15.4 Die Rechenschaftspflicht der Herrscher ist eine Pflicht (Fard) für die Muslime.
15.4 Accounting the rulers is Fard upon the Muslims
Die Rechenschaftspflicht gegenüber den Herrschern ist eine Pflicht für die Muslime. Die Pflicht, ihnen zu gehorchen, selbst wenn sie Unrecht getan und den Menschen ihre Rechte vorenthalten haben, bedeutet nicht, dass die Muslime schweigen sollen. Vielmehr bedeutet sie, dass der Gehorsam ihnen gegenüber geboten ist und dass es ebenso geboten ist, sie für ihre Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen.
Holding the rulers accountable is a duty upon the Muslims. The obligation of obeying them even if they did wrong and withheld people’s rights does not mean that the Muslims should keep silent, but it means that obeying them is obligatory and holding them accountable for their actions is obligatory as well.
Allah (swt) hat den Muslimen befohlen, ihre Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen, und hat sie nachdrücklich angewiesen, sie zur Rede zu stellen, wenn sie den Bürgern ihre Rechte vorenthielten, ihre Pflichten ihnen gegenüber vernachlässigten, die Angelegenheiten der Bürger ignorierten, die Regeln des Islam verletzten oder nach etwas anderem regierten als dem, was Allah (swt) offenbart hat. Muslim überliefert auf die Autorität von Umm Salama, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Es werden Emire über euch eingesetzt werden. Ihr erkennt einiges von dem an, was sie tun, und lehnt anderes ab. Wer es erkennt, ist von Schuld freigesprochen. Wer es missbilligt, ist in Sicherheit, wer aber zustimmt und ihnen folgt, (der ist verloren).“ Sie fragten: „Sollen wir nicht gegen sie kämpfen?“ Er ﷺ antwortete: „Nein, solange sie beten.“ In einer anderen Überlieferung von Muslim,
Allah (swt) ordered the Muslims to hold their rulers accountable and strongly commanded them to challenge them if they withheld the citizens’ rights, neglected their duties towards them, ignored any of the citizens affairs, violated the rules of Islam or ruled by other than that which Allah (swt) has revealed. Muslim reported on the authority of Umm Salama that the Messenger of Allah (pbuh) said; “‘Ameers will be appointed over you, you recognise some of what they do and you disown some. Whoever recognised He is absolved from blame. Whoever disapproved (of their bad deeds) He is safe, but whoever consented and followed them (he is doomed.)’ They said; ‘Should we not fight against them?’ He (pbuh) replied; ‘No, as long as they prayed.’” In another narration by Muslim,
„Wer es hasste, wird freigesprochen (von der Sünde), und wer missbilligte, wird in Sicherheit sein, wer aber zustimmte und folgte, (der wird es) nicht (sein).“ Diese Überlieferung erläutert die erste Überlieferung. Der Gesandte Allahs ﷺ hat geboten, dem Herrscher gegenüber Missbilligung zu zeigen, und hat dies mit allen möglichen Mitteln zur Pflicht gemacht, unter der Bedingung, dass es ohne Kampf geschieht, d. h. ohne den Gebrauch des Schwertes, es sei denn, er zeigt offenen Unglauben (kufr) mit der Zunge, indem er etwas sagt, oder mit dem Herzen, falls man weder die Hand noch die Zunge gebrauchen kann. Er ﷺ betrachtete denjenigen, der das falsche Tun nicht verleugnet, als einen Komplizen des Herrschers in der Sünde, denn er sagte, wer ihre schlechten Taten billige und ihnen nacheifere, der sei dem Verderben preisgegeben und werde dem Tadel und der Sünde nicht entgehen. Die Belege zum Gebieten des Guten (Ma'ruf) und zum Verbieten des Schlechten (Munkar) sind zugleich Belege dafür, den Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen, denn es sind allgemeine Belege, die den Herrscher ebenso einschließen wie andere. Allah (swt) hat das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten entschieden geboten. Er (swt) sagt: „Und es soll aus euch eine Gemeinschaft hervorgehen, die zum Guten (Khayr) aufruft, das Rechte (Ma'ruf) gebietet und das Unrechte (Munkar) verbietet.“ [TMQ Al-'Imran: 104] Er (swt) sagt auch: „Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschheit hervorgebracht wurde: Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Unrechte.“ [TMQ Al-'Imran: 110] Allah (swt) sagt: „Diejenigen, die dem Gesandten folgen, dem unlesenden Propheten, den sie in ihrer eigenen Schrift erwähnt finden, in der Tora und im Evangelium, der ihnen das Rechte gebietet und sie vom Unrechten abhält.