9.2 Die Epoche der Sahabah (ra)
9.2 Era of the Sahabah (ra)
Nach dem Tod des Propheten ﷺ wählten die Muslime Abu Bakr (ra) zum Khalifen. Eines der ersten Probleme, mit denen er konfrontiert wurde, war die Verwirrung seitens Fatimah Umm Hasan (ra), der Tochter des Propheten ﷺ, bezüglich der Erbschaft eines Stücks Land, das dem Propheten ﷺ gehört hatte. Abu Bakr (ra) zitierte den folgenden Hadith, der die Angelegenheit klärte.
After the death of the Prophet (saw), the Muslims selected Abu Bakr (ra) as the Khaleefah. One of the first issues he faced was confusion on the part of Fatimah Umm Hasan (ra), daughter of the Prophet (saw), inheriting a piece of land, which the Prophet (saw) owned. Abu Bakr (ra) quoted the following Hadith, which resolved the matter.
„Wir (die Propheten) hinterlassen kein Erbe. Was wir zurücklassen, ist Almosen.“ (Bukhari und Muslim) Hinweis: Ich habe „Prophet‟s“ hier als „Propheten“ wiedergegeben, da die Bedeutung im Hadith sich auf die Gesamtheit der Propheten bezieht.
“We (Prophet‟s) do not leave things for inheritance. Whatever we leave is charity.” (Bukhari & Muslim).
Sie schlug dann Abu Bakr (ra) vor, sie solle das Vermögen verwalten und es so verteilen, wie es der Prophet ﷺ zu tun pflegte. Abu Bakr (ra) lehnte ab und sagte: „Ich werde von nichts abweichen, was der Gesandte ﷺ zu tun pflegte.“ (Bukhari)
She then suggested to Abu Bakr (ra), letting her supervise the property and to distribute it the way the Prophet (saw) used to do. Abu Bakr (ra) refused saying, “I am not going to quit doing anything the Messenger (saw) used to do.” (Bukhari)
In einer anderen Überlieferung sagte Abu Bakr (ra): „Ich bin nach dem Gesandten (ﷺ) zuständig.“ So wies Abu Bakr (ra) Fatimah Umm Hasan (ra) darauf hin, dass, wenn er (ra) ihr diese Befugnis übertrüge, es keinen Sinn habe, einen Khalifen zu haben. Außerdem stehe es ihr nicht zu, im Namen des Khalifen zu handeln.
In another narration, Abu Bakr (ra) said, “I am in charge after the Messenger (saw).” Thus Abu Bakr (ra) pointed out to Fatimah Umm Hasan (ra) that if he (ra) gave her this authority then what is the point of having a Khaleefah. Moreover, it was not up to her to act on behalf of the Khaleefah.
Zu jener Zeit versammelte Abu Bakr (ra) die Sahaba (ra) und fragte sie: Wo seid ihr? Warum verlasst ihr mich? (Abu Bakr (ra) bezog sich auf die Sahaba (ra), die in die neu befreiten Länder aufbrachen.) Wenn ihr wollt, dass ich der Khalifa bin, könnt ihr mich nicht einfach einsetzen und dann weggehen. So hielt Abu Bakr (ra) diese Gruppe der Sahaba (ra) bei sich (ra).
At that time Abu Bakr (ra) gathered the Sahabah (ra) and asked them, where are you? Why are you leaving me? (Abu Bakr (ra) was referring to the Sahabah (ra) leaving for the newly liberated lands). If you want me to be the Khaleefah you cannot just appoint me and depart. Thus, Abu Bakr (ra) maintained this group of Sahabah (ra) with him (ra).
In dieser Epoche, mit dem Tod des Propheten ﷺ, begannen die Sahaba (ra), Idschtihad für Probleme anzuwenden, die aufkamen und die im Qur'an und in der Sunna nicht ausdrücklich zum Ausdruck gebracht worden waren. Die Sahaba (ra) sammelten den Qur'an, und viele von ihnen hatten bereits den gesamten Qur'an auswendig gelernt. Die Verse des Qur'an waren außerdem auf Steine, Baumrinde oder Lederstücke geschrieben worden und lagen verstreut bei den Sahaba (ra) insgesamt.
During this era, with the death of the Prophet (saw), the Sahabah (ra) began performing Ijtihad for problems that arose which were not explicitly expressed in the Qur‟an and Sunnah. The Sahabah (ra) compiled the Qur‟an, and many of them had already committed the whole Qur‟an to memory. The Ayah of the Qur‟an was also written on stones, tree barks, or pieces of leather, and were scattered amongst the Sahabah (ra) in general.
