0. Einführung: Palästina als ein Name, der in der gesamten antiken Geschichte häufig verwendet wurde
0. Introduction : Palestine As A Name Commonly Used Throughout Ancient History
Erstmals belegt in der späten Bronzezeit, vor etwa 3200 Jahren, ist der Name Palästina (griechisch: Παλαιστίνη; arabisch: فلسطين, Filastin) die gebräuchliche Bezeichnung, die zwischen 450 v. Chr. und 1948 n. Chr. für eine geographische Region zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan sowie für verschiedene angrenzende Gebiete verwendet wurde. Dieses Werk untersucht die Entwicklung des Begriffs, die Geschichte, Identität, Sprachen und Kulturen Palästinas von der späten Bronzezeit bis in die Moderne. Zudem wird die Geschichte Palästinas im Westen oft als Geschichte eines Landes gelehrt, nicht als palästinensische Geschichte oder als Geschichte eines Volkes. Dieses Buch stellt sich gegen den kolonialen Zugang zu Palästina und den verderblichen Mythos vom Land ohne Volk (Masalha 1992, 1997) und plädiert dafür, die Geschichte Palästinas mit den Augen der indigenen Bevölkerung Palästinas zu lesen.
First documented in the late Bronze Age, about 3200 years ago, the name Palestine (Greek: Παλαιστίνη; Arabic: فلسطين , Filastin), is the conventional name used between 450 BC and 1948 AD to describe a geographic region between the Mediterranean Sea and the Jordan River and various adjoining lands. This work explores the evolution of the concept, histories, identity, languages and cultures of Palestine from the Late Bronze Age to the modern era. Moreover, Palestine history is often taught in the West as a history of a land, not as Palestinian history or a history of a people. This book challenges colonial approach to Palestine and the pernicious myth of a land without a people (Masalha 1992, 1997) and argues for reading the history of Palestine with the eyes of the indigenous people of Palestine.
Die Palästinenser sind die indigene Bevölkerung Palästinas; ihre einheimischen Wurzeln sind tief im Boden Palästinas verankert, und ihre autochthone Identität und ihr historisches Erbe reichen weit vor die Entstehung einer lokalen, noch jungen palästinensischen Nationalbewegung in der späten osmanischen Zeit und das Aufkommen des zionistischen Siedlerkolonialismus vor dem Ersten Weltkrieg zurück.
The Palestinians are the indigenous people of Palestine; their local roots are deeply embedded in the soil of Palestine and their autochthonous identity and historical heritage long preceded the emergence of a local Palestinian nascent national movement in the late Ottoman period and the advent of Zionist settler-colonialism before the First World War.
Friedrich Nietzsche argumentierte, dass Geschichte stets aus einer bestimmten Perspektive und mit einer bestimmten Perspektive geschrieben wird und dass die Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven jeweils anders aussieht, obwohl manche Perspektiven empirisch wahrhaftiger oder weniger verzerrend sind als andere. Dieses Werk zielt nicht darauf ab, eine große Erzählung oder eine Metaerzählung für Palästina zu schaffen, etwa um die gründenden Mythen des Zionismus zu spiegeln oder nachzuahmen. Doch die Berücksichtigung alternativer und kritischer Perspektiven sowie die Suche nach Belegen und empirischen Nachweisen sind ebenfalls zentrale Elemente kritischer historischer Schreibweise. Unter Heranziehung einer breiten Palette zeitgenössischer Belege, Zeugnisse und Quellen wendet dieses Buch einen Ansatz multipler Perspektiven auf die Geschichte Palästinas über die Zeiten hinweg an und behält dabei stets die Realitäten des Landes und seiner indigenen Bevölkerung im Blick. Ferner wird argumentiert, dass die mehrlineare Entwicklung der begrifflichen Erfahrung Palästinas mit ihren unerwarteten Wendungen im Laufe von Zeit und Raum sich auf die allgemeinen und konkreten Ideen konzentriert, die die historischen und grundlegenden Merkmale sowie die gelebten Erfahrungen Palästinas und seiner indigenen Bevölkerung repräsentieren.
