4.4 Die Bestellung des Khalifen
4.4 Contracting of the Khaleefah
Das Kalifat ist ein auf gegenseitiger Zustimmung und freier Wahl beruhender Vertrag; es ist ein Bay'ah des Gehorsams gegenüber demjenigen, dem der Gehorsam der Menschen als Inhaber der Autorität zusteht. Daher ist die Zustimmung sowohl dessen, dem die Bay'ah geleistet wird, das Amt zu übernehmen, als auch derer, die ihm die Bay'ah leisten, zwingend erforderlich. Es ist somit verboten, jemanden zum Kalifen zu zwingen, wenn er das Amt des Kalifats abgelehnt hat. Er darf nicht gezwungen werden, es anzunehmen. Unter solchen Umständen müsste dann eine andere Person in Betracht gezogen werden, um das Amt zu besetzen. Ebenso ist es verboten, die Bay'ah von den Menschen mit Gewalt oder durch Nötigung zu nehmen, denn in diesem Fall wäre der Vertrag ungültig. Gegenseitige Zustimmung und freie Wahl müssen wie bei jedem anderen Vertrag ohne jeglichen Zwang beachtet werden. Wenn die Bay'ah jedoch von denjenigen geschlossen wurde, deren Bay'ah verlässlich ist, dann gilt die Bay'ah als gültig und abgeschlossen, und die Person, der die Bay'ah geleistet wurde, wird zur Autoritätsperson; ihr Gehorsam wird daraufhin verpflichtend. Wenn anschließend die übrigen Menschen ihm ihre Bay'ah leisten, handelt es sich um eine Bay'ah des Gehorsams und nicht um den Abschluss des Kalifats. Erst dann dürfte er die Menschen zur Bay'ah zwingen, denn in diesem Stadium würde ihnen Gehorsam ihm gegenüber auferlegt, und dies ist nach dem Scharia-Recht verpflichtend. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Bay'ah zum Abschluss des Kalifats. Manche Leute mögen behaupten, es sei verboten, Menschen zur Leistung der Bay'ah zu zwingen. Erstens ist die Bay'ah ein Vertrag, der nur dann gültig ist, wenn gegenseitige Zustimmung und freie Wahl (innerhalb der islamischen Scharia) beachtet wurden. Sobald die Bay'ah geschlossen ist, wird sie zu einer Bay'ah des Gehorsams, also der Unterwerfung unter die Anordnung des Kalifen, bei der Zwang dann als Ausführung des Gebots Allahs rechtmäßig wird. Da das Kalifat ein Vertrag ist, kann es ohne einen Vertragspartner nicht zustande kommen. Es ist wie bei der Justiz: Ein Mann kann nicht Richter werden, es sei denn, jemand hätte ihn als solchen eingesetzt. Dasselbe gilt für die Imara: Ein Mann kann nicht Amir werden, es sei denn, jemand hätte ihn als Amir eingesetzt. Ebenso kann ein Mann nicht Khalifah werden, es sei denn, jemand hätte ihn auf den Posten des Khilafah eingesetzt. Dies zeigt, dass kein Mann das Amt des Khilafah übernimmt, es sei denn, die Muslime haben ihn zu diesem Amt eingesetzt, und er würde die verpflichtenden Befugnisse des Khilafah nicht besitzen, es sei denn, sie wären ihm zuvor übertragen worden. Dieser Vertrag käme nicht zustande, es sei denn, zwei Parteien existierten: die eine Partei wäre derjenige, der das Amt des Khilafah anstrebt (der künftige Khalifah), und die andere Partei wären die Muslime, die ihn als ihren Khalifah annehmen. Daher ist für den Abschluss des Khilafah-Vertrags die Bay’ah der Muslime notwendig.
The Khilafah is a contract based on mutual consent and choice, it is a Bay’ah of obedience to whoever is entitled of obedience of people in authority. It is therefore imperative to have the consent of the one who is given the Bay’ah to take the post, and of those who give him the ba Bay’ah. Thus, it is forbidden to force anyone to become Khaleefah if He rejected the post of Khilafah. He should not be forced to accept it. Under such circumstances another person would then have to be considered to fill the post. It is also forbidden to take the Bay’ah from the people by force or by using coercion because in this case the contract would be invalid. Mutual consent and choice have to be observed without any compulsion as in any other contract. However, if the Bay’ah has been contracted by those whose Bay’ah is reliable then the Bay’ah would be considered valid and concluded, and the person for whom the Bay’ah was given would become the person in authority, his obedience would subsequently become compulsory. If afterwards the rest of the people were to give him their Bay’ah, it would be a pledge (Bay’ah) of obedience and not of contracting the Khilafah. Only then could He force the people to give him the Bay’ah, because, at this stage, it would be imposing on them obedience to him, and this is compulsory under Shari’ah law. In this case it would not be a Bay’ah of contracting the Khilafah. Some people may claim that it is forbidden to coerce people to give their Bay’ah. Firstly, the Bay’ah is a contract that would only be valid if mutual consent and choice (within the Islamic Shari’ah) was observed. Once the Bay’ah has been concluded it would become a Bay’ah of obedience, i.e. submission to the order of the Khaleefah, where compulsion would then become lawful as an execution to the command of Allah. Since the Khilafah is a contract, it cannot take place without a contractor. It is like the judiciary, where a man cannot become a judge unless somebody had appointed him as such. The same applies to the Imara; a man cannot become Ameer unless somebody had appointed him as an Ameer. So a man cannot become a Khaleefah unless somebody had appointed him into the Khilafah post. This indicates that no man assumes the post of Khilafah unless the Muslims appointed him to the post, and He would not possess the mandatory powers of the Khilafah unless it was first contracted to him. This contract would not be concluded unless two parties existed, one party would be the one seeking the post of Khilafah (the potential Khaleefah) and the other party would be the Muslims who accepted him to be their Khaleefah. Therefore, for the Khilafah to be contracted the Bay’ah of the Muslims is necessary.