3.10 Der Säkularismus kann die Quadratur des Kreises nicht lösen
3.10 Secularism Cannot Square The Circle
Im Gegensatz zu dem, was der Säkularismus behauptet, lassen sich konkurrierende moralische Vorstellungen nicht innerhalb eines einzigen Rechtssystems miteinander versöhnen. Beispiel: Abtreibung.
Contrary to what secularism claims, competing moral visions cannot be reconciled within one legal system. Example: Abortion.
Ich habe mit vielen Muslimen gesprochen, die sich als orthodoxe und „traditionelle“ Gläubige verstehen und den fiqhlichen Konsens akzeptieren, dass nach 120 Tagen seit der Empfängnis die Beendigung der Schwangerschaft, sofern kein Risiko für das Leben der Mutter besteht, einem Mord gleichkommt. Dieselben Muslime unterstützen jedoch das absolute „Recht auf Wahl“ der Frau. Wie lässt sich das miteinander vereinbaren?
I have talked to many Muslims who consider themselves orthodox and “traditional” believers who accept the consensus fiqh position that 120 days after conception, barring threat to the mother’s life, termination of pregnancy is tantamount to murder. But those same Muslims will support a woman’s absolute “right to choose.” How is that reconcilable?
Die Fiqh-Lehre beruht auf einer ontologischen Tatsache, nämlich dem Zeitpunkt, zu dem dem Fötus die Seele eingehaucht wird, also 120 Tage nach der Empfängnis (oder nach anderen Meinungen 40 Tage). Diese Tatsache ändert sich nicht danach, ob die Mutter Muslimin oder Kafirin ist. Ob Muslim oder nicht, 120 Tage nach der Empfängnis wird dem Körper des Fötus eine Seele eingehaucht. Das bedeutet, dass selbst dann, wenn die Mutter nicht muslimisch ist, eine Abtreibung nach 120 Tagen weiterhin die ungerechtfertigte Tötung einer Seele, also Mord, ist. Wie können Muslime, die diese ontologische Tatsache anerkennen, dennoch ein unbedingtes „Recht auf Wahl“ der Frau unterstützen?
The fiqh is based on an ontological fact, namely the point at which the soul is breathed into a fetus, i.e., 120 days after conception (or 40 days according to other opinions). That fact does not vary based on whether the mother is Muslim or kafir. Whether Muslim or not, 120 days after conception, there will be a soul breathed into the fetus’ body. This means that even if the mother is non-Muslim, abortion after 120 days is still the unjust taking of a soul, i.e., murder. So how could Muslims who accept the ontological fact nonetheless support a woman’s unconditional “right to choose”?
Diese Muslime unterstützen Mord, und daran gibt es nichts zu deuteln. Mord ist auch keine „persönliche Entscheidung“, die hinter verschlossenen Türen gültig getroffen werden kann. Ferner hat kein islamischer Gelehrter jemals vertreten, dass in einem multireligiösen Gemeinwesen unter muslimischer Herrschaft das scharia-rechtliche Verbot des Mordes nur für Muslime gelte und nicht gegenüber einer nichtmuslimischen „Minderheit“ durchgesetzt werden dürfe. Mit anderen Worten: Alle üblichen Strategien, mit denen modernistische Muslime heute die Unterstützung liberaler, unislamischer politischer Positionen rechtfertigen, scheitern im Fall der Abtreibung spektakulär. Die einzige Möglichkeit, dass Muslime das uneingeschränkte Recht einer Frau auf Schwangerschaftsabbruch unterstützen, besteht darin, den wissenschaftlichen Konsens und die eindeutigen Hinweise in der Offenbarung, die diesen Konsens stützen, zu verwerfen. Offensichtlich haben einige Abweichler damit kein Problem. Was die Politik betrifft, haben muslimische Führer ebenfalls eine „neutrale“ Haltung eingenommen, obwohl die islamische Sittlichkeit der Lage eindeutig ist. Jedes Jahr werden allein in den USA knapp eine Million Abtreibungen dokumentiert. Um dem Etikett des „religiösen Fundamentalismus“ zu entgehen und nicht mit der religiösen Rechten in einen Topf geworfen zu werden, ziehen es diese Muslime vor, angesichts des grassierenden Mordes zu schweigen. Oft sind dies dieselben Leute, die von der Kanzel herab begeistert darüber sprechen, wie der Islam die vorislamische Praxis der Tötung von Töchtern abgeschafft hat. Doch aufgrund myopischer, schlecht informierter politischer Kalküle schweigen sie zum Begraben von Töchtern UND Söhnen, das heute überall um uns herum geschieht. MashaAllah, wie „prophetisch“. Wie hingegeben an „soziale Gerechtigkeit“.
These Muslims are supporting murder and there are no two ways about it. Murder is also not a “personal choice” that can validly occur “behind closed doors.” Furthermore no Islamic scholar ever held that, in a multi-faith polity under Muslim rule, the Shar`i prohibition of murder only applied to Muslims and could not be enforced upon a non-Muslim “minority.” In other words, all the usual strategies modernist Muslims today use to justify supporting liberal, un-Islamic political positions spectacularly fail in the case of abortion. The only way a woman’s unconditional right to terminate pregnancy can be supported by Muslims is if they reject scholarly consensus and the clear indicants in revelation that support that consensus. Obviously some deviants have no problem with that. As far as the politics go, Muslim leaders have also opted to take a “neutral” stance despite the fact that the Islamic morality of the situation is clear. Every year, nearly 1 million abortions are documented in the US alone. In order to avoid the label of “religious fundamentalism” and being lumped in with the religious right, these Muslim prefer to stay silent in the face of rampant murder. Often, these are the same people who will wax poetic from the minbar about how Islam abolished the pre Islamic practice of burying daughters. But because of myopic, ill-informed political calculations, they stay silent about the burying of daughters AND sons happening today all around us. MashaAllah, how “prophetic.” How dedicated to “social justice.”