0.2 Von der palästinazentrierten biblischen Orientalistik zu den neuen Geschichtsbildern Israels
0.2 From Palestine-focused Biblical Orientalism To The New Histories Of Israel
Keine Notwendigkeit, deine Stimme zu hören, wenn ich besser über dich sprechen kann, als du über dich selbst sprechen kannst. Keine Notwendigkeit, deine Stimme zu hören. Erzähl mir nur von deinem Schmerz. Ich möchte deine Geschichte kennen. Und dann werde ich sie dir auf eine neue Weise zurückerzählen. So zurückerzählen, dass sie zu meiner geworden ist, mein Eigen. Indem ich dich neu schreibe, schreibe ich mich selbst neu. Ich bin immer noch Autorin, Autorität. Ich bin immer noch Kolonisatorin, das sprechende Subjekt, und du stehst nun im Zentrum meiner Rede. (Hooks 1990: 243)
No need to hear your voice when I can talk about you better than you can speak about yourself. No need to hear your voice. Only tell me about your pain. I want to know your story. And then I will tell it back to you in a new way. Tell it back to you in such a way that it has become mine, my own. Re-writing you I write myself anew. I am still author, authority. I am still colonizer the speaking subject and you are now at the center of my talk. (Hooks 1990: 243)
Geschichte und kollektives Gedächtnis sind oft ein Gewebe aus Erzählungen, das von sozialen Eliten gewoben wird, wobei die Stimmen der einfachen Menschen und die Selbstdarstellung der Unterdrückten, Kolonisierten, Indigenen und Marginalisierten missachtet werden.
History and collective memory are often a tapestry of stories woven by social elites, with disregard for the voices of ordinary people and selfrepresentation of the oppressed, colonised, indigenous and marginalised.
Große Teile der Geschichtsschreibung über Palästina wurden von mächtigen Eliten und von denjenigen verfasst, die im Dienst von Eroberern und Kolonisatoren standen. Heute gibt es jedoch drei Arten von Schriften über Palästina, die von drei unterschiedlichen Traditionen geprägt sind.
Much of the histories of Palestine are written by powerful elites and those who are in the service of conquerors and colonisers. However, today there are three types of writings on Palestine influenced by three distinct traditions:
(1) Schriftliche Geographie und israelische siedlerkolonialistische Schriften; (2)
(1) scriptural geography and Israeli settler-colonialist writings; (2)
die Diskurse der „neuen Geschichtsschreibung“ Israels, in denen die jahrtausendealte Geschichte Palästinas lediglich als Anhang zum modernen Israel behandelt wird; und (3)
the discourses of the ‘New Histories’ of Israel in which the millennia-long history of Palestine is treated as a mere appendix to modern Israel; and (3)
Indigene und dekolonisierende Wissenschaft, geprägt von einer Volksgeschichte Palästinas, der „Geschichte von unten“, den Subaltern Studies, der Selbstdarstellung indigener Völker sowie den klassischen Schriften von Edward Said und Frantz Fanon über Kolonisator und Kolonisierte. Diese Arbeit gehört zur dritten Kategorie von Schriften. Sie räumt Palästina und den Palästinensern eine Stimme ein und erlaubt Palästina, für sich selbst zu sprechen. Die beiden anderen Diskurse werden in diesem Buch hinterfragt:
indigenous and decolonisation scholarship informed by a people’s history of Palestine, ‘history from below’, subaltern studies, indigenous selfrepresentation and the classical writings of Edward Said and Frantz Fanon on the coloniser and colonised. This work comes under the third category of writings. It prioritises giving Palestine and the Palestinians a voice and allowing Palestine to speak for itself. The other two discourses are challenged in this book:
• Orientalistische, bibelwissenschaftliche und kolonialistische Schriften: Diese Literatur zu Geschichte und kollektivem Gedächtnis wurde weitgehend von westlicher oder israelisch-zionistischer biblischer Geographie im Auftrag mächtiger gesellschaftlicher Eliten hervorgebracht und verbreitet, wobei den autochthonen palästinensischen Handlungsspielräumen und Stimmen wenig Beachtung geschenkt wurde. Darüber hinaus wird die Geschichte des Landes verschleiert: Historische Zugänge zu Palästina sind häufig über die Chronologien von Imperien sowie über imperiale Eroberungen oder dynastische Chronologien (römische, osmanische, britische usw.) und „von außen“ konstruiert. Unter Historikern, die oftmals von der Finanzierung durch mächtige Eliten abhängig sind, besteht nur wenig Interesse daran, die Stimme Palästinas „von innen“ festzuhalten – unabhängig von biblischen Mythennarrativen oder imperialem Besitz und als eine Größe mit eigenem Handlungsspielraum, die ihr Schicksal selbst gestaltet.
