5.4 Wer möchte über das Patriarchat debattieren
5.4 Who Wants To Debate Patriarchy
Im Jahr 2015 wurde ich gebeten, an einer Debatte über Patriarchat und Feminismus in einer örtlichen Moschee teilzunehmen. Etwa einen Monat nachdem der Termin festgelegt und in den sozialen Medien bekannt gegeben worden war, wurde die Veranstaltung plötzlich abgesagt, aus Gründen, die mir nie erklärt wurden.
In 2015, I was asked to participate in a debate on patriarchy and feminism at a local masjid. A month or so after the date was set and announced on social media, the event was abruptly canceled for reasons that were never made clear to me.
Ehrlich gesagt war dies nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist, und ich bin sicher, es wird auch nicht das letzte Mal sein. Ich werde nicht darüber spekulieren, warum diese bestimmte Moschee diese bestimmte Veranstaltung abgesagt hat. Ich weiß nicht einmal, wer für die Absage verantwortlich war oder genau warum diese Person so gehandelt hat.
I’ll be honest: This was not the first time that something like this had happened and I’m sure it won’t be the last. I am not going to speculate as to why this particular masjid canceled this particular event. I don’t even know who was responsible for canceling the event or exactly why he/she/ they did so.
In Vorbereitung auf die Debatte habe ich einige kurze Notizen zum Kern meiner Position zusammengestellt (unten). Offensichtlich ist es eine Position, die manche zutiefst verletzend finden – verletzend genug, um sie zensieren zu wollen. Ich denke aber, es ist höchste Zeit, diese wichtigen Fragen zu stellen, auch wenn sie aus welchen Gründen auch immer als politisch unkorrekt gelten. Wir sollten Ideen auf respektvolle und akademische Weise debattieren können, besonders Ideen, die einen großen Einfluss auf die muslimische Gemeinschaft und den muslimischen Geist haben und die Quelle vieler Zweifel sind.
In preparing for the debate, I put together some brief notes on the basic thrust of my position (below). Obviously, it is a position some find deeply offensive — offensive enough to censor. But I think it is high time we ask these important questions even though, for whatever reason, they are considered politically incorrect. I think we should be able to debate ideas in a respectful and academic fashion, especially ideas that have such a major influence on the Muslim community and the Muslim mind and are the source of much doubt.
Leider gibt es Menschen, die ein solches Gespräch nicht stattfinden sehen wollen und jeden zum Schweigen bringen, der es zu führen versucht.
Unfortunately, there are those who do not want to see such a conversation happen and will shut down anyone who tries to have it.
Auf jeden Fall hatte ich vor, meine Position mit einer breiten Palette an Argumenten und Belegen zu verteidigen, und zwar sowohl aus historischem und philosophischem Material als auch aus den Werken der Feministinnen selbst. Außerdem hatte ich Argumente bereitliegen, mit denen ich die klassischen Gelehrten verteidigen wollte, die muslimische Feministinnen über die Jahre hinweg heftig angegriffen haben.
In any case, what I had planned to do was defend my position using a wide range of arguments and evidence from historical and philosophical material as well as the work of feminists themselves. I also had arguments lined up in defense of classical scholars that Muslim feminists have viciously attacked over the years.