Außerdem wurden die meisten Ḥadīthe nicht niedergeschrieben, sondern im Gedächtnis bewahrt. Niemand hatte die gesamte Sunnah so auswendig gelernt, wie man den gesamten Qur'an auswendig gelernt hatte. Dennoch dienten der Qur'an und die Sunnah gemeinsam als Bezugspunkt für die Lösungen der Probleme, denen sich die Ṣaḥāba (ra) insgesamt gegenübersahen. Nach einiger Zeit stellten sie fest, dass nicht jeder Mensch in der Lage war, den Islam zu verstehen, und so begannen sie ein Programm, um diejenigen Muslime zu unterrichten, die dazu nicht fähig waren.
Additionally, most of the Hadith were not documented; rather they had been committed to memory. No one single person had memorised the entire Sunnah as they had memorised the entire Qur‟an. Nonetheless, the Qur‟an the Sunnah together served as the reference point for the solutions to the problems that the Sahabah (ra) faced as a whole. After a while they found that not every single person was capable of understanding Islam, and so they began a program of educating those Muslims who were incapable.
Zur Zeit des Todes des Propheten ﷺ belief sich die Zahl der Sahaba (ra) auf Tausende, doch nur etwa sieben bis zehn von ihnen gaben häufiger Fatwas als die anderen und galten als praktische Fuqaha, also als Menschen, die in der Lage waren, in alltäglichen praktischen Problemen die islamische Regel zu geben. Zu dieser Gruppe gehörten Umar, Ali, Ibn Umar, Ibn Abbas, Ibn Mas'ud, Zayd bin Thabit und Aisha bint Abu Bakr (ra). Bei ihrem Bemühen, die Hukm-Shar'i-Regeln für Probleme zu bestimmen, hielten sich die Sahaba (ra) an den Qur'an und die Sunnah; dennoch gelangten sie zu unterschiedlichen und voneinander abweichenden Meinungen.
At the time of the death of the Prophet (saw), the Sahabah (ra) numbered in the thousands, however only about seven to ten of them used to give Fatwa more than the others, and were considered practical Fuqahaa, or people who were able to give the Islamic rule in practical, day to day problems. Included in this group were Umar, Ali, Ibn Umar, Ibn Abbas, Ibn Mas‟ood, Zayd bin Thabit, and Aisha bint Abu Bakr (ra). In their endeavour to determine the Hukm Shar‟i rules for problems, the Sahabah (ra) adhered to the Qur‟an and Sunnah; however, they still arrived at varying and different opinions.
Zum Beispiel gab es in der Frage der Scheidung unterschiedliche Meinungen zwischen Abu Bakr (ra) und Umar bin Al-Khattab (ra). Umar (ra) vertrat die Ansicht, dass ein Mann, der seiner Frau in einer Sitzung dreimal sagt „Ich habe dich geschieden", sie dreimal geschieden habe und die Frau erst dann wieder heiraten könne, wenn sie einen anderen Mann geheiratet und von diesem geschieden worden sei. Abu Bakr (ra) hingegen war der Meinung, dass dies nur zu einer einzigen Scheidung führe.
For example, in the issue of divorce, Abu Bakr (ra) and Umar bin Al-Khattab (ra) had different opinions. Umar (ra) was of the opinion that if a man says to his wife “I have divorced you” three times in one sitting, then the man would have divorced her three times and could not remarry the woman until she married and was divorced by someone else. While Abu Bakr (ra) was of the opinion that this would result in only one divorce.
In einem anderen Beispiel verteilte Abu Bakr (ra) die Kriegsbeute gleichmäßig unter den Sahaba (ra). Als Umar (ra) das Khalifat übernahm, gab er denjenigen, die erst kürzlich den Islam angenommen hatten und in den frühen Kriegen gegen den Propheten ﷺ gekämpft hatten, wie Khalid bin Al-Walid (ra), nicht so viel wie denjenigen, die den Propheten ﷺ in diesen früheren Kriegen begleitet hatten.
In another example, Abu Bakr (ra) used to distribute the spoils of war equally amongst the Sahabah (ra). When Umar (ra) became the Khaleefah, he did not give those who became Muslim recently and who had fought against the Prophet (saw) in the early wars, like Khalid bin Al-Walid (ra), as much as he gave to those who had accompanied the Prophet (saw) in those earlier wars.
