Was die ausführlichen Belege der oben genannten sechs Abschnitte betrifft, so stützt sich der Beleg für Abschnitt „A“ auf den allgemeinen Konsens der Sahabah. Qanoon (Gesetz) ist ein Fachbegriff, der die Anordnung bezeichnet, die der Herrscher (Sultan) erlässt, damit die Menschen sich daran halten. Die Rechtsgelehrten (Ahl al-Qanoon) definieren es als „die Gesamtheit der Grundsätze, zu deren Befolgung der Sultan die Menschen in ihren Beziehungen verpflichtet“. Wenn der Sultan also bestimmte Regeln erlässt, werden diese Regeln zum Gesetz, und die Menschen sind verpflichtet, sie zu befolgen. Erlässt er sie nicht, werden sie nicht zum Gesetz, und die Menschen sind nicht verpflichtet, sich daran zu halten.
Die Muslime befolgen die Regeln der Shar'a und halten sich daher an die Gebote und Verbote Allahs. Was sie befolgen, sind die Gebote und Verbote Allahs, nicht die des Sultans. Somit folgen sie den göttlichen Regeln und nicht den Anordnungen des Sultans.
Dennoch haben die Sahabah hinsichtlich der Regeln der Shari'ah voneinander abgewichen. Einige von ihnen verstanden aus den göttlichen Texten anderes als die übrigen. Jeder von ihnen handelte gemäß dem, was er verstanden hatte, und das stellte für ihn die Regel Allahs dar.
Es gibt jedoch einige göttliche Regeln zur Verwaltung der Angelegenheiten der Ummah, an die sich alle Muslime nach einer einzigen Auffassung halten sollen; der Einzelne darf nicht nach seinem eigenen Ijtihad verfahren. Dies hat sich tatsächlich in der Vergangenheit ereignet. Abu Bakr etwa hielt es für richtig, die Mittel gleichmäßig unter allen Muslimen zu verteilen, da es ihr gleiches Recht sei. 'Umar hingegen hielt es für falsch, denen, die gegen den Gesandten Allahs ﷺ gekämpft hatten, dasselbe zu geben wie denen, die an seiner Seite gekämpft hatten, oder den Bedürftigen dasselbe zu geben wie den Wohlhabenden. Als Abu Bakr jedoch Khalifa war, zwang er die Menschen, seiner Auffassung zu folgen; die Richter und Statthalter führten seine Auffassung aus, und 'Umar fügte sich der Auffassung Abu Bakrs und setzte sie um. Als 'Umar Khalifa wurde, setzte er seine eigene Auffassung durch, die von der Abu Bakrs abwich. So ordnete er an, dass die Gelder bevorzugt und nicht gleichmäßig verteilt werden sollten. Auf diese Weise wurden den Muslimen die Gelder entsprechend der Dauer ihrer Zugehörigkeit zum Islam und entsprechend ihrer Bedürftigkeit zugeteilt. Die Muslime befolgten diese Regelung, und die Richter und Wulah setzten sie um. Daher entstand ein allgemeiner Konsens der Sahabah, dass der Imam das Recht hat, bestimmte Regeln festzulegen und deren Umsetzung durchzusetzen. Die Muslime müssen sich an solche Regeln halten, selbst wenn sie mit ihrer eigenen Ijtihad nicht übereinstimmen, und sie müssen ihre eigenen Meinungen und ihre eigene Ijtihad aufgeben. Diese festgelegten Regeln sind tatsächlich Gesetze (Kanones). Daher steht das Recht, Gesetze zu erlassen, allein dem Khaleefah zu, und niemandem sonst steht dieses Recht zu.
As for the detailed evidences of the six sections mentioned above, the evidence about section “A” is the general consensus of the Sahabah. Qanoon (law) is a technical term that means the order that the ruler (Sultan) issues so that people abide by it. People of Qanoon (law) define it as “the host of principles which the Sultan (ruler) compels people to follow in their relations”. So if the Sultan issues certain rules, then these rules become law and people have to abide by them. If the Sultan does not issue them, then they do not become law and people are not obliged to abide by them. The Muslims follow the rules of Shar’a, so they abide by Allah’s repl commands and prohibitions. What they abide by are the commands and prohibitions of Allah, not those of the Sultan. Thus they follow the divine rules and not the orders of the Sultan. However, the Sahabah have differed regarding the Sharia’ah rules. Some of them understood from the divine texts matters different to what the others understood. Each one of them complied with what He understood and that represented the rule of Allah for him. However, there are some divine rules related to managing the affairs of the Ummah that all the Muslims should abide by according to one single opinion, individuals cannot proceed according to their own Ijtihad. This indeed took place in the past. Abu Bakr, for instance, considered it fit to distribute the funds equally among all Muslims for it was their equal right. ‘Umar deemed it wrong to give to those who had fought against the Messenger of Allah (pbuh) the same as to those who fought alongside him, or to give to the needy equal to that is given to the wealthy. However when Abu Bakr was the Khaleefah, He forced people to follow his opinion and the judges and Wulah executed his opinion and ‘Umar submitted to Abu Bakr’s opinion and executed it. When ‘Umar became Khaleefah He enforced his own opinion which differed from that of Abu Bakr. So He ordered the funds to be distributed preferentially and not equally. Thus the Muslims were accorded the funds based upon the length of time they had been Muslims and according to their needs. Muslims abided by this rule, and the judges and Wulah executed it. Therefore, a general consensus of the Sahabah was established stating that the Imam has the right to adopt specific rules and enforce their implementation. Muslims have to abide by such rules even if they disagreed with their own Ijtihad, and they must abandon their own opinions and Ijtihad. These adopted rules are in fact laws (Canons). Therefore the enactment of laws belongs to the Khaleefah alone and no one else has such a right.