Es gibt eine verbreitete Sichtweise, die seit dem Aufkommen der zweiten Welle des Feminismus immer einflussreicher geworden ist: Eine der wichtigsten Machtdynamiken innerhalb jeder Gesellschaft ist – neben den Dynamiken zwischen verschiedenen sozioökonomischen Klassen, Rassen, Stammeszugehörigkeiten usw. – das Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern. So wie politische Fraktionen und Klassen in jeder Gesellschaft um Macht ringen, tun dies auch die Geschlechter, Männer gegen Frauen. Alle Gesellschaften erleben in dieser Hinsicht ein Machtgefälle, und universell war es der Fall, dass Männer Frauen dominieren – dies ist das Patriarchat. In unserer Zeit ist diese Dominanz nicht unbedingt offen, sodass Männer bewusst Frauen beherrschen, obwohl dies in einigen Fällen ebenfalls zutreffen mag. Vielmehr haben wir ein patriarchalisches System geerbt, mit verfestigten Machtstrukturen, die Frauen weiterhin unterdrücken. Es ist, so argumentieren Feministinnen, unsere moralische Pflicht, gegen diese patriarchalischen Strukturen zu kämpfen. All dies gilt in besonderem Maße für die islamische Geschichte. Hier haben Feministinnen einige Meinungsverschiedenheiten. Die übliche feministische Position, wie sie von ihren führenden Gelehrten vertreten wird, lautet, dass alle Religion von Natur aus patriarchalisch und daher für Frauen unterdrückend sei. Muslimische Feministinnen widersprechen dem und behaupten im Gegenteil, dass Gott nicht patriarchalisch ist und nicht wünscht, Frauen den Männern unterzuordnen. Vielmehr sei Gottes offenbarte Religion, der Islam, vollkommen egalitär, und erst eine patriarchalische Lesart dieser Religion durch Männer erzeuge jene Regeln und Bräuche, die muslimische Frauen unterdrücken. Von diesem Punkt aus ziehen verschiedene muslimische Feministinnen die Grenze an unterschiedlichen Stellen. Gehören etwa die Regeln der Polygynie zum wahren Islam, oder sind sie patriarchalische Zusätze? Manche sagen ja, andere sagen nein. Sind bestimmte Hadithe über Frauen wahr und Teil des wahren Islam, oder sind sie nur patriarchalische Erfindungen? Geben bestimmte klassische Gelehrte, die sich über Frauen äußern, ein ehrliches, gültiges Verständnis des wahren Islam wieder, oder färbt lediglich eine patriarchalische Voreingenommenheit ihre Ansichten? Es gibt über hundert „umstrittene“ Beispiele, bei denen der Islam, aus der Sicht der durchschnittlichen modernen nichtmuslimischen Feministin, Frauen unterdrückt oder zumindest entrechtet. Und muslimische Feministinnen verfolgen unterschiedliche Strategien, um dieser Sichtweise entgegenzutreten und die Auffassung zu verteidigen, dass der wahre Islam egalitär ist.
There is a common perspective that has grown increasingly more influential since the dawn of Second Wave feminism that one of the primary power dynamics within every society — in addition to the dynamics between different socio-economic classes, races, tribal affiliations, etc. — is the power dynamics between the genders. Just like different political factions and classes are vying for power in every society, so are the genders, men against women. All societies experience a power differential in this regard, and universally it has been the case that men dominate women — this is patriarchy. In our times, this domination is not necessarily overt such that men are consciously dominating women, though in some instances, that may be true as well. Rather, we have inherited a patriarchal system with ossified power structures that continue to subjugate women. It is our moral duty, argue feminists, to fight against these patriarchal structures. All of this applies in spades to Islamic history. Here feminists will have some disagreements. The default feminist position as represented by their leading scholars is that all religion is inherently patriarchal and therefore oppressive to women. Muslim feminists take issue with this and claim, to the contrary, that God is not patriarchal and does not desire to subjugate women to men. Rather, God’s revealed religion, Islam, is fully egalitarian and it is only a patriarchal reading of that religion by men which gives us rules and customs that oppress Muslim women. From this point, different Muslim feminists draw the line in different places. Are the rules of polygyny, say, part of true Islam or are they patriarchal accretions? Some say yes, some say no. Are certain hadith on women true Islam or just patriarchal fabrications? Are certain classical scholars opining on women presenting an honest, valid understanding of true Islam, or is it just a patriarchal bias coloring their views? There are over a hundred “controversial” examples of where, from the perspective of your average modern non-Muslim feminist, Islam oppresses, or at least disenfranchises women. And different Muslim feminists will take different strategies in countering that perspective in defending the notion that true Islam is egalitarian.
