4.20 Die Ummah hat nicht das Recht, den Khalifen abzusetzen.
4.20 The Ummah does not reserve the right to remove the Khaleefah
Obwohl die Ummah es ist, die den Khalifen einsetzt und ihm die Bay'ah gibt, hat die Ummah, sobald die Bay'ah gemäß der Shari'ah zustande gekommen ist, dennoch nicht das Recht, ihn (aus seinem Amt) abzusetzen.
Although the Ummah is the one who appoints the Khaleefah and gives him the Bay’ah, yet once the Bay’ah has been convened according to Shar’, the Ummah does not have the right to remove him (from office).
Dies beruht auf den authentischen Ahadith, die die Muslime anweisen, dem Khalifen zu gehorchen, selbst wenn er Munkar (Frevel) begeht, Unrecht verübt oder sogar den Menschen ihre Rechte vorenthält, solange er ihnen nicht befiehlt, eine Ungehorsamkeit (Ma'asiyah) zu begehen, und solange er nicht offenkundigen Unglauben (Kufr) zeigt. Al-Bukhari überliefert von Ibn 'Abbas, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
This is because of the Sahih Ahadith which order the Muslims to obey the Khaleefah even if He committed Munkar (mischief), committed an act of oppression or even withheld people’s rights, so long as He did not order them of an act of disobedience (Ma’asiyah), nor show flagrant disbelief. Al-Bukhari narrated from Ibnu ‘Abbas who said that the Messenger of Allah (pbuh) said:
„Wenn jemand an seinem Emir (Ameerihi) etwas wahrnimmt, das ihm missfällt, so soll er geduldig bleiben. Denn wahrlich: Wer sich von der Obrigkeit (Sultan) auch nur um eine Handspanne entfernt und darüber stirbt, der ist den Tod der Dschahiliyya gestorben.“ Das Wort Ameerihi ist in diesem Hadith allgemein gehalten, es umfasst daher auch den Kalifen, denn er ist der Emir der Gläubigen. Muslim überlieferte von Abu Hurayra, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
“If anyone sees in his Ameer (Ameerihi) something that displeases him let him remain patient: For behold! He who separates himself from the Sultan (authority) by even so much as a hand span and dies thereupon, He has died the death of Jahiliyyah.” The phrase Ameerihi is general in this Hadith, so it includes the Khaleefah because He is the Ameer of the believers. Muslim narrated from Abu Hurayra who said that the Messenger of Allah (pbuh) said:
„‚Die Propheten herrschten über die Kinder Israels. Immer wenn ein Prophet starb, folgte ihm ein anderer Prophet nach, doch nach mir wird es keinen Propheten geben. Es wird Chulafa’ geben, und sie werden zahlreich sein.‘ Sie fragten: ‚Was befiehlst du uns dann?‘ Er ﷺ sagte: ‚Erfüllt die Treuepflicht gegenüber ihnen einer nach dem anderen und gebt ihnen, was ihnen zusteht. Wahrlich, Allah wird sie über das befragen, was Er ihnen anvertraut hat.‘“ Muslim berichtete, dass Salama ibn Yazid Al-Ja’afi den Gesandten Allahs ﷺ fragte: „‚O Prophet Allahs, wenn wir von Emiren regiert werden, die von uns ihre Abgaben fordern, uns aber das Unsere verweigern, was befiehlst du uns dann zu tun?‘ Der Gesandte Allahs ﷺ wandte sein Gesicht ab; er fragte ihn erneut, und der Gesandte Allahs ﷺ wich ihm aus; dann fragte er ein zweites oder drittes Mal, und er ﷺ wurde von Al-Ash’aath ibn Qays zurückgehalten, woraufhin der Gesandte Allahs ﷺ sagte:“
“‘The Prophets ruled over the children of Israel. Whenever a Prophet died, another Prophet succeeded him, but there will be no Prophet after me. There will be Khulafaa’, and they will number many.’ They asked: ‘What then do you order us?’ He (pbuh) said, ‘Fulfill allegiance to them one after the other, and give them their dues. Verily Allah will ask them about what He entrusted them with.’” Muslim reported that Salama ibn Yazid Al-Ja’afi asked the Messenger of Allah (pbuh) : “‘O Prophet of Allah, if we were to be ruled by Ameers who ask us for their dues and deny us our dues, what do you order us to do then?’ The Messenger of Allah (pbuh) turned his face away; He asked him again and Allah’s Messenger (pbuh) avoided him; then He asked for the second or the third time and He (pbuh) was pulled by Al-Ash’aath ibn Qays, so the Messenger of Allah (pbuh) said:
