25.8 Politik der Selbstversorgung
25.8 Policy of Self-Sufficiency
Die Politik der Autarkie bedeutet, dass ein Land danach strebt, sich selbst zu versorgen, und eine geschlossene Wirtschaftseinheit zu bilden, die aus eigener Kraft bestehen könnte. Ein solches Land würde weder Waren importieren noch exportieren. Sein Ziel würde in diesem Fall über die protektionistische Theorie hinausgehen, sich von der Theorie der Volkswirtschaft unterscheiden und der Freihandelstheorie widersprechen.
The policy of self-sufficiency means that a country aims towards being self-sufficient and to form a closed economic unit that could survive on its own. This country would not import nor export any commodities. Her aim would, in this instance, go beyond the protectionist theory, differ from the theory of national economy and contradict the free trade theory.
Die Theorie der Autarkie, die zwischen den beiden Weltkriegen umgesetzt wurde, trat in zwei Formen hervor: als isolationistische Autarkie und als expansionistische Autarkie. Nazi-Deutschland stellte ein Modell eines Landes dar, das eine Autarkiepolitik verfolgte; für Deutschland war dies eine Maßnahme, die durch seine Innen- und Außenpolitik ausgelöst wurde, die nicht mehr mit den Regeln des internationalen Handels übereinstimmte.
The theory of self-sufficiency which has been implemented between the last two world wars has been highlighted in two forms: Isolationist self-sufficiency and expansionist self-sufficiency. Nazi Germany represented a model of a country which adopted a self-sufficiency policy; it was, for her, a measure triggered by Germany’s home and foreign policies, which no longer fitted with the rules of international trade.
Obwohl die Politik der Autarkie tatsächlich eine Vielzahl von Maßnahmen umfasste, die politische Ziele verfolgten, sehen ihre Verfechter darin eine grundlegende wirtschaftliche Basis, die sich in der Feststellung zusammenfassen lässt, dass ein Land, das über Rohstoffe, Chemikalien, Maschinen und Arbeitskräfte verfügt, in der Lage sein sollte zu überleben. Entscheidend sei die Organisation. Das Kapital sei dagegen zweitrangig. Es ist die Regierung, die sich ein politisches Programm wählt, dem sie die Wirtschafts- und Finanzführung unterordnet. Damit die Politik der Autarkie ihr Ziel erreicht, nämlich die lokale Wirtschaft in die Lage zu versetzen, sich selbst zu versorgen, muss die Regierung bereit sein, auf vieles von dem zu verzichten, was sie benötigt, denn eine Autarkiepolitik würde ein Land unfähig machen, all seine Bedürfnisse zu befriedigen. Wesentlich für diese Politik ist, die Grundbedürfnisse des Einzelnen, der Nation und des Staates ausschließlich aus der lokalen Wirtschaft zu decken, und zwar so, dass sie das Land auf einen Aufwärtstrend ausrichtet. Daher wäre der Staat, der im Außenhandel eine Autarkiepolitik betreibt, gezwungen, sich jene Länder anzueignen, die er benötigt, um Rohstoffe, Absatzmärkte, Arbeitskräfte, Experten usw. zu erwerben. Diese Aneignung könnte entweder in Form einer direkten Eingliederung oder in Form von Handelsverträgen erfolgen. Was die Aufhebung der wirtschaftlichen Grenzen betrifft, so würde dies bedeuten, das Land zu annektieren, d. h. die politischen Grenzen aufzuheben, denn es wäre unmöglich, wirtschaftliche Grenzen ohne die Aufhebung der politischen Grenzen abzuschaffen. Könnte der Staat die Länder, die er benötigt, um die ihm fehlenden Materialien zu beschaffen, nicht annektieren, so sollte er in diesem Fall ausharren und auf die Befriedigung einiger seiner Bedürfnisse verzichten, wobei er darauf achten muss, einen Mangel an lebensnotwendigen Gütern zu vermeiden, denn in einem solchen Fall könnte er nicht ausharren, während der Mangel an nicht lebensnotwendigen Gütern verkraftbar wäre.
