10. Siedlerkolonialismus und die Enteignung der Palästinenser
10. Settlercolonialism And Disinheriting The Palestinians
Die Aneignung palästinensischer Ortsnamen durch den israelischen Staat
The Appropriation Of Palestinian Place Names By The Israeli State
Die vier Großmächte haben sich dem Zionismus verpflichtet. Und der Zionismus, ob richtig oder falsch, gut oder schlecht, wurzelt in uralten Traditionen, in gegenwärtigen Bedürfnissen und in zukünftigen Hoffnungen, die weit bedeutsamer sind als die Wünsche und Vorurteile der 700.000 [palästinensischen] Araber, die heute jenes uralte Land bewohnen. (Arthur James Balfour, zitiert nach Nutting 2013)
The four Great Powers are committed to Zionism. And Zionism, be it right or wrong, good or bad, is rooted in age-long traditions, in present needs, in future hopes, of far greater import than the desires and prejudices of the 700,000 [Palestine] Arabs who now inhabit that ancient land. (Arthur James Balfour, cited in Nutting 2013)
Der zionistische Siedlerkolonialismus steht im Zentrum des Konflikts in Palästina; Siedlerkolonialismus ist eine Struktur, kein Episode (Wolfe 2006). Der zionistische Siedlerkolonialismus ist tief in dem europäischen Kolonialismus verwurzelt. Unter Missachtung der Existenz und der Rechte indigener Völker betrachteten britische Kolonialisten große Teile der Erde oft als terra nullius, „niemandes Land“. Dieser (ursprünglich aus dem römischen Recht stammende) Ausdruck wurde verwendet, um ein Gebiet zu beschreiben, das nicht der Souveränität eines europäischen Staates unterlag – Souveränität über ein Gebiet, das terra nullius ist, kann durch Besetzung und/oder Siedlerkolonisierung erworben werden.
Zionist settler-colonialism is at the heart of the conflict in Palestine; settler-colonialism is a structure not an episode (Wolfe 2006). Zionist settler-colonialism is deeply rooted in European colonialism. Ignoring the existence and rights of indigenous peoples, British colonialists often saw large parts of the earth as terra nullius, ‘nobody’s land’. This (originally Roman legal) expression was used to describe territory which was not subject to the sovereignty of any European state – sovereignty over territory which is terra nullius may be acquired through occupation and/ or settler-colonisation.
Als im späten 19. Jahrhundert der europäische „Zionismus-Nationalismus“ als politische Kraft entstand, die zur Siedlerkolonisierung Palästinas und zur „Sammlung aller Juden“ aufrief, wurde wenig Aufmerksamkeit der Tatsache geschenkt, dass Palästina bereits bevölkert war. Tatsächlich erwähnte das Basler Programm, das auf dem Ersten Zionistischen Kongress angenommen wurde und 1897 den politischen Zionismus begründete, mit keinem Wort eine einheimische palästinensische Bevölkerung, als es das Ziel der Bewegung formulierte: „die Schaffung einer öffentlich und rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“.
When in the late 19th century European ‘Zionism nationalism’ arose as a political force calling for the settler-colonisation of Palestine and the ‘gathering of all Jews’, little attention was paid to the fact that Palestine was already populated. Indeed, the Basel Programme adopted at the First Zionist Congress, which launched political Zionism in 1897, made no mention of a Palestinian indigenous population when it spelled out the movement’s objective: ‘the establishment of a publicly and legally secured home in Palestine for the Jewish people’.
Darüber hinaus verbreiteten die Zionisten in den ersten Jahren ihrer Bemühungen, Unterstützung für ihr Unternehmen zu gewinnen, im Westen den rassistischen Mythos von „einem Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“, eine Parole, die von Israel Zangwill populär gemacht wurde, einem bedeutenden anglo-jüdischen Schriftsteller, der in der britischen Presse häufig als Sprecher des Zionismus zitiert wurde und zu den frühesten Organisatoren der zionistischen Bewegung in Großbritannien gehörte. Noch im Jahr 1914 erklärte Chaim Weizmann, der später der erste Präsident Israels werden sollte und der zusammen mit Theodor Herzl und David Ben-Gurion zu den drei Männern gehörte, die am meisten dafür verantwortlich waren, den zionistischen Traum Wirklichkeit werden zu lassen:
Moreover, in the early years of their efforts to secure support for their enterprise, the Zionists propagated in the West the racist myth of ‘a land without a people for a people without a land’, a slogan popularised by Israel Zangwill, a prominent Anglo-Jewish writer often quoted in the British press as a spokesman for Zionism and one of the earliest organisers of the Zionist movement in Britain. Even as late as 1914, Chaim Weizmann, who was to become the first President of Israel and who, along with Theodor Herzl and David Ben-Gurion, was one of the three men most responsible for turning the Zionist dream into reality, stated:
In seinem Anfangsstadium wurde der Zionismus von seinen Pionieren als eine Bewegung konzipiert, die gänzlich von mechanischen Faktoren abhängt: Da ist ein Land, das zufällig Palästina heißt, ein Land ohne Volk, und andererseits gibt es das jüdische Volk, und es hat kein Land. Was ist dann nötig, als den Edelstein in den Ring zu setzen, dieses Volk mit diesem Land zu vereinen? Die Besitzer des Landes [die Türken] müssen daher überzeugt und davon überzeugt werden, dass diese Verbindung vorteilhaft ist, nicht nur für das [jüdische] Volk und für das Land, sondern auch für sie selbst.1
In its initial stage, Zionism was conceived by its pioneers as a movement wholly depending on mechanical factors: there is a country which happens to be called Palestine, a country without a people, and, on the other hand, there exists the Jewish people, and it has no country. What else is necessary, then, than to fit the gem into the ring, to unite this people with this country? The owners of the country [the Turks] must, therefore, be persuaded and convinced that this marriage is advantageous, not only for the [Jewish] people and for the country, but also for themselves.1
Weder Zangwill noch Weizmann meinten diese demografischen Einschätzungen wörtlich. Sie meinten nicht, dass es in Palästina keine Menschen gab, sondern dass es keine Menschen gab, die im Rahmen der damals herrschenden Vorstellungen einer rassistischen europäischen Überlegenheit der Berücksichtigung wert waren. In diesem Zusammenhang ist eine Bemerkung Weizmanns gegenüber Arthur Ruppin, dem Leiter der Siedlungsabteilung der Jewish Agency, besonders aufschlussreich.
Neither Zangwill nor Weizmann intended these demographic assessments in a literal fashion. They did not mean that there were no people in Palestine, but that there were no people worth considering within the framework of the notions of racist European supremacy that then held sway. In this connection, a comment by Weizmann to Arthur Ruppin, the head of the colonisation department of the Jewish Agency, is particularly revealing.