Friedrich Nietzsche argued that history is always written from and with a particular perspective and the past looks different from different perspectives, although some perspectives are empirically more truthful or less distorting than others. This work is not aimed at creating a grand narrative or a metanarrative for Palestine, as a way of mirroring or mimicking the foundational myths of Zionism. However, considering alternative and critical perspectives and looking for proof and empirical evidence are also central to critical historical writing. Using a wide range of contemporary evidence, testimony and sources, this book applies a multiple-perspective approach to the history of Palestine across time, while always keeping in mind the realities of the country and its indigenous people. It further argues that multi-linear evolution of the conceptual experience of Palestine, with its unanticipated twists and turns over time and space, centre on the general and concrete ideas which represent the historical and fundamental characteristics and lived experiences of Palestine and its indigenous people.
Die geopolitische Einheit und die kontextbezogenen Darstellungen (sowie die indigene Deutung) Palästinas sind tief verwurzelt im kollektiven Bewusstsein und in den empirischen Erfahrungen der indigenen Bevölkerung Palästinas sowie in der multikulturellen und gemeinsamen alten Vergangenheit.
The geo-political unit and contextualised representations (and indigenous framing) of Palestine are deeply rooted in the collective consciousness and empirical experiences of the indigenous people of Palestine and the multicultural and shared ancient past.
Der Name Palästina ist ab der Spätbronzezeit (ab 1300 v. Chr.) der am häufigsten verwendete. Der Name findet sich in unzähligen Geschichtswerken, abbasidischen Inschriften aus der Provinz Jund Filastin (Elad 1992), islamisch-numismatischen Belegen, Karten (darunter „Weltkarten“, beginnend mit der Antike), philistäischen Münzen aus der Eisenzeit und der Antike sowie in großen Mengen umayyadischer und abbasidischer Münzen aus Palästina, die den Prägeort Filastin tragen. Wie weiter unten gezeigt wird, bezeichneten auch die Manuskripte der mittelalterlichen Genisa von al-Fustat (Alt-Kairo) die arabisch-muslimische Provinz Filastin (Gil 1996: 28‒29). Ab der Spätbronzezeit wichen die Namen, die für die Region verwendet wurden, wie Djahi, Retenu und Kanaan, allesamt dem Namen Palästina.
The name Palestine is the most commonly used from the Late Bronze Age (from 1300 BC) onwards. The name is evident in countless histories, ‘Abbasid inscriptions from the province of Jund Filastin (Elad 1992), Islamic numismatic evidence maps (including ‘world maps’ beginning with Classical Antiquity) and Philistine coins from the Iron Age and Antiquity, vast quantities of Umayyad and Abbasid Palestine coins bearing the mint name of Filastin. As we shall see below, the manuscripts of medieval al-Fustat (old Cairo) Genizah also referred to the Arab Muslim province of Filastin (Gil 1996: 28‒29). From the Late Bronze Age onwards, the names used for the region, such as Djahi, Retenu and Cana’an, all gave way to the name Palestine.
