4.9 Die Mönchsschule von Gaza und die Klöster Palaestinas: Die Wüstenväter und -mütter und ihre weltweite Wirkung
4.9 Monastic School Of Gaza And The Monasteries Of Palaestina: The Desert Fathers And Mothers And Their Worldwide Impact
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Forgotten, as if you never were.
Wie der gewaltsame Tod eines Vogels, wie eine verlassene Kirche wirst du vergessen sein, wie eine vergangene Liebe und eine Rose in der Nacht ... vergessen, wenn ich vergessen bin! (Mahmoud Darwish, Forgotten As If You Never Were25)
Like a bird’s violent death like an abandoned church you’ll be forgotten, like a passing love and a rose in the night ... forgotten when I’m forgotten! (Mahmoud Darwish, Forgotten As If You Never Were25)
„Wüstentheologie“ und die Klöster der Wüste im spätantiken Palästina, Ägypten und Syrien spielten eine einflussreiche Rolle in den Gesellschaften des Nahen Ostens, und die „Wüstenväter“ gelten heute allgemein als Schlüsselfiguren in der Geschichte der christlichen Theologie, Spiritualität und dogmatischen Entwicklungen (Binns 1994). Wenn die Mittelmeerstädte Caesarea Maritima und Gaza mit ihren renommierten Gelehrten, Bibliotheken und Intellektuellen das Palaestina des Geistes darstellten, so verkörperten die klösterlichen Traditionen Palaestinas das Palästina des Herzens. Letztere hatten einen enormen Einfluss auf die weltweiten klösterlichen Traditionen sowohl des Christentums als auch des Islams sowie auf die religiöse Mystik im Allgemeinen. Nach muslimischer Überlieferung traf der Prophet Muhammad ﷺ den Mönch Bahirah (Sergius) in einem der christlichen Klöster in der Stadt Bosra in der Region Hauran, damals ein integraler Bestandteil von Palaestina Secunda.
‘Desert theology’ and the monasteries of the desert of Late Antiquity Palestine, Egypt and Syria played an influential role in Near Eastern societies, and the ‘Desert Fathers’ are widely acknowledged today as key figures in the history of Christian theology, spirituality and doctrinal developments (Binns 1994). If the Mediterranean cities of Caesarea Maritima and Gaza, with their renowned scholars, libraries and intellectuals, represented Palaestina of the mind, the monastic traditions of Palaestina represented Palestine of the heart. The latter had a huge impact on the worldwide monastic traditions of both Christianity and Islam and religious mysticism in general. According to Muslim tradition, the Prophet Muhammad met the monk Bahirah (Sergius) in one of the Christian monasteries in the town of Bosra in the Hauran region, then an integral part of Palaestina Secunda.
In den „Drei Palästinas“ gehörten die arabischen christlichen Ghassaniden größtenteils dem Monophysitismus an. Wenn Gaza der Spätantike mit seiner klassizistischen Rhetorikschule zu einem berühmten Zentrum für Philosophie, Rhetorik, Drama und Recht wurde, so wurde die Region Gaza auch für ihre eigenständige monastische Tradition berühmt.
In the ‘Three Palestines’, Ghassanid Arab Christians belonged largely to monophysitism. If Gaza of Late Antiquity, with its classicising Rhetorical School, became a famous centre for philosophy, rhetoric, drama and law, the region of Gaza also became renowned for its distinct monastic tradition.
Zweifellos gehört die mönchische Kultur und das monastische Erbe von Gaza zu den spektakulärsten Kapiteln in der Geschichte des spätantiken Palästina.
Indeed, one of the most spectacular chapters in the history of Late Antiquity Palestine was the monastic culture and monastic legacy of Gaza.
