15.2 Der Gehorsam gegenüber dem muslimischen Herrscher, der mit dem Islam regiert, ist verpflichtend
15.2 Obedience to the Muslim ruler who governs with Islam is compulsory
Der Gehorsam gegenüber dem muslimischen Herrscher ist für die Muslime verpflichtend, sofern er die Gesetze des Islam in seiner Regierung umsetzt, selbst wenn er Unrecht begangen oder Rechte vorenthalten hat, solange er nicht zu einer Tat des Ungehorsams (gegenüber Allah) befiehlt und solange er keine offenkundige Form des Unglaubens (Kufr Bawah) zeigt.
Obedience is compulsory upon Muslims for the Muslim ruler who implements the laws of Islam in his ruling, even if He did wrong or withheld the rights, as long as He does not order an act of disobedience (to Allah) and as long as He does not show an act of flagrant disbelief (Kufr Bawah)
Die Belege für die Pflicht zum Gehorsam gegenüber dem Herrscher finden sich in den Heiligen Versen und in den dazugehörigen Ahadith. Allah (SWT) sagt: „O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen unter euch, die die Befehlsgewalt innehaben.“ [TMQ An-Nisa’: 59]
Evidence about the obligation of obedience to the ruler is manifested in the Holy verses and the related Ahadith. Allah (swt) says; “O you who believe obey Allah and obey the Messenger and those in authority from amongst you.” [TMQ An-Nisa’: 59]
Al-Buchari überlieferte auf die Autorität von Abu Salama Ibn ʿAbdur-Rahman, dass er Abu Hurayra sagen hörte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Wer mir gehorcht, ist, als hätte er Allah gehorcht, und wer mir ungehorsam ist, ist, als wäre er Allah ungehorsam gewesen. Und wer meinem Ameer gehorcht, ist, als hätte er mir gehorcht, und wer meinem Ameer ungehorsam ist, ist, als wäre er mir ungehorsam gewesen.‘“ In einer anderen Überlieferung wird berichtet, dass er ﷺ sagte: „Wer dem Ameer gehorcht, ist, als hätte er mir gehorcht.“ Al-Buchari überlieferte von Anas Ibn Malik, der sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Ihr müsst hören und gehorchen, selbst wenn euch ein abessinischer Sklave mit Haaren wie Rosinen als Herrscher eingesetzt wird.‘“ Muslim überlieferte von ʿAmr Ibn al-ʿAs, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer einem Imam die Bai‘a gibt, indem er ihm die Hand reicht und die Frucht seines Herzens, so soll er ihm gehorchen, solange er dazu imstande ist. Und wenn ein anderer kommt, um ihm die Herrschaft streitig zu machen, so schlagt diesem den Hals ab.“ Dies sind klare Belege dafür, dass Gehorsam verpflichtend ist, denn Allah (swt) hat den Gehorsam gegenüber den Machthabenden, dem Ameer und dem Imam befohlen. Dieser Befehl ist mit einer Qarina (Anzeichen) verbunden, die ihn eindeutig macht: Der Gesandte Allahs ﷺ betrachtete den Ungehorsam gegenüber dem Ameer als Ungehorsam gegenüber dem Gesandten ﷺ und gegenüber Allah (pbuh). Er ﷺ betonte den Gehorsam selbst dann, wenn der Herrscher ein abessinischer Sklave wäre. All dies dient als Qara’in (Anzeichen), dass der Befehl bindend ist, somit ist der Gehorsam gegenüber dem Herrscher verpflichtend.
Al- Bukhari reported on the authority of Abu Salama Ibnu ‘Abdul Rahman that He heard Abu Hurayra say; “The Messenger of Allah (pbuh) said; ‘whoever obeyed me is as if He had obeyed Allah, and whoever disobeyed me is as if He had disobeyed Allah. And whoever obeyed my Ameer is as if He had obeyed me and whoever disobeyed my Ameer is as if He had disobeyed me.’” In another narration He was reported to have said; “Whoever obeyed the Ameer is as if He had obeyed me.” Al- Bukhari narrated from Anas Ibnu Malik, who said; “The Messenger of Allah (pbuh) said; ‘You must hear and obey, even if it were appointed upon you an Abyssinian slave whose hair is like a raisin.’” Muslim narrated from ‘Amru bin Al-’Ass, that the Messenger of Allah (pbuh) said; “Whosoever gave his Bay’ah to an Imam giving Him the clasp of his hand and the fruit of his heart let Him obey Him as long as He can, and if another comes to dispute with Him you must strike the neck of the latter.” These are clear evidences that obedience is obligatory, for Allah (swt) has ordered the obedience to the people in authority, to the Ameer and to the Imam. This order has been associated with a Qareenah (indication), that it is decisive by the fact that the Messenger of Allah (pbuh) considered the disobedience of the Ameer as disobedience to the Messenger (pbuh) and to Allah (pbuh). He (pbuh) emphasised obedience even if the ruler was an Abyssinian slave. All these serve as Qaraa’in (indications) that the order is decisive, thus the obedience of the ruler is obligatory.
