4.12 Thronfolge
4.12 Succession to the throne
Das System, einen Kronprinzen für die Herrschaft zu bestimmen, gilt im islamischen Herrschaftssystem als „Munkar“ (verwerfliche Handlung) und widerspricht dem Islam vollständig. Dies liegt daran, dass die Autorität dem Ummah gehört und nicht dem Khalifen. Wenn der Khalif die Autorität der Ummah vertritt, die stets ihr verbleibt, wie könnte er dann diese Autorität einem anderen übertragen? Was Abu Bakr für ‘Umar tat, war nicht, ihn zum Kronprinzen zu bestimmen, sondern lediglich eine Auswahl durch die Ummah zu Lebzeiten des Khalifen; die Bay’ah fand dann nach seinem Tod statt.
The system of appointing a crown prince for ruling is considered to be a “Munkar” (evil act) in the Islamic ruling system and it contradicts Islam completely. This is because the authority belongs to the Ummah and not to the Khaleefah. If the Khaleefah represents the Ummah in authority, which remains always hers, how could He give this authority to someone else? What Abu Bakr did for ‘Umar was not to appoint him as a crown prince, but merely a selection by the Ummah during the lifetime of the Khaleefah, and then the Bay’ah took place after his death.
Trotz alledem war Abu Bakr sehr darum bemüht, in seiner Rede deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Nachfolgeregelung handelte; deshalb machte er sie von der Zustimmung der Menschen abhängig. Nachdem er sich entschieden hatte, wen er vorschlagen werde, wandte er sich an die Leute und sagte: „Akzeptiert ihr den, den ich für euch bestimme? Denn bei Allah (swt), ich habe keine Mühe gescheut und keinen Verwandten gewählt.“ Auf derselben Grundlage nominierte ʿUmar seinen Sohn ʿAbdullah unter den „Sechs“, die er für berechtigt hielt, einen Kalifen auszuwählen, und legte fest, dass sein Sohn in der Frage des Kalifats überhaupt kein Mitspracherecht haben, sondern lediglich seine Meinung äußern solle. Auf diese Weise sollte jeder Zweifel ausgeschlossen werden, dass es sich um die Ernennung eines Kronprinzen handele. Dies stand im Gegensatz zu dem, was Muʿawiya tat, als er seinen Sohn Yazid ernannte, was dem islamischen System widerspricht. Die Gründe, die Muʿawiya dazu veranlassten, diesen „Munkar“ einzuführen, waren:
Despite all this, Abu Bakr took a great deal of care in his speech to make it clear that it was not a succession; so He made it dependant on the people’s consent. He addressed the people once his mind was made up about who was going to nominate and He said: “Do you accept the one I designate for you? For by Allah (swt) have not spared any effort and I have not chosen a relative.” On this same basis, ‘Umar nominated his son ‘Abdullah with the “Six” whom He considered to have the right of selecting a Khaleefah, and stipulated that his son would not have a say in the matter (of Khilafah) whatsoever, but would merely voice his opinion, thus making sure that there was not the slightest doubt that it was not an appointment of a crown prince. This was contrary to what Mu’awiya did by appointing his son Yazeed that contradicts the Islamic system. The reasons that led Mu’awiya to innovate this “Munkar” were:
1. Er verstand die staatliche Führung als Monarchie und nicht als Khilafah. Dies zeigte sich deutlich in seiner Rede an die Bevölkerung von Al-Kufa, nachdem der Frieden hergestellt war. Er sagte: „O Leute von Al-Kufa! Glaubt ihr, ich hätte gegen euch gekämpft wegen des Gebets, der Zakat und des Hajj, wo ich doch genau wusste, dass ihr betet, die Zakat entrichtet und den Hajj vollzieht? Nein, ich habe gegen euch gekämpft, weil ich über euch und eure Nacken herrschen wollte; und Allah hat mir dies gegeben, obwohl ihr es missbilligt habt. Wisst: Jedes Geld und Blut, das in dieser Fitna vergossen wurde, bleibt ungesühnt, und jede Bedingung, die ich akzeptiert habe (bevor der Frieden zustande kam), steht unter meinen beiden Füßen (d. h. hat keinen Wert).“ Ibn Abi Shaybah überliefert außerdem in seinem Buch (Musannaf) über den Weg von Said bin Suwaid: Er sagte: Mu’awiyah verrichtete für uns das Freitagsgebet in an-Nakheelah und hielt dann eine Khutbah (Predigt) …. Al-Bukhari hat dies ebenfalls in der Großen Geschichte überliefert.
1. He used to understand the state leadership as monarchy and not Khilafah. This was clearly demonstrated in his speech to the people of Al-Kufa once peace was established. He said: “O people of Al-Kufa! Do you think I fought you over the prayer, Zakat and Hajj, when I knew all along that you do pray, give the Zakat and perform the Hajj? No, I fought against you because I wanted to preside over you and over your necks; and Allah has given me that though you disliked it. Beware, any money and blood which has flowed in this Fitna will go unavenged, and every condition I accepted (before peace was reached) is under my two feet (i.e. have no value).” Ibn Aby Sheebah also narrated in his book (Musannaf) from the way of Said bin Suwaid, He said: Mu’awiyah prayed the juma’ah for us in the nakheelah, and then He gave us khutbah (preach)… Al-Bukhari also narrated this in the Great History.
