2.3 Der Name Palästina in Aristoteles’ Meteorologie
2.3 The Name Palestine In Aristotle’s Meteorology
Etwa ein Jahrhundert nach Herodot spricht der berühmte griechische Naturwissenschaftler, Philosoph und Historiker Aristoteles (Aristotélēs, 384–322 v. Chr.) von „Palästina“ und erwähnt den Begriff „Kanaan“ nicht – vor allem deshalb, weil „Palästina“ sich auf eine reale historische Region bezog, während der Begriff „Kanaan“ wahrscheinlich aus einer später konstruierten religiös-ideologischen Erzählung des Alten Testaments abgeleitet wurde, die Aristoteles zu seiner Zeit nicht hätte kennen können. Das Werk des Aristoteles bildet die Grundlage für die antike, mittelalterliche und moderne empirische Wissenschaft und Philosophie. Sein Werk stellte das erste umfassende System der westlichen Philosophie dar. Laut der Encyclopaedia Britannica war „Aristoteles der erste echte Wissenschaftler der Geschichte … [und] jeder Wissenschaftler steht in seiner Schuld“.2
Approximately a century after Herodotus, the celebrated Greek scientist, philosopher and historian Aristotle (Aristotélēs, 384–322 BC) talks about ‘Palestine’ and does not mention the term ‘Cana’an’ – primarily because ‘Palestine’ applied to a real historical region, while the term ‘Cana’an’ was probably derived from a subsequently constructed religio-ideological narrative of the Old Testament with which at the time Aristotle could not have been familiar. The work of Aristotle is foundational for ancient, medieval and modern empirical sciences and philosophy. His work constituted the first comprehensive system of Western philosophy. According to the Encyclopaedia Britannica, ‘Aristotle was the first genuine scientist in history ... [and] every scientist is in his debt’.2
In seinem berühmten Werk Meteorologie (griechisch: Μετεωρολογικά, 340 v. Chr.) beschreibt Aristoteles die besonderen Eigenschaften des Wassers des Toten Meeres:
In his famous work, Meteorology (Greek: Μετεωρολογικά (340 BC), Aristotle describes the special qualities of the Dead Sea water:
Wenn es außerdem, wie erzählt wird, einen See in Palästina gibt, in dem man einen Menschen oder ein Tier fesseln und hineinwerfen kann, und es schwimmt, statt unterzugehen, so würde dies bestätigen, was wir gesagt haben. Man sagt, dieser See sei so bitter und salzig, dass keine Fische in ihm leben, und wenn man Kleidungsstücke in ihm tränkt und ausschüttelt, werden sie dadurch gereinigt.
Again if, as is fabled, there is a lake in Palestine, such that if you bind a man or beast and throw it in it floats and does not sink, this would bear out what we have said. They say that this lake is so bitter and salt that no fish live in it and that if you soak clothes in it and shake them it cleans them.
Dies wird von Gelehrten allgemein und mit guten Gründen als Verweis auf das Tote Meer verstanden (Jacobson 1999: 66‒67).
This is widely and logically understood by scholars to be a reference to the Dead Sea (Jacobson 1999: 66‒67)
Aristotelisches Begriffssystem und Denken prägten im gesamten Mittelalter das philosophische Denken der arabisch-islamischen, der arabisch-jüdischen und der christlichen Welt tiefgreifend. Aristotelische Terminologie und Benennungen waren unter mittelalterlichen muslimischen Gelehrten und Wissenschaftlern wohlbekannt, und er wurde von muslimischen Gelehrten weithin als „Der Erste Lehrer“ verehrt. Während des gesamten Mittelalters wurden muslimische Übersetzer, Gelehrte und Wissenschaftler mit den klassisch-griechischen Quellen eng vertraut, darunter Quellen aus Geschichte, Naturwissenschaften, Philosophie und Geographie. Ein arabisches Kompendium von Aristoteles' Meteorologie mit dem Titel al-ʿAthar al-ʿUlwiyyah wurde um 800 n. Chr. vom arabisch-christlichen Gelehrten Yahya ibn al-Bitriq verfasst und fand in den folgenden Jahrhunderten unter muslimischen Gelehrten weite Verbreitung.
Aristotelian terminology and thought profoundly influenced Arab- Islamic, Arab-Jewish and Christian philosophical thought throughout the Middle Ages. Aristotelian terminology and naming were well known among medieval Muslim intellectuals and scientists and he was widely revered by Muslim scholars as ‘The First Teacher’. Throughout the Middle Ages Muslim translators, scholars and scientists became closely acquainted with classical Greek sources, including sources in history, sciences, philosophy and geography. An Arabic compendium of Aristotle’s Meteorology, called al-ʿAthar al-ʿUlwiyyah was produced c. 800 CE by the Arab Christian scholar Yahya ibn al-Bitriq and was widely circulated among Muslim scholars over the following centuries.