Als Ruppin Weizmann nach den einheimischen arabischen Palästinensern fragte, antwortete dieser: „Die Briten haben uns gesagt, dass dort einige hunderttausend Nigger [hebräisch: kushim, Neger] leben, und für diese gibt es keinen Wert.“2
When asked by Ruppin about the indigenous Palestinian Arabs, Weizmann replied: ‘The British told us that there are there some hundred thousand niggers [Hebrew: kushim, negroes] and for those there is no value.’2
In der englischen Sprache ist das Wort nigger eine weiße rassistische Beleidigung, die sich gegen Schwarze und Afrikaner richtet. Seine abwertenden Konnotationen klingen an ein anderes herabsetzendes englisches Wort an, philistine, das das weiße Britannien aus biblischen Vorurteilen übernahm und im Alltagssprachgebrauch populär machte. Innerhalb der weißen rassistischen kolonialen Kultur, in der Weizmann und seine Mitstreiter wirkten, wäre der Bezug auf die indigene Bevölkerung Palästinas als nigger jedoch instinktiv und selbstverständlich gewesen. In Anlehnung an Weizmanns demografischen Rassismus und Shaftesburys biblischen Orientalismus legte Zangwill selbst die tatsächliche Bedeutung seines Slogans 1920 mit bewundernswerter Klarheit dar.
In the English language, the word nigger is a White racist slur directed at Black and African people. Its derogatory connotations echo another pejorative English word, philistine, which White Britain borrowed from biblical prejudices and popularised in daily parlance. However, in the White racist colonial culture within which Weizmann and co. operated, the reference to the indigenous people of Palestine as nigger would have been instinctive and natural. Echoing Weizmann’s demographic racism and Shaftesbury’s biblical Orientalism, Zangwill himself spelled out the actual meaning of his slogan with admirable clarity in 1920:
Wenn Lord Shaftesbury die Formulierung, Palästina sei ein Land ohne Volk, wörtlich genommen ungenau gebraucht hat, so hatte er im Wesentlichen doch recht, denn es gibt kein arabisches Volk, das in inniger Verbindung mit dem Land lebt, dessen Ressourcen nutzt und ihm einen eigenen Stempel aufdrückt: Bestenfalls gibt es ein arabisches Lager. (Zangwill 1920: 104; siehe auch Kamel 2015)
If Lord Shaftesbury was literally inexact in describing Palestine as a country without a people, he was essentially correct, for there is no Arab people living in intimate fusion with the country, utilising its resources and stamping it with a characteristic impress: there is at best an Arab encampment. (Zangwill 1920: 104; see also Kamel 2015)
Das Zusammenspiel britischer innen- und imperialer Erwägungen, jüdischer zionistischer Lobbyisten (insbesondere Chaim Weizmann, 1874‒1952) und christlich-zionistischer prophetischer Politik führte zur Balfour-Deklaration von 1917, die eine „jüdische Heimstätte“ in Palästina in Aussicht stellte (Anderson, I. 2005: 1, 57‒58). Damit gab erstmals eine imperiale Weltmacht, Großbritannien, der zionistischen Kampagne um den Besitz Palästinas ihre Zustimmung. Dieses höchst umstrittene Dokument, datiert auf den 2. November, wurde vom Außenminister Arthur James Balfour (später Lord Balfour) in Form eines Briefes an einen prominenten britisch-jüdischen Unterstützer der zionistischen Bewegung, Lionel Walter (Lord) Rothschild, verfasst, in dem er die britische Unterstützung des politischen Zionismus erklärte:
The interplay between British domestic and imperial considerations, Jewish Zionist lobbyists (especially Chaim Weizmann, 1874‒1952) and Christian Zionist prophetic politics would lead to the Balfour Declaration of 1917 which promised a ‘Jewish homeland’ in Palestine (Anderson, I. 2005: 1, 57‒58). Then an imperial world power, Britain gave sanction for the first time to the Zionist campaign for possession of Palestine. This highly controversial document, dated 2 November, was issued by Foreign Secretary Arthur James Balfour (later Lord Balfour), in the form of a letter to a prominent British Jewish supporter of the Zionist movement, Lionel Walter (Lord) Rothschild, declaring British support for political Zionism:
Ihre Majestät Regierung betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihre besten Bemühungen einsetzen, um die Verwirklichung dieses Ziels zu erleichtern, wobei klar verstanden wird, dass nichts getan werden soll, das die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status beeinträchtigt, die Juden in irgendeinem anderen Land genießen. (Zitiert nach Said 1980: 3)
Her Majesty’s Government views with favour the establishment in Palestine of a national home for the Jewish people, and will use their best endeavours to facilitate the achievement of this object, it being clearly understood that nothing shall be done to prejudice the civil and religious rights of the existing non-Jewish communities in Palestine, or the rights and political status enjoyed by Jews in any other country. (Quoted in Said 1980: 3)
Obwohl die zionistische jüdische Bewegung bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Reihe internationaler Kongresse eingeleitet und kleine jüdische Kolonien im Palästina jener Zeit gegründet hatte, war es die Förderung des Zionismus durch die damals führende Weltmacht, die das zionistische Projekt in Palästina in ein großes europäisches Siedlerkolonialprojekt verwandeln sollte.
Although the Zionist Jewish movement had already initiated a series of international congresses and established small Jewish colonies in the early 20th century Palestine, it was the sponsorship of Zionism by the leading imperial power of the age that would transform the Zionist project into a major European settler-colonial project in Palestine.
Balfours Vermächtnis wurde untrennbar mit der zionistenfreundlichen Erklärung verbunden, die er 1917 abgab. Die Gründe für die Erklärung waren vielschichtig. Balfours Spielart des christlichen Zionismus war von erheblichem Judenhass, übertriebenen Vorstellungen von einer „zionistisch-jüdischen Macht“ und von Ängsten vor einer Masseneinwanderung von Juden aus Osteuropa nach Großbritannien geprägt. Als Premierminister hatte Balfour den Aliens Act von 1905 verabschiedet, dessen Hauptziel es war, die Einreise osteuropäischer Juden nach Großbritannien zu beschränken. Brian Klug formulierte es eher skeptisch: „Juden von Britannien fernzuhalten und sie nach Palästina abzuschieben waren nur zwei Seiten derselben antisemitischen Medaille.“ Zionistische Historiker haben dabei häufig die Unterscheidung zwischen Beweggründen bzw. Motiven und Rechtfertigung übergangen und sich stattdessen auf Balfours eigene nachkriegszeitliche christlich-zionistische Rhetorik gestützt, um seine Erklärung zu rechtfertigen. Doch Balfours strategische und nationalistische innenpolitische Motive und Sorgen, insbesondere seine gut dokumentierten Bemühungen und Maßnahmen, den Zustrom osteuropäischer Juden in das Vereinigte Königreich zu stoppen, müssen bei jedem Versuch berücksichtigt werden, die Motive hinter der Erklärung sowie die langfristigen katastrophalen Folgen dieser Balfour-Zusage für Palästina zu bewerten.
Balfour’s legacy became inseparable from the pro-Zionist Declaration he issued in 1917. The reasons for the declaration were complex. Balfour’s brand of Christian Zionism was driven by a great deal of Judeophobia, hyped perceptions of ‘Zionist Jewish power’ and of fears of mass immigration of Jews from Eastern Europe to Britain. As Prime Minister, Balfour had passed the 1905 Aliens Act, the main object of which was to restrict the entry into Britain of Jews from Eastern Europe. Brian Klug put it rather sceptically: ‘Keeping Jews out of Britain and packing them off to Palestine were just two sides of the same antisemitic coin’.3 Here Zionist historians often chose to ignore the distinction between drivers/motives and justification and seize upon Balfour’s own post-war Christian Zionist rhetoric to justify his Declaration. Yet Balfour’s strategic and nationalist domestic motives and concerns, especially his well-documented efforts and policies to stop the influx of Eastern European Jewry into the UK, must be taken into consideration in any attempt to assess the motives behind the Declaration as well as the long-term catastrophic consequences for Palestine of that Balfour commitment.