Sieh ihn an, wenn Er zugibt, dass Er dem Islam widerspricht. Er gab auch zu, dass Er Menschen bekämpft hat, um über sie und über ihre Nacken zu herrschen. Darüber hinaus geht Er zu dem über, was noch anstößiger und schwerwiegender ist, indem Er den Leuten sagt, dass jede Bedingung, der Er zugestimmt hatte, unter seinen beiden Füßen liege. Während Allah (SWT) sagt:
Look at him when He admits that He contradicts Islam. He also admitted that He fought people to preside over them and over their necks. He goes beyond this to that which is more offensive and grevious by saying to the people that every condition He agreed to had come under his two feet. Whereas Allah (swt) says:
„Erfüllt eure Eide, denn gewiss, ihr seid für sie verantwortlich.“ [TMQ Al-Isra’: 34]
“Fulfill your oaths, verily you are responsible for them.” [TMQ Al-Isra’: 34]
Aus dieser Aussage ist ersichtlich, dass Er erklärt, sich nicht an den Islam zu halten. Die Art und Weise, wie Yazid gewählt wurde, zeigt sogar deutlich, dass Er absichtlich dem Islam widersprechen wollte, um ihn nach seinem eigenen Verständnis zum Kronprinzen zu machen. Denn Er suchte die Meinung aller Menschen, doch niemand stimmte ihm zu. Er setzte Geld ein, und dennoch antwortete niemand außer denjenigen, die in der Gesellschaft keinen Platz hatten und in den Augen der Muslime kein Gewicht besaßen. Daraufhin griff Er zum Schwert. Historiker wie Ibn Kathir und Ibn al-Athir berichten, dass Mu'awiya, nachdem seine Walis (Statthalter) es nicht geschafft hatten, in der Hidschaz den Treueid (Bay'ah) für Yazid abzunehmen, selbst dorthin ging, begleitet von einem Heer und beladen mit Geld. Er ließ die angesehenen Persönlichkeiten zusammenrufen und sagte zu ihnen: „Ihr kennt mein Verhalten euch gegenüber und meine verwandtschaftlichen Bande zu euch. Yazid ist euer Bruder und euer Cousin. Ich wollte, dass ihr Yazid für das Kalifat vorschlagt, damit ihr diejenigen seid, die absetzen und einsetzen, die Menschen in Autorität bringen und die Gelder einziehen und verteilen." 'Abdullah ibn az-Zubair antwortete ihm, Er solle entweder das wählen, was der Gesandte Allahs ﷺ getan hat, als Er niemanden benannte, oder das, was Abu Bakr getan hat, oder was 'Umar getan hat? Mu'awiya wurde zornig und befragte die übrigen Menschen, und ihre Antwort war dieselbe wie die Ibn az-Zubairs. Darauf sagte Mu'awiya: „Ihr seid gewarnt! Ich werde ein Wort sprechen, und ich schwöre bei Allah, dass, wenn einer von euch mir bei dieser Gelegenheit mit einem Wort antwortet, Er kein weiteres Wort äußern wird, bevor das Schwert seinen Hals erreicht hat. Also soll jeder nur auf sich selbst achten." Dann befahl Er dem Anführer seiner Garde, hinter jeder angesehenen Persönlichkeit aus der Hidschaz und jedem Gegner zwei Männer zu postieren, mit der Anweisung, dass, falls einer von ihnen ihm mit Zustimmung oder Ablehnung antworte, sie ihm mit ihren Schwertern den Hals durchschlagen sollten.
From this statement, you can see that He declares that He does not abide by Islam. The manner by which Yazid was elected even clearly demonstrates that He deliberately intended to contradict Islam, for the sake of making him the crown prince according to his own understanding. This is because He sought the opinion of all the people, but nobody agreed with him. He used money, and still nobody responded except those who had no place in society and carry no weight in the sight of the Muslims. Then He resorted to the sword. Historians like Ibn Kathir and Ibn al-Athir narrated that after his Wulah (governers) failed to take the Bay’ah to Yazid in Hijaz, Mu’awiya went there himself accompanied by the army and loaded with money. He summoned the prominent figures and said to them: “You have known my conduct towards you and my familial ties with you, Yazid is your brother and your cousin. I wanted you to propose Yazid for the Khilafah, so that you would be the ones who remove and appoint, who put people in authority and collect and distribute the funds. ‘Abdullah ibn Al-Zubayr replied to him that He should either choose what the Messenger of Allah (pbuh) did, when He (pbuh) did not designate anyone, or what Abu Bakr did, or what ‘Umar did? Mu’awiya became angry and He asked the rest of the people, and their reply was the same as Ibnul-Zubayr. Upon this Mu’awiya said: “You have been warned! I am going to speak a word, and I swear by Allah that if any of you replied to me by uttering a word on that occasion, He would not utter another word before the sword had reached his neck. So every man has only to spare himself.” Then He ordered the chief of his guards to place two men behind every prominent person of Hijaz and every opponent, with the instructions that if any of them answered him back with agreement or disagreement, to strike his neck with their swords.
