4.14 Die dem Muslimen eingeräumte Frist zur Ernennung eines Khalifen
4.14 The time limit given to the Muslims to appoint a Khaleefah
Die dem Muslimen eingeräumte Frist zur Ernennung eines Khalifen beträgt drei Tage einschließlich ihrer Nächte. Es ist einem Muslim verboten, mehr als drei Nächte zu verbringen, ohne eine Bay'ah auf seinem Hals zu haben. Dass die Frist höchstens drei Nächte beträgt, hat seinen Grund darin, dass die Ernennung eines Khalifen in dem Moment Pflicht wird, in dem der bisherige Khalife stirbt oder abgesetzt wird. Es ist jedoch erlaubt, die Ernennung so lange aufzuschieben, wie sich die Muslimen drei Tage einschließlich ihrer Nächte mit der anstehenden Aufgabe beschäftigen. Überschreitet die Frist drei Nächte und ist bis dahin kein Khalife ernannt, so ist die Angelegenheit zu prüfen: Haben sich die Muslime um die Ernennung eines Khalifen bemüht und sind es nicht innerhalb von drei Nächten gelungen, weil zwingende Gründe außerhalb ihrer Kontrolle und Möglichkeiten lagen, so fällt die Sünde von ihrem Hals. Denn sie haben sich in ihrer Aufgabe darum bemüht, diese Pflicht zu erfüllen, und wurden gegen ihren Willen gezwungen, die Ausführung dieser Pflicht hinauszuzögern. Ibn Habban und Ibn Majah überlieferten von Ibn 'Abbas, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
The time limit allowed for the Muslims to appoint a Khaleefah is three days, including their nights. It is forbidden for a Muslim to spend more than three nights without having a Bay’ah on his neck. As for allowing a maximum of three nights, this is because appointing a Khaleefah becomes compulsory from the very moment the former Khaleefah dies or is removed. However, it is allowed to delay the appointment as long as the Muslims are involved with the task at hand for three days, including their nights. If the limit exceeds three nights and a Khaleefah is not appointed by that time the matter should be examined: If the Muslims were involved in the appointment of a Khaleefah and failed to do so within three nights for compelling reasons beyond their control and ability, then the sin would fall from their necks. This is because they were endeavouring in their task to perform this duty and were compelled against their will to delay the execution of that duty. Ibn Habban and Ibn Majah narrated from Ibn ‘Abbas, He said: “The Messenger of Allah (pbuh) said,
„Allah hat meiner Umma den Fehler, das Vergessen und das, wozu sie gezwungen wurden, vergeben.“ Wenn sie aber an der Aufgabe nicht beteiligt waren, wären sie alle sündig, bis ein Khalif eingesetzt wird. Erst dann würde die Sünde von ihren Schultern fallen. Die Sünde jedoch, die sie begangen haben, indem sie die Pflicht zur Einsetzung eines Khalifen vernachlässigten, fällt nicht von ihnen ab. Sie bleibt vielmehr bestehen, und Allah (swt) würde sie dafür bestrafen, wie Er jede Sünde bestraft, die ein Muslim begeht, indem er eine Pflicht nicht erfüllt.
‘Allah had forgiven my Ummah for the mistake and forgetfulness and that which they were compelled to do.’” But if they were not involved in the task, they would all be sinful until such time that a Khaleefah was appointed. Only then would the sin fall from their necks. As for the sin they had committed by neglecting the duty of appointing a Khaleefah this would not fall from them. It rather remains, and Allah (swt) would punish them as He would punish for any sin committed by a Muslim for not performing a duty.
Als Beleg für die Pflicht, sich unverzüglich an der Bay'ah an den Khalifen zu beteiligen, sobald das Amt des Khilafah vakant wird, dient, dass die Sahaba dies im Saqifah der Bani Sa'idah nach dem Tod des Gesandten Allahs ﷺ unternahmen, am selben Tag und noch vor seiner Bestattung. Die Bay'ah des Vertrags an Abu Bakr fand am selben Tag statt, und am darauffolgenden Tag versammelten sie die Menschen in der Moschee, um Abu Bakr die Bay'ah des Gehorsams zu leisten.
As for the evidence of the obligation of the immediate involvement in the Bay’ah of the Khaleefah once the post of Khilafah becomes vacant is that the Sahabah had undertook that in the Saqeefah of Bani Saa’idah after the death of the Messenger (pbuh), in the same day and before his burial. The Bay’ah of cotract to Abu Bakr took place in the same day, and then in the next day, they gathered the people in the Masjid to give Abu Bakr the Bay’ah of obedience.
Was die Frist von drei Tagen und zwei Nächten betrifft, die Muslimen zur Bestimmung des Khalifen gewährt wird, so verhält es sich folgendermaßen: Als ʿUmar spürte, dass sein Tod nahe bevorstand, übertrug er den Leuten der Shura die Aufgabe, einen Khalifen zu bestimmen, und setzte ihnen eine Frist von drei Tagen. Zugleich wies er sie an, jeden zu töten, der sich der Gruppe widersetzte, sobald die drei Tage verstrichen waren. Die Ausführung dieser Anweisung, also die Tötung desjenigen, der möglicherweise widersprechen würde, übertrug er fünfzig Personen aus den Muslimen, obwohl die Gruppe aus den Leuten der Shura und den vornehmsten Sahabah bestand. Dies geschah in Anwesenheit der Sahabah, und niemand hat dieser Anweisung widersprochen oder sie verurteilt. Daraus wurde ein allgemeiner Konsens der Sahabah, der besagt, dass es Muslimen verboten ist, länger als drei Tage einschließlich ihrer Nächte ohne Khalifen zu bleiben. Der Konsens der Sahabah ist ein scharʿi-scher Beweis, ebenso wie das Buch und die Sunnah.
With regards to the time limit of three days and two nights which Muslims are given to appoint the Khaleefah, this is because when ‘Umar felt that his death was imminent He delegated the people of the Shura to appoint a Khaleefah giving them a time limit of three days and instructing them to kill anyone who disagreed with the group once the three days had lapsed. He assigned the execution of such instruction, i.e. killing the one who might disagree, to fifty people from the Muslims despite the fact that the group was of the Shura people and the senior Sahabah. This took place in the presence of the Sahabah and no one has objected or condemned such instruction. This became a general consensus of the Sahabah stating that it is forbidden for Muslims to remain without a Khaleefah for more than three days including their nights. The consensus of the Sahabah is Shar’ai evidence just like the Book and the Sunnah.
Al-Bukhari überlieferte von Al-Miswar ibn Makhrama, er habe gesagt: „Abdur Rahman ibn ‘Awf klopfte nachts nach einem Schlaf an meine Tür, und er klopfte so lange an die Tür, bis ich erwachte. Er sagte: ‚Ich sehe, du schläfst. Bei Allah, in diesen drei (Nächten) konnte ich nicht genug schlafen.‘ Als die Leute das Subh-Gebet verrichteten, war die Bay’ah abgeschlossen.“
Al-Bukhari reported from Al-Miswar ibn Makhrama, He said; “Abdur Rahman ibn ‘Awf knocked at my door after a slumber in the night, so He knocked on the door till I awoke. He said; ‘I see you sleeping. By Allah, I did not enjoy (was not able to have) enough sleep in these three (nights).’ When the people prayed the Subh, the Bay’ah was concluded.”