Die religiös-politischen Wurzeln dieser britischen pro-zionistischen Verpflichtung reichen bis zur protestantisch-christlichen zionistischen Lobby zurück, die in den 1830er Jahren in London von Lord Shaftesbury (Anthony Ashley Cooper; 1801‒1885) gegründet wurde. Shaftesbury stammte aus der britischen aristokratischen Herrschaftselite und stand jahrzehntelang im Zentrum des viktorianischen Establishments. Außerdem wurde er bekannt dafür, auf dem Höhepunkt der viktorianischen Epoche sozialreformerische Politik zu befürworten. Shaftesbury war Abgeordneter der Tories im Unterhaus und später Mitglied der Lords, dem Oberhaus des Parlaments des Vereinigten Königreichs. Er war Schwager-in-law des Lord Melbourne (Premierminister während fast des gesamten Zeitraums von 1834 bis 1841) und Stiefschwiegersohn des Lord Palmerston (Außenminister während des größten Teils der 1840er und frühen 1850er Jahre und danach Premierminister während des größten Teils des Zeitraums 1855‒1865) (Merkley 1998:
The religio-political roots of this British pro-Zionist commitment go all the way back to the Protestant Christian Zionist lobby which was established in London in the 1830s by Lord Shaftesbury (Anthony Ashley Cooper; 1801‒1885). Shaftesbury came from the British aristocratic ruling elite and was for decades at the heart of the Victorian establishment. He also became well known for advocating socially reformist policies at the height of the Victorian era. Shaftesbury was a Tory member of the Commons, and later a member of the Lords, the upper house of Parliament in the United Kingdom. He was the nephew-in-law of Lord Melbourne (Prime Minister through most of the period from 1834 to 1841), and the stepson-in-law of Lord Palmerston (Foreign Minister for most of the 1840s and early 1850s, and then Prime Minister for most of the period 1855‒1865) (Merkley 1998:
13). Palmerston (1784–1865) war zweimal Premierminister in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von 1830 bis 1865 bestimmte er weitgehend die britische Außenpolitik, zu einer Zeit, als Britannien auf dem Höhepunkt seiner imperialistischen Macht stand. Shaftesbury wurde von aufeinanderfolgenden britischen Regierungen Machtpositionen angeboten, Palmerston ermutigte ihn und unterstützte ihn finanziell, und beide Männer waren maßgeblich an der Errichtung des britischen Konsulats in Jerusalem im Jahr 1838 beteiligt – eines Konsulats, das im 19. Jahrhundert von christlichen Zionisten dominiert wurde und im Zentrum britischer imperialer Pläne stand, die zur Balfour-Politik in Palästina führten (Schölch 1992).
13). Palmerston (1784–1865) served twice as Prime Minister in the mid-19th century. For most of 1830 to 1865 he dominated British foreign policy when Britain was at the height of its imperialist power. Shaftesbury was offered positions of power by successive British governments, Palmerston encouraged and financially supported him and both men were instrumental in the establishment of the British Consulate in Jerusalem in 1838 – a Consulate which in the 19th century was dominated by Christian Zionists and was at the centre of British imperial schemes which led to the Balfour policy in Palestine (Schölch 1992).
Insbesondere war der kreuzzüglerisch gesinnte protestantisch-christliche Zionist Shaftesbury der leidenschaftlichste Verfechter und Lobbyist der Wiederherstellung von „Gottes altem Volk“, wie er die Juden nannte (Tuchman 1982). Er und der einflussreiche Kreis, den er beherrschte, standen unter dem Einfluss der prophetischen Politik der „Endzeit“, einer missionarischen Politik, die auf dem Buch Daniel des Alten Testaments beruhte und die, wie sie glaubten, durch die „buchstäbliche Rückkehr“ und die „Wiederherstellung“ der Juden nach Palästina erfüllt werden würde. Als sich der Untergang des Osmanischen Reiches abzuzeichnen schien, nahm das protestantische Eintreten für den „jüdischen Restaurationismus“ und die siedlungskoloniale Besiedlung Palästinas im Vereinigten Königreich zu und galt als äußerst vorteilhaft für das expandierende Britische Empire im Nahen Osten. In der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts führte Shaftesbury die britische christlich-zionistische Lobby an, zu der Persönlichkeiten des Establishments wie Lord Lindsay (Crawford 1847: 71), Lord Manchester, George Eliot, Holman Hunt und Hall Caine gehörten.
In particular, crusading Protestant Christian Zionist Shaftesbury was the most ardent propagator and lobbyist of the restoration of ‘God’s ancient people’, as he styled the Jews (Tuchman 1982). He and the influential circle he dominated were under the influence of the ‘End of Times’ prophetic politics – evangelising politics based on the Old Testament’s Book of Daniel – which they believed would be fulfilled by the ‘literal return’ and ‘Restoration’ of the Jews to Palestine. As the demise of the Ottoman Empire appeared to be approaching, the Protestant advocacy of ‘Jewish restorationism’ and settler-colonisation of Palestine increased in the UK and was seen as highly beneficial to the expanding British Empire in the Middle East. In the mid-to-late 19th century Shaftesbury led the British Christian Zionist lobby which included establishment figures such as Lord Lindsay (Crawford 1847: 71), Lord Manchester, George Eliot, Holman Hunt and Hall Caine.
Als Inbegriff des viktorianischen protestantischen Imperialismus war der bibelfeste Shaftesbury zugleich ein Mythenbildner. Er trieb eifrig den Mythos einer allgegenwärtigen und fortwährenden jüdischen Sehnsucht nach „Rückkehr“ in die Diaspora voran, und am 4. November 1840
Epitomising Victorian Protestant imperialism, Bible-bashing Shaftesbury was also a myth-maker. He pushed zealously the myth of ubiquitous and perennial Jewish diaspora longing to ‘return’, and on 4 November 1840
Er schaltete eine Anzeige in der Times (London):
he placed an advertisement in the Times (London):
WIEDERHERSTELLUNG DER JUDEN: An die protestantischen Monarchen Europas wurde ein Memorandum gerichtet, das die Wiederherstellung des jüdischen Volkes im Land Palästina zum Gegenstand hat. Das betreffende Dokument, angeregt durch eine eigentümliche Verbindung von Ereignissen im Osten und andere auffällige „Zeichen der Zeit“, greift auf den ursprünglichen Bund zurück, der dieses Land dem [jüdischen] Nachkommen Abrahams sichert. (Zitiert nach Wagner 1995: 91)
RESTORATION OF THE JEWS: A memorandum has been addressed to the Protestant monarchs of Europe on the subject of the restoration of the Jewish people to the land of Palestine. The document in question, dictated by a peculiar conjunction of affairs in the East, and other striking ‘signs of the times’, reverts to the original covenant which secures that land to the [Jewish] descendant of Abraham. (Quoted in Wagner 1995: 91)
Shaftesbury war unmittelbar verantwortlich für den propagandistischen Slogan „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“⁴, der später zu einem zentralen zionistisch-jüdischen Mythos werden sollte: „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ (Masalha 1997; Hyamson 1950: 10, 12; Kamel 2015).