Während der gesamten Spätantike und des Übergangs zur Spätantike – ein Begriff, den Historiker für die Epoche zwischen dem 3. und 8. Jahrhundert n. Chr. verwenden, eine Übergangszeit von der Klassischen Antike zum Mittelalter in der Mittelmeerwelt, Europa und dem Nahen Osten – blieb der Name Palästina der gebräuchlichste. Darüber hinaus erhielten im Verlauf der römischen, byzantinischen und islamischen Epochen die Vorstellung und die politische Geographie Palästinas einen offiziellen Verwaltungsstatus. Diese Arbeit unternimmt es, die vielfachen Anfänge und die Entwicklung des Konzepts Palästina geographisch, kulturell, politisch und administrativ zu erklären und einzuordnen. Sie zeigt außerdem, wie der Name „Palästina“ in der Alten Geschichte am häufigsten und in förmlichem Gebrauch verwendet wurde. Sie vertritt die These, dass die Legende von der „Eroberung Kanaans durch die Israeliten“ und andere Meistererzählungen des Alten Testaments (oder der „Hebräischen Bibel“) – eine über mehrere Jahrhunderte entstandene Sammlung von Büchern – Mythenerzählungen sind, die dazu dienen, ein falsches Bewusstsein zu festigen, und keine auf Belegen beruhende Geschichtsschreibung, die Wahrheit und Verständnis fördert. Ferner vertritt sie die Auffassung, dass akademische und schulische Geschichtslehrpläne auf kontextualisierten historischen Fakten, empirischen Belegen sowie archäologischen und wissenschaftlichen Entdeckungen beruhen sollten, nicht auf konventionellen Meinungen oder den fiktiven Erzählungen des Alten Testaments und religionspolitischen Dogmen, die im Interesse mächtiger Eliten immer wieder reproduziert werden.
Throughout Classical and Late Antiquity – a term used by historians to describe a period between the 3rd and 8th centuries AD, a transitional period from Classical Antiquity to the Middle Ages in the Mediterranean world, Europe and the Near East – the name Palestine remained the most common. Furthermore, in the course of the Roman, Byzantine and Islamic periods the conception and political geography of Palestine acquired official administrative status. This work sets out to explain and contextualise the multiple beginnings and evolution of the concept of Palestine, geographically, culturally, politically and administratively. It also seeks to demonstrate how the name ‘Palestine’ was most commonly and formally used in ancient history. It argues that the legend of the ‘Israelites’ conquest of Cana’an’ and other master narratives of the Old Testament (or ‘Hebrew Bible’) – a library of books built up across several centuries – are myth-narratives designed to underpin false consciousness, not evidence-based history which promotes truth and understanding. It further argues that academic and school history curricula should be based on contextualised historical facts, empirical evidence, archaeological and scientific discoveries, not on conventional opinions or the fictional narratives of the Old Testament and religio-political dogmas repeatedly reproduced in the interest of powerful elites.
Der angesehene englische Historiker und Autor der Aufklärung Edward Gibbon bemerkte 1776, dass „Phönizien und Palästina für immer im [kollektiven] Gedächtnis der Menschheit fortleben werden“. Gibbon beobachtete außerdem scharfsinnig, dass die Römer, Perser und Araber Palästina wegen der außergewöhnlichen Fruchtbarkeit seines Bodens, des Reichtums und der Schönheit seiner Städte und der Reinheit seiner Luft begehrten (Gibbon 1838, Bd. 1: 40; 1840, Bd. 5: 173).
The celebrated English historian and Enlightenment author Edward Gibbon, writing in 1776, noted that ‘Phoenicia and Palestine will forever live in the [collective] memory of mankind’. Gibbon also astutely observed that the Romans, Persians and Arabs wanted Palestine for the extraordinary fertility of its soil, the opulence and beauty of its cities and purity of its air (Gibbon 1838, Vol. 1: 40; 1840, Vol. 5: 173).
Heute wird der Begriff „Land“ oft mit dem modernen Konzept des „Nationalstaates“ gleichgesetzt, doch war dies nicht immer so, und Länder existierten lange vor dem Nationalismus oder der Entstehung von Metaerzählungen für den Nationalstaat. Die Vorstellung von Palästina als geopolitischer Einheit und als Land (arabisch: bilad oder qutr), mit sich wandelnden Grenzen, hat sich historisch entwickelt und entwickelt sich weiter. Die Identität und Kulturen Palästinas sind lebendige Organismen: Sie verändern sich, entwickeln sich weiter und reifen. Diese Arbeit untersucht die Darstellung Palästinas im Laufe der Zeit als Mischung aus dem Wahrgenommenen und Konzipierten einerseits und den gelebten Realitäten des Landes andererseits. Die sich wandelnde Vorstellung von Palästina wird hier innerhalb von fünf grundlegenden Annahmen gerahmt, die sich ebenfalls auf die Prinzipien menschlicher Handlungsfähigkeit, des Kontexts und gelebter Erfahrungen konzentrieren.
