14.2 Zins: Wucher (Riba)
14.2 InterestUsury (Riba)
Die Scharia hat Wucher absolut verboten, unabhängig von seinem Prozentsatz, ob er hoch oder niedrig war. Der Wuchergewinn ist definitiv haram; niemand hat das Recht, ihn zu besitzen, und er muss an seine ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben werden, sofern diese bekannt sind. Allah (SWT) sagt:
Shar’a prohibited usury absolutely, regardless of its percentage, whether it was high or low. The usury gain is definitely Haram; nobody has the right to own it, and it has to be returned to its original owners if they were known. Allah (swt) said:
„Diejenigen, die Zins (riba) verschlingen, werden nur so aufstehen, wie derjenige aufsteht, den der Satan durch Berührung zum Wahnsinn treibt. Das deshalb, weil sie sagen: Handel ist doch genau wie Zins, während Allah den Handel erlaubt und den Zins verboten hat. Wem eine Ermahnung von seinem Herrn zukommt und er sich enthält (und gehorcht), dem gehört, was früher geschehen ist, und seine Angelegenheit liegt bei Allah. Wer aber zurückkehrt (zum Wucher), das sind die Gefährten des Feuers; darin werden sie ewig verweilen.“ [Al-Baqarah: 275] Und Er (swt) sagte:
“Those who devour (take) interest (riba) cannot stand except as the one whom the Satan, by (his) touch, drives Him to madness. That is because they say: Trade is just like riba, whereas Allah permitted trade and forbade riba. The one to whom an admonition from his Lord comes and He refrains (in obedience thereto), He shall keep (the profits of) that which is past, and his affair (henceforth) is with Allah. As for Him who returns (to usury), such are rightful owners of the fire. They will abide therein eternally.” [Al-Baqarah: 275] And He (swt) said:
„O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und verzichtet auf das, was von den Zinsforderungen noch übrig ist, wenn ihr gläubig seid. Und wenn ihr es nicht tut, so seid gewarnt vor Krieg von Allah und Seinem Gesandten. Und wenn ihr bereut, so steht euch euer Kapital zu, ohne dass ihr Unrecht begeht und euch Unrecht geschieht.“ [Al-Baqarah: 278-279].
“O you who believe! Observe your duty to Allah, and give up what remains of your demands for usury, if you are (in truth) believers. And if you do not, then take notice of war (against you) from Allah and His Messenger. And if you repent then you have your capital (without interest). Deal not unjustly, nor be dealt with unjustly.” [Al-Baqarah: 278-279].
Die wahre Wirklichkeit des Wuchers besteht darin, dass der Zins, den der Wucherer nimmt, eine Ausbeutung der Anstrengung der Menschen ist und eine Vergütung ohne jegliche eigene Anstrengung darstellt. Dass das Geld, auf dem Wucher erhoben wird, mit gesichertem Zins angelegt ist und keinerlei Verlustrisiko unterliegt, widerspricht der allgemeinen Regel, die besagt: „Der Verlust geht mit dem Gewinn einher.“ Daher ist es erlaubt, Vermögen durch Teilhabe (Musharaka), Mudharaba und Halbpacht (Muzara'a) innerhalb ihrer Bedingungen anzulegen, da die Gemeinschaft von ihnen profitiert und die Anstrengung anderer Menschen nicht ausgebeutet wird. Vielmehr sind sie ein Mittel, das es ihnen ermöglicht, aus ihrer eigenen Anstrengung Nutzen zu ziehen, und diese Anlage unterliegt dem Verlust ebenso wie dem Gewinn, was sich vom Wucher unterscheidet. Das Verbot des Wuchers ergibt sich jedoch aus dem Text, der nicht begründet wurde, und die Ahadith des Gesandten Allahs ﷺ haben die Güter erläutert, bei denen Wucher (Mehrung oder Minderung) verboten ist. Dennoch mag der Gedanke aufkommen, dass der Besitzer eines Vermögens es für sich behalten wird und nicht großzügig genug sein könnte, es den Bedürftigen zu leihen, um ihre Bedürfnisse zu decken. Eine solche Not würde auf dem Bedürftigen lasten, daher sollte es ein Mittel geben, diesem Bedarf zu begegnen. Zudem sind die Bedürfnisse heutzutage zahlreich und vielfältig geworden, und der Wucher wurde zur Grundlage des Handels, der Landwirtschaft und der Industrie. Deshalb wurden Banken gegründet, um mit Wucher zu handeln, und es gibt keinen anderen Weg als sie, so wie es keinen anderen Weg als die Wucherer gibt, die Bedürfnisse zu decken.