Im 4. bis 7. Jahrhundert blühte in der Region Gaza in Palaestina Prima eine intellektuelle klösterliche Gemeinschaft, die eine eigenständige palästinensische monastische Tradition hervorbrachte. Sie wurde von den christologischen Auseinandersetzungen des 5. und 6. Jahrhunderts geprägt und brachte eine Fülle literarischer Werke hervor, die man als die „Klosterschule von Gaza“ bezeichnen kann (Bitton-Ashkelony und Kofsky 2006).26
An intellectual monastic community flourished in the region of Gaza in Palaestina Prima from the 4th to the 7th century, creating a distinct Palestinian monastic tradition, shaped by the Christological intellectual battles of the 5th and 6th centuries, and producing a wealth of literary works which might be termed the ‘Monastic School of Gaza’ (Bitton-Ashkelony and Kofsky 2006).26
Das früheste bekannte christliche Mönchtum entstand um das 3. Jahrhundert n. Chr. zugleich in den Wüsten Ägyptens und Palästinas. Die berühmten monastischen Entwicklungen der Region Gaza waren eng mit sowohl den palästinensischen als auch den ägyptischen Erfahrungen verbunden (Hevelone-Harper 2005: ix). Im 4. Jahrhundert hatte jedoch das größere Palästina Ägypten als Zentrum des Wüstenmönchtums faktisch abgelöst. Zwischen dem 4. und dem frühen 7. Jahrhundert wurde Palästina, insbesondere die beiden halbtrockenen Regionen Gaza und Ostjerusalem – die als „Wüste von Jerusalem“ bekannt wurden –, „in eine Stadt verwandelt“ und wurde zum Zentrum der weltweiten christlichen Mönchsbewegung.
The earliest known Christian monasticism appeared simultaneously in the deserts of Egypt and Palestine around the 3rd century AD. The famous monastic developments of the Gaza region were intimately connected to both the Palestinian and the Egyptian experiences (Hevelone-Harper 2005: ix). However, by the 4th century greater Palestine effectively replaced Egypt as the centre of desert monasticism. Between the 4th and early 7th centuries Palestine, and in particular the two semi-arid regions of Gaza and east Jerusalem – which became known as the ‘desert of Jerusalem’ – was ‘converted into a city’ and became the centre of the global Christian monastic movement.
Die legendären Wüstenväter und Wüstenmütter27 waren christliche Eremiten, Mönche und Nonnen, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Christentums und des christlichen Mönchtums weltweit hatten. Die Klöster Palästinas waren ein Zentrum der Wissensbewahrung und Wissensproduktion, von der Bewahrung der alten Technik der Weinherstellung (palästinensischer Liköre) bis hin zum Abschreiben und Archivieren alter Handschriften.
The legendary Desert Fathers and Desert Mothers27 were Christian hermits, monks and nuns who had a major influence on the development of Christianity and Christian monasticism worldwide. The monasteries of Palestine were a centre for knowledge preservation and knowledge production, from the preservation of the ancient technology of wine-making (of Palaestini liquors) to the copying and archiving of ancient manuscripts.
Während sich die Kunst des Abschreibens und die weite Verbreitung von Handschriften unter dem Islam erheblich entwickelten, ist wenig darüber bekannt, auf welche Weise die muslimischen Philosophien des Herzens und die sufische Askese direkt und indirekt von der Wüstenmystik Ägyptens und des größeren Palästina beeinflusst wurden. Doch die Kenntnis des Herzens bzw. die innere Einsicht in das christliche Mönchtum entspricht dem ʿIlm al-Ghayb oder ʿIlm al-Batin – dem Wissen um die verborgene, verdeckte oder innere Wahrheit – im sufischen Islam, dessen ursprüngliche Inspiration sich im Heiligen Qur'an findet (4:34, 11:49, 12:52, 12:102, 25:4‒6). Während der Origenismus und die weltoffenen mittelmeerischen Städte wie Caesarea Maritima, Gaza, Alexandria und Antiochia die klassizistischen intellektuellen, rhetorischen, spekulativen und rationalen Grundlagen für das frühe Christentum bereitstellten, sind die Einsamkeit, Armut, Strenge, innere Stille und das „Herzensgebet“ (das Jesusgebet)
While the art of copying and wide circulation of manuscripts developed considerably under Islam, little is known about the ways in which Muslim philosophies of the heart and Sufi asceticism were directly and indirectly influenced by the desert mysticism of Egypt and greater Palestine. However, the knowledge of the heart or inner insight into Christian monasticism corresponds to ‘Ilm al-Ghayb, or ‘Ilm al-Batin – knowledge of the concealed, hidden or inner truth – in Sufi Islam, whose original inspiration appears in the holy Quran (4: 34, 11:49, 12: 52, 12:102, 25:4‒6). While Origenism and outward-looking Mediterranean cities such as Caesarea Maritima, Gaza, Alexandria and Antioch provided the classicising intellectual, rhetorical, speculative and rational underpinnings for early Christianity, the solitude, poverty, austerity, interior silence and ‘prayer of the heart’ (the Jesus Prayer)
Die Klostergemeinschaften Ägyptens, der Gegend um Gaza und des weiteren Palästina wurden zur Stadt des Herzens. Diese palästinensische monastische Bewegung verband die Lebensweise Jesu mit einem bescheidenen und zurückgezogenen Leben, zu dem Fasten, Askese und geistliche Übungen gehörten. Vor allem aber stand im Mittelpunkt dieses palästinensischen Mönchslebens der Einfachheit und der „Wüstenflucht“ der Wunsch, Macht und organisierte Religion zu meiden, ebenso wie die wachsende Hierarchie der offiziellen, stadtgebundenen Kirche.
