5.5 Zweifel an der koranischen Offenbarung
5.5 Doubts About Qur’aanic Wahy
Seit der Zeit des Propheten (ﷺ) bis heute wurden Versuche unternommen, Zweifel an der Echtheit des Qur’aan zu säen. Daher wäre eine Untersuchung der Offenbarung (wahy) unvollständig ohne einen Blick auf die Zweifel, die aufgeworfen wurden, sowie auf die Antworten, die darauf gegeben wurden.
Attempts to create doubts about the authenticity of the Qur’aan have been made from the time of the Prophet (ﷺ) until today. Hence, a study of wahy would be incomplete without a look at the doubts which have been raised, as well as the replies which have been given to them.
Die folgenden Einwände gegen den göttlichen Ursprung des Qur'āns sind die beiden am häufigsten vorgebrachten:
The following objections to the divine origin of the Qur’aan are the two most commonly raised:
(1) Der Koran war das Produkt der Intelligenz Muhammads ﷺ.
(1) The Qur’aan was the product of Muhammad’s intelligence.
(2) Muhammad (ﷺ) wurden die Geschichten des Qur’aan von jemand anderem beigebracht.
(2) Muhammad (ﷺ) was taught the stories of the Qur’aan by someone else.
Einige Kritiker behaupten, die Bedeutungen des Qur'an seien vom Propheten ﷺ erdacht und sein einzigartiger Stil von ihm ersonnen worden. Wäre eine solche Behauptung wahr, so würde das bedeuten, dass die Behauptung des Propheten ﷺ, der Qur'an sei offenbart worden, falsch wäre.
Some critics claim that the meanings of the Qur’aan were made up by the Prophet (ﷺ), and its unique style devised by him. If such a claim were true, it would mean that the Prophet’s claim that the Qur’aan was revealed was false.
Das heißt, der Prophet ﷺ hat seine Anhänger entweder wissentlich oder unwissentlich getäuscht.
That is, the Prophet (r) either knowingly or unknowingly deceived his followers.
Die milderen Kritiker behaupten, der Prophet (ﷺ) habe es gut gemeint, wie seine Biografie gezeigt habe, bei den „Offenbarungen“ habe es sich jedoch in Wirklichkeit um Wahnvorstellungen und Halluzinationen gehandelt, die ihn von Zeit zu Zeit heimgesucht hätten. Diese Behauptung ist historisch völlig unbelegt; die Klarheit und Kohärenz des Qur’aan könnten zudem nicht das Ergebnis des Geschwätzes eines Wahnsinnigen gewesen sein. Die weniger milden Kritiker behaupten, der Prophet (ﷺ) habe seine Anhänger getäuscht, um seine Führung über sie und schließlich über ganz Arabien fest zu etablieren. Hätte das Ziel des Propheten jedoch persönlicher Ruhm und Führungsanspruch gelautet, wäre es für ihn vorteilhafter gewesen, den Qur’aan als sein eigenes Werk auszugeben, denn seine heidnischen Feinde in Makkah hatten alle die Überlegenheit des Qur’aan über alle anderen literarischen Werke anerkannt und dem Propheten (ﷺ) die Königswürde über Makkah angeboten, wenn er nur aufhören würde, die Einheit Gottes zu predigen.
The kinder critics claim that the Prophet (ﷺ) was well-intentioned, as his biography has proven him to be, but the “revelations” were really delusions and hallucinations which afflicted him from time to time. This claim is totally unsubstantiated historically, and the clarity and coherence of the Qur’aan could not have been the result of a madman’s ramblings. The less kind critics claim that the Prophet (ﷺ) deceived his followers in order to firmly establish his leadership over them and eventually over the whole of Arabia. However, if the Prophet’s goal had been personal glory and leadership, it would have been more to his advantage to claim the Qur’aan for himself, since his enemies among the pagan Makkans had all conceded its superiority over all other literary works and had offered the Prophet (ﷺ) the position of kingship over Makkah if he would only stop preaching the unity of God.