„Hört und gehorcht, denn sie werden für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen, und ihr werdet für eure Taten zur Rechenschaft gezogen.“ Muslim überlieferte von ‘Auf ibn Malik, der berichtete: „Ich hörte den Gesandten Allahs ﷺ sagen:
‘Hear and obey, for they shall be accountable for their actions and you shall be accountable for yours.’” Muslim reported from ‘Auf ibn Malik who reported; “I heard the Messenger of Allah (pbuh) say,
„Die besten eurer Imame sind jene, die ihr liebt und die euch lieben, für die ihr betet und die für euch beten; und die schlechtesten eurer Imame sind jene, die ihr hasst und die euch hassen, die ihr verflucht und die euch verfluchen.“ Wir fragten: „O Gesandter Allahs, sollen wir ihnen dann nicht den Krieg erklären?“ Er ﷺ sagte: „Nein, solange sie das Gebet unter euch verrichten. Wahrlich, wenn jemand von einem Wali regiert wird und er sieht, dass er eine Sünde begeht, so soll er die Sünde hassen, die gegen Allah begangen wird, doch er soll seine Hand nicht vom Gehorsam zurückziehen.“ Muslim überliefert von Huzayfah ibn al-Yamaan, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
‘The best of your Imams are those whom you love and they love you and you pray for them and they pray for you; and the worst of your Imams are those whom you hate and they hate you and you curse them and they curse you.’ We asked, ‘O Messenger of Allah, shall we not then declare war on them?’ He (pbuh) said: ‘No, as long as they establish prayer among you. Behold, if anyone was ruled by a Wali and saw him committing a sin, let him hate the sin committed against Allah, but let him not withdraw his hand from obedience.’” Muslim narrated from Huzayfah ibn al-Yamaan that the Messenger of Allah (pbuh) said:
„‚Es werden nach mir Imame kommen, die sich nicht nach meiner Leitung richten und nicht nach meiner Sunna handeln werden; unter euch werden Männer aufstehen, deren Herzen Satansherzen sind, in menschlichen Körpern.‘ Huzayfah fragte: ‚Was soll ich tun, wenn ich jene Zeit erlebe?‘ Er ﷺ sagte: ‚Du sollst dem Amir zuhören und gehorchen, selbst wenn er deinen Rücken auspeitscht und dir dein Geld nimmt; höre und gehorche.‘“ Ahmad und Abu Dawud überlieferten, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
“‘There will be Imams after me who will not be guided by my guidance, nor will they act according to my Sunnah; some men will rise amongst you with satans’ hearts in human bodies.’ Huzayfah asked, ‘What shall I do, if I were to reach that time?’ He (pbuh) said, ‘You should hear and obey the Ameer even if He whipped your back and took your money; do hear and obey.’” Ahmad and Abu Dawood reported that the Messenger of Allah (pbuh) said:
„‚O Abu Dharr, was würdest du tun, wenn ein Wulah die Beute an sich nähme und dich um sie brächte?‘ Er sagte: ‚Bei Dem, Der dich mit der Wahrheit gesandt hat, ich würde mein Schwert erheben und kämpfen, bis ich mich dir anschließe.‘ Daraufhin sagte Er (pbuh): ‚Soll ich dir etwas sagen, das besser für dich wäre als das? Bleibe geduldig und ertrage es, bis du mir anschließt.‘“ All diese Ahadith zeigen, dass der Khaleefah gegen die Regeln der Shar’a handeln konnte. Dennoch befahl der Gesandte Allahs ﷺ uns trotzdem, ihm (dem Khaleefah) zu gehorchen, bei seinem Unrecht geduldig zu sein und durchzuhalten. Dies beweist eindeutig, dass die Ummah nicht das Recht für sich beansprucht, den Khaleefah abzusetzen. Außerdem weigerte sich der Gesandte Allahs ﷺ einmal, einen Beduinen von seinem Bay’ah zu entbinden. Al-Bukhari überlieferte von Jabir ibn ‘Abdullah, der berichtete: „… ein Beduine leistete dem Gesandten Allahs ﷺ den Bay’ah des Islam. Bald darauf fühlte er sich unwohl, und so sagte er zum Gesandten Allahs ﷺ: ‚Würdest du mich von meinem Bay’ah entbinden!‘ Der Gesandte Allahs ﷺ weigerte sich; dann kam er zurück und sagte: ‚Entbinde mich von meinem Bay’ah!‘ Er (pbuh) weigerte sich erneut, so ging der Mann fort. Daraufhin sagte der Gesandte Allahs ﷺ:
