9.9 Vernakularisierung, Indigenität und moderne Darstellungen Palästinas in der arabischen Presse Palästinas: Die Zeitung Falastin (1911–1967)
9.9 Vernacularisation, Indigeneity And Modern Representations Of Palestine In The Palestinian Arab Press: The Newspaper Falastin (1911–1967)
Es wird allgemein anerkannt, dass sich die geopolitische Vorstellung von Palästina von den Verhältnissen im späten osmanischen Palästina bis zur Zeit des britischen Mandats erheblich wandelte, also von der Vorstellung vom „Meer bis zur Wüste“ hin zu den heutigen Grenzen vom „Meer bis zum Fluss“. Darüber hinaus spielte der Widerstand gegen die zionistische Einwanderung und die Siedlungsprojekte seit der späten osmanischen Zeit eine große Rolle bei der nationalen Konzeptualisierung des modernen Palästina.
It is widely recognised that the geo-political conception of Palestine evolved significantly from the experiences of late Ottoman Palestine to those of the British Mandatory period, or from the notion of the ‘sea to the desert’ to the modern boundaries of the ‘sea to the river’. In addition, resistance to Zionist immigration and settler projects from the late Ottoman period onwards played a large part in the national conceptualisation of modern Palestine.
Der palästinensische nationale Widerstand gegen den Zionismus begann sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zu verfestigen, und zwar im Zusammenhang mit den Aktivitäten zionistischer Siedler in Palästina.
Palestinian national opposition to Zionism began to crystallise around Zionist-settler activities in Palestine in the years before the First World War.
Es wird allgemein anerkannt, dass Bildung, Printkapitalismus und die moderne Presse eine große Rolle bei der Herausbildung moderner nationaler Identitäten spielten (Anderson 1991). Dies galt auch für das Wachstum des palästinensischen Bildungswesens und das Aufkommen der palästinensischen Presse im späten osmanischen Stadtpalästina (Beška 2016b). Im Januar 1911 gründeten die palästinensisch-arabischen orthodoxen Journalisten ʿIssa al-ʿIssa und sein Cousin Yousef al-ʿIssa in Jaffa (im Mutasarrifiyyah von Jerusalem im späten osmanischen Palästina) die Tageszeitung Falastin. Warum sollte eine der frühesten modernen arabischen nationalen Zeitungen Palästinas Falastin heißen, der umgangssprachliche (im Alltag verwendete) Name für das Land, und nicht die standardsprachlichen oder literarischen mittelalterlichen arabischen Namen für das Land: Filastin oder Filistin?
It is widely recognised that education, print capitalism and the modern press played a major role in the formation of modern national identities (Anderson 1991). This was also true in the case of the growth of Palestinian education and the emergence of the Palestinian press in late Ottoman urban Palestine (Beška 2016b). In January 1911 Palestinian Arab Orthodox journalists ‘Issa al-ʿIssa and his cousin Yousef al-ʿIssa set up in Jaffa (in the Mutasarrifiyyah of Jerusalem of late Ottoman Palestine) the daily newspaper Falastin. Why would one of the earliest modern Arabic national newspapers in Palestine be called Falastin, the colloquial (used daily) name for the country, not the standard or literary medieval Arabic names for the country: Filastin or Filistin.
