4.11 Die Ernennung oder Bestimmung eines Kronprinzen
4.11 Designating or appointing a crown prince
Das Kalifat wird einer Person nicht dadurch übertragen, dass sie bestimmt oder als Kronprinz benannt wird, denn es ist ein Vertrag zwischen den Muslimen und dem Khaleefah. Damit dieser Vertrag geschlossen werden kann, ist es Bedingung, dass die Muslime der Person den Bay’ah leisten und die Person, der sie den Bay’ah geleistet haben, ihn annimmt. Die Bestimmung oder Ernennung eines Kronprinzen erfüllt diese Bedingung nicht, sodass dadurch kein Kalifat vertraglich übertragen werden kann. Demnach kommt der Vertrag des Kalifats nicht zustande, wenn ein Khaleefah einen anderen Khaleefah zu seinem Nachfolger bestimmt, denn er hat nicht das Recht, diesen Vertrag zu schließen. Das Kalifat ist zudem das Recht der Muslime und nicht des Khaleefah, weshalb die Muslime es demjenigen übertragen, dem sie wollen. Daher ist es ebenso falsch, dass der Khaleefah jemand anderen bestimmt, das heißt ihm das Amt zusagt. Denn dies würde bedeuten, ihm etwas zu geben, das er nicht besitzt, was rechtlich verboten ist. Wenn der Khaleefah also einen anderen Khaleefah bestimmt, sei es seinen Sohn, einen Verwandten oder irgendeine andere Person, so ist dies verboten, und das Kalifat wird ihr niemals übertragen. Das liegt daran, dass diejenigen, denen der Vertrag zusteht, ihn nicht einberufen haben; daher wäre es ein nicht beauftragter Vertrag und somit ungültig.
The Khilafah post is not contracted to a person by a designation or by being named as a crown prince, for it is a contract between the Muslims and the Khaleefah. In order to be contracted it is stipulated that the Muslims should give the Bay’ah, and the person they gave their Bay’ah should accept it. Designation or appointing of a crown prince does not fulfill that so that cannot contract Khilafah. Accordingly, the contract of Khilafah is not contracted if a Khaleefah nominated another Khaleefah to succeed him, for He does not have the right to contract it. Khilafah is also the right of the Muslims and not of the Khaleefah, thus the Muslims contract it to whomsoever they wish. Therefore it is wrong as well for the Khaleefah to designate someone else, i.e. to promise him the post. For it would be giving him something He does not own; which legally forbidden. So if the Khaleefah designated another Khaleefah, whether He was his son or his relative or any other, this would be forbidden and the Khilafah would never be contracted to him. This is because those who own the contract did not convene it; therefore it would be an uncommisioned contract and thus invalid.
Was die Behauptungen betrifft, Abu Bakr habe ‘Umar bestimmt, ‘Umar habe die „Sechs“ bestimmt, und die Sahabah hätten keinen Einwand erhoben und geschwiegen, was einen allgemeinen Konsens anzeige: Diese Behauptungen belegen nicht die Zulässigkeit, einen Kronprinzen zu bestimmen oder zu ernennen. Denn Abu Bakr hat keinen Khalifen bestimmt, sondern lediglich die Muslime befragt, wen sie als ihren Khalifen wollten, und ‘Ali und ‘Umar wurden als Kandidaten genannt. Die Muslime wählten dann ‘Umar mehrheitlich in den letzten drei Monaten der Herrschaft Abu Bakrs. Nach dessen Tod kamen die Muslime und leisteten ‘Umar den Bay’ah; erst dann wurde ihm das Khilafah-Amt übertragen. Denn bis zu diesem Augenblick, also vor der Bay’ah, war er kein Khalif, und das Khilafah-Amt war ihm noch nicht übertragen worden, weder durch die Ernennung Abu Bakrs noch durch die Wahl der Muslime. Es wurde erst übertragen, als sie ihm ihre Bay’ah gaben und er sie annahm. Was ‘Umars Bestimmung der „Sechs“ betrifft, so war dies lediglich eine Nennung dieser Personen auf die Bitte der Muslime hin. Dann befragte ‘Abdurrahman ibn ‘Auf die Muslime, welchen der Sechs sie als ihren Khalifen wollten. Die meisten von ihnen wählten ‘Ali, sofern er den Handlungen Abu Bakrs und ‘Umars folgen würde, andernfalls ‘Uthman. Als ‘Ali es ablehnte, den Handlungen Abu Bakrs und ‘Umars zu folgen, gab ‘Abdurrahman seinen Bay’ah an ‘Uthman, und danach leisteten ihm die Muslime ihren Bay’ah.
As for the claims that Abu Bakr had designated ‘Umar and that ‘Umar had designated the “Six” and that the Sahabah did not object and kept silent, indicating general consensus. These claims do not in fact indicate the permissibility of designating or appointing of a crown prince. This is because Abu Bakr had not designated a Khaleefah but merely consulted the Muslims regarding whom they wanted to be their Khaleefah, and ‘Ali and ‘Umar were nominated as candidates. The Muslims then chose ‘Umar by a majority during the last three months of Abu Bakr’s Khilafah. After his death, the Muslims came and gave their Bay’ah to ‘Umar; only then was the Khilafah post contracted to him. For up to that moment, i.e. before the Bay’ah, He was not a Khaleefah and the Khilafah had not yet been contracted to him, neither by Abu Bakr’s nomination, nor by the Muslims choice. It was contracted only when they gave him their Bay’ah and when He accepted it. As for ‘Umar’s designation of the “six”, this was merely a nomination for them in response to the Muslims request. Then ‘Abdul-Rahman ibn Awf consulted the Muslims as to which of the six they wanted to become their Khaleefah. So most of them chose ‘Ali if He adhered to Abu Bakr and ‘Umar’s actions, otherwise ‘Uthman. When ‘Ali declined to follow the actions of Abu Bakr and ‘Umar’, ‘Abdul Rahman gave his Bay’ah to ‘Uthman and then the Muslims gave him their Bay’ah.
Daher wurde das Khilafah-Amt dem ‘Uthman durch die Bay’ah der Leute übertragen, nicht durch die Ernennung ‘Umars, und auch nicht durch die Wahl der Leute. Denn wenn die Leute ihm nicht ihre Bay’ah gegeben hätten und er das Khilafah-Amt nicht angenommen hätte, wäre es nicht vertraglich übertragen worden. Daher ist die Bay’ah der Muslime an den Khalifen grundlegend, und es ist verboten, das Khilafah durch die Einsetzung eines Kronprinzen oder durch Designation zu vertraglich zu regeln, denn es ist ein Vertrag der Autorität (Wilayah), der die Regeln von Verträgen erfüllen muss.
Therefore, the Khilafah was contracted to ‘Uthman by the people’s Bay’ah and not by ‘Umar’s nomination, nor by the people’s choice. For if people had not given him their Bay’ah and if He had not accepted the Khilafah post. This would not have been contracted. Therefore, the Bay’ah of the Muslims to the Khaleefah is fundamental, and it is forbidden to contract Khilafah by appointing a crown prince or by designation, for it is a contract of authority (Wilayah) that should fulfill the rules of contracts.