Die Meinungsverschiedenheiten unter den Sahabah (ra) beschränkten sich nicht nur auf die Einzelheiten des Hukm Shar‟i, sondern es gab auch Unterschiede in bestimmten Teilbereichen der „Aqeedah.
The differences amongst the Sahabah (ra) were not only limited to the details of the Hukm Shar‟i, they also had differences in certain branches of the „Aqeedah.
Doch diese Meinungsverschiedenheiten können in den Zweigen der ʿAqīda bestehen, hauptsächlich aufgrund der sprachlichen Struktur der arabischen Sprache. Im Kern der ʿAqīda gibt es hingegen nur ein richtiges Verständnis. Zum Beispiel gibt es bei einer Frage aus der ʿAqīda eine Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Isrāʾ; Allah (SWT) sagt: „Preis sei Dem, der Seinen Diener {bei Nacht von der Heiligen Moschee zur fernsten Moschee entführte}…" (Sure al-Isrāʾ: 1)
However, these differences of opinions may exist in the branches of the „Aqeedah, mainly due to linguistic structure of the Arabic language. Whereas, in the core of the „Aqeedah there is only one correct understanding. For example, in an issue related to the „Aqeedah there is a difference of opinion regarding Isra‟, Allah (swt) says; “Glory be to He who took his „Abd on the Night Journey (Isra) from Masjid Al- Haram to Masjid Al-Aqsaa...” (TMQ al-Isra: 1)
Die meisten Sahaba (ra) waren der Ansicht, dass der Körper des Propheten ﷺ die nächtliche Reise, die Isra, unternommen hat. Aischa bint Abu Bakr (ra) vertrat die Auffassung, dass nicht der physische Körper des Propheten ﷺ die Reise unternommen habe, sondern nur seine Seele. Die Begründung Aischa bint Abu Bakrs (ra) lautete, dass er ﷺ nicht vermisst wurde und sich niemand daran erinnere, dass sein Körper die Stätte verlassen habe.
Most of the Sahabah (ra) were of the opinion that the physical body of the Prophet (saw) made the night journey or the Isra. Aisha bint Abu Bakr (ra) was of the opinion that the physical body of the Prophet (saw) did not make the journey and that only his (saw) soul made it. Aisha bint Abu Bakr‟s (ra) justification was that he (saw) was not missed and no one remembers his (saw) body leaving.
Ein weiteres Beispiel ist der Fall, in dem Aischa bint Abu Bakr (ra) von einem Sahabi (ra) berichtet wurde, dass der Verstorbene wegen des Klagens und des lauten Weinens bestraft werde, das von seiner Familie ausgeführt wird. Aischa bint Abu Bakr (ra) wies diese Behauptung zurück, weil sie verstand, dass sie dem Vers widerspricht, der sagt:
Another example is where Aisha bint Abu Bakr (ra) was told by a Sahabi (ra) that the deceased person would be punished because of the wailing and loud crying, performed by his family. Aisha bint Abu Bakr (ra) rejected this claim because she understood that it contradicted the Ayah that says:
„Keine Seele trägt die Last einer anderen.“ (TMQ Al-Isra: 15)
“No-one will bear the burden of another...” (TMQ Al-Isra: 15)
Imam Baghawi bemerkte in seinem Buch „Die Lichter der Sunna“, dass Abu Bakr (ra) in seinen Angelegenheiten zunächst im Buch Allahs (swt) nachschlug. Fand er dort keine Lösung, so befragte er einige der Fuqaha unter den Gefährten (ra) nach ihrem Ijtihad in der betreffenden Sache. Imam Baghawi fährt fort, dass Umar (ra) die Gefährten (ra) um Rat fragte, obwohl er selbst ein bekannter Faqih war.
Imam Baghawi in his book “The Lights of the Sunnah” remarked that Abu Bakr (ra) used to look to the Book of Allah (swt) to solve his problems. If he couldn‟t find a solution there, he would ask some of the Fuqahaa among the Sahabah (ra) for their Ijtihad in the particular issue. Imam Baghawi goes on to say that Umar (ra) used to consult the Sahabah (ra) even though he was himself a well-known Faqih.
Obwohl die Sahaba (ra) uneins waren, lag ihre Meinungsverschiedenheit durchaus im Rahmen des Verstehens des Textes, und dies galt als normal. Imam Muhammad Abu Zahrah erklärte bei der Behandlung der Epoche der Sahaba (ra), dass es wichtig sei, zwei Missverständnisse auszuräumen.