Der Gehorsam ist uneingeschränkt gekommen, weder auf einen bestimmten Herrscher noch auf bestimmte Angelegenheiten beschränkt. Es ist daher verpflichtend, jedem muslimischen Herrscher zu gehorchen, selbst wenn er ein Unrecht begeht, ein Rebell ist oder das Vermögen der Menschen ungerechtfertigt verschwendet. Sein Gehorsam ist verpflichtend, denn die Belege sind uneingeschränkt gekommen und sollen es auch bleiben.
The obedience has come unrestricted, not confined to a certain ruler nor to certain issues. It is therefore obligatory to obey any Muslim ruler, even if He were a wrongdoer, a rebel, or unjustly squandering people’s wealth. His obedience is obligatory, for the evidences have come unrestricted, and should remain so.
Es werden jedoch einige Ahadith überliefert, die darauf hinweisen, dass der Gehorsam gegenüber dem Herrscher verpflichtend ist, selbst wenn der Herrscher Unrecht begeht und selbst wenn er ein Tyrann wäre. Al-Bukhari überlieferte von ʿAbdullah, der sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte zu uns:
Some Ahadith have however been reported indicating that obedience to the ruler is obligatory even if the ruler did wrong, and even if He were a tyrant. Al- Bukhari narrated from ‘Abdullah, who said; “The Messenger of Allah (pbuh) said to us:
„Ihr werdet nach mir Eigennutz und Dinge erleben, die ihr missbilligen werdet.“ Sie fragten: „Was befiehlst du uns, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Gebt ihnen ihr Recht und bittet Allah um euer Recht.“ Al-Bukhari überlieferte ferner auf die Autorität von Abu Raja’a von Ibn ‘Abbas, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer an seinem Ameer etwas sieht, das ihm missfällt, der soll geduldig bleiben, denn wahrlich, wer sich von der Dschama’a (Gemeinschaft) auch nur um eine Handspanne trennt und in diesem Zustand stirbt, der stirbt den Tod der Dschahiliyya.“ Diese Ahadith sind eindeutig hinsichtlich der Pflicht, dem Herrscher zu gehorchen, was immer er auch tut. Der Gesandte Allahs ﷺ hat dies sehr nachdrücklich betont, denn Muslim überlieferte von Nafi’ auf die Autorität von ‘Abdullah Ibn ‘Umar, der sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs ﷺ sagen:“
‘You shall witness after me selfishness and matters which you will disown.’ They said; ‘What do you order us, O Messenger of Allah?’ He said; ‘Give them their due right and ask Allah for your due right’.” Al-Bukhari also reported on the authority of Abu Raja’a from Ibnu ‘Abbas that the Messenger of Allah (pbuh) said; “If anyone sees in his Ameer something that displeases Him let Him remain patient, for behold! He who separates himself from the Jama’a (community) by even so much as a hand span and dies thereupon, He would have died the death of Jahiliyyah.” These Ahadith are explicit regarding the obligation of obeying the ruler whatever He does. The Messenger of Allah (pbuh) stressed this very strongly, for Muslim narrated from Nafi’ on the authority of ‘Abdullah Ibnu ‘Umar, who said; “I heard the Messenger of Allah (pbuh) say:
„Wer seine Hand von der Gehorsamkeit gegenüber dem Emir zurückzieht, wird am Tag des Gerichts, wenn er Allah begegnet, keinen Beweis für sich haben, und wer stirbt, ohne einen Treueid (Bay’ah) auf seinem Hals zu haben, stirbt den Tod der Dschahiliyya.“ Im Hadith von Ibn ‘Umar, überliefert von Al-Hakim, sagte der Gesandte Allahs ﷺ: „Wer die Dschamâ‘a auch nur um eine Handspanne verlässt, hat das Band des Islam von seinem Hals gelöst, bis er zurückkehrt. Und wer stirbt, während kein Imam der Dschamâ‘a über ihn herrscht, dessen Tod wird der Tod der Tage der Dschahiliyya sein.“ Es ist daher verboten, dem Herrscher zu widersprechen, was auch immer er tut.
‘Whoever withdraws his hand from obedience to the Ameer will find no proof for himself when He meets Allah on the Day of Judgement, and whoever dies without having an oath of allegiance (Bay’ah) on his neck He would die the death of Jahiliyyah.’” The Hadith of Ibnu ‘Umar as reported by Al-Hakim states that the Messenger of Allah (pbuh) said; “He who abandons the Jama’a by even so much as a hand span is as if He has taken the knot of Islam off his neck, until He returns. And whoever dies while there was no Imam of Jama’a ruling over him, his death would be that of the days of Jahiliyyah.” It is thus forbidden to disobey the ruler whatever He does.