Warum wurde für die führende nationalistische Zeitung Falastin die umgangssprachliche arabische Form für Palästina gewählt, statt Filastin oder Filistin, den traditionellen hocharabischen Namen des Landes, die bis in die frühe islamische Zeit zurückreichen? Diese literarischen arabischen Formen, Filastin oder Filistin, waren nicht nur im 19. Jahrhundert bekannt; sie wurden tatsächlich in palästinensischen und arabischen Schriften verwendet und waren gleichbedeutend mit einer administrativen geografischen Einheit (Abd al-Hadi 1923: 32). Außerdem verwendete Khair al-Din al-Ramli im 17. Jahrhundert die hocharabische Form von Filastin, ebenso das islamische Scharia-Gericht von Jerusalem im 18. Jahrhundert und Khalil Beidas in den 1890er Jahren. Da die Gründungsredakteure selbst keine Erklärung hinterlassen haben, ist die Antwort auf die Übernahme der umgangssprachlichen Form Falastin wahrscheinlich vielschichtig und kontextabhängig: (a) In der Neuzeit lassen sich Vernationalisierung, „Nation-Werdung“ und das Bedürfnis, eine eigenständige nationale Identität zu begründen, immer wieder beobachten, im frühneuzeitlichen Europa, im modernen Russland, in der Türkei, in Japan und in einer ganzen Reihe von Ländern in ganz Asien. (b) Im spätosmanischen Palästina galt die Vernationalisierung als Schlüssel zu einem eigenständigen (und sogar getrennten) nationalen Identitätsmerkmal. (c) Indem die Redakteure eine nationale Zeitung „von unten“ benannten, übernahmen sie die Form Falastin als den gängigsten, am weitesten verbreiteten und bei den einheimischen Palästinensern und auf den Straßen Palästinas populärsten Begriff, im Gegensatz zu Filastin, das weitgehend auf die arabischen Schriften der gebildeten und kulturellen Eliten des Landes beschränkt war. Offensichtlich waren die Redakteure und Journalisten von Falastin darauf bedacht, den palästinensischen Nationalismus „von unten“ zu popularisieren, unter den einfachen Menschen, und ihn nicht nur auf die gebildeten einheimischen Eliten zu beschränken.
Why vernacularise and use the vernacular Arabic form for Palestine for a leading nationalist newspaper, Falastin, rather than using Filastin or Filistin, the traditional standard Arabic names for the country – names which go all the way back to early Islam? Not only were these literary Arabic forms, Filastin or Filistin, remembered in the 19th century; in fact they were used in Palestinian and Arab writings and were synonymous with an administrative geographic unit (Abd al-Hadi 1923: 32). Moreover, the standard form of Filastin was used by Khair al-Din al-Ramli in the 17th century, the Islamic Sharia Court of Jerusalem in the 18th century and Khalil Beidas in the 1890s. In the absence of an explanation by the founding editors themselves, the answer to the adoption of the vernacular form of Falastin is likely to be multi-faceted and contextual: (a) in modern times, vernacularisation, ‘nation-ness’ and the need to establish a distinctive national identity can be seen again and again in early modern Europe, in modern Russia, Turkey, Japan and a whole range of countries across Asia; (b) vernacularisation was seen in late Ottoman Palestine as key to a distinct (and even separate) national identity marker; (c) naming a national newspaper ‘from below’, the editors adopted the form Falastin as the common, most widely spoken and most popularly used term by local Palestinians and on the streets of Palestine, as opposed to Filastin, which was largely confined to the writings in Arabic of the educated and cultural elites of the country. Clearly, the editors and journalists of Falastin were intent on popularising Palestinian nationalism ‘from below’ and among ordinary people and not just confining it to educated local elites.
Falastin wurde ebenfalls in Jaffa gegründet, fernab der argwöhnischen Blicke der osmanischen Behörden in Jerusalem, denen die frühen palästinensischen Nationalisten zutiefst misstrauten. Sowohl Jaffa als auch Haifa – die eng mit der osmanischen Hedschas-Bahn und dem aufstrebenden palästinensischen Bürgertum verbunden waren und seit dem späten 19. Jahrhundert die historisch mächtige Hafenstadt Akko in den Schatten zu stellen begannen – entwickelten sich zu bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Zentren im spätosmanischen Palästina und konkurrierten mit dem traditionell einflussreichsten kulturellen Zentrum des Landes: al-Quds al-Scharif (Jerusalem). Dieser Dreierwettbewerb und das dynamische kulturelle Erwachen des spätosmanischen Palästina sorgten letztlich dafür, dass bis zum Ersten Weltkrieg ein erstaunlich reiches und kulturell vielfältiges, dennoch recht geschlossenes, überwiegend arabisches Land entstand.