“‘O Abu Dharr, what would you do if some Wulah possessed the booty and deprived you of it?’ He said, ‘By He Who sent you with the Truth, I would raise my sword and fight until I join you.’ Upon this He (pbuh) said, ‘Let me tell you something that would be better for you than that. Remain patient and bear it until you join me.’” All these Ahadith demonstrate that the Khaleefah could act against the Shar’a rules. Yet despite this, the Messenger of Allah (pbuh) ordered us to obey him (the Khaleefah), to be patient towards his injustice and to persevere. This clearly proves that the Ummah does not reserve the right to remove the Khaleefah. Besides, the Messenger of Allah (pbuh) refused on one occasion, to relieve a Bedouin from his Bay’ah. Al-Bukhari narrated from Jabir ibn ‘Abdullah who reported that; “… a Bedouin gave his Bay’ah of Islam to the Messenger of Allah (pbuh) . Soon after He felt a malaise, so He said to the Messenger of Allah (pbuh), ‘Would you relieve me of my Bay’ah!’ The Messenger of Allah (pbuh) refused; He then came back and said, ‘Relieve me of my Bay’ah!’ He (pbuh) refused, so the man left. Upon this the Messenger of Allah (pbuh) said:
„Al-Madina ist wie der Blasebalg, sie entfernt ihre schlechten Gerüche und verbreitet ihren süßen Duft.“ Dies beweist, dass diejenigen, die die Bay'ah geleistet haben, ihr verpflichtet sind, sobald sie einmal abgelegt wurde. Das bedeutet, dass sie kein Recht haben, den Khalifen abzusetzen, weil sie kein Recht haben, die Bay'ah, die sie ihm gegeben haben, zurückzunehmen. Es wäre falsch zu behaupten, der Beduine habe den Islam verlassen wollen, indem er sich von seiner Bay'ah lösen wollte, statt vom Gehorsam gegenüber dem Staatsoberhaupt. Denn wäre dies der Fall gewesen, hätte seine Tat als Abfall vom Glauben gegolten, und der Gesandte Allahs ﷺ hätte ihn gewiss getötet, da die Strafe für den Abtrünnigen die Tötung ist. Die Bay'ah selbst ist keine Bay'ah zur Annahme des Islam, sondern eine Bay'ah zum Gehorsam. Der Beduine wollte sich daher von seinem Eid des Gehorsams befreien, nicht vom Glauben abfallen. Muslime haben somit kein Recht, ihre Bay'ah aufzukündigen, und sie besitzen nicht das Recht, den Khalifen abzusetzen. Die Shar'a hat festgelegt und aufgezeigt, wann der Khalife automatisch abgesetzt werden muss und wann seine Absetzung notwendig wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Ummah das Recht besitzt, ihn abzusetzen.
‘Al-Madina is like the bellows, she banishes her bad odours and manifests her sweet scent.’” This proves that once the Bay’ah has been taken, those who gave it must be committed to it. This means that they have no right to remove the Khaleefah, because they have no right to take back the Bay’ah they gave to him. It would be wrong to claim that the Bedouin wanted to leave Islam by seeking relief from his Bay’ah rather than the obedience to the Head of State. This is because if this had been the case, his act would have been considered as apostasy, and the Messenger of Allah (pbuh) would most certainly have killed him, since the punishment for the apostate is killing. The Bay’ah itself is not a Bay’ah for embracing Islam but for obedience. Therefore, the Bedouin wanted to rid himself from his oath of obedience, not to apostasise. Muslims have thus no right to renounce their Bay’ah and they do not reserve the right to remove the Khaleefah. Shar’a has defined and demonstrated when the Khaleefah must be removed automatically and when his removal becomes necessary. This does not however, imply that the Ummah reserves the right of removing him.