Meine Ansicht ist, dass das gesamte feministische Projekt, ob säkularer oder muslimischer Prägung, fehlgeleitet ist. Tatsächlich gibt es grundlegende konzeptionelle und empirische Probleme mit dem gesamten Gedanken eines gesellschaftlichen Konflikts auf der Grundlage des Geschlechts. Die Vorstellung, dass Männer eine universelle Struktur, nämlich das Patriarchat, geschaffen und aufrechterhalten haben, um Frauen systematisch auszunutzen und die Interessen der Männer über die der Frauen zu stellen, wird weder durch historische Fakten noch durch theoretische Prüfung gestützt. Ja, das Patriarchat existiert in dem Sinne, dass Männer in jeder Gesellschaft der Geschichte Autorität innehatten. Diese Autorität diente jedoch dem Wohl aller und nicht allein dem Vorteil der Männer auf Kosten der Frauen.
My view is that the entire feminist project, whether of the secular or Muslim variety, is misguided. In reality, there are major conceptual and evidential problems with the entire notion of societal conflict based on gender. The idea that men have constructed and maintained a universal structure, namely patriarchy, to systematically take advantage of women and prioritize men’s interests over women’s is not substantiated by historical facts or theoretical scrutiny. Yes, patriarchy exists in the sense that men have had authority in every society of history. But that authority was for the benefit of all, not merely the benefit of men at the expense of women.
Was für Folgen hätte es theologisch, die 1400 Jahre muslimischer Gelehrtentradition als weitgehend von patriarchaler Unterdrückung durchdrungen und zumindest in gewissem Maße von ihr geleitet zu verstehen? Welche ontologischen Folgen hätte die Behauptung, dass jede Gesellschaft der Vergangenheit und Gegenwart unter Patriarchat gelitten hat, das heißt, was bedeutet das für die menschliche Natur und damit auch für Gott selbst, der diese menschliche Natur und diese menschliche Geschichte geschaffen hat? Ist Patriarchat eine angemessene oder zutreffende Erklärung für die Probleme, mit denen muslimische Gesellschaften im Hinblick auf Geschlechterbeziehungen, häusliche Gewalt usw. konfrontiert sind (also Probleme, deren Existenz ich nicht leugne)?
As far as what is at stake in this conversation, these are some of the main questions that come to my mind. What are the theological implications of understanding 1400 years of the Muslim scholarly tradition as being by and large immersed in and, to at least some extent, guided by patriarchal oppression? What are the ontological implications of claiming that every society past and present suffered from patriarchy, i.e., what does this mean for human nature and, by extension, God Himself, who created that human nature and that human history? Is patriarchy an adequate or accurate explanation of the problems Muslim societies face with regard to gender relations, domestic abuse, etc. (i.e., problems that I do not deny exist)?
Wie diese Fragen andeuten sollen, ist die Vorstellung des Patriarchats als universelles System männlicher Unterdrückung von Frauen äußerst schädlich für den muslimischen Geist. Denn diese Vorstellung macht im Grunde die gesamte Religion und jede religiöse Autorität zu einem Werkzeug des Patriarchats, was bedeutet, dass Religion, entweder in ihrer Gesamtheit oder zu einem großen Teil, ein Mittel ist, Frauen zum Vorteil der Männer zu unterdrücken.
As these questions are meant to imply, the idea of patriarchy as a universal system of male oppression against women is extremely damaging to the Muslim mind. This is because the idea effectively renders all of religion and religious authority as an arm of patriarchy, which means that religion, either in its entirety or in large part, is a tool to oppress women for the benefit of men.
Ist es dann überraschend, dass muslimische Feministinnen zunehmend radikale und abweichende Ansichten annehmen und vertreten und viele von ihnen letztlich vom Islam abfallen?
Is it any surprise, then, that Muslim feminists accept and espouse increasingly radical and deviant views and many of them ultimately apostatize?
Gewiss ist es bedrückend zu sehen, dass selbst sonst religiös fromme muslimische Frauen die Grundprämissen des Feminismus übernehmen, einschließlich der Vorstellung eines universellen, unterdrückenden Patriarchats, das sich durch die gesamte Geschichte erstreckt.
Certainly, it is depressing to see even otherwise religiously devout Muslim women accepting the basic premises of feminism, including the idea of universal oppressive patriarchy extending throughout history.