Falastin was also founded in Jaffa, away from the prying eyes of the Ottoman authorities in Jerusalem, of which early Palestinian nationalists were deeply suspicious. Both Jaffa and Haifa – which were closely linked to the Ottoman Hejaz Railway and the rising Palestinian middle classes, and began to eclipse the historically powerful port city of Acre from the late 19th century onwards – emerged as major economic and cultural centres in late Ottoman Palestine, competing with the traditionally most powerful cultural centre in the country: al-Quds al-Sharif (Jerusalem). This three-way competition and the dynamic cultural awakening of late Ottoman Palestine would ultimately ensure the emergence of an amazingly rich and culturally diverse but fairly unified predominantly Arab country by the First World War.
Im Dezember 1908 gründete der palästinensische Journalist Najib Nassar (1865‒1947) in Haifa, drei Jahre vor der Gründung von Falastin in Jaffa, die Zeitung al-Karmel (benannt nach dem Berg Karmel im Distrikt Haifa) und gab sie heraus. Er hatte zuvor als Apotheker für das Schottische Krankenhaus in Tiberias in Galiläa gearbeitet. Es war die erste palästinensische antikoloniale Wochenzeitung in arabischer Sprache (Beška 2011).19
In Haifa in December 1908, three years before the founding of Falastin in Jaffa, Palestinian journalist Najib Nassar (1865‒1947) – who had worked as a pharmacist for the Scottish Hospital in Tiberias, Galilee – founded and edited al-Karmel (named for Mount Carmel in the Haifa district), the first Palestinian anti-colonial weekly newspaper in Arabic (Beška 2011).19
Diese frühen palästinensischen Zeitungen der Küstenstädte Jaffa und Haifa spielten eine wichtige Rolle bei der Visualisierung und textlichen Rekonstruktion der modernen palästinensischen Identität in der späten osmanischen Zeit (Beška 2011, 2016b). Dabei sollte jedoch stets bedacht werden, dass bei der Konzeption der modernen palästinensisch-arabischen Identität das Erstarken des palästinensischen Nationalismus und das wachsende Gefühl eines lokalen palästinensischen territorialen Patriotismus stets mit einer tief verwurzelten Identifikation mit dem umgebenden arabischen politischen und kulturellen Umfeld verflochten waren (Bracy 2005, 2011).20
These early Palestinian newspapers of the coastal cities of Jaffa and Haifa played an important role in the visualisation and textual reconstruction of modern Palestinian identity in the late Ottoman period (Beška 2011, 2016b). However, it should always be kept in mind that in the conception of modern Palestinian Arab identity the growth of Palestinian nationalism and the growing sense of local Palestinian territorial patriotism were always intertwined with deep-rooted identification with the surrounding Arab political and cultural environment (Bracy 2005, 2011).20
Wie wir bereits gezeigt haben, wurde das indigene soziale Gedächtnis („Gedächtnis der Gedächtnisse“) des historischen Palästina in den Schriften muslimischer Autoren wie Khair al-Din al-Ramli (1585–1671) sowie in den Archiven des Islamischen Scharia-Gerichts von Jerusalem im 18. Jahrhundert bewahrt (Rood 2004), ebenso in der lokalen Form des Namens „Falastin“. Darüber hinaus knüpfte die Wahl des einheimisch-palästinensischen Namens Falastin für die Zeitung aus Jaffa durch die beiden palästinensisch-arabischen griechisch-orthodoxen Journalisten al-ʿIssa an das indigene soziale Gedächtnis und das palästinensische Umgangsarabisch an und griff damit die mittelalterliche arabisch-muslimische Bezeichnung für das Land, Falastin und Filastin, wieder auf.
As we have already shown, indigenous social memory (‘memory of memories’) of historic Palestine was preserved in the writings of Muslim authors such as Khair al-Din al-Ramli (1585–1671) and in the archives of the Islamic Sharia Court of Jerusalem in the 18th century (Rood 2004), as well as in the local form of the name, ‘Falastin’. Furthermore, based on indigenous social memory and Palestinian colloquialism, the choice of the vernacular Palestinian name Falastin for the Jaffa newspaper by the two Palestinian Arab Greek Orthodox journalists, the al-ʿIssas, reproduced the medieval Arab Muslim designation for the country, Falastin and Filastin.