The true reality of usury is that the interest which the usurer takes is an exploitation of the effort of the people, and it is a recompense without spending any effort; and because the money on which usury is taken is of secured interest, not subject to any loss, is a matter which disagrees with the general rule which states: ‘Loss goes with the gain.’ Therefore, investing the property by partnership, Mudharaba and sharecropping within their conditions is allowed as the community benefits from them and the effort of other people is not exploited, but they are rather a means which enables them to benefit from their own effort, and this investment is subject to loss as it is subject to profit, a matter which is different than usury. However, prohibiting the usury was by the text, which was not reasoned, and the Ahadith of the Messenger of Allah (pbuh) explained the commodities in which usury (increase or decrease) is prohibited. Anyhow, it may occur to the mind that the person who possesses a property will keep it for himself, and He may not be generous enough to lend it to the needy in order to meet their needs. Such need will press on the needy person, so there should be a means to meet such need. Moreover, the needs, nowadays, have become numerous and varied, and usury became the foundation of trading, agriculture and industry. Therefore, banks were established to deal with usury, and there is no way other than them as there is no way other than usurers to meet the needs.
Die Antwort darauf lautet, dass wir von der Gesellschaft sprechen, in der der gesamte Islam einschließlich seiner wirtschaftlichen Aspekte angewendet wird, und nicht von der Gesellschaft in ihrem gegenwärtigen Zustand. Das liegt daran, dass die heutige Gesellschaft nach dem kapitalistischen System geführt wird; deshalb ist die Bank darin als eine der Notwendigkeiten des Lebens entstanden. Der Eigentümer des Besitzes, der sich in seinem Eigentum frei sieht und der sich frei dazu sieht, durch Betrug, Monopol, Glücksspiel, Wucher und dergleichen auszubeuten, ohne Aufsicht durch eine Regierung oder Beschränkung durch ein Gesetz, betrachtet zweifellos den Wucher und die Bank als Notwendigkeiten des Lebens.
The answer to this is that we talk about the society in which the whole of Islam including the economic aspects, is applied, not about the society in its current situation. This is because the current society is run according to the Capitalist system; therefore, the bank emerged in it as one of life’s necessities. So the owner of the property who sees himself free in his ownership, and who sees himself free to exploit by cheating, monopoly, gambling, usury and such like, without supervision from a government or restriction by a law no doubt, considers usury and the bank to be of life’s necessities.
Das gegenwärtige Wirtschaftssystem muss vollständig verändert und radikal und restlos durch das islamische Wirtschaftssystem ersetzt werden. Würde dieses System beseitigt und das islamische System angewandt, so würde es den Menschen so erscheinen, dass in der Gesellschaft, in der der Islam angewandt wird, Wucher nicht notwendig erscheint, denn wer ein Darlehen aufnehmen muss, benötigt es entweder zum Lebensunterhalt oder für die Landwirtschaft. Dem ersten Bedürfnis begegnet der Islam, indem er jedem Bürger den Lebensunterhalt sichert. Dem zweiten begegnet er, indem er Bedürftigen zinslos Darlehen gewährt. Ibn Hibban überlieferte von Ibn Mas'ud, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn ein Muslim einem anderen Muslim zweimal ein Darlehen gewährt, so wird es ihm wie eine einmalige Sadaqa angerechnet.“ Das Gewähren von Darlehen an Bedürftige wird empfohlen, und das Aufnehmen eines Darlehens ist nicht verwerflich, sondern sogar empfohlen, denn der Gesandte Allahs ﷺ pflegte selbst Darlehen aufzunehmen. Da es Darlehen gibt und sie sowohl für den Schuldner als auch für den Gläubiger empfohlen sind, wurde deutlich, dass der Wucher zu den schwersten Schäden des Wirtschaftslebens gehört. Vielmehr wurde offenkundig, dass es notwendig ist, den Wucher zu beseitigen und durch Gesetzgebung und Lenkung im Einklang mit dem System des Islam starke Schranken zwischen ihm und der Gesellschaft zu errichten.