Shaftesbury was directly responsible for the propagandistic slogan ‘A country without a nation for a nation without a country’,4 later to be become a key Zionist Jewish myth: ‘A land without a people for a people without a land’ (Masalha 1997; Hyamson 1950: 10, 12; Kamel 2015).
Bei der Beurteilung der Bedeutung seiner Lobbyarbeit für die Entwicklung der protestantisch-zionistischen Bewegung in Großbritannien schreibt Donald Wagner:
Assessing the significance of his lobbying efforts on the fortunes of the Protestant Zionist movement in Britain, Donald Wagner writes:
Der Einfluss von Lord Shaftesbury auf die britischen politischen Eliten, die Kirchenführer und den durchschnittlichen christlichen Laien kann kaum überschätzt werden. Seine Bemühungen und sein religionspolitisches Denken haben möglicherweise den Ton für den britischen kolonialen Ansatz im Nahen Osten und insbesondere im Heiligen Land während der folgenden hundert Jahre gesetzt. Er übertrug als Einziger die theologischen Positionen von Brightman, Henry Finch und John Nelson Darby [dem Vater des modernen prämillennialen Dispensationalismus]:5 siehe unten]5 in eine politische Strategie. Seine hohen politischen Verbindungen, verbunden mit seinem untrüglichen Gespür, trugen gemeinsam dazu bei, die christlich-zionistische Vision voranzubringen. (Wagner 1995: 92)
One cannot overstate the influence of Lord Shaftesbury on the British political elites, church leaders, and the average Christian layperson. His efforts and religious political thought may have set the tone for England’s colonial approach to the Near East and in particular the holy land during the next one hundred years. He singularly translated the theological positions of Brightman, Henry Finch, and John Nelson Darby [the father of modern premillennial dispensationalism]:5 see below]5 into a political strategy. His high political connections, matched by his uncanny instincts, combined to advance the Christian Zionist vision. (Wagner 1995: 92)
1880 veröffentlichte F. Laurence Oliphant (1829‒1888), Parlamentsabgeordneter, Romanschriftsteller und evangelikaler Christ, ein Anhänger von Shaftesbury, ein Buch mit dem Titel The Land of Gilead (benannt nach dem biblischen „Land Gilead“)6, in dem er einen Plan zur „jüdischen Wiederherstellung“ und ein detailliertes Projekt zur jüdischen Besiedlung östlich des Jordans vorlegte. Er drängte das britische Parlament, die jüdische Einwanderung aus Russland und Osteuropa nach Palästina zu unterstützen. Es überrascht nicht, dass er außerdem dafür eintrat, die einheimischen palästinensischen Araber in Reservate umzusiedeln, ähnlich denen der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.7
In 1880 F. Laurence Oliphant (1829‒1888), MP, novelist and evangelical Christian, a follower of Shaftesbury, published a book entitled The Land of Gilead (named after the biblical ‘land of Gilead’),6 in which he presented a plan of ‘Jewish restoration’ and a detailed project for Jewish settlement east of the River Jordan. He urged the British parliament to assist Jewish immigration from Russia and Eastern Europe to Palestine. Not surprisingly he also advocated that indigenous Palestinian Arabs be removed to reservations like those of the indigenous inhabitants of North America7
(Sharif 1983: 68), oder mit Anspielung auf die Bantustan-Ideologie, die Südafrika später entwickelte (Sharif 1983: 68; Wagner 1995: 93).
(Sharif 1983: 68), or hinting at the Bantustan ideology later developed by South Africa (Sharif 1983: 68; Wagner 1995: 93).
Eine Verbindung aus protestantischen religiösen und imperialistischen Erwägungen veranlasste einige Briten, christlich-zionistische Romane zu verfassen, Erforschungsgesellschaften zu gründen und öffentlich wie privat für die „Wiederherstellung der Juden in Palästina“ einzutreten.8 Darüber hinaus beflügelten eine Reihe archäologischer Entdeckungen im Nahen Osten, militärisches Abenteurertum und die wachsende Zahl von Reiseberichten die Fantasie protestantischer Missionare, europäischer Beamter und arabistischer Gelehrter und führten zu einer direkten Beteiligung europäischer Mächte am Heiligen Land (Shepherd 1987; Osband 1989). Diese europäische Besessenheit von der archäologischen Vergangenheit war von einer ausgeprägten Verachtung für die indigene Bevölkerung Palästinas und für das Leben in den modernen palästinensischen Dörfern und Städten geprägt. Auf dem Höhepunkt des britischen Empires und im viktorianischen Zeitalter ging die prophetische Politik des „biblischen Restaurationismus“ Hand in Hand mit einer zunehmenden britischen kolonialen Einmischung im „Orient“. Das Heilige Land war im 19. Jahrhundert ein attraktives Ziel für mehrere europäische Nationen, die ihre kolonialen Muskeln rund um den Globus spielen ließen. Die Region war reif für die westliche Durchdringung, insbesondere während das Osmanische Reich Anzeichen politischen und wirtschaftlichen Zerfalls zeigte. Das Wettrennen um eine europäische nationale Präsenz und koloniale wirtschaftliche Interessen im Osten, und im Heiligen Land im Besonderen, wurde durch wissenschaftliche Tätigkeiten und die Orientalistik verschleiert (Said 1978). Zeitgleich mit dem europäischen „Wettlauf um Palästina“ zeigten verschiedene Sektoren der westlichen Wissenschaft und die meisten westlichen christlichen Kirchen ein wachsendes Interesse an Palästina. Ausländisches Interesse nahm regelmäßig die Form der Gründung christlicher Institutionen an – die osmanischen Reformen nach dem Krimkrieg (1853–1856) gewährten Nichtmuslimen gleiche Rechte, einschließlich Eigentumsrechten –, wodurch christliches missionarisches Engagement mit nationalem Einfluss verbunden wurde. Die Interessen von Gott und Vaterland verliefen parallel. Die Briten handelten früh,9 und bald wurden sie von den Russen nachgeahmt,10
A combination of Protestant religious and imperialist considerations drove some Britons to produce Christian Zionist novels, to set up exploration societies and to advocate the ‘restoration of the Jews to Palestine’ in public and in private.8 Furthermore, a succession of archaeological discoveries in the Near East, military adventurism and the growing number of travelogues fired the imagination of Protestant missionaries, European officials and Arabist scholars and led to the direct involvement European powers in the Holy Land (Shepherd 1987; Osband 1989). This European obsession with the archaeological past was marked by a decided contempt for the indigenous people of Palestine and life in modern Palestinian villages and towns At the height of the British Empire and the Victorian era prophetic politics of ‘biblical restorationism’ went hand in hand with increasing British colonial involvement in the ‘Orient’. The Holy Land in the 19th century was an attractive target for several European nations which were flexing their colonial muscles around the globe. The region was ready for Western penetration, particularly while the Ottoman Empire was showing signs of political and economic disintegration. The race for a European national presence and colonial commercial interests in the East, and in the Holy Land in particular, was masked by scholarly activities and Oriental Studies (Said 1978). Coinciding with the European ‘scramble for Palestine’, various sectors of the Western academy, and most of the Western Christian churches, displayed an increasing interest in Palestine. Invariably foreign interest took the form of establishing Christian institutions – the Ottoman reforms after the Crimean War (1853‒1856) granted equal rights, including property rights, to non-Muslims – thereby uniting Christian missionary endeavour with national influence. The interests of God and country ran in parallel. The British moved early,9 and were soon emulated by the Russians,10
Deutsche,11 Österreicher (Wrba 1996) und andere, was den Beginn eines umfassenden westlichen Einflusses in Palästina markierte, einen Einfluss, den die Osmanen fürchteten, da er ein Vorspiel dazu sein könnte, Palästina als christlichen Staat zurückzugewinnen.12 Das Ausmaß der westlichen Durchdringung war so groß, dass der österreichische Konsul, Graf de Caboga, 1880 berichtete, Jerusalem sei zu einer europäischen Stadt geworden. Und Captain (später General Sir) Charles Warren (1840‒1927) von den britischen Royal Engineers, einer der Schlüsselfiguren des britischen Palestine Exploration Fund, der entsandt wurde, um die alttestamentliche Topographie Jerusalems zu kartieren und „die Stätte des Tempels“ zu untersuchen, bemerkte: „[Der britische] König-Konsul [James Finn] herrscht uneingeschränkt, nicht über die Einheimischen der Stadt, sondern über Fremde; doch diese Fremden sind größtenteils die rechtmäßigen Eigentümer, die Einheimischen sind größtenteils Usurpatoren“ (Shepherd 1987: 127‒128).