In einem außergewöhnlichen Leitartikel greift Yousef Hanna al-ʿIssa lokale gesellschaftliche Erinnerungen an das historische Filastin auf.
In an extraordinary leading article, Yousef Hanna al-ʿIssa echoes local social memories of historic Filastin.
Die kämpferische, antizionistische Zeitung Falastin (1911–1967) trug maßgeblich zur Herausbildung einer neuen (eigenständigen und getrennten) palästinensischen Identität bei (Tamari 2014). Die redaktionelle Linie von Falastin war außerdem „progressiv“, da sie den palästinensischen Fallah in der Landfrage verteidigte und gegen religiösen Fanatismus, Sektierertum und Unwissenheit ankämpfte (Tamari 2014; Beška 2016b: 3).
The combative anti-Zionist newspaper Falastin (1911–1967) contributed significantly to the forging of a new (distinct and separate) Palestinian identity (Tamari 2014). Falastin’s editorial policy was also ‘progressive’ as it defended the Palestinian fallah on the land question and fought against religious fanaticism, sectarianism and ignorance (Tamari 2014; Beška 2016b: 3).
Die kulturgeografische Auffassung der Herausgeber von Falastin vertrat einen säkularen osmanischen Staatsbürgerschaftsbegriff und Gleichheit, verbunden mit einem lokalen palästinensischen Patriotismus. Zugleich förderten sie einen autonomen kulturell-sprachlichen Nationalismus, der das arabische religiöse und kulturelle Erbe des Islam einschloss. Was die politische Geografie Palästinas betrifft, schrieb al-ʿIssa im Januar 1912, dass sich die Grenzen seiner „Heimat“ (watan) „von den Grenzen Ägyptens bis nach al-Balqa21 und von den Bergen Moabs [an den östlichen Ufern des Toten Meeres] bis zum Mittelmeer“ erstrecken.22 Diese spätosmanische palästinensisch-nationalistische Vorstellung von Palästina, die sich eindeutig von den Erinnerungen an das historische Palästina inspirieren lässt, darunter das größere Palaestina unter den Byzantinern und die arabische Provinz Jund Filastin, sollte man der palästinensisch-nationalistischen Darstellung des Landes nach dem Ersten Weltkrieg gegenüberstellen, die seither symbolisch an den Grenzen des britischen Mandatsgebiets Palästina (1917–1948) festhält.
The cultural geography of the editors of Falastin espoused secular Ottoman citizenship and equality combined with local Palestinian patriotism. They also promoted autonomous cultural-linguistic nationalism which embraced the Arab religious and cultural heritage of Islam. As for the political geography of Palestine, al-ʿIssa wrote in January 1912 that the boundaries of his ‘homeland’ (watan) extends ‘from the borders of Egypt to the Balqa21 and from the mountains of Moab [on the eastern shores of the Dead Sea] to the Mediterranean’.22 Contrast this late Ottoman Palestinian nationalist perception of Palestine, which clearly draws inspiration from the memories of historic Palestine, including greater Palaestina under the Byzantines and the Arab province of Jund Filastin, with post-First World War Palestinian nationalist representations of the country which have since then stuck symbolically to the boundaries of British Mandatory Palestine (1917‒1948).