So führte Mu'awiya seinen Plan aus, indem er seinen Sohn Yazid als Nachfolger einsetzte.
Thus, Mu’awiya executed his plan in appointing his son Yazeed.
Die Grundlage, auf die sich Mu'awiya bei der Einsetzung seines Sohnes Yazid als seinen Nachfolger stützte, steht im Widerspruch zum Islam. 'Umar beschrieb dies mit den Worten: „Wenn ein Mann jemandem die Macht übertrüge aufgrund einer Verwandtschaft oder Freundschaft zwischen ihnen, obwohl unter den Muslimen Männer waren, die dafür besser geeignet waren als er, dann hätte er Allah, Seinen Gesandten und die Gläubigen verraten.“ 2. Mu'awiya manipulierte die Texte der Scharia und legte sie falsch aus. Der Islam hat das Recht, den Kalifen zu wählen, in die Hände der Muslime gelegt. Der Gesandte Allahs ﷺ tat dies so, und er überließ es den Muslimen, zu wählen, wer am besten geeignet war, ihre Angelegenheiten zu führen. Mu'awiya jedoch missbrauchte die Durchführung der Bai'a, indem er die Herrschaft nach sich auf seinen Sohn Yazid übertrug, wie es die Byzantiner und Sasaniden zu tun pflegten, und er wandte Listen an, indem er Yazid noch zu Lebzeiten die Bai'a abnahm.
The basis upon which Mu’awiya depended on in appointing his son Yazeed after him contradicts Islam. ‘Umar described it by saying: “If a man gave authority to someone because of a relationship or a friendship between them while there were among the Muslims men better qualified than him, He would betray Allah, His Messenger and the believers.” 2. Mu’awiya manipulated the Shari’ah texts and misinterpreted them. Islam has left the right of choosing the Khaleefah in the hands of the Muslims. The Messenger of Allah (pbuh), did so, and He left the matter to the Muslims to choose who was best to run their affairs. However, Mu’awiya misapplied the implementation of the Bay’ah by making the ruling after him to his son Yazeed as the Byzantians and Sasans used to do, so He used tricks by taking the Bay’ah to Yazeed during his lifetime.
3. Mu'awiyas Methode des Idschtihad in politischen Angelegenheiten beruhte auf dem Nutzen. Deshalb richtete er die Gesetze der Scharia nach der vorliegenden Wirklichkeit aus und nicht die Wirklichkeit nach ihnen, und er legte die Regeln so aus, dass sie zu diesem Anliegen passten. Er hätte der islamischen Methode des Idschtihad folgen sollen, indem er das Buch Allahs (SWT) und die Sunna Seines Gesandten (ﷺ) zur Grundlage seines Idschtihad machte und nicht den materiellen Nutzen. Er hätte die islamischen Gesetze heranziehen sollen, um die Probleme seiner Zeit zu lösen, und nicht die Probleme seiner Zeit heranziehen sollen, um die islamischen Gesetze zu verbiegen, zu verändern und zu verletzen.
3. Mu’awiya’s method of Ijtihad in political matters used to be based on benefit. Therefore, He made the Shari’ah laws conform to the reality at hand and not to treat it, so He interpreted the rules to conform to that issuse. He should have followed the Islamic method of Ijtihad by making the Book of Allah (swt) and the Sunnah of His Messenger (pbuh) the basis for his Ijtihad and not taking the material benefit as a basis. He should have taken the Islamic laws to solve the problems of his time and not take the problems of his time to treat the Islamic laws, by twisting, changing and violating these laws.
Es ist erwähnenswert, dass die Ernennung des Sohnes zum Kronprinzen den Sohn nicht nach seinem Vater zum Khalifen machte. Vielmehr wurde er durch eine neue Bay'ah eingesetzt, die von den Menschen als Vertrag und Gehorsam entgegengenommen wurde, nach dem Tod des vorherigen Khalifen. Die Durchführung der Bay'ah wurde jedoch manchmal schlecht ausgeführt. So wurde sie, statt aus freiem Willen abgelegt zu werden, mit Gewalt erzwungen. Dennoch war die Bay'ah zu allen Zeiten die Methode zur Einsetzung des Khalifen während des Bestehens des Islamischen Staates. Somit wurde die Khilafah ihm durch die Bay'ah übertragen und nicht durch Erbfolge oder Nachfolge in der Macht.
It is worth mentioning that appointing the son, as a crown prince did not make the son Khaleefah after his father. He was rather appointed by a new Bay’ah that is taken from the people, as a contrac and obedience, after the death of the previous Khaleefah. However, the implementation of the Bay’ah was sometimes done badly. So, instead of taking it by free will, it was taken by force. Anyhow, the Bay’ah was, at all times, the method of appointing the Khaleefah during the life of the Islamic State. Thus, the Khilafah was convened to him by the Bay’ah and not by hereditary transmission or succession to power.