Andere Kritiker des göttlichen Ursprungs des Qur'an behaupten, dass der Prophet (ﷺ)
Other critics of the Qur’aan’s divine origins claim that the Prophet (ﷺ)
er schrieb es Allah zu, um seinen Worten mehr Gewicht in den Herzen der Menschen zu verleihen und ihren Gehorsam ihm gegenüber zu steigern. Wäre dem so, hätte er sich jedoch nicht die Mühe gemacht, irgendeine seiner eigenen Aussagen sich selbst zuzuschreiben. Tatsächlich hat seine Zuschreibung von Aussagen an sich selbst die Verpflichtung seiner Anhänger, ihm zu gehorchen, in keiner Weise beeinträchtigt.
attributed it to Allaah in order to give more weight to his words in the minds of people and increase their obedience to him. But if that were the case, he would not have bothered to attribute any of his statements to himself. In fact, his attribution of statements to himself has not in any way affected the obligation of his followers to obey him.
Kritiken wie die zuvor erwähnten würden den Propheten ﷺ
Criticisms such as those previously mentioned would put the Prophet (ﷺ)
unter den weltlichen Führern, die ihre Anhänger täuschen, um Macht, Ansehen und die Annehmlichkeiten dieses Lebens zu erlangen. Die Lebensbeschreibung des Propheten hingegen, die bis ins kleinste Detail überliefert ist, beweist genau das Gegenteil. Anstelle von Täuschung und Korruption finden wir den Propheten ﷺ für seine Wahrhaftigkeit und Großzügigkeit bekannt, so sehr, dass er „al-Amin“ (der Vertrauenswürdige) genannt wurde. Er lebte sehr bescheiden, und wir finden, dass er starb, ohne Reichtum oder Schulden zu hinterlassen.
among worldly leaders who deceive their followers in order to achieve power, prestige, and the luxuries of this life. However, the Prophet’s biography, which has been recorded in the minutest of details, proves the exact opposite. Instead of deception and corruption, we find the Prophet (r) known for his truthfulness and generosity, so much so that he was named “ al-Ameen” (the Trustworthy). He lived very simply, and we find that he died without leaving any wealth or debts behind him.
Es ist außerdem darauf hinzuweisen, dass es im Qur'an zahlreiche Stellen gibt, an denen die Fehler des Propheten offen korrigiert wurden. Zum Beispiel, als der Prophet (ﷺ)
It should also be noted that there are many instances in the Qur’aan where the Prophet’s mistakes were openly corrected. For example, when the Prophet (ﷺ)
Er nahm Lösegeld für die Gefangenen von Badr,26 woraufhin folgender Vers offenbart wurde:
accepted ransom for the prisoners of Badr,26 the following verse was revealed:
Ein weiteres Beispiel ist, als der Prophet (ﷺ) ‘Abdullaah ibn Umm Maktoom abwies, der darum gebeten hatte, im Qur'an unterrichtet zu werden. Der Prophet (ﷺ) war eifrig mit einer Gruppe von Anführern der Quraisch beschäftigt, die er zum Islam rief. Da offenbarte Allah die folgenden Verse:
Another example is when the Prophet (ﷺ) brushed aside ‘Abdullaah ibn Umm Maktoom, who had asked that he be taught the Qur’aan. The Prophet (ﷺ) had been earnestly engaged with a group of Qurayshee leaders whom he was calling to Islaam. Allaah revealed the following verses:
„Er runzelte die Stirn und wandte sich ab, weil der Blinde zu ihm kam. Doch wer weiß, vielleicht hätte er sich gereinigt, oder er hätte sich ermahnen lassen und die Ermahnung hätte ihm genützt. Wer sich selbst für genügsam hält, dem widmest du dich, obwohl dir kein Vorwurf trifft, wenn er sich nicht läutert.“ 28
“He frowned and turned away because the blind man came to him. Yet for all you knew he might have grown in purity or been reminded and benefited from the reminder. As for him who regards himself as self-sufficient, you attend to him, though you are not to blame if he does not become purified.” 28
Dass der Prophet (ﷺ) solche geringfügigen Fehler offenlegte, die für die Menschen um ihn herum kaum wahrnehmbar waren, lag gewiss nicht in seinem Vorteil, wenn seine Ziele Macht und Ansehen gewesen wären.
For the Prophet (ﷺ) to expose such minor errors which were imperceptible to those around him was certainly not to his advantage if his goals were power and prestige.