Even though the Sahabah (ra) disagreed, their disagreement was well within the guideline of understanding the text and this was considered normal. Imam Muhammad Abu Zahrah, while discussing the era of the Sahabah (ra), said that it is important to remove two misconceptions.
A. Der erste Punkt: Manche Leute behaupten, die Sahaba (ra) hätten die authentischen Hadithe außer Acht gelassen und ihre Urteile auf ihren Verstand oder ihr eigenes rationales Denken gestützt. Imam Zahrah sagte, man müsse verstehen, dass keiner der Sahaba (ra) den Text zugunsten seiner eigenen rationalen Meinung verlassen habe; vielmehr seien ihre Meinungen vollständig auf die Texte gegründet und von ihnen beeinflusst gewesen. Er führt ein Beispiel vom Khalifen Umar bin Al-Khattab (ra) an, als er das Abschlagen der Hand des Diebes aufschob. Manche Leute nehmen diesen Vorfall als Beleg dafür, dass Umar (ra) dies allein aufgrund seines eigenen Denkens getan habe.
A. The first is that some people said that the Sahabah (ra) used to disregard the authentic Hadith and based their judgments on their mind or own rational thinking. Imam Zahrah said that it should be understood that none of the Sahabah (ra) left the text for their own rational opinion; rather their opinions were based and influenced entirely by the texts. He uses an example from the Khaleefah Umar bin Al Khattab (ra), when he delayed cutting off the hand of the thief. Some people use this instance as an example that Umar (ra) did this solely due to his own thinking.
Dieser Behauptung ist nicht zuzustimmen, denn es gibt ein Hadith, überliefert von Ali (ra), in dem der Prophet ﷺ sagte: „Vollzieht die Hudud-Strafen nicht bei Zweifelsfällen.“ Es gibt außerdem einen weiteren Hadith, überliefert von Makhul (ra), in dem der Prophet ﷺ erklärte:
This claim is incorrect, since there is a Hadith narrated by Ali (ra) where the Prophet (saw) said: “Don‟t implement the Hudood in the cases of doubt”. There is also another Hadith narrated from Makhul (ra) in which the Prophet (saw) stated:
„Bei einer Hungersnot gibt es kein Abschneiden (der Hand)". Und Madinah erlebte tatsächlich eine Hungersnot zu dem Zeitpunkt, als Umar (ra) die Vollstreckung des Hadd aufschob.
“There is no cutting in a famine”. And Madinah was in fact experiencing a famine at the instance when Umar (ra) postponed implementing the Hadd.
B. Manche haben versucht, die Sahaba (ra) in zwei Gruppen einzuteilen: diejenigen, die sich strikt an die Überlieferungen hielten (Ahlel-Hadith), und diejenigen, die sich nicht an die Texte hielten und Ahlel-Ra‟ee genannt werden. Sie behaupten, die erste Gruppe habe dies getan, weil sie klassische Traditionalisten gewesen seien, während die zweite Gruppe Erneuerer gewesen sei.
B. Some tried to classify the Sahabah (ra) into two groups: Those who adhered strictly to the traditions (Ahlel-Hadith), and those who did not adhere to texts, called Ahlel-Ra‟ee. They claim that the first group did this because they were Classical Traditionalists, while the second group was Revivalists.
Diese Behauptung ist falsch, denn sowohl die Ahl al-Hadith als auch die Ahl ar-Ra'y hielten sich an den Text. Imam Zahrah führte das Beispiel an, das sie verwenden, nämlich die herrenlosen Tiere im Staat. Der Prophet ﷺ sagte, man solle sie in Ruhe lassen, dann würden sie zu ihrem Besitzer gelangen. Umar (ra) hingegen handelte in dieser Angelegenheit anders. Er brachte sie an einem Ort unter und erlaubte dem Besitzer, sie zu identifizieren und mitzunehmen.
This claim is incorrect, since both Ahlel-Hadith and Ahlel-Ra‟ee adhered to the text. Imam Zahrah cited the example, which they use, regarding the stray animals in the State. The Prophet (saw) said to leave them and they will reach their owner. But Umar (ra) acted differently in this regard. He put them in one place and allowed the owner to identify them and take them.
Es sollte klar sein, dass Umars Handeln mit dem des Propheten ﷺ übereinstimmte, insofern das Ziel darin bestand, den umherirrenden Tieren zu ermöglichen, ihren Besitzer zu erreichen. Die Vorgehensweise bzw. das Mittel des Propheten ﷺ bei der Lösung des Problems bestand darin, die Tiere umherziehen zu lassen.