• Orientalist, biblicist and colonialist writings: this literature of history/ collective memory has been largely produced and circulated by Western or Israeli Zionist biblical geography on behalf of powerful social elites, with little regard for the autochthonous Palestinian agency and voices. Furthermore, obscuring the history of the country, historical approaches to Palestine are often constructed through the chronologies of empires and through imperial conquest or dynastic chronologies (Roman, Ottoman, British and so forth) and ‘from without’. There is very little appetite among historians, often dependent on funding by powerful elites, to record the voice of Palestine ‘from within’, independent of biblical myth-narratives or imperial possession, or as having its own agency and shaping its own destiny.
• Die neuen Geschichtsschreibungen „Israels“: Der zionistische liberale Kolonisator hat häufig versucht, „Siedlerkolonialismus“ mit „Demokratie“ zu verbinden – zwei widersprüchliche Projekte. Diese Tendenz hat in den vergangenen Jahrzehnten zur Entstehung der „neuen Geschichtsschreibungen“ Israels beigetragen. Diese neuen Geschichtsschreibungen wurden zudem von der großzügig finanzierten „Friedensprozess“-Industrie unterstützt, einer Industrie, die „neue“ akademische Eliten hervorgebracht hat, die größtenteils aus denselben mächtigen sozialen Schichten stammen, und Diskurse neu verpackt hat, die Palästina unter dem Schlagwort „Israel-Palästina“ zu subsumieren und seine jahrtausendealte Geschichte des Landes zu verschleiern suchten. Einer der aufschlussreichsten Aspekte dieser neuen Friedensindustrie von „Israel-Palästina“ zeigt sich in dem vielfach mit Bindestrich geschriebenen „Israel-Palästina“, wobei Israel als zentrale (primäre) politische Einheit und Palästina als (sekundärer, marginalisierter, untergeordneter) Anhang Israels konstruiert wird. Diese neuen Geschichtsschreibungen Israels sind darauf ausgelegt, die Auswirkungen des andauernden Siedlerkolonialismus in Palästina eher zu steuern als in Frage zu stellen. Dieser Anachronismus wird selbst dann angewandt, wenn sich das gesamte Werk auf das osmanische Palästina (1516–1917) oder auf das Mandatsgebiet Palästina vor der Entstehung des Staates Israel konzentriert. Israel selbst wurde 1948 durch die ethnische Säuberung der indigenen Bevölkerung Palästinas geschaffen und auf den Ruinen eines Landes gegründet. Werke zur Geschichte des osmanischen oder des Mandats-Palästina werden heute oft als „neue Geschichtsschreibungen“ oder „neue Perspektiven“ auf Israel verpackt, ohne dass die liberalen Kolonisatoren dieser neuen Geschichtsschreibungen Israels sich die Mühe machen zu erklären, warum ein neuer Staat (Israel), der 1948 gegründet wurde, vor dem Namen eines Landes (Palästina) stehen sollte, das seit Jahrtausenden existiert. Die zionistischen neuen Geschichtsschreibungen Israels beanspruchen häufig, für „alle“ zu „sprechen“ und „alle“ zu „vertreten“, während sie ignorieren, dass das Machtgefälle und die Erfahrungen der „Kolonisierten“ (Palästina) grundlegend von den Erfahrungen des „Kolonisators“ (Israel) abweichen. In einem bekannten Artikel aus dem Jahr 1998 in der Online-Ausgabe von Al-Ahram mit dem Titel „New History, Old Ideas“ stellte der verstorbene Edward Said die zionistischen „Neuen Geschichtsschreibungen“ Israels in Frage, die eine künstliche Symmetrie zwischen „Israel“ und „Palästina“ herzustellen suchen und den „narrativen Graben“ zwischen dem Kolonisator (Israel) und dem Kolonisierten (Palästina) scheinbar überbrücken. Tatsächlich jedoch wollen die Neuen Geschichtsschreibungen Israels Palästina darstellen und für die Palästinenser sprechen, anstatt den indigenen Menschen Palästinas zu erlauben, für sich selbst zu sprechen.