of the monastic communities of Egypt, the Gaza region and greater Palestine became the city of the heart. This Palestinian monastic movement combined the way of life of Jesus with a modest and secluded life which included fasts, mortifications and spiritual activities. Above all, at the heart of this Palestine monastic life of simplicity and ‘desert escapism’ was the desire to shun power and organised religion, and the growing hierarchy of the official, urban-based church.
Die frühen christlichen Klostergemeinschaften in Palästina gründeten autonome, egalitäre Gemeinschaften mit einem Abba („mein Vater“, sowohl im syrischen Aramäisch als auch im Koranarabischen) und einer Amma (Mutter), die für das geistliche und soziale Wohl ihrer Mönche und Nonnen verantwortlich waren. Der englische Begriff Abbot (sein weibliches Gegenstück ist Abbess), was Vater bedeutet, ist ein kirchlicher Titel, der in verschiedenen christlichen Traditionen dem Vorsteher eines Klosters verliehen wird. Der Begriff selbst leitet sich vom syrisch-aramäischen Abba ab, das auf dieser syrisch-aramäischen monophysitischen Tradition des byzantinischen Palästina beruht. Der Titel setzte sich bald in allen Sprachen allgemein als Bezeichnung für den Vorsteher eines Klosters durch.
The early Christian monastic communities in Palestine established autonomous egalitarian communities with an abba (‘my father’ in both Syriac Aramaic and Quranic Arabic) and an amma (mother) in charge of the spiritual and social welfare of their monks and nuns. The English term Abbot (its female equivalent is Abbess), meaning father, is an ecclesiastical title given to the head of a monastery in various Christian traditions. The term itself is derived from the Syriac Aramaic abba, which is based on this Syriac Aramaic Monophysite tradition of Byzantine Palestine. The title soon became generally accepted in all languages as the designation of the head of a monastery.
Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts gab es in Palästina Dutzende Klöster mit Tausenden von Mönchen. Das Wüstenmönchtum Palästinas entwickelte sich von der Abkehr von der Welt hin zu sozialem und praktischem Engagement in der Gesellschaft. In der Region Gaza, in Bethlehem, Jerusalem, Eleutheropolis (Beit Dschibrin), Nazareth und Galiläa entstanden zahlreiche palästinensische Klöster für Mönche und Nonnen, mit angrenzenden Krankenhäusern und Schulen, um die Kranken zu versorgen und den örtlichen Gemeinschaften zu dienen. Die soziale Lehre und Ethik dieser frühen egalitären klösterlichen Gemeinschaften lebt in der modernen palästinensischen christlichen Theologie fort. Ihr spekulativer Ansatz und ihre weltabgewandte Lebensweise wichen jedoch einer stärker engagierten und angewandten Theologie.
By the end of the 4th century there were dozens of monasteries with thousands of monks in Palestine. Palestine desert monasticism evolved from detachment from the world to social and practical engagement with society. Numerous Palestinian monasteries of monks and nuns were established in Gaza region, Bethlehem, Jerusalem, Eleutheropolis (Beit Jibrin), Nazareth and the Galilee with adjacent hospitals and schools to care for the sick and serve their local communities. The social teaching and ethics of these early egalitarian monastic communities survived in modern Palestinian Christian theology. However, their speculative approach and detached way of life gave way to a more engaged and applied theology.