“ [TMQ Al-A'raf: 157] Und Er (swt) sagt: „Diejenigen, die sich reumütig Allah zuwenden, Ihn anbeten, Ihn preisen, in Hingabe an die Sache Allahs umherziehen, sich verneigen und niederwerfen, das Rechte gebieten und das Unrechte verbieten und die von Allah gesetzten Grenzen einhalten – so verkünde den Gläubigen die frohe Botschaft.“ [TMQ At-Tauba: 112] Und Er (swt) sagt: „Es gibt diejenigen, die, wenn Wir sie im Land festigen, das Gebet verrichten (das Salah), die Zakat geben, das Rechte gebieten und das Unrechte verbieten.“ [TMQ Al-Hajj: 41] In all diesen Versen befiehlt Allah (swt), das Ma'ruf (das Rechte) zu gebieten und das Munkar (das Unrechte) zu verbieten. Der Befehl wird durch weitere Hinweise ergänzt, die bestätigen, dass der Befehl bindend ist, nämlich das Lob, denn Er (swt) sagt: „Und jene sind die Erfolgreichen.“ [] Er (swt) sagt: „Ihr seid die beste Gemeinschaft.“ [] In einem anderen Vers sagt Er (swt): „Und verkünde den Gläubigen die frohe Botschaft.“ []
Diese alle dienen als Belege dafür, dass der Befehl bindend ist, was bedeutet, dass er eine Pflicht darstellt. Den Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen ist tatsächlich das Gebieten des Ma'ruf und das Verbieten des Munkar, daher ist es eine Pflicht.
These all serve, as evidences that the command is decisive, which means that it are an obligation. Holding the ruler accountable is in fact enjoining Ma’ruf and forbidding Munkar, thus it is an obligation.
Außerdem gibt es viele Ahadith, die die Pflicht zum Gebieten des Guten (Ma'ruf) und zum Verbieten des Schlechten (Munkar) belegen. Huzayfah ibn al-Yaman berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele liegt, ihr werdet das Gute gebieten und das Schlechte verbieten, oder Allah wird eine Strafe über euch senden, dann werdet ihr zu Ihm flehen, doch Er wird eure Bittgebete nicht erhören.“ [Überliefert von Ahmad und at-Tirmidhi] Abu Sa'id al-Khudri berichtete: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer von euch etwas Schlechtes sieht, soll es mit seiner Hand ändern, und wenn er dazu nicht in der Lage ist, dann mit seiner Zunge, und wenn er dazu nicht in der Lage ist, dann soll er es mit seinem Herzen verabscheuen, und das ist die schwächste Stufe des Glaubens.“ [Überliefert von Muslim] Ahmad überlieferte von Uday ibn Uday ibn Umairah al-Kindi, der sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs ﷺ sagen:
In addition, there are many Ahadith that indicate the obligation of enjoining Ma’ruf and forbidding Munkar. Huzayfah Ibnul Yaman reported that the Messenger of Allah (pbuh) said; “By Whom in Whose hand is my soul, you shall enjoin Ma’ruf and you shall forbid Munkar, or Allah may send His punishment upon you, then you will supplicate to Him and He will not answer your prayers.” [Narrated by Ahmed and al-Tirmithi] Abu Sa’id Al-Khudri reported: The Messenger of Allah (pbuh) said; “Whoever of you sees a Munkar should change it with his hand, and if He was unable then with his tongue, and if He was unable then He should abhor it by his heart and that is the weakest of Iman (belief).” [Narrated by Muslim] Ahmed narrated from Uday ibn Uday ibn Umairah Al-Kindi, who said; “I heard the Messenger of Allah (pbuh) say:
„Wahrlich, Allah bestraft die einfachen Leute nicht wegen der Taten einiger bestimmter Personen, es sei denn, sie sehen das Munkar unter ihnen und können es leugnen, tun es aber nicht. Tun sie dies, so bestraft Allah sowohl die einfachen Leute als auch die bestimmten Personen.“ All diese Ahadith weisen auf die Pflicht hin, das Ma'ruf zu gebieten und das Munkar zu verbieten. Sie weisen auf die Pflicht hin, dem Herrscher gegenüber das Ma'ruf zu gebieten und sein Munkar zu verbieten. Zweifellos bedeutet dies, ihn für seine Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Darüber hinaus gibt es Ahadith, die sich speziell auf den Herrscher beziehen und die Pflicht bestätigen, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, und so die Bedeutung unterstreichen, dem Herrscher gegenüber das Ma'ruf zu gebieten und sein Munkar zu verbieten. Ahmad überliefert von Abu Sa'id, der sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Das beste Dschihad ist ein Wort der Wahrheit vor einem tyrannischen Herrscher.‘“ Abu Umama berichtete: „Ein Mann kam zum Gesandten Allahs ﷺ, als dieser im Begriff war, die erste Jamra (Steinwurf) zu werfen, und sagte: ‚O Gesandter Allahs, welches ist das beste Dschihad?