1 Tafsir des Qur'an
1 Tafseer Of The Qur’aan
Der Qur'aan, das letzte Offenbarungsbuch Gottes an die Menschheit, ist die primäre Quelle der Grundsätze, die den als Islam bekannten Lebensweg bilden.
The Qur’aan, God’s final book of revelation to man, represents the primary source of the principles which constitute the way of life known as Islaam.
Die Abschnitte des Qur'an enthalten Ratschläge und Anleitung in Form von Gesetzen, Gleichnissen, Geschichten und Argumenten für diejenigen, die sich dafür entscheiden, an Gott und den Tag des Gerichts zu glauben. Daher hängen der Erfolg und das Glück eines Gläubigen in diesem Leben und im Jenseits größtenteils von seinem Verständnis, seiner Verinnerlichung und seiner Anwendung der im Buch enthaltenen Konzepte ab. Die Tiefe des Verständnisses der Bedeutungen des Qur'an variiert jedoch von Mensch zu Mensch aufgrund natürlicher Unterschiede in der Intelligenz. Diese Verschiedenheit bestand sogar unter den Gefährten (aṣ-Ṣaḥāba) des Propheten Muhammad ﷺ, trotz der Klarheit des Ausdrucks des Qur'an und seiner Offenbarung in sieben verschiedenen Dialekten. Außerdem entschied Allah, der Allweise, Allgemeinheiten in den Qur'an zu setzen, von denen Er einige später in anderen Versen erklärte, während Er einige nur dem Propheten ﷺ erklärte.
The passages of the Qur’aan contain advice and guidance in the form of laws, parables, stories, and arguments for those who choose to believe in God and the Day of Judgment. Hence, a believer’s success and happiness in this life and the next largely depend on his understanding, internalization, and application of the concepts contained in the Book. However, the depth of comprehension of the Qur’aan’s meanings will vary from individual to individual due to natural differences in intelligence. This variation existed even among the sahaabah (companions of Prophet Muhammad (ﷺ), in spite of the Qur’aan’s clarity of expression and its revelation in seven different dialects. Moreover, Allaah, the Most Wise, chose to place generalities in the Qur’aan, some of which He later explained in its other verses, while some he explained only to the Prophet (r).
Der Prophet ﷺ kannte und verstand den Qur'an vollständig, weil Allah ihn als Träger desselben auserwählt und ihm alles darin erklärt hatte. Deshalb sagte Allah in einem Vers:
The Prophet (r) knew and understood the Qur’aan completely because Allaah had chosen him as its vehicle and explained it all to him. Hence, Allaah said in one verse:
„Gewiss, das Sammeln des Qur'an (für dich) und dessen Rezitation (an dich) obliegt Mir21. Wenn Wir ihn dir verlesen, so folge seiner Rezitation. Dann obliegt es Mir, ihn zu erklären.“22
“Verily, collecting the Qur’aan (for you) and reciting it (to you) is My21 responsibility, so when I read it to you, listen to it. Then it is upon Me to explain it.” 22
Daher war es die Aufgabe des Propheten ﷺ, seinen Anhängern den Qur'an sowohl durch seine Handlungen als auch durch seine Aussagen zu erklären. Allah hat dies im Qur'an festgestellt:
Therefore, it was the Prophet’s job to explain the Qur’aan to his followers by his actions, as well as his statements. Allaah stated this in the Qur’aan:
„Und Wir haben dir die Ermahnung herabgesandt, damit du den Menschen erklärst, was zu ihnen herabgesandt wurde.“ 23
“I have revealed the Reminder (Qur’aan) to you (O Muhammad) so that you may explain to people what has been revealed to them.” 23
Folglich wandten sich die Sahaabah zu Lebzeiten des Propheten (r) stets, wenn es ihnen möglich war, an ihn um die Tafsir (Erklärung, Verständnis, Auslegung) des Qur'aan. So berichtete Ibn Mas'ood beispielsweise, dass als folgender Vers offenbart wurde:
Consequently, the sahaabah all turned to the Prophet (r) whenever possible during his lifetime for the tafseer (explanation, understanding, interpretation) of the Qur’aan. For example, Ibn Mas‘ood related that when the following verse was revealed:
„Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Unrecht (ẓulm) vermengen, für sie gibt es Sicherheit, und sie sind rechtgeleitet.“ 24
“Those who believe and do not obscure their faith with transgression (thulm), for them there is security, and they are rightly guided,” 24
Einige der Gefährten gerieten in Sorge, denn die allgemeine sprachliche Bedeutung von ẓulm umfasst jede Art von Unrecht, ob groß oder klein, und keiner von ihnen war frei von Fehlern. Als sie sich jedoch deswegen an den Propheten ﷺ wandten, antwortete er:
some of the companions became distressed, because the general linguistic meaning of thulm covers any kind of wrong, major or minor, and none of them were free from error. However, when they approached the Prophet (r) about it, he replied,
„Es ist nicht so, wie ihr alle denkt. Es ist nicht mehr als das, was Luqmaan zu seinem Sohn sagte: { Wahrlich, Schirk (das Beigesellen von Partnern zu Gott) ist die größte Form von Thulm. }“ 25 26
“ It is not as you all think. It is no more than what Luqmaan said to his son, ‘Verily, shirk (associating partners with God) is the greatest form of thulm.’ 25” 26
So erklärte der Prophet ﷺ ihnen, dass mit Zulm in dem ersten Vers nicht die umfassendere Bedeutung gemeint war; vielmehr wurde damit Schirk bezeichnet. In diesem Vorfall erklärte der Prophet ﷺ den Qur'an durch den Qur'an und zeigte damit den ersten Schritt der von Allah festgelegten Methode des Verstehens und der Auslegung des Qur'an, die für alle Generationen der Muslime bis zum Tag der Auferstehung bestimmt wurde. Nach dem Tod des Propheten ﷺ wandten sich die Sahaba an diejenigen unter ihnen, die im Verstehen des Qur'an begabter waren und mehr Zeit mit dem Propheten ﷺ verbracht hatten, um den Qur'an auszulegen und zu erklären.
Thus the Prophet ( ﷺ) clarified for them that the broader meaning of thulm was not intended in the first verse; rather it was used to refer to shirk. In this incident, the Prophet ( ﷺ) explained the Qur’aan by the Qur’aan, demonstrating the first step in the divinely ordained method of understanding and interpretation of the Qur’aan that was established for all generations of Muslims until the Day of Resurrection. After the Prophet’s death, the sahaabah turned to those among themselves who were more gifted in understanding the Qur’aan and who had been able to spend more time with the Prophet ( ﷺ) for interpretation and explanation of the Qur’aan.
Unter den Gefährten (Sahaabah), die für ihre Fähigkeit, den Qur'an auszulegen (Tafseer), am bekanntesten wurden, zählen folgende: die vier rechtgeleiteten Kalifen,27 die Frau des Propheten ﷺ, ʿĀ'ischah bint Abī Bakr, Ibn Masʿūd, Ibn ʿAbbās, Ubayy ibn Kaʿb, Zayd ibn Thābit, Abū Mūsā al-Asch'arī, ʿAbdullāh ibn az-Zubayr, Anas ibn Mālik, ʿAbdullāh ibn ʿUmar, Jābir ibn ʿAbdullāh und ʿAbdullāh ibn ʿAmr ibn al-ʿĀs.28 Innerhalb von fünfundzwanzig Jahren nach dem Tod des Propheten ﷺ trugen die Gefährten den Islam in alle Winkel der damals bekannten Welt und brachten dabei die großen Reiche Persien und Byzanz zu Fall. Wo immer die muslimischen Heere ihren Vormarsch beendeten, ließen sich einige der Gefährten nieder und begannen, jenen, die zum Islam kamen, die Rezitation und Auslegung des Qur'an zu lehren. Dadurch verbreitete sich das Wissen um die Tafseer im gesamten muslimischen Raum, und überall entstanden Zentren des Qur'an-Studiums. Unter den Menschen, die sich um die Gefährten versammelten, befanden sich einige herausragende Persönlichkeiten, die ihre Schüler blieben und ihr Wissen in sich aufnahmen. Diese Schüler wurden als Tābiʿūn bekannt. Jeder Gefährte trug einen Teil des Wissens in sich, wobei sich manches mit dem Wissen anderer überschnitt und manches nicht. Daher reisten einige der Schüler zu anderen islamischen Lehrzentren, um bei anderen Gefährten zu lernen, während andere bei ihren Lehrern blieben, bis diese starben.