Today the idea of a country is often conflated with the modern concept of ‘nation-state’, but this was not always the case and countries existed long before nationalism or the creation of metanarratives for the nation-state. The conception of Palestine as a geo-political unit and a country (Arabic: bilad or qutr), with evolving boundaries, has developed historically and continues to do so. The identity and cultures of Palestine are living organisms: they change, evolve and develop. This work explores the representation of Palestine over time as a mixture of the perceived and conceived and the lived realities of the country. The evolving idea of Palestine is framed here within five basic assumptions which also centre on the principles of human agency, context and lived experiences:
• Palästina ist das einzelne und gemeinsame Bilad (Land) – in modernen Begriffen: Watan oder Mawtin („Heimat“) – des palästinensischen Volkes: der einheimischen Bevölkerung des historischen Palästina (Filastin al-Tarikhiyyah) und der in Palästina eingebürgerten Einwanderer. Das palästinensische Volk (einzeln und gemeinsam) verfügt über ein multireligiöses und multikulturelles Erbe und eine vielschichtige Identität, die tief in der fernen Vergangenheit verwurzelt ist (Farsoun 1997).
• Palestine is the individual and collective bilad (country) – in modern terms: watan, or mawtin (‘homeland’) – of the Palestinian people: the indigenous people of historic Palestine (Filastin al-Tarikhiyyah) and the indigenised immigrants in Palestine. The Palestinian people (individually and collectively) have a multifaith and multicultural heritage and a multi-layered identity deeply rooted in the ancient past (Farsoun 1997).
Die Geschichte Palästinas ist ein Haus mit vielen Wohnungen – um einen Ausdruck aufzugreifen, den der verstorbene libanesische Historiker Kamal Salibi im Zusammenhang mit der neueren Geschichte des Libanon prägte. Der kulturelle Pluralismus Palästinas und die mehrschichtige Identität der Palästinenser (als individuelle und kollektive Akteure) müssen in ihrem sich wandelnden gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Kontext sowie in den tatsächlichen historischen Umständen verortet werden.
• Palestinian history is a house of many mansions – to echo an expression coined by the late Lebanese historian Kamal Salibi in connection with the modern history of Lebanon. The cultural pluralism of Palestine and the multi-tier identity of the Palestinians (as individual and collective agencies) must be situated within their evolving social, cultural and political context and actual historical circumstances.
• Die multikulturellen Dimensionen des Palästinensischseins und das vielschichtige politische Gefüge Palästinas gründen hier in der lebendigen Geschichte und den lebendigen Erfahrungen der indigenen Bevölkerung Palästinas und der palästinensierten Einwanderer im Land.
• The multicultural dimensions of Palestianness and the textured polity of Palestine are grounded here in the living history and living experiences of the indigenous people of Palestine and the Palestinised immigrants in the country.
