22 Die Verteilung des Reichtums unter den Menschen
22 Distributing Wealth among the People
Der Islam erlaubt das Privateigentum des Einzelnen, hat jedoch die Art und Weise des Eigentums festgelegt. Er hat dem Einzelnen erlaubt, über das, was er besitzt, frei zu verfügen, doch hat er auch die Art und Weise dieser Verfügung bestimmt. Der Islam hat die Unterschiede in den körperlichen und geistigen Fähigkeiten unter den Menschen berücksichtigt; daher hat er Vorkehrungen getroffen, den Schwachen und Bedürftigen zu helfen, indem er den Wohlhabenden gebietet, den Armen und Bedürftigen zu geben. Der Islam hat außerdem die Versorgungsgüter, die ihrer Natur nach für die Gemeinschaft unentbehrlich sind, zum öffentlichen Eigentum aller Muslime erklärt und es jedem Menschen untersagt, solche Versorgungsgüter privat zu besitzen oder für sich selbst oder für andere zu beanspruchen. Ebenso hat er die Verantwortung für die Bereitstellung der Güter, sei es als Waren oder als Dienstleistungen, dem Staat übertragen, und er hat dem Staat außerdem erlaubt, bestimmte Besitztümer ausschließlich zu erwerben.
Islam allows individual ownership, but has determined the manner of ownership. It has permitted the individual to freely dispose of what He or she owns, but it has also determined the manner of disposal. Islam has taken into account the disparity in the physical and mental abilities among the humans; therefore it has made provision to help the weak and the needy, by commanding the wealthy to give to the poor and needy. Islam has also made the utilities, which are in their nature indispensable to the community, a public property for all Muslims, and has forbidden any person from privately owning or protecting for himself or for others such utilities. It has also delegated the responsibility of providing the wealth, either as commodities or as services, to the State, and it has also permitted the State to exclusively acquire certain properties.
Der Islam hat daher den Lebensunterhalt jedes Bürgers des Staates gewährleistet und sichergestellt, dass die Gemeinschaft nicht zerfällt, sondern zusammenhält. Der Islam hat außerdem die Interessen der Einzelnen geschützt, die Verwaltung der Angelegenheiten der Gemeinschaft gewährleistet und den Bestand des Staatswesens bewahrt, dem die notwendigen verbindlichen Befugnisse übertragen wurden, um seine wirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Dies wäre jedoch nur erreichbar, wenn die Gesellschaft eine Ordnung beibehielte, die es ermöglicht, dass der Reichtum jeden Einzelnen innerhalb der Gesellschaft erreicht, und wenn wiederum die Einzelnen innerhalb der Gesellschaft insgesamt allen Regeln der Scharia folgten. Wenn jedoch die Gesellschaft auf krassen Ungleichheiten beruhte, wie es heutzutage in der islamischen Welt der Fall ist, dann muss zwischen den Bürgern durch ein neues Verteilungsverfahren ein Ausgleich geschaffen werden, um eine Annäherung bei der Deckung der Grundbedürfnisse herbeizuführen.
Islam has therefore guaranteed the livelihood for each citizen of the State, and ensured that the community does not fragment but rather remains cohesive. Islam has also protected the interests of the individuals and guaranteed the management of the community affairs, and the preserving of the entity of the State, which has been delegated with the necessary mandatory powers to carry out her economic responsibilities. This, however, could only be achievable if the society maintained a pattern which enables the wealth to reach each individual within the society, and if in turn the individuals within the society were collectively adherent to all of the Shari’ah rules. However, if the society were based on flagrant disparities, as is the case nowadays in the Islamic world, then a balance through a new process of distribution must be struck between the citizens in order to bring about a rapprochement in the provision of basic needs.
Darüber hinaus würden die Menschen, wenn ihr Verstand bei der Umsetzung der Scharia-Regeln infolge eines Missverständnisses oder einer zufälligen Verderbnis vom rechten Weg abkäme, oder wenn der Staat seine Pflichten vernachlässigte oder seine Befugnisse missbrauchte, in die Irre gehen, und die Gesellschaft würde vom richtigen Kurs abweichen. Dies würde zu Egoismus, Selbstsucht und Misswirtschaft beim individuellen Eigentum führen, und das wiederum würde zu einer ungerechten Verteilung des Reichtums unter den Menschen führen. Deshalb muss ein Gleichgewicht zwischen den Einzelnen gewahrt werden, und wenn es fehlt, muss es dann hergestellt werden.
Furthermore, if people’s minds were to suffer deviation in the implementation of the Shari’ah rules, due to misconception, or an incidental corruption; or if the State were to neglect its duties or abuse its powers, then they would go astray and society would deviate from the right course. This would lead to egoism, selfishness and mismanagement of the individual ownership, and it would in turn lead to the maldistribution of wealth among people. That is why a balance between individuals must be maintained, and were it to be lacking, it must then be generated.
Zwei Umstände könnten zu einer ungleichen Verteilung des Reichtums unter den Menschen führen. Der erste wäre, den Umlauf des Reichtums ausschließlich auf die Reichen zu beschränken; der zweite wäre, die Menschen von diesem Reichtum auszuschließen und sie daran zu hindern, die Mittel zu erwerben, mit denen dieser Reichtum in Umlauf gebracht wird. Der Islam hat diese beiden Fragen gelöst, indem er eine Vielzahl von Regeln der Scharia vorgeschrieben hat, die darauf abzielen, dass der Reichtum ohne jede Ausnahme unter allen Menschen zirkuliert. Der Islam hat außerdem einige Regeln der Scharia erlassen, die das Horten von Gold und Silber verhindern, da diese das Tauschmittel darstellen, und die deren Umlauf innerhalb der Gesellschaft unter allen Einzelnen sicherstellen. Dies würde die verdorbene Gesellschaft und die abgewichene oder vom Abweichen bedrohte Gesellschaft wieder in Ordnung bringen, und es würde darauf abzielen, allen Bürgern Reichtum zukommen zu lassen, einem nach dem anderen, bis jeder Einzelne seine Grundbedürfnisse vollständig gedeckt sieht und jeder Einzelne in die Lage versetzt wird, so viel an Annehmlichkeiten zu erwerben, wie er kann.
Two matters could lead to the maldistribution of wealth among people. The first would be to allow the circulation of wealth exclusively among the rich; and the second would be to deprive people from that wealth, and to prevent them from acquiring the means of circulation of that wealth. Islam has solved these two matters by decreeing a host of Shari’ah rules designed to ensure that the wealth is circulated among all people with no exception. Islam has also decreed some Shari’ah rules which prevent the hoarding of gold and silver, for they represent the means of exchange, and which ensure their circulation within the society among all individuals. This would redress the corrupted society, and the deviated or the society likely to deviate and it would aim at providing the wealth to all the citizens, one by one until each individual has his basic needs fully satisfied, and each individual has been enabled to acquire as much of the luxuries as He can.