Andere Kritiker haben behauptet, der Prophet (r) habe das im Qur'an enthaltene Wissen aus christlichen oder jüdischen Quellen erlernt. Es gibt einen Bericht, über dessen Authentizität die Gelehrten der Hadith-Wissenschaft uneins sind, wonach der Prophet ﷺ als Knabe mit seinem Onkel und Vormund Abū Ṭālib nach Syrien reiste und auf dem Weg einem christlichen Mönch namens Buhayrā begegnete.29 Es besteht kein Zweifel daran, dass der Prophet Muhammad ﷺ nach Beginn der Offenbarung von seiner Frau Khadīğa ihrem Cousin Waraqa ibn Nawfal vorgestellt wurde, der dafür bekannt war, die Tora und die Evangelien zu kennen. Außerdem ist bekannt, dass der Prophet ﷺ nach seiner Auswanderung von Makka nach Madīna jüdischen und christlichen Gelehrten begegnet ist.30
Other critics have claimed that the Prophet (r) learned the knowledge contained in the Qur’aan from Christian or Jewish sources. There is a report, about whose authenticity the scholars of hadeeth are divided, that the Prophet (ﷺ), while still a boy, travelled to Syria with his uncle and guardian Aboo Taalib, and on the way met a Christian monk, Buhayraa.29 There is no dispute that after the beginning of revelation, Prophet Muhammad (ﷺ) was introduced by his wife Khadeejah to her cousin Waraqah ibn Nawfal, who was known to have knowledge of the Torah and Gospels. The Prophet (ﷺ) is also known to have met Jewish and Christian scholars after his migration from Makkah to Madeenah.30
Doch seine Begegnung mit dem Mönch war kurz, und alles, was sich dabei ereignete, war die Prophezeiung des Mönchs an den Onkel des Propheten, Abu Talib, über das bevorstehende Prophetentum seines Neffen. Was Waraqah ibn Nawfal betrifft, so bestätigte er lediglich, dass das, was dem Propheten ﷺ offenbart wurde, von derselben Quelle kam wie die Offenbarungen der früheren Propheten. Es gibt keine Überlieferung, dass der Prophet ﷺ bei ihm studiert hätte, und Waraqah starb kurz nach diesem Vorfall. In Madinah pflegten die Christen und die Juden mit dem Propheten ﷺ zu debattieren und ihm Fragen zu stellen; viele der medinensischen Verse beantworteten ihre Fragen.31 Sie stellten ihm Fragen, um sein Prophetentum zu widerlegen, und er antwortete mit dem Qur'an. Es gibt keine historische Überlieferung, dass jemand den Propheten ﷺ unterrichtet hätte. Manche behaupten jedoch, Haddad, der Römer, sei sein Lehrer gewesen; doch diese Behauptung ist offensichtlich falsch, denn die Mekkaner hielten Haddad nicht für gelehrt, und er war auch nicht frei, zu unterrichten. Er war dafür bekannt, vollständig als Schmied beschäftigt zu sein, und es war bekannt, dass er ein Fremder war, der kaum Arabisch sprechen konnte.32 Die Araber zur Zeit des Propheten ﷺ waren sehr darauf bedacht, den Qur'an zu diskreditieren, doch sie waren nicht in der Lage, dies zu tun. Wenn es einen heimlichen Lehrer gegeben hätte, wäre er zu jener Zeit sicherlich entlarvt worden.
In jüngster Zeit wurde ein Großteil der Geschichten des Qur'aans, die weder in der Tora noch in den Evangelien vorkommen oder ihnen widersprechen, auf apokryphe33 Bücher der Christen und Juden zurückgeführt.34 Dies wurde als Beweis dafür angeführt, dass der Prophet (ﷺ) die Bücher der Christen und Juden studiert habe. Die Zahl der obskuren Bücher, auf die die Geschichten des Qur'aans zurückgeführt wurden, ist jedoch groß, und die Sprachen dieser Bücher reichen vom Amharischen über Syrisch und Hebräisch bis hin zum Griechischen.35 Folglich hätte der Prophet (ﷺ), der weder lesen noch schreiben konnte, den Großteil seiner Zeit damit verbringen müssen, fremde Sprachen zu studieren, im gesamten Nahen Osten nach den Büchern zu suchen und sie eingehend zu studieren. Somit bestätigt selbst die neueste kritische Forschung lediglich den göttlichen Ursprung des Qur'aans.
Recently, most of the Qur’aanic stories that do not occur in the Torah or Gospels, or which contradict them, have been traced to apocryphal33 books of the Christians and Jews.34 This has been cited as proof that the Prophet (ﷺ) studied the books of the Christians and the Jews. However, the number of obscure books to which the Qur’aanic stories have been traced is great, and the languages of these books vary between Amharic, Syriac, Hebrew and Greek.35 Consequently, the Prophet (ﷺ), who could not read or write, would have had to spend most of his time studying foreign languages, searching all over the Middle East for the books and studying them in depth. Thus, even the most recent of critical research only further confirms the divine origin of the Qur’aan.