Von besonderem Interesse sind hier die Urbanisierungsprozesse, die Entstehung früher Stadtstaaten und die Staatsbildung in Palästina. Entgegen den Behauptungen über die stammesgebundenen Strukturen des Staates im arabischen Nahen Osten vertritt dieses Buch die These, dass die frühe Staatsbildung in Palästina und im weiteren Nahen Osten ein Produkt von Urbanisierungsprozessen war. Diese Prozesse begannen in der frühen Bronzezeit um etwa 3200 v. Chr. und waren mit dem Entstehen großer städtischer Zentren in Palästina verbunden – geschichteten urbanen Sozialräumen im Vergleich zu den etwas kleineren und egalitäreren chalkolithischen Siedlungen des Landes (4000–3200 v. Chr.). Im Verlauf der frühbronzezeitlichen Urbanisierung entstanden in den großen städtischen Zentren des Landes, die jeweils etwa 100 bis 400 Dunam groß waren, zugleich das semitische Alphabet, eine geschichtete Gesellschaft, öffentliche Gebäude, Paläste, Tempel, Türme und Befestigungssysteme. Einige der urbanen Zentren, die im frühbronzezeitlichen Palästina entstanden, sind durch Jericho, Gaza, Tell al-Ajjul, Tell al-Sakan, Tell al-Tell, Jerusalem, Tell Dothan, Tell Taannek und Tell al-Mutasallim vertreten – wobei Letzteres die archäologische Stätte des mächtigen Stadtstaates Megiddo ist, der während der Bronzezeit entstand (Taha 2017: 6–11; De Vaux 1966). Die Arbeit wird außerdem die Wechselwirkung palästinensischer Städte im Verlauf der Geschichte mit ihrem ländlichen Umland und dem weiteren regionalen Kontext untersuchen. In diesem Zusammenhang sind Henri Lefebvres drei Bestandteile der gesellschaftlichen Produktion urbaner Räume – wahrgenommene, konzipierte und gelebte Erfahrungen (Lefebvre 2011) – relevant für die Art und Weise, wie das multikulturelle städtische Palästina – Caesarea-Palaestina (auch bekannt als Caesarea Maritima; arabisch: Qaysariah), Gaza (Ghazzah)
• Of particular interest here are the urbanisation processes, the emergence of early city city-states and state formation in Palestine. Contrary to the claims about the tribal organs of the state in the Arab Middle East, this book argues that early state formation in Palestine and the wider Near East was a product of urbanisation processes. These processes began in the Early Bronze Age at around 3200 BC and were associated with the emergence of great urban centres in Palestine – stratified urban social spaces in comparison with the somewhat smaller and more egalitarian Chalcolithic localities in the country (4000‒3200 BC). In the course of the Early Bronze Age urbanisation in the great urban centres in the country, each about 100‒400 dunums in size, was accompanied with the appearance of the Semitic alphabet, stratified society, public buildings, palaces, temples, towers and fortification systems. Some of urban centres which emerged in Early Bronze Age Palestine were represented in Jericho, Gaza, Tell al-Ajjul, Tell al-Sakan, Tell al-Tell, Jerusalem, Tell Dothan, Tell Taannek and Tell al-Mutasallim – the latter being the archaeological site of the powerful city-state of Megiddo which emerged during the Bronze Age (Taha 2017: 6‒11; De Vaux 1966). The work will also explore the interaction of Palestinian cities across history with their surrounding rural life and the wider regional context. In this respect, Henri Lefebvre’s three constituents of the social production of urban spaces – perceived, conceived and lived experiences (Lefebvre 2011) – are relevant to the way multicultural urban Palestine – Caesarea-Palaestina (also known as Caesarea Maritima; Arabic: Qaysariah), Gaza (Ghazzah)
Aschkelon (‘Asqalan), Nablus, al-Ramla, Jerusalem, Akkon (arabisch Akka; griechisch: Ptolemais), Nazareth, Jaffa, Tiberias, Beisan, Safad – haben sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Die griechischen, römischen und byzantinischen Prozesse der Urbanisierung und Stadtplanung wurden im Mittelalter unter dem Islam fortgeführt, und diese Stadtplanung ist bis heute in der arabisch-islamischen Altstadt Jerusalems aus dem Mittelalter sichtbar, einer Stadt, deren Stadtplanung und Architektur zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten der Welt zählen.