In Wirklichkeit sind alle Richtungen und Spielarten des Feminismus dem Islam zuwider. Muslimische Feministinnen mögen dem widersprechen, doch das ändert nichts an dieser Tatsache. Dies lässt sich durch ein einfaches Argument belegen:
In reality, all branches and varieties of feminism are anathema to Islam. Muslim feminists might disagree with this, but it does not change the fact. This is proven by a simple argument:
1. Man kann dem Feminismus nicht verpflichtet sein, ohne die patriarchale These zu akzeptieren, d. h. die These, dass seit Anbeginn der Zivilisation eine von Männern aufrechterhaltene soziale Struktur existiert, die dazu bestimmt ist, Frauen zu unterwerfen und zu unterdrücken.
1. One cannot be committed to feminism without accepting the Patriarchal Thesis, i.e., the thesis that there exists a social structure perpetuated by men designed to subjugate and oppress women that has existed since the dawn of civilization.
2. Die patriarchalische These ist im Islam verwerflich.
2. The Patriarchal Thesis is anathema to Islam.
3. Daher ist der Feminismus dem Islam zuwider.
3. Therefore, Feminism is anathema to Islam.
Die Patriarchatsthese (PT) ist für den Islam so schädlich, weil Hmm, wait. I need to correct myself: the user's message is a question in English, and my role is to translate the text faithfully, not to answer it. Here is the translation of the question: Warum ist die Patriarchatsthese (PT) in Bezug auf den Islam so schädlich?
Why is the Patriarchal Thesis (PT) so noxious as far as Islam is concerned?
Zunächst untergräbt das Patriarchat (PT) den Begriff der Nubuwwa selbst. Alle Anbiya, die der Menschheit predigten und vor ihrem Volk standen, um zum Islam aufzurufen, waren Männer. Waren alle diese Anbiya Teil der patriarchalischen Struktur, die dazu benutzt wird, Frauen zu beherrschen?
First of all, PT undermines the very notion of nubuwwa. All anbiya who preached to humanity and stood in front of their people to call to Islam were men. Were all these anbiya part of the patriarchal structure used to dominate women?
PT untergräbt auch die gelehrte Tradition. Die überwiegende Mehrheit der Ulama in unserer Tradition waren Männer, und die einflussreichsten und produktivsten unter ihnen waren Männer. Und alle von ihnen, buchstäblich alle, vertraten eine Fülle von Ansichten, die moderne Feministinnen für giftigen, männlich-misogynen Unsinn übelster Sorte halten. Waren all diese Männer Teil des patriarchalischen Systems, das zur Unterdrückung von Frauen eingesetzt wurde?
PT also undermines the scholarly tradition. The vast majority of ulama in our tradition were men, and the most influential and prolific of them were men. And all of them, literally all of them, espoused a plethora of views that modern feminists consider toxic masculine misogynist drivel of the worst kind. Were all these men part of the patriarchal system used to oppress women?
Ich verstehe meine Aufgabe so, dass ich den folgenden englischen Text ins Deutsche übertrage. Hier ist die Übersetzung: PT untergräbt die islamische Theologie selbst. Wenn das Patriarchat eine so tief verwurzelte, zerstörerische Kraft ist, die der Menschheit so viel Schmerz und Leid zufügt, warum behandelt der Qur'an es dann nicht? Warum hat der Prophet ﷺ es nicht angesprochen? Können der Qur'an und die Sunnah als vollständige Rechtleitung gelten, wenn sie diese systematische Unterdrückung nicht anprangern? Feministinnen vertreten die Auffassung, das Patriarchat gehöre zu den größten Kräften des Bösen in der gesamten Menschheitsgeschichte, doch gibt es im Arabischen nicht einmal ein Wort dafür. Kein einziger Vers und kein einziges Hadith ist dem gewidmet, die Alarmglocken zu läuten und die Menschheit vor dieser schrecklichen Unterdrückung zu warnen. Warum?
PT undermines Islamic theology itself. If the patriarchy is this entrenched, destructive force plaguing humanity and inflicting so much pain and suffering, why doesn’t the Quran address it? Why didn’t the Prophet صلى الله عليه وسلم address it? Can the Quran and Sunnah be considered complete guidance when they do not call out this systematic oppression? Feminists maintain that patriarchy is among the greatest forces of evil in all human history, yet there is not even a word for it in Arabic. Not a single verse or hadith dedicated to sounding the alarm bells, warning humanity of this terrible oppression. Why?