Germans,11 Austrians (Wrba 1996) and others, marking the beginning of extensive Western influence in Palestine, an influence which the Ottomans feared might be a prelude to attempting to recover Palestine as a Christian state.12 Such was the degree of Western penetration that the Austrian consul, the Count de Caboga, reported in 1880 that Jerusalem had become a European city, and Captain (later General Sir) Charles Warren (1840‒1927) of the British Royal Engineers and one of the key officers of the British Palestine Exploration Fund, who was sent to map the Old Testament topography of Jerusalem and investigate ‘the site of the temple’, noted: ‘[British] King Consul [James Finn] rules supreme, not over the natives of the city, but over strangers; but yet these strangers for the most part are the rightful owners, the natives, for the most part, are usurpers’ (Shepherd 1987: 127‒128).
Protestantische Zionisten und britische Imperialisten glaubten, dass ein „jüdisches Palästina“ für ein britisches Protektorat dort entlang der Hauptroute nach Indien günstig wäre. Von Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts standen drei berühmte britische Premierminister dem „Zionismus unter Nichtjuden“ in Großbritannien nahe: Benjamin Disraeli (1804‒1881), dem es gelang, für das britische Empire die Kontrolle über den Suezkanal zu sichern, David Lloyd George (1863‒1945), dessen Regierung 1917 die Balfour-Deklaration herausgab, und Sir Winston Churchill, der fast ein halbes Jahrhundert lang, ob im Amt oder nicht, dem politischen Zionismus und dem britischen Empire ergeben war (Sykes 1973: 45, 52, 207). Sowohl Disraeli als auch Lloyd George waren von den Theorien einer Verschmelzung oder Verwandtschaft zwischen Christentum und Judentum fasziniert (Anderson, I.
Protestant Zionists and British imperialists believed that a ‘Jewish Palestine’ would be convenient for a British protectorate there along the main route to India. From the late 19th century to the middle of the 20th century three famous British prime ministers were closely associated with ‘Gentile Zionism’ in Britain: Benjamin Disraeli (1804‒1881), who was successful in securing for imperial Britain control of the Suez Canal, David Lloyd George (1863‒1945), whose government issued the Balfour Declaration of 1917, and Sir Winston Churchill, who for nearly half a century in and out of office was devoted to political Zionism and the British Empire (Sykes 1973: 45, 52, 207). Both Disraeli and Lloyd George were fascinated by the theories of amalgamation or affinity between Christianity and Judaism (Anderson, I.
2005: 60). Lloyd George, ein protestantischer Zionist, soll einmal gesagt haben:
2005: 60). Lloyd George, a Protestant Zionist, was once quoted as saying:
„Ich wurde weit mehr über die Geschichte der Juden unterrichtet als über die Geschichte meines eigenen Volkes“ (zitiert nach Stein 1961: 142); und Disraeli wurde als Protestant getauft, blieb aber von seiner jüdischen Herkunft fasziniert. Er bezeichnete das protestantische Christentum als „vollendetes Judentum“ und beschrieb sich – wie viele christliche Zionisten – mit Vorliebe als die „fehlende Seite“ zwischen dem Alten und dem Neuen Testament (Johnson, P. 1993: 324). Disraelis zivilisatorischer christlicher Imperialismus verband herablassende Haltungen gegenüber den Juden mit imperialistischer Außenpolitik im Nahen Osten. Diese Politik rechtfertigte er unter Berufung auf paternalistische und rassistische Theorien, die den Imperialismus als Ausdruck dessen verstanden, was Großbritanniens Dichter des Empire, Rudyard Kipling, als „die Bürde des weißen Mannes“ bezeichnen sollte.13
‘I was taught far more history about the Jews than about the history of my own people’ (quoted by Stein 1961: 142); and Disraeli was baptised a Protestant, but he remained fascinated by his Jewish background. Describing Protestant Christianity as ‘completed Judaism’, he – like many Christian Zionists – delighted in describing himself as the ‘missing page’ between the Old and New Testaments (Johnson, P. 1993: 324). Disraeli’s civilising Christian imperialism combined patronising attitudes towards the Jews with imperialist foreign policies towards the Middle East, policies which he justified by invoking paternalistic and racist theories which saw imperialism as a manifestation of what Britain’s imperial poet, Rudyard Kipling, would refer to as ‘the white man’s burden’.13
Jahrhundertelang, und mehr als achtzig Jahre lang politischen Zionismus, bildeten die palästinensischen Araber in Palästina eine absolute Mehrheit. Balfour war sich dieser Tatsache völlig bewusst, als er am 11. August 1919 seine für ihn typischen kolonialistischen Ansichten offen darlegte und schrieb:
For centuries, and for more than eighty years of political Zionism, the Palestinian Arabs were an absolute majority in Palestine. Balfour was fully aware of this fact when, on 11 August 1919, he frankly expressed his typically colonialist views and wrote:
Der Zionismus, ob richtig oder falsch, gut oder schlecht, wurzelt in jahrhundertealten Traditionen, in gegenwärtigen Bedürfnissen und in Zukunftshoffnungen von weit tieferer Bedeutung als die Wünsche und Vorurteile der 700.000 Araber, die heute jenes uralte Land bewohnen … Die Idee, eine [europäische] Minderheit von Außenstehenden einer einheimischen Mehrheitsbevölkerung aufzupfropfen, ohne sie zu befragen, war nicht geeignet, Menschen zu entsetzen, die mit Cecil Rhodes zusammengearbeitet oder die europäische Ansiedlung in Kenia gefördert hatten. (Zitiert nach Talmon 1965: 248, 250)
Zionism, be it right or wrong, good or bad, is rooted in age-long traditions, in present needs, in future hopes, of far profounder import than the desires and prejudices of the 700,000 Arabs who now inhabit that ancient land … The idea of planting a [European] minority of outsiders upon an indigenous majority population, without consulting it, was not calculated to horrify men who had worked with Cecil Rhodes or promoted European settlement in Kenya. (Quoted in Talmon 1965: 248, 250)
Im Jahr 1925 besuchte Balfour Palästina und war einer der wichtigsten Ehrengäste bei der Eröffnung der Hebräischen Universität Jerusalem. Die Führung des kleinen europäischen zionistischen Yishuv (Siedlung) begrüßte ihn begeistert.