Dies bildete die Grundlage der modernen kontextualisierten palästinensischen Befreiungstheologie mit ihrer Vorliebe für die Armen und marginalisierten Subalternen sowie ihrem Kampf gegen den zionistischen Siedlerkolonialismus und die Besetzung Palästinas (Masalha und Isherwood 2014). Ihre Soziallehre gab auch den Anstoß zu den Lehren, die die sich stärker engagierenden christlichen Kirchen Palästinas in Fragen sozialer Gerechtigkeit, Armut und Reichtum, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Organisation sowie der Rolle des Staates entwickelten.
This formed the basis of modern contextualised Palestinian liberation theology with its preference for the poor, marginalised subaltern and its struggle against Zionist settler-colonialism and the occupation of Palestine (Masalha and Isherwood 2014). Their social teaching also gave rise to the doctrines developed by the more engaged Christian churches of Palestine on matters of social justice, poverty and wealth, economic and social organisations and the role of the state.
In Palästina entwickelten sich Klöster zu zwei unterschiedlichen Typen: den „Klöstern der Eremiten“ bzw. Lauren (griechisch: lavra) und den „gemeinschaftlichen Klöstern der Mönche“ (coenobium28). Die ersten Lauren wurden in Palästina gegründet. Der griechische Begriff Λαύρα (griechisch: Pfad29) bezeichnete die Gruppe von Höhlen oder Zellen, die die Eremiten zur Abgeschiedenheit nutzten, mit einer Kirche als wöchentlichem Versammlungsort. Ab dem 5. Jahrhundert wurde er speziell für die halberemitischen klösterlichen Gemeinschaften in Palästina verwendet, in der sogenannten „Wüste von Jerusalem“, wo Tausende von Eremiten und Mönchen lebten und Dutzende von Lauren und gemeinschaftlichen Klöstern gegründet wurden.
In Palestine monasteries evolved into two distinct types: ‘monastery of hermits’, or lauras (Greek: lavra), and ‘communal monastery of monks’ (coenobium28). The first lauras were founded in Palestine and the Greek term Λαύρα (Greek: path29), which referred to the cluster of caves or cells used by the hermits for seclusion, with a church as their weekly meeting centre, was specifically employed from the 5th century for the Palestine semi-hermitical monastic communities in what became known as the ‘desert of Jerusalem’, where thousands of hermits and monks lived and dozens of lauras and communal monasteries were established.
Vom byzantinischen Staat unterstützt, förderten das Wüstenmönchtum und aufgeklärte Philosophien des Herzens die Ausbreitung von Klöstern im gesamten Groß-Palästina (Palaestina Prima, Palaestina Secunda und Palaestina Salutaris).
Supported by the Byzantine state, desert monasticism and enlightened philosophies of the heart encouraged the proliferation of monasteries across greater Palestine (Palaestina Prima, Palaestina Secunda and Palaestina Salutaris).
Unter den christlichen Byzantinern gehörten der Sinai, der Negev (Nagab), die nabatäische Region und Nordarabien (die ehemalige römische Provinz Arabia) entscheidend alle zu Palaestina Salutaris (Ward 2008: 69). Das Katharinenkloster wurde zwischen 548 und 565 als Kloster der Palaestina Salutaris errichtet und der heiligen Katharina von Alexandria geweiht. Das Katharinenkloster liegt am Fuß des Berges Sinai, der im Koran erwähnt wird (Sure at-Tur, Kapitel 52, Verse 1–28). Für die lokale Bevölkerung im 6. und 7. Jahrhundert waren Palaestina Salutaris, der Sinai und Nordarabien geografisch miteinander verbunden und verwaltungsmäßig vereint.
Crucially under the Christian Byzantines Sinai, the Nagab (Negev), the Nabataean region and northern Arabia (former Roman Provincia Arabia) were all part of Palaestina Salutaris (Ward 2008: 69). The monastery of St Catherine was built between 548 and 565 as a Palaestina Salutaris monastery dedicated to Saint Catherine of Alexandria. Saint Catherine’s monastery lies at the foot of Mount Sinai, which was mentioned in the Quran (Surah al-Tur, Chapter 52, Verses 1–28). For local audiences in the 6th and 7th centuries, Palaestina Salutaris, Sinai and northern Arabia were geographically linked and administratively united.
Die Wüstenklöster Jerusalems entwickelten ein ausgedehntes System von Zisternen, die zum Auffangen und Speichern des Regenwassers angelegt wurden, und wie zuvor die Nabatäischen Araber waren sie für ihre große Fähigkeit bekannt, in der halbtrockenen und kargen Umgebung effiziente Methoden zur Wassersammlung zu errichten.