Dies sind die logischen Schlussfolgerungen, die Feministinnen in Bezug auf den Islam ziehen, und deshalb durchlaufen muslimische Feministinnen Phasen der Enttäuschung über den Islam, und viele wenden sich schließlich davon ab. Sie beginnen damit, die Gelehrten unserer Tradition zu verunglimpfen, weil sie angeblich „böse“ patriarchale Ansichten über Frauen vertreten. Dann gehen sie dazu über, die Propheten anzugreifen (erinnert ihr euch an die „muslimische Reformerin“ Amina Wadud, die Propheten Ibrahim beleidigt hat?). Schließlich kritisieren sie den Qur'an. Warum hat Allah männliche Pronomen verwendet, um sich selbst zu bezeichnen? Warum hat Allah zuerst Adam, einen Mann, erschaffen? Warum hat Allah den Vers 4:34 offenbart? usw.
These are the logical entailments feminists make with respect to Islam and that is why Muslim feminists go through phases of disillusion with Islam and many end up leaving. They start by throwing the scholars of our tradition under the bus for having “evil” patriarchal views of women. Then they graduate to attacking the prophets (remember “Muslim reformist” Amina Wadud insulting Prophet Ibrahim?). Then they graduate to criticizing the Quran. Why did Allah use masculine pronouns to refer to Himself? Why did Allah create Adam, a man, first? Why did Allah reveal verse 4:34? etc.
Dies ist die inhärente theologische Spannung, die durch die Patriarchatsthese entsteht. Und sie führt viele muslimische Feministinnen dazu, zunehmend abweichende Ansichten zu übernehmen und sogar vom Islam abzufallen. Wer also behaupten möchte, Feminismus und Islam seien vereinbar, muss sich dem 1-2-3-Argument oben stellen. Ihnen stehen nur begrenzte Optionen offen. Ich mache es einfach und lege sie dar:
This is the inherent theological tension created by the Patriarchal Thesis. And it leads many Muslim feminists to adopt increasingly deviant views and even apostatize. So those who want to claim that Feminism and Islam are compatible, confront the 1-2-3 argument above. You have limited options. I’ll make it easy and lay it out:
1. Man kann entweder argumentieren, dass man Feministin sein kann und die PT (Patriarchatstheorie) nicht akzeptiert, d. h. die Vorstellung eines allgegenwärtigen Patriarchats, das Frauen seit undenklichen Zeiten unterdrückt.
1. You can either argue that one can be a feminist and not accept PT, i.e., the idea of ever-present patriarchy subjugating women since time immemorial.
2. Oder man kann argumentieren, dass PT den Islam nicht untergräbt.
2. Or you can argue that PT does not undermine Islam.
Welche ist es?
Which one is it?.
Diejenigen, denen es nichts ausmacht, die männlich geprägte gelehrte Tradition über Bord zu werfen (die „reformerischen“, „progressiven“ Typen ebenso wie die „Quranisten“ usw.), werden Option 2 wählen. Normale Muslime mit korrekter Aqida erkennen aber, dass ohne die männlich geprägte gelehrte Tradition weder der Qur'an zu uns gelangt wäre noch die Sunnah zu uns gelangt wäre, der Islam nicht bewahrt worden wäre usw. Wer die Ulama verwirft, verwirft den Islam. Die Gelehrten sind die Erben der Propheten. Wer behauptet, die Gelehrten seien global und systematisch voreingenommen und ungerecht gegenüber Frauen gewesen, untergräbt die Sittlichkeit der Ulama und damit den Islam selbst.
Those who are fine with throwing the male-dominated scholarly tradition under the bus (the “reform,” “progressive” type as well as “Quranists,” et al.) will take Option 2. But normal Muslims with correct aqida recognize that without the male-dominated scholarly tradition, the Quran would not have reached us, the Sunnah would not have reached us, Islam would not have been preserved, etc. If you throw the ulama out, you throw Islam out. The scholars are the inheritors of the prophets. Anyone who wants to claim that the scholars were systematically biased on a global scale and unjust against women is undermining the morality of the ulama and is therefore undermining Islam itself.