In 1925 Balfour visited Palestine and was a key guest of honour at the opening of the Hebrew University of Jerusalem. He was greeted enthusiastically by the leadership of the small European Zionist Yishuv (settlement)
in Palästina, während die Mehrheit der einheimischen Bewohner Palästinas ihn mit schwarzen Fahnen willkommen hieß.
in Palestine, while the majority of indigenous inhabitants of Palestine welcomed him with black flags.
Der Schlüssel zum Verständnis des britischen Beitrags zur palästinensischen Nakba (Katastrophe) der Mitte des 20. Jahrhunderts liegt in der Intensität, mit der einige britische christliche Restaurationisten das Projekt einer „jüdischen Heimstätte“ in Palästina annahmen; in der Art, wie die Bibel und „göttliche Rechte und göttliche Verheißungen“ von Männern wie dem britischen Premierminister Lloyd George und seinem Außenminister Arthur James Balfour (der die Balfour-Deklaration herausgab) gesehen wurden; und allgemein in der außergewöhnlichen Anziehungskraft, die der politische Zionismus im Westen hatte. Obwohl die Balfour-Deklaration teilweise von Kalkülen des Ersten Weltkriegs motiviert war, entstand sie nicht in einem ideologischen Vakuum. Ihr Inhalt spiegelte die christlich-zionistische prophetische Politik wider, die im imperialistischen protestantischen Britannien des 19. Jahrhunderts tief verwurzelt war (Verete 1970).14 All dies bedeutete, dass die Wirklichkeit Palästinas und der Palästinenser von Anfang an außerhalb der westlichen und zionistischen Darstellungen der „jüdischen Heimstätte“ in Palästina lag.
The key to understanding the contribution of Britain to the Palestinian Nakba (catastrophe) of the mid-20th century lies in the intensity with which some British Christian restorationists embraced the project of a ‘Jewish homeland’in Palestine; the way in which the Bible and ‘divine rights and divine promises’ were seen by the likes of British Prime Minister Lloyd George and his Foreign Secretary Arthur James Balfour (who issued the Balfour Declaration); and generally the extraordinary appeal political Zionism had in the West. Although the Balfour Declaration was partly motivated by First World War calculations, it was not issued in an ideological vacuum. Its content reflected the Christian Zionist prophetic politics which became deeply rooted in 19th century imperialist Protestant Britain (Verete 1970).14 This all meant that, from the beginning, the reality of Palestine and the Palestinians lay outside Western and Zionist representations of the ‘Jewish homeland’ in Palestine.
Darüber hinaus, so Edward Said, sei der „Schauplatz des zionistischen Kampfes nur teilweise in Palästina“ gewesen; der entscheidende Schauplatz des zionistischen Kampfes habe bis 1948 in den Hauptstädten des Westens gelegen, während die Wirklichkeit Palästinas und „der einheimische Widerstand gegen die Zionisten im Westen entweder heruntergespielt oder ignoriert wurde“ (Said 1980: 22‒23). Indem der Kampf aus dem Nahen Osten herausgelöst wurde, wurden die Palästinenser (und Araber) daran gehindert, sich selbst zu vertreten, und man sprach ihnen die Fähigkeit dazu ab: „[S]ie können sich nicht selbst vertreten; sie müssen vertreten werden“ (zitiert nach Said 1980).15 Indem die zionistische Bewegung für westliches Publikum attraktiv gemacht wurde, leugneten ihre Führer nicht nur die Existenz des arabischsprachigen Volkes Palästinas; sie stellten die Araber dem Westen auch als etwas dar, das auf bestimmte Weise verstanden und gelenkt werden könne. Zwischen dem Zionismus und dem Westen bestand und besteht eine Sprach- und Ideologiegemeinschaft; die Araber gehörten dieser Gemeinschaft nicht an. Diese Gemeinschaft beruht in sehr hohem Maße auf einer Tradition der Feindseligkeit gegenüber dem Islam im Besonderen und dem Orient im Allgemeinen im Westen (Said 1979: 25‒26). Ein großer Erfolg der christlichen und jüdischen Zionisten bestand darin, sich jenen Raum zu sichern, von dem aus sie alle die Araber dem Westen darstellen und erklären sollten:
Furthermore, as Edward Said argued, the ‘site of the Zionist struggle was only partially in Palestine’; the crucial site of the Zionist struggle remained until 1948 in the capital cities in the West, while the reality of Palestine and ‘the native resistance to the Zionists was either played down or ignored in the West’ (Said 1980: 22‒23). By removing the struggle from the Middle East, the Palestinians (and Arabs) were prevented from representing themselves, and were deemed incapable of doing so: ‘[T]hey cannot represent themselves; they must be represented’ (quoted in Said 1980).15 In making the Zionist movement attractive to Western audiences, its leaders not only denied the existence of the Arabic-speaking people of Palestine; they represented the Arabs to the West as something that could be understood and managed in specific ways. Between Zionism and the West there was and still is a community of language and of ideology; Arabs were not part of this community. To a very great extent this community depends on a tradition in the West of enmity towards Islam in particular and the Orient in general (Said 1979: 25‒26). A major success of the Christian and Jewish Zionists has been their ability to occupy the space from which they were all to represent and explain the Arabs to the West:
Die Zionisten nahmen es auf sich, als teilweise „östliches" Volk, das sich von den schlimmsten östlichen Auswüchsen befreit hatte, den orientalischen Arabern dem Westen zu erklären, die Verantwortung dafür zu übernehmen, auszudrücken, wie die Araber tatsächlich sind und was sie wirklich ausmacht, und niemals zuzulassen, dass die Araber in Palästina ebenso wie sie selbst als existierend erscheinen. Diese Methode ermöglichte es dem Zionismus, stets sowohl in die realen Gegebenheiten der Existenz im Nahen Osten eingebunden als auch diesen überlegen zu erscheinen. (Said 1980: 26)
[The] Zionists took it upon themselves as a partially ‘Eastern’ people who had emancipated themselves from the worst Eastern excesses, to explain the Oriental Arabs to the West, to assume responsibility for expressing what the Arabs were really like and about, never to let the Arabs appear equally with them as existing in Palestine. This method allowed Zionism always to seem both involved in and superior to the native realties of Middle Eastern existence. (Said 1980: 26)