The Jerusalem desert monasteries developed an extensive system of cisterns built to catch and store rainwater, and, like the Nabataean Arabs before them, they became known for their great ability in constructing efficient water collecting methods in the semi-arid and barren environment.
Die zahlreichen Klöster der Palaestina Prima umfassten das berühmte Euthymius-Kloster, das im Jahr 428 östlich von Jerusalem gegründet und nach dem armenischen Mönch Euthymius (377‒475) benannt wurde, einem der Begründer des Mönchtums in der „Wüste von Jerusalem“ im christlich geprägten byzantinischen Palästina. Das Euthymius-Kloster sollte auch eine wichtige Rolle bei der Bekehrung der arabischen Stämme zum Christentum spielen, die sich im 4. und 5. Jahrhundert in der Palaestina Prima niedergelassen hatten (siehe Kapitel fünf). Der Ort blieb auch unter muslimischer Herrschaft jahrhundertelang ein bedeutendes christliches Kloster, und die lateinischen Kreuzfahrer erweiterten es im 12. Jahrhundert weiter. Nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus Jerusalem am Ende des 12. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgegeben. Ab dem 13. Jahrhundert diente der Ort als bedeutende palästinensische Karawanserei, al-Khan al-Ahmar (das „Rote Gasthaus“), an der Handelsstraße zwischen Jerusalem und Jericho, bis er zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt während der osmanischen Zeit endgültig verlassen wurde. Eine nahegelegene osmanische Karawanserei aus dem 16. Jahrhundert, ebenfalls al-Khan al-Ahmar genannt, wurde errichtet, um Karawanen von Händlern aufzunehmen.
The numerous monasteries of Palaestina Prima included the famous Euthemius Monastery which was established in 428 to the east of Jerusalem and named after the Armenian monk Euthemius (377‒475), who was one of the founders of the ‘Jerusalem desert’ monasticism of Christian-majority Byzantine Palestine. The monastery of Euthemius would also play an important role in converting to Christianity the Arab tribes that had settled in Palaestina Prima in the 4th and 5th centuries (see chapter five). The site continued to function as a major Christian monastery for centuries under Muslim rule and the Latin Crusaders expanded it further in the 12th century. The monastery was abandoned after the expulsion of the Crusaders from Jerusalem in the late 12th century, and beginning in the 13th century the site began to function as a major Palestinian caravanserai, al-Khan al-Ahmar (the ‘Red Inn’), on the Jerusalem‒Jericho trade road, until its final desertion at some point during the Ottoman period. A nearby 16th century Ottoman caravanserai, also named al-Khan al-Ahmar, was built to shelter caravans of traders.
Viele byzantinische palästinensische Klöster blühten auch nach der arabisch-islamischen Eroberung Palästinas in den 630er Jahren weiter. Das Kloster Mar Saba liegt südlich von Jerusalem im Westjordanland. Es entwickelte sich von einer Laura zu einem Gemeinschaftskloster und besteht bis heute fort. Gegründet wurde es 484 in der Provinz Palaestina Prima und es ist dem heiligen Sabbas dem Geheiligten (439–532) geweiht,30
Many Byzantine Palestinian monasteries continued to flourish after the Arab Islamic conquest of Palestine in the 630s. Mar Saba’s Monastery is located south of Jerusalem in the West Bank. It evolved from a Laura to a communal monastery and continues to function today. Founded in Palaestina Prima in 484, it is dedicated to Saint Sabbas the Sanctified (439–532),30
Ein „Führer des palästinensischen Mönchtums", dessen Wirken als Gründer und Abt vom 5. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachwirkt (Patrich 1995). Sabbas war ein in Kappadokien geborener griechischer Mönch und Priester, der den Großteil seines Lebens in Palaestina Prima verbrachte und die erste klösterliche Ordnung der Gottesdienste verfasste, den „Typikon von Jerusalem", ein Mönchsbuch zur Regelung des Lebens in den Klöstern und zur Orientierung aller byzantinischen Klöster. Ein weiteres berühmtes Kloster in Palaestina Prima war das des Heiligen Hilarion, das im heutigen Gazastreifen lag und dem Heiligen Hilarion (291–371) geweiht war. Hilarion, ein legendärer Wüstenvater, wurde in Thabatha geboren, damals fünf Meilen südlich der Stadt Gaza in der römischen Provinz Syria-Palaestina. Nachdem er zweiundzwanzig Jahre in der Wüste gelebt hatte, wurde dieser Eremit Palästinas in ganz Syria-Palaestina und darüber hinaus berühmt, und Hilfesuchende begannen, seine Behausung nahe Gaza aufzusuchen, um seinen Segen und seine Hilfe zu erbitten.