‘ Er schwieg. Als er ﷺ die zweite Jamra warf, fragte der Mann erneut. Und wieder antwortete er ﷺ nicht. Als er ﷺ die Jamrat al-Aqaba – auch als al-Jamra al-Kubra (die große Jamra) bekannt – warf und den Fuß in den Steigbügel setzte, um zu reiten, sagte er ﷺ: ‚Wo ist die Person, die gefragt hat?‘ Der Mann sagte: ‚Ich bin es, o Gesandter Allahs.‘ Er ﷺ sagte: ‚Ein Wort der Wahrheit, gesprochen vor einem tyrannischen Herrscher.‘“ [Überliefert von Ibn Madscha und Ahmad] Dies ist ein eindeutiger Text über den Herrscher und über die Pflicht, ihm die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Dazu gehört, die Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen, gegen jene anzukämpfen, die den Rechten der Bürger vorenthalten, ihre Pflichten gegenüber ihren Untertanen vernachlässigen oder einige ihrer Angelegenheiten ignorieren. Es ist eine Pflicht, denn es ist der Befehl Allahs, und es gilt als wie das beste Dschihad. Es ist, als ob er ﷺ sagte: Das beste Dschihad in den Augen Allahs ist, gegen die tyrannischen Herrscher zu kämpfen. Dieser Beleg allein genügt, um die Pflicht zu beweisen, die Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen. Der Gesandte Allahs ﷺ hat dazu aufgerufen, gegen die tyrannischen Herrscher zu kämpfen, gleichgültig wie groß die Prüfungen sind, selbst wenn es zum Verlust des Lebens führt. Al-Hakim hat von Jabir überliefert, dass der Prophet ﷺ sagte:
‘Verily Allah would not punish the common people because of the deeds of some specific people unless they witness the Munkar among them while they are able to deny it but do not do so. If they did this Allah would then punish both the common people and the specific people.’” All of these Ahadith indicate the obligation of enjoining Ma’ruf and forbidding Munkar. They indicate the obligation of enjoining Ma’ruf towards the ruler and forbidding his Munkar. Without doubt, this means holding Him accountable for his actions. Furthermore, there are Ahadith which specifically relate to the ruler, confirming the obligation of holding Him accountable, thus stressing the importance of enjoining Ma’ruf towards the ruler and forbidding his Munkar. Ahmed narrated from Abi Sa’id, who said; “The Messenger of Allah (pbuh) said; ‘The best of Jihad is a word of truth before the tyrant ruler.’” Abu ‘Amama reported: “‘A man came to the Messenger of Allah (pbuh) when He was about to throw the first Jamra (pebble), so He said; ‘O Messenger of Allah, which is the best Jihad?’ He kept silent. When He (pbuh) threw the second Jamra, the man asked Him again. And again He (pbuh) did not answer. When He (pbuh) threw the Jamrat-ul-Aqaba - known also as Al Jamra Al Kubra - (the great Jamra), and put his foot in the stirrup to ride He said; ‘Where is the person who asked?’ The man said; ‘It is me O Messenger of Allah.’ He (pbuh) said; ‘A word of truth said before a tyrant ruler.’” [Narrated by Ibnu Majah and Ahmed] This is an explicit text about the ruler and about the obligation of saying the truth to his face. This includes holding the rulers accountable, struggling against those who withhold the citizens’ rights, neglect their duties towards their subjects, or ignore some of their affairs. It is a duty, for it is Allah’s command and is considered to be like the best of Jihad. It is as if He (pbuh) says; The best Jihad in the sight of Allah is to struggle against the tyrant rulers. This evidence alone is sufficient to prove the obligation of holding the rulers accountable. The Messenger of Allah (pbuh) has exhorted the struggle against the tyrant rulers, no matter how great the trials, even if it leads to the loss of life. It has been reported by Al-Hakim from Jabir from the Prophet (pbuh):
„Der Herr der Märtyrer ist Hamza, und ein Mann, der sich einem tyrannischen Herrscher entgegenstellte, um ihm Rat zu geben, und dabei getötet wurde." Dies gehört zu den beredtesten Formulierungen, die die Wahrheit aussprechen und zur Standhaftigkeit gegenüber Prüfungen und Schäden aufrufen, die sogar den Tod bedeuten können, im Streben, tyrannische Herrscher zur Rechenschaft zu ziehen und gegen sie zu kämpfen.
“The master of martyrs is Hamza, and a man who stood up to a tyrant ruler to advice Him and got killed.” This is of the most eloquent phrases in voicing the truth and exhorting the endurance of trials and harm which could even mean death, in the bid to hold the tyrant rulers accountable and struggle against them.