26 Die erste große Schlacht gegen die Bewohner von Makkah. Sie ereignete sich ein Jahr nach der Auswanderung nach Madeenah.
26 The first major battle fought against the people of Makkah. It occurred one year after the migration to Madeenah.
27 Sūrat al-Anfāl (8):67-68.
27 Soorah al-Anfaal (8):67-68.
28 Sure ʿAbasa (80):1-7.
28 Soorah ‘Abasa (80):1-7.
29 Überliefert von at-Tirmidhī. Ibn Kathīr, adh-Dhahabī und Ibn Sayyid an-Nās lehnten den Bericht ab, obwohl seine Überlieferer nicht schwächer als ṣadūq sind, wegen bestimmter historischer Ungenauigkeiten im Text. Al-Albānī hat ihn in Ṣaḥīḥ Sunan at-Tirmidhī, Bd. 3, S. 191, Nr. 2862 als authentisch bewertet. Siehe ar-Raḥīq al-Makhtūm, S. 60–61.
29 Reported by at-Tirmithee. Ibn Katheer, ath-Thahabee and Ibn Seed an-Naas rejected the report, whose narrators are not less than sadooq, due to certain historical inaccuracies in the text. AlAlbaanee authenticated it in Saheeh Sunan at-Tirmithee, vol. 3, p.191, no. 2862. See ar-Raheeq al-Makhtum, p.60-1.
30 Siehe Sahih Al-Bukhari, Bd. 1, S. 2–4, Nr. 3, Bd. 5, S. 189–91, Nr. 275, und Bd. 5, S. 469–70, Nr. 663.
30 See Sahih Al-Bukhari, vol. 1, pp. 2-4, no. 3, vol. 5, pp. 189-91, no. 275, and vol. 5, pp. 469-70, no. 663.
31 Siehe Sahih Al-Bukhari, Bd. 6, S. 63-4, Nr. 79, und S. 207, Nr. 245.
31 See Sahih Al-Bukhari, vol. 6, pp. 63-4, no. 79, and p. 207, no. 245.
Siehe Tafsir Ibn Kathir, Bd. 2, S. 208, der Kommentar zu 16:103.
32 See Tafseer Ibn Katheer, vol. 2, p. 208, the commentary on 16:103.
Die Apokryphen sind vierzehn Bücher der Septuaginta (einer griechischen Übersetzung des Alten Testaments).
33 The Apocrypha are fourteen books of the Septuagint (a Greek translation of the Old Testament)
in Protestantismus und Judentum abgelehnt; elf davon stehen in der römisch-katholischen Bibel. Andere altchristliche Texte, verfasst von Sekten, die mit der katholischen Kirche im Streit lagen, wie jene, die in Nag Hammadi in Ägypten gefunden wurden, sind erst in der letzten halben Jahrhundert entdeckt worden.
rejected in Protestantism and Judaism; eleven are in the Roman Catholic bible. Other ancient Christian texts written by sects at odds with the Catholic church, such as those found at Nag Hammadi, Egypt, have been discovered only in the last half century.
34 Introducing Islam, S. 30-1.
34 Introducing Islam, pp. 30-1.
35 Siehe Concise Encyclopaedia of Islam, S. 229, und Encyclopaedia Britannica, Bd. 22, S. 9.
35 See Concise Encyclopaedia of Islam, p. 229, and Encyclopaedia Britannica, vol. 22, p. 9.
Detaillierte Anschuldigungen finden sich in Robert Moreys Buch „Islamic Invasion“, dessen Teile im Internet auszugsweise veröffentlicht sind: http://members.aol.com/kingcome/cults/islam.htm. (Eine vernichtende Widerlegung von Moreys Mondgott-Theorie, in der seine irreführende Zitierung der Quellen dokumentiert wird, hat Shabbir Ali verfasst.)
Detailed charges can be found in Robert Morey’s book, Islamic Invasion, portions of which are excerpted on the internet: http://members.aol.com/kingcome/cults/islam.htm. (A devastating rebuttal of Morey’s Moon God theory, documenting his deceitful quotation of source material, has been written by Shabbir Ali.)