• The New Histories of ‘Israel’: the Zionist liberal coloniser has often sought to combine ‘settler-colonisation’ with ‘democracy’ – two contradictory projects – and this tendency has in recent decades contributed to the emergence of the ‘New Histories’ of Israel. These new histories have also been backed by the generously funded ‘peace process’ industry – an industry which has spawned ‘new’ academic elites, drawn for the most part from the same powerful social classes, and repackaged discourses which have sought to subsume Palestine and obscure its millennia-long history of the country under the rubric of ‘Israel-Palestine’. One of the most revealing aspects of this new peace industry of ‘Israel-Palestine’ is found in the much-hyphenated ‘Israel-Palestine’, with Israel constructed as a core (primary) political entity and Palestine as a (secondary, marginalised, subordinate) appendage to Israel. These New Histories of Israel are designed to micro-manage, rather than challenge, the impact of ongoing settler-colonialism in Palestine. This anachronism is deployed even when the entire work focuses on Ottoman Palestine (1516‒1917) or Mandatory Palestine before the State of Israel came into existence. Israel itself was created in 1948 by ethnic cleansing the indigenous people of Palestine and founded on the ruins of a country. Works published on the history of Ottoman or Mandatory Palestine are often now packaged as ‘New Histories’ or ‘New Perspectives’ on Israel, without the liberal colonisers of these New Histories of Israel bothering to explain why a new state (Israel), which was created in 1948, should come before the name of a country (Palestine) which has existed for millennia. The Zionist New Histories of Israel often claim to ‘speak for’ and ‘represent’ everyone, while ignoring that the asymmetry of power and experiences of ‘colonised’ (Palestine) are fundamentally different from the experiences of the ‘coloniser’ (Israel). In a famous 1998 article in Al-Ahram online, entitled: ‘New History, Old Ideas’,5 the late Edward Said challenged the Zionist ‘New Histories’ of Israel, which seek to create artificial symmetry between ‘Israel’ and ‘Palestine’ and, on the face of it, bridge the ‘narrative gap’ between the coloniser (Israel) and colonised (Palestine). In effect, however, the New Histories of Israel seek to represent Palestine and speak for the Palestinians, rather than allowing the indigenous people of Palestine to speak for themselves.
In seinem wegweisenden Werk The Invention of Ancient Israel: The Silencing of Palestinian History zeigt Keith Whitelam (1996), wie der Begriff „antikes Israel“ als ahistorisches religiöses Dogma erfunden wurde. Er verknüpft die Probleme der modernen biblischen Wissenschaft mit der Palästina-Frage und untersucht die politischen Implikationen der Terminologie der Bibelwissenschaft, die zur Bezeichnung dieses Gebiets gewählt wurde. Whitelam zeigt, wie die Benennung des Landes Kontrolle und Besitz implizierte; wie der religiöse Begriff „das Land Israel“ – eine späte religiös-literarische Fiktion, die sich auf keine bestimmte Periode in der tatsächlichen Geschichte des Landes bezieht – sowohl in der westlichen als auch in der israelischen Wissenschaft mit einer säkularen politischen Bedeutung aufgeladen wurde. Außerdem argumentiert er, dass in der westlichen und israelischen biblischen Wissenschaft der Begriff Palästina keine eigene intrinsische Bedeutung und keine eigene Geschichte besitzt, sondern lediglich den Hintergrund für die Geschichte Israels bildet. Diesem Fehlen an Geschichte entspricht auch die Abwesenheit der indigenen palästinensischen Bewohner des Landes. Die Geschichte Palästinas und seiner Bewohner wird im Allgemeinen von dem Interesse an und der Suche nach „antikem Israel“ vereinnahmt und zum Schweigen gebracht (Whitelam 1996: 40‒45).