Trotz solcher christlich-und jüdisch-zionistischer Äußerungen waren sich die zionistischen Führer jedoch von Anfang an durchaus bewusst, dass sich auf dem Land nicht nur Menschen befanden, sondern dass dort eine große Zahl von Menschen lebte. Zangwill, der 1897 Palästina besucht und sich der demographischen Wirklichkeit unmittelbar gegenübergesehen hatte, räumte 1905 in einer Rede vor einer zionistischen Gruppe in Manchester ein: „Palästina selbst hat bereits seine Bewohner. Das Paschalik Jerusalem ist schon doppelt so dicht besiedelt wie die Vereinigten Staaten, mit zweiundfünfzig Seelen pro Quadratmeile, und davon sind nicht 25 Prozent Juden“ (Zangwill 1937: 210). Zahlreiche Verweise auf die palästinensische Bevölkerung in frühen zionistischen Texten zeigen deutlich, dass die palästinensischen Araber von Beginn der zionistischen Besiedlung Palästinas an, die die zionistische Historiographie mit der Ankunft der Mitglieder der russischen Bilu-Gesellschaft im Jahr 1882 datiert, alles andere als eine „unsichtbare“ oder „verborgene“ Präsenz waren. Darüber hinaus haben neuere Studien gezeigt, dass sich die zionistischen Führer mit dem befassten, was sie als das „arabische Problem“ (hebräisch: Habe’ayah Ha’arvit) bzw. die „arabische Frage“ (hebräisch:
Despite such Christian and Jewish Zionist statements, however, the Zionist leaders from the outset were well aware that not only were there people on the land, but that people were there in large numbers. Zangwill, who had visited Palestine in 1897 and come face to face with the demographic reality, acknowledged in 1905 in a speech to a Zionist group in Manchester that ‘Palestine proper has already its inhabitants. The pashalik of Jerusalem is already twice as thickly populated as the United States, having fifty-two souls to the square mile, and not 25 percent of them Jews’ (Zangwill 1937: 210). Abundant references to the Palestinian population in early Zionist texts show clearly that from the beginning of Zionist settlement in Palestine, which Zionist historiography dates to the arrival of the members of the Russian Bilu Society in 1882, the Palestinian Arabs were far from being an ‘unseen’ or ‘hidden’ presence. Moreover, recent studies have shown that Zionist leaders were concerned with what they termed the ‘Arab problem’ (Hebrew: Habe’ayah Ha’arvit) or the ‘Arab Question’ (Hebrew:
Hashelah Ha'arvit). Wie aus ihren Schriften hervorgeht, reichten die Haltungen, die bei der Mehrheit der zionistischen Gruppen und Siedler gegenüber der einheimischen palästinensischen Bevölkerung vorherrschten, von Gleichgültigkeit und Missachtung bis zu herablassender Überheblichkeit. Ein typisches Beispiel findet sich in den Werken von Moshe Smilansky, einem zionistischen Schriftsteller und Arbeiterführer, der 1890 nach Palästina einwanderte:
Hashelah Ha’arvit). As seen in their writings, the attitudes prevailing among the majority of the Zionist groups and settlers concerning the indigenous Palestinian population ranged from indifference and disregard to patronising superiority. A typical example can be found in the works of Moshe Smilansky, a Zionist writer and Labour leader who immigrated to Palestine in 1890:
Lasst uns nicht zu vertraut mit den arabischen Fellachen sein, damit unsere Kinder nicht ihre Gewohnheiten annehmen und von ihren hässlichen Taten lernen. Alle, die dem Gesetz der Thora treu sind, sollen das Hässliche und das, was ihm ähnelt, meiden und sich von den Fellachen und ihren niederen Eigenschaften fernhalten.
Let us not be too familiar with the Arab fellahin lest our children adopt their ways and learn from their ugly deeds. Let all those who are loyal to the Torah avoid ugliness and that which resembles it and keep their distance from the fellahin and their base attributes.
Es gab gewiss auch solche, die an solchen Haltungen Anstoß nahmen.
There were, certainly, those who took exception to such attitudes.
Ahad Ha'Am (Asher Zvi Ginzberg), ein liberaler russisch-jüdischer Denker, der 1891 Palästina besuchte, veröffentlichte in der hebräischen Zeitschrift Hamelitz eine Reihe von Artikeln, die sowohl die Ethnozentrik des politischen Zionismus als auch die Ausbeutung der palästinensischen Bauernschaft durch zionistische Siedlerkolonisten scharf kritisierten.
Ahad Ha’Am (Asher Zvi Ginzberg), a liberal Russian Jewish thinker who visited Palestine in 1891, published a series of articles in the Hebrew periodical Hamelitz that were sharply critical of the ethnocentricity of political Zionism as well as the exploitation of Palestinian peasantry by Zionist settlercolonists.
Ahad Ha’Am, der darauf aufmerksam machen wollte, dass Palästina kein leeres Gebiet war und dass die Anwesenheit eines anderen Volkes auf dem Land Probleme aufwarf, stellte fest, dass die zionistischen „Pioniere“ glaubten, die einzige Sprache, die die Araber verstünden, sei die der Gewalt ... [Sie] verhielten sich den Arabern gegenüber feindselig und grausam, überschritten ungerechtfertigterweise ihre Grenzen, schlugen sie ohne Grund schändlich und prahlten sogar damit, und niemand stellte sich dieser verachtenswerten und gefährlichen Tendenz entgegen. (Zitiert nach Masalha 1992: 7)
Ahad Ha’Am, who sought to draw attention to the fact that Palestine was not an empty territory and that the presence of another people on the land posed problems, observed that the Zionist ‘pioneers’ believed that the only language that the Arabs understand is that of force ... [They] behave towards the Arabs with hostility and cruelty, trespass unjustly upon their boundaries, beat them shamefully without reason and even brag about it, and nobody stands to check this contemptible and dangerous tendency. (Cited in Masalha 1992: 7)
Er kam zum Kern der Sache, als er darlegte, dass die aggressive Haltung der Siedler gegenüber den einheimischen Bauern aus ihrem Zorn „gegen jene erwuchs, die sie daran erinnerten, dass es noch ein anderes Volk im Land Israel gibt, das dort seit jeher lebt und nicht vorhat, es zu verlassen“.
He cut to the heart of the matter when he ventured that the colonists’ aggressive attitude towards the native peasants stemmed from their anger ‘towards those who reminded them that there is still another people in the land of Israel that have been living there and does not intend to leave’.
Ein weiterer früher Siedler, Yitzhak Epstein, der 1886 aus Russland nach Palästina kam, warnte nicht nur vor den moralischen Folgen der zionistischen Kolonisation, sondern auch vor den politischen Gefahren, die dem Unternehmen innewohnten. Im Jahr 1907, zu einer Zeit, als zionistische Landkäufe in Galiläa Widerstand unter palästinensischen Bauern auslösten, die von dem Land vertrieben wurden, das abwesende Grundbesitzer verkauft hatten, verfasste Epstein einen umstrittenen Artikel mit dem Titel „Die verborgene Frage“, in dem er die Methoden, mit denen die Zionisten arabisches Land erworben hatten, scharf kritisierte. Seiner Ansicht nach mussten diese Methoden, die mit der Enteignung arabischer Bauern einhergingen, künftig zu politischen Konfrontationen führen.
