest.
Dies wird durch das bekräftigt, was Anas bin Malik überliefert hat, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
This is strengthened by what was narrated by Anas bin Malik who said: The Messenger of Allah (saw) said:
„Das Suchen nach Wissen ist für jeden Muslim verpflichtend.“ (Ibn Madscha)
“Seeking knowledge is obligatory upon every Muslim.”(Ibn Majah)
Die Rechtswissenschaft (Fiqh) gehört zu den Regeln, an die ein Muslim in seinem Leben gebunden ist, etwa die rituellen Gottesdienste (‘Ibadat) und die gesellschaftlichen Transaktionen (Mu‘amalat). Daher zählt das Studium des Fiqh zu den verpflichtenden Angelegenheiten für Muslime. Es gibt edle Überlieferungen (Ahadith), die zum Studium des Fiqh ermutigen.
Jurisprudence (Fiqh) is part of the rules with which a Muslim is bound by in his life such as ritual worships („Ibadat) and social transactions (Mu‟amalat). Hence studying Fiqh is among the compulsory matters for Muslims. There are noble Ahadith encouraging the studying of fiqh.
Es wird von Mu‛awiyya bin Abu Sufyan überliefert, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
It is narrated from Mu‟awiyya bin Abu Sufyan that the Messenger of Allah (saw) said:
„Wem Allah Gutes erweisen will, dem verleiht Er das Verständnis der Religion.“ (Bukhari)
“The one for whom Allah wills good, He grants him fiqh in the deen.” (Bukhari)
Auch Hazzam bin Hakeem überlieferte von seinem Onkel, von dem Gesandten Allahs ﷺ, der sagte:
Also Hazzam bin Hakeem narrated from his uncle from the Messenger of Allah (saw) who said:
„Ihr befindet euch in einer Zeit vieler Rechtsgelehrter (fuqaha), weniger Redner, vieler, die geben, und weniger, die bitten; deshalb ist das Handeln in dieser Zeit besser als das Wissen. Bald wird eine Zeit kommen, in der es wenige Rechtsgelehrte, viele Redner, viele Bettler und wenige Geber geben wird; deshalb ist das Wissen in dieser Zeit besser als das Handeln.“ Diese Ahadith sind eindeutig in ihrer Aussage über die Tugend der Fiqh-Wissenschaft und ermutigen zu ihrem Studium. Es wird überliefert, dass Umar ibn al-Khattab sagte:
“You are in a time of many jurisprudents (fuqaha), few speakers, many who give and few who ask; so action in this time is better than knowledge. There will soon come a time of few jurisprudents, many speakers, many who beg and few who give; so knowledge in this time is better than action.” These ahadith are explicit in the virtue of fiqh and encouraging its study. It was narrated that Umar bin al-Khattab said:
„Der Tod eines Tausend Gläubigen, die nachts beten und tagsüber Gottesdienst verrichten, ist weniger schwerwiegend als der Tod eines einzigen verständigen Kenners (Baseer) des Erlaubten und Verbotenen Allahs." (Ahmad).
“The death of one thousand worshippers who pray at night and worships in the day is less serious than the death of one intelligent knower (Baseer) of the halal and haram of Allah.” (Ahmad).
1 Amidi, Ihkam, I, 6; Shawkani, Irshad, S. 3; al-Zarkashi, al Bahr al Muhit fi Usul ul Fiqh, Bd. 1, S. 21; al-Baydawi, Minhaj al wusul ila ilm al usul, S. 3.
1 Amidi, Ihkam, I, 6; Shawkani, Irshad, p. 3; al-Zarkashi, al Bahr al Muhit fi Usul ul Fiqh Vol 1, p.21; al-Baydawi, Minhaj al wusul ila ilm al usul, p. 3.