It should be clear that Umar‟s action was in line with the Prophet‟s (saw), in that the objective was to allow the wandering animals to reach their owner. The Prophet‟s (saw) style or means in solving the problem was to allow the animals to wander.
Doch zur Zeit Umars (ra), als sich der Staat auf die Gebiete von Sham und Nordafrika ausgedehnt hatte, wurde das Vorgehen angewandt, die Tiere an einem Ort zu sammeln, um dasselbe Problem zu lösen, nämlich herrenlose Tiere an ihre Besitzer zurückzubringen, und darin liegt kein Widerspruch. Was Umar (ra) tat, gehörte also zu seiner Verantwortung, die es erfordert, bestimmte verwaltungstechnische Verfahren anzunehmen. Solche verwaltungsmäßigen Entscheidungen können geändert werden.
However, during Umar‟s (ra) time, when the State had expanded to the areas of Sham and North Africa, the tactic of putting the animals in one location was used to solve the same problem of returning the stray animals to their owners, and there is no conflict. So what Umar (ra) did was part of his responsibility, which requires adopting some administrative procedures. These administrative decisions can be changed.
Es sollte verstanden werden, dass ein Unterschied besteht zwischen einem verwaltungsmäßigen Befehl und einem gesetzgeberischen Befehl. Die Anordnung an eine Person, ihr Gebet nachzuholen, wenn sie einen Fehler gemacht hat, ist ein gesetzlicher Befehl, während das Anbinden eines umherirrenden Kamels ein verwaltungsmäßiger Befehl ist.
It should be understood that there is a difference between an administrative order and a legislative order. Ordering a person to do his Salah if he made a mistake is a legal order, while tying up a wandering camel is an administrative order.
9.2.1 Warum gab es unter den Sahabah (ra) Meinungsverschiedenheiten?
9.2.1 Why was there difference of opinion amongst the Sahabah (ra)?
Der Text lässt sich manchmal aufgrund des Aufbaus des Verses und/oder des Aufbaus der arabischen Sprache auf verschiedene Weise verstehen. Zum Beispiel sagt Allah (SWT):
The text sometimes could be understood in different ways due to the structure of the Ayah, and / or the structure of the Arabic language. For example, Allah (swt) says:
„Die geschiedene Frau soll drei Perioden (Quru’) abwarten“ (TMQ Al-Baqarah: 228)
“The divorced woman should wait for three periods (Quru)” (TMQ Al-Baqarah: 228)
Das Wort Quru' in der arabischen Sprache kann entweder den Zeitpunkt bezeichnen, zu dem die Frau ihre Menstruation beginnt, oder die Zeit nach der Menstruation. Der Unterschied zwischen drei Zyklen, die mit der Reinheitsperiode beginnen, beträgt etwa 7 bis 15 Tage.
The word Quru‟ in the Arabic language can mean the time when the woman begins her menstruation, or the post menstruation period. The difference between three cycles beginning with the purity period is about 7 to 15 days.
Manchmal erließ ein Sahabi ein Fatwa, ohne von einem Hadith zu diesem Thema gehört zu haben, den ein anderer Sahabi kannte. Diese Fälle wurden jedoch in der Regel später geklärt.
Sometimes a Sahabi would issue a Fatwa without having heard of a Hadith related to that issue, and which another Sahabi knew. However, these cases were usually resolved later.
Wie sie die Texte und die Methodik der Auslegung betrachteten. Ein Beispiel betrifft das Erbe des Großvaters. Abu Bakr (ra) sagte, wenn jemand verstirbt und einen Vater, Brüder, eine Ehefrau und Kinder hinterlässt, würde die Anwesenheit des Vaters, der als Großvater der Kinder des Verstorbenen gilt, die übrigen Brüder vom Erbe des Vermögens ausschließen. Umar (ra) sagte, dass er den Brüdern und dem Großvater denselben Anteil geben würde, nachdem er diese Frage mit Zayd bin Thabit (ra) besprochen hatte, der der führende Sahabi auf dem Gebiet des Erbrechts war.
How they viewed the texts and the methodology of interpretation. An example deals with the inheritance of the grandfather. Abu Bakr (ra) said that if one dies leaving a father, brothers, a wife and children, the presence of the father, who is considered the grandfather of the deceased person‟s children, would prevent other brothers from inheriting the wealth. Umar (ra) said that he would give the brothers and the grandfather the same amount after discussing this issue with Zayd bin Thabit (ra) who was the foremost Sahabi in the area of inheritance.