10.14 Die vielköpfige Hydra des muslimischen Reformismus
10.14 The Multi-headed Hydra Of Muslim Reformism
Ist es notwendig, den sogenannten reformistischen oder progressiven Muslimen eine Widerlegung entgegenzubringen? Nicht wirklich. Wenn man versucht, mit ihnen zu debattieren, ist das ein fruchtloses Unterfangen, denn sie haben kein Usul. Sie haben keine klaren, expliziten Prinzipien, aus denen sie all die seltsamen, abweichenden Meinungen ableiten, die sie vertreten. Versucht man, sie auf etwas festzulegen, weichen sie schnell auf etwas anderes aus, und das Gespräch führt nirgendwohin. Ich spreche aus Erfahrung… aus einer Menge Erfahrung, bei der man sich oft an den Kopf fasst. Aber man muss sich nicht mit reformistischen oder progressiven Muslimen auseinandersetzen, um alles, wofür sie stehen, vollständig zu widerlegen. Man tut dies, indem man die Wurzel ihrer Ideologie angreift: das liberale, modernistische Denken. Das ist es wert, dafür Zeit aufzuwenden. Betrachten wir dazu folgendes Beispiel.
Is it necessary to provide a rebuttal to so-called reformist/ progressive Muslims? Not really. If you try to engage in debate with them, it is a fruitless exercise because they have no usul. They have no clear, explicit principles they use to derive all the strange, divergent opinions they come up with. So if you try to hold them to something, they quickly pivot to something else and the conversation goes nowhere. I speak from experience… A lot of face-palming experience… But you don’t need to engage reformist/progressive Muslims in order to completely debunk everything they stand for. You do this by attacking the root of their ideology: liberal, modernist thought. That is something worth spending your time on. Consider this example.
Reformisten machen großes Aufhebens um den Hidschab und die Geschlechtertrennung im Allgemeinen und darum, wie unterdrückend, patriarchalisch usw. sie seien. Die anspruchsvolleren Reformer picken sich Passagen aus verschiedenen historischen Texten heraus und fahren eine reichliche Portion „maqasid-basierter Argumentation“ auf, um ihren Standpunkt zu untermauern. Manche Leute wollen sicher die Ärmel hochkrempeln und darauf hinweisen, was sie an den Texten und an ihrer Verfälschung der maqasid, der maslaha und anderer fiqhi-Prinzipien alles falsch verstehen. Und dieses Unterfangen ist für sich genommen bewundernswert. Leider aber verlagern die Reformer einfach die Debatte und greifen auf eine andere Gruppe von Texten und andere Argumente zurück. Es ist wie beim Kampf gegen die mythologische Hydra: Man schlägt einen Kopf ab, und an seiner Stelle wachsen zwei neue nach.
Reformists make a big deal about hijab and gender separation in general and how it is oppressive, patriarchal, etc., etc. The more sophisticated reformists will cherry pick from different historical texts and trot out a generous helping of “maqasid-based reasoning” to make their case. Some people might certainly want to get their hands dirty and point out all the things they get wrong about the texts and their bastardization of maqasid, maslaha, and other fiqh principles. And this is an admirable endeavor in its own right. But unfortunately the reformists will just shift the argument and use another set of texts and another set of arguments. Like fighting a mythological Hydra: You cut off one head and two more grow in its place.
Der effizientere Weg ist, der Hydra direkt ins Herz zu stechen, indem man die modernistischen Annahmen über Kleidung, Unterdrückung, Patriarchat, Geschlechterrollen usw. kritisiert. Indem man diese Vorstellungen entlarvt, nimmt man den Reformern den Wind aus den Segeln. Und da die überwiegende Mehrheit dieser Reformer so oberflächlich denkt, haben sie meist nicht einmal über die Wurzeln ihrer eigenen Ideologie nachgedacht, um zu prüfen, ob sie stichhaltig sind oder auch nur der geringsten Prüfung standhalten. Es ist tatsächlich traurig, dass Menschen ihren Iman zerstören und versuchen, die Religion auf der Grundlage so fadenscheiniger Philosophien zu verändern, die nur deshalb relevant sind, weil sie zu diesem Zeitpunkt modisch sind, ansonsten aber keinerlei intellektuelle oder moralische Vorzüge besitzen.
A more efficient route is to just stab the Hydra in the heart by critiquing the modernist assumptions about dress, oppression, patriarchy, gender roles, etc. By debunking these notions, you take the wind out of the reformist’s sails. And since the vast majority of these reformists are such shallow thinkers, they usually haven’t even reflected on the roots of their own ideology to see if they are sound or hold up to the least amount of scrutiny. It is quite sad actually that people destroy their iman and try to change the religion on the basis of such flimsy philosophies that are relevant only because they are trendy at this point in time, but otherwise have no redeeming intellectual or moral quality.