The current economic system has to be changed completely and to be replaced, radically and completely, by the Islamic system of economics. If this system was removed and the Islamic system was applied, then it will appear to the people that in the society in which Islam is applied, usury does not appear to be necessary, because the one who needs to borrow, needs that for either living or farming. In regard to the first need, Islam meets it by securing the livelihood for every citizen. As for the second need, Islam meets that by lending to the needy without usury. Ibn Hibban narrated from Ibn Mas’oud that He said that the Messenger of Allah (pbuh) said: “Any Muslim who lends (to) another Muslim twice, surely it would be counted as one charity.” Lending to the needy is recommended and borrowing is not disliked, it is rather recommended because the Messenger of Allah (pbuh) used to borrow. And since borrowing exists, and it is recommended for the borrower and the lender, then it became apparent that usury is one of the most severe harms to economic life. It rather became obvious that it is necessary to eliminate usury and to establish thick barriers between it and the society by legislation and direction in accordance with the system of Islam.
Wenn der Wucher beseitigt würde, gäbe es keine Notwendigkeit für die heute bestehenden Banken. Der Bait ul-Mal (Staatskasse) bliebe als einziger Verleiher von Vermögen ohne Zins, nachdem die Möglichkeit, aus dem Vermögen Nutzen zu ziehen, festgestellt wurde. ‘Umar ibn al-Khattab gab den Bauern im Irak Vermögenswerte aus dem Bait ul-Mal, damit sie ihr Land nutzen konnten. Das göttliche Gesetz (Hukm Shar’i) besagt, dass den Bauern aus dem Bait ul-Mal Vermögenswerte gegeben werden, die ihnen helfen, ihr Land zu nutzen, bis die Ernte eingebracht ist. Imam Abu Yusuf sagte: „Dem Bedürftigen wird ein Vermögenswert als Darlehen aus dem Bait ul-Mal gegeben, den er benötigt, um sein Land zu bearbeiten.“ Da der Bait ul-Mal den Bauern für die Landwirtschaft Darlehen gibt, gibt er sie auch anderen, etwa Handwerkern, die individuelle Arbeit verrichten, oder Dingen, die sie zu ihrem Lebensunterhalt benötigen. ‘Umar gab den Bauern, weil sie bedürftig waren, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten; reichen Bauern wurde nichts aus dem Bait ul-Mal gegeben, um ihre Produktion zu steigern. In Analogie zu den Bauern werden auch alle anderen Menschen versorgt, die ihnen ähnlich sind und bedürftig, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Gesandte Allahs ﷺ gab einem Mann ein Seil und eine Axt, damit er Holz schlagen und so seinen Unterhalt verdienen konnte. Das Meiden des Wuchers hängt jedoch nicht von der Existenz einer islamischen Gesellschaft, eines islamischen Staates oder der Existenz desjenigen ab, der Vermögen verleiht. Vielmehr ist Wucher ḥarām, und er muss gemieden werden, unabhängig davon, ob es einen islamischen Staat gibt oder nicht, ob es eine islamische Gesellschaft gibt oder nicht, und ob es Leute gibt, die Vermögen verleihen oder nicht.
If usury was eliminated then there would be no need for the banks, which exist today. The Bait ul-Mal (treasury fund) will remain the only lender of property without interest after ascertaining the possibility of benefiting from the property. ’Umar ibn al Khattab gave the farmers in Iraq properties from the Bait ul-Mal to (help them) use their land’. The divine law (Hukm Shar’i) states that the farmers are given from the Bait ul- Mal properties which help them to use their land, until the crops are collected. Imam Abu Yusuf said: ‘The needy is given a property as a loan from the Bait ul-Mal which He needs in order to work in his land.’ As the Bait ul-Mal lends to farmers for agriculture, it lends to others like the craftsmen who carry out individual work or things they may need to maintain themselves. ’Umar gave to the farmers because they were in need to meet their own livelihood; so the rich farmers would not be given anything from the Bait ul-Mal to increase their production. By analogy with farmers, any other people similar to them in need for meeting their own livelihood are provided for. The Messenger of Allah (pbuh) gave a man a rope and an axe to cut wood for gaining his food. However, avoiding usury is not subject to the existence of the Islamic society, or the existence of the Islamic State, or the existence of the one who lends the property, rather usury is Haram and it must be avoided whether there is an Islamic State or not, and whether there is an Islamic society or not, or there are those who lend property or not.