Ascalon (‘Asqalan), Nablus, al-Ramla, Jerusalem, Acre (Arabic Akka; Greek: Ptolemais) Nazareth, Jaffa, Tiberias, Beisan, Safad – evolved historically. Greek, Roman and Byzantine urbanisation processes and urban planning were maintained under Islam in the Middle Ages and this urban planning is still visible today in the Arab Islamic medieval Old City of Jerusalem, a city whose urban planning and architecture are among the best surviving medieval cities in the world.
Einige arabische Schriftsteller und Künstler, die die politische und nationale Sache Palästinas oder den Panarabismus fördern, entwickeln Metanarrative, die die palästinensische nationale Identität oder den arabischen Nationalismus als älter darstellen, als sie tatsächlich sind. Außerdem umfasste bis zum Aufkommen des anachronistischen europäischen politischen Zionismus um die Wende zum 20. Jahrhundert das Volk Palästinas (arabisch: sha’b Filastin) arabische Muslime, arabische Christen und arabische Juden. Da der Konflikt zwischen Israelis (Zionisten) und Palästinensern dargestellt wird, ist die Gegenüberstellung von Arabern und Juden in Palästina historisch betrachtet zutiefst irreführend. Das palästinensische Volk erlebt sein Land Palästina sowohl individuell als auch kollektiv. Obwohl der zionistische Siedlerkolonialismus ihr indigenes Recht auf Selbstbestimmung in ihrer historischen Heimat verletzt hat und sie entweder unter siedlerkolonialer Besatzung leben oder im Exil sind und selten die Möglichkeit erhalten, für sich selbst zu sprechen, sprechen sie weiterhin von Biladuna Filastin („Unser Land, Palästina“; umgangssprachlich: bladna Falastin) oder Filastinuna („Unser Palästina“). Selbst palästinensische Staatsbürger Israels sprechen oft von al-blad oder bladna („Unser Land“) als einer patriotischen Art, den Begriff Israel gedanklich oder darstellerisch zu vermeiden und sich mit dem historischen Palästina und dem palästinensischen Volk als Ganzem zu verbinden. Die Begriffe bilad oder biladuna sind mittelalterliche arabische Begriffe, die seit vielen Jahrhunderten gebräuchlich sind und tief im alltäglichen Leben der Menschen verwurzelt sind. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der mittelalterliche arabische Begriff watan („Heimat“) vom europäischen Begriff patria beeinflusst, und watan wurde stärker mit dem Aufkommen moderner Formen des patriotischen Heimatnationalismus (wataniyyah) in Palästina und in der gesamten arabischen Welt verbunden.
Some Arab writers and artists promoting the political and national cause of Palestine or pan-Arabism create metanarratives to depict Palestinian national identity or Arab nationalism as being more ancient than they actually are. Moreover, until the advent of anachronistic European political Zionism at the turn of the 20th century the people of Palestine (Arabic: sha’b Filastin) included Arab Muslims, Arab Christians and Arab Jews. Being a rendering of the Israeli Zionist/Palestinian conflict, historically speaking the binary of Arab versus Jew in Palestine is deeply misleading. The Palestinian people experience their country of Palestine individually and collectively. Although Zionist settler-colonialism violated their indigenous right to self-determination in their historical homeland and they live either under settler-colonial occupation or exiled and rarely allowed to speak for themselves, they continue to speak of Biladuna1 Filastin (‘Our Country, Palestine’;2 vernacularly: bladna Falastin) or Filastinuna (‘Our Palestine’3). Even Palestinian citizens of Israel often speak of al-blad or bladna (‘Our Country’) as a patriotic way of mentally or representationally avoiding the term Israel and connecting with historic Palestine and the Palestinian people as a whole. The terms bilad or biladuna are medieval Arabic terms which have been in common use for many centuries and are deeply rooted in people’s daily lives. In the second half of the 19th century the medieval Arabic term watan (‘homeland’) was impacted by the European term patria, and watan became more closely associated with the rise of modern forms of patriotic homeland nationalism (wataniyyah) in Palestine and throughout the Arab world.