Es ist nicht erlaubt, dem Herrscher ungehorsam zu sein, was auch immer er getan hat, noch gegen ihn aufzubegehren oder gegen ihn zu kämpfen, was auch immer von ihm ausgeht. Al-Bukhari überlieferte von ‘Abdullah bin ‘Umar, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer gegen uns die Waffen erhebt, gehört nicht zu uns.“ Mit dem Herrscher soll man nicht über die Autorität streiten, aus welchem Grund auch immer, außer in dem Fall, der durch einen Text festgelegt ist, nämlich dem offensichtlichen offenkundigen Unglauben.
It is not allowed to disobey the ruler whatever He did, nor to rebel against Him or fight him, whatever happened from him. Al-Bukhari narrated from ‘Abdullah bin ‘Umar that the Messenger of Allah (pbuh) said; “He who takes up arms against us is not one of us.” The ruler should not be disputed with over the authority whatever is the reason, except for what has been stated by a text, which is the appearance of the flagrant disbelief.
Das Verbot, gegen die Herrscher zu kämpfen, ist ebenfalls eindeutig, selbst wenn sie Munkar begehen. Denn Muslim überliefert auf die Autorität von Umm Salama, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Es werden Emire über euch eingesetzt werden. Ihr werdet einiges von dem anerkennen, was sie tun, und manches werdet ihr verwerfen. Wer es anerkennt, ist frei von Schuld. Wer es missbilligt, ist in Sicherheit, wer aber zustimmt und ihnen folgt, (der ist dem Verderben verfallen).“ Sie sagten: „Sollen wir nicht gegen sie kämpfen?“ Er ﷺ antwortete: „Nein, solange sie beten.“ In einem Hadith, den Muslim von ‘Awf bin Malik überliefert, heißt es: „... Es wurde gesagt: ‚O Gesandter Allahs ﷺ, sollen wir nicht gegen sie kämpfen?‘ Er sagte: ‚Nein, solange sie unter euch das Gebet verrichten.‘“ Außerdem findet sich in der Überlieferung von ‘Ubadah Ibnus-Samit bezüglich des Bai‘ah, wie sie Muslim überliefert, Folgendes:
The prohibition of fighting against the rulers is also explicit, even if they committed Munkar. For Muslim reported on the authority of Umm Salama that the Messenger of Allah (pbuh) said; “‘Ameers will be appointed over you, you will recognise some of what they do and you will disown some. Whoever recognised He is absolved from blame.Whoever disapproved (of their bad deeds) He is safe, but whoever consented and followed them (he is doomed.)’ They said; ‘Should we not fight against them?’ He (pbuh) replied: ‘No, as long as they prayed.’” In a Hadith reported by Muslim from ‘Awf bin Malik “... It was said; “‘O Messenger of Allah? Should we not fight against them?’ He said; ‘No, as long as they established prayer amongst you.’” Additionally in the narration of ‘Ubadah Ibnus-Samit regarding the Bay’ah as reported by Muslim:
„Und ihr sollt nicht mit den Machthabern streiten, es sei denn, ihr seht einen offenkundigen Akt des Unglaubens, für den ihr einen Beweis von Allah habt.“ All dies sind eindeutige Texte, die die Auflehnung gegen den Herrscher, den Kampf gegen ihn und den Streit mit ihm um die Herrschaft untersagen. Darüber hinaus gibt es Ahadith, die die Pflicht zum Gehorsam gegenüber dem Herrscher anzeigen, ganz gleich, wie tyrannisch er ist und wie viele Übel er begeht. Alle diese Ahadith ermahnen zu uneingeschränktem Gehorsam gegenüber dem Herrscher und fordern ihn. Die uneingeschränkten Ayat und Ahadith, die das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten – sogar mit der Hand – befehlen, gelten nicht für den Herrscher, denn die Ahadith haben dies spezifiziert und den Herrscher ausgenommen, wie zuvor erwähnt. Der Gehorsam gegenüber dem Herrscher ist daher allgemein und uneingeschränkt, außer dort, wo es ausdrücklich erwähnt wird.
“And you should not dispute with the people in authority unless you witness a flagrant act of disbelief upon which you have a proof from Allah.” All these are explicit texts that prohibit the rebellion against the ruler, fighting against Him and disputing with Him over the authority. In addition, there are Ahadith that indicate the obligation of obeying the ruler no matter how much of a tyrant He is, and no matter how many evils He commits. All these Ahadith exhort and demand total obedience to the ruler. The unrestricted Ayaat and Ahadith that command the enjoining of Ma’ruf and the forbidding of Munkar even by hand do not apply to the ruler, because the Ahadith has specified this and excluded the ruler as mentioned earlier. The obedience of the ruler therefore, is general and unrestricted except where it is mentioned.