In his seminal work The Invention of Ancient Israel: The Silencing of Palestinian History, Keith Whitelam (1996) shows how the term ‘ancient Israel’ was invented as ahistorical religious dogma. He links the problems of the modern biblical discipline to the Palestine question and examines the political implications of the terminology of biblical scholarship chosen to represent this area. Whitelam shows how the naming of the land implied control and possession; how the religious term ‘the land of Israel’ – a late religio-literary fiction that does not relate to any particular period in the actual history of the land – has been invested with secular political meaning in both Western and Israeli scholarship. He also argues that in Western and Israeli biblical scholarship the term Palestine has no intrinsic meaning of its own, no history of its own; but provides a background for the history of Israel. Commensurate with this lack of history is also the absence of the indigenous Palestinian inhabitants of the land. The history of Palestine and its inhabitants in general is subsumed and silenced by the concern with, and the search for, ‘ancient Israel’ (Whitelam 1996: 40‒45).
Inspiriert von den Werken Edward Saids, „Orientalism“ (1978) und „The Question of Palestine“ (1980), argumentiert Whitelam überzeugend, dass spezifisch auf Palästina ausgerichtete biblische Orientalismen Teil des hegemonialen orientalistischen Diskurses und der Repräsentation im Westen waren und deren Fortsetzung darstellten, die geschrieben wurden, ohne ein „orientalisches“ Subjekt im Blick zu haben.
Inspired by the works of Edward Said, Orientalism (1978) and The Question of Palestine (1980), Whitelam argues powerfully that specific Palestine-focused biblical Orientalism have been part of and an extension of the hegemonic Orientalist discourse and representation in the West, which has been written without any ‘Oriental’ subject in view.
Sowohl für Said als auch für Whitelam wurden in diesem orientalistisch-biblischen Diskurs die lokalen Kulturen Palästinas und die Palästinenser als unfähig dargestellt, gemeinsam zu handeln oder ein kollektives Gedächtnis zu bewahren. Whitelam entwickelt Saids Argumente weiter und zeigt, dass die Geschichte des alten Palästina vom Diskurs der biblischen Wissenschaften ignoriert und zum Schweigen gebracht wurde, der seine eigene Agenda verfolgt:
For both Said and Whitelam, in this Orientalist‒biblical discourse the local cultures of Palestine and Palestinians were presented as incapable of unified action or collective memory. Whitelam develops Said’s arguments further, showing that the history of ancient Palestine has been ignored and silenced by the discourse of biblical studies, which has its own agenda:
„Die westliche Wissenschaft hat das alte Israel erfunden und die palästinensische Geschichte zum Schweigen gebracht“ (Whitelam 1996: 1, 3). Das alte Palästina, so Whitelam, besitze eine eigene Geschichte, und diese müsse aus dem Griff des romantischen biblischen Orientalismus und der schriftgebundenen Geographie befreit werden:
‘Western scholarship has invented ancient Israel and silenced Palestinian history’ (Whitelam 1996: 1, 3). Ancient Palestine, Whitelam insists, has a history of its own, and needs to be freed from the grasp of romantic biblical Orientalism and scriptural geography:
Das Problem der palästinensischen Geschichte ist in der Bibelwissenschaft ungesagt geblieben, zum Schweigen gebracht durch die Erfindung des alten Israel nach dem Bild des europäischen Nationalstaats. Erst wenn wir die Implikationen dieser Erfindung offengelegt haben, wird die palästinensische Geschichte von den Zwängen der Bibelwissenschaft und dem Diskurs, der sie geprägt hat, befreit werden.
The problem of Palestinian history has remained unspoken within biblical studies, silenced by the invention of ancient Israel in the image of the European nation state. Only after we have exposed the implications of this invention will Palestinian history be freed from the constraints of biblical studies and the discourse that has shaped it.
(Whitelam 1996: 36)
(Whitelam 1996: 36)
Wie sich unten zeigen wird, waren der moderne romantische biblische Orientalismus und der protestantische Restaurationismus zwei der ideologischen Katalysatoren, die den Zionismus im Westen unterstützten und die Gründung des israelischen Staates befürworteten.
As we shall see below, modern romantic biblical Orientalism and Protestant Restorationism were two of the ideological catalysts for supporting Zionism in the West and for backing the creation of the Israeli state.
