5.2 Beispiele für den Ijma' as-Sahabah
5.2 Examples of Ijma‟ as-Sahabah
Ein Beispiel für den Ijma' as-Sahabah ist der Vorrang, der der Bestellung eines Kalifen für die Muslime eingeräumt werden muss. Die Sunnah des Propheten ﷺ lehrt uns, dass die Toten rasch bestattet werden müssen, und es ist verboten, dass diejenigen, denen die Bestattung obliegt, sie wegen anderer Dinge aufschieben. Doch als der Prophet ﷺ starb, verschoben die Gefährten seine Bestattung, bis sie unter sich einen Kalifen gewählt hatten.
An example of Ijma‟ as-Sahabah is the priority, which must be given to the appointment of a Khaleefah for Muslims. The Sunnah of the Prophet (saw) informs us that the dead must be buried quickly and it is forbidden for those responsible for the burial to delay the burial on account of other things. Yet when the Prophet (saw) died, the Companions delayed his (saw) burial until they had selected a Khaleefah from among themselves.
Bevor die Bestattungsvorbereitungen abgeschlossen waren, versammelten sich die Sahaba (ra) im Versammlungsort der Banu Sa'ida und gingen daran, den Khalifen auszuwählen. Nach Beratung der Angelegenheit stimmten alle darin überein, Abu Bakr (ra) den Bay'ah (Treueeid) zu leisten, woraufhin sie den Propheten ﷺ bestatteten. Keiner von ihnen erhob Einwände gegen die Verzögerung der Bestattung. Die einmütige Übereinkunft der Sahaba (ra) in diesem Vorgehen ist für uns ein Daleel (Beweis) dafür, wie wichtig es ist, für die Muslime einen Khalifen einzusetzen, sogar wichtiger als die Bestattung des Propheten ﷺ selbst.
Before the burial arrangements were completed, the Sahabah (ra) had gathered in the place of Banu Sai‟da and proceeded to select the Khaleefah. After discussion of the matter, all agreed to give Bay‟ah (oath of allegiance) to Abu Bakr (ra), after which they buried the Prophet (saw). None of them objected to the delay of the burial. The unanimous agreement of the Sahabah (ra) regarding this action is a Daleel for us about the importance of appointing the Khaleefah for Muslims, even more vital than the burial of the Prophet (saw) himself.
Al-Haythami (gest. 1405 n. Chr.) sagte: „Es ist bekannt, dass die Sahaba (ra) übereinstimmend der Ansicht waren, dass die Wahl des Imams nach dem Ende der Prophetenzeit eine Pflicht (Wadschib) ist. Tatsächlich stellten sie diese (Pflicht) sogar über die (anderen) Pflichten, während sie sich mit ihr beschäftigten, noch bevor sie den Propheten ﷺ bestatteten."8
Al-Haythami (d. 1405 CE) said, “It is known that the Sahabah (ra) consented that selecting the Imam after the end of the era of Prophethood was an obligation (Wajib). Indeed they made it (more) important than the (other) obligations whilst they were busy with it over the burial of the Prophet (saw).”8
Der angesehene Gelehrte Al-Taftazani (gest. 1389 n. Chr.) sagte: „Es besteht Ijma' (Konsens), dass die Einsetzung eines Imams wadschib (verpflichtend) ist … Die angenommene (d. h. richtige) Position ist, dass es den Dienern durch den Textbeweis verpflichtend ist, wegen des Ausspruchs des Gesandten ﷺ:
The reputed scholar Al-Taftazani (d. 1389 CE) said, “There is Ijma (consensus) that appointing an Imam is wajib (obligatory)…The adoption (i.e. correct position) is that it is obligatory upon the servants by textual evidence because of the saying of the Messenger (saw):
„Wer stirbt, ohne den Imam seiner Zeit gekannt zu haben, stirbt den Tod der Zeit der Unwissenheit (Dschahiliyyah)." Ferner hat sich die Umma darauf geeinigt, dass dies die wichtigste Pflicht nach dem Tod des Gesandten Allahs ﷺ ist, so wichtig, dass sie sie für bedeutsamer hielt als die Angelegenheit seiner Bestattung, und so ist es auch nach dem Tod eines jeden Imams gewesen. Sie müssen jemanden einsetzen, denn so viele Pflichten der Scharia hängen von dieser Pflicht ab.9
"Whoever dies not having known the Imam of his time, dies the death of the days of Jahiliyyah (Ignorance)." Also, the Ummah agreed that this was the most important duty following the death of the Messenger (saw), so important in fact that they considered it more important than the matter of his burial, and so also has it been after the death of each Imam. And they must appoint someone, for so many Shari‟ah obligations depend on this duty.”9
Ein weiteres Beispiel für Ijma' as-Sahabah ist, dass Umar (ra) auf seinem Sterbebett eine Frist von drei Tagen festsetzte, um den nächsten Khalifen nach ihm zu bestimmen; er ordnete sogar an, dass diejenigen aus dem von ihm benannten Rat der Sechs, die sich widersprechen würden, getötet werden sollten. Alle Sahaba stimmten dem zu. Die sechs, die Umar in den Rat berief, waren allesamt hochrangige Sahaba, denen der Prophet ﷺ das Paradies versprochen hatte; zu ihnen gehörten Ali b. Abi Talib, Uthman b. Affan, Sa'd b. Abi Waqqas, Abdur Rahman ibn Awf, Az-Zubayr b. Al-Awwam und Talha b. Ubaydullah.