a ‘leader of Palestinian monasticism’ whose impact as founder and abbot has endured from the 5th century to the present (Patrich 1995). Sabbas was a Cappadacian-born Greek monk and priest who lived most of his life in Palaestina Prima and composed the first monastic rule of church services, ‘the Jerusalem Typikon’, a monastic book to regulate life in monasteries and for guidance of all the Byzantine monasteries. Another famous monastery in Palaestina Prima was Saint Hilarion’s, located in today’s Gaza Strip and dedicated to Saint Hilarion (291–371). A legendary Desert Father, Hilarion was born in Thabatha, then 5 miles south of Gaza city, in the Roman province of Syria-Palaestina. After he had lived in the wilderness for twenty-two years, this hermit of Palestine became famous throughout Syria-Palaestina and beyond and petitioners started to visit his abode near Gaza seeking his blessing and help.
Sabbas’ Leben wurde von einem seiner Schüler, Kyrill von Skythopolis (525–559) (heute Beisan) in Palaestina Secunda, verfasst; auch bekannt als Cyrillus Scythopolitanus, war er ein christlicher Mönch und Historiker des klösterlichen Lebens in Palästina in den frühen Jahren des Christentums (Kazhdan 1991). Sabbas’ Reliquien wurden im 12. Jahrhundert von den lateinischen Kreuzfahrern mitgenommen und blieben in Italien, bis Papst Paul VI. sie 1965 als Geste des guten Willens gegenüber der Orthodoxen Kirche an das palästinensische Kloster zurückgab. Mar Saba wird derzeit von der UNESCO als Welterbestätte in Betracht gezogen).31 Die zahlreichen Klöster haben ihre Spuren in der Landschaft Palästinas hinterlassen.
Sabbas’ Life was written by one of his disciples, Cyril of Scythopolis (525‒559) (modern Beisan) in Palaestina Secunda; also known as Cyrillus Scythopolitanus, he was a Christian monk and historian of monastic life in Palestine in the early years of Christianity (Kazhdan 1991). Sabbas’ relics were taken by the Latin Crusaders in the 12th century and remained in Italy until Pope Paul VI returned them to the Palestinian monastery in 1965 as a gesture of goodwill towards the Orthodox Church. Mar Saba is currently being considered by UNESCO as a World Heritage Site).31 The numerous monasteries have left their mark on the landscape of Palestine.
Sie haben sich auch im palästinensischen Gedächtnis und in einigen modernen arabischen Ortsnamen Palästinas erhalten, die mit dem Wort Deir (Kloster) beginnen, obwohl das arabische Wort deir (Pl. diyar) auch Haus bedeutet.
They have also survived in Palestinian social memory and in some of the modern Palestinian Arabic toponyms which begin with the word Deir (Monastery), although the Arabic word deir (pl. diyar) also means house.
Heute befinden sich die Ruinen des Euthemius-Klosters in der israelischen Siedlung Ma’ale Adumim im Westjordanland. Die Erinnerung an die palästinensische Karawanserei hat sich im Namen eines kleinen palästinensischen Beduinendorfes erhalten, al-Khan al-Ahmar, das zwischen den israelischen Siedlungen Ma’ale Adumim und Kfar Adumim liegt. Dieses palästinensische Dorf ist seit 2010 von der Zerstörung durch den israelischen Staat bedroht, im Rahmen eines Plans zur Erweiterung der israelischen Siedlungen im Westjordanland.32
Today the ruins of Euthemius Monastery are located in the Israeli colony of Ma’alie Adumim in the West Bank. The memory of the Palestinian caravanserai was preserved in the name of a small Palestinian Bedouin village, al-Khan al-Ahmar, located between the Israeli settler-colonies of Ma’alei Adumim and Kfar Adumim. This Palestinian village has been threatened with destruction by the Israeli state since 2010 in a plan to expand local Israeli settlements in the West Bank.32