Es ist nicht ganz klar, ob Orthodox Yousef al-ʿIssas geopolitische Darstellungen des historischen Falastin im Jahr 1912 auf palästinensisch-arabischen orthodox-christlichen sozialen und kulturellen Erinnerungen beruhten, die mit der unabhängigen All Palestine Orthodox Church of Jerusalem verbunden waren. Deren kirchliche Jurisdiktion war seit der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. über das größere Palästina (die „Drei Palästinas“, 4.–7. Jahrhundert n. Chr.) weithin anerkannt und ausgeübt worden. Diese Jurisdiktion, die allen gebildeten orthodoxen Christen Palästinas im frühen 20. Jahrhundert bekannt gewesen sein dürfte, hat bis heute fortbestanden und umfasst das gesamte heutige Palästina/Israel sowie Jordanien. In diesem kirchlichen Zusammenhang könnten die bemerkenswerte Entdeckung des byzantinischen Bodenmosaiks der Karte von Madaba im Jahr 1884 (erörtert in Kapitel vier), das das Gebiet von Ägypten bis zum Libanon und vom Mittelmeer bis zur ostarabischen Wüste umfasst und in seinen griechischen Inschriften den Namen Palaestina trägt, sowie die wachsende Beteiligung des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Jerusalem an der Erforschung der Karte und an der lokalen und internationalen Öffentlichkeitsarbeit rund um ihre Entdeckung in der Zeit zwischen den frühen 1890er Jahren und 1906 von einiger Bedeutung für die Art sein, in der Yousef al-ʿIssa 1912 die Grenzen Palästinas beschrieb. Was die Karte von Madaba selbst betrifft, so wurde die früheste bekannte Wiedergabe der Karte tatsächlich 1897 in der Franziskanischen Druckerei in Jerusalem angefertigt, mit Unterstützung des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Jerusalem. Darüber hinaus war die palästinensisch-arabische orthodoxe Gemeinschaft seit dem späten 19. Jahrhundert in einen Kampf um die Arabisierung der palästinensischen orthodoxen Kirche und die Förderung arabischer Bischöfe und hoher Hierarchen im griechisch dominierten orthodoxen Patriarchat von Jerusalem verwickelt. Tatsächlich blieb Falastin unter der Herausgeberschaft der Cousins al-ʿIssa jahrzehntelang nicht nur dem palästinensischen Territorialnationalismus innerhalb der panarabischen Solidarität verpflichtet, sondern auch der arabisch-orthodoxen Gemeinschaft Palästinas in ihrem Kampf gegen das griechisch dominierte orthodoxe Patriarchat von Jerusalem. Daher können die kirchlich-orthodoxen Erinnerungen an ein größeres Palästina unter den Byzantinern nicht ausgeschlossen werden, da sie in der Rhetorik des orthodoxen Patriarchats von Jerusalem bis heute fortleben. Eines ist jedenfalls klar: Historisch und nach den palästinensisch-muslimischen Geographen und Schriftstellern gehörte die von al-ʿIssa erwähnte „Balqa-Region“, die nordwestlich von ʿAmman, der heutigen Hauptstadt Jordaniens, liegt, nicht zur Provinz Jund Filastin des Mittelalters. Al-Balqa war vielmehr ursprünglich und historisch Teil der islamischen Provinz Jund Dimashq (der Provinz Damaskus), einer großen Provinz, die andere Gebiete östlich des Jordan umfasste, und war während des größten Teils der Umayyadenzeit dieser untergeordnet (Le Strange 2010: 43‒48; Blankinship 1994: 47‒48, 292, Anmerkung 7).
Auf jeden Fall wurde die Zeitung Falastin während des britischen Mandats die am weitesten verbreitete und damit einflussreichste arabische Tageszeitung in Palästina. Sie prägte maßgeblich den Diskurs der palästinensischen nationalistischen politischen Bewegung, die sich gegen zwei fremde Kräfte zur Wehr setzte: den britischen Imperialismus und die zionistische Siedlerkolonisierung (Khalaf 2011; Jeferey 2015:
In any case, the newspaper Falastin became the most widely circulated and, consequently, most influential Arabic daily in Palestine during the British Mandate, powerfully shaping the discourse of the Palestine nationalist political movement as it struggled to resist two foreign forces: British imperialism and Zionist settler-colonisation (Khalaf 2011; Jeferey 2015:
173), während sich ihr Diskurs nach 1918 auf die Geographie des britischen Mandatsgebiets Palästina konzentrierte. Von ihren Anfängen im späten osmanischen Palästina an war Falastin zudem das schärfste und beständigste Sprachrohr des arabischen Landes gegen die europäischen zionistischen Siedlungsprojekte.
173), while its discourse after 1918 focused on the geography of Mandatory Palestine. From its beginnings in late Ottoman Palestine Falastin also was the Arab country’s fiercest and most consistent critic of European Zionist settler projects.