Another early settler, Yitzhak Epstein, who arrived in Palestine from Russia in 1886, warned not only of the moral implications of Zionist colonisation but also of the political dangers inherent in the enterprise. In 1907, at a time when Zionist land purchases in the Galilee were stirring opposition among Palestinian peasants forced off land sold by absentee landlords, Epstein wrote a controversial article entitled ‘The Hidden Question’, in which he strongly criticised the methods by which Zionists had purchased Arab land. In his view, these methods entailing dispossession of Arab farmers were bound to cause political confrontation in the future.
Im wütenden Echo der zionistischen Führung auf Epsteins Artikel spiegeln sich zwei zentrale Merkmale des vorherrschenden zionistischen Denkens wider: die Überzeugung, dass der jüdische Landerwerb moralischen Erwägungen vorging, und das Eintreten für einen abgeschotteten, exklusiven Yishuv (Siedlung) in Palästina.
Reflected in the Zionist establishment’s angry response to Epstein’s article are two principal features of mainstream Zionist thought: the belief that Jewish acquisition of land took precedence over moral considerations, and the advocacy of a separatist and exclusionist Yishuv (colony) in Palestine.
Nach dem Vorbild europäischer Siedlerkolonialisten sahen einige zionistische Führer vor dem Ersten Weltkrieg, insbesondere Theodor Herzl in seinem zionistischen Roman Altneuland, die Wirklichkeit Palästinas und den materiellen Nutzen, den die europäisch-jüdische Kolonisation für Palästina bringen würde, ähnlich wie die suprematistische Ideologie der „Bürde des weißen Mannes“. In der Mandatszeit wurde der zionistischen Führung jedoch klar, dass eine systematische Verdrängung und „Überführung“ der einheimischen Bevölkerung Palästinas die conditio sine qua non des zionistischen Unternehmens war (Wiemer 1983: 26; Masalha 1992).
Following in the footsteps of European settler-colonialists, before the First World War some Zionist leaders (notably Theodor Herzl in his Zionist novel Altneuland), conceived the reality of Palestine, and the material benefits European Jewish colonisation would bring to Palestine, to be similar to the supremacist ideology of the ‘white man’s burden’. During the Mandatory period, however, it became clear to the Zionist leadership that a systematic dislocation and ‘transfer’ of the indigenous inhabitants of Palestine was the conditio sine qua non of the Zionist enterprise (Wiemer 1983: 26; Masalha 1992).
In seinem wegweisenden Werk „Orientalismus“ (1978) unterzog Edward W. Said die westliche „Orientalistik“ einer vernichtenden Kritik und legte die ihr zugrunde liegenden Voraussetzungen offen. Er kam außerdem zu dem Schluss, dass auch die Bibelwissenschaften Teil des westlichen orientalistischen Diskurses seien und dessen Fortsetzung darstellten, der ohne einen „orientalischen“/arabischen/muslimischen Leser im Blick konstruiert worden sei. Für Said wurden in diesem biblisch-orientalistischen Diskurs die einheimischen Bewohner Palästinas als unfähig zu gemeinsamem Handeln und nationalem Bewusstsein dargestellt. Die Bibelwissenschaftler folgten den westlichen Orientalisten und konzentrierten sich auf historische und archäologische Fragen. In „Die Palästina-Frage“, die zwei Jahre nach „Orientalismus“ erschien, versuchte Said außerdem, die Auslöschung der Palästinenser aus der Geschichte zu erklären. Für ihn kreiste die Tilgung der Wirklichkeit Palästinas um drei zentrale Punkte: Erstens das Verständnis der Darstellung Palästinas, der Palästinenser und des Islam im Westen. Saids Buch „Islam in den Medien“ (1981) sollte als Teil einer Trilogie betrachtet werden, zu der „Orientalismus“ (1978) und „Die Palästina-Frage“ gehören (Said 1980; Ashcroft und Ahluwalia 2001: 125). Für Said sind die Darstellungen des Islam im Westen ein wichtiger Bestandteil der Palästina-Frage, weil sie dazu dienen, die Palästinenser zum Schweigen zu bringen, von denen die Mehrheit Muslime sind (Said 1980; Ashcroft und Ahluwalia 2001: 128). Zweitens das Verständnis des „Wettstreits zwischen Bejahung und Verneinung“. Drittens das Verständnis westlicher orientalistischer Haltungen gegenüber Arabern und dem Islam, westlicher rassistischer Vorurteile und insbesondere der westlichen Erzählung eines Wettstreits zwischen den „zivilisierenden“ Kräften der zionistischen europäischen Siedler und den „unzivilisierten“, „hinterhältigen“ und degenerierten orientalischen Arabern (Said 1980: 25‒28). Dieser biblisch geprägte Diskurs umfasst (a) die Gestaltung der Geschichte, „so dass diese Geschichte nun so erscheint, als bestätige sie die Gültigkeit zionistischer Ansprüche auf Palästina, wodurch die Ansprüche der Palästinenser herabgesetzt werden“ (Said 1980: 8), und (b) die zionistische Legitimierung der zionistischen Siedlerkolonisation in Palästina, ein Prozess, der mit der Gründung Israels im Jahr 1948 nicht endete.
In his seminal work, Orientalism (1978), Edward W. Said subjected Western ‘Oriental Studies’ to a devastating critique and exposed the underlying presumptions of the discipline. He also concluded that Biblical Studies were part of and an extension of the Western Orientalist discourse, which had been constructed without any ‘Oriental’/Arab/Muslim reader in view. For Said, in this biblical Orientalist discourse the indigenous inhabitants of Palestine were presented as incapable of unified action and national consciousness. The biblical scholars, following in the footsteps of the Western Orientalists, concentrated on historical and archaeological questions. In The Question of Palestine, which came out two years after Orientalism, Said also tried to explain the erasure of Palestinians from history. For him, the deletion of the reality of Palestine centred on three key issues: first, understanding the representation of Palestine, the Palestinians and Islam in the West: Said’s book Covering Islam (1981) should be treated as part of a trilogy which includes Orientalism (1978) and The Question of Palestine (Said 1980; Ashcroft and Ahluwalia 2001: 125). For Said, the representations of Islam in the West are an important part of the question of Palestine because they are used to silence the Palestinians, the majority of whom are Muslims (Said 1980; Ashcroft and Ahluwalia 2001: 128); second, understanding the ‘contest between an affirmation and a denial’; third, understanding Western Orientalist attitudes towards Arabs and Islam; Western racial prejudices, and especially the Western narrative of a contest between the ‘civilising’ forces of the Zionist European settlers and the ‘uncivilised’, ‘treacherous’ and degenerate Oriental Arabs (Said 1980: 25‒28). This biblically framed discourse entails (a) the shaping of history, ‘so that this history now appears to confirm the validity of Zionist claims to Palestine, thereby denigrating Palestinians claims’ (Said 1980: 8), and (b) the Zionist legitimisation of Zionist settler-colonisation in Palestine, a process that did not end with the creation of Israel in 1948.