3.1 Arten der Übersetzung
3.1 Types Of Translation
Der Qur’an ist mehr als die Summe seiner Wörter, grammatischen Konstruktionen, Stilfiguren, Rhythmen und Reime. Er ist eine Botschaft, eine direkte Mitteilung Gottes an den Menschen, und er ist ein bleibendes, unnachahmliches literarisches Wunder. Weder die Araber der Vergangenheit noch die der Gegenwart waren in der Lage, der offenen Herausforderung gerecht zu werden, die in dem Vers knapp zum Ausdruck kommt:
The Qur’aan is more than the sum total of its words, grammatical constructions, figures of speech, rhythms, and rhymes. It is a message, a direct communication between God and man, and it is a permanent inimitable literary miracle. Neither the Arabs of the past nor the present were able to meet the open challenge concisely expressed in the verse:
„Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Ich Meinem Diener offenbart habe, so bringt eine einzige Sure hervor, die dem gleicht.“ 23
“And if you all are in doubt about what I have revealed to My servant, produce a single soorah like it.” 23
Und der Vers:
and the verse:
„Oder sagen sie: »Er hat ihn erfunden«? Sprich: »So bringt denn eine einzige Sure wie diese hervor.«“ 24
“Or do they say that he has invented it? Say to them, ‘Produce a single soorah like it.’ ” 24
Der Qur'an kann nicht übersetzt werden; jeder Versuch dazu ist Torheit. Arabische grammatische Konstruktionen, Stilfiguren, Reim und Rhythmus lassen sich nicht in einer anderen Sprache als dem Arabischen wiedergeben. Außerdem geht in der Übersetzung die unnachahmliche Qualität des Qur'an verloren, und seine Herausforderung wird bedeutungslos, denn kein Übersetzer, so groß seine literarischen Fähigkeiten auch sein mögen, kann Unnachahmlichkeit für sich beanspruchen. Der Qur'an kann nicht wörtlich übersetzt werden, weil arabische Wörter oft mehr als eine wörtliche Bedeutung haben, ganz abgesehen von ihren übertragenen Bedeutungen. Und viele arabische Konstruktionen enthalten feine Bedeutungsnuancen, die sich in einer anderen Sprache nicht ausdrücken lassen. Keine Übersetzung kann als Gottes Wort bezeichnet oder angesehen werden. Gottes Wort ist der arabische Qur'an, wie Er selbst sagte,
The Qur’aan cannot be translated; any attempt to do so is folly. Arabic grammatical constructions, figures of speech, rhyme, and rhythm cannot be expressed in other than Arabic. Besides, in translation the Qur’aan’s inimitable quality is lost and its challenge becomes meaningless, for no translator, no matter how great his literary skills are, can claim inimitability. The Qur’aan cannot be literally translated because Arabic words often have more than one literal meaning, not to mention their figurative meanings. And, many Arabic constructions contain subtle shades of meanings which cannot be expressed in another language. No translation can be called or considered to be God’s word. God’s word is the Arabic Qur’aan, as He Himself said,
„Wahrlich, Ich habe es als arabischen Qur'an offenbart." 25
“Verily, I revealed it as an Arabic Qur’aan.” 25
Versuche, den Zauber des Qur'an in freien oder losen Übersetzungen einzufangen, sind ebenfalls anmaßend, irreführend und zum Scheitern verurteilt. „Die unnachahmliche Symphonie, deren bloße Klänge Menschen zu Tränen und Verzückung bewegen“ 26 existiert nur im Arabischen.
Attempts to catch the charm of the Qur’aan in loose or free translations are also presumptuous, misleading, and doomed to failure. “The inimitable symphony, the very sounds of which move men to tears and ecstasy” 26 exists only in the Arabic.
Jeder noch so große Erfolg wird Leser nur glauben machen, sie erlebten den Qur'an, während sie in Wirklichkeit die Gefühle des Übersetzers und seine literarischen Fähigkeiten erleben. Selbst Behauptungen, es handle sich um Übersetzungen der Bedeutungen des Qur'an, sind falsch, denn der Verfasser solcher Übersetzungen wählt die Bedeutungen, die ihm bei arabischen Wörtern mit mehr als einer Bedeutung sowie bei Wörtern ohne nichtarabisches Äquivalent passend erscheinen. Er wählt auch zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung und übersetzt jene, die er für angemessen hält. Alle Übersetzungen sind in Wahrheit Tafsire, die einen genauer als andere.
Any degree of success will only dupe readers into thinking that they are experiencing the Qur’aan, whereas in reality, they are experiencing the feelings of the translator and his literary skills. Even claims to translations of the Qur’aan’s meanings are false because the author of such translations chooses meanings which he feels are appropriate in the case of Arabic words which have more than one meaning and words which have no non-Arabic equivalent. He also chooses between literal and figurative meanings and translates the one which he considers appropriate. All translations are in fact tafseers, some more accurate than others.
Die meisten Übersetzungen nennen in ihren Vorworten die Namen der klassischen Tafsire und Wörterbücher, auf die sie sich stützen. Das mag wie ein sehr feiner Unterschied erscheinen, doch wenn man es anders ausdrückte, wäre der Unterschied vielleicht offensichtlicher. Der Mufassir spricht erklärend, als wolle er sagen: „Das ist es, was ich aus dem Vers verstehe.“ Der Übersetzer spricht, als habe er die Bedeutung des Verses vollständig erfasst und übersetze sie, als wolle er sagen: „Das ist es, was der Vers bedeutet.“ Der Unterschied zwischen beiden Herangehensweisen ist ganz erheblich. Daher sollten Übersetzer in ihren Vorworten und Titeln betonen, dass es sich um ihr persönliches Verständnis des Qur'ān handelt. Vielleicht wäre der beste Ansatz für einen Übersetzer, einfach den Grundtext der klassischen Tafsire zu übersetzen und mittels Fußnoten andere mögliche Bedeutungen sowie gegebenenfalls den Kontext der Textstellen zu erläutern.
Most translations list in their forewords the names of the classical tafseers and lexicons on which they relied. This may seem to be a very fine point, but if it were put in another way perhaps the difference would be more obvious. The mufassir speaks in an explanatory way as if to say: “This is what I understand from the verse.” The translator speaks as if he has completely understood the verse’s meaning and translated it as if to say: “This is what the verse means.” The difference between the two approaches is quite vast. Hence, translators should emphasize in their prefaces and titles the fact that this is their personal understanding of the Qur’aan. Perhaps the best approach for a translator would be to simply translate the basic text of the classical tafseers using footnotes to explain other possible meanings and the context of the passages where necessary.