Among the sahaabah who became the most noted for their ability to make tafseer of the Qur’aan are the following: The four Righteous Caliphs,27 the Prophet’s wife, ‘Aa’ishah bint Abee Bakr, Ibn Mas‘ood, Ibn ‘Abbaas, Ubayy ibn Ka‘b, Zayd ibn Thaabit, Aboo Moosaa al-Ash‘aree, ‘Abdullaah ibn az-Zubayr, Anas ibn Maalik, ‘Abdullaah ibn ‘Umar, Jaabir ibn ‘Abdullaah, and ‘Abdullaah ibn ‘Amr ibn al-‘Aas. 28 Within the space of twenty-five years after the Prophet’s death, the sahaabah carried Islaam to all corners of the known world, toppling in the process the great empires of Persia and Byzantine. Wherever the Muslim armies stopped their advance, some of the sahaabah would settle and begin teaching those who came into Islaam the recitation and interpretation of the Qur’aan. For this reason, the knowledge of tafseer spread throughout the Muslim realm, and centers of Qur’aanic learning sprung up everywhere. Among the people who gathered around the sahaabah were some outstanding individuals who remained their students and absorbed their knowledge. These students became known as taabi‘oon. Each sahaabee carried with him a portion of knowledge, some of which overlapped with that of others and some of which did not. Consequently, some of the students traveled to other Islaamic centers to study under other sahaabah, while others stayed with their teachers until their deaths.
21 Wörtlich: „Unser“. Das sogenannte „Pluralis Majestatis“ ist im Englischen kaum gebräuchlich, im arabischen Sprachgebrauch jedoch ein verbreitetes Merkmal, mit dem die Bedeutung des Sprechers hervorgehoben wird. Es ist meine übliche Praxis, dieses „Wir“ als „Ich“ wiederzugeben, da die wörtliche Übersetzung für deutschsprachige Leser häufig zu Verwirrung führt.
21 Literally, ‘Our.’ The ‘royal We’ is barely used in English, but it is a common feature of Arabic speech, used to indicate the importance of the speaker. It is my standard practice to translate this ‘We’ as ‘I,’ since the literal translation is a frequent cause of confusion for English speakers.
22 Sure al-Qiyāmah (75):17-19.
22 Soorah al-Qiyaamah (75):17-9.
Sure‚ Sura an-Nahl (16):44. Hmm, wait—that's not right. Let me give you the actual translation of the input text: **Sura an-Nahl (16):44**
23 Soorah an-Nahl (16):44.
24 Sure al-An'am (6):82. 25 Sure Luqmān (31):13.
24 Soorah al-An‘aam (6):82. 25 Soorah Luqmaan (31):13.
26 Sahih Muslim, Bd. 1, S. 72, Nr. 226.
26 Sahih Muslim, vol. 1, p. 72, no. 226.
27 Abū Bakr as-Siddīq, ʿUmar ibn al-Khattāb, ʿUthmān ibn ʿAffān und ʿAlī ibn Abī Tālib.
27 Aboo Bakr as-Siddeeq, ‘Umar ibn al-Khattaab, ‘Uthmaan ibn ‘Affaan, and ‘Alee ibn Abee Taalib.
28 Al-Itqaan fee ‘Uloom al-Qur’aan, Bd. 2, S. 239.
28 Al-Itqaan fee ‘Uloom al-Qur’aan, vol. 2, p. 239.