Auf jeden Fall halte ich diese Einschätzung für logisch. Wer anderer Meinung ist, kann gerne logische Gegenargumente vorbringen. Auf emotionale Appelle, persönliche Angriffe und überzogenes Ritterlichkeitsgehabe kann ich gern verzichten.
In any case, I maintain that this is a logical assessment. Those who disagree are free to provide logical rebuttals. Spare me the emotional appeals, ad hominem whining, and white knight histrionics.
NB: Lassen Sie mich einige Begriffe klären. Natürlich gibt es das Patriarchat. Der Islam ist eine patriarchale Religion. Nach dem islamischen Recht verläuft die Abstammung patrilinear, und Sozial- und Familienstrukturen sind so angelegt, dass Autorität über den Familienvorstand und andere männliche Figuren ausgeübt wird. Doch das Patriarchat im feministischen Sinne ist ein anderes Konzept, denn es unterstellt diesen Strukturen eine böse Absicht. Die feministische Behauptung lautet, dass diese patriarchalen Institutionen von Männern mit dem bösen Vorsatz geschaffen wurden, die Interessen der Frauen zum Nutzen der Männer zu vereiteln. Mit anderen Worten: Eine böse Verschwörung von Männern sei ständig darauf aus, arme, unschuldige, naive Frauen auf Schritt und Tritt zu sabotieren, und die mutigen Feministinnen hätten diesen niederträchtigen Plan erst in den letzten Jahrzehnten aufgedeckt und kämpften nun tapfer dafür, ihn abzuschaffen. Ja, das klingt verrückt, und das ist es auch.
NB: Let me provide some disambiguation. Of course, the patriarchy does exist. Islam is a patriarchal religion. According to Islamic Law, lineage is patrilineal and social and family structures have authority flowing through the patriarch and other males figures. But patriarchy in the feminist sense is different in that it ascribes maliciousness to these structures. The feminist claim is that these patriarchal institutions are designed by men with the evil intention to frustrate the interests of women for the benefit of men. In other words, an evil cabal of men are perpetually conspiring to sabotage poor, innocent, naive women at every turn and the brave feminists have discovered this dastardly plot only in the past few decades and are fighting the good fight to abolish it. Yeah, it sounds crazy because it is.
Es ist inzwischen von absoluter Dringlichkeit, dass muslimische Intellektuelle und Imame diese Patriarchatsthese entkräften, bevor eine weitere Generation von Muslimen ihrem Bann verfällt. Dafür gibt es viele Wege. Zunächst sollte man anerkennen, dass es tatsächlich Männer gibt, die Frauen missbrauchen, und dass es größere Institutionen gibt, darunter auch einige religiöse Institutionen, die Frauen schlecht behandeln und ihnen ihre Rechte vorenthalten. Das darf nicht ignoriert werden: häusliche Gewalt (körperlich wie seelisch), die Behandlung von Frauen wie Dreck, die Verhinderung jeglichen Einflusses von Frauen auf ihren Haushalt und ihre größeren Gemeinschaften, das Übersehen sexuellen Missbrauchs usw. Dies sind alles Probleme, die in allen Gesellschaften der Welt angegangen werden müssen. Doch entspringen diese Probleme einem großen, unentrinnbaren System, in dem Männer daran arbeiten, Frauen unterworfen zu halten? Oder sind es Probleme, die durch bestimmte missbräuchliche, selbstsüchtige, unwissende, böse Menschen entstehen, die zufällig Männer (oder auch Frauen) sind?
It has become absolutely critical for Muslim intellectuals and imams to debunk this Patriarchy Thesis before another generation of Muslims falls under the spell. There are many ways to do this. First of all, one should acknowledge that, yes, there are men who abuse women and there are larger institutions, including some religious institutions, that mistreat women and usurp their rights. This cannot be ignored—domestic abuse (physical and emotional), treating women like garbage, preventing women from having any influence on their household and their larger communities, overlooking sexual abuse, etc. These are all problems that need to be addressed in all societies of the world. But do these problems stem from a large, inescapable system of men working to keep women subjugated? Or are these problems that arise due to certain abusive, selfish, ignorant, evil people that happen to be men (or even women)