Auch die spezifisch auf Palästina gerichtete biblische Orientalistik trug dazu bei, den verderblichen Mythos zu erfinden, Palästina sei „ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“, und die lange Entwicklung des christlichen Zionismus legte den Grund für die Vorstellung eines Palästina ohne Palästinenser (Kamel 2014:
Specific Palestine-focused biblical Orientalism also led to the concoction of the pernicious myth that Palestine was ‘a land without people for a people without land’ and the long development of Christian Zionism laid the foundation for a concept of Palestine without Palestinians (Kamel 2014:
1‒15, 2015; Masalha 1997). In der Neuzeit übernahmen europäische Autoren das Konzept der terra nullius für territoriale und koloniale Eroberungen. Varianten des Themas, Palästina sei terra nullius, wurden in der zionistisch-jüdischen Siedlerkultur popularisiert (Wolfe 2006: 391; Masalha 1992, 1997).
1‒15, 2015; Masalha 1997). In the modern period, European writers adopted the terra nullius concept for territorial and colonial conquests. Variants on the theme of Palestine being terra nullius were popularised in Zionist Jewish settler culture (Wolfe 2006: 391; Masalha 1992, 1997).
Kollektives religiöses Gedächtnis versus evidenzbasierte Geschichte: Polytheistisches Palästina, Pluralismus und die archäologischen Befunde
Collective Religious Memory Versus Evidence-based History: Polytheistic Palestine, Pluralism And The Archaeological Evidence
In Palästina gingen Multireligiosität und Polytheismus Hand in Hand, und über Jahrtausende war das Land ein multireligiöses/polytheistisches Gemeinwesen; die Vielfalt an Religionen und Kulturen in Palästina gehört zu seinen auffälligsten und charakteristischsten Merkmalen. Diese Vielfalt der Glaubensrichtungen im Land und die Rolle Palästinas (und Arabiens) als Geburtsstätte der drei monotheistischen Traditionen bilden ein zentrales Thema dieser Arbeit, die dafür argumentiert, dass religiöser Pluralismus schon lange vor dem Monotheismus im Herzen der pluralistischen Identität Palästinas stand.
In Palestine multifaith and polytheism went hand in hand and for millennia the country was a multifaith/polytheistic polity; the multitude of religions and cultures in Palestine is one of its most striking and characteristic features. This multitude of faiths in the country and the role of Palestine (and Arabia) as the birthplace of the three monotheistic traditions is a major topic of this work, which argues that religious pluralism has always been at the heart of the pluralist identity of Palestine, well before monotheism.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. war Herodot der erste Historiker, der ein vielfältig religiöses Land anschaulich beschrieb, das geographisch auf natürliche Weise gelegen war.
Writing in the 5th century BC, Herodotus was the first historian to describe vividly a multifaith country located naturally (geographically)
zwischen Phönizien und Ägypten, und um eine geographische Region zu bezeichnen, nannte er sie Palaistinê (Παλαιστίνη), die größer war als das antike Philistäa. Er berichtete außerdem, dass Palästina tief polytheistisch geprägt war. Heute bestätigen die Erkenntnisse der Archäologie, einschließlich neuerer archäologischer Ausgrabungen in Philistäa, die für die Art und Weise zentral sind, wie die antike Geschichte und das Erbe Palästinas an westlichen Universitäten und Schulen verstanden und vermittelt werden, Herodots Bericht über ein polytheistisches Palästina und widersprechen den großen Erzählungen des Alten Testaments. Tatsächlich entwickelte sich der Monotheismus allmählich (nicht revolutionär) durch eine zentrierende Darstellungsstrategie vom Polytheismus (viele heidnische Götter) über den Monolatrismus6 und vom „Mono-Polytheismus“ (heidnischer „Gott der Götter“) hin zum strikten Monotheismus, der sich auf einen Gott und eine Autorität konzentriert, unter dem Islam im frühen Mittelalter.
between Phoenicia and Egypt, and to denote a geographical region he called Palaistinê (Παλαιστίνη) which was larger than ancient Philistia. He also reported that Palestine was deeply polytheistic. Today the findings of archaeology, including recent archaeological excavations in Philistia, which are central to the ways in which the ancient history and heritage of Palestine are understood and taught in Western universities and schools, confirm Herodotus’ account of polytheistic Palestine and contradict the grand narratives of the Old Testament. In fact monotheism evolved gradually (not in a revolutionary fashion) through a centring strategy of representation from polytheism (many pagan gods) to monolatrism,6 and from ‘mono-polytheism’ (pagan ‘God of gods’) to strict monotheism, focusing on one God and one authority, under Islam in the early Middle Ages.