Although the policy of self-sufficiency represented in fact a host of measures which had political aims, the champions of such policy deem that it represents a fundamental economic basis, which is summarised in the fact that a country who possesses raw materials, chemicals, machines and manpower, should be able to survive. The point at hand would be organisation. As for capital, this is secondary. It is the government which chooses for itself a political program, to which they submit the economic and financial management. In order for the policy of self-sufficiency to achieve its aim, which would be to render the local economy able to be self-sufficient, the government should be prepared to manage without many of it’s needs; because the policy of self-sufficiency would make a country unable to fulfil all her needs. What is important for this policy is to be able to fulfil the basic needs of the individual, the nation and the State while relying exclusively on the local economy, in a manner that would set her in an upward trend. Therefore, the State which operates a policy of self-sufficiency in foreign trade would be obliged to annexe the countries she would need in order to acquire raw materials, markets, manpower, and experts etc. This annexation would either take the form of a direct merger, or that of commercial treaties. As for the abolition of economic frontiers, this would mean annexing the country i.e. abolishing the political borders, for it would be impossible to abolish economic borders without the abolishment of the political borders. If the State could not annexe the countries that she needs in order to acquire the materials she lacks, she should in this case persevere without fulfilling some of her needs, while aiming to avoid a shortage of basic necessities, for in such a case she would not be able to persevere, whereas lacking non basic necessities could be afforded.
Dies ist eine Zusammenfassung der isolationistischen und expansionistischen Autarkiepolitik. Die isolationistische Politik besteht darin, dass die Grundbedürfnisse verfügbar sind; die expansionistische Politik hingegen erreicht innerhalb eines bestimmten Rahmens durch Annexion oder Verträge die Versorgung mit allen Notwendigkeiten, seien es Grundbedürfnisse oder Luxusgüter. Betrachtet man die Politik der Selbstversorgung genauer, so erkennt man, dass sie keine wirtschaftliche oder handelspolitische Lösung darstellt. Sie ist lediglich eine vorübergehende Vorsichtsmaßnahme, die der Staat gegen eine mögliche ausländische wirtschaftliche oder handelspolitische Blockade ergreift. Sie ist daher keine Lösung für die Außenbeziehungen, sondern eine reaktive Maßnahme, die ein Land ergreifen kann, wenn es einem ausländischen wirtschaftlichen oder handelspolitischen Embargo unterworfen wird. Sie gehört daher zu den Methoden und Mitteln und nicht zu den Regeln. Es wäre deshalb falsch zu fragen, welche Bestimmung der Scharia zu dieser Politik gilt. Ebenso falsch wäre es zu behaupten, sie widerspreche dem Islam oder weiche von ihm ab, denn sie ist lediglich eine Vorgehensweise, die angenommen werden kann. Diese Politik könnte daher als Vorgehensweise übernommen werden, wenn sie eine praktische Wirklichkeit hat, d. h. wenn ein Land belagert wird und es möglich ist, allein auf die heimische Wirtschaft zu vertrauen, um seine Grundbedürfnisse zu decken. Diese Politik würde nicht angewandt, wenn sie keine Wirklichkeit hätte und es unmöglich wäre, hinsichtlich der Grundbedürfnisse des Staates, der Umma und der Einzelnen autark zu sein.
This is a summary of the isolationist and expansionist self-sufficiency policies. The isolationist is where the basic needs are available; whereas the expansionist policy, within a specific scope, is achieved by annexation or treaties in order to provide all the necessities, be they basic or luxuries. If one were to look closer at the policy of self-sufficiency, one would realise that it does not rise to the level of being a commercial or economic solution. It is merely a temporary preventive measure which the State would undertake against a potential foreign economic or commercial siege. Therefore, it is not a remedy for foreign relations, but a reactive measure that a country may undertake if she were subjected to a foreign economic or commercial embargo. Therefore it would form part of the styles and means and not the rules. It would therefore be wrong to ask what the Shari’ah rule is concerning this policy. It would also be wrong to say that it contradicts or differs from Islam, for it is merely a style that might be adopted. Therefore, this policy could be taken as a style if it were to have a practical reality i.e. if a country were under siege and it were possible to rely solely on the home economy to meet it’s basic needs. This policy would not be adopted if it had no reality and it was impossible to be self-inefficient regarding the basic needs of the State, the Ummah and the individuals.
Diese Politik gehört zu den Angelegenheiten der Verwaltung, die der Khalifah übernimmt und für die die Shar'a ihm erlaubt hat, sich für jene Form zu entscheiden, die er für angemessen hält und die im Interesse der Muslime liegt.
This policy is part of the management of affairs undertaken by the Khalifah and which Shar’a has allowed Him to opt for, in whichever style He deems appropriate and in the interest of the Muslims.