Another example of Ijma‟ as-Sahabah is when Umar (ra) on his deathbed specified a time limit of three days to appoint the next Khaleefah after him, he even ordered for those amongst the council of six he nominated to be killed if they disputed. All of the Sahabah consented to this. The six Umar appointed in the council were all senior Sahabah who had been promised paradise by the Prophet (saw), they included Ali b. Abi Talib, Uthman b. Affan, Sa‟ad b. Abi Waqqas, Abdur Rahman ibn Awf, Az- Zubayr b. Al Awwam, and Talha b. Ubaydullah.
Der bekannte Gelehrte und Historiker Ibn Jarir al-Tabari (838–923 n. Chr.) sowie andere haben Berichte darüber überliefert, was geschah, als Umar (ra) verwundet wurde. Umar (ra) sagte: „O Gruppe der Muhajirun! Wahrlich, der Gesandte Allahs ﷺ ist verstorben, und er war mit euch allen sechs zufrieden. Ich habe daher beschlossen, die Wahl des Kalifen zu einer Angelegenheit der Beratung unter euch zu machen, damit einer von euch als Kalif gewählt werden kann. Wenn fünf von euch sich auf einen Mann einigen und einer sich gegen die fünf stellt, so tötet ihn. Wenn vier auf der einen Seite und zwei auf der anderen stehen, so tötet die zwei. Und wenn drei auf der einen Seite und drei auf der anderen stehen, dann soll Abdur Rahman ibn Auf die entscheidende Stimme haben, und der Kalif soll aus seiner Partei gewählt werden. In diesem Fall tötet die drei Männer auf der gegnerischen Seite. Ihr könnt, wenn ihr wollt, einige der angesehenen Männer der Ansar als Beobachter hinzuziehen, doch der Kalif muss einer von euch Muhajirun sein und keiner von ihnen. Sie haben keinen Anteil am Kalifat. Und eure Wahl des neuen Kalifen muss innerhalb von drei Tagen getroffen werden.“10
The renowned scholar and historian Ibn Jarir al-Tabari (838–923 CE) as well as others have reported the narrations about what occurred when Umar (ra) was wounded, Umar (ra) said: “O group of Muhajireen! Verily, the Apostle of Allah died, and he was pleased with all six of you. I have, therefore, decided to make it (the selection of Khaleefah) a matter of consultation among you, so that you may select one of yourselves as Khaleefah. If five of you agree upon one man, and there is one who is opposed to the five, kill him. If four are one side and two on the other, kill the two. And if three are on one side and three on the other, then Abdur Rahman ibn Auf will have the casting vote, and the Khaleefah will be selected from his party. In that case, kill the three men on the opposing side. You may, if you wish, invite some of the chief men of the Ansar as observers but the Khaleefah must be one of you Muhajireen, and not any of them. They have no share in the Khilafah. And your selection of the new Khaleefah must be made within three days.”10
8 Al-Haythami, Sawaa'iq ul-haraqah, S. 17
8 Al-Haythami, Sawaa'iq ul-haraqah, p. 17
9 Al-Taftazani, Sharh al-Aqa'id al-Nasafiyyah (Kommentar zu Nasafis Abhandlung über das Glaubensbekenntnis), S. 142-143, Musnad Ahmad, Hadith Nr. 16271
9 Al-Taftazani, Sharh al-Aqa'id al-Nasafiyyah (Commentary of Nasafi‟s Essay on the Creed), p. 142-143, Musnad Ahmad, Hadith No. 16271
10 Tārīkh (Geschichte) von al-Ṭabarī, Bd. 3, S. 294–295
10 Tareekh (History